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Der «adeltet Jfrrjel'ptr frfrfxim töfllid), außer SounkagS. Beilagen: Girier LLlniliettv'.üjter, Ukerblc.11

ffir den Kreis Sichen.

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Erstes Blatt 168. Jahrgang - . Mittwoch, 20. März 1918

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Lranlsurt a.M. 1*686

ArMlingsrunKdruc? u. Verlag: brrMsche Unw

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(WPS.) Trotzes Hauptquartier, ly. Marz. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.

Sdrrmtruppen preußifchkr, bayerischer und sächsischer Divisionen führten in Flandern erftllgreiche Erkundungen mr§ und nahmen datzei mehr als 3W Belgier gesungen.

Bon der Küste bis zum La Vassee-Kanal rvar der Feuer- kampf mn Abend gesteigert. An der übrigen Front blieb er in mäßigen Grenzen.

Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und von Gallwitz.

Bei Auvinevurt holten örandenburg-r Stoßtrupps nach hartem Mmpfe 20 Gefangene aus den feindlichen Gräben. Das Artillerrefeuer lebte beiderseits von Reims und in der Estanrpagne zeitweilig auf. An der Nordfrvnt von Verdun nahm es an Stärke zu. Wir setzten unsere Erkundungen fort.

Sächsische Abteilungen brachten mis dem Ostufer der Maas 56 Gefangene ein.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

An vielen Stellen der lothringischen Front, in den Vo­gesen mrd im Sundgra rege Tätigkeit der Franzosen.

*

Wir schossen gestern im Lnftkrmryf und von der Erde aus 23 Fümzeuge und 2 Fesselballone ab.

* ?

Kon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalguartiermeister

Ludendorff.

*

Her Abendbericht

Berlin, ly. Mürz, abends. (WTB. Amtlich.)

Regen sthräntte an der Westsrom die GcftchtStätrF- keit ein.

An Der Nord front von V e r d u n imd im Parois-Walde blieb das Artillerieseurr lebhaft.

Pon den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Als Ergebnis der neuesten Konferenz der Entente in London veröffentlicht das Reuler-Vureau eine amtliche Re­gierungserklärung, worin gesagt wird, die versammelt ge- tvestmen Führer der Entente lehnten es ab, den Frieden mrt Rußland und Rumänien zuh Kenntnis zu nehmen, und sw legten Wert darauf, zu verkündigen, daß sie den Krreg zur Befreirag aller Völker fortsetzten. Die mit dieser Erklärung verknüpfte Polemik gegen die Mittelmächte ist ein so dummes Gefasel, daß man von einer Wiedergabe absehen kann. Nur ehre kleine Probe soll hier ausgestellt fein:Warum iroch mit deutschen Versprechungen Zeit verlieren, wenn nur sehen, daß es sich in keiner einzigen Periode seiner Eroberungs ge schichte nicht als es Schlesien überrannte und nicht als es Polen verteilte als der Verfechter nationaler Unabhängigkeit, sondern rat als der Feind der Rechte der Menschheit und der zivilisierten Nationen gezeigt hat." . . .Wir kämpfen und wir haben die Absicht, weiter zu kämpfen, bis diesen Plün- derungsmethoden ein Ende gemacht ist und an deren Stelle die friedliche Negierung der Gerechtigkeit gesetzt ist." Hätte der Krieg eine für die Entente günstige Wendung genom­men, so wären die ras und unseren Bundesgenossen zu- gedaehten Beraubungen und Zerstückelungen natürlich keine Plünderungsmethode" gewesen. Die historischen Hinweise aus Polen und gar dieUeberrennung Schlesiens" stehen ebenfalls ganz außerhalb eines vernünftigen Betrachtungs­kreises, mrd sie erinnern höchstens an das Jhlmmern bestraf­ter Kinder, die an die Türe trommeln, hinter der man sie eingeschlossen hat. Dann aber überwiegt doch wieder der Ein­druck jener diesen Herrschaften bei ihrer Politikzur zwei­ten Natur gewordenen Heuchelei", die auch jetzt wieder über die Wand, hinter der das holländische Zwangsgeschäft erledigt wird zu uns herübcrgrinst.

