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6ffiafi BcjftgtttS beS MTchiprekfts W ebw Mndenüvg «tt- «treten. Ter SdaLlpveis betrügt kvei enter Lieferung bis pr zwei Litern in ber Gemeinde 28 Pfg.. der NumpeirpreiS 32 Pfg, bei Lieferung über 2 Sitter find bk Preis« entsprechend hoher. Die Preise sind gestaffelt je nach der foöfye der Lieferung. %\n Berech­nung miro die Gesamtlieferung der Genreinde zu Grunde gelegt.

7. Es werden sog. Milchreviftnwa seitens der Landes-Milch- mi-d Bettstelle aivgestellt, deren 'Llufgabe es ist, bei dem Umlegungs­verfahren mitzwoitten mib dergleichen.

Ties sind im wesentlichen die Neuerungen der Bekannt- rnachung.

Ans Kreisen der Landwitte sind wiederholt Klagen wegen der ieyigen Milch- und insbe-Mtdere der Staffel tneise laut geworden. %ie Furage wurde auch in einer vor kurzem staltgefundenen Sitzung des Landwirffchaftlichi'n Lokal Vereins erörtert. Tie inständigen Stellen haben sich bereits auch mit diesen Fragen besaßt und wird demnächst erne Blenderung nntreten.

Wiederlwlt ist cmi) bebau ptet worden, daß die Molkereien heute einen unangemessenen Verdienst bei der heutigen Regelung der Milcherfassung hätten und daß insbesondere die Spannung zwischen Erstehimgsvreis der Milch und dein Kl ein Verkaufspreis zu hoch sei. 'Tie ländlichen Molkereien, in-,' beson.de re Ostiwssens.l^rftsMol­kereien, die aus der von ihnen erfaßten Milch lediglich Butter Herstellen, mögen die Verhältnisse im Vergleich zu Friedens-eiten günstiger liegen, bei stätdi'chen ?)do!kere:en ist dies nicht der Fall. Tie Milch der Molkerei Gcbr. Grieb in Gasten, die insbesondere genannt lvird, muß aus 30 Orteu von rirnd 1700 Kuhhaltern gesammelt werden. Rechnet man bei der ans den einzelnen Kich- halter entfallenden überaus kleinen Menge die gesamten Kosten des Sammelns, des heitte äußerst teueren Transportes mir Pferden. Stellen der Kairnen, die Detriebsunkosten. die Kosten oer Tief­kühlung und Pasteurisierung usw., so ergibt sich für die Molkerei aus dem Milrlwerkauf kein^ wesentlicher Nrrtzen. Taß die Milch vvn den einzel-ren Verkäufern auch nick/ ohne Vergütung a usge-. tragen werden kann, ist wohl auch selbstverständlich.

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** Amtl: chc Personalnackrichten. Der Großherzog Hai dem Oberbrieiträiger Philipp Schulmeier in Mörfelden und dem Postschaffner Jakob Orthwein in Worms das Allgemeine Ehren­zeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste" verliehen.

** Auszeichnung. Verliehen wurde dem Fabrikanten .^mmerziennai ?t>olf Klingspvr des Ritterkreuz 1. Klasse zum Stern von Brabant.

** Jung wehr. Mittlvioch, SVlt Uhr, findet in der Turnhalle der Oberr-ealschute Unterricht über erste Hilfe- leästung usw. für alle Jungmamren statt

** T ie A u s za hlnng dc r Fa m i l ienun ter stützu n g an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für 1. bis 15. Februar 1918 hzw. für Januar 1918 findet in den nächsten Tagen statt. Siehe Bekanntmachung im Anzeigenteil.

** Weihnachtsverlosung des Roten Kreuzes 1917. Wie das Rote Kreuz mitteilt, siud alle bis zunl 5. Februar d. I. nicht abgeholten Gewinne verfallen.

** Gießener Han s fr a u en - V e re: n. Die Karten zu der ersten Vorstellung am Mittwoch abend sind ansverkauft. Heute, Dienstag, nachmittags 4 Uhr, begimtt der Kartenverkauf für tne zweite Vorstellung. Der Saal wich um l x l 2 Uhr geöffnet.

