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Der Seekrieg.

J&rut N-Bool-Srfolse.

»«Ttttt, 18. März. (WTB. Amtlich.) Im ©**rrge&iet um Ättg lanb verrnchtvtLn intjcre Unterfaebaole 19 000 Bratw-Re- Ststev-Tonnen feindlichen HLnd^lsschifssrauntks.

Ter Chef Admiral stabes der Marine.

yRfab Rürcblüb ftmcben durch eines unserer iW&xrtt rm »wet englische Segler versenkt, oie von Frank- nach englt>chen an bestimmt Untreu. Beide waren mit LÄnmsm'ttcln nur sehr knapp «usgerüstet Das öotjc imbci.c sran- V? 1 '?* Krregsbrat ,ah grau aus und hatte eine bröcklige Form 2r unangenehmen bcttevcn Geschmack. Der an Bord

vorgefiucheiie Kaste-Ersatz bei band nach Aussage des einen Kapitäns Mts Mastmnen Zucker war nicht vorhanden. Ta ür bildete Syrup das Ersatzmittel Bon Fetten wurde miter den Proviantbeständen nurl/cargannss festges 1 e.lt. Sie war in ganz geringen Mengen vor- ymDei! mrd hatte etnot febr schlechten (Geschmack. Die ganze mange!'- ^tte rxb^r^mrtfelmisrüstung beider Schisse läßt keineif /guten vchlntz auf me Ernährungssck-wierigketten in Frankreich zu. Daß Mlf beiden T,nnpf«'n zwei zivüllährige Jungen angnnustert waren ecn neuer Beweis für die MannschaftSnol der scint'lichen .Ha dels- flotten.

m. Deutscher Reichstag.

"3. Sitzung vom 18. März 1918. (WTB. Nichtamtlich.)

Vrn Vuirdesratstische: Reichskanzler Tr. Graf v. Lertling, V- Payer, Tr. Walrafs, Freiherr von dem Busschc, Dr. Sols, Graf vtodern

^ Daasche eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Mm. Auf der Tagesordnung steht der Gesetzentwurf zur vor- lüustgen Regelung des Reichshaushaltes (Notetat) in erster Lesung.

Abg. Haase (Unabh. Soz.) erklärt, den Notetat abzulehnen ^?b''chts der immer mehr zutage tretenden imperialistischen Politik der Regierung.

Abg. Scheidemann (Soz.): Wir sehen in der Erledigung des Notetats keine Dertrauenskuuogebung für die Negierung. Tie Beamten müssen auch nach dem 1. April ihr Gehalt weitere bekommen.

Damit ist die erste Lesung des Notetats erledigt.

Auf Antrag des Abg. Fehrenbach (Z-ntr.) wird die Aus- fprache über tue Angelegerrheit der Daimlerwerke zurück­gestellt und der Frredensvertrag mit Rußland imd Finnland

vorweg nwm men.

Reichskanzler Dr. Gras von Herlling.

