Haag, BO. Ms London !t# gemeldet: Nach freute ^Edgetwffenen Nachrichten <rehen die Bolsckennki zum Kampfe mit.den Ukrainern aibec, nack)sinr sie vorher- ihre Unab anerkannt haben. Auch zwischen den Rumänen und Bol 'chewpten ist der Kampf entbrannt.
Abreise Ser rumänische« Gesandtschaft.
Prtersfrurg, 28. I«ttr. Dir rumänische Gesandtschaft erhielt um 2 Uhr nachmittags Bestbl, Rußland bttnneu s>rhn Stunden zu verlassen. Die Mreü'e erfolgte -um Mitternacht nach Stockholm.
Türkisch-ukrainische Verhandlungen.
Konstantinovel, 24. Jmmar. (WTB. Verspätet singe tcopen.) Die Telegraphen-Agenrur Milli meldet: Die türki- >chen Delegierten in Breft-Litowsk hatten am 17. Januar eine private Zusammenkunft mit den Ukrainern Nachdem inan an die alten historischen Beziehungen erinnert hattt:. tue die beiden Mächte verknüpfen, und feftgeftellt hatte, da« tttktn sich nicht afe Kriegführende, sonderrc als alto Freunde gegenüverrbehe, wurde in die Erörterung der in den Friedens' Ertrag mit den Ukrainern anfMnehinenden Fragen eingetreten Es tvnrde festgestellt, daß, wenn die politischen Beziehungen! nrit Rußland und der Ukraine wiederhergestellt sein würden, ein. Vertrag mit der^ Ukraine geschlossen werden könne, sobald der Friedensvertrag seine endgültige Form erhalten und die Verbündeten der Türkei diese Auffassung teilen würden, und daß e£ für die Türkei durchaus rvichtig sei, die politische ns Grenzen der Ukraine zu kennen. Denn erst nach Aufklärung cnesss Punktes werde man über die das Schwarze Meer betreffenden Fragen sprechen können. Die osmanische Delegation) erklärte, daß eure sofortige Antwort aus die gestellten Fragen niM dringlich sei urrd daß die Ukrainer sie in voller Muße studieren und mit sich danVer zu Mate gehen könnten, um zu ffchcn, auch sie Fragen aufznwerfen haben.
Der erste Delegierte der Ukraine anttuvrtete hierauf inr Namen der Delegation, daß die Ukraine damals, als die Ukraine noch mit dem russischen Kaiserreich einheitlich verbunden war, sich zu wiederhvtten Malen aus dem Schlachtsetde mit den Türken gemessen hätten, daß aber diese Kämpfe kerne Feindschaft gegen die Türkei geweckt, sondern vielmehr in ihnen Pfühle der Bewunderung für den Mut und die Tugenden der Türken wachgerufen hätten. Dem jetzigen Augenblick messe die Ukraine besondere Bedeutung bei, denn er bedeute. die Grundsteinlegung Wr die Beziehungen zwischerr sin beiden Länder- rmd sei ge- signet, das Einvernehmen zwischen ihnen herzusUllen und aufrichtige FrezmdschaftÄurnde zu verbürgen. Die rechtliche Lage der Ukraine in ihrem Verhältnis M Rußland sei noch nicht vollkommen geklärt. Die Grenzen zwischen der Ukraine einer- feits und Deursäüand und Oesterreich-Ungarn andererseits kötmten qi Breft-Litowsk geregelt •' werden. Dagegen seien die Grenzen Ftvischen Rußland und der Ukraine, tvenn auch bis zu ein ein gewissen Punkte fixiert, doch nicht endgültig festgesetzt. Was sie Seesirütkräfte im Schwarzen ^Neer dett-effe, so sei es, obwohl ^ sie heute einzig und allein der Ukraine gehörten, nicht möglich, vorauszufehen, wem sie künftig unterstehen würden.
Die osmani scheu Delegierteil kauften dem Redner vür dir den Türken bekundeten frej j iiJ>fd>aflIicl>eti Gefühle uttv> thronten die Notwendigkeit, geiviffe Gesichtspmckte und Vorbehalte m formuliere. An den westlichen Grenzen dnr Ukraine sei die Tür wi wicht unmittelbar interessiert, dagegen müßte sie die ö st l i ch e n und südlichen Grenzen kennet lernen, um zu wissen, wer chr dsichbar ttn Schwarzen Meer sei. Sie ersuchten um AufNü- rmM en über diesen Gegenstand urü> nahmen gern Kenntnis von der Erklärung, daß die Schwarze^Meer-Flotte der Ukraine unterste IN. Sodann wurde sestgestellt, daß die persische Frage nickst in die Einflußsphäre der Ukraine gebürt.
