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bwä em stchr befrrckig-endes Ergebnis sei. (Lckhafter Beifall). M«r Law danve allen. t>ie sich barmt beteiligt hotten, und wiate, er habe Briefe ertjiftcn aus aller Teilen des Landes, die dartun würden, dos; olle Massen und alle Bezirke ihr Bestes «efcm Hütten. Ter Gesamtbetrag, der seit Anfang Oktober vorigen Jahres, wo die Ausgabe begonnen habe, verkauften KrieaS- schuldvenchreckungen, ftzelle sich auf 570 Millionen Pfund Sterl- rm^Der Ech>la des Feldzuges müsse nich' nur in einem ver­meint Nttrauf von .KrioMparkalsenzertisikaten geseten wer- den Im ^ptember habe die Begebung von Kriegsiparkassen- zerttsivatön 2800 000 Pfund Sterling betragen, während sich 'Mt Februar dre Zahl auf 8 100 000 gestellt habe.

Die Lage in Irland.

_ c _ Bern, 14. März. (W.B.)Daily News" berichten ans

Wmts rn Irland, daß die gesamte Grafschaft Cläre mili- tamsch abgesperrt lei: man werde nur mit Militärcrlanb- msschernen durch die Sperre gelassen. Der telegraphische, telephon'.sche und der Briefvrrkchr und die Lokalpresse unter­stellen einer scharfen Zensur. Nach Meldungen aus Kilti- magh rn der Grafschaft Mapo erließen dort am 1. März 25 M'elwultge eine sogenannte Proklamation, daß sie sich feierlich zu den idealen Grundsätzen bekennten, für die ihre Mhrer erngekerkert seien, und kein anderes Gesetz aner- tcunten, als das der in der Osterwoche 1916 ausgerufenen Republik"'. Am 3. März fand eine Probealarmieruna statt, ber der alle wichtigen Punkte der Ortschaft besetzt wurden. Der Zugang war nur durch die namens der Jrenrepublik ausgestellten Erlaubnisscheine gestattet

Graf Luxburg.

a $' 15. März. (L. A.) Times melden aus Valparaiso: Graf Luxburg ist hier angekonrmen.

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Gomber- an den Sowjetkongrest.

13 - März. (W.B.) Reutet. Ter amerikanische «rvettersührer GomPerS hat im Namen der amerikanischen Allrance of XAxboux and Temocrazy an den Sowjetkongreß in Moskau ein Telegramm geschickt, in dem er ihn um die Angabe der Mittel bittet, wre dte Vereinigten Staaten am besten helfeitd eingreisen könnten.

Die finnische Geiandtfchaft in Berlin.

13 März. Nachdem in Voraussetzung der Bestätigung des abgeschlossenen Friedensvertrages die diplo- rnatl'chen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reiche und i>er llvepublik Finnland aufgerwmmen worden sind, ist in Berlm eine finnische Gesandtschaft eingerichtet worden, die rmter Leitung des Gesandten Wirkt. Staatsrats Dr. Hielt ihre Tätigkeit begonnen hat.

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Bethmann Hollweg über die Instruktion an Herrn v. Schoeu.

München, 14. März. Der Hauptschriftfeiter der L'dlmcherter Neuesten Nachrichten" Bosselt hatte eine Unterredung vnt dem zur Zeit in München anwesenden früheren Reichskanzler d- Bethmann Hollioeg wegen der Mitteilungen Pichons über die Instruktion, die dem deutschen Gesandten in Paris, Herrn v. Schoeit, wegen der Garantie der französischen Neutralität gegeben worden war. Herr v. Detlynann Holkwog sagte u. a.: Die russischen gtegimeirtcr marschierten bereits, als dje Instruktion rwch gar mcht geschrieben war, und die ftanzösiscpe Regierung 'rußte von dem Inhalt der Instruktion auch nicht ein Sterbenswort, als sie tntfcre Frage, ob sic im Falle eines Krieges mit Rußland neutruL «eiben werde, mit der Erklärung beantwortete, sie werde tun, was Frankreichs Interessen erfordern. Aber ich möchte die fran- tzöshchen Staatsmänner, die von dieser Instruktion setzt soviel MrfhetenS machen, daran erinnern, daß Deutschland in den daraus- folgenden Tagen noch eine andere Form der Neutralitäts-Garantie dorgescklagen hatt Wir haben ausdrücklich erllärt, daß uns eine von Arankreiich erklärte Neutralität völlige Gewahr biete, falls sie von England garantiert werde. Nichts kann schärfer und unzweideutiger vartun, da ßwir es auf keinerlei der Ehre Frankreichs zu nahe tretende Handlung, geschweige beim auf einen Ueberfall Frank- veichs abgesehen satten, daß wir vielmehr bis zum le"ren Augen- blick zu allem bereit waren, was dic^ Weltkatastrophe ablvenden

