Kr. 66
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Erstes Blatt
168 . Jahrgang
vlenslag, 19. Marz 1918
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General-Anzeiger für Oberhessen
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ünuavine o»n Lvzetge» i. dre Dagesnununer bis zum Nachmiuag vorher ohnejedeBerbmdlichkelt Seilenoreise: für örtliche Anzeigen 26 Bl., für a u - w ä r t 131 30 lil, ^ür Reklamen Mk. I.—; bei Platzoor« schrift 20 */. Ausschlag. Hauotschristleiter: Ku». Goeq. Berantioortlich für Politik u. Feuilleton: Äug. Goeq: Stadl und Land, Vermischte- u.Ge« richlssaal: W. Meyer. Anzeigenteil: H. Beck'
sämtlkch in Gießen«
Holland fügt sich dem Druck der Entente. Der Zriede mit Rußland ratifiziert.
(WTB.) Trotzes V«Ap1auartler. 18. März. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz, vee re-gruppe Kronprinz Nupp recht.
An Flandern, nördlich von ArmentiereS, sowie inVer Oindung mit englischen Borstötzen zu lnnder, Seiten des La Bassee-Kanals, war die Artitlrrietätigkit vielfach gesteigert. Au der übrigen Front blieb sie in mätzigen Grenzen
Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und von Gallwitz.
l Zwischen Oise und Aisne. nördlich von Reims und in einzelnen Abschnitten der Eham
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auf. In gröberer Stärke «asufern an.
ne lebte das Artillerie- t es tagsüber aus beiden
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
An der lothringischen Front und in den mittleren Bo gesen zeitweilig Tätigkeit der Artillerien.
*
An der ganzen Front sehr rege Tätigkeiten. Französische Flieger warfen Bomben auf die als solche deutlich er rennbare Lazarettanlage von Le Tl)eur.
*
Dir schossen gestern 22 feindliche Flugzeuge und zwei Wesfekballone ab. Leutnant Kröll errang seinen 21. Lustsieg.
Im Februar betrug der Verlust der feindlichen Luft- ftreitrräfte an den deutschen Fronten 18 Fesselballone und 138 Flugzeuge, von denen 59 hinter unseren Linien, die Übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar ab- f^nt flnö. Wir habe» im Kampf 61 Hiug^uge und drei Fesselvallone verloren.
Fm Osten.
Fn der SW-Ukraine wurde Nikolajev desetzt.
von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalguaniermeister Ludendorsf.
— * . ^
Die Abendberichte.
Berlin, 18 März, abends. (WTB. Amtlich.) 4
Don den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Holland unterwirft sich der „rechtmäßigen Gewalt, mit «er die Entente ihr Vorgehen sehr fein „begründet", und liefert feine Schiffe aus, die ihm sonst fortgenommen worden wären. Es fügt sich dem Zwang der Lage mit einem vom Minister des Auswärtigen ausgesprochenen, leider nur überraschend matten Protest. Aber starke Worte ändern ja an den Tatsachen nichts, sie tragen auch nicht viel dazu bei, den impertinenten Rechtsbruch Englands und seiner Gefolgschaft besser zu charakterisieren, als es in den heuchlerischen Akten der Londoner und Washingtoner Diplomaten ganz von selbst geschieht. Wir dürfen dabei übergreifen auf eine würdige rnrd wirksame Aeußerung des Reichskanzlers Grafen Hert- ling, der in seiner gestrigen Reichstagsrede über die jetzt vollzogene Ratifikation des Friedensvertrages mit Rußland die gegnerische Beurteilung dieses Sonderfriedens mit einer Handbewegung beiseite geschoben hat: „Es ist nicht meine Absicht. auf die Beurteilung einzugehen, welche der Frieden mtt Rußland bei den feindlichen Mächten gefunden hat, wo die Heuchelei zur zweiten Natur geworden ist und die Unwahrhaftigkeit sich bis zur Brutalität gesteigert hat, wo man im selben Augenblick, da man die drückende Hand gus ein neutrales Land zu legen im Begriffe ist, von der vollkommenen Selbstlosigkeit der befolgten Politik zu reden wagt." Deutschland wird nun vermutlich über Holland wegen dessen Nachgiebigkeit keineswegs den Stab brechen. Wir werden durch den englischen Schisfsraub in unserer Kriegführung geschädigt, das ist wahr, allein große Lebensinteressen stehen für die Zentralmächte dabei nicht aus den: Spiele. Im Gegenteil, der Fall zeigt, wie verzweifelt groß die Scbifssrvot unserer Gegner genwrden ist und wie trefflich unser U-Boot-Krieg gewirkt hat. Der Reichskanzler hat am Schlüsse feiner gestrigen Rede gesagt, wir dürften