WaS sie Tardanellenfray« btetrifft, jo betonte die ürvarm.sche Telesarion. daß sie ausschließlich die Türkei an gehe und '>aß sie diesbe.Mlich nichts Endgültiges sagen könnte. Tre Frage müßte von der Regierung studiert rvertzen, die sie vertrete. Äsi dreser Gelegenheit würden die Schwarze-Meer-Frage und die Frage der freien Durchfahrt durch das Schwarze Meer zur Erörterung ÜXbatgen. Andere neue Fragen würden wahrscheiiilich lsinzukommen. Für die Ukrainer müßte,' diese Fragen ein PrÜfstnn für die Freundschaft und die Sympathien bilden, die zwischen den beiden Ländern bestehen.
osman'rfchen Delegierten erklärten, daß das Recht der freien Durchfahrt lür Haichelsschifse in Frredensz eiten seachtet werden würde, daß jedoch die Türkei in Kriegszeiten notwendigerweise zu jenen Verteidigunysmitteln greifen würde, die zum Schutze der vsmanischen Hauptstadt sich als erforderlich erweisen würden. Sie fügten ftrnzär, daß, da ausgemacht fei, die Räumung der von den Russen während des Krieges besetzten osmanischen Gebiete als conditio sine gua non des Friedens zu b-etracksten, es für die osmaniichvn Teleggetten von gwßem Werte wäre, die Begebungen kennen zu lernen, die zwischen der Ukraine und dem Kaukasus besteh-nt.
Die ukrainischer Delegierten erwiderten, daß diese Bezieh lÄlgerr freundschaftlich und aufrichtiger Natur seien, daß sie aber kern Interesse an der künftigen Organisation dieses Gebietes hätten und nicht nrüßten, mit wem und wie der Kvukasus feine künftigen Beziehungen und wie er fein inneres- Leben ein richten w-erde
Die englische GefchäftswelL und Lloyd George.
K-o pen Hagen, 28. Jan. 'Privatte)'.) Narb hier eingetrvffe- neic Nachrichten herrscht in bei; engliseben Geschäftswelt starke Ntiß^immung, iveil das ganze GeschäftÄeben so gut wie lahrngelegt sei, imd die ungeheueren Verluste, die die Kaufleute schon jetzt erlitten hätten, von Tag zu Tag größer würden. Äsin habe sich in der schärfsten Tonart an Lloyd George gewandt mit der Frage, warum er nicht aus Kosten von Englands Verbündeten mit Deutschland einen für England vorteilhaften Frieden schließe. Lloyd George habe geantwortet, dazu sei rrmner noch Zeit, denn er l-abe die absolute Gewißheit, daß Deutschland jederzeit zu einem solchen Friesen, der England stt-one, auch im Falle cinc0 völligen Sieges. Bereit sei. Er — Lloyd George — schätze die amerikanische Hilfe auch nur gering und verkenne keineswegs die wachsende Gefahr des U-Boot-Krieges. Die Herren möchten mir noch kurze Zeit Geduld baden. Nach ganz zuverlässigen Nachrichten stehe die innere Revolution Deutschlands unmittelbar bevor(f). Die ganze demokratische Bewegung irr Deutsästand sei so stark, daß nian auf diesem Wege, ohne die eigenen Verbündeten preiszugeben, mit Sicherheit zu einem sogenannten annexionsloien Frieden ge- langrnl werde, der Englands Kriegs^iel: die wirtsä)aftliä>e Vernichtung T«ttsch!cnrds, ohne daß Deutschland es selber bemerke, vollauf befnedige.
Äie FLeifchraLionierung in Engeand.