** Die Sorgeu der Zeitungen. Jnr allgemeinen pflegen die Zeittrngen ihre -eigenen Angelegenheiten vor ihrer Leserschaft selten zu berühren. In jetziger Zeit ist das Feittrngstresen aber auch ttefgreifendSn und einschneidenden Verschiebe nqen unterworfen, die von der Leserschaft nur teilweise direkt wahrgencmrmen werden können. Der Leser nverkt, daß der Lesestoff erheblich eingeschränkt ist; und er weiß auch wohl, daß diese Einnschrankung nottvendig und auf Verordnungen der Richsreaiermrg zurückzuführen ist. Er mnrmt auch mit Rase und Augen wahr, daß die Färb- güte sich erheblich verringert hat. Was er nicht ohire w-ette-res erfährt, aber aus gelegentlicher Erhöhung der Bezugs- und Anzeigenpreise schließen rnuß, das sirrd die Preisverschie- bungen von allen für die Herstellung einer Zeitung erforder­lichen Dingen. Hierüber bringt ein Dresdener Blatt folgende bemerkenswerte Feststellungen: Im Frieden kosteten 100 Kilogramm Zeitnngspapier 21,25 Mark, heute 49,10 Mark. 3«* Fertigstellung einer Nummer braucht man über 1000 Kilogramm, was eine Mehrausgabe von täglich 280 Mark, oder monatlich 8400 Mark, oder jährlich 100 000 Mark aus­macht. Der Preis für Farbe war früher 40 Mark, heute 160 M. Dabei ist das heutige Farbfabrikat 7rur eiu Ersatzmittel. Kleister kostete früher 75 Mark die 100 Kilogramm, heute 380 Mark und saugt obendrein ein. Bester Hanfbindfaden kostete im April 1914 100 Mark die 100 Kilogrcnnm, heute muß für minderwertigen Ersatz aus Papier 525 Mark bezahlt werden. Oel und Benzin sind fünf- bis sechs-rnal so teuer wie vor dem Kriege. Die übrige:: Mehrkosten machen auch noch viele Zehntau^ende jährlich aus.

** Stadttheater. Die 13. Freitag-Abonnements-Vor­stellung, die aus bekannten Gründen am nächsten Samstag ge­geben wird, bringt zum ersten MaleDie Straße nach Stein aych" eine ernsthafte Komödie in 3 Akten von Wilhelm Stückten. Das eigenartige Werk hat seine Uraufführung im De­zember mit großem Erfolge amTheater in der Königgratzer Straße" in Berlin erlebt und ist inzwischen von einer größeren Anzahl von Bühnen angenommen worden: doch dürste unseres Wissens die hiesige Bühne eine der ersten nach der Berliner sein die das Stück herausbringt. Die Spielleirung der Aufführung führt Hoftat Steingoetter.

** Lichtsviel haus, Bahnhofstra ße 34. Tin anmuti­ges LustspielVerheiratete Junggeellen" mit Biggo Larjen in der Hauptrolle steht von heute ab auf dem Spielplan. Auf viel, eiligen Wunsch wird auch der Porten-FilmTie Elaudi vom Geiser Hof" weiter vorgeführk. Siehe Anzeige.

** Schwarz-Weiß-Theater (Seltersweg 81). Tas Programm vom 29. Januar bis einschl. 1. Februar eilt hält u. a. das DramaSturm gewalten", sowie das Lustftnel ,FZn der 'Nacht". Siehe Anzeige.

** Keiler lüften. Ein Gebot der Hausfrauen ist cs, bei der jetzigen milden Witterung unbedingt die ^heller zu lüsten. Selbst nachts fötincn die Ketlerfenster offen bleiben, solange kein

Frvst ist. Die Karttffftln fangen in zu warm gehalta»m Mellern bereits an zu keimen. Ern Abknnven ist ratsam.