_ jP&me Herren! Als ich zum ersten Male an dieser Stelle sprach am 29. November vorigen Jahres, konnte ich dem Reichs- tage me Mitteilung macheik, daß die russische Regierung an sämt- Uche knegsührenden Mächte den Vorschlag habe gelangen lassen, m Verhandlmtgen über einen Waffenstillstand und einen allgemeinen Frieden einzutreten. Wir haben mit unseren Verbün- £ ctc ? o. 1 Erschlag angenommen und alsbald Delegierte noch Brest-Lttowsk gesandt. Die bis dafstn mit Rußland verbündeten Machte bluben fern. Ter Verlauf der Verhandlungen ist den Herren bekannt. Sie erinnern sich der e n d l o s c n R e d e n , welche nicht jo .stbr für die dort versammelten Delegierten als für die »reUelte Oeffentlichfeit bestimmt waren, und das anzustrebende Ziel emer Verständigung immer weiter in die Ferne rückten, an die wwk>erholten Unterbrechungen, den Abbruch uno die Wiederaus- nähme der Der Haltungen. Man war an einen Punkt gelangt, wo das Entweder Oder gesprochen werden mußte. Am 3. März er- 8 ^ in rtebenö fd)I u& mit Rußland in Brest-Litowsk. »m I b März ist er von der zustöndigcnt Versammlung in Moskau ratifiziert tvorden. Es ist nicht meine Lbbsicht, auf die Beur- keuurlg ermugehen, welche der Friede mit Rußland bei de,r femd- uxtßni Macksten gefunden hat, wo die Le u ch e l e i zur zweiten R a t u r geworden ist und die Umvahrhastigkeit sich bis zur Drutall- tat gesteigert hat, wo man im selben Augenblick, da man die drucwnoe Land auf ein neutrales Land zu legen im Begriffe ist, von der vollkommenen Selbsrlosigfeit der befolgten Politik zu reden W; IC * )cr einer ruhigen Aussprache, jeder

sachltchcn Erwägung jcheitern. Und wenn eine Depesche aus Wasylngton geglaubt hat, dem in Moskau versammelten Kon­greß btc Synipathie der Bereinigten Staaten in dem Augenblick mrSsprechen zu sotten, wo, wie es darin l-eißt, die deutsche Macht sich angestrengt l-at, den Kampf um Me Freiheit um seinen Erfolg ßu bringen, so lege ich auch das ruhig zum Uebrigen. Wir haben fernen Augenblick daran gedacht und denken nicht daran, den be­rechtigten Wünschen und Bestrebungen des vom Zarismus befreiten Rußlands entgegen-.!treten. Wir würisckff-n, wie ich schon am 29. November vorigen ^Jahres gesagt Hube, dem schwergeprüften Land die Rückkehr ruhiger und geordneter Verhältnisse und be­rgen es schmerzlich. wenn diese noch in weiter Ferne zu liege kt scheinen imd vielerorts entsetzliche Zustände eingetteten sind.

, Ich wende mich nunmehr den: Verträge selbst zu. Wie Sie, mm« vnpen, sofort ersehen haben, enthält derselbe keinerlei f u r R ki ß l a n d erniedrigende B e d in gu n g e n< nichts von druckenden Kriegskosten, Enstchädigungen, keine gewaltsame Aneig­nung russischer Gebiete. Wenn eine Reihe von Randstaaten aus dem russischen Staatsverbande ausscheiden, so entspricht dies dem eigenen, von Rußland selbst anerkannten Willen dieser Länder Tresen gegenüber stehen wir auf dem ton mir schon früher zmn Ausdnlck gebrachten Standpunkt, daß sie sich u n te r de m mäch- !.^EnSchutze des Deutschen Reiches dieienige staat­liche 0 >esbalttlng geben mögen, welche ihren Verhältnissen und der Richtung ihrer Kultur entspricht, selbstverständlich unter der Wal>- «M 01 unserer Interessen. In Kurland ist die Entwicklung am weitesten vorangeschritten. Wie bekannt, ist vor wenigeki Tagen eine von dc"m Kurländer Landesrat als der als zuständig anerkann­ten Körperschaft entsandte Teputativki hier erschienen. Sie hat die LoslSsnng d^S Landes ans den bisl>erigen staatlichen Verbindungen erklärt wird den Wunsch nach einer wirtschastliche.k, militärischen und Polittsckum Verbindung mit T-autschland ausgesprack-en. (Beisall.) In der Antwort, wit welcher mich Seine Maiestät der Kaiser als der völkerrechtliche Vertreter des Reiches beauftragt hatte, habe rch die Selbständigkeit Kurlands nnerkarmt lugib von der an gestrebten «rgxn Verbindung an das Deutsche Reich, welche ja den alten, ans Jahrhund rte znrückgel)enden kulttcr Uen Beziehungen entspricht, mit Tank und Freude Kenntnis gekl-ommen, die letzte Entsehei- dun g über die politische Aknigestaltung aber vorl>el)alten. bis sich Ke dortigen B§rh»tnisse weiter konsolidiert uird die verfassimgs- maßig zuständigen Faktoren allerseits Stellung genommen haben werden. Was Li taki en betrifft, so ist ein Beschluß, wilcher den engen Anschluß an das Teutsehe Reich in wirtscha tli:her und mili- tärisck>er Berbmdung mit ihm vorsah. schon im vorigen Jalire ge­faßt worden. Ich erwarte in den nächsten Tagen eine Deputation des dorttaen üakldesra'tes, die diesen Beschluß neuerdings bei'annt- geden soll, woraus dann ebenso die Anerkennung Litauens als ein unabhängiges stnatliches Geb'lde erfolgen würde. Tie ineifere Ent­wicklung der politischen Ausgestaltung warte'.: wir in Ruh - ab

