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Nr. 18

Erstes Blatt

* 68 . Jahrgang

Dienstag. 22. Januar *9*8

Der Glestemr Avzelß«

erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen:

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger sür Oberhessen

aiiiiuuiuc von Anzeiger

1 die Tagesnumrner dtS zum Nachmittag vorher ohne jedeBerbirrdlichkeit Seilenpreise: sür örtliche Anzeigen 2bBi.,für auswä rtlge 30 Ps., 'ür Reklamen Mk. l. : bei Platzvor» schrist 20»/, Ausschlag. Hauptschriitleiter: Aug. Goeg. Verantwortlich für Politck u. Feuilleton: vaiikvtttthr: Aug. Woeq: Sladl und

<5en>t,btb«n, Land.V°rn!chtksu.A--

richtsiaal: W. Meyer;

r 1 et! i*anV*ig«t*i«ft*n" Awilltngrnmddrilck u. Verlag: vrühl'sche llniv.-vuch- u.Steinörucfer«t K. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle ».Druckerei: Schulftr.r. Aim-Uch°n, Gieb-n!

Die bisherigen Erfolge des uneingeschränkten U-Boot-ttrieger:

y Millionen Tonnen.

(DTB.) Großes Hauplauartier. 21. Zrmuar. (Allttlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Nordöstlich und östlich von Yprrn, sowie an der Front von Lens bis Eveby hielt gesteigerte Arüllerietätigkeit an.

Südlich von Vendkntille blieben bei Abwehr eines Eng- länder-Vvrstoszes Gefangne in unserer Hand.

dieser Segen, weiter geleitet, die Parteirassen füllt und eine wüste Agitation in Wort und Schrift möglich macht/' Müßte man bettn diesenSpießerw" und getrübten Leuchtet:" nicht jedes Meiirungs- und Stimmrecht überhaupt wegnehmen, wenn sie doch keine wahren Volksbestandtcile sind? Das Aufbrausen dieses weisen und idealen Meinungs machers wird bei den Vernünftigen des Volkes, die es wohl in allen Kreiser: gibt, nur ein bißchen Heiterkeit erregen, bei der Regierung aber keine Aufregung verursachen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zn einzelnen Abschnitten, in der Champagne und zu beiden Seiten der Maas. Kampftätigkeit der Artillerien.

Nordwestlich von Reims mrd in den Argonnen butten kleinere Unternehmungen unserer Erkundungsabteilungen Erfolg.

i ... - . i

Fn den beiden letzten Tagen wurden 11 feindliche Flug­zeuge und 1 Feste ballon abgeschofscn.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Mazedonische Front.

Zwischen Wardar- und Doiran-See lebte das Artillerie­feuer zeitweilig auf.

In der Strmnaebene kam es mehrfach zu Vvrfeld- Umpfen. die für die BulKrren erfolgreich verliefen.

Italienische Front.

Keine besonderen Ereignisse.

Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff.

Der «bendbericht.

Berlin. 21. Zan.. abends. (WTB. Amtlich.) Pon den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien. 21. Jan. (WTB. dtichtamtlich.) Amtlich wird verlautlmrt:

Keine Ereignisse von besonderer Bedeutung.

*

Der türkische Bericht.

Kon stan t i no pel,'19. Januar. MTB.) Amtlicher Tages­licht Au der Pal ä'stina fron t, nördlich von El Bire., schob sich Iber Gegner näh^r a.i Uusare ÖL tun hlevan und besehe eine Höhe südöstlich von Aura, von der umere Sick)erungm z'urüchgenmuN'M loorden Üvaven. Gin Angriff unserer JNfanterüI entriß den: S'ciinde die Höhe sosort wieder.

Ko n st a n t i n ü p e l. 20. Januar, st WTB.) Amtlicl^n Heeres­bericht. An der P a l ä st i n a f r o n t, abgesöl-en- von einen! sernd- lichen schwaäwn ,?lrttllerieseuier, Ruhe.

Die vezember-veute der U-Voote.

