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Nr. 29 Zweiter Blatt

Gietzeuer Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Montag. 4. Zebruar (9(8

Aus Stadt uud LanS.

Gießen, den 5. Februar 1913.

MetsSabgade von Industrie, Handel und Gewerbe.

Dte HmrdeLskancmer Gießen schreibt uns hierzu'

Die gogenwLrttae ernste Mrtallage m-acht es unbedingt erforderlich daß dre in allen Betrieben von Industrie, Handel und Handloerk noch verfiigbaren abgabefähigen Sparmetalib-estände (Kupfer, Rotguß, Bronze, Messing. Nickel. Zinn. Aluminium, Neusilber uslv., und zwar nt jedem FabrttatVnszustaude. dcnl Heeresbedarf utngehend zugeführt werden. Soweit dieselbeit öeschlaignahmt uno melde pflichtig sind, ist dem Vernehmen nach mit ihrer demnächst gen Enteignung Zn redjnen- Aber auch die bisher nicht melde- pflichtigen kleinen Bestände, lz B. Rohmetall, Vorfabrikale aus Messing iiuter 150 Kilogranrm), die beschlagnahmt sind, sowie die beschlagnahntefreien MetulLerzeugntsse dürften in Kürze zwangsweise erfaßt werden.

Aus Anregung der zuständigen Stellest ist in nuferem Bezirk die endpetzend näher be-etchnete Vertrauensstene für frenvillige Sparntetaltabgabe errichtet worden. Ihre Aus­gabe ist es, den Ankauf aller mobilen beschlagnahmtest und beschl^Lgnahmefreien Spornte'allbestände in jedem Fabrilä- tronsKuftande, sofern sie zur gewerbsmäßigen Weiterver­arbeitung bzw. Deräkrhevmrg bestimmt sind oder sich als Berbrauchsorsatz auf den Nabriklägerit befinden, zu ver­mitteln Hierbet wird die Vertrauensstelle die Abgeber in allen «nschlägigen Fragen sowie bei den Preis Verhandlun­gen in unvigenniltziger Weise beraten.

Bei der Berrranensstelle sind nichst anzubietert die in den Betrieben eingebauten sogenannten immobilen Maschinenteile, Apparate, Rohrleitungen, Kessel, elektrische Anlagen, Blitzableiter us:n, welche von der Metall-Mobil­machung sstolle, Berlin SW, Wilhelmstraße 20, erfaßt wer­den, sowie die in den Haushaltungen und Geschäften bisher im Gebrauche befindlicher, nicht zur gewerbsmäßigen Ver­äußerung bestimmten HaUschaltungs- und EinrichUtngs- gegenstände aus Kupfer, Messing und Nickel. Letzte werden nach wie vor von den bominmnalen Sammelstellen an gekauft.

Die Adresse der für den Kcunmerbezirk zuständigen Vertrauens stelle ist:Vertrauens stelle für freiivitlig e Spar- inttaLl-Abgabe, Handels kammerb eznck Gießen (Lonystraße 7). ( *

** Sammeldienft der G ießener Schulen. Wir be­richteten neulich über eine neue durchgehende Organisation doZ Sammelns von Msallstoffen aller 21rt mit Hilfe der hiesigen Sri Men Ta da We l b uu f ö li i gedeiht, w rde un ere Leser rnzwischn an den Besuchen der stunnteltreudig'en Jugend selbst bemerkt haben. Es freut uns, berichten zu können, das; dio Ergebnisse bis jetzt dem auf gewendeten Eifer durchras entsprechend, find. Eure geradezu überraschende Dchnge vivn wertvollem material, une Papier, Lumpen, Metall, Flaschen Frauenhaar, Kork usw. ist schm beigebrach und Mt die Amttralsantmelstelle (Rotes fKreuz, Alle Klinik) wertergelechet ^ von tausend fleißigen Kindern Händen wird täglich noch weiteres aufgestöbert. Möge der Eifer mich erlahmen und möge auch unsere EiNlvohnerschaft nich Nach­lassen, alles Verwmdbare sorgfältig aufsnbewlchren und den jungen) Sammlern »u übergeben. Es sollte nicht .mehr Vorkommen, daß Man in den Straßen der Stadt noch so vielfach in Mülleimern usw. Kvnservervdofen, Papier und anderes Verwendbare achtlos weg- gewörsen sieht.