Etwas mkders liegen die Tinge in L i v l a n d und E st t a n d Treie beiden befinden sich östlich der im Friedens vertrag verein­barten Grenzlinie, werden aber, wie Art. 6 des Vertrages mit Rußland besagt, von einer deutschen Polizei macht be* die Sicherheit durch eigene Labdeseinrickstungeni gewährlekstet ist. Alsdann wird auch für diese Länder der Augenblick für ihre politische Neuorientierung gekommen sein. Dir Höften und wünschen, daß. auch sie sich in ein neues freund- schafft:ches Derl)älttns zum Deutschen Reiche stellen werden, das aber dre sreimdschaftlkchm imd friedlickien Beziehmgeu zu Rußland ucht au9W*m- Nim noch ern kurzes Wort über Polen daS freilrch rm Frreden^verttag nicht ausdrücklich genannt ist Be. «lnrnftich ist es die Proklamation der Heiden Kaiser vom 25 11 16. gewesen, welck-e die Selbständigkeit des Landes twr aller Welt verkündet l-at. Daraus siolgt, daß die nähere Aklsgesbaltung des neuen ^taatSwe'ekks mir guf Gncnid gemeinsamer Berliondlungcm zwischen TeutßlLrnd und der Donanmvnarchie einerseits und Polen andererseits erfolgen kann. Netierdings.snü> aus positisck>en .Kreisen! .Polens Anraanngen zur Gestaltimg unseres zukünftigen Ver- MvnWS Gi die Regierung rach die Mitglieder des Reichstages

. Sftangt. Wir werden gern prüftn. ov iati> mtc roett sie sich mit den von beiden Regierungen verfügten Zielen werden verein­baren lassen, den Zielen, mit dem neu erktandenen Staat unter Sicherstellung unserer Interessen dauernd in guten nachbarlichen Beziehungen zu leben. Alles weitere wird Unterstaatssettetär' Erzelleuz Bussche mitteilen. Ich konnne meinerseits zum Äl-luß.

Meine Herren? Wenn Sie, wie ich nicht Kweifle, den vorge- legten Verträgen Ihre Genehmigung geben werden, wenn dann auch bald der Friede mit Rumänien zum Abschluß bereit sein wird, so ist das zur Tatsache geworden, koas ich am 24. Fe­bruar als in nal)cr Aussicht stehend verkünden durfte, dann ist oer Friede ans unserer gakkzen Ostfront hergestellt. (Bravo!) Geben wir uns aber keikter Täuschung hin! Der Weltfrieoen ist noch nicht da! Noch zeigt sich in den Staaten der Elttente nicht die geringste Neigung zur BeendiMng des ftrrchtbaren Kriegshand­werks, immer noch scheint ihr Ziel zkl sein, zu kämpfen bis zu un­serer Vernichtung. Wir werden darüber den Mut nicht verlieveir. (Lebhaftes Bravo!) Wir sind auf alles gefaßt, wir-sind be­reit, wettere schwere Opfer zu bringen. (Bravo!) Gott, der mit uns gewesen, Gott wird uns auch weiter helfen. Wir vertrauen auf iunsere gerechte Sache urtd aus unser unvergleickstiches Leer, seine heldenmütigen Führer und Truppen, wir vertrauen auf unser stand­haftes Volk. Dre Veranttvortung aber, meine Lerron, ich habe es schon damals gesagt ani 24. Februar, die Verantwortung für das Blutvergießen lvirb aus die Häupter aller derer fallen, die die Fort­setzung des Blutvergießens wollen. (Stürmisck-er Beifall im ganzen Hause mit Ausnahme der äußersten Linken.)

