Nr. Z8
Der «le|«ft flny f ge y
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Erstes Natt
168 . Jahrgang
Donnerstag, 4- April 1918
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Deutsche Seeftrefllräfte in Finnland gelandet.
(WTB> Hauptquartier, 3. April.
(Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Zeitweilig lebhafter Feuerkampf bei und südlich von Leus.
An der Schlachtfronl blieb tagsüber die Gefcchtstütigkeit mtf Artilleriefeuer und Erkundungsgefechte beschränkt. Ein Nächtlicher Vorstoß englischer Kompagnien gegen Ayette -wurde im Gegenstoß abgewiescn. Mit stärkeren Kräften griff -er Feind anl Abend zwischen Marcoleave und dem Lueebnche ml Er wurde unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Durch -Handstreich setzten wir uns in den Besitz der Höhe südwestlich von Moreuil.
Die Zerstörung von Laon durch ftanzösische Artillerie dauert an. Vor Verdun und in den mittleren Vogesen lebte die Artillerietätigkeit auf. Südwestlich von Hirzbach brachte rin erfolgreicher Vorstoß Gefangene ein.
*
Ritttneister Freiherr von Richthofen errang seinen 15. Lustsieg.
von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermeister ' Ludendorff.
Berlin, 3. April. (WTV. Amtlich.) Teile unserer Seestreitkräfte haben heute morgen nach dem schwer- lichen Marsch durch Eis- und Minenfelder die für die Hilfeleistung in Finnland bestimmten Truppen in Hangö (Süd-KhmLmw) gelandet.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Der «bendbericht.
Berlin, 3. April, abends. (WTB. Amtlich.)
lvon dem Schlachtfewe in Frankreich nichts Neues.
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&tn Pariser Blatt überrascht seine Leser mit der er> i«vtige7iden Nachricht, daß auch Brasilien jetzt den aich und die Absicht habe, mit Truppen auf dem euro- chen Knegsschauplatz zu erscheinen. Sonst baut man sich wLrtig in der Presse der Entente keine besonderen chlösser mehr auf; die Stimmung da drüben ist seit Beginn beS großen deutschen Angriffes sichtlich gesunken. Nun macht der vom Grafen Czernin neuerdings wieder unnötig sanft und freundlich angeredete Präsident Wilson noch eine grimmige Gebäroe, indem er verkünden läßt, er halte es jetzt für zeitgemäß, auch Bulgarien noch den Krieg zu erklären! Will er dort auch noch seine großartigen center auftauchen lassen? Gestern erfuhren wir, daß te Zustimmung dazu gegeben hat, daß die unzulä stich
schlagenrn englisch-französischen
Len können. Ob Wilson diese Zustimmung freudigen'
Herzens gegeben hat oder nur dem Zwang gehorchend m btn sauren Apfel gebissen hat? Zweifellos gründen sich die iscv-arnerikanischen Erwartungen noch immer auf das
«nglisch-arnerikani!
-eben, Uneinigkeit bei den 'Mittelmächten hervorztl- deren Stimmung und Zuversicht mit allen erdenklichen Mitteln zu verderben. Zu diesem Zwecke ist ja- auch Lord Norchcliffe zum Feldherrn für Propaganda ernannt worden. Eine eigentümliche Befehlshaberstelle im modernen Kriege! Aber die große Offensive im Westen hat auch diesem Strategen der Entente das Konzept gehörig verdorben. Der
Mtteifend die neuen Ber- >auplatze der Propaganda,
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,SrLnk. Kurier"' würdigt sehr z Schiebungen auf diesem Krrogssch rndem er u a. schreibt:
„Es wird ganz gut sein, sich der großen Offensive gegen die moralische Kvaft der deutschen Nation zu erinnern, müder die englische Offensive des Jahres 1918 ein geleitet werden ßollte. und des Lord Northcliffe, der m ihrem Feldherrn er- Liren war. Tiefer ist heute schon ein Geschlagener, ein ganz und vorn SclMrplatz Vertriebcmer, ehe er noch anfangeir konnte, schmutzigen Bätcrillone in Tätigkeit treten zu lassen. Es ilt eben doch zroeierlei Art, in der England und Deutschland aus die jErringur^ des Si^es losgehen. Man darf nicht übersehen, daß es ein, wesentlicher Bestandteil des englischer KriegsplanS gewesen ist, der dLtzu