Einzelbild herunterladen

Italien- Versorgung.

Lugano, 29. Jan. (L.Ä.) Wir die Tage^eitungen aus «Mdon melden, wurde zwischen Orlando und CreSvi emers-eits Md Lloyd (Zjevrge. Dalfour. Lord Rodert Cecll und Lord Milner andererseits ein Einverständnis über die Notwendigkeit. Italien urrt Brotgetreide. Kohlen und Rohstoffen für dle Jn- au)tnt zu versehen, erreicht.

* . "

Albert Thomas gegen Clemenceau.

Bern, 38. Jan. Nach Parisern Blättern erklärte der französische Munitionsminister AlbertThomasin einer Mede tn Bordeaux, die Sozialisten seien von Clemencca u durch fern tiefes Mißtrauen gegenüber den Kräften des Bolkes und gegenüber allen Volks tümlicl)«n Strömungen getrennt. Thomas tadelte C ömencoaus Haltung gegenüber Rußland Und den Nationalitäten in Oesterreich-Üngarn. Die 9lltnerden müßten auf diplomatischein Gebiete z-usmn- Nderchängender und kühner Vorgehen.

Kaiser und Reichstag.

Berlin, 28. Jan. (WTB.) Anläßlich des Geburts tags des Kaisers richtete der Präsident des Reichstags, Dr. K a e m p f, folgendes Telegramm an den Kaiser:

Zurr vierten Male wälrreick» des gewaltige, uns aufgezwun- yenen .Krieges begeht Deutschland den Gevurtstrag des Kaisers, dem- Wunsä-e Eurer Mchestät folgend, in stiller, feierlicher und ernster Weise. Bei dem 20jährigen R^gieruugsjubiläum Eil rer kaiserlichen mck> königlicheir Äöaiestät haben unr mit Stolz darauf htngem^stni, öaß Eure Majestät ein Viertel lahrhkuvdett hindurch bene Deutschen Reiche und der Wett dm FriÄx-n erhalten haben, und haben die in jedem Toutjchen tie'nmrzelnde Ueberzei^gung zum Ausdruck gebracht, daß Eure Mraiestät das Schvert nur ziehest tofttben, wenn Eure Ms-estät dazil geznmngen wovon zur Ver. veLignug der Elire und Esi.«rz und Zukunft unseres Dabrsand s In oÄffan B e r t e i d i g u n g s kam p s steht memneh. Duffck>- Land seit bald vier Jahren jnrt feinen Verbündetrn. unübe^viud- lich mtd und Heldenhat in seiner militärischen icti> wirtschaftli l en Kvatt. Im Bewußtsein der Stärke und unse^s guten Rechtes haben Eure Dlaiestcü mit Eurer Majestät h^len Vcrbü^id'ten vor länger als Jahresfrist die Hatld zum Frieden den Fellrdm eitt- argestreckL. Zuerst mit Hohn zurückgewvescn, trägt dieser hast­ige Schritt langsam ferne Früchte. Möge es (Arrer Majestät üeden sein, in dem neuen Lebensjahre, in das Eure Ndajestät eintreten. den Frieden zu erringen, der dem Deutschen Reiche seine Stellung in der Welt und dem deittschen Volke ungehinderte Ent­wicklung feiner geistigen und wirtschaftlichen Kräfte für alle Zeit gavähtteistet. Des Fimmels Segen walte über Eurer kaiserlichen und königlichen Majestät zum Heile deü Vaterlandes

Tr. Kaempf, Präsidatt des Reichstags.