Interesse des Staat swvTs erhalten wollen, mit Ausnahme der ^ozi-aldemokratie, die diese Politik als einen Rückfall m bürgere liche Sentiments teMeftt. Der Mittelstand ist das Rückgrat der Vvlkskraft. Wehe -dem Volke, daS keinen Mittelstand hat, wo die Gegensätze zwischen arm und reich sich mtöermittelt gegen- überstehen. DaS deutsche Volk braucht den Nachwuckss von unten herauf. ES muß neue Kräfte durch die Kreise bekommen, die kwmer wieder sich aus dem heirnatlichm Bo^en stärken. Es muß auch für den gewerbliclien Mitt.ll stand gesorgt werden, wenn e? auch in erster Linie Aufgabe der Bundesstaaten sein muß. Tie Mittel ließen fiel) mit Hüte einer Kriegseirtict-Digung aufbringen. (Un­ruhe links.) Auch Rußland muß dazu herange^ogen werden ange­sichts der Verwüstungen in Oitpraußen. Sollte sie unterbleiben, so Würde das Volk eS nicht verstehen. Burcamkrcttische Einrichtungen können den freien Verkehr nicl,t ersetzen. Desl-alb müssen wir baldigst zu einer Organisation flammen. Gerade die Landwirt­schaft hat die Rückkehr zum freien Verkehr gefördert, voraus ber viel geschmähte Herr vvn Oldenburg-^Iarruschan. (Lachen links.) Ich selber habe diese Forderung in einer Denkschrift vom 20. Mai 1916 ausgestellt. Die landwirtschaftlichen ^Genossenschaften stnd kein Faktor, der stark genug wäre, um ein Monopol sich zu erwerben in der Uebersührung der Lebensmittel vom Er­zeuger zum Verbrauckxn. (Unruhe und Zurufe links.) Wir können unsere Weltstellung mir wieder erlangen, wenn wir dem freien Verkehr den Weg ebnen. Wir dürren den Mittelstand nicht seinem Schicksal überlassen. Der nsflalische Gesichtspunkt muß zurücktreten lftiiter den Interesse de> gewerblicl^m Mittelstandes und des Staatswohls. Die nötigen KrLntgenossensäpften müssen geschaffen werden, insbesondere müsset: die öffenttickrm Versichc- rungsanstalten und die Sdadtschaften diesem Zweck dienstbar gc- I macht werden. .Jsin Anschluß an das ReichswirtschasiSamt sollte [ ein t Rnchszenkralstiellc zur Fördermrg des gewerblichen Mittel­standes geschaffen werden. Schaffen wir möglich'! viele freie Existen­zen im Staate, ermöglichen rmr dm aufstrebenden sittlichen Kräften v.\ unserem Volk und insbesondere auch unserer Arbeiterschaft den wirtstlmftliä^n imb sozialen Aufstieg, dann werden wir auch die Kraft haben, bis zum endgültigen Sieg auszuharren. (Beifall rechts).

Abg. W e r n e r - HerSfckd (Deutsche Frall): Der Grundsatz, Freie .Bahn dem Tüchtigen" muß für die Berufsstände aelten nicht nur für einzelne Personen. Daneben darf aber oer mittlere und untere Beamte nicht vergessen werden. Vielfach besteht die Not. und die muß beseitigt werden.

Abg. Al brecht (Unabh. Doz.): Das 5)anL)werk wird doch stets der .Handlanger des Großkapitals bleiben. Tie einzige Net- ttmg liegt für den Mittelstand im Sozialismus.

Abg Astor (Ztr.): Besonders sclnver hat der kausmännische Mittelstcmd unter dem Krieg zu leiden. Die Hilfe, die ihm zuteil werden muß, darf nicht von Darteipolitik diktiert sein.