Es ist im hvl)en Grade bedauerlich, daß dieser Tage rin Hauptausschuß des Reichstags ein Falt erörtert werden mußte, den die Gegner bei ihren Methoden so recht willkom­

men heißen werden. Fürst L i ch n iow s k h, unser ehemaliger Botschafter in London, hat unter seinen. Vekaratenkreisen eine Denkschrift verbreitet, die mittlerweile auch im feind­lichen Llusland bekannt gewordeii und veröffentlicht worden ist, Mid worin er sich ganz in Gegensatz stellt zu der amt­lichen deutschen Politik. Er wirft dieser vor, sie habe sich den englischen Neigungen, die er, Lichuvwsky, als erprobt und förderlich entdeckt habe, nicht genügend angepaßt und so den Ausbruch des Weltkrieges verschuldet! Der Vizekanzler v. P a y c r teilte aus diesem Dokument, das der Fürst, wie er zugesteht, aus der bloßen Erinnerung, ohne Zugrunde­legung von Akten, niedergeschrieben hat, einige Jnhaltspro- ben mit. die aus eine zu krankhafte Eitelkeit und einen zu zerrütteten Gemütszustand des Verfassers schließen lassen, als daß unsere Feinde viel Kapital aus der Sache schlagen könnten. Lichnow.sky hat mit seinen Ansichten und Mei­nungen offenbar vor und beim Kriegsausbruch in keinem angenehmen Verhältnis zum Auswärtigen Amt und dessen Leitern gestanden; er spricht immer wieder'vonpersön­licher Mißgunst", die sich seinen großen Er­folgen entgegengestellt habe. Der Fall zeigt nur, daß bei der Auswahl unserer Diplomaten künf­tig eine viel größere Vorsicht und Sachkunde walten muß. Wenn Abgeordnete wie Scheidenrann und VtüUer-Meiningen diesen hohlen Auffassungen des Fürsten Lichno'msky eine Absage erteilen, so muß es mit der Frie­densnuß, die er «uns hatte reifen lassen wollen, wirklich nicht lveit her gewesen sein. Ernst und bedauerlich ist es, daß seine Denkschrift ins Ausland getragen worden ist. Lichnrowsky erklärt, daran unschuldig zu sein; es liege da nur eine Indiskretion eines seiner /Bekannten vor, die er tief bedauere. Das deutsche Volk aber wird diesen früheren Botschafter gleichwohl schuldig sprechen, und es wird nur damr begreifen, daß er nicht zur Verantwortung gezogen, wird, wenn es feststeht, daß das Benehinen des Fürsten aus selnern leidenden Gesundheitszustände zu erklären ist. Wenn aber Scheidemann erklären konnte, wegen der zutage tretenden Unznverlässigkeit und lächerlichen Eitelkeit Lich- nowskys seidiese Broschüre für einen Diplomaten geradezu eine Blamage", so wird viellnchl ie.'tt auch das vie«gelesene Berliner Tageblatt", das den Fürsten zn seiiren eifrigen Mitarbeitern zählte, vielleicht davon Abstand nehmen, seine wirren Angaben für eine paMj'chcye Pollut uuszu- schlachten.

amaUMMiaiBlXD .

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 19. März. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

Keine Ereignisse von Betrag.

Der Chef des Generalstnbes.

Nb. Deutscher Nekhstsg.

(143. Sitzung vom 19. März.)

An: Nundesratstischr Unterstaatssckretär von dem Bus s che und Staatssekretär W a l l r a f.

Vizepräsident Dr. P aas che eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Minuten.

Nach Erledigung kleinerer Anfragen wird die Aussprache über 1»en deutsch-russtschen und den deutsch-ftnnischen Friedensvertragl fortgesetzt.