Der Kaiser antwortete:

(gmufargcn Sie menen wärmsten Tan? für die tr-nen Wünscki«, mit denen Sie mich ran?enS des Reichstags-'-erum er reut lab^n. Ich beginne das ernste und eittick^ermn grolle Jahr in stolzr Tnnk-^ ^rrkeu für die urrge.'.^rren Eriotge, die unsr-ren unelnnün-lirsim Kämpsrrn und ihren genialen Führern zuteil wurden. Jh w., rn welchem Umfange die treue Arbeit des Volkes in der Heimat zu diesen Erfolgen mitgemirkt hat, wieviel Not und Sorge dabei ya Wermmden waren. Es sind imvera äug ticke Ruhmesblätter, die äfljvte der deutschen Geschchle hin^ugeiügt hat. inib in

AE nebe n großen Feldherren auch schlichte Arbeiter und einsarne -6m«n ihre Schrift-eichen eingezeichnet haben. Mein ^ißer. mich teyl«H LeyleÄ-nder Wunsch ist, daß mein geliebtes deutsches Volk ohne Uebermut, aber im star ken Bewu ß t sei n sei n e r Macht und seines Rechte« in weiser Selbstzucht seine Geschlossenheit nach innen und außen» wahre, &t 4 der «rdgDtige Sivg nnfever Waisen den Grund zu ^Wvger WrederentsoLümg lecher geistigen und wrrtsckZaillichen Graste logt.

Wilhelm I. R.

Die preasfische Herrellbansvorlclge.

Berlin. 38. Jan. Im Dahlrechtsausschuß des Ab.

Wirr bvLntrvgon, ^die Kammer wvQie beschließen. Ge. Re­gierung zu ersuchen, schleunigst ein Gesetz vorzulegen, das die Errichtung neuer und bte Erweiterung bestehender FideSvmmisse während des Krieges und mindestens noch 10 Jahre nach dem Krieg verbietet.

Auslegung der Bestimmungen über die KriegSteuerungS-

beihilfen.

Die Tlbgeordneten Urstadt und Henrich haben in der Z w eit en Kammer folgende dringliche Anfrage gestellt:

Wir ersuchen Grvßh. Regierung um Auskunft, wie sie bei der Durchführung der Bestimmungen über die Kriegsteuerungöbei- frtfiteu den Begriffdie gegen Monats- oder Jahresvergütung beschäftigten staatlichen Bediensteten" ausgelegt hat und ob sie bereit ist, den Kreis der dazu zu rechnenden Personen weiter zu ziehen, als es bisher geschehen ist.

In der Begründung heißt es: Es sind zu diesem Punkt erne ganze Anzahl Unstimmigkeiten zutage getreten. An d<m Universitätsin st ituten in Gießen und all den Heil- uud Pflegeanstalten find z. B. Leute, die nach dem Wortlaut der Bestimmungen und nach ihren Dienst- und Lohn- Verhältnissen Anspruch auf die Beihilfen zu haben glauben, aus­geschlossen worden. Wenn wohl auch durch.Erhöhung der Ber­atung eine kleine Entschädigung aller staatlichen Bediensteten statinefundcn hat, so wäre doch völlig gleichmäßige Behandlung am Platze. Mindestens müßte genau sestgestellt werden, wie weit dvr Begriffgegen Monatsvergütung beschäftigte Bedienstete zu fasset: ist.

rusen werden:

1. diojerngen Prinzen des königlichen Hauses, die nach er­reichter Bvlljähngfkeir vom König berufen wurden; der- remge volljalwiae Prinz, der der Krone am nächsten sieht, . " uach erreichter Volljährigkeit stets berufen werden;

3. oer Fürlt von Hoh^zvllern-Signiaringen, die Ehess der im 1866 devosstdierten Häuser und der Herzog von L>cyleÄvig-Holst«n--A- nistenburg sowie die Häuser der nach oer deutschen Bund^x e vom 8. Juli 181% \m Stände) ckwft derechttgten bonuaitaen deutschen reisMälidiscben Häuser m Preußen, soweit sie vom König berufen wurden.

Der Minister deS Innern erklärte, daß er diesen An- tvay für eine geeignete Grundlage halbe, daß sich aber die Staats- vogierung ihre Stelkungriahme Vorbehalten niü)se.

Ein fortschrittlicher ALg-evrdneter bemrrragte. daß die Beru-- Arg rttchr auf Leben^eit, sondern nur auf zwölf Jahre er­folgen ,olle.

v 2 und 3 (Berufung aus Grund von Präsentation) wur­

den schließlich einem Unterausschuß überwiesen..

Aus dem Reiche.