Damit schließt die Debatte. Nächste Sitzung Freitag 2 Uhr: Anfragen, Rechtsanwaltsgebühren, Kmvgesetz. Schluß Vs

fcmite."

Mb. Deutscher Reichstag.

140. Sitzung vom 14. März.

Am Burchasratstisch: Freiherr v. Stern, v. Scheuch. Vizepräsident Tr. P a a s ch e eröffnet die 'Sitzung um 2.15 Uhr. lie Aussprache über die Interpellation des Zentritms, bo trqfeub den gewerblichen Mittelstand, wird sortgesttzt.

Abg. Dr. Kapp (Kons.): Tie Frage des Mittelstandes ist mrs Kviiservatioen besonders sympathisch, wie alle bürgerlichen Kreise einen möglichst zahlreÄ-en ge^verblicliien Mitteliland im

/ 2 ? Uhr.

-p

Berlin, 14. März. (MTB.) Ter Aeltestenvat des Reick>s- tages trat heute vor Beginn der Vvll^ersammbmg zusammen und ainigte sich dahin, mvrgeii Feitag kleinere Vorlagen zu erledigen. Tjer SanDtag bleibt. ! ie bereits in einer früheren Sitzung be- schlossen tvorden war, sitzungsfrei zur Beratung des Hauptaus- fchusses. Am kommenden Montag wird der Hanshaltstilan für das Auswärtige Amt m der Volloersc^nmlnng zur Beratung kommen, Dienstag der Friedensvertrag mit Rußland imb Mittwoch die Kreditvorlage. Tie folgenden Tage bis zum Beginn der Oster­ferien sollen der weiteren Etatsbenatting gewidmet sein.

Dem Reichstag ist der Entwurf eines-Geiers über d'e Veran- stalttmg von Lichtspielen zugeeans.cn. der die gewerbsmäßige Veran­staltung von Lichtspielen vom 1. März ab an die Erlarchnis knüpft und für Zuwiderl?amdlungcm Geldstrasen oder Haft vorsieht.

Hessischer Landtag.

Zweite Kammer.

.. Sitzung vom 14. März

Der Präsident eröffnet um 9V* Uhr die Sitzung. Das Lwis ist mittelmäßig besucht. Am Regiermigstisch ftnd die drei Minister anwesend.

Das Haus fährt fort in der allgemeinen Aussprach e über den Voranschlag.

Abg. Schott (natl.) spricht sich für die Steuerfteihett der Teuerungszulagen der Beamten aus, die nur ein Mindestmaß derselben gewesen sei. Sollten aus den Teuerungszulagen ständige Gehaltserhöbrmgen werden, müßten sie selbstverständlich versteuert weiden. Zurzeit aber ist ein Bergwleich zwischen den Tecierungs- zulagen und den stark gestiegenen Löh-ien der Arbeiterschaft nicht berechtigt. Der Redner meint, die Eisenbahnschulden brauchte:^ soweit sie bleibende Werte daritellen, mdj: aogetrajen ju werden (Widerspruch im Haus), und spricht sich dafür aus, daß die direkten Steuern beri Bundesstaaten Vorbehalten bleiben müssen. Ter Redner macht sodann Ausführungen über die Leisti.mgen der Larrdwirtschast und bringt Wünsche und Beschwerden vor.

Aba. Dorsch (Bbd.): Auch wir stehen auf dem Standpunkt deS Abg. Dr. Osann, baß in Berlin unverantwortlich mit dem Gelbe gewirtschaftet wird. Das muß verstimmend aus die Zeichner der Kriegsanleihe wirken. Auch wir bc-klagen die Willkür der Kommunalverbände, cs fehlt die Einheitlichkeit im Lande. Wir

leben uns wirtschaftlich cruSeinander. Die Andufttüe versteht eS^' ihre Riesenmachenschafton zu verschleiern, ihr ist gesetzlich nicht betz- zukommen, die Bauern werden wegen ein paar Sack Kartoffeln, gepackt. Hier fehlt es an der Gesetzgebung, die die kleinen Diebe hängt, die großen laufen läßt. Mein Stand versügt Gottseidank nicht über Temperament (Berständuisrolle Heiterkeit im ganzen LauS), sonst wäre es bei der Durchrübrung der Maßnahmen der Kommuualvaaabmrden, wie der Volkswitz sagt (Heiterkeit), %u böien Geschichten gekommen. (Ter Präsident rügt den Ausdruck Ktommpnalvagabunden".)

