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l68. Jahrgang Montag. 2
Giehener Anzeiger
Montag. 23. Januar(9(8
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paflscheSkento: Krantsvrt «.M. U686
General-Anzeiger für Oberhessen
Die Weiterberatung im hmiptaurschich des Reichstags.
MTB.) Großes Hauptquartier, 26. Januar. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
An der flandrischen Fwnr. zwischen dem Blankaart- See und der Lys. bei Lens und zu beiden Seilen der Scarpe von mittags au Artilleriekampf. Unsere Infanterie brachte von Erkundungen bei Lens, Croiftlles und Epehy Gefangene zurück.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz
In einzelnen Abbitten, am Oise—Aisne-Kanal, in ver Chnmvagnc imd auf beiden Ufern der Maas lebte die Feuertlitigkeit auf.
Wfftfäli'ch? Stvhtnrpps hollen nach kurzer vorbereitender J-errermirkung aus den französischkn Gräben am Walde mi Bvoeourt vierundzwanzig Gefangene und ein Maschinengewehr. Ebenso chatte ein kühner Handstreich gegen die feind- l«chen Linien am Eaurreres-Wald vollen Erfolg.
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Fn den letzten vier Tagen wurden im Lustrainpf und Ml der Erde fünfundzwanzig feindliche Flugzeuge abge- ftchosfen. Unsere Flieger führten erfolgreiche Angriffe gegen die franzoftsckre Nvrdküfte durch. Gute Wirkung wurde in Dünkirchen, Calais und Boulogne beobachtet. Leutnant Roeth brachte gestern innerhalb weniger Minuten drei französische Fesl-ekballone breirnend zum Absturz.
Italienische Front.
Auf der Hochfläche von Asiago und zu beiden Seiten -er Brenta kam es zu lebhaften Artitlerieküulpfen.
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S« den anderen Kriegsschauplätzen nichts NmeS.
Der Erste Generalguariiermeister . Ludendorff.
Großes Hauptquartier, 27. Januar.
(AAMich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Ao der ganzen Front blieb die Gefechtstätigkeit gering.
, , Bei ferneren Unternehmungen südlich von der £>rfe und ®* **" oberen Vogesen, südlich von Suffe, wurden Gefangene emgrvracht.
Italienische Front.
^ ^r Hochfläche von Asiago und östlich von der Brenta lebhafter Fieuerkanipf. Ein italienischer Angriff gegen den Monte Prrtica scheiterte. '
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Kn den übrigen Kriegsschauplätzen nichts Äkeues.
Der Erste Generalqu-ariiermeister Ludendorff.
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. .,„d<rlkn. 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) General- lenmant Rudel. Stelkne- tretender kommandurenrrr General des 18. Armeekorps, ist durch A. K. O. vom 27. Januar 1918 ZUM General der Infanterie befördert.
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Die Abendberichte.
Berlin, 26. Jan., abends. (WTB. Amtlich.)
Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Berlin. 27. Jan., abends. (WTB. Amtlich.)
Von den Kriegsschauplätzen nichts 9deue§.
Trotzki, den er morgen in Brest-Litowsk Wiedersehen wird, cm paar kräftige SprüchLein ins Stammbuch. Wahrscheüv- llch geschah das mit Rücksicht darauf, daß Trotzki in der russischen Oeffentlichkeit auch die deutsche Regierung ein bißchen heruntergemacht hat. Die Absichten des Bvlschewisten- Fuhrers, den Strom revolutionärer Gesinnung auch zu uns herüberzuleitcn, sind doch wohl etwas zu dreist und offenkundig geworden. Daher die amtliche Kennzeichnung vor unserem Hauptausschuß. Man darf sich dabei allerdings auch fragen, ob Kühlmann daraufhin noch große Hoffnung hat, mit der russischen Delegation ins Reine zu kommen?
