Einzelbild herunterladen

Kr. 2>

M. Jahrgang

Der ttffcmr Anzeiger

erscheint tätlich, außer Sonntags. - Beilagen:

-ießenerFamillenblütter;

Nie -t lci!

für den Ureis Sietzen.

vezugspreis: rnonarl. Mk. i.20, viertel­jährlich Mk. 3 6>> durch Älbhole- u. Zweigstellen ,nonall litt. 1.1 >. durch die Bost 'I'ff. 3.60 viertel- jährl. auSjchl. Beüeüg.

^eritlprech - Anschlüsse'; sürdreSchristlr.lunqllL (ÄeschüirsstelleLI

richrcn- Anzeiger AWjffingrs'paddrllck U. verjag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Ztein-rrlÄerei n. Lange. §chrifL!eitnng. Geschäftzstette u. Druckerei. Schuistr

Mittwoch, 30. Januar \%S

postscheckton-s: Kranksnrt a.M. U63b

kankoerkehr: GeDervedank Gießen

Kn»»»»»,».»« v«u LL. zeigen die Lagesiuunmer bis ;uin Nochmiltag vorher ohnejedeBerbuidlichkeit ZeUenoreise: für örtliche Anzeigen 2b 6i.,sürauswärllge 30 Pf., *ür Reklamen Mk. l. . bei P'.aqvor- schrist 20 °/ 0 Anis vlag. Haiwtschri'tleiler: Auq. Goeg. verantwortlich fitt Politik u. Feuilleton: Äug. l^oetz; Stadt >>ib Land, Vermischtes u.Ge- richrsiaal: W. Meyer Anzeigenteü: io. Beck;

iäunltch nt Gießen.

(WTB.) Großes Hauptpuarlier, 2d. Januar. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

An verschiedenen Stellen der Front ArtillerietäffgreU.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz

In der Chancpagne entwickelten sich lebhafte örtliche Kämpfe. Beiderseits der Straße Hi'aireSt.Souplet schei­terten am Morgen kleinere französische Angrifssunrerneh- mungen.

Unsere Stellungen zwischen den von Somme-Py und Ripont nach Südosten ftchrenden Strotzen lagen am srihn Nachmittag unter heftigstem feindlichem Fencr. Unter seinem Schutze stietz französische Infanterie mit Flammenwerfern zu starken Erkundungen gegen mehrere Stellen der Front vor. Mit schweren Verlusten wurde sie zum Teil vor unseren Hindernissen, zunl Teil im Nahkampf, zurückgeworfen. Einige Gefangene dlreden in rmserer Hand; mehrere Flammen- werfer wurden erbeutet.

Rege Fliegertätigkeit führte zu zahlreichen Luftkämpsen.

Wir schossen gestern dreizehn feindliche Flugzeuge und einen Fesselballon ab.

London und Sheernetz wurden erfolgreich mit Bomben beworfen.

Französische Flieger setzten ihre Angriffe gegen unsere Lazarette fort. Wahrend im Monat Dnemtttr die Lazarett- anLagen von Nethel meh-fach das Ziel ihrer Bombenabwürfe waren, griffen sie in den letzten Tagen die Anlagen von Labry (östlich von Eonflans) an.

Italienische Front.

Auf der Hockfflache der Sieben Gemeinden ist von neuem heftiger Kampf entbrannt. Die Italiener griffen gestern in dem Abschnitt östlich von Afiago und der Brenta mit starken Kräften an. Am Monte Sisnnol und westlich brachen ihre Angriffe vor den österreichisch-ungarischen Stellungen meist schon nn Feuer zusammen. Der Monte di Val Bella, auf dem sie vorübergehend Fuß fassen konnten, wurde ihnen im Gegenstoß wieder entrissen. Ebenso warfen unsere Verbün­deten den in dem Gebiet des Csl di Rofso sowie zwischen Frencela-Schlucht und der Brenta anftürmenden Feind nach schweren Kämpfen zurück.