Die Titel der preußischen Oberlehrer.

Berlin, 26. ^ \»©bte Sonderausgabe

Ke«h^rnzeigers" OfröTfeittfwfe einen Erlaß des Königs,^kurch den « .^ E>re Oberlehrer Der t^em Minister der geiÄicher und Untere cht^ang l^genhezben unterstellten h.l>evc)i Lelnanstaltm. so- ternsw eine zn-Änährige Dimst^ von der Vollendung des Vor- bevertungsdremtes ab Mrückgelvgt haben bis zur Hälfte der Gefamt- zahl Mr Berlmhung des Charakters als Studieirrat mit dem ttr-ionlichm Range der Rüie vierter Klasse vorgeschlagen werden Dunen; 2. den bisherigen^ charakterisierten PvofessvTen an den Meren LehraMalten cm Stelle des Chavakters als Professor der Studvmrat nrit dem persönlichen Range der Räte werter Klasse bergelogt nnrh. 3. zur Verleihung des Charakters als Gehemrer Studrenrat fortan neben den Tirekoren in geüqnetm Firlen muh altere, beonders bewährte Studienräte rwrgef^agcn mH 4 ^ Kandidaten des Höheren Lehramtes, me rm SftenttrrlMn Sfytörctyt sächen. während ihrer Vorbereitungs- zett Äs Sttünenreseve.ldare urcd nach erlangter Anstellungsfähigkeit als Studrenassesforen bezerchmtt werden können.

*

2 2b. Jem ^WTB.) Der Ende voriger Docht' durch

Kx fatU eny ffe^fe -rrotzc JtTälta itbiff ui^i

LLÄL Atomen baden nur Ä

bcHüuzrifttin VirvU) gehabt, obtw IfL rvoch gestern nachinittag in

^blättec vmi Haus zu Haus fleißig verbreitet »mQden. In Berlin ist rm Straßenbüd überhaupt nirlüs

kn -mcgen BetrÄe^hat 9 rr^SL-fer £? nicht miigernrnnncn. eine

wURnnOtge ®r&citäenri!rllimn tdjomt ÜSmlyam ntrfleiib« erfotot £f l j *y r bcn UEmchnumqen, am iwum eine ieilwrise ArbeltsemMüm« gemeldet wird, befmdcn sich Ludwig L»wc E. E -Ä.. B»r!U, Dmmler. Eine einheitliche Leitung für den m*tmt gewesenen Auchtmid chchrt überhaupt nicht vorhanden M

Der Seekrieg.

Neue tt-Boot-Erfolge.

Berlin, 28. Jan. (WTB. Anttlich.) Unsere U-Boote fügten dem Feinde wiederum einen Verlust von 18 (XX) Brutto- Register-Toni.en Handelsfchiff«raum zu. Drei große Dampfer wur- dm unter der irischen Küste versenkt; zwei von ihnen fuhren in einsu durch Zerstörer stark gesicherten Geleitszuge. Einer der Dampfer war der be-twssnete eirgü^ä-e DampferMaxtvn" (3840 Tmnwn). Ter Che^ des Lldmiralstades der Marino.

Berlin, 28. Iaru Un.'er den U-Boc>-Eri'olgen dieses Mo- nots be mden suh Bersenkurtgerl, die für die Englcvcder besonders sch.nerzttch sind.Daily Chronicle" berichtet unter dem 9. Ja­nuar über den Verlust eines Le ben s m i t te l s chi fj es , das ernrge Tage zuvor eüufci englischen Haien erreich hatte, jedoch Ane atiUtixn zu haben, den Bciehil erhielt, nach einem änderet^ Hcr.en zu fahren. Auf den Wege dorthbi wurde es torpediert ^ gmg das )vertvvlle Schff mit Ladung verloren, obwohl die SfM-e Ladung hätte gelöscht und mit der Eisenbahn zu ihrem eni> gi.ttgrnt Besttmmrung.ort höt e goscha'si werden könwm. Tie Siche nn d das Parlament bechä^iigen. Un:er dem 4. Te.zcmber berich­tete), d«Tm.os" über znvi ähnlich Fälle. Don den versenkten Campern batte er-er Tee, d-r andere 4 0 0 0 T o n n e n F l e i i ch 8*'- :<** *.. rm erste)) Hafen nmngiels Etttladeeinritti- tungen )n.ch löschen kön er. Tie Erreg)!mg unter der englischen Folterung nxrr groß, dem man rechnete nach, daß mit der ver- stnltteu Fle>ich,'^'ge rach deutsche Bertwltnrssen 16 Millimen ..l.m,chn, itter eru drittel der eng'i'chm Bevölkerung, eine Woclic lang mrt fleisch hätte versorgt werden körrnen.