Ernst und eindringlich war die Ansprache, mit der Stacrts^okretar Wallraf vor einer sich im Reiche rührenden Ausstands-Agitation gewarnt hat. Man braucht dieser Mahnung, die so triftig ist und so woÄerwogen alle Folgen darstellte, nichts hinzuzusügen. Der „Vorwärts" warnt nun nicht etwa ebenfalls vor einem Demonstrationsstreik, sondern er redet in feiner Sonntags-Nummer vorsichtig daran vorüber und warnt narr vor einer Politik, die nicht diejenige der Sozialdemokratie sei. Dann fährt das Blatt fort:
„Tie deutschen sozialdemvkratischeu Arbeiter, Mich jene, die zu den Unabhängigen stehen, sind keine Bolschewik!. Weder von der äußersten Rechte,! noch von einer kaum sichtbaren alleralle r- äußersten Linken lassen sie sich die Absicht aufreden, den Weg zu ihrem Glück über die ytiederläge und über den Bürgerkrieg zu suchen. Sie wollen das llcotwendiaste, das sie zu ihrer Ernährung brauchen, sie »vollen den Frieden, und sie wollen ein außen und umnr freies Deutschland. Dies zu wollen treibt sie ihre Natur, und wo sie an Schranken stoßen, bäumen sie sich aus, gleich nie ein gestauter Strom aus seinen Ufern heraustritt."
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der Verantwortung, die bei diesem Ausbä
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doch wohl auch getragen werden must, hat der „Vorwärts" uicht gesprocl)en.
Die Ssterreichisch.ungarischrn Tagetzberichle.
Wien, 26. Fan. (WTB. Nichttlmtlich.) Amtlich wird verüurtdürt:
Die Artillerietätiqkeit war namentlich auf der Hochfläche der Sieben Gemeinen und beiderseits der Brenta sehr- lebhaft.
Der Chef des Generalftebes.
Wien, 27. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird serlmttbarl:
Auf der Hochfläche von Asiago und östlich der Brenta war die ArtiUerietätigkeit auch gestern sclw lebhaft.
Em feindlicher Angriff gegen rmsere Stellungen auf dem Monte P e r t i c a wurde ubgewiesen.
Der Chef des Genrralstabes.
Dre Reden Hertlinas, Czernins und Kühlmanns haben im gogneris'chsn Ausland nur bii alte, hochmü.ige Abweisung erfahren. Die maßvol.en Ausführungen unseres Kanzlers wurden in England zum Teü sogar als unverschämt gescholten. Hertling hatte es ja geioagt, auf englische Flottenstützpunkte hinzuweisen, aus Gibraltar, Malta, Aden usw., du bei der Freiheit der Meere hoffentlich überflüssig würden Du englische Presse behandelt uns wie Gesuchstel- rer, du sich die Gunst der Herren verscherzt haben, und sie fordert letzt gerade die Fortsetzung des Krieges. Es mag drüben, wo man die Härten des Krieges doch nun ebenfalls gründlich kennen lernt, mit einem gewissen Behagen auf- gegrissen werden, daß unsere Regierungen nicht nrüde werden, Misere Friedensbereitschaft, woraus jene ein dringendes Bedürfnis folgern, zu erklären. Daß du „Klärung", die wir letzt wieder in den Parlamenten erhalten haben, uns den Frieden genährt hat, wagen auch diejenigen deutschen Blät- rer nicht zu behaupten, die einer Friedenspolitik um f a st leden Preis das Wort reden.
Herr v. Kühlmann hat in einer neuen großen Rede, die c? Hauptausschuß des Reichstags hielt, erklärt, eine
Politik, die nach dem Recht des Siegers zu Besitzergreifungen fchiuiten wolle, sei „für die gegenwärtige Rerchsregüruiig nach ihren ganzen Grundsätzen, nach ihrer ganzen Vergangenheit unmöglich". Ueüer diesen Ausspruch werden auch du Hertlings Politik billigen, soweit sie bisher zum ttusoruck gekommen ist, sehr verschiedener Meinung sein kän- nen. Werden unsere Feinde solche Benlerkungen nicht zum Freibrief für die migestrafte Fortsetzung des Krieges sich zu- rochtmacheii? Hertling ruiTI ihnen keinen solchen Freibrief Czernin ebenfalls nicht. Kühlmann sprach bei der Moglul>keit, daß unsere Staatsmänner den feindlichen Rednern gegenüber öfter als bisher das Wort ergreifen, von emer gewissen Gefahr, daß die Einheitlichkeit der Auffassung verloren gehen könne. Hier lügt nun in der Tat schon ein Beispiel dafür vor.