Bern, 29. J«cm. (WITB.) Angesichts der anhaltendLN. Fleis chkna p p hei t, die Gilde rer vorigen Wvcke besvnvers her vertrat, kündigte Lord Nhvndöa bei einer Beratung im Mansivn House am 24. Iarruar an. daß sofort Maßnahmen ge- trofjeil rvurdsn, um die bereits für Fettstoffe verordnete Z w a n g s- r-at ioni cru ng vom 25. Febrrvar an, auch auf Fleisch aus- zut^hnen sei. Mnindda bemerkte, daß die Fleisclwers^orauug innerhalb der näck-sten zwei Monate s<chr schwierig, ja pveNr sei, sich dann aber bessern iveyd;. Dran l>abe im vorigen Herbst zu viel wfchiiachiot. Es lägen Line Bttveise dafür vor, daß die Landwirte jeht mit den'^ SäÄachivie!?s zurückhielbeu. Xic vor-
l?fi»ioen«n Best-Äide feien nicht schlachtreif, der Rationierimasplan \wiit zunächst eine Zn-angsrationierung nrach den einzelnen. Ti- str.ften vor. Cs rvivo indessen beabsichtigt, die Maßnahmen, auf
ganze Land gleichmäßig auszu-dehnen. Die möchmtlicm; Fleistch- rativn, dre bisher bei der freirwlligen RaUivnierung istXl Gramm betri^g, f ü r L o n d o n a u f 4 25 G r a nc nr herabgesetzt tverötm. DaS KriegSamt hat mit einem großen Loutroner Sästacht- bans Verein bar-rügen zur Gerwerrung Kriegsbeschädigter Pferde für den m-enschlichen Gelruß getroffen.
Nene LuftK^Lriffe auf Ssudou.
London, 29. Jan. (Amtlich^ Es lvurd« ein weiterer An griff auf London nach Mitternacht unternommen, lln- ste-ähr 1272 Uhr wurden Bomben abgeworsen. Ter Angriff dauert noch fort.
London, i?9. Iärr. .'Amtlich.) Feindliche F l u g z e n g e überflogen die Küste von Kerrt uädEfex kur^ vor 8 Uhr abends und näherten sich 5Lo'!^on. Einige Flugzeuge gelangten bis ^ur Hanvtlttidt, ivo die zwischen 9 und 10 Ulw abends Bomben ab- w-arfen. Die letzte .Meldung beric-'-ret, daß eines der stündlichen Flugzeuge durch unsere FNegerhrmaniischaft in Effer abge- säwssen worden sei. -
E8rr KrSegHraL in Prrrzs.
Rv m, 28. Jan. (WTB.) Meldung der Agerrzia Stefani. Der Minister des Aeu^rn So n ni no ist am Sonntag nach Parts abaereist.
Paris, 28. Jan. -WTB.) Der „Temps" meldet: P i ch o n und S o n n i n o iverden an den morgen und übermorgen zwischen den Chefs der Negierungen Frankreichs, Englands und Italiens ftattfindenden Besprechungen teilnehmen. Der Kriegsrar der Verbündeten tagt wahrscheinlich am Donnerstag.
Lon do n, 28. Jan. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Lloyd George und der italicnisthe Ministerpräsident Orlando haben London verlassen und sieb nach Paris begeben.
L o n d o n, 30. Jan. (Reuter.) Lord M i l n t r und Sir William Robertson sind Montag nachmittag mit zahlreicher Begleitung nach Frankreich abgereist. Sie werden den größten Teil der Woche in Versailles zubringen, wo die Verhandlungen des Kriegsrates abgcbalten werden.
B e r l i n, 30. Jan. Wie dem L.-A. ans Genf berichtet wird, sollen die heute in Versailles beginnenden Ententeberatungen unter Clemenceaus Vorsitz bis zur Abreise Lloyd Georges und Orlandos vier Tage beanspruchen.
Die LebenSmittelversorgnng i« Frankreich.