Unterstaatssekretär Freiherr von dem Bussche-Had- den ha u se n: Bei den Verhandlungen mit Rußland zeigte es sich, daß Tratzki nicht den F-rtedensschluß wollte, sondern die Absick-t hatte, Deutschland aufzuiviegeln und zur Revolution ;u bringen. Da es nicht möglich war. aus diesem Wege zum Ziele zu kommen, war es mcht venvunderlich, daß härtere Töne angesclilagen werden wußten. Die Folge war das milüarische Vorgehen in Nordrußland Der Vertrag mit Finnland enthält keine besonders einschneidender Momente.

Abg. F-ehrenbach (Zentr.): Ten Ausführungen deL Reichskanzlers schließen wir uns vollinhaltlich an. Wir beantragen^ die beiden Verträge dem Haushattsausschuß übenvetsen. Weuv deutsche Truppen in Finnland für Ordnung sorgen, so ist da^ kein Eingriff in innerpolitische finnische Verhältnisse. Es Handel! sich nicht darum, ob die Sozialdemokraten oder die Bürgerlichen dort Herrichen, sondern mir um die Austreibung der bollchewistb Ichen Banden, die den Aufbau eines geordneten StaatsweseNtZ verhinderii. Das liegt auch im Interesse des Friedens. Wir wären sehr^damit einverstanden gelvesen, wenn Schweden die Ruh« m rsiMilaud wiederhergestellt hätte. Kurland ist nur zum tteinsten Teile, mit zehn Prozent der Bevölkermrg, von Deutschen bewohnt. Aus den Erklärungen der Deputierten ist zu entnehmen, das; wir mtt der gelrvsfenen Regelung vorläufig zufrieden sein können.. Tie ^.egende, als ob der Landesrat nicht die Stimmung des ganzen Volkes vertrete, kann als abgetcni gelten. Tie Landesvertretum' beruht aus völlig freier Entschließung des Landes. Sie ist aus­drücklich beausttagt, die Monarchie zu proklamieren und rrnseren 'tUliei als Herzog. Wenn das evangelische Kurland einen evan­gelischen Fürsten bekommt, so muß das katholische Litauen em ta thotisches Oberhaupt erhalten. Tie Lösung der polnijchen Frage verursacht anscheineiid die meisten Schmerzen^ Polen nruß unter Abschluß eines Bündnisses mit dem Tenlscheu Reiche die Integrität des Deulschen Reicl^es anerkeniren. Damit wäre der großpolnisck>en Agitation für die Zukunft der Bodcnl entzogen. Ich hoffe, daß die Cholnier Frage zur Zusriedenbeit der Polen geregelt tvevden wird. Wettere Amrexionen lehnen wir ^ü, tz)renzregulierungeu, die sich auf ein paar Kilometer beziehen, sind ferne Airnexumen. Wenn wir so zum Frieden im Osten kom- mren. so können wir mit vollem Vertrauen der Entscheidung

un Westen entgegensehen, voller Vcrttauen auf unser unver ' gleichsiches Heer und seine Führer. (Beifall.''