In anderer Hinsicht trat Kühlmann etwas selbstbewußter auf, namluy. den Bvlsckrwiki gegenüber. Er schrieb Herrn
Ai>§ dem hauptairsichutz der Reick?rtagr.
Berlin, 26. Jan. Ter Hauptausschuß des Reichsdages setzte heute vormittag die Besprechung der auswärtigen Politik fort.
Äbg Dr. David (Soz.) führte aus: Angesichts der Situation müssen wir dafür sorgen, daß mit dem Selb st best im- mung s recht wirklich Ernst genr-acht wird. Dü beiden Er- klavungen vom 25. und 28. Dezember stehen tatsächlich im Wider,pruch, daraus erllärt sich die veränderte 5>a'.tnng der russi- fcheii U-nterhäg'-dler. Ob Rsierendum oder konstituierende Versammlung. ist bedeutmigslvs. Der einzige Differenzpunkt ist die Räu- rmmg Alle Ernwände gegen sie fallen mit dem Friedensschnß «und der Schaffung lokaler Milizen. Die Befürchllmg von der cinsetzenden revolutionären Agitatior, in den jetzt besetzten Gerieten ist ein Gespenst. Die bolschewistische Negierung hat ja gar ume günstigen Bedingungen. Das Selbstbestimmungsreckst der Polen ist unbestreitbar. Das Ergebnis müssen wir abwatterr vermutlich kommen sie zur Selbstäiidigkeit. Die Litauer haben stch für einen unabhängigen Staat bereits ganz ordnungsmäßig Eart; dabsi suchm sie aus guten Gründen Anschluß an den. Westen. Der ku r l ä n d i s ch e ilanbeörat ist dagegen keine wahre Volksvertretung, da die Letten bisher ausgeschlossen sind
Wg. Tr. Naumann (Fort'chr. Bp.): Das Selbstbestinv- mungsrecht alleüi löst nicht alte Weltproidleme und Menschheits- gedcrnkeii. -vie Formel ist nur eine Etappe, durch die wir hin- dtlvcp niüssen. lieber Trotzki urteilte der Vorredner zu günstig Er spielt sich als Urdeumkrat aus, betätigt aber in Rußland sehr undenwkratische Methoden. Der Ernst, mit dem der Begriff des SclbstbesKmmungsrechtes zu fassen ist, liegt bei Deutschland Trese Ueberzeugung müssen die Zwischenvölker gewinnen Die Abmachungen müssen bestimmte Frisden vorsehen, dann baden wir das Rocht, die besetzten .Gebiete vor bolsck)äwistischn Agitation zu schützen. Was wir in dieser Hinsicht hören, ist schlimm, sehr WHLunnt. lote Gefahr der austrv-pvlnischen Lösung läßt sich beseitigen durch eine gute und weitsehende Politik Wünschenswert ist es, daß die neue polnische Regierung an den Verhandlungen in Brest-Litowsk beteiligt wirp Was hertzt: freie Hand im Westen? Wunen wir im Osten denw- kratisch, ün Westen aristokratiscl>-müitarisch sein? So kann man keme Politik führen. Der stiedner spricht dann über rin vetteiltes Flugblatt, das zmn Sturz der Regieruug. zur Zerschmetterung der Bviirgoorsie, zur Revolution un) zur Errichtung der Re- publir au ff ordert, den Separatfrieden ablehnt und zu Massenstreiks rn den nächsten Tagen, namentlich in der Munitionserzeuaung und im Verkehr rat. Welche Bedeutung dieses Flugblatt Mich hat — war können es nicht leichthin übersehen. Naumann gibt eine Erklärung im Namen der Hirsch-Tunckerscheil Ge- we r k s ch a s t e n ab, daß sie ihre Pflicht tun werden ftir die Verteidigung des Vaterlandes.