Abg. Dorsch fährt fort: Kein Vogel fliegt über das &mb. bet den Kriegsgesellschaften nicht ein Fedcrchen ausreißt. Wer noch me eine Kttietzsvervrdnung noertrat. werfe den ersten Stein auf uns. Tie konservative Aera hat Preußen groß gemacht. Deshalb ivar der Vergleich des Vizepräiidenten Payer, der die Konservativen mit den Bolschcwikis verglich ungehörig. (Sehr rich<ig! bei dem m clI r c 5 n Jl tTl ^ ) -) Ter Redner erllärt den Glauben an eine ständige Vecständigung zwischen den Völkern für einen Wahn. Tie Völker we'rden immer wegen ihrer Absatzgebiete kämpfen. Der Redner bedauert lebhaft den Aon des^ Abg. Ulrich gegenüber der Land- Wirtschaft. Wir wollen keine österreichischen Parlamentssitten ein* riioren. Ter Redner wendet sich gegen einen Frieden ohne Ent­schädigungen. (Beifall beim Bauernbund.)

Abg. v. Brentano (Ztr.): Es ist die Tragik, daß Europa infolge der Demagogie der Westmächte, nicht nur vor einer Welt- hungersnot, sondern auch vor öem Zusammenbruch seiner histori­schen Weltstellung steht. Zu meinem Bedauern bann ich an die Mög­lichkeit einer KriegSeittschädigung in herkömmlicher Weise nicht glauben, dagegen eine Entschädigung in Rohstoffen. Lin einenj Boykott nach dem Krieg würde ich mir glMibcn, wenn die Pläne unserer Hyperannexionisten durchgeführt werden. Selbstverstäridlich oenke ich N' '' t an einen Verzicküsricden, sondern an einen ehrend vollen Frio.. , der uns die Gewißheft gibt, jeden Fußbreit Landes auch m unseren Kolonien zurückzuerhalten und volle Freiheit auf den Meeren zu erhalten. Auch in den Ententeländern sprechen sich die Vernünftigen gegen die MöglickMt eines Boykotts ans. (Zuruf.' Weiße Raben!) Mancknnal haben nickft mir weiße Raben recht, koudern auch schwarze. (Lebhafte Heiterkeit im ganzen Haus.) Der Redrirr spricht sich gegen eine allgemeine VermögenSkonftslation. vus, dagegen für eine rückhaltlose Heranziehung der mühelosen. K'riegsgewinne, besonders die der Schieber in Berlin (Zuruf: KriogSgesellschaft!), die bis jetzt gar nichts steuerlich recht zu erfalleu sind und nur durch den Mangel an ?lufficht zu erklären sind. Die ef)did)en Kricgsgewinne unserer Industrie sind gerechtfertigt, ab«' wir sind einwcmdfreie Fälle bekannt, daß Leitte geztimmTen wurden, höhere Preise ya verlangen. (Hört, hört!) Indirekte Steuern sind nicht zu vermeideri. Ich pabe in dieser Hinsicht umgelernt. Die iw' direkten Stenern müsseü aus Luxus gelegr werden, das wirkt sozial, Verkehrssteuern henimen. Von Moiwpolen bin ich kein Freund, die nur unser Deamtenheer vermehren würden. DaS Oöeld ist im' Lande geblieben, aber in Hände gelangt, in Innen es eine hohd Ae ahr für Deutschlands Zukunft ist. Der Mfttrlstand ist ver'armtt ft^ehr richtig!) Wir haben die heftige Psliä)t, alle in Stadt und Land für die Kriegsanleihe einzutreten. Das Sttänben der Regie-- rung gegen eme Besserstellung der pensionierten Beamten ist un­verständlich. Die Frage einer Kinderzirlage ist bei der nächsten Gv- haltsregelung unbedingt zu lösen. Sidbucr bespricht einzelne Kapitel des Vorrmschlags. Sparen ist uridedingt für die Zukunft geboten, e§ ickmdet nichts .wenn die Vergnügungssucht einge&immt wird. Neben unserem Heer und seinen unverglrichlschon Führern gelnrhrt un- lcren Beancten, Verkehrs- uub Finanzboamten, ü)fenliid>er Dank. In schärfster Weise lvendet sich der Redner gegen die Mißwirttscl-ast der Kriegsgesell schäften, wo^so viele unnötige Reklamierte in Berlin ihre Orgien feiern. Ohne Schieber ist kein Auftrag in Berlin zu bekommen. (Hört, hört!) Es fehlt den Remrssrellen mt der nötigen Energie! Durch das Schieber tum ivird das Vertrauen zu unserem Beamtentum und zu unseren Offizieren säMer erschüttert. Iw 4. Kriegsiahr sind wahrhaftigen Gott diese Vermittler nicht mehr notwerrdig. Der Redner fordert die rechtliche GloickMUuna der Ka^ tholiken in Hessen. Die Regierung hat angeftagt bei der Gemeinde in Nieder°-Jngelheim, ob durch die Emriästung eines katholisck-en KinderlivrteS der konfessionelle Friede gestört werde. Solche ge*- schlichen Bestimmungen müssen fallen. In den Fragen der Rl)em" Mäur-Kanalprryekte empfiehlt der Redner den Ansrhlutz an die bayerische Kanalpolitik. Die l>essisck»e Regierung soll nicht ioarten. bis die heffisck-en Felle da vonschwimmen. Der Redner schließt mft einem Appell zur Einigstnt und zum Durchhalten.