süürte, Lord Nortbcliffe zum Geareraldirektor der Propaganda in den feindlichpn Landern ziu ernennen und ihn «machst einmal mit eurem Kriegssvnds von 25 Millionen auszu- ftattcn. Er foCße die Stimmung bei uns und bei unseren Verbündeten unLergrabem alle Elemente, die sich unserem inneren Zusanr- vrenhalt abträglich erweisen könnten, stärken, sie FestigVeit des Bundesverhältnisses stören, rurd er soll sich mich sä-on einen besonderen Plan zurecht gemacht haben, von der Schweiz aus über Oesterreich ein gesährlichtÄ Netz mrs über den Kops zu ziehen. Man erwartete von dieser Propaganda in England große Dinge, und daß Narth- difje in der Behandlung der öffentlichen Meürnng mit den Mitteln der Spioiw-ge und.Korruption Atcislxr ist, hat er in der Tat schon früher in einer ganzen Reihe von Ländern zur Zu* friede, ll-eit seurer Auftraggeber erwiesen. Wer ein einziger großes Schlag in die Fassade bat nun diesem ganzen Spuk ein Ende gamdjt. Lord Northcliffe kann ernpacken. Tie Millionen, die er unter unS mrszustrauen gedachte, um in unsere Kriegsent-^ schlossen heit Bresche zu logen, wiegen die 1000 Geschütze nickst, vus, durch, die unsere Krach verstärkt ist, um Englands KeereSmacht vollends zusauuneirzuscheßcn. Er karrn sich
tojmt die Mühe sparen, unsere Einiglstit, unser Vertrauen zu unserer Führung, unsere Siegeszuversicht durch beständige kleine Dosen seiner Gifte zu erschüttern. Nie seit Beginn des jkrieges ivar bieics Vertrauen, tuest Zuversickst größer als heute, nie der Wille der gesamten Nation, den hartträckigsten mrserer Feiirde aufs Haupt zu schlagen und den uns veriveigerben Frieden §u erzw-iirgen, vnmütiger und fester. Dev eine Strich, den Hindeuburg aus dev
Landkarte bei Asrras gezogen, hat eine wirksamere „Propaganda.^ gemacht, als sie der englische Propaganda-Direktor mit seinen tausend Helfershelfern in unendlüher Arbeit hätte erstelenj können. Ter Erfolg der achten Kriegsanleihe wird es beweisen."
Es war recht gut, daß Graf Czernin in seiner Rede vor den Wiener Gemeinderäten einmal offen und gründlich 'die verschiedenen Gruppen der Quertreiber und Kriegsverlängerer beleuchtet hat, die sich fteilvillig und unfreiwillig in den Dienst der Herren Wilson und Northcliffe stellen. Nach den großen Erfolgen im Westen wird es ihm mit seiner Darlegung hoffentlich gelingen, die in seinem Lande sich breit machende Verräterei und Flaumacherei zu einem guten Teil hinwegzublasen und die Treugesin-nten zu mehren und um seine Fahne zu scharen.
Der österreichisch.unüarische Tagesbericht.
Wien, 3. April. (WTV.) Amtlich wird verlantbart: Im E t s ch 1 a l wurden italienische Erkundungstruppen abgttviesen.
Der Chef des Generalstabes.
Das Karfreitagsgefecht am Conchy südöstlich von Montdidier.
Berlin, 3. Aprü. Ern deutsches Bataillon wird von drei französischen angegriffen. Tie anstürmend«: feindlichlen Panzeranlos werden von Vdasthsinengciwchren mit Stahl- Koricmnnition bestl)pssen^ fe die Panzerung durchschlägt. Ein SturmNxrgen bleibt liegen, der Rest macht schleunigst kehrt. Aufs neue fahren drei Dcnrks an. Dasselbe Bild wiederl^lt sich. Iran« zösische Kolvnialinfanderve, die nach kräftiger W-tillerievorbernlung! vorgeht, wird naä) bltckigsten Berlicsten zurückgefä-lLlwn. Schließlich gelingt es dem Fedwe, sich am Wesdrand deS Ortes einzu- nistjen. Da springt ein decctscher wrteuoffizier vor. In der Svnlme- schlacht 1916 war er schvcr vcnoundet den Engländern in die Hände gefallen. Damals wurde er Zeuge, wie die Engländer erbarmungslos seine venourideten Kameraden medermachten., während er selbst sich dot stellte und dadurrl^ entkam Jetzt bahnt er sich einen Weg durch die Häuser, durchschlägt mit der Spitzhacke die M>auer, bringt ein Maschrrengewehr^ im Rücken der Feiride in Stellung hrnd ermöglicht durch ein wirksames Flanken- und Rückeiffeuer der eigenen Jnsanterie den westliche-u Dorfrand zu nehmen.