uns keiner Täuschung darüber hingeoen: der Weltfriede sei noch nicht da, uno in den Staaten der Entente fick
und stark aus u n serer Seite. Die Ratifikation des Friedens mit Rußland, die Rückkehr eines russischen Gesandten nach Berlin, das gibt dem Weltkrieg, Hand in Hand mit der ruhigen und erfreulichen Ordnung der übrigen Ostfragen ein ganz neues Gepräge. Heute kommt die Meldung. Präsident Wilson werde demnächst im amerikanischen Kongreß sich gegen ein Einschreiten Japans in Sibirien erklären. Damit wandert die europäische Depression zu einem guten Teile nach Asien ab! Und im englischen Unterhause beantragen die englischen Nationalisten die Ausdehnung der Wehrpflicht auf Irland, da die deutschen Truppeuzusammenziehungen an der deutsch-französischen Front im höchsten Grade besorgniserregend geworden seien! Können wir uns bessere Zeichen der Zeit wünschen-
Die Ssterreichisch-nngarilchen Tagesberichte.
Wien,\18. März. (WTD ) Amtlich wird verlautbart: Keine besonderen Ereignisse.
Der Chef des Generalstabes.
Holland nimmt die Forderungen der Entente an.
Amsterdam, 18. März. In der Zweiten Kammer hat der holländische Minister des Aeußeren folgende Erklärung abgegeben.
Da Deutschland auf unsere Anfrage geantwortet hat. es sei unmöglich, innerhalb zweier Monate 200000 Tonnen Weizen an Holland zu liefern, sieht sich die niederländische Regierung gezwun-
gciL die Forderungen, die die verbündeten Regierungen an ihre Zusage, bis 15. April 100000 To:mon Weizen zu liefern, geknüpft haben, nämlich, daß unsere Schiffe auch in dem gefährlichen Ge-
_ , Rechte sein Vertrauen auf unser
Volk in Waffen und auch auf unser standhaftes Volk in der Heimat hervvrgehoben. Wenn die Möglichkeiten des U-Boot- «Sieges unseren Gegnern infolge der Wegnahme des holländischen Schiffsraumes eine um Monatsfrist erhöhte Galgen- frtst lassen, was verschlagt'S? Selbstverständlich wird unsere
werden begangene
:lleicht 2
Unrecht aus irgendeine andere Weise zum TÄl we- mgfwnS auszugleichen. Die großen Ereignisse und die damtt verbundenen Kundgebungen in der Wett »eben fest
biete fahren müssen, «mzunehmen, sie hat ihre Zustimmung aber von folgenden Bedingungen abhängig Herrscht:
Holland muß aus ausreichenden niederländischen Schiffsraum für die Versorgung des Landes gemäß den in London seftgeleaten Grundlagen dieses Abkommens rechnen können. Für die Zufuhr Koch Holland muß dem dafür anziwveitenden niederländischen Schiffsraum Bunkerkohle geliefert werden. In l-ezarg aus die Fahrten niederländischer Schiffe durch das Sperrgebiet müssen die verbündeten RegiemMgen die Gewähr leisten, daß diese Schiffe keine Truppen oder Gegenstände des Kriegsbedarfs befördern, daß sie nicht bewaffnet werden, daß den Bemannungen die Freiheit gelassen wird-, an der Fahrt teilzunehmen öxr nicht, uitb daß etwa vernichtete Schiffe sofort nach dem Kriege durch andere ersetzt werden. Weiter kann und mag die Negierung nickst geherr.
Ter Minister fügte noch hinzu, daß er, sowie die Antwort der alliierten Regierungen ihn erreicht habe, auch diese der Kammer mitteilen Tie Kcmmrer besthLoß, in der morgigen Sitzung
die Erklärung des Ministers zu besprechen.