Es tritt eine viertelstündige fcaufe ein.

(Schluß folgt.)

Ans Stadt mti$an&.

Gießen, den 15. Marz 1918.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß­herzog hat den Rittmeister Mootz im Grobherzoglichen Gen­darmeriekorps zum Major befördert.

** H o l z v e r st e i g e r n n g. Mont»a den l8. März 1916, v-cnttnittags 0t/, Ul)r beginnend, wird in deir Waldungen der Stadt Gießen im Bezirk Fernetvald Holz versteigert. Siehe Anzeige.

Beschlagnahme und Meldepflicht von ge sammelten rohen M en schon ha a r e n. Am 15. Mär; i

Gieszener Stadttheater.

Schwarzwcrldmädel.

* Operette in 3 Akten.

Als Neuheit, zugleich als Gesamtbenefiz für das darstellende Persvml, ging gestern August Neid HartsSchvarzwald* mädel" mit der Musik von Leon I e f f e i hier erstmalig in Szene. Tie Operette hat auch während deS Krieges nichts von ihrovi charakteristischen TypuS verloren: der alles beherr­schende Wiener Walzer ist nach wie vor musikalisches Zentrum Irnd schafft den Höhepunkt, wrrd wohl aibch hie und da leit- motivisch verwendet; ein paar flott hingeworfene Melodien im veraden Takt, die üblichen Operettensexten und harmonisch dick- Mftigen Kadenzen auf dem Septtmenakflord der Oberdvminante, der sich mit der Terz der Tonika zum Nonenakkord verbindet, das ist das musikalische Rüstzeug, mit dem vorzugsweise gearbeitet wird. Geling^ eS dmrn, wie in diesem Falle, dem Komponisten, einige zugkräftigeSchlagett' zu schassen, so ist die Opcretta eigentlich gesichert und der Erfolg garantiert- denn wir sind sehr anspruchslos geworden seit Iohaim SttaußeusFledermaus", gar nicht zu reden von den Zeiten eines Abraham Peter Schulz oder Dittersdorf und .Haydn mit ihren köstlichen Singspielen^ me wie ein goldenes Märchenland hinter uns liegen.

Auch die Handlung hat selbstverständlich Aiiteil am Erfolg. In &<nitt Christoph im Schwarzwald ist Cäciliensest. Das zerfällt nach der berühmten Unterscheidung in denMeistersingern" in eine geislliche und eine weltliche Hälfte: die geistliche bestreitet der b?rühmte Tomkapellmeister Blasius Römer, kann aber schon tm Verlaufe der Festvorbereittmgen nicht ganz um daS Weltliche herumwmmen,^ verliebt^sich^ iu^sein ^bei ihm bedienstetes Bärbels