Französischer Bericht
Dom 2. April, 11 Uhr abends.
Der Tag war durch einen ziemlich lebhaften Ar kill er! kämpf zwischen Monldidier und Lassigny gckcnnzeichnet Unsere Batterierr nahmen feindliche Ainsamm-lungen südlich von Canngny unter Feuer. Eine schrke deutsche Erkundungsabteilung, die vo» unseren Truppnr ans dem linkeia Oise-Ufer südlich von ServaiÄ angegriffen wurde, wurde abgewiesen. — Jir der Woevre und im Oberelsaß ergaben feindliche Handstreiche keine Resultate. Nichts zu melden auf dem Rest der Front.
Vom 3. April» nachmittags.,
An der Somme- und Oise-Front zunehmende beiderseitig« ArtiNerietätigkeit. Südlich Moreuil trieb der Feind gegen di« französischen Stellungen zwisck>en Morisel und Mailltj-Rameval euren lebhaften Angriff vor. Durch frMGösisches Feuer zurück- geschlagen, konnten die Angreifer nur an einem einzigen Punkt ixt französischen Verteidigung Fuß fassen. Ein deutscher Angriffs-- versuch vor Rollot scheiterte im französischen Feuer. Die Franzosen führten gestern abend eine Einzelunternehmung auf den ^ Nord-» abhängerr des Plomont aus, in deren Verlaus die französischen Truppen ihre Stellungen ansehnlich ausdehnten und 60 Geangen« machten. Von der übrigen Front ist nichts zu mewen. — Flugwese n. Am 31. Marz und am 1. April warfen französische Go-« schwader 12000 Kilogramm Bomben auf Eisenbahnen und Äige« von Ham, Cheimy, diopon usw. Ein großer Brand brach aus. Der Bahnhof von Chaulnes und oentsche Lager in der Gegend von Nope wurdeir ausgiebig mit Bomben belegt und aus geringer Höhe mit Maschinengewehren beschaffen. Französische Jagdflieger lieferten! zahlreiche Klimp^e, bei denen acht deutsche Flugzeuge abge,st>oi'sett wurden. Zwei weitere wurden durch andere ADwchrrmttel vernicht«^
Englischer Heeresbericht
vom 2. April morgens.
Im Laufe des gestrigen Kampfes in dem Gebiete zwischen den Flüssen A v r e und L u c e machten wir 50 Gefangene und erbeuteten 13 Dtaschinengewehre. Eine große Airzahl toter Deutschen wurde in dieser Gegend gefunden. Vom Feinde versuchte Gegenangriffe später am Tage wurden mit schweren Verlusten von unserer Artillerie gebrochen. Eine in dieser Gegend in Tätigkeit befmdliche deutsche Batterie wurde mit gutem Erfolge ans kurze Entfernung aufs Ziel genommen und durch unsere Maschinen- gewehre zum Schweigen glchrvcht. Eine erfolgreiche von uns an der Schlachtfront in der Gegend von Hebulerne ausgeführte örlliche UnternchTnung führte zur Einbringung von 73 GestrugeTrcn und drei Mafchinengewehrekr. Viele Deutsche wurden bei dieser Unternehmung getötet. Ein feindlicher Gegenangriff wurde im Laust des Nachnlittags vollkommen abgeschlagen. Erfolgreiche Vorstöße, bei denen wir einige Gcfau.gene machten und eine Anzatü Feinde töteten, wurden in der Gegend von Acheville und Hollen b e k e Mlsgesührl.
Englischer Morgenbericht vom 3. April.
Ein gestern bei Tagesanbruch airgesetzter Angriff einer starken feindlichen ^lbteilung gegen unsere Stellungen in der Nähe von Jampoux wurde nach scharfem Gefeckst abgeschlagen. Eure Anzahl Deutscher wurden getötet. Einige Gefangene blieben in unserer Hand. Ern erfolgreiches örtlick-es Gefecht lieferten unsere Truppe^ in der letzten Nach>t in der Nähe von Ailette, b as jetzt in unserem Besitz ist Mehr als hundert GesairgeTre und drei Ma- sichcnengewehre Wurden von uns eingeovacht. Desgleichen macht«? nur gestern eirägc Gefangene bei der schon' gemeldettm UrNernehnrarrg in der^ Nähe von Seine. Sonst ist kton der Schlacht front nichts zu berichten. Lincolnfhire-Trrrppen griffen gestern morgen feindliche Gräben nv-rdöstlich von LovS an und brachten 31 Gefangene und ein Maschm-engewehr ein. Ein aiiderer ersi-lgreicher Augaiff, bei denc wir einige Gefangene macljilen, wurde vmr uupk in letzter Nacht nordösüich vvic Poelcapelle ausgeführt.