** Ab lieferung der beschlagnahmten Kanin­chen-, .Katzen- >und Hasenfelle ist Pflicht eines jeden Deutschen. Für unsere tapferen Flieger und U-Boot- Besatzungen werden diese Felle in den größten Menge:: gebraucht. Kein Fell darf verloren gehen. Ein jedes Fell m! aber, um eine! voUständige Ausnutzung zu ermöglick-en, sachgemäß behartdelt wer­den. Um hier aufklärend zu wirken, hat der hiesige Kaninchen- zuchtverciii folgende Sammelstellen errichtet: Fleischer, Riegelpsad 35, Johannson, Schifsenbergerioeg 56, Koch, Kaiserallee 32h, Rüdiger, Walltorsttaße 35, Sommerkorit. Cverstraße 19, Vieh­mann, Rodheimorstraße 53 und Wahl, Buddestraße 1. Diese Herren nehmen die Felle m Empfang, halten Fellsvanner bereit und ver­teilen die aufklärende:: Schritten der Kriegs-Fell-Aktiengejellsch-aft, aus welchen Preis und Behandllrng der ,Felle hervorgebt. Mich Nichtmitglieber- können Felle diesen S au: mel stellen zuführen. Wer bis 1. April d. Js. die meisten Falle ablijefert, erhält außer der Bezahlung einen Preis von 10 Mark. Zur weiteren Anfklärnng nnrd der Verein in nächster Zeit eine öffentliche Versammlung veranstalten.

LnndkreiS Gicßen.

** T b r ingen, 28. Jan. Dem UnteMffizier .Heinrick- Hof man n wurde das Eiserne Kreuz 2 Klasse verliehen.

** Staufenber g, 29. Jan. Ter Pionier Ltldwig D i e tz erhielt die Hessische Z^apseckLeitsnlcdaillc.

Kreis Büdingen.

T üd el s heinr, 28. Jian. Nach 3^jähriger treuer Pflicht­erfüllung starb Lehrer Peter Ger sin, Leuttmnt d. Res., Inhaber des Eiserne:! Kreuzes erster und zweiter Klasse, der Hes'i'chen Tapferkeitsmedrille 7rnd des Hessischen Kriegselwenzeichens in Eisen.

N i.d d a. Tas Eiserne Zkreuz erhielt der Muslietter Otto R u h l.

Michelnau. Das Kriegsehren zeick-en erhielt der Forstwart- Stellvertreter Konrad Roth.

Kreis Lanterbgch.

rr Schlitz, 28. Jan. In feierlichem Festgottesdienft, an dem die hiesigen Vereine mit ihren Fabnen teilnahmen, wurde zu Kaisers Geburtstag in uw'erer Stadikirck^e eine Gedenktafel enthüllt, 'mit den Namen der 65 Beieranen unseres Städtchens, die an den Feldzügen von 1866 und 1870/71 teilgenominen Haben.

rrWillofs, 28. Jan. Hier wurde am Samstag uitter großer Beteiligung die 5ülfssch'.ves!er Pauline Graf zu Grabe getragen, die bei der Pflege lungenkranker Svldate7i.iM selbst diese Kvank heit zuzog und ilir irimmehr nach langem Leiden erlag. Starkcnburg und Rßeinhessen.

I. D a r m st a d t, 28. Jan. Da die von den Darmstadter Schweinemetzgern aus dem von der Stadt zur Verfügung gestell­ten Material hergestclltc Wurst in vielen Fällen sehr UTrbefrie^ dsgend aussiel, hat sich die Stadt entschlossen, dem Mainzer Vorbilde' folgend, die Wurst im Schlachthcmse iin großen herzustellen. Zu diesem Zweck soll aus den Dannstädter Schweine- inetzger:: ci/.c Gesellschaft gebildet toerden, die die gemeinsame Herstellung der Wurst im Schlachthause übernimmt. Der Verkauf wird wie bisher in den Metzgereien ersolgem. Eine Kommission aus Vertretern des städtischen Fleischamts, von Metzger:: und .Konsumente:: wird nrorgen die Mainzer Einrichtungen im Be­triebe besichtigen.