Nach Naumann nahm der
Staatssekretär v. Kühlmrmn
noch einmal das Wort und führte aus: Der Herr Abg Stresemann hat m seinen Ausführungen, die sowohl in diesem hohen Hause, als m der Oessenttrchkeit zweifellos die Beachtung gefunden haben, die fte verdlenten, daraus hinyewieseil —, und dieser Hinweis ist mir auch in der dcutschell Pres,e schon oft begegnet, — daß eS wün
schenswert wäre, die deutschen Minister sprächen häufiger öffentlich, antworteten rasch und — wenn ich so sagen oarf — mit vetteilden Rollen auf die Aeußernngen des Auslandes. Ich stimme diesem Wunsche gruMätzlich vollem men bei. Unsere M mister sind in imendttch M)erem Grade, als dies in England der Fall ist, zugleich Chefs ihrer Ressorts. Sie sind mit Ressortarbeiten bi ganz anderer Weise überlastet als in England, wo der Minister in erster Linie Politiker ist und die Ressorttätisleit bst ihm absolut in zweiter Linie steht. Das geht schon daraus hervor, daß dort der- i«e0ie Mann innerhalb weniger Jahre 4 oder 5 der disparatesten Ressorts rwcheinander verwaltet. Eine fast 200jährige parlamen- tarische Tradition liegt in Englcuch vor, und in England gehört die öffentliche Rede, insbesondere die öffentliche Rede beim Politischer Zweckessen, zu den alte,den und festesten Gewöhn heit m. Dazu kommt über noch em anderes. Im ^England ist es gan- selbstverständlich, daß oer Minister sozusagen zwei PersÄilichlk ien hat, die eine offi* kastle, wo er ex kathedra spricht und meiste ns die Ansicht des Kabinetts nach vorhergehender Beratung vertritt, und die zweite, die eben in diesen öfseittlichen Reden ^rvorttitt, wo er sich häufig recht große Abweichungen von der orthodoxen Regverungspolitik leisten kann. Bei uns ist diese Auffassung noch nicht durchgedrungen. Jede Aeußermrg eines Staatssekretärs aber Ministers würde mit d^r Sorgfalt urid mit der Entwicklung des kritischen Geistes, tveU cher- ctree der größten Eigenschaften der dentsck>en Nation darstellt, auf der Wagschale gewogen, seziert und analysiert »verden, und ich glanbe, das Bestreben weiter Kreise würde darauf hinausgehen, zwischen den Ausführungen der einzelnen Dtinister Älnveichungen nn Ton usw. feistgustebleü.
Wenn ich den Grasen Westarp recht verstanden habe, so ist eigentlich der Ton, in dem er am stärksten differiert, der, daß die Delegation sich nicht aus den Standpiinkt der Annexionen gestellt hat. Dieses Wort ist, wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, nicht gefallen Aber in dieser Beziehung gibt cs nicht sehr viel Begriffe uno ich glaube, seine Ausführungen deuteten doch darauf hin, daß er _b-ie Besitzei-greifung, fußend auf den errungenen militärischen sinwlßen. befürwintete. Wie ich gestern sehr ausführlich dar gelegt habe, .ist eure solche Stellungnahme für die gegenwärtige Reichs» regieruug nach ihren gmizen Grundsätzen, nach üjrer ganzen Vergangenheit von vornherein unmöglich. Ter Weg, den wir beschritten haben, ist wohl ettvogen und der einzige Weg, aus dem voll komme« restlos und harmonisch die gesamten Grundsätze der Regieruug in Einklang zu bringen waren.
Der Herr ?khgcVLd-;«te Nannwun hat mit einer Zartheit, die ich nicht zu teilen vermag, auf die Methode der Boljck-ewiki hinge- Nliefen Wir wollen die Sache beim Namen nennen. Trotzki hat mir gegenüber zweimal in der Diskussion kundgegeben, unsere Regierung habe keine anderen Argumente wie die Macht. Die B o l s ch e- w i k i stütz eit fi ch einfach auf die brutale Macht. Ihre dlrgu mente sind Känonen und Masästneugewehre. Und wenn Herr Tlbg. Naumann von einer Art Bedrohung der persönlichen Existenz gesprochen hat, so möchte ich chm mit Wilhelm Busch antworten: „Denn seinem Dasein als Subjekt wird alsobald ein Ziel gesteckt" (Heiterkeit.)^ Die Bolschewiki predigen sehr schön, aber praktisch sieht es anders aus. Sie haben die finnische Volksrepublik feierlich anerkannt, sie haben die Freiheit dieser Volksrepublik, diplomatische Vertreter zu «^ipfaugen, niemals in Frage gestellt, aber weim es chlf sie Praktisch an kommt, Vertreter binzuschicken, machen sie die größten Schwierigkeiten, und wenn ocn Herren Berichte aus Finnland zur Verfügung stehen, werden sie Nüssen, daß dir Soldateska eine Gewaltherrschaft dort ausübt, wie sie schlimmer in den schlimnisten Zeiten des Zarismus nicht dagewesen ist. Wenn ich auf das Vorgehen der Herren Bolsche- wiki gegenüber der mit so großem Pomp angekündigten gesetzgebenden Versammlung verweisen darf, so war die hauptsächlichste Vorbereitung die, daß zwei Kreuzer sich vor das Taurische Palais legten und ihre Kaiwnen Mit scharfer Munition auf die Fenster dieses Palais richteten. Als dieses Argmmnt airch nicht durchschlagend gering war, wurden die Herren einfach mit Bajonetten nach Hause geragt. (Hört, hött!)