Abg. David ^rr stehen dom Friedensvertrag mit

sehr gemtschten Gefühlen gegenüber. Daß die Fetttdsekia- fetten erngyteLt sind begrüßsi wir: dn- Methode von Brest-Lttowsk rrttrm»rr ntÄt die der Verständigung, sortt^rn die des l^ewölt- MtMu-s. Unser 5>auptz«l. die ttrurve Auflösung der Kralition, dieses etgentltche Frtedans^nL. ist durch diesen Frieden.mir Ruß- lEd mcht erreicht. Ja. ich fürchte, es ist erschwert. Das Wekten>- gegen uns ist voruüergeh.-nd gesprengt, aber aus eine Art, lxe die Mubttdmtg geradezu fördert. Die Wissicht. mtt Rußland *u enwn 'reuindrvachLiltrltchen BerbLüris zu fcwmnen, ist erschüttert. Der Weg nach Wladiwoskok ist aufs neue verbarrifediert. Nur wem: das SelbsLbostrmnrungsreck>t der Völker voll ge,rchert wird' kann dem Frieden voir Biest-Lttowsk die schlimniste Form geiwm- men werden. Ter Reichsregierung steht eine starke Geqerttttrtei gegeiurber die für Anneximien und g^;rn das Selbstbestimnisrirgs- recht der Völker eintrtt. Auch in der Mttitän'ei-W.tttung Oier-Ost

Anhänger dieser Gegenpartei. Es fragt sich mir, ob die prsti- tt,ck)e Mackst der Reichslettung stärker ist als diese Richtung. Tie MttttcrrPartei setzt sich mich wgtra bk SelbstLndiakttt Limncns ein. öae will aus Litauen ein Oidelbien für Miletärkottmien machen. Tie Litauer haben bisher dagegen standgehatten und ihre bento* krattschen Forderungen caifredyteilxilton. Man dreht Litauen nun mich mtt der 'Teilung. Ho senil ich läßt man Len litauisch u Landes- rat wirklich nach Berlin zum Reichsbanzler als Telegaticm fenrmcn.

BMe werden vmt der Militärpartei Lbgesangen? (£>drt, >drt oach ineiner Meinung ist der Wille des kurländischen Lcr'd.^r-ttc

7 rHt rrrif s_ n.

wicht identisch mit dem Willen des dortigen Volkes. Mit dein Zu chmiNMbruch des Zarentums ist mich die Rechtsbasis für den kur ländischen Landtag entfaUen. Es ist eine irrige DarstAlung. wem behauptet wird, daß der Erntrttt in Finulmrd keine Einmischstm- m die inneren Angelegenheiten sei. Tic llideu Gardisten sind di Mlürstische Mgierimg Finnlands, und nicht russisckie Banden Mit der Politik der Mtlitärpartei getvinnt man keine 5oerzen Ihre Erfolge sind nicht bon Tauer. Der Reichstag und das deutsch Volk müssen endgültig dagegen Stellung nehmen. Ein dariernde Friede wird aus dieser Basis mcht erreicht.

Abg. Tr. Naumann (Vvlksp.): Wir frcnot uns, daß v dem deutschen. Volke gelungen ist, den Anfang des Friedens werke« herbeizuMwen. Tie vvrkonservative Macht des Zarismu tst m diesem libanrpfe zusammeng-ebrachen. Er hat die Muss« m den Tad getrieben. Dabei war es mit ihm selbst zu Ende ^.er Zusanimeirbruch RiMands bringt für das ganze Hinterlan bis nach Japan andere Dedmgimgen. Japan ist daher dabei, sein tnchere Politik danach einMrrichen, da dürfen wir nickst zurück blechen. Nicht .Haß im russischmr Vvlke darf gegen uns zurück bleiben. Es nruß in Finnland eine Form gefilnven werderr, in de wir mit seiner Regienneg zu einer Verständigung kommen. Wi nwillen mit dem Laiche nicht bloß mit einer zufälligen Re gienntg zum Frieden und zu einem Bündnis kommen. Dci Entschluß der Ostseepvovi-nzen begrüßen wir. In. Krirland lmtt mmr erst ernen Unterbau schaffen sotten. Eine Volksvertretung Verfassung, ein^Mnisterium, eine BimdnisPflicht und dann di Spitze aus dem Turm, die Monarchie. Tvrt hat man es nmgekehr gemacht. Für den Uel^ergang von Okkupation zum Bündnis is das Zurücktreteii der Militärverwaltung nötig. Was wir jei; bringen, ist der Wille zur Verständigung. D,rs trifft auch au Litauen und Polen, zu, wenn aber der Wille auf der anderer Serte nicht da ist, ist bei uns ein geschlossenes Volk vorhanden das nach Westen wie nach, Osten bereit ist. sich zu verteidigen (Beifall.)