** *«* »• Jan- (A8A.) Meldung der Aaence Havas
der Erörterung m den Interpellationen Wer die Brvtkartc T l b LrSbensmittel versvrgcung, wobei besonders an das System der gleichmäßigen Zuteilung non 300 Gramm mff den Kvvf Kritik geübt wurde, führt? der Minister für die Lebensmittel.. Versorgung aus: Die Einsclrränftrngm sind nvttvendig infolg'' der ungenügenden Tonnage, die z°rr Verfügung steht. Es rst besser, sich emzuschränkem ehe die Vorräte erschöpft sind Der Minister erinnerte, daß die Brotration von 300 Gramm weit höher sei, als die rn allen anderen Ländern Europas, und wenn er von Frankreich verlange, daß es sich einige Elttbehrungen aui- erlege, so geschehe dies, um beat Bundesgenossen zu beweisen, daß freaufreüf) Opfer drin«, um eine Gegenleistung m erhalten Er schloß mit dem Appell an den Geist und die Opferwilligkeit des
Die Kammer nahm durch Handcmfheben die Tagesordnung an, die der Regierung das Bertrauen ausfpckcht, daß sie die Frage bet Brot Versorgung ööS Landes mit Hilke geeigneter Maßno hmen
l&ot werde
RadsSlawow Über die Lage.
Budapest, 28. Jan. (WTB.) Der bulgarische Mentstervrcisi- ldenr Rad a slawow äußerte sich über die jetzige internatwnake! Loge dem Mitarleitec brJ „Az E,'t" gegenüber imt folgt:
Wenn auch die jetzigen russischen Machchader stürzen, sy würde das den Frieden nicht v-erhmvern Bimm. Wffs besonders bk Haltung Bm'Mrir-ns r^etrifft, so haben irrir Rußland nichts w-e-g-i genomrnen und wollen ihm auch nichts w eg nehmen. J!n der gleichen Lage ist Rußland uns gegenüber. Die Dobrudscha hoben wir von ni rnänischer, hie Miormva von serbischer ömirfraft befreit. Von Griechenland, mit dem wir feit ehttnr J-ahw uns im KrieoAzustand befinden, besetzten tvir Drama, Serres urrd die Gegend von Kavalla, die bekanntlich im ersten Balkan ftre$ «n Bulgarien gefallen war. liniere Nachbarn und (Gegner fÖrat«rt sich bezüglich dieser Gebiete nicht aus den Rechtssbandpunkt stellen, (jü diese Gegenden feit Urzeiten $u Bulgarien gehören. Die Kmftz unserer Geginr ,H gvbrvckren, die unsere dagegen verdoppelt. Sowohl das Recht wie die Macht.ist aus unserer Seite. Der M i nutzer Präs L«nt äußerte ferner, er beabsichtig« bezüglich der Friedens Verhandlungen keine Erklärungen abzu geben, lns mit Rußland eine vollkommene Ueberenrstimuntng erzielt moiibeu sei. Dann würde das vollständige Ergebnis der Sob-ranje verkündet werden. Er hofft, da her bis dahin nicht mehr lan • L zal märten haben wurde. Der Mini ^Präsident schloß: .„Schon lange wird die Frage erörtert, xk> r ii>: Ertcntearn'e^ in Mazedonien. bleiben oder ob sie inr Beivnßtsein der ZwoMvigKSit dos rmterr* Kampfes abziel>en lassen. Die Frage rnttressiert uns sehr. Das Ergebnis unserer großen Sach: hängt aber nicht davon ab. Wir fetfofil l-aben keine offenfiden Msichien und sind andererseits siäier gegen jede Offensive der Entenpeländer.
Die VerLreLerinnen von 900000 österveichischen Fronen de m Grafen Czernin.
Wien, 28. Jan. (WTB.) öiefümt öormirtag erfchver^en bei dem Grasen C-ernm Frau Helene Grachitsch, Fvcar Foüntz FvQUtd» Marens, die Präsidentinnen iycv RÄchSorgnnisatiNN der Hans- fncnien Oester re ch?', nnd üborrÄchkM ihm namens des! genawtten. Vereins zwei Ka'eltvn mit Datten und Zuschriften von 900000 ö st e r r e i ch i s ck) e n F r a u e n. In ihrer Ansprüche an den Grcffen Czernin bkbo-nte Frau Helene Gvcmjiffch. daß m hvcser Kund» aebung d^r Sd'ich^oog'Mnsatron das volle Bettrauau züm Ansdruck delMge, das die österreichisch-n grauen in die vom Minister des Auswärtigen geführte FrledArSvv<itrk setzen.