Berlin, 19. .März. Tie Erklärungen fcxö holländischen Ministers haben, wie eine eigene Meldung der ..Norddentschm Allgemeinen Zeitung" aus dem Haag besagt, die Mllglieder der Zweiten Kammer sichtlich wenig befriedigt.
b 0 m ' 18 - März. „Times" melden aus Washington: Präsident Wilson hat den niederländischen Gesandten, der eine Aenderung des Beschlusses über die Benutzirng der niederländisckxm schiffe befürwortete, in Audienz enrp'migen. Ter Präsident weigerte sich, unter den gegebener Verhältnissen seine Haltung zu ändern. 460 000 Tonnen niederländischen Schiffsraumes sind unmittelbar für den transatl an tischen Verkehr verfügbar TerNieder>- ländrsche Tampfer „Rieuw Amsterdam" wird trotzdem ausfahren können, da er unter der Bedingung freier Rückfahrt nach Amerika gekommen ist.
Die englische „Rechtfertigung" gegenüber Holland.
London, 16. März. Rach Reuters Informationen beträgt du: gesamte holländische Tonnage in den allier- ten Hüten ungefähr eine Million Tonnen: davon strrd etwa 70 Plltzent in den Vereinigten Staaten. 15 Prozent in Großbritannien Und 15 Prozent in den Häsen der anderen Alliier- teir. Der Standpunkt der Alliierten hinsickstlich der niederländischen Schiffe wurde vergangene Wock>e mitgeteilt. Mit Rücksicht auf die Dringlichkeit der Angelegenheit wurde die Antwort für nächsten Kont« ^verlangt: es müsse bttont werden, daß nicht der geringste Wunsch bestehe, Holland zu strafen. Die Alliierten bezweckten mir. Schiffsraum in den Weltlxrndel zu bringen uich zwar in der ein- nmMreiesten Weise. ES bestehe nicht der Wunsch, irgendeine un- sreundlickie Handlung vvrzunehmen, doch seien die Alliierten beftrgt die ihnen zustehenden Reckte auszuüben, wenn möglich im Wege der Vereinbarung, andernfalls durch rechtmäßige Gewalt Man empfindet, daß die Zeit gekommen sei, da alle Volker der Welt sich zusammentun sollten, um Deutschlands Aushungerckngsversuch gegen die Welt unwirksam zu machen. Es sei vollkommen Nar. daß Deutschlands Angriff ein Anschlag auf den gesamten Welthandel seu alle müßten sich dem widersetzerr. DieS fei die Anfi.ht der Alliietten.
Hins,chttich aller anderen Fragen seien die Alliierten durchaus bereit, mtt HvNand weiter zu verhandeln. Hierin sei die Lage un- verandett und Verhandlungen könnten jeden Augenblick wieder au^nwmmen werden. Betreffs der Schiffsfrage erachteten es je- doch die Alliierten als äußerst ungerecht, daß die mederlandisck)en Schiffe weiterhin von ihren Hasen und Vorteilen Gebrauch macksten ohne daö durch Gewährung von Schiffsraum zu vergelten, da doch alle feindlichen Anstrengungen oaraus gerichtet seien, die Tonnage dmrch unerllwbte und unmenschliche Mittel zu vermdidern. Unter den letzlgen Umstan n sn es klar daß die unentschlossene Zurückhaltung der Zustimmung seitens der holländischen Regierung, die im ^anuar dieses Jahres erlolgte und dereMdie alliierten Regie-
K! enthalte: nach neun
M>Men Wartens fühlten sich dre alliierten Regierungen zu der Er- klärrmg verpflichtet, daß ine im Januar gemachten Vorschläge nicht mcht mehr auf bat «ugenblutluhe Lage paßten. Die Alliierten seien
fetzt mcht bereit, eine veraSredMA Wer Ke Y um tz viv g bf9 hoMdL-
stschen Schiffsraums unter Ausschluß des Gefahrgr-b»eres zu treffen; ,ie seien jÄwch sehr sorgfältig bemüht, daß in kwiem Falle Privat- mteresse leiden sollen. ES sei klar, daß unter den vorgeschlagenertz Vereinbarungen die privaten Interessen auf kemen Fall verletzt werden: überdies habe die Regierung der Vereinigten Staaten e£ unternommen, Holland hinsichtlich seiner immer dringenderen fite* treidebedürsnisse zu unterstützen.
. , I
Ministerbesprechrrugerr In Lonso».