Darauf wird die W^iterberatrmg auf Dienstag 11 Uhr ver tagt.^Borher Anfragen, mrßevdem NachtraqSüat und Fall Daimler LcLlnß 8 / 4 7 Uhr.

Aus dem Reiche.

Gme Michsffell-e für Schichverjorgimy.

Man (WTB.) Die ReickiödekleidungSsteNe wi die Bezugssch)einausfertigungsstellen an. von jetzt ab Bezugsschei auf S chn hware^i-mrr in dringendsten Notfällen (z. B. vo ständiger Verlust sämtlichen Schuhwerks, nicht aber bei Konftrm tion, Lvdesfall u. dal.) auszinfertigen, da ab 1. April durch die v da an zuständige Reichsstelle für SckmhVersorgung eine Neure^ lung des Vezugsverfahrens für Schuhwaren ersdlgt, wodurch Schu

waren m weiter» Umfange, msoqoTTöexc K>geiunniic4 Erstrx-- mtfc Krregsschuhwerk bexugsscheinftei werden sollen.

Ein bayerischer Reichsrat aegen die Preffe.

München, 18. März. (W B.) In der Kammer der ReichSräte richtete heute bei der Berattrng des Gesetzentwurfes bett. die Aenderung des Znxmgsabtretungsgefetzes Reichs rat Frei Herr v. Thuengen schwere Vorwürfe b^öen die Presse. Er wandte sich gegen die, tote er meinte, mitzoerständlich Darstellurig seiner Ailösührungen im Ausschuß durcheine gewisse -^ckrte Promnzpreffe" u. sagte dann: hoffentlich bringen die zurück kelireitden Krieger auch nock', einiges mit zurück, so die Schaffung tarn Zucht und Ordnung in Haus und Hof, auch im politischen Leben, wo eine geivissc Verwilderung eingerissen ist. Hoffenttia- nrerden sie auch in der Hinsicht einen hettsameii Eiusluß ausüben, daß die Auswückste verschwirldeu, die sich am Palladium der Preß srerl-elt mtt der Zen glezcigt habeit, unter dem Einfluß eines un­verantwortlichen Lolinsckwctbertums. Ich kann mir nicht bcitfei*.. tvaB alte Beieranen, die sich fteiwittig zum Dienst gemeldet haben, aus die Länge der Zett dem Urteil von mttttärpflichtigen Leuten irilterstettt werden, die ich weiß nickst aus welchen Gründen es verstehen, sich stets als unabkömmlich zcurückstetten zu lassen/'

Gegen diese Vonoürse gegenüber der Presse wird von der ge­samten bayerischen Preffe eitlsckilieden Stellung genommen.

*

Berlin, 18. Mär^ (WTB.) Bei der Wahl deS BerbandS- direkwrs sür den Verband Groß-Berlin wurde Stadtrat Fisch b eck-Berlin mit 54 gegen 45 Stimmen, die auf den bisherigen VeromidSdirektor Tr. Steiniger entfielen, zum Verbands direktor geivähtt. Außerdem wurden zwei weiße ZettÄ abgegeben

Aur Hessen.