Wiederholte Versuche des Feindes, örtliche Einbruchs- stellen durch Einsatz seiner Reserven zu erweitern, scheiter­ten unter blutigen Verlusten. Zehn Offiziere und dreihun- derrfünfzig Mann wurden gefangen.

Eines unserer Bombengeschwader warf in der Nacht vom 26. zum 27. Januar mit guter Wirkung 21 060 Kilo Bom­ben auf Eastclfranco. Treviso und Mestre. Grohe Brände waren weithin sichtbar.

Kon den anderen KriegssihauMtzei: nichts Neues.

Der Erste Generalguaniermeister Ludendorff.

*

Der Abendbericht.

Berlin. 29. Jan., abends. (WTB. Anttlich.)

Kon den Kriegstzhauplätzen nichts Neues.

Derbolschewistische BaziNuS" ist nach Deutschland hereingeschnruggelt worden und hat in Norddeutschland einige Verbrertnng gefunden so kennzeicknret ein Blatt richttg die Loge, lieber den Umfang der Strelkbewegrrng, die Hauptsäckstckch ihren Sitz in Berlin, aber auch in Kiel und Stettin Eingang gefunden hat, steht nichts Sicheres fest. Auch wenn es sich nur um ein oder zwei hunderttausend Streikende handelt, ist dieses Ereignis schlimm und bedeut­sam genug! Cs ist, wie derVorwärts" Augibt, in der Hauptsache ein politischer Streik, der politische Maß- nahmen und Entschlüsse unserer Regierung erzwingen tritt. Und zwar sind es die bekannten sozicrldenrokratt schen Forderungen, die darin gipfeln, daß unsere Unterhändler in Bvest-Liwrnsk sich den Bedingungen Trotzkis fügen sollen! Wie wird dieser Prophet des Zukunftsstaates durch solche Geschehnisse in Deutschland ermuntert, sein herausfordern- des Verhalten weiterzuführen, wie wird mit chm die ganze feindliche Welt hoffen, daß binnen kurzer» auch bei uns oie Revolution einziehen muffe! Aus England liegt heute eine Meldung vor, wonach Äloyd George die ängstlich, ge­wordene englische Geschäftswelt ans diese nahe Wahr­scheinlichkeit triumphierend hingewiesen haben soll. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" geht sehr milde mit dem das Vaterland schädigenden Treiben der Streikenden ins Gericht. Bon anderer Seite wird vonLandesverrat" gesprochen, und wenn wir auch nicht die Masse der Strei­tenden für solcheVerräter" halten möchten, so sind doch die Aufwiegler, die die Tragweite ihres Handelns über^ blicken, die sich benmßt $xm Diener der russischen Propa­ganda gemacht haben, ganz gewiß Vatcrlandsverräter. Es ist ein sehr böses Anzerchen, daß beide sozialdemokratische Fraktionen nicht etwa ihren Einfluß geltend gemacht haben, das frevle Unternehmen zu verhindern, sondern daß sie es als ein Mittel aufgreisen, ihre eigenen Zwecke zu fördern, die ja nn Grunde die gleichen sind. DerVorwärts gibt HU, verwerflich wäre das Bora hen der Arbeiter, wenn |ie damit als Minderheit einer Mehrheit den Willen auf- Hiuillgen wollten. Aber die Dinge lägen anders:Was die streikenden Arbeiter wollen, das will im Grunde mit ihrren oie gewaltig überwiegende Mehrheit der ganzen Be Volke- nrny."