1. D a r m st a d t, 29. Jan. We:m zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Das bei der Firma Merck beschlaMahmte Schtveino fleisch wurde nicht der Stadt überwiesen, sondern auf Anordnung des Reichsfleischamtes nach Berlin überführt. Mit Ausnahme der vor dm Weihnachtsfeiettagen für die Speiseansdalten der Firma sreigegebenen Mmgen ist also die Gesamtmenge des Fleisches der Ernährung der Darmstadter Bevölkerung nicht zugute gekommen. Die sich freuerrden Dritten sind die Berliner, voraus­gesetzt, daß das Fleisch in gcnußfähigem Zustand an seinen Be- stimTTrungsvrt «rnlarrgte.

Kreis Wetziar.

K. A. Wetzlar, 28. Jan. . In Kolberg verschied nach langein schweren Leiden im 56. Lebensjahre »unser früherer Bürger­meister Otto v. Z e n g e n ,'Hmlvtmann d. L. a. D., Ritter meh­rerer Orden. In der Vollversammlung der Handelskammer wurde zum Vorsitzenden für das Kale:cherjahr 1918 Bergrat Groebler, zum stellverttelenden Vorsitzenden Bergassessora. D. L. Raab gewählt. Zu Mitgliedern des ^schäftsführenden Aus- sckwsses wurden die bisherigen 'Inhaber dreses Amtes die Herren Bergrat Groebler, Bergassessor a. D. L. Raab, Fabrikant Dr. Emst Leitz jun. u:rd Direktor Fr. Schmitt gewähll.

Hessen-Nassau.

--- Bad Homburg v. d. H., 28. Jan. Im Hardtwald, auf Ober-Eichbachw Gemarkung, ist die Erbauung eines großen Sanatoriums geplant.

--- Frankfurt a. M., 28. Jan. In einen: großen Mer- lokal an der Kaiserstraße veranlaßte ein Gast die Festnahme eines wahrscheinlich falscl-eu Fliegers, der w.^gei: verschiedener Betrüge­reien und Diebereien gesucht wird. DerFlieger" trug eine Anzahl hoher und höchster Ordonsauszeichnungen. Da seit seiner Festnahme die vielen Doriristerdiebstähle im Hauptbahn Hofe wie mit einen: Schlage aufgehört haben, vermicket die Polizei in dem Manne auch den Dornisterdicb.

Ult Dcrfi ät«4Tadbricb^itc

== Frankfurt a. M., 28. Jan. Be: der Kaiser-Geburtstags­feier der Universität Frankfurt, tÄei der Rektor Prof. Dr. B e t'h e überPhysiologie im Kriege und nach dem Kriege" sprach, wurden folgeirbe Ehrenpromotionen vollzogen: Von der Rechtswissenschastlichen Fakultät Geh. Regicrungsrat Heinrich Mors (Ber i.:), der srühe.e Frantfurie.' LaTtdtagsadgeordn'Äe Kauf­mann Karl Funck (Frankfurt) u:ü) Dr. Luöwig Darm- städter (Berlm); von der Medizinischen Fakultät Geh. Kom- iner^ienrat Dr. Leo Gans (Frankfurt); von der Philosophischen Fakultät der Oberpräsidcnt der Provinz Hessen-Nassau, Erzellenz H engste nberg (Kassel); von der Nattrrwissenschaftlichen Fakul­tät Ministerialdirektor Otto Naumann (Berlin); von der Wirt­schafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät Geh. Justizrat Dr. O s w a l t und Landtagsabgeordneter Justizoat Dr. Ludwig Heil­brunn, beide aus Franksrrrt.