Lmldtagserfatzwahl Wawmichellmch.

Eme aut Smmtag, den! 17. d. M. in Birken», zu­sammen getretene Lersanrmttmg der natioiialliberalen BertraLrenS- männec dcs LmidtagsrvahlkreiseS Waldmichelbach^ stellte afe Kvndidaten für die bevorstehende Landtagsersatzwahl an 2tette LeS von der Kandidatur zurückgetretenen bisherigen Man- datsinhabers OberstaatSanioalt W-ünzer, Darmstadt, Rechner Bickel, Affolterbach, als Kandidaten der national liberalen Partei auf. Tie Wahl vollzieht sich im Zeiichm des Burgfriedens Beteiligung des Hessischen Staates an der Geschäftsstelle der Ncick)§futt»crmittelstclle.

Der Zweiten Kammer ist folgende Regierungsvorlage zuge gangen:

'Der Herr Staatssekretär des KriegsernährungSamtS beabsich­tig, eine Gescbäftsstette der Reichsfuttermtttelstette als Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu bilden, deren Zlveck die Dnrchführuno d-er zur ErMlung der Ausgaben der Re,ck)ssuttermttte!stelle ersor dcrlichen geschäftlichen Masgtahmen sein soll. Als Gesellschafts,- kapital sind 10 Millttman Mark in Aussicht genommen. Für die Uebernahme des Stammkapitals durch die Gesettsckiafter hat der Herr Staatssekretär des Kriegsernährungsamtes folgende Bertei-- lnng vorgeschlagen:

Deutsches Reich 5100000 Mk., Preußen 2000 000 Mk.. Bayern 900000 Mk., Württemberg 250000 Mk., Sackisen 250000 Mk., Baden 100 000 Mk., Hessen 100 000 Mk., Mecklenburg ^rchverin 50000 Mk., Oldenburg 50000 Mk., Braunschweic 50000 Mk., Hamburg 50 000 Mk., M>eck 50000 Mk., Bremen £0000 Mk., Bezugs Vereinigung der Deutschen Larckwirte 1000 000 Mk., zusammen 10000000 Mk. Die Vorlage ersucht die Kam­mer um Zustimmung zu dieser Ausgabe von 100 000 Mk.

Der Flieger-Angriff auf Mainz.

Abg. Adelung stellte in der Zwefeen Kammer folgende eilige Anfrage":

Am Samstag dar 9. März, mittags, erfolgte ein feindlicher Fliegerangriff aus die Stadt Mainz. Außer Schaden an Gebäulich- feiten ist der Tod von zehn Personen zu beklagen. Von den zatzb reichen Verletzten düAttn einige kaum mtt dom Leben tavonkommen, andere für imnrer 'tEcppel bfeiben. Die bedauernswerten Opfer des Fliegerangriffs wnstden fast arrsschrießlich ans der Straße btr troffen. Eine Alarmierung der Bevölfermvg erfolgte erst, als die feindlichen Bomben in die Stadt einichlkugen. Ist die Grvßh. Re­gierung in der Lage, bei der Militärbehörde ans eine Verbesserung des Meldewesens und der Abwehr-Maßregeln gegen seindtiche Flie­ger in der Stadt Mcmrz hinzuwirken?

Zuftnmnenfttzuntz d-er L-ebenSmittelerftifsungSstelleu.

Abg. Tr. v. Hel m 0 lt und (^^enossen beantragten in der Zwer Zten Kammer, ,,daß die Grvßh. Regierung sobald wie möglich in der Zusammensetzung der Land's-Karto fclffllr, Lmrdes-Obststette. Land.'S-Milch- und -F^ttstel e, Land-s-E erstelle usw. Ae,tterunge!' dahingehend eintreben läßt, daß die Erzeuger in der gleichen Amzah und mit den gleick>en stiechten wie die Verbraucher verttettn sind/

Dieselben Mgeordntten boantvagen ferner.Oftvßh. Regier?rrrg möge r>erMtt<rffen, daß die bereits erlassene Verordnung über die E i e r a b g a b e zurückgezogen und durch eine solche ersetzt loerdo. die mtt den Bestimmungen über die Eieradaab'.' in den angvenzen den außer hessischen Gebieter, im Einklang steht."