Graf 'Czernin erwiderte hierauf mit folgender ArisiImche: Men Sie. meine Damen, meinen herzlick^n Dank für ihre frenndtchen Worte entgv-nmnebmen. Die Zerren sffü> nir alle schwer, nicht zum geringsten für den, der die Bennttwortmrg für die Innere Politik zu tragen hat. 'Das Vertrauen des Hinterlandes hÄft mir. diese Last m tragen. Die 100000 österreichischen Fronen aller Länder irnid Schichten, die mir Mn Zeichen ihves Vertrauens 'hre Karten abgegeb^i hrben. sollen mir und damit der Sachr, der ich diene. Wenn dre/sr fürrchterl'iä/«: aller Kriege einmal beendet r ei.it wird. wAM ent ehrenvoller Friede dank unserer unvevgleich- l'chser Armsen und heafe de? standhaften Hinterlandes erzwungen (ein wird, dmm wird rnan den Frauen Oesterreichs ein Monument in Wien setzen am schönsten Platze der Stadt. Die noch 'SmnnenPen GeMttüber fetten mit Ehrfurcht und Liebe 'euer Fvanen gedEm, die Zapfer und voll Entsagimg inuchgehalten haben bis zum ehrenvollen Ende.
Im Laiffe der hiercvff s^lgende,?. Unierchaltung richteten dü erschienenen Frauen an den Minister des Auswärtigen bk Frage, in welcher Weise sie eine Mtivn unterstützen könnten.
Czernin erhärte, jede einzelne Frau könnte ihm bet dem TDafom Wrr'ke Hellen. Jede Fvmt solle in ihrem Hause und in ihrer Familie dahin wirken, daß trotz aller Sargen und Mühsal die Spanne Zeit überwunidm werde, die wirs twt dem Frieden trenne, mrd daß e£ nur der Ruhe »mv des vollen Vertrau r n s des Hinterlandes zu ihn: bedürfe, um ihn in ''einer schwierigen Aufgabe imrffam zu nnterstün.^, Ter Minister fuhr fort: „Im übrigen m&cre i Sie überzeug!, fleiu, daß ich ^ für meine erste und vo-cnehmste Pflicht erachte, bei de:: abzuschließelrden Friedensverträtzau Sicherheitmr baSiix m schaffen, daß unsere Bevölferung rascheste ns mit allem Nötigen ver-^ so r g t tverde, und mit Men Mitteln, die mir zur Berküaimg stehen, dafür emzutretwr. daß ihr die WXiTv&crtiM des täglichen Lebens in gcrerfver W.ä'e auf direktem Woge und zir den billigsten Prelsen zugänglich gemacht werden."
Die „Nsrdd. Attgem. Jtg." über die Gtreikbewegnn-.
Berlin 29. Jan. sWTB.) Die „Norddeutsche Allgemeine ^tung" ' chreibl: In Berlin und an sin^lwrn Stellen irn Reiche «wchten Arbeiter den jetzigen Achaenblick M fass Deriuch, durch
Niederlagen der Arbeit aus die Regierung ei ne n volitisHoch Druck Mszuüben. Ein von den. Streikenden in Berlin gebildet« Ausschuß stellte Forderung-en aus. die sich u. a. auch mH urnec-i politischen Fragen beschäftigen. Soweit sich varm ein Zweifel a» der Entschlossenheit ausdrüctt, die von ihr zsrgesagteu Reformen! im Innern duräMtfetzen, gehen sie von einer völlig falsche« 5sorctu£iefcima ans. Was »sie gleichsolls in den Jvtzberungen Äe- r>"chrt^n F r t e d e n s v e r h a n d l u n g e n in BresEitowsk betrifft, so sind sich sie streikenden Arbiter vermutlich niäü barWee klar, day ihr Varl-alten zu sinr Gegenteil dessen führen muß, waÄ ste erreichen wollen. Statt die Verhandlungen über den Friede« M fördern, erschweren und verschleppen sie vererü Verlauf, indein sie unseren Feinden in ihren An^ sprüchen gegen unsere Unterhändler beigetrete» l'sud. Die Negierung, die in Brest-Litows!l verhandelt, um -u em-em Frieden zu gelangen, der sie deutschen Lesinsinteresser^ liareTt, dabei aber L-as sreimdnachbarliche Verhälttrll- Dt unseres bisherigen Feinden möglich macht, Witt) sich durch derartige Kundgebungen von dem als richtig erkannten Weg nicht ab- dringen lassen, Sie muß vielmehr erwarten, baß die strer- ttirden Arbeiter sich bei ruhiger Ueberlegung baldigst von der 'schLdlichbeit ihres Verhaltens überzeugen und zu ihrer ArbÄt zurück kehren, die für jeden heilige Vftiäxt gegen das Vaterlaird isst Noch stehen wir in einem schweren Kampfe. Jeder, der'in der Her-> mat dre Arbeit vernachlässigt oder gar niederlegt, versündigt sich an unseren Brüdern in: Felde, sie mtt ihrem Blut unter den größten Ansttengnngen und Gefahren dm Fei.rrd asivehren, der es auf die Nieoerwerfung Deutschlmeds, sie Venrichtung seiner wirtschafte lrcheu Stellung und damit auf sie Verarmnng de^ deutschen Volkes, also cui.ch der deittschen Arbeiterschaft, abgesehen har. Das Pflicht- bewußtsten, mit dem unsere Atzbetter sich bisher um das Volks wohl versient gemacht haben, und das sie in ihrer erdrürüenden Mehr- Herr auch heute noch dom Baterbrnde ö^veistm. wird das Geinrge) bazu beitragen, um sie Streikbewegung baldigst zu Ende zu Vrrn-Mn.