»

Kon sin n ti nopel. 27. Jan. (WDB.) Der türkische Prnr//erSu l t a n Ja s Se li m" ist gestern b'er er-getroffen. Das Schiff ist völlig Verlvendunasbercitt Auch dre zahlretttM) feindlichen Fliegerangriffe haben auf dem ^)isfe ledl-g.ich durch kleine Bombentreffer uraoefeut*

BesttMrgungem am Schorn stem und an der Reell na

verursacht. *

Berlin. 28. Jan. (Priv-TeL) Wie wir Horen, sind m der Zeit vom l. Februar 1917 bis 31. Dezember 1917 ^7 Truppen trän Sport dampfe r und 2 6S Schiffe * rr a t c r i a t, darunter 97 mit Munition und

ferttgem Kriegsgerät vo), unseren U-Booten versenkt »vordem. Die hiermit vernickLete Menge von Munition würde den Bedarf von 50 Divisionen zu je 15 000 Mann über einen Monat gedeckt fyaben.

Wien, 28. Jan (WTB.)Maasbode" meldet: Der norwegische SeglerActiv" l768 Brt.l ist untergeganaen.

London, 29. Jan (WTB.) Meldung des Rratter- fchen B-ureaus. Der CunarddompferAndania" (13 405 Dr.-R.-T.) mit 40 Passagieren und 200 Mannschaften wurde auf der Ausreise an der Küste von Ulster torpediert. Al.e konnten sich in die Bov:e retten urrd wurden nach einer Stunde aufgegriffen. Man hofft, den Dampfer in den Hafen bringen gu können. v '

Stockholm 29 Iwi. Wie Soengfti Tagblad aus Gothen-. biirg «fahrt, rst der schwedr sche Fischdampfer Fylgia 25o Tonnen) am 24. Januar vor der schottischen Küste vcr- ! c n 1 1 worden.

5ur grage der Herkeladschlachtung

batte ber Reichstagsobg. Prof. Dr. Werner, wie er uns schverbt, unter Beifügung eines praktischen Borschlaaes aus bäuerlichen Kreisen srch an's Kriegsernähaungsamt gewandt und sich gegen die AbschLachtungen ausgesprock-en. Ec erhielt darauf folgende Anttvort i 1

.^süe,prochene Befürchtung wegen eines Mangels an ,Q k & ?rcht, da di« Aur AuffMung'dev ^ der yortnahme un­berührt bleiben. Für dre ZurK-schweme i)t auch, um ihre Erl«ltuno- W sichern, oas erwcdettiche Futter von Reichs wegen zur Ber^ fügung gestellt worden. Vom Mäpz an sollen die Ferkel wredeo aufgezoyen werderx, well die im März geborenen Ferkel bei Bemnn des Weidegantzs und der Grürrfütterung so weit entwickelt sind daß sie auf der Weide nur Grünsittp-r e-nrichrt und aus ein tot» ^4^000 loO Mg 160 Pftnü> gebracht werde n können und l-ierdurch der 33orrat an Brotgetreide und Kartoffeln nicht gefährdet wird ^Vorschlag des HerrnRvtshaußmr, den. Landwirten Scheine rm Berhciltnxs der von ihnen abgoliefierten Mtreide- und Kartosfel-- mengen zu belassen, würde die Gefahr verkod^vidriger Berfütterx'ng Vvn Brot- und Futtergetreide keineswegs beseitigen. Die verfüg­baren Brotgcttekdemengen gestatten aber Seine Verringerung durch Verfxttterung. Es ist deshalb ein dringendes Gebot der Not alle überschüssigen Schvcime ebenst) wie die zur Deckung des Bedarfs o k-mtpeit'clüen, sobald wie möglich zur Schlachtung zu bringen um erncr ^chmälerarng der für die nreirstAich Crrrährung nn'l umgänglich notwendigen Vorräte an Brrstgettttde, Kantoffetn und lotiTce an Futtergetreide, das das Svarmvieh notwendig ae-- braucht, vor-zuberr gen.