Das Aller mindeste müßt Ihr entdecken Aus das Geschoindefte in allen Ecken!"

(Goethe.)

** Auszeichnungen. Musk. Friedrich Traut- mann und Musk. Weber erhielten das Eiserne Kreuz.

**VonderSanitätswachedesRotenKreu- zes am Bahnhof Gießen wurden im Januar 1918 947 durchreisende Soldaten und Verwundete mit Kaffee erfrischt; die Sanitätswach führte 235 Transporte aus und hat in 194 sonstigen Fällen Hilfe geleistet.

** Als Führer Hunde für Kriegsblinde benötigt der Vorstand des Teutschn Vereins für Sarntätshmrde in Olden­burg i. Gr. Deutsche Schäferhündinnen. auch Dobennann- und gdottweiler-Hündiimen. Wer in Opferfreudlgleit seinen Hund für den edlen Zneck, zum Führen unserer erblindeten Soldaten, den bedauernswertesten Opfern des Krieges, zur Verfügung stellen will, gebe dem Verein Nachricht, der jedem Interessenten ein mit Ab­bildungen versehenes Heft über die Führung Kriegsblinder durch Hunde gern Loslenbos übersendet.

** OeffentlicheBücherhalle. Im Januar wurden 1953 Bände ausgeliehen. Davon kommen aus: Erzählende Literatur 1136, Zeitschriften 229, Iuaendschrifben 162, Literaturgeschichte 13, Ge­dichte it. Dramen 48, Länder- !u. Völkerkunde 36, Kulturgeschichte 13, Geschichte mtd Biographien 93, Kimstgesclxichte 9, Naturwissenschaft und Technologie 96, Heer- imd Seewesen 5, Haus- und Landwirt selbst 8, GefimdlMtÄehre 4, Religion mtd Philosophie 45, Staats­wissenschaft 11, Sprachfmsftmsäiaft 20, Fremdsprachliches 25 SÖöufctf. däach auswärts kamen 41 Bände.

** Steigende Bücherpreise. Der Dörsenverein der deutschen Buchhändler schreibt: Wie bei den meisten Herstellungs­betrieben ist auch im Berlagsbuchliaudel eine außerordenlliche Stei­gerung der Herstellungskosten eingetreten; die Papierpreise sind aitf das Sechsfache, die Druckkosten aus mehr als daS Doppelte ge­wachsen. Ter Verlaasbuchhandel nmß ^dementsprechend in der näch­sten Zeit seine Preise ganz wesentlich erhöhen. Auch der Ladens lnichlMrdler ist durch die stark verändeiAnt wirtsclutftlichen Ver­hältnisse in Mitleidenschaft gezogen. Llußerdem tritt in nächster Zeit eine große ^Lavenknappheit im Btuchl^tdel ein, wodurch dev Umsatz sehr stark sinken wird. Diesen Verhältnissen Rechnung tragend, hatte die offizielle Vertretung des deutschen Gesamtbuch^ Handels in Leipzig durch einen AjtlsKclmß im September 1917 ein-» stimnng einen Teuevungs Zuschlag als notwendig empfohlen, ünd die Kreis- mtd Ortsvereine haben eilten zehnprozentigen' Teuerungszuschlag zu den Bücherpreisen als unbedingt notwendig erkannt.

** Der Mangel an Waschmitteln. Die Knappheit an Wastchnrtteln. die in den letzten Monaten immer mehr zuge­nommen hat, wird dadmrh y-rvorgerusen, daß die laufeirdc Er­zeugung an kalzinierter Soda in wachsendem Maße für die Bedürfnisse der Heeresverwaltung in Anspruch! genommen werden muß. Tie Seiftm-Indrtsttie ist für die Herstellung ihrer Erzeug­nisse derart auf kaizütierte Soda angewiesen,^ daß trotz aller Be­mühungen der Seistnhersttllitngs-- mtd BertiebsKeellsckMt, durch eine veränderte Erzeugung des Scisenpulvers den Ausfall an Sc»a einigermaß«: auSzualei/chen, WasckM.it ttl in genügendem Maße nicht hergestellt werden konnten. Um zu vermeiden, daß einzelne auf die in ihren Händen befindliche SeifenÜirte über­haupt nichts erhalten, mußte eine Herabsetzimg der gegen die Karte zur Abgabe kommenden Mengen an Seifenpulver angeordnet werdert. Es ist aber in Aussicht genommen, sobald wieder reiily* lichere Sodaznteilimgen an die Seifenirtdustrie werden erfolgen können, die AuteilKNgsMenge an Seifenpulver wieder auf die alte Höhe hevaufzusstzeit.