Man müßte dazu zunächst fvcvgen, woher derVor­wärts^" die Berechtigung zu dieser Lttrnahme nimmt? Kann und darf er meinen, die Reichs tagsm ehrheit wäre für ein bedingirngSloses Nachgeben Herrn Trotzki gegen^ über oder gar für einen solchen Denu-ustratwnsstteik- Unter dem phrasenhaftem Bvrwvflid, daß man bk ,^ewcMge Volk^

mehrheitt" hinter sich habe, kann matt ja scArestlich alles mögliche ins Werk setzen wollen Recht und Ordnung stehen aber bei solchem Standpunkte nicht. Und wenn die sozialdemokratischen Führer jetzt nach der sofortt gen Einberu,ung des Rci^/Skags rufen, so fallen sie damit lediglich unseren Berhandlungsftihrertt in Brest-Li owsk iit den Rücken! Wo alles hinaus soll, das deutet derVor­wärts" mit folgenden Sätzen an:

Und wie es im Innern gilt, alle Kräfte zur Einheit zu- sammenzuschnrieden, so gilt es, auch über die Gronzett und über die Scktützengräbett hinaus die Arbeitermatzen -ur Solidarität aus- -nrusen. Jetzt können die englischen und die fran­zösischen Arbeiter zeigen, ob es ihnen ebenso ernst um den Frieden zu tun ist >vie den deutschen! Wir verlangen und erwarten von ihnen nicht, daß sie der eigenen Landesverteidignng in den Rücken fallen, so tvenig wie wir das selber tmr., aber lvrr verlangen und erwarten von ihnen, daß sie mit dem gleichen Nachdtmck, toie wir es tun, ihre Regierung dazu au ff ordern, dem grmren vollen Bölkercingen ein Ende zu bereiten."

Es scheint, das Blatt habe gar nicht gelesen, was die englischen Arbeiter soeben erst beschlossen haben! Diese ver­halten sich g a n z anders ihrer Regierung gegenüber! Und diese Regierung Lloyd Georges ist doch eine ausgesprochen cmnerionisttsche und denn Fri den entgegottg wunde S l. e der oeutsche Demvnstrattons streik darum ,ich nicht l.eber gegen diese Seite richten? Ein nützlick)-er Deanonstratiotts- streik in diesem Sinne wäre es, wenn die deutschen Arbeiter eilte Entschließung gegen.die feindlichen Kriegsrerlän- gerer los.ießen, damit dein Anstand die Augen ausgingen darüber, daß von einer Revvlurion in Deutschland nicht die Rede sein kann.

Ihren Versprechungen und Zusagen zuwider haben die russischen Botschewisten mm auch in Finnland den Bür­gerkrieg ange^ettelt. Sic führen rm ergenen Lande, ohne es irgendwie zubofragen", die schlimmste Gewattherr- sckiast. S«hr zutreffend bespiegelt der sozialdemo­kratische Abgeordnete Dr. Len sch in 'herGlocke"' das Schlagwort vom Selbstöestimmungsrecht der Völker. Er weift zunächst darauf hin, daß dieses Schlagwort schon seit jeher Mode geroeien ist, wenn es galt, in irgendtvelcher versteckten Form Annexionen zu macheir. Cs sei höchst wun­derbar, daß die Sozialdemokvatte in dieses Modegeschrei mit ernftimme, denn das Selbftbestimmungsrecht widerspreä)e den Grundgedanken der Partei, die auch im politischen Le­ben die Zusammenfassung kleiner Betriebe befürworte. Wört­lich fährt dann Lensch fort:

Ter Glaube, aus Grund dvS SelbstbestimmunAArechts mit unseren Gegnern, wie sie min einmal sind, einenBerstän- digungsfrievetr" abschließctr zu Lmnerr, ist und bleibt ein Traum. Das WortBeritändigung" Hot ja wvhl irgend etwas mit Verstattd zu Lun. Solange aber der Verstand im Ententc- lager noch so wetiig, der Größemrxchn und die Ver­hetzung in den amtlicl^tt Kreisen noch so Dted zu sogen haben, ist an einen Verständigutrgsfricden nach wie vor leider nicht zu def.'kien. Wie derVerständigungsfriede" aussieht, den uns die En­tente heute anbietet, das haben tms die Reden PichonS, Lloyd Georges und Wilsons deutlich gerrng gezeigt. Mitteleuropa würde danach wie ein am Querholz aufgehätrgtes Wilds,chwcrn anssehen, das die Etrtente einer Träne im Auge» aber im übrigen stillem Schmunzeln cruSweiden koanUe."