" einen Sein

herbei gezogen, zivei fahrende Musikanten, Hans und Richard, beider gemeinsame Freundin Maltvine und den durchreisenden Berliner Bramarbas Schmußheim. Im zweiten Akt findet dann das Volks- fest lm Auschbiß an die kirchliche Feier vor dem Wirtshaus zum ( J3Uiuen Qffffai' ftatt, das dann aber, wie in denMeistersingern" m eine große ^jlerei ausartet; auch der Nachtwächter taucht Biere itrnr. Ter dritte Akt zeigt uns den Schaden bei Licht besehen- beim Wirt zumBlauen Ochsen", der zugleich auch den Polizeikommissar dnd Bürgermeister repräsentiert, soll ein Protokoll ausgenommen fceroeu; r btc oorgeLabeueu Musikanten wissen jedoch die'Verliand- fc/ng ge.chickt in eine Rheinweinsitznng im Lionoratiorenst'ibchen umzuwandeln, mit ber der strenge Gerichtsherr und Wirt gern einverstanden ist. Am -ScAuß grbtts eine doppelte Verlobung- Richard darf feine Malwine. Hans sein geliebtes Bärbele heim^ führen, dem armen DomkapellmrisLer bleibt jeboefr nichts als fein Jhifjm, und er muß wie Hans Sacks aus Eva zugunsten -es Imseren mcherühmt« MnsiLanten seine Liebe begraben.

Die Musik hält sich im uHgemeinen frei von Banalitäten; I wer jedoch etwas durchaus Originelles vdrlangt, wird vergebens \ suchen. DaS Wertvollste ist freilich nicht das. was gerade imPot­pourri" steht: wir nennen mis dem ersten All das Quintett: Wir sind auf der Walz", das Terzett:Ach die Weiber sind ein Uebel", aus dem zweiten Akt das Quintett:Mädel aus dem schwarzen Wald" und das Duett: .,Erllingen zum Tanze die <Mgen". Der zweite Akt zeichnet sich überhaupt musikalisch vor­teilhaft aus, uamentlich gegen Ende, wo die Bolksszene drama­tisches Leben bringt und es der Prügelei in denMeistersingern" gleichtun möchte. Der dritte Akt fällt musikalisch stark ab. Zu er­wähnen wäre noch der wirksame Schattentanz Bärbetes am Ende deS ersten Alles.

Die Aufführnng (Spielleitung Herr Voll) war gut vorbereitet und hinterließ trotz einer Notbefrtzung für den em berufenen Herrn Stemmeycr in der Rolle deSHans" einen abgerundeten Eindruck Herr G o t l schuf in der Rolle des Tom kapell Meisters eine recht sympathische Figur: Margot Werner lag die Malwine auch stimmlich gut. Adolf Falken war ein sehr temperamentvoller Richard und auch gesanglich seinen Aufgaben gewachsen. Willy Borchardt und Kurt L e r ch verkörperten jeweils den urllrmischen Wirt und srechen Berliner mft bestem Gelingen. Helene K a l l m a r . G u st e l B e l i n g und besonders H e r m i n e W o s s i d l o als Bärbele waren drei muntere Schwarzwälde rinnen, die in ihren kleidsamen Kostümen reizend tanzten. DaS Orchester fand sich mft seinen Ausgaben meist gut ab. Besonders hervorheben möchten wir noch die überaus wirksamen Bühnenbilder, worauf man offenbar besondere Sorgfalt verwendet hatte: nur mußte die im letzten All durchs Fenster herein blicken de Straße etwas heller beleuchtet sein. Das Publikum nahm die Novität sehr freundlich auf und spendete besonders nach dem zweiten Akt lebhaften Beifall; an Blumen mrd Kranzspenden für die Haupt­darsteller war kein Mangel. Dr. G R

*

Eietzener «onzertverekn.

Sonntag ben 17. findet in derNeuen Aula" das diesj>rhrig» Chorkonzert des akad. Gesangvereins im Rahmen der Aufführung des^ Kvirzertvecerns statt. Herr Professor T ra u t ma n n lxtt für dieses Konzert 3 Perlen der Cborlitcrcrtur auLgelvahlt: Die

Nckne" von Brahms für gemischten Chor, dieFrauenchöre" öan BrahmS mit Begleitung von zavei Hörnern imbMirjams Siegesgesang" von Schubert, eben falte für gemischten Chor.