M«.

Aȧs

Familienfkdtikommiffe.

Urftabe imt Genvffen baarrtragen i» der Zweit-m

Dem erfo!greichften Leeflkeger von ziandern. Gberkentnant zur §ee Christiansen!

. Er saß in ciram: Keinen weißen Zi,MiHer, im ©oferoinfet, w*en ' lt S «35^ Terrivr, den er im Fbrgzeug crxxs der Heimat ^ uachFlanderri brwhte. Um ihn ein kleiner Kameraden kreis, den frSÄxches Leben erfüllt«: denn eben war Herrn Oberleuttmnt zur See Clwrstuvn:en von den ilandrische-' Seefliegorn der spitz- ge>ackte, blaue Stern mrt den Adlern von Gild verliehen wvrde l aJ'iLl* ^£? r e - Emz dieser drei Wswte lag auf allen

sichtern. L bnsttausen selbst sah leise lächelnd vor sich hin und ^L^^E^xben .Hüxndchm die Kehle. Draußen Land^ ^ Sse^^gen die Kiste, das; man cmjnvr wieder hinaus- , errr des erschütt erben Landes nvst, in dör zu spüren glcttchie. Dann begmnx der Oberleutnant vrm

kbtem Gchocht mA bürt ünMchen LufiMff erzWar

streckte sich in den SessÄn und schwieg.

Die Staffel flog dicht über der Wasserfläche, etwa 15 Soe^ meilen von der englischen Küste, südöstlich Lowestoft, als sie ein. Luftschiff vom Typ Llstra Torres sichtete. Es flog ettva 200 Meter: »xh und bemerkte zunächst die herarrbrausende Staffel nicht. Das Führerflugzeug (Oberleutmamt Ehn'stiansen) "überstieg sprurxgarrigj den Gegner und griff ihn von hinten nrit Bf^anÄmnnition am Maschrnengcwehrf«ier mxs der Gondel des furchtbar äberraschtew Luftsäsiffs konnte den geschickten Feind nicht fassen. Unbeholfen versuchte der Riesen leib einige Manöver, tan sich bent Verderben Lu entzrelLn. das ihnr sckwrx erbarmungslos iw Genick saß. Dicht über und luittct den Steuerflächen saßen die wohl gezielten Geschosse. Talergroße. glül-errd rode Stellen bezeichnen die Ginschutzlöcher. Gwrcg frißt sich die Glut weiter. Größer, immer größer werdM me roten Feuer kreise, in Gedankenschne lle hat sich daS H«5 dkSi Luftschiffes m einen glühenden Fvuerball verwandelt.

Da schießt eine himmelhohe Feuersäule empor, mitten entzwei birst das stolze Schiff, und schon ist die Gondel jäh hrnabgestürzr m die unmättliche See. Darüber legt sich bex schwellende Leib des gefMten Niesen, wenige Sekunden nur, denn bald ist auch er vm Opfer der Wogen geworden. Gestochen klar sieht man noch ms Mletzt Buchstaben imd ZahlE 27" verbrannt, versunken. Spurlos. Ein Rauchwölkchen nur noch zieht über See.

Jedl Mt sinden die braven Vögel Zeit, die weitere Umgebung be5 Kampfplatzes abzusuchen, denn vielleicht läßt sich noch weitere Beute finden. Im Norden wie auch im Süden stehen Geleit-üge, die das Luftschiff kreuzend -begleitet hockte, um deutsche Tauchboote zu spirren und anzuareifeir.