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Die Beschießung von Lao«.
Bi e r 1 1 n, 3. April. Auch am 2. April haben die Franzosen ihre absichtliche verbrecherische Beschießung \ vonLaon fortgesetzt und neues, schweres Unheil unter der X Bevölkerung angerichtet. Die von der brutalen Behandlung seitens der Engländer im Nückzugsgebiet der britischen Armee gepeinigten Einwohner Frankreichs sowie die Bewohner der unter englischem Fernfeuer liege:tden ftanzösischen Städte leiden übermenschliche Qualen in dem von ihren Staatsmännern gavollten neuen Kampfe.
Die Beschießung von Paris.
Berlin, 3. April. Die Fernbeschießung der Festung Parks wurde deutscherseits am Mittag des 3. Aprll eingestellt, da bekannt geworden war, daß tot diesem Tage nachmittags die Beerdigung der einem beklagenswertett Zufallstreffer zum Opstr ge- falleneir Einwohner stattsitden sollte.
Paris. 3. Älpril (W.B.) Amtlich. Die Beschießung des Pariser Gebietes durch ein Ferngeschütz wurde heute fortgesetzt. Zwei Frauen wurden verwundet.
Weitere vernichtete englische Divisionen.
Berlin, 3. April. Bis zum 24. März eknschl. ivaren in deir Sammellagern der südlichen deutschen Angriffsarmee von nachstehenden englischen Divisionen an Gefangenen cürgebracht: von der 14. JnfMttcrredivtsum 100 Offtziere, 4079 Matm, 18. Infanteriedivision 78 Offiziere, 4094 Mann, 30. Fnfanteriedivision 83 Offiziere, 2348 Aömuc, 36. Jnsantcriedivisiou 143 Offiziere, 3215 Mann, 61. Infanteriedivision 56 Offtziere, 2298 Mann. Zählt man zu dieser hohen Einbuße an Gefangenen die sehr schweren blutigen Verliusüe hinM, so bleibt Mich von diesen füics englischen Divisiotten nicht mehr viel übrig. Aehnlich hoch werden die Verluste bei vieler: anderen Divisionen des Feindes sein, der bis jetzt 75 000 Manrc allein an Gefangenen eingebüßt hat.
Schwere Verluste englischer Hilfsvötker.
Wie stets bei.' illen Kämpfen der Engländer, mußten auch jetzt wieder die HilsSvölker aufs schwerste bluten. Sie wurden stets an den Brennpunkten der Kämpse eingesetzt. Die kanadische Kavalleriebrig<rde, die nördlich Moreuil attackierte, wurde durch derttsches Feuer fast üiS zwn letzten Mann vernichtet. '
vie itnoige zur xap,
Berlin, 3. April. (WTB.) Während der letzten Tage des vorigen Monats beschränkten ttefl-üngende Wolken« Regen und Sturm die TLtrgkeit der deutschen Luft-
[ e ^Wesentlichen auf Naherkundung über dem
Schlachtfelde und Bekämpfung von Erdzielen in und Hinte, der Kampflinie. Beide Aufgaben wurden erfo-lgreich gelöst. Unsere Ballone waren an einzelnen Tagen bei Windstärken von über 20 Sekundenmetern in der Luft, um den Verlauf der Kampfhandlungen zu überwachen und das Feuer der eigenen Arttllerie zu leiten. Wichtige Bahnhöfe, besonders Comptegne und Lonfucau bei Amrcns sowie Verkehrstnittel- punkte und Truppenansanimlungen hinter der feindlichen Front wurden in den Stunden günstiger Witterung wirksam mit Bomben angegriffen. .Der Hafcnplatz und Eta Mw. hauptort Boulogne erhielt in der Nacht vvm 1. zum 2 April Bomben schwersten Kalibers. Günstigeres-Wetter gestattete am 1. April eine planmäßige Fermerkurrdung. Sie hatte eine sehr rege Luftkampftätic.reit zur Folge. 22 Flug- Seuge und fünf Ballone des Feindes wurden abgeschosjsr.