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 19. März 1918 .

** Beförderung. Mzefeldivebel Steinbach vom hier wurde zum Leutnant d. Res. befördert.

L. U. Bon der L a n d e s u n i v e r s i t ä t. Der außer­ordentliche Professor an unserer Laudesuniversitat Dr. Rudolf Theodor von Jafchke hat einen Ruf als Nach­folger von Professor Dr. Opitz, ordentl. Professor und Direktor der Univ-Fratlenklintk, erhalten und angenonnnen.

** Jungdeutschland: Mittwoch, 20. März, 8 V 4 Uhr sinder in der Turnhatte der Oberreal schocke ein Vortrag eines Kriegsfreiwilligen über seine Flucht aus russischer Gefangenschaft statt. Zutrttt haben alle Jungen über 14 Jal)ra

** Die U nschädli chkc it des Sacharins. Gegen das Sacharin besteht vielfach dlbneiaung, weil man von seinem häusi- gen (^)eneuß gesundheitliche SchLen befürchtet. Um Aufllü- runy darüber M erhalten, hat sich der Vorstand desDeutschen PomologonVereins" an das Reichsgesundhcitsamt gewendet urrd hievcnrf von dem Präsidenten Bumm einen ausführlichen Bescheid erl-alten, tvorin es unter Bezug auf die Veröffentlichungen einer! vegetarischen Zeitschrift heißt: Es ist bedauerlich daß immer von neuem wieder dadurch Beunruhig,mg in die Bevölkerung getragen wird, daß unbewiesene Behaupttmgen in Zeiffchriften abgedruckt und einseitige oder unrichtige Schlüsse aus wissenschaftlichen Ar- becten dem Leserkreis als feststehende Wahrhett mitgetettt werden. In dieser schweren Zeit, in der Zucker nicht in ausreichendem Maße zur Versügtrng steht, so daß ein Ersatzprvdukt gegeben werden muß, sollte der Bevölkerung nicht immer wieder der Geimß deS Sacharins dmrch unbegründete Verdächtigungen verekelt werden. Es ist meines Erachtens die Pflicht desjenigen, der solck-e beunruhigenden Nach­richten verbreitet, vorher gewisserchaft zu prüfen:, ob diese Nach- ricksten auch zutreffend sind. Wer immer aufs neue di^e Bevölkermrg sozusagen vor Sacharin warnt, der Sann sein Verwirrung anrich- terches Gebaren nicht damit entschuldigen, daß er eimvendet, es stel-e den Behörden frei, Entgegnungen zu bringen. Das kaiser­liche Gesundheitsamt seincrsetts hat sich durch eigene Versuche von der UnschMichkett des Sack-arins überzeugt und verfolgt sorgfäl-- tiast alle Untersuckiungen über Sacharin und seine Wirkungen bcii» Genuß, ist aber nicht in der Lage, aus jede AnschuLigung dieses Stoffs als sck-ädlichcs Süß mittel rm einzelnen sich zu äußern.

** Wichtig für Seifen Händler! Der lieber- toachrrngsaiisschnß der Seifenindustrie wird mit Genehmi­gung des Reichskanzlers einmalist eine zusätzliche Menge von 50 Gramm K.-A.-Seife für die Person zur Verteilung bringen. Die Verbraucher sollen durch diese Zusatzmenge für den Ausfall der auf 125 Gramm herabgesetzten Seifen* pulvermenge entschädigt werden, da infolae des Soda- mangels an eine Heraufsetzung der SeisenpuÜerrnengv'vU«.