Ha, ihr stolzen Briten, das nennt ihr Beherrschung der Meere? Nutzt genug, daß sich eure Schiffe nur bei Nacht und Nebel in den^ schlitzenden Hafen schleichen, selbst unter der eigenen Küs^ mußt ,hr sie mrt zahllosen Zerstörern und Luftschiffen stützen.

^vch nun nach Hause, nach Hause beulen, die Motore, und rhnen dre tapferen und angriffSfrvhen 11-Boote auf den Hals l-etzen!

Und lärmend, als zuckte in jeder Verstrebung die Freude am Sreg, rasen die grauen Vögel auf und davon.

Vlm andern Tag sah ich das junge Flugzeug, das Christiansen m, Kampfe geflogen hatte. Man sah schon aus dem Schmiß der Lrmenführung, daß es ein windschnetter Vogel sein mußte, der sich, reden Teil seines Baues zur schmälsten Kante zusammew- saltend, _ fast widerstandslos in den Luftraum Hineinsog. Man sab. daß es eines jener Werke »oar, in das die Nerven des Führers gewissermaßen biTrernwachserr, um sich bis in alle äußersten Kanter zu verästeln, und dessen graire Glieder der Herzschlag des Mannes am Steuer stetig durchpulst. Und werm der Sturm für Sekunda sich in die hohe Halle hmeinquetschte, zog ein feines Beben durch die weitgespannten Flächen, wie es das Geiieder der Jagdfalken üben'allt, wenn sie die freie Ferne wittern und

die unendlichen Windregionen.-

Nun fragt ihr noch, nüe er aussieht, der alte Seeflieger? Ich se!>e rhn lächeln und ablehnend die starke Hand erheben: Stop. Du hart genug, gefragt! Nun denn ganz kurz: wie ein deutscher Seemmm, mit harten Zügen uirü einer eisernen Ruhe.

Leutnant D o e r i n g.

Ans Tid&t und Land.

Gießen, den 29. Januar 1918.

Gebt für die vom tzochwaffer Geschäü jgten!

Die gewaltigen Fluten, die die Schneesichnrel-e» das cm* galiento Rvgenwetter der letzten Zeit der Nahe, dem Rhein und Main zu führten, haben in dwn rheinl-essischen Ort Dieters-- herm ein furchtbares Hochrvafferunglück verursacht. Die Ein­wohner, die fast alle dem Handwerker^ und Arbeidttstande anae^ hören, sind cm Hab uick> Gut schdver geschädigt worden. Die Hüüfer fmd zum Teil zerstört und unbewohnbar, Gegenstände aller Art grngen verlor-en und Vieh kam in den Fluten um. Allerorts öffnen sich nun mildtätig>e Hände, um den so «schwer Betroffenen $u helfen Auch wir hätten zu einer Sammlung aufgefordect, tvenrr nicht der Finanzausschuß vor Zweiten Kammer inzwischen mit dem in unserer Samsdag^Mummer veröffentlichten Aufruf an die Hessen lierangctteten wäre. Wir können dal-er heute uns dem Aufruf nur voll und ganz akcsclüießen mvd ebenfalls daraus Hinweisen: Wer schnell gibt, gibt doppelt.

Mit dem Bettage von 100 Mk. wurde die Sammlung von uns eröffnet. Außerdem sind bis zur Stunde 61 Mark eingegangrm Weitere Gaben nimmt die Geschäftsstelle des Gietzener Anzeigers entgegen. Wir ztveifeln nicht, daß aus rmserem Leserkreise recht viele ihr Scherflem zur Linderung der Not beisteuern werden. Es würde uns eine besondere Genugtuung sein, wenn wir für die bedrängten Landsleute eine namhafte Summe zusammenbrächten. Ueber den Verlaus der Sammlung werden wir von Zeit zu Zell Auskunft geben.

Zur Milch- und Fcttversorgung.