Der Ssterrelchtsch-unsarlsche Tagesbericht.

Wien, 29 . Fan. (WTB. Nkhtauttlich.) Amtlich wird verlautbarl:

Auf der Hocksslüchr von Asiago ging der Italiener gestern nach dreirägiger Arttllerievoröercittmg zum Jnsan- terieatlgriff über, der zu schöneren Kümpfen um den Eol del Nos so und den Monte di Val Bella ft'rkn-te. Dank der .rährn Ausdauer der tapferen Verteidiger blieben beide HöhenWAch wechselvollem Ringen mit dem an Zahl stark überlegenen Gegner in unserem Besitz. Oertliäre EinbNlchsftellen ver­mochte Der Feind nicht zu enveitern. Im Wcstteile der Hoch­fläche brachen die italienischen Angriffe bereits in unserem Abwehrfeuer zusinrnnrn. BieHer wurden 10 Offtziere und 350 DiÄNN gefangen eingebruckst.

Der Chef des GerreralsLaveS.

* . *

Die Kriegslage.

Berlin, 39. Jmr (WTB.'i An der Westfront lebte am 28. Januar bei aufllärender Sicht die Gefecht Stätigkeit wieder auf. .Wahrend wir in Fbrndern U7id an verfchiedetten Stellen! der Westfront in kleinerett Unternehmungen erfolgreich waren und verschiedentlich Gefangene und Maschinengewehre znrück- brachte», setzten die Franzosen in der Chamoagnc zu Mwaltsamen Erkundungen größeren Stiles stmckere Kräfte ein. Am Morgen des 28. Januar erfolgte nach kurzer Artillerie- und Minenfeuer- vorbereitnng beiderseits der Sttaße St. SonpletSt. Hilaire der Vorstoß eines starken französischen Sturmtrupps gegen unsere dortigen Stellungen. Wirksam von unserem Sperr- und Maschincn- gewehrfener ersaßt, entzog sich der Gegner unter schweren Ver- msten durch eilige Flucht unserem Gegenstoß. 1 uyr 45 Vtin. nachmittags setzte schlagkräftig erneut Fenervorbereitung zu einem sroßzügigrn feindlichen Patrouillenunternehmen ein. Urtsere Stel- lungen südlich der Linie Sommepy-Rouvrois lagen unter starkem Trommelfeuer. Bereits um 2 Uhr nachmittags traten starke fran­zösische Sturmabteilung eil gegen Misere Stellungen bei Butte de Tabure und Butte de Mesnil und westlich dieses Ottes zum Sturni an. Zum großen Teil brach der Angriff bereits vor unseren Drahthindernissen in wirksamem Sperrfeuer zusammen. An arrderen Stetten wurden die Franzosen in blusigem Nah­kampf unter sckMcrcn Verlusten zurückgeichlagen. Hierbei wurden ihnen mehrere Gefangene und Flainrnenrocrfer, die in großer Anzahl den Angriff unterstützen sollten, abgenommen.

Zwischen Asiago unb der Brenta haben sich die .Jta- lieiter, die mit starken Kräften wiederholt die ösderreichrisch-ungari­schen Stellungeti angrifsetl, eine schwere blutige Nieder­lage geholt. Außer den zehn Ossizieren imb 350 Mann, die sie während des mißluttgeium Angriffes als Gefangene einbüßten, erlitten sie infolge des rücksichtslosen Einsatzes ihrer Reserven außerordentlisth hohe blutige Lerlufde.

Die Nevolution in Finnland.

Stockholm. 30. Jvn. Wie die hiesige finnische Gesandt­schaft geislern drahtlich erfuhr, hat der finnische Senat Helsitigsors verlassen urtd sich an einen lmtetajmtem Ort begeben, um dort seine Arbeit fortsetzen zu können. Die Stadtj ist von russisckteu Truppen besetzt worden. Es herrscht völlige Ajnarchie und nicht einmal dem Roten Kreuz wird erlaubt, ieittfl Pflicht zti tim. Zum Oberbefehlshaber der bürgerliä>en Schtitz- truppew ijs.1 General der Kavallerie Baron Manners'heim ernannt worden.