Berlin. 21. Jan. (Amtlich.) Durch kriegerischeÄbatz- nahmen der Mittelmächte sind im Abonat Dezember 1917 insgesamt 7 02 9 0 9 B r. - R. - T. des für unsere Feinde nuAaren Handelssck-äffsrmrnres vernichtet worden. Damit erhöhen sich die bisherigen Erfolge des uneingeschränkten U-Boot-Krieges auf 8 958 000 Brutw-Register-Tonnen.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Das mvnatlich' Ver.enkungsergebnis, mit bent das Jahr 1917 ab schließt, ist in mehrfacher Hinsicht besonders ^friedigend.

Es stellt sch um ctna 100 000 Brutbo-Rrgi er-Tan t i höher, als das des Mcn'ats Nov^nbec und übettiä ft auch dasjenige des September nnd Okwber m>ch um rund 30 000 Tounerr.

Neuer Umsturz in Rußland! Das ist das Neue, vor dem wir stehen und vor dem wir initgrundsätzlichen" Streitig­keiten wieder einmal Halt machen müssen. Die Meinungs­verschiedenheiten über dasSelbstbestimmungsrecht" der Völker haben augenblicklich keine rechte praktische Bedeu­tung mehr. Die Petersburger Regierung der Bolschewiki hat in der Gesetzgebenden Versammlung nur eine Minder­heit erlangt und müßte also, lvenn sie vomSelbstbestim- nnrngsrecht"" etwas hält, abtreten. Jetzt zeigt jich's^ aber, wie Recht und Freiheit Trotzkis und Lenins anssehen! Sie lassen auf ihre Widersacher schießen, schließen einfach das Parlament, das ihnen keine Mehrheit bot. uard handeln also vollkomnren nach den Methoden monarchistischer Macht­haber. Die Begründung ihres Verhaltens kann man in dem Erlaß lesen, den die Maximal isten veröffentlicht haben und den wir nachstehend wiedergeben. Darin steht: Das Recht der Mehrheit gilt nichts, wir, die Minderheit, baden recht, mtb wir sind die wahren Propheten! Schon bei den Wahlen zur Gesetzgebenden Versaucmlnng ist es nach glaubwürdigen Berichten zu ähnlicher Praxis gekommen. Die Soldaten der Bolschewiki drohten denen den Schädel einzuschlagen, die nicht für ihre Absichten und Ziele stimmten. Warum wurde dann aber überhaupt gewählt? Ist dieses Softem, so muß man jetzt Herrn Trotzki fragen, besser, als die von den Mitteln,ächten in Brest-Litowsk zugestandene Volksbefragung?

Wir wissen noch nicht, welches Friedensprogramm die neue Opposition in Rußlaird hat, die jetzt vielleicht ans Ruder gelangt. DasBerliner Tageblatt"" läßt durchblicken. daß die Mehrheit der Konstituante keinen Frieden mit Ab- trennung russischer Gebiete wolle, und daß Hertting und Kühlmann nur einevernünftige, gerechte Politik" machen müßten. Das Blatt zitiert die Wendung des Grafen Ezernin, daßder Frieden nicht an Eroberungs<rbsichten scheitern wird", und macht damit Stiminnng für die Abkehr von der bisherigen Politik, die die Mittelmächte in Brest-Litowsk gemeinsam ^trieben haben. Das wäre also wieder aufs neue die Politik des Katzenjammers. Wir hoffen, daß unsere Regierung doch etwas mehr Geduld und Würde behalten wird, wenn auch dasBert. Dagebl." in ähnlichliberaler" Auffassung, wie sie jetzt von den Bolschewisten an den Tag gelsgt worden ist, schreibt, die Vertreter des Reiches würden hoffentlich alle Diplomatisiererei beiseite lassen, ans die V a terl and s Part e i und andere Bierbänke keinerlei Rücksicht nehmen/". Den ruppigsten Bolschewisten-- ton erreicht dasMrl. Dagebl/" freilich erst in folgenden geistreichen Sätzen:

Und die Völker bestehen nicht aus den heroischen Heimkriegern der Baterlandspartei, nicht aus den ge­trübten Leuchten der Wissenschaft, die sich für weltkundige Politiker halten, und nicht aus jenen Spie­ßern, die begehrlich Länder schlucken möchten, wenn sie nicht gerade den gehamsterten Schäuben kauen. Sie bestehen auch nicht aus denen, auf die, in der Schwer­industrie und verwandten Zweigen, derSegen des Krie- fitö" M.edersällt, Sie bestzehen nicht aus denjenigen denen