Von zuständiger Stelle wird uns geschrieben:

Ans dem gesamten Gebiete der Lebensmit'elversvrgung während des Krieges hat die Versorgung der Bevölkerung mit Fett von jeher die größten Schwierigkr-iten bereitet. Nachdem die Schweine­bestände üifo'ge des Mangels an Futtermitteln auf ein Minimum Aufammeng fawruiTU'ft sind, bzw, noch zusammen^rumpfen nxtben. bleibt als einzige Fettguelle heute die Mllch zum TeÜ ratzt patt i che Miffermra der Milch und der verwerfliche Schleich­handel haben eine Verschärfung der Verordnungen hierüber nötig genmcksi. Die Bervrdmmg der Landss-MÄch' und Fettstelle in Darmstlcckü vom 18. Dezember 1917 hat den Zweck, der Be­völkerung den allernötigsten Fettbedarf zu sichnnr. Daß die heutige zur Verteilung kommende Fetttirenge bei weitem nicht den tat- iäMid'/cn Fettbedarf deckt, bedarf wohl Vemer we i tereil Lusfütznma: ebenso auch, daß mit allen Mitteln, mit Güte und Zwangsmaß­nahmen dalsin gewirkt werden nruß, daß uns diese spärliche Menge erhalten bleibt. Wenn die von der Verordnung betroffenen K^ch, l-alter sie m diesem Sinne aifffasfar, dann \xxrcbai sie sicherlich zu der Ueberzeirgung f&mmcn, daß mrt die bittere Not die ®er« anlassnug zu deren Erlaß gewesen ist, und daß die Ablieferung <«rft der kleinsten Menge Milch heute eine vatriotifiche Pflicht ist, die uns hilft, den Zkrivg zu getvllmMr Versagt die Fettlieferw^, dann versagt der große ('kpyorat wlserer Munition und RüstsmgS^ mdirstrie.

Tie Neuerungen der Bekanntmachung vom 18. Dezember v. die die gesamten für das Grvßher^.>qtum .Hessen Ulkigen 'timmimgon ^mthÄlt, sind kurz folgende:

1. D-er Milchbedarf der Selbstversorger ist nunmehr ent- prechmd den Neick^bestimmungen gerrau festgesetzt. Jeder Kuh­hali er kann eine bestimmte Menge Milch z,rm Buttern und Sesbst- verbranch zurltckbehalten. Alle andere Milch ist abzuliefern. Tie den Selbstversorgern früher zustehende wöchentliche Buttermenge ist von 125 Gramm auf 100 (%amm herabgesetzt.

2. Kälber dürfen nur noch mrf die Tauer von 4 Wochen LvH« milch erhalten. An Schveiw darf mix noch Magermilch, an andere Tiere darf überhaupt keine Milch verfüttert tverden..

3. Die Kuhhalter sind verpflicht, die Geburt und den Ab- gmrg eines Kalbes sofort dem zuständigen BertrvuenKnkAM anzu' melden, der sie in eine Liste env-ntragen hat.

4. Die Halter von Ziagen gelten aV SelbstverschMr für Milch. Für Ziegenmffch brsiehm nunmehr Höchstpreise.

5. Die Erfassimlg der Milch in den exirxÄimi Osemetnden er-; Wat int Woge des Umlageverfiahrens, das in jeder Gemeinde durch die Bürgermeisterei, bax Wirtschaftsau8sch,rß und den trauMtsnumn durchsfübvm ist. Zweck die-ser Umlage ist die ge­rechte Verteilung auf.die enyttnen Kuhhakter und die Heraus ziebuug aller Mihhalter. Die Gemeinden sind wie seither ver­pflichtet, für jede in der Gemeinde besindlichp Kich und Kalbin mindestens^ 2 Liter ynx Verfügung zu stellen. Tie llmlegung und nun m der Weffe erfvtgm. daß diejenigen, die frischmelkende Kühe haben, mehr zur Milchlteferung herangezogen werden, wäh. rend solche mit ttächttgen Külw» wenMw zu liefern haben.

Nlcht nur fück> ie Gemeinde besteht eine Lieferunaspflicht. sondern auch kür den enrzttnen Mrhlmtter. Wer liefern kann, aber nrcht ttestrst mackü sich strafbar, ohrw daß Hm vorherige Mffvrde^ muig Kur MÄchlmftnrwg twtig wäre.