Berlin. 29. Jan. (WTB.) Der SbaatSsekrotLr des Inner« Wall ras wurde heute von Bertrevern der beiden soziale d e m o k r a L i s ch e n F r a k 1 i o n e n um eine Ninrcrredung et> sucht, cm der mtch Wgesandte der streikenden Brbeiterl ttilnelchnm^ sollten. Ter StiuttSsekretär erklärte, d-aß er bereit sei, sie sozialistischen LLbgeordneren zu empfangen, mit den nicht der Dolksvertrettmg angehörigen Arbettern könne er sich irchessen über Fragen der allgemeinen Politik nicht unterhalten, sir Brspoechungerr dieser Art vor^das Forum des Rsichsrages gehörten. Dar gevlante Unterredung ist daraufhin unterblieben.
Wir das „B. T." erfährt, hat sie ch-sialde^nokratische Fraktion bei dem Präsidenten des Rnck-srages sie sofortige Einberufung des Reichstages beantragt. Begründet isird siestw Anlwag mit der imruhigen Lage, sie sirrch sie Streikbewegung geschaffen worden sei.
Berlin, 30. Jan. Der „Berl. LoLalanzeiger" schreibt: Des Streik ist heute allgemeircer geworden, wemrgleich vos eurem Generalstreik noch nicht die Rdde fein kann. In Span-- ft a n hat in. sim Fabriken gleichfalls eine Anzahl Arbeiter die Arträt niedergelegr. Als Grrurd wird angegi'.sim., daß die Lebens- rrtittrl ibnen zu knapv zugencessen seien. Die Arbeiter haben mehrfach erklärt, daß sie höhere Löhne sirrchans nicht motten. Hervor- gehoben sei, daß, :venn sich in der Mehr 7 .ahl der Fabriftm die Zabl der AuHständigen vermehrt hat, es auch einzelne Fabriken gibt, in denen, die Zahl der Arbeitenden zugenommen hat. Bon Demo^ ftratioiren und Unnchen ist bisher von keiner Stelle etwas gc>» nreldet worden.
Im „Berliner Tageblatt" lieft man: Bon den großen Zrerken erfahren wir, daß sie Ä. E. G. noch '.richt in der Lage ist, sie Satte lag; wt übersehen. Erst nachmittags könne feftgestellt werden, wie ftor! die StreikbetÄldgu-ng ist. Bei LudN'. Loerve 8- Co. ist die Bewegung nur ganz gering. Nur 500 Arbeiter haben bisher wisgesetzt. Auch bei Mär & Genest sind nur 'wni-ye cmAcÄiebknr. Die opsisate Anstalt Goe-cz teilt mit. daß sie gestngtm Nachrichten Über ein«« vol.'^mmO^i Streik ülwrlrieben waren. Gat 'Teil der alteren Leute gehe nach wie vor dem Berufe noch. Auch vei S-chwartzkopff ist mir ein Bruchteil der Larttc an getreten. Sehr stark ist sie ddlsstauds- bewegung in Johannistha) und Mershof deren BetvnL^ fast votsi ständig ruhen.