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 21. Jan. Amtlich. Neue U-Boots^Erfolge «ruf dem nördlichen Kriegsschauplatz. 22000 BRT. Unter den versenkten Schiffen. von denen bk Mehrzahl tief beladen und be­waffnet war, kannte der bewaffnete französische Dampfer Magellan (6265 Donnen) mit Salpeterladung von Chile nach Frankreich sestgeslellt werden. Unter den übrigen vernichteten Schiffen be­fanden sich zwei größere englisch' Dampfer.

Ter Chef des Admiralstabes der Marine.

Eine engkisch-holländische Auseinandersetzung über die U-Boot-Angr.ffe.

London, 19. Jan. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bu- veans. Ter Notenwechsel Mischen der britischen und der nieder- ländisäien Regierung wegen der Versenkung des holländischen DampfersElve"" und der Beschädianug des holländisä>en Damp­fersVermisse"" aus der Reise von Westasrika nach Rotterdam durch deutsche U-Boote wurde heute veröffentlicht. Ter DampferBer­nrisse"" hatte Rnsisgue in Westafrika am 2. Mai 1917 verlassen und wurde am 20. Mai durch einen englischen Hilfskreuzer ange­halten, der ihm Befehl gab, den Kurs auf KirLvall zu setzen. Wäh­rend das Schiff das dQUsche Seesperrc^bret kreuzte, tvurde es am 23. Mai von einem deutschen Untersee-Boot angegriffen und beschcchigt irnb durch englische Fischdampser nach Kirkwall ein­bracht, wo es, damit es nicht sffrL^, cyujf .Strand gesetzt werden mußte. Am 26. Oktober 1917 erhob der Minister für auswärtige Angelegenheiten der Niederlmwe Besäflverde des Inhaltes, daß alle Verantwortlichkeit für diese Schäden auf die englische Regie­rung falle, ganz abgesehen von der Ursache des Verlustes. Tenn es bestehe kein Gnrch) dafür, Schiffe in englische Häfen zu bringen und sie zu Mingen, das gefährdete Gebiet zu durchfahren. In der Ant­wort vom 16. 11. 1917 sagte Balfour, die englische Regierung hätte erwartet zu hören, daß die d^rederlande einen heftigen Ein­spruch an die deutsche Regierung gerichtet hatte wegen der offenbar rechtswidrigen unmenschlichen Handlnn^gsrveise der Untersee- Boode, nnd daß diese Besch,verde mrs Anlaß der durch solche Hand- lnngÄr^iie verursachten Verluste gegen jene Regierung^ gerichtet norden wäre .Das Recht der Kriegffchre,chen, neutrale Schisse zu prüfen und zu durchüchen, kam, uicht in Frage gestellt werden. Tie Tatsache daß eine jplä)c Prüfung unter den jetzigen Verhält­nissen nicht auf See statt finden kann, ist nicht abzuleugnen. Tie ReäMmäßigkeit der Verschickmrg solcher Schiffe in einen Hasen zur Prüfung ,vurde tatsäck-lich während der ganzen Dauer des jetzigen Krieges zugestanden. Die Frage, ob die Sendung des Schiffes in einen Hafen rwtwendig gewesen wäre, rst bedeuttingslos, da daö Rechts dem kom­mandierenden Offfzier zu dieser Entscheidung zu ge standen hat. Der Schaden ist unmittbar durch rechtswidrige .Handlangen deut­scher Unterseeboote verursackü- Die englische IRegiernng kann dafür nicht verantwortlich gemacht Werden. Es ist airch kein Zweifel darüber, jdaß «das deutsche Vorgehen, einSperrgebiet"" eü,zurichten, in dem neutraD Schice öl/ne Wärnung ver-senkt tver'cvn können', im höchsten Grade rechtswidrig ist. Die englische Regierung traf mit Unbequemlichkeiten für sich selhst ^Ernrühtungen, daß neutrale Schisse, deren Roedei- geivissc veruüinftige.Bedingrrngau annehmen/ an bestimmten Punkten anßerhrlb der ^gesähMeten Gebiete geprüft ioerden köimen. Die Schilfst, ,m, bk es sich hier hrndelt, machdn^ aber keinen Wersnch, diese Erleichterungen zu erhalten, sonders zogen es vor. die Gefahr aus sich zu nehwen, die erntritt, falls eine Entscheidung dahin <retwffen wird, däß, tze in einein englischeit