Was Graf Czernin von Polen gesagt hat, das können wir auch ruhig von den anderen Randvölkerr, sagen, die den Gegenstand der Debatte bilden werden. Wir haben genau dasselbe Zutrauen zu der Anziehungskraft des freien grcüien deutschen Staates aus die Völker, und die deutsche Politik wird unter keinen Umstanden zu kleinlichem Polizeidruck oder irgendwelchen derartigen Mitteln greifen, die aus 'die Dauer meiner Ueberzeugung nach nur das Gegenteil dessen bervirken könnten, was wir bewirken könnten, was wir bewirken wollen, nämlich ein freies, aufrichtiges imd fteundschaft- liches Verhältnis zwischen uns und den Randvölkern.
Der Herr Abg. Naumann hat ein Flugblart verlesen, welches in vielen Beziebungen interessante Ausblicke gewährt. Wenn dieses Flugblatt die Ansicht der unabhängigen Sozialdemokrat ie, widerspiegeln sollte und wenn diese Ansichten mit denen der Bolschewiki sich in so vollkommener Uebereinstimmung befinden, lvie wir damals von der äußersten Linken gehört haben', so möchte ich allerdings an den Abgeordneten Dr. David die Frage richten, ob er deim über die unbedingte Sicherheit des Trotzki scheu Friedenswillens noch ebenso bestimmt und optimistisch denkt, wie er das heute früh zum Ausdruck gebracht hat
Eines kann ich sagen, daß ich nach dieser Debatte, die in weitestem Umfange für uns Klarheit gebracht hat-, mit vermehrter Ruhe und Sicherheit hinausgehe, um die schwierigen Verhandlungen, die noch bestehen, fortzusetzen Sie lsönnvn sich daraus verlassen, meine Hfrren. daß der ernste Friedenswille der oberste Leitstern der deutschen Regierung ist und uns dazu bewegen wird, auch weiter mit der größten Sachlichkeit und Geduld jeden Weg zu gehen, der zu einem vernünftigen und ehrenvollen Frieden führen kann
!Abg. Haase (Unabh. Soz.): Daß Trotzki den Frieden will', ist ziwns<LLvs. Was der RerckFk-anzler unter gewaltsamer Anglieber inmg versteht, die er ablehrtt, wissen wir nickstt. Die Erwervungj Lothringens war keine Desamrexion, das gleiche gilt sür Teile des Elsaß. In der Nationalversammlung von 1871 haben alle Deputierte aus Elsaß-Lothringen gegen die Abtretung gestimmt. Spater gab es die Protestler. Diese ©timnutng hat sich geändert. AVer Elsav-Lothrmgen veriangt eine Mitonoinic im Rahmen des Dcutsckisen Reiches. Der Krieg darf um dieses Gebietes wegen nickst verlängert werden. Das von Dr. Naumann erwähnte Flugblatt mar chm frülier bekannt als uns. Die Massen glauben nicht mehr an den Verteidigungskrieg. Tie Nahrungs- mittelVersorgung wird erst mit dem Abschluß des Krieges besser werden. Wenn Generale mü dem Streit drohen, so darf man dasselbe den Arbeitern nicht verübeln.
StllLlssckrelär Wallraf:
Das Flugblatt llingt in den Ruf aus: „Rüstet zum allgemeinen Massenstreik in den nächsten Tagen." Ich Hab? daUt