Oermiid))»,

* D i e Deutsche Nation alb'ücherei in Gotha Diese einzigartige Sammelstelle völkischen !Schristtums ist am 4. Dezernbcr durch Feuer vernichtet worden. Viele Tmisende

von Schriften Über dsckfche »Kultur sind tu Flammen aufgö-- gangen oder dirvch Wasser unbrauchbar gemacht. Mitten in der vaterllmdischen Liebestätigkeit für irnserc «Feldgrauen, d:e d:e

Deutsche Natio7mllü:ck>erei fortgesetzt mit völkischem Lesestoff ver­sorgte, ist ihrem Wirken ein Ziel gesetzt. Diese Lücke darf mchr dauerrü) Nassen. In einer Zeit, wo die deutsche Kültur gegen) kLne Welt von Künde:: sich siegreich behauptet, soll nichts erw tückischer Zufall Herr roerden über die Schaffenskraft deutschen Geistes. Deshalb bitte:: wir das deutsche Volk, Ersatz zu fck>anew für das Verlorene durch Geld- und Bi'icherspenden. Geldspenden, werden erbeten an die Herzogl. Landeskreditanstalt in Gotha (für Rechnung derDeutschen Nalionalbücherei"), Pücherjpenden an Prof Lattghans in Gotha, Uelleberstr. 3. _ _

Letzte NcreL ricdten.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 29. Januar (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. ,

An verschiedenen Stellen der Front ArtillerietätigkeU.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz

In der Champagne entwickelten sich, lebh-afte örtliche Kämpfe. Beiderseits der Straße HilaireSt. Souplct schei­terten am Morgen kleinere französische Angriffsunterneh^ mungen.

Unsere Stellungen zwischen den von Sonnne-Py und Ripont nach Südosten führenden Straßen lagen am frühen Nachmittag unter heftigem feinolicheu Feuer. Unter seinem Sckintze stieß fran^sische Infanterie mit Flammenwerfern" Erkundern gegen mehrere Stellen der Front vor. Mit säiweren Verlusten wurde sie zum Teil vor unseren Hinder­nissen, zum Teil im Nahkampf, zurückgeworfen. Einige Ge­fangene blieben in unserer Hand; mehrere Flammenwerfer wurden erbeutet.

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Rege Fliegertätigkeit führte zu zahlreichen Lustkämpfen.

Wir fdiujfftm gestern dreizehn feindliche Flugzeuge und einen Fesselballon ab.

London und Sherneß wurden erfolgreich mit Bomben beworfen.

Französische Flieger setzten ihre Angriffe gegen unsere Lazarette fort. Wahrend im ORonat Dezember die Lazarett­anlagen von Reihet mehrfach das Ziel ihrer Bombenabwürfe waren, griffen sie in den letzten Tagen die Anlagen von Labry (östlich von Conflans) an.

Italienische Front.

Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden ist von neuem heftiger Kampf entbrannt. Die Italiener griffen geslern in dem Wf-chnitt östlich von Asiago und der Brenta mit starken Kräften an. Am Monte Sisemol und westlich brachen ihre Angriffe vor den österreichisch-ungarischen Stellungen meist schon im Feuer zusammen. Der Monte di Val Bella, auf dem sie vorübergehend Fuß fassen konnten, wurde ihnen im Gegenstoß wieder entrissen. Ebenso warfen unsere Verbün­deten in dem COebiet des Col di Rosso sowie zwischen Frew- cela-Schlucht und der Brenta anjtürmenden Feind nach sckMeren Kämpfen zurück.

Wiederholte Versuche des Feindes, örtliche Einbruchs- ftellen dilvh Einsatz seiner Reserven zu erweitern, scheiter­ten unter blutigen Verlusten. Zehn Offiziere und dreihun­dertfünfzig Mann wurden gefangen

Eines unserer Bombengeschnader warf in der Nacht vom 26. zrnn 27. Januar mit guter Wirkung 21660 Kilo Bom­ben auf Castelfranco. Treviso und ZReftre. Große Brändo waren weithin sichtbar.

Von den alweren Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalguariiermeister L u d e n d o r f f.

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Die diplomatischen Beziehunaen zwischen Rußland und Rmnänien aboebrochen.

Petersbura, 28. Jan. sWTB. Niclstamtlich.) Nach einem Petersburger Funttvruch hat die Petersburger Regieinmg alle diplomatischen Beziehungen zu Rumänien ab-, gebrochen. Die rumürnsche Gesandtsck>aft wird nuf dem kürzesten Wege ins Ausland ab-gejchoben. Ter .Goldschatz Rumäniens, der in Moskau liegt, wird als unantastbar für die rumänische Oligarchie erllärt. Tie Räteregierung übernimmt für die Aufbewahrnng dieses ^Goldes und die Ueib-ergabe an das rumänische Volk die Ber-^ antwvrtung. General Tscherbatschew wird als ar:ßerhalb desi Gesetzes stehend erklätt.