** Gießener Konzert-Berein. Sonntag frrrt 10. Februar findet in der Neuen LLula ein Klavierabend des Professors Max Pcmer aus Stuttgart statt. Siehe Anzeige.

** Schwärz-Weiß-T heater (SelterÄoeg 81). Ter neue Spielplan enthält n. a. das packende Schauspiel ,,Das Ge­heimnis der Pagöd^h sowie das LustspielEin kaltes Menteuepb (öiehe Anzeige.

»» Lichispielhaus. SoT»nTjoffllto6c 34. Eimm Asta Nielsen-FilmLebenswirbel" enthält neben dem LustspielWie man Männer fesselt!" der neue Spielplan. Siche Anzetge.

Landkreis Gteßrn.

** Allendorf a.d.Lahn, 4. Febr. Zum Sttgsanten be­fördert wurde der Unteroffizier der Reserve Ludwig Lu h. .

** Großen-Bnseck, 4. Febr. Telegraphtjt Karl Bol- pxrt erhielt die .Hessische Tapferkeitsmedaille, nachoem er vor kurzetn mit dem Eisernen Kreitz 2. Klasse.ausgezeichnet

L i ch, 4. Febr. - LandsturmMann Emil Isaak erhielt die Hessische Tapserkeitsmedaillc. 1

** Oppenrod, 5. Febr. Schütze Heinrich Hahn erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

** Röthges', 4. Febr. Dem Militär-Kranstnwarter August E in r i ch wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verltel-cm. TaS Mtlt- tär-Sanitätskreuz ist schon in seinem Besitz.

Kreis Büdingen.

£ Nidda, 4. Febr. Beim Metzgermeister und Gastwirt August Kammer wurde in der Nacht znm letzten Freitag ein großer Teil Wurst aus einer tags vorher vorgenommenen Haus- schlachtung gestohlen.

Kreis Alsfeld.

n Lehrbach, 5. Fel». Ter Uittevoffizier Friedrich Pfeil voir hier, Inhaber des Eisernen^ Kreuzes - sowie der Hessischest Tapferkeitstnedaille, wurde zum Sergeanten befördert.

Kreis Schotten.

41 Eichelsdorf, 4. Feb. Tie Hessische Kriegs Verdienst­medaille erhielt Heinrich Schntittberger.

Hessen-Nassau.

----- Frankfurt a. M., 4. Febr. Von der letzten der alten! großen Franfiurter Privatsammlungen wertvoller MLnzen und Medaillen, der des Rentners Finger-Rumpf, bsabsschtigt die städtische Münzen- und Medaillensamntlung die kostbarsten ihr noch fehlenden Stücke, etwa 223, zpl erwerben. Ajus Airregnng des Ge­heimrats Cbrard ist der größte Teil der zum Ankauf erforderliches Summe von 50 000 Mk. bereits auf dem Wege privater Zeichnungst aufgebracht worden. Den Mst in Höhe von 23 200 Mark soll die Stadt decken. Eine entsprechende Vorlage hu der Magistrat der Stadtverordnetenversammlimg bereits Mgehen basten. Durch den Ankauf dieser Münzen erhält die städtische Sammlung eine Voll­ständigkeit, une sie rm gleichen Maße nicht wieder anzirtrefftn sein dürfte.

ra. Aus Nassau, 5. Fob. Dem Feld^Divisionspfarrev Reick -enrath-Oberlahnstein wurde das Eiserne Kreuz 1. Kl. verliehen. Auch Adjutant Albert F u n k - Biedenkopf und Vize- foldwebel Karl Grebe- -Wallau wurden mit dein Eisernen Kreuz 1. Kt. ausgezeichnet.

Gericrnsfattl.