Ten Dmtsch SchllcrsNänie" zu komponieren, hegt« Brahms schon längerc^Zeit. Da starb am 4. Imruar 1880 Anselm F-euerLach, und nun enttbarrd das Verlarrgen. dem hochgeschätzten Künstler eine ErtnnerungSmusik m schreiben. Der Ge'st des Grreck-entums, den Schiller in seinerMnie" zum Ausdruck gebracht hat, beherrschte auch ^den Maler Feuerbach und den Dduslilec Brahms. Letzterer schrieb cn Frau Feuerbach:Hochvevehrde Frau!; Erttmben Sic, daß

id'f ohne weftere Vorrede Ihnen eine Bitte vortvage. Ich syrbe in de- letzten Zeit fote GedichtNL.ne" von Sckftller für Elwr kompou.ierl Gar oft wußte ich. tveirn mir die schonen Worte dnrck den Sinn gingen, Ihrer und Ihres Sohnes gedenken, mrd ich empfand un­willkürlich den. Wim sch, meine Musik seinem Gedächtnisse zu weihen. Damit ich ein äußeres ZeickMi habe, erlaube ich mir die Frage, ob ich das Stück, falls ich eS'veröffentliche, Ihrren zneignen darf."

Ein Denkmal edelster Klage und^ l)errlichster Verklärung Hat der Meister dem teten Künstler gesetzt. In. stillem Pimw und Pianissimto beginnt das Werk. Ein diegsancer Sechsoiertettakt bez.tnngt die gefährlicken Hexameter und Pentameter. Dar Sopran hebt an: Auch das Schöne muß sterben" und die librigen Stimmen folgen ihm kanonsich. In marmorner Pracht baut sich der Mittelsatz auf, fau5 dem Sechsvierteltall werden Virnftertel, forte und unisonr

setzt der Chor ein:Aber sie steigt aus dem Meer"_Danach

erhebt sich die Klage um den verherrlichten Sohn. Nach doppelter WicHerhotung deS Mittelsatzes kehrt der erste Teil wieder und der Sopran nimmt die Worte, die auch durch die Msiftik dem Tode griechische Anmut verleihen, ans:Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten, ist s>errlich, dann daS <Z>emeine geht llimgloL zum OrkuS hinab."

Tic Gesänge für Frauenchor bieten dem Ohr ganz- neuen Klang. Eine sckyvermütige, volksliederarticre Färbung tönt die Cböre, b^ sonders in der letzten Nummerß|fian$ Fingalgesang":Wein' an den Felsen der brmrsenden Winde".

Das Jahr 1828 ist eines dar fruckübarsten Jahre Schuberts mck zugleich sein Totosfahr. In unglaublicher Scknrelligllft entstanden größte Werke die C-dur-Sympi-orfte, das Strick)guartett Op. 163, die 3 letzter! Klaviersonaten. die große Messe, der 92. Psaftn, eine Menge Lieder u. MirjamS Siegesgesang von Grillparzer. Schuber- arbeitete mft einer Energie, als werur er wüßte, daß chm nur noch wenig Zeit bleibe, «n feinen Genius die letzten und höchsten An- sordenmgenstellen. Unter den Sck>ubert'sehen Elwrwerken nimmt Mirjante Siegesgesang" die erste Stelle ein. Es ist ein breit aus­geführtes Werk, in welchem Schubert an Größe der Auffassung un# Gewalt deS Ausdrucks mit Händel wetteifert.

Tie Schilderung von Pl>araoS Untergang gibt dem 3. Kompo­nisten Gelvgenheft zu einer Tonmalerei von erfclMternder Wirkung, und die in eine gewaltige Fuge ausmündende Wiederholung d«- AnsangSnummcr schließt würdig das mächttge Werk. Das Sopran solo des Schubcrt'schen Werkes hat Frau Gusti Müller-Ar- men ding er aus Frankfurt a. M. übernommen. Tie Künstlerin wrrd auch noch Lieder von Brahms, Reger, Hugo Wolf und Sckmbert zu Gehör bringen. Außerdem wird Herr Hoskonzert-, meister S ch i e r u n g arte Tarmstadt, den besonders die Berliner Kritik als ausgezecchneten, erstklassigen Künstler rühmt, das ewig sckchne D-dur-Konzert txm Mozart und jmei w»garische Tänzs von Brahms sprelen. Tie Mavierbegleitung aller Werke hat Here Proiesior Trautmann überiwmmen. Für die beiden Hörner m den Fvauenchören konnten die beiden Solohornisten deS Frmrr- surter OpernhauLorchesters sewonnen teerten.