Eine Spaltung unter den Bolschewiki.

London, %ö. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Reutermeldnng. Daily News" erfährr aus Petersburg: Es ist eine Spaltung unter den Bolschewik: ein getreten. Tie Minderheit ist der Ansicht, daß die Schwächung und Jsolisierunb Rußlands zu einem Sonderfrieden zwinge. Tie Mehrhett einschließ^, lich des linken Flügels der Sozialrevolutionäre ist bereit, in eine Periode der revolutionäreir Verteidigung einzutreten Tie letzts EntfckMdung liegt bei Trotzki.

Oesterrerckäfch-e Fliegkrangriffe.

Lugano, 29. Jan. (L. A.) Bei dem österreichischen Fliegerangriff wurden nack» dem Eorriera della Sera in Mestro drei Hospitäler getroffen, jedoch niemand getötet. Tie Flie-; gerangriffe begannen am Sonnabend abend irnd wiederholten sich m ährend der ganzen Nacht bis Sonntag morgen bei Sonn er: auf-, gang. Ter Sachschaden m Treviso, Mestro sowie Castelfranoo nwr außerordentlich groß. In Treviso wurden 15 Personen ge­tütet und viele verwundet. Kiel größer sei die Zahl der Opfer iit Mestw.

Kaffee Astorla

ülittwoch, von nachmitCag:« 4 Chr ab

FMü!LIESilC©liZERT

Spezialität: l^e^terreichlxche Apfelstrudel.

Gic^ener Stadttheatcr.

Othello.

Tragödie vvn W. Shakespeare.

Als Mt-Engla:chs größter Theater-Tiadec in Giraldi Cintios Hecato-m'miti blätterte und darin die tragische Geschichte des eifer­süchtigen Mohren fand, begeisterte ihn der Staff zu einer Tragödie. Einmal gestattete die Charakter'igur des Othttlo dem^ Olenie des Dichters, sich mit eleme:ttarer Kraft zu entfalte::, dann bot sich mit der rührenden Gestalt der Tesdunona aufs neue die Oblegen.- heit dom geliebten Scha::sxi.1e.k.wbe:: des Elisabethanischen Thea­ters, für den Shakespeare seine sämtlichen weiblichen Rollen schrieb, eine neue Rolle zu sckMfen. So entstand 1604Othello", die Tra­gödie der Wahrheiten ::nd Leidenschaften. In verschwenderischer Fülle hat Shakespeare die genialst--: Offenbarungen ausgestreitt und die Charakterisierung und Verwendung der ganzen Skala der ElementeVerzückung, giaserei, Vertrauen, Jammer, Bosheit, Un­schuld und Waiinwltz" ist unerreicht. Bühnen technisch steht sonnt die Tragödie an erster Stelle unter des Tichters Meisterwerken.. Es würde hier zu weit führen, all die Einzelheiten, welche die wunder­volle Tm^nk dieses Werkes beweisen, he raus zuschäle::, aber- man denke nur an den Hauptpunkt: Die küchre Nebeneinanderstellung von Kvnnk uick» Tragik. So dramatisch die Hand1:u:g ist. so ver­läuft sie doch zwische:: dem tragischen Spiel, das J>ago mit seinem edlen Feldherr::, und den: komischen, das er zugleich mit dem Gimpel Rodrrgo trerbt.^ L>chon Otto Ludwig weist bei diecher Tatsache auf den Techniker Vl-atespearc hin, uard der moderne L>hakespeure»For- sther, Prozessor Tr. Joh. E. Schmidt, spricht ganz offen aus:

Ter Dichter kannte sein Publikum; er fühlte, daß die durch die Schrecken der 5)cmptHandlung bis auf den äußersten Grad ge­spannten Nerven hin und wieder einer Ab w ochs lang bedürften, um sich zu entspairnen und für die Aufnahme des bis zur Katastrophe sich steigernden Grausens fähig zu bleiben.