9tbg. Dr. Stresemann (n-at.-lcb.): Es ist nicht richtig, wie der Aba. Dr. David es darstellte, daß der Friedensoerrrag mit Rußland in Deutschland einen schleckten Eindruck gemacht habe und nur als ein Provisorium anziusehen sei. Angesichts des Zersetzungs- Prozesses in Rußland muß Deutschland ferne Interessen roll uiw ganz wahren. Die deutsche Politik tvährenL, der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. war eine nrcbedingte Friedenspolitik. Nie­mals haben wir die Notlage anderer Völker ausgenutzt, um Deutsch­lands Macht ausMbascen. Während des nlssiw>-jL^xanisck>en Lbrieges konnte Rußland getrost das letzd^ Bataillon von der deutschen Grenze lve-gziehen, denn es war unserer Neutralität sicher. Eng­land war währerw des Bureakkrieges unserer neutralen Haltung gewiß. Selbst Italien konnte sich Tripolis aneignen, während wir die Freundschaft nüt der Türkei aufs Spiel setzten. Was !var der Tank? Das Ergebnis waren der Krieg und der Haß der ganzen Welt .gegen uns. England dagegen handelt immer so. wie c* seine Interessen erfordern, so auch jetzt dcnr Neutralen gegenüber. Schmerzlich ijt. was Tr. David über die Vorgänge in den balti­schen Landen sagt. Der Baron Sievers ist genau so Vertreter des baltischen Volkes wie irgend ein polnischer Fürst als Vertreter der Polen von den Sozialdemokraten anerkannt wird. (Sehr richtig!) Mit der Selbstürdigkeit Litauens sind wir einverstanden unter fcirc VorauUetziing einer Militärkvnvention und einer Zoll-, Münz- und Ei send ahn-.Un io n mit uns. Eine völlige Selbstcnrdigkeit ist nichts als reiire Glorie imd in der Praxis ist sie nicht durchslihrbar. Unsere Interessen müsse-,c obenaü stehen. Mit einem katholisck-llt Herrsck)er für Litauen sind wir durchaus

unverstanden. Die VerwalUuigSöeamten müssen nach den gleichen Prrnzipieri ausgewählt werden. (Sehr richtig?) Das wird dann, dazu führen, daß beide Konfessionen ihre seMnsreiche Arbeit für oas deutsck-e Volk fottsetzen können.

In der polnischen Frage ftitb in erster Linie Angriffe von polnischer Sette gegen uns erhoben worden. Eine Diskusßou darüber, ob Westprerißenund Posen zu Polen zu schlagen sind, gibt eS iricht. (Sehr richüg.MZe^ weniger Polen yu uns kominen, desto besser ist es. Wleim aber die Führer unserer Heere erklären, c- unsere Grenzen ungünstig sind, so muß der Forderung der Obersten Heer^leitung entsProckMn werden und auch die Neichsleirun-g kann sich dem nicht entziehen. Die Epxedition nach Finnland dien: wur der Fundierimg des Friedens und länger wollten wir dort nicht Polizei spielen. Die deutschen Asuslaud^forderungen in Rußland müssen gesichett werden. Zur Beseitigung der Milliardenlast dürfen wir nicht auf eine Kriegsentschädigung verzichten. Die Friedensresolution war auf dein ethischen Ge­danken gegrü-ldet, einen baldigen Frieden herbeiMsührcn. störuch der schroffen Ablehnung der Fciedens<uigebote darf unser Volk nicht zusammenbrechen wegen des Dogmas der Schonung des ande-ren. Ten Ostfrieden haben uns unsere. Waffen gebracht. Auch im Wester sind wir weder militärisch noch 'wirtschaftlich niederzuringen.

Abg. Gras Westarp (kons.): Die Erfolge im Osten gegen dir gewaltige russische Heb erwacht waren ein Sieg der Diszipliir und der technischen U überlegen heit unserer Offiziere und Soldaten. Allein de-n deutschen Schwerte verdanken wir es, daß wir lvute über den Frieden verhandeln können. Die Sozialdemokratie hält den Frieden mit Rußland für einen Geioaltfrieden. Sie meint, eine Berstmrdi- gung mit TiDtzki sei sehr wohl möglich gewesen. Das ist ein Jrrtmn. Der Ostsricde 'hat den Erfolgs daß wir den Rücken frei haben mrd die ganze Kraft auf den Westen werfen können. Der eiserne Ring der wirtschaftlichen Blockade ist gebrochen. Bei künftigen Friedens- Verträgen nach dein Westcrr hin bestehen wir auf einer Kriegsent­schädigung in Bar. Der deutsch«; Einfluß auf die Randvoller auch auf Litauen muß voll gewahrt weiden.