I Darm stabt, 4. Feb. Der 30 Jahre alte vorbestrafte Tag^ löhner Daniel Alle s von Offenbach versuchte int vorigen ,Frühjahr 1000 Mark Kriegsanleihe in eurer Frankfurter Bank zit verkaufen. Man erkannte das Stück als wegen Diebstahls gesperrt, worauf A. flüchtig ging. Er verübte nrzwtzchen einen Einbruch in Köln, ver­büßte ferne Strafe und wurde dann bei einem EinbruchSversuch in Frankfurt erwischt, wofür ec 5 Monate Gefängnis erhielt. Tie 1000 Mark rührten von einem Einbruch bet einein Gemüse­händler in Frankfurt her, dem Ll. gegenüber wohnte, und bei denr damals 7000 Mark Kriegscurleihe, 1500 Mark m bar, eine goldene Uhr und Sparkassenbücher entwendet worden ivaren. Ä. behauptet, 6000 Ndark Krteasanleihr auf dem Abort des Sachsen­hauser Lokalbahnhofs gesimden und sie bis auf den Rest verkauft und den Erlös verjubelt zu Hubert. Man konnte ihn auch des Ein­bruchs nicht übersi'thren, so daß er nur wegen Lundunter-, s ch l a g u n g unter Einrechnung der Frankfurter Strafe zu 1 Jahr 9 Morraten Gefängnis verurteilt wurde.

Lichtspielhaus, Bahnhofstr. 34 ^

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Ab heute vorztigiche Elite-Programm

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Sch warz-Weiss -Theater =8i =

PROGRÄÜ^I vom 5. bl» InkL 8. Februar.

Das Geheimnis der Pagode!

Gewaltiges DetektivBchauspiel in 4 Akten. Regie: Uodolf Meinert. William Jandrik.Bankier, Hr.Laurence, Claris^a, sein Frau, Fr 1 . Perron. Jack, deren Sohn, Hr. Horsten. Neil, dere > Tochter, Fr!. Rita Uer- raont. Miß CarU Tünzeriu. Frl Thea Sandten. - Fred Lop, Pro­fessor, Hr. Eichgrün. Baron Frenk, Hr. Huck. Fim Morson, 1 nedr. Kühne.Jim. ein Gehilfe, Hr. Lo- we. - Harry Higg,Hans Mieren dort.

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Frl. Lnlla Erbe, jugendlicho Gesan^humorisfein als Gast nebst nnsorm Bfierr ISrandenateln in seinen besten bun en Nummern.

Den Hinterbliebenen der im Krieg Gefallenen wird Gelegenheit geboten, an einem

teilzunehmen. 847v

Meldungen werden entgegengenommen:

Montag nachmittags zwischen 3 u. 4 Uhr in der Sprechstunde der städtischen Hinter bliebenenfürsorge, Stadthaus Zimmer Nr.2.

Aiieeftnil-bereist (8. 1), Gieße«.

it t « £ in Schneidern, Handarbeiten. Weißnähen, ^ i ^ Kochen p /4 u Jahr!, Ani. 13. März, Mel»

düngen bis 9. März im Schuihause. Steinslraße 10.

Hanshaltnngsschrile Nun»°n biä. f»£t

für HandarbeitS- und HaußwirtschaftS. dktNTNfKke lebrerinnen <je 1 Jahr), Anfang 9. April, Ateldungen bis. Februar.

für auswärtige Schülerinnen. Prospekt Per^ronar[id vom Borstand._660D

Gießener Hausfraucn-Berein

Bestellungen aus

gedörrtes Weißkraut

(eingemischn, das Pfund zu 1.75 M.. werden Donnerstag den 7. Februar, in der GeschäflssteUc, MauSburg o, entgegengenommen.

In der Geschäftsstelle stnd auch Kochkisten verschieden­artiger Systeme zu besichtigen.

887 v Die Vorsitzende.

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Die Leiterin: Frau Fischer.

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Gebt alle der sammelnden Schuljugend, die deren Verwertung durch die Zentralsammelstelle (Rotes Kreuz, Alte Klinik) vermittelt.

Papier. Lumpen, Metall, ßraueuhaar, Klascheu, Zelluloid, Glichhirueu, Gummi.

Korf, Lederabsülle, Stemme!, Zilzhüle usw. S12v

Nichts, ans das 'f aittimiö flibniaöjtu fun, kr! »mfoiumn!