Paris, 18. März. (WTB.) Meldung des Reuterfttze» roaus. Ele menceau, Orlando urrd die anderen sranzösischOt lurd italienischen Mirrister sind aus London zurückgekehrt, wv wichtige Besprechungen gehalten rmtrden. Elew^ceau erklärt tzchi sehr befriedigt von den Ergebnissen.
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Englische Besorgnisse.
London, 16. März. (MTV.) Im Unter hause wmtte eme Petition der National-Parter mit hunderttau,ciro Untevi schriften vorgelegt, die die Besorgnis über die Konzen^ tration der deutschen Truppen an der Westfront ^kündet und das Haus ersucht, zwecks ^Abwendung der Gefahr das Militärgesetz auf Irland auszudehnen. ,
Der FrledenSvertrng mtt Rußland ratifiziert!
V e t c r § b u r g, 17. März. (WTB. Nichtamtlich.) Reu. ter Der Friedensvertrag wurde am 15. Mürz uut Mitternacht in öffentlicher Abstimmung rati-
fiziert.
Berlin, 18. M.
Volkskommissar für a__ _ _
die auswärtigen Aemter in Men und Berlin
Amtlich.) Der russische Angelegenheiten bat an in fol ge7id«r
der Stadt Moskau den Friedensvertrag Rußlands, der am 2. März des Jahres in DresdLiwwsk mit den Mächten des Vierkmndes geschlossen wurde, ratifizterd Moskau, 16. März. (WTB.) Der vom Kongreß der Lwwiets gefaßte Beschluß über die R a t i f i z i e r u n g des Friedensvertrages mit Deutschland billigle die Haltung des Rates der Volkskommissare bei der Unrerzeichnuna- des schmerzlichen, Rußla,rd durch ein Ultimatum und durch Gewalt aufgezwungenen Friedens und erklärte es als Pflicht der Arbeitermassen, eine M i l i z z u r V e r t e i d i g u n g des Landes gegen lmperialistische Angriffe zu errichten, zu wel- chem^Zwecke alle Personen beiderlei Geschlechts eine milv- tarrsche Ausbildung erhalten sollen.
*
as - Petersburg, 18. März. (WTB.) Reutermeldrmg. Das Pre o b r a schen s ky- G a r d e-Regiment ist wegen des Verdachtes revolutionärer Bestrebungen von dev Roten Truppen entwaffnet und festgenommen worden.
Die Lage in Finnland.
Stockholm, 18. mr*. >(WTB.) Rach einem Tel* Stamm an bk ty c^igc finnische Gesandtschaft aus Wasa Hai General Mannerheim die allgemeine Offensive arrgo-
fF* b,e bisher glänzende Erfolge erzielt wltrden Das Kirchdorf Hetnola wurde genommen, wobei ettva 30 0( Rote Gardisten gefangen genommen wurden. Dü- Bewegung schreitet auf der ganzen FrDnt erfolgreich fort.
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Die LlalandSfrage.
Sopknhagen. 17. März. (WTB.) „Berlmgrle Tt-
dendr mcll>et aus Wasa: Wie die finnischen Blätter mel- den, tragt srch die Bevölkerung der AalandsWseln mit dem Gedanken, bre Inselgruppe für unabhängig zck erklären Die ernlertenden Verhandlungen für die Wahl einer eigenen Re- grermlg haben bereits begonnen.
Ter russische Botschafter in verli«.
Petersburg, 18. März. (Priv.-Tel.) Reuter. Joffe, der frühere Dorschende der Fanedensdelegation in Brei? Lrtowsk, wurde zum Botschafter in Berlin ernannt.
Die Vildung deö rumänischen Kabinett-.
Bukarest, 17. März (WTB.) Der König Vv« Rumänien ließ Marghiloman nach Jassy komme» und ersuchte ihn, ein neues Ministerium zu bilden
rng zu nehmen. Es haben eingehende Besprechungen ftattgesunden. Heute abend wird Marghiloman wieder muh Jassy reisen und nach nock-maligem Vortrag beun Lömip seine Entscheidung treffen.
Wilson» Protest gegen Japan.
Berlin, 19.3 Mtä. Nach Neloyerbn Telegrammen Darfi^ Zknttmgen ist laut V. Z. die Note Wilsons an den Kongos jerttgge,tzNt. Sie erklärt feierlich die Berernigten Staaten kännt« eme lapanische Aktion in Sibirien nicht zulasseZ^