Abg. Ledebour (Unabh. Soz.): Tie gestern zu W-arl geöonr- menen Regiermngsparteien sirrd mit der Regierung ubgestuft un­zufrieden. Tie Amrexionsparteien, die heute zu Worte kmnmen, zollen»ihr Lob. Wir lehnen den Äettrag in Konsequenz unserer g an­zen Haltung ab, auch aus die Gefahr hin, bolschewistischer als dir B-olsck-etvist-en genannt zu 'werden. (Sehr gut!! Die Russen haben d^ar Friedin^st-ertcng aWtgckdrungen angenonrmen. Wir halten diesen Vertrag für ftiedensseindlich Die kutländische Landesversarmn- lung ist keine Volksvertretung. Sie als solche anecckennen, hieße nüt dom Begriff Volksvertretung Schrndlkcder treibsr. Wenn der« Deut­schs p Kaiser die kurtändische Herzogskrvne an getragen wird (Vize­präsident Dr. Paasche erssvist den Redner, auf diese noch nicht sprnch- rese Frage nicht einzugehen. Unruhe bei den UnablA'ingigen So- zraldenrokraten.), sv bedeutet das eine Gefahr für DeutslÄmw. Die Roten Gardistur sirrd vollwertige russis7l)e Soldaten. Sie dürfen rücht als Banden behandelt ^werden. Sie xum Tode durch den Strang zu verurteilen, verstößt gegen das Völkerrecht. ((Sftxk des Präsidmten._ Vizepräsident Tr. Pansche: Davon ist Lüne Rede, ran alle Bolschewiki zuin Tode duvch den Sttang verurteilt werden. Großer Lärm bi den Unabhängigen Sozialdemokraten, verschiedene Zurufe aus idem Haus und Erwiderrcngeir seiterrs des Abgeordneten Ledebour. Vizepräsident Dr. Passche ruft den Redner zur O^nimg. Abg. Ledebour: Sie haben kein Reckst, sich in die sachliche Beratung einMnrifcherr. ^Lebhaftes Bravo! imd Lärni bei den Unabhängigen SoziaUremokvaten. Gegenrnfe bei den bürgerlichen Parteien. Abg. Haasc wird wegen eines Zwischenrufes zür Ordnung geriUn. Erneiiter Lärm. Zück: Sie üben Zensur mi3. Ruf rechts: Bol- schcwcki!) Deutschland schließt 7mt der Bolfchewikixegierung Frie­den. Damr venehmt es -die Bolschewiki und verteilt sie zum --vde durch den Strang. Mit Finnland ist gar kein Friedeusvertrvg nottg. Mit Finnland befinden wir uns \a gar nicht im Kriege. (Lehr richtig!) Wir irehnren den Kamps mit den Annexionisten aller Parteien von Westarp bis Scheidemann auf.

Abg. Fürst Radziwill (Pole): Die Stellungrcahme nvüner Fraktion zum Friedensschluss nüt Rußland mußte unter dem Eindruck stehen, daß Vertreter des polnischem Balles nidjt zu den Friedensverhandlungerr hinzimeroyen worden sind Wir hoffen auf ein dauerndes freundliches Verhältnis der Böller. An dem guten Willen unsererseits soll es nickst fehlen.

Abg. Mumm (T. Fraktion): Die Wahl in ilöicderdarnim toar die erste AintwoN auf die ablehnende Haltung der Unab­hängigen Sozialdemokratie den Frredensverträgcn Tie

Ostseepoovmzen müssen deutsch bleiben, und zivar als env zrr- samnien hängende Encheit.

Abg. Hansen (Tärce): Die Einwohnar der AaümdSinsein toünschan den Wiederariscksluß air ihr Mutterlaird irck^oeden. Schsoe^ deil, und Finbrnd tverde.r diesem Wunsch gerne zustiinnren. Jich hoffe, bei komnrendan .Verhandlungen auch Deut schwand diesem Wimsst '2 auf Grund des ^Selbstbesti murungs reckst es der Völker entsprechen toird. Tos ist eüie deutsckic Ehi'eupflicht mrd der Prüsu stein^sür die Ehrlichkeit der deutschen Pvlüik .

Damit schließt die Aussprack«. Die Vorlage wird an bei? Hauptausschuß vertviesen.

'Es folgt die erste Lesung des

neuen ^editd von 15 Ätilliarden.

Staatssekretär des Reichsscha tza mteS Grat v. Rödern: Meine Herren! Tie von Ihnen mn 1. Dqrember vorigen Jahres den verbürrdeten Regierungen zur Verfügung ge­stellten Kredite von 15 Milliarden Atark sind nahezu cnschöpst. Wie im gesainten Verlaics der letzten andetthall» Jahre daberr auck^ die lebten Monate ein lveiwres Anziehen der nrvmrtl^u

durch alle deuischen Laude? Von heute an gibt es nur etuen Wüten, eine Pflicht:

Kriegsanleihe zeichnen!