Berlin, 30. Jan. Verschiedene Blatter sagen, da die sozialdemokratischen Parteien resp. Fra t i o n e n, bie volle Verantwortung für den Streik, die sie zuerst abzulehnen versuchten, auf sich ;u nehmen sich bereite finden lassen möchten.
Aus dem Reiche.
Depefthemvechfel Wischen König Ludwig nnd dem Kaiser.
Berlin, 29. tages des Kaisers faul rmd dem K a i s e
an. (WTB.) Anläßlich des Geburts- zwischen dem König von Bayern
r folgender Telegrammwechsel statt:
„Zu Deinem siseburtsrag, den Du auch heuer in kriegsw äßiger Einfachheit begehst, bringe ich Dir meine und meines Hauses allerwärmste Glückwünsche dar. Deutsch!cnrds Fürsten ;md Freie Städte rmd das gesamte Volk stehen aeschtosfen wie \z zum Ti-utichen Kaiser, sie wissen in ihm sin Gichrben an die llnüber-- Ninsiichkeit unseres Vaterlmides gegenüber der Uebermacht vorr Feinden verkörvert und teilen mit chm den festen Willen, den! Kamps zum Abschbrß Zu bringen, der Deutschland mib seinen. Verbündeten den Bestand und eine z-uftmst^reiche Entwicklung m der Well srciwrt. (rsvtt gesi Wir zu siesem hohen Ziele seinen! S^gnr und Beistand im neuen Lebensjahre. Jil aller Treue Dem
L u d w i g."
„Wärmstsr Dank für Deine, mich besmrsirs erfreuenden Glücte wüntche. Mtt Dir bin ich voll starker Zuversicht, daß unserem; herrlichen Volk aus der Nvl der Zett ein starkes und sicheres Reich und ecNL glückliche Znftmft erwachsen wird. Die Be^isteruug, mit der unsere Söhne im Mgust 1914 aus^gen, ncuß sich frei ber Länge des Krieges immer mehr ru eiwe Stimnurng unoeugsmner Entschllrssenheit auslösen, sie auch das Schwerste inuttA zu tragen berert ist. Dam brauchet wir die Hilfe aller, die unser schwer geprüftes Volk lieb hasiu, der politiscknnr Führer zumal. Gott fcfomfr srnS, daß solche Stimm,eng ,cns immer mehr Zuteil Werda In treuester (^eiinrnmg Dein Wilhelm."
*
^ Berlin, 29. Jmr. (WTB.) S. M. der Kaiser und König hat dem Oberpräjidenten der Nhsinvrovinz zur Lm--- derung der ersten Not bei den D o ch lv a s s e r s ch ä d e n im Nahetal eine weitere Svende von 50000 Mark aus (Ufer* höchst (efner SchatullT ziehen lassen.
Aus Stadt «nd Land,
Gießen,'den 30.Januar 1918. *^usseichnung. Schütze Klarl Sann erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. — Otto Birkenbeul wu^e mit dQn Wernen Kreuz 2. Klasse anSgezeickE. llnttmoffiKier Fritz Alt Hof, Sohn des Zugführers erhielt das Eiserne Kvsuß S. .Baffe.
** Neue Fra chtbrie fs. Die Pavierknappheit hat sirsu geführt, an Stelle des bisherigen Frachtbrieftnusters ein nencL einsusühren. Es ist um sie -HäLfte in der Wolfe verKettiett, daß sie Rückseite mit brr rechten Hälfte des jetzigen Mujfer« bedruckt wird. Die vorhandenen Bordrrtcke des bishrrigen Musters dürfen Mrsgebraucht werden: empffEUt sich, fie in erfttzr 9ircfo
in den Fällen -u verwenden, in den«r dem Fnachtbries fmifUfi?: Beglritpapierc (&. B. Zoll- mtb Steuerpapieve, Deckenftachtbriesü uffv.) beizu geben find. Soweit der nftie Frachtbries verwendet wird und Begleitpapiere als Anlage brigegeben find, müffertz sie Frachtbriefe der Breite nacy gefal-t weichen. Die Beilagen fmd so dauerhaft wie möglich mit dckn Frachtbrief zu varbMdew
Stadtthsater. Vvr der Erstaufführung bet ^©trttfef, nach csternah. ch" «jk 'SsinMenben! Samstag bürfir sine