Ist die Tragödie nun auch ein technisches Meisterwerk, so ist sie doch zugleich auch so Voraussetzungsvolt, wie fast keines der Shakespeare'schon Dramen. Das ganze Spiel ruht in den Händen Jagos, des einzigen, der denkt, klug ist und enttoirit. Dieser kän:c aber nie zum Ziel, wenn die anderen auch nur ein Quäntchen seines Witzes und Geistes besäßen. Tas ist die Voraussetzung, auf der die Harchlung aufgebaut ist Eine solche Voraussetzung wiederum, die eine Person in den Vordergrund schiebt, begründet aber gleichzeitig die OLatur des Shakespearedrcunas:Nicht die .Handlung, sondern die Charaktere stehen in erster Linie." Tie Handlung bildet gleichsam nur die Folie zu den reliefarttg aus­geprägten Charaktereir. Hier :st es vor allem der Schurke Jago, dessen vollendeter Heuchelei jeder Ton zu Gebot steht. Gleichgültig, :vas er spielt, ob Aneundschaft, Demut, Bescheidenheit, Liebe, ob den Soldaten oder Staatsmann, alles geling: ihm mit Meisterschaft. Es ist ganz natürlich, daß die Rolle des Jago von jeher den Schauspieler reizte, nicht allein wegen des Reizes, der in dem Doppelspiel von Wahrheit und Lüge liegt, fanbmi auch wegen der verschiedentlich vorhandenen Momente, aus denen glänzende Bühneneffekta hervorzuholen sind. Man erinnere sich z. B. nur der Stelle im 3. Akt, !vo Jago zur Beruhigung der Desdemona mit der Ueber- ä«mgung eures Biedermannes sagt:Pfui, solchen Menschen gibt's nicht, 's ist unmögllch. Wilhelm Stengel, der gestern

abend den Jago spielte, fühtte seine Auffassung geschickt :mV einheitlich durch. Ob die besondere Betonung des Mephistopheli­schen ganz angebracht ist, bleibt dahingestellt. Störend wirkten! nur hie und da sprachliche Unebenheiten, so besonders im 1 Akt. Kurt Wenzel als Othello stellte eine anerkennenswerte Leistung auf, der man sorafältigstes.Studium anmerkte. Gefaßt und würdig im Ernst, voll Leidenschaft, dabei ohne Uebertteibung im Zorn war sein Othello durchaus ansprechend und erreichte im 3 Akt und in der Schluß-Szene ffchöne Höhepunkte. Besonders erfreulich war, daß der Künstler, sei es nun bewußt oder unbewußt in den Momenten höchsten Affektes «die InterjektionenAh", Hah" öder ,T)" vermred.M dem NaturlautChe" griff mft> damft einen blitzartigen Einblick in die :wch nicht ganz überwundene Bav-,' barennatur des Mohren gewähtte. Der Desdemona verlieh Friedet Toerr überrasckiend feine Züge. Ohne allzu demütig und ergeben zu fein. ,war sie ganz das liebende We:b, das die große Seele des Mohren (liebt und chm tteu ergeben ist Echt im schmerz und mit einem leichten Anflug von Humor im Plauderton: w:rkte diese Desdemona recht 'sympathisch. Den Roderigo hätte Karl Sternmeyer ruhig etwas drastischer, tölpelhafter qe- stcklttn können, denn Roderrgv fft hier gleickpam Ersatz ftlr die sonst vorhandene Shakespeare,che lustige Person. Zldolf Falke« als Cassio wutt>e seiner Rotte vollmff gerecht, ebenso wie Viktoria Sandor, dre die Emilie. Jagos Frcur, wiedcrgab Zu er- tvahnen wären noch RuLwIf Gvll (Doge),- Kart Volck (Braban-- tvo), Em,l Waiden (Grattano), Willy Borchardt (Lod»i vico) :md Kutt Lerch (Montano), die sich gut anpaßten.

OL