Stockholm, 29. Jan. (Sv. Te!.-Byr.) Aus Hel sin g- fors wird gemeldet: Der Streik dauert cm. Rote Garden be­schossen gestertr mit Maschinengewehren einige Häuser im Mittel­punkt der Stadt. Es gab aber nur wenige Tote tmd Verwun­dete. Die Nacht war ruhig. Das russische Militär verhält sich passiv. Auch Wiborg ist ruhig. Die Eisenbahnbrücken von Torsjoki und Karisalmr wurden gesprengt. Schutzkorps mit 20 Maschinengewehren und Tausenden von Gewehren marschieren: südwärts gegen Helsingfors.

S tockhol m/39. Jan. (P. T. A.) In Finnland ist dis Revolution des Proletariats ausgert-lfen worden. Der sozialLenwkratische Ausschuß hat am Sonntag abetrd eine revo­lutionäre Erk.arung beröffentlicht, in der er an kündigt, daß die Gewalt ausschließlich der Arbeiterklasse und ihren Organett gehöre. Ter allgemente Ausstand hat in Helsingfors am Montag be­gonnen. In anderen Städten hängt die Erklärung des allgemeinen Ausstandes von örtlichm Umständen ab. Ein Aufruf ermahnt die fremden Untertanen sowie die friedlichen Bürger, sich an den Plätzett, wo Kämpfe stattfinden sollten, seind!Handlungen zu enthalten. Ter Hauptaus'ch der Arbeiter hat den Belagerungs- zustach verhängt und das Tragen von Waffen außer für die Rote Garte verboten. Je e revolutionäre Handlung und Plünderungen werden nach der ganzen Strenge der revolutionären Gesetze be­straft werden. Nach einer späteren Meldung ist heute der a l l - gemeine Ausstand erklärt worden, außer in den Werken für Gl^trizität und Gas. sowie den Apotheken, Krankenhäusern und Lebensmittelgeschäften. Tre ^)rdirutrg wird von der Roten Gvrde und Vkiliz aufrechter halten. Die staatlichen Eitrrichttrngen be^ finden sich in den Händen der Roten Garde. Mtglieder der Weißen Garde und Senattoren sich verhaftet vwrdim. Tie Weiße Garde hat bet der Station Oria täte Brücke in die Lust gesprengt. Von de^ anderen Orlen fontmct ähnliche Meldungen.

Stockholm, 29. Jan. (Sv. Tel.-Bvr.) AuS HelfmgforS wird vom 28. Januar nachmittags gemeldet: Der Eisenbahn­verkehr ist allgemein eingestellt. Mehrere öffentliche Bauten, dar­unter das Senatsgebäche, sich von roten Gardisten besetzt. Tie Universität ist geschlossen. Zeitungen erscheitten nicht. Ter Straßen-, verkehr ist sehr lebhaft. Rote Gardisten patrouillieren überall Tie Fernsprechverbindungen sind im Innern des Landes unter- brocheu. Die Sitzungen des Landtages sich eingestellt. Die Eisen- bahnbrucke Avria-Haapvmseki ist gesprengt. Die Senatsmitglied« befinden sich in Sicherheit.

Haparonda, 30. Jan. (Sv. Tel.-Byr.) Seft gestern ist gan^ S üd- Fi nn la nd bis Hammerford in den H än oen der Roten Garde, die von rufftfcfjen Soldaten unterstützt wird. Das Telegraphenamt und andere öffcntttiche Gebäude in Helsing- fors sich von roten Garden besetzt, die den Svnat für abgesetzö erklärten uch die Bolschawiki als Herren der Regierung ausriefen. Das Gerücht über die Verhaftung von Mitglieoern des Senates ist nicht bestäsigt. In Nvrd-Finnlach gelang es der bürgerlichen Garde, die rote Garde im Schach Au halten. Es herrscht dorti verhälttiismäßig Ruhe. In Dornea sich mir achtzig russische Sol- dawn zurückgehalten.

vis Verhandlungen in Vreft-Litowsk.