Hafen geprüft lverden nrifffen. Die Antwort her ^.^-kder^ lande vom 17. Dezember bestreitet die Ansicht, daß dre Krieg- führenden unter irgeridtvelchen Umständen das Recht hätten, em Neutrales Schiff in einen Hasen 'zr) bringen, m,d daß es von diesem nur guter Wille ist, der sich seines Rechtes nicht bedient. >zN ernett kurzen Antwort vom 21. Dezeinber sagte Balfour, dre von! der niederlmwischon Megiermlg vorgebrachten Erwägungen troseH licht die Hauptsache, nämlich daß die niederländische Regierung, obgleich die Schiffe durch eine zugestandenermaßen rechtswidrige Handlung deutscher U-Boote versenkt, bezw. beschädigt worden' seien, \\ftt Beschiverde an die englische Regierung unch mäst an! die b&utidyt Regierung richte und die englisclx Regierung für rechts­widrige Handlungen ihrer Feinde verantwortlich zu machen Ulchc. während sie keine Schritte getan (habe, wm von den Fernden Entsch'ädilgrmg zu erlangen. Die englische Regierung sehe sich,außer­stande, V-erhandlungen über derartige Beschwerden zu sühlren^ welche, wie bereits bemerkt, bei Prisengerichtshösen anzubrmgen seien, welcher Weg den Besä)werdesührern.immerhin frerstehe, Anordnungen dcS englischen KriegShandelSamteS.

L on do n. 21. Jan. (Reuter.) Das Ktiegshandelsamt laßt zum 1. Februar durchgreifende Bestimmungen in Kraft tteten über dre K o h l e n v e r s o r g u n g von Schissen in amerikanischen Häsen zur Kontrolle der neutralen Ochi(fahrt zu dem Zweck, die Kanäle zu verstopfen, durch die der Feind Nachii ten erhält, ferner um *.'en Feind zu verhindern, Gitter aus Amerika zu erhalten, ^.as Amt verlangt daß die Schiffseigner jeden Kapitän, Offizier ater Mann auf Wunsch de^ Amtes eittlassen. Es verlangt netter, das alle drahtlosen Apparate versiegelt werden, so daß keine Botschall ohne Wissen des Kapitäns abgesandt werden kann. Neutrale Fahrzeuge auf dem Wege von oder nach den Vereinigten Staaten, von oder nach Norwegen, Schweden. Dänemark, Seeland, den Farörn, Holland, Spanien oder neu­tralen Hasen im Mrttelmeer müssen sich einer Unteffuchung unterziehen, sobald das Amt dies anordnet. Ferner wird fest­gesetzt, daß alle Kapitäne sich Erlaubnisscheine für Kohlen und Vorrat besorgen müssen u,ü) daß weder Vorrctte noch Brenn­material an Schiffe geliefert werden sollen, die die Untersee­bootszone bereisen. Kein dlnsuchen um Vorrat durch ein amerika rösches Schiss, das nicht durch das Schiffahrtsamt requiriert ist, soll berück)ickstigl werden, außer sür Rersen und Handel, die vom Kriegshandelsamt genehmigt sind.

Aur Ruhl-'nd.

Berlin, 21. Jan. (WTB0 Tie Petersburger Re­gierung verbreitet folgenden Funkspruch:

Petersburg, 19. Jan. Gebern, am 18. Januar wurde die k o n- stituierende Versammlung erö/'net. Tie Versammlung eröf.üete Ge.^se S w e r o l o w. Zum Vors inenden lonrde T s ch er- now ge,vählt. Geuosse Swerdlow schlug im Nmnen des Zentral- vollzugsausschusses der konstiti ie.euden Versammlung vor. die Macht der Räte midal e D.kr.te, die vom Rate iec Volks'ommi sare veröffentlicht wurden, bis zur Klarstellung der Beziehungen der konstituierenden Versammlung zur Regierung der Räte anzuer­kennen. Tie Mitglieder der konstituierenden Versammlung lelmte^r. ab. Tie bolschewistischen Linken der sozial revolutionären Frartion verließen den Sitzungssaal, dlm Tage der Eröffnung der kon-i stituierendeu Versammlung fanden Kundgebungen statt. Soldaten, Arbeiter und Matrosen nahmen an den Kundgebungen nicht teil. In Petersburg wurde ein Marinerevolutions- aus schuß gebildet. Die Ordnung in der Stadt wird durch Ma­trosen und Soldaten der Roten Garde aufrecht erhalten. Der Führer der polittschen Abteilung Ryschkow.

Bern, 21. Jan. (WTB.) Ter Petersburger Berichterstatter desCorriere della Sera"" drahtet, daß Hunderte von Verhaf­tungen vorgenommen wurden. In verschüdenen Stadtteilen be­gannen Straßenkämpfe mit Gewehr- und Mlaschinew- gewehrfeuer. An mebreren Stellen ronrden bereits Barrikaden er­richtet. Eirribe von Kronstadt eingettoffene Kriegsschiffe griffen in den Kanrpf ein.

Amsterdam, 18. Jan. (WTB.) (Verspätet eingetroffen/» Rnßkaja Wjedomosti"" entnimntt derTimes"" Beispiele für die angel-liche Gewalttätigkeit, mit der die Bolschewiki bei den Wahlen für die versassunggele.che Versammlung zu Melbe gingen. Im Bezirk Kozlow drangen bolschcwifttsche Soldaten in die Dörfer und drohten jeden zu ermorden, der gegen den Bolschewiki-- Kandidaten st in, men würde.

Amsterdam, 21. Jan. (WTB.) LautTailh News"" «me Petersburg vom 18. Jan. läuft das Gerücht, daß Sawinkv. F i l o n e n k o und' K e r e n s k i, die bisher bei Kaledin waren. nach Petersburg zurückgekehrt seren. In der ganzen Stadt l>errsch: eigentümliche Spanmurg, wie sie auch vor früheren Unruhen wahr­nehmbar war.

Die Auflösung der verfassunggebenden Versammlung.

Petersburg, 20. Jan. (WTB.) Meldung der Petersburger TÄegravhenagentur. Heute trat der ausführende Haupt­ausschuß des Sowjets der Arbeiter, Bauern und Soldaten zu einer außerordentlick>en Sitzung zusammen mib beschloß um! 1 Uhr 30 nachmittags die Auslösung der versassunggebendens Versammlung.

Eine Unterredung mit Buchanan.

London, 21. Jan. (Reuter.) EA,Vertreter des Reuterscheit Bureaus hatte «ine Unterredung mit Buchanan, dem britischen Botschafter in Rußland. Die (Auffassung, Buchanan sei aus sliußland wegen der Lage abgereist, ist völlig unrichttg. Tat- sack-e is. daß er bereits vor einiger Zeit alle Vorbereiünrgen ge­troffen hatte, um sich für künze Zell zur ,oohlverdienten Riche nach Hause »zu begeben. BuchjanaN 'sagte in der Unterredung, die dmch die Nahrungsmittelknappheü entstandene Lage sei ernst. Die aUgemeine Aliffcht fei, daß die ^Lebensmittel in diesem Monat völlig ausgehen würden, und Ivenn eine Hmrgersnot erntrele, könne man eine Anarchie ecivarten, mvdi ip ("iesem! Fittle könne jedermann in Gefahr sein. Was die politische La^ angehe, so kann ich offenbar meine Ansichen in der öffentlichen Presse nicht völlig zum Ansdruck brnrgen. Die hmiptsäck-lichste Tatsache ist, daß die Bolscheuüki zwei- fellos Herreu der Lage im nördlickM, Rußlarrd sind, wenigstens gegenwärtig. Was die verfassunggelnmde Versammlung andetrifft, so scheint es, daß die Sozialrevolutionäre gegenwärtig die Mehrheft