Brest-Litowsk, 29. Jan. (WTB.) Im Laufe des gestri­gen Tages sich in Brest-Litowsk eittgetroften am Nachmittag: Ter österreichisch-nntgarische Minister des Aenßern Czernin mit dien übrigen Mitgliedern der österreicknsck>-ungarischen Delega­tion, abends: Staatssekretär v. Kühlmamr, der bayerische Staats- minister uch ehemalige Ministerpräsidertt Gras Podewils mit Begleitung, ferner Großwesir Talaat Pascha, der Minister des Aeußern Nessim Bey, der Botschafter Hakki Pascha mit einigen anderen türkischen Herren, echlich Telle der bulgarischen Dele­gation mit Oberst Gantscholv an der Spitze. Heute vormittag gegen y»12 Uhr ist auch Volkskommissar Trotzki in Brest-Litowsk angelangt.

Die auf russisches Ersucherr aus heute anberaumte Sitzung der politisck-en Kommission ist auf morgen vertagt worden.

Berlin, 30. Jam Zur Erklärung Trotzkis ,daß die lttissische Delegation ihre Forderungen nicht Preisgaben und keinen Separatfriedetr schließen werde, heißt es in derN o r d d. A l l g.

Z t g." in einer redaktionellen Bemerkung: Es erscheint uns doch recht fraglich, ob die Versprecknrngen Trotzkis, daß die Wett- revolution den Frieden am sichersten herbei ühren werde, der grasten Masse des russischen Volkes eine ausreiä-enÄe Bürgschaft für die Befriedigung ihres Friedensverlmtgens ist. Sie weiß jedenfalls, daß die Mittelmächte in ehrlickier Friodensberettschaft au die Ford siltzung der Verlxmdlungen hevangeheu, und man wird gut tun« abzuwarten, ob die Maximalisten wirklich das Risiko einer Ent« täusch.mg des russischen Friedensverlangens zugunsten ihrer revo­lutionären Propaganda aus sich nehmen werden.

.DiePost" schreibt: Wenn es dem dm!schon Gerechägkerts- j&tn und der deutschen Friedensliebe entsprochen hat, die Brest- Lidowsker Verhandlungen nickst brüsk abzubrechen und es noch eiw mal mit gütlichenr Llusgleich zu versuchen, so stel^n wir jedenfalls nurunehr nach allem, i-vas wir von dem maximalistischen Treiben erfahren haben, vor eftiem völlig verändetten Lagebild. Unter allen Umständen ist es jetzt Pflicht der Unterhändler, den Spreck-ern de» BolsckMviki mit aller Schärfe entgegenzutreten und ihren tönenden Phrasen die real? Tatsache der deutschen Vonnachtstellung im Osten Eurotxrs aufs nachdrücklichste entgegonzuhalten.

Berlin, 29. Jan. 9dach Mitteilung der in Brest-Litowsk verbliebenen Vertreter der Mewer Zeittralrada soll die ukrainc- sck-e Delegation gestenr aus Ki«v abgefahren sein.

Ans Rufjlcnö.

Berlin, 29. Jän. DieB Z. am Mittag" belichtet auS Bise!: Tie Ligence Havas meldet aus Petersburg: Am 24 Januar lu&rrtot alle Mitglieder des sozialrevolutionären Ko­mitees von Moskau und desienigen der Provinz Moskau ge­fangen g e setz t.

Dasselbe Blatt meldet aus Genf: Dir' Agenre Havas meldet auS Helsingfors: Der finnische Senat ist von dev sinni« sckien Bolschewiki, die durch Maisinetru.ppen der Sotvjets unterstützt wurden, aufgelöst worden. Der Senat twotestil-rtc gegen die Einmischung russisckxw Soldaten und Matrosen in die intieven An« ^elegnthcitcn Finnlands, Der Präsident des SeuE vmrde v«^