1«w nicht verzichten. Zmn Schluß verlas er eine Huldignngs- depesche, die an den Reichskanzler gesandt werden solle. Landwirt) PH. Seibert von hier dankte dem Redner für seinen, d*e Ziele der Parder klar darlcgenden Vortrag und iordette zum Beitritt auf.
i—5. Lanier, 21. Jan. Der Larrdfturmnmnn Wilhelm Schmidt wlirde mit der Hesifische.?? iTapffrkeitsmedaille airs-
«yeichner.
Ül Leihgestern, 21. Jan, Die Bruder Karl Pauli nnd Gg Pauli, SSHne des Wagnermeisters Joh. Pauli V., wurden nrit der Hessischen Tapferfeilsmedaille ausgezeichnet.
Kreis Büdingen.
---- Büdingen, 21. Jan. Das Kreisamt verhiingte aber- Nwls über 36 Kreiseiilwohnm mrs Lrßberg, Eckattsborn, Oberauer- Mühle. Alten stad?. Heinckzen, Höchst, .Hof-Breitenseldc. Büdingen, Rinderbügen, Hain-Grü?ldau, Ortenberg. Dauerrcheinl und Diebach (hier allein 12 Besitzer) n«gei? verweigerter Speckabgabe Glld< strafen tarn 6 bis 100 Mark. Damit sind bis jetzt insgesamt 131 Kreisinfassen als ^.Speckfünder" bestraft worden.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar. 21. Jan. Ter Obst-- und' Gartend^auvercin des >1reffss Wetzlar zahlte im abgelaufenen Geschäftsjahr 558 Mit- Mieder gegen 572 im Jahr zuvor. Tie ReÄnungsablage ergab eine Einnahme von 1631,16 Mk. mrd eine Ausgabe von 1559,40 Ml. Das Vermöge?? des Vereins beträgt zurrst 592,41 Mk. Der JahreÄreittag ?m?rde auf 2 Mk. erhöht. Ter Voranschlag für 1918 wurde irr. Einnahme und Ausgabe auf 1090 Mk. festgesetzt. Ter nemeinschafllickc Obsttmmnbezng rvar sehr rege, es wurden 5690 BÄtme bestellt.
Hessen-Nnssa«.
— Frankfurt a. M., 20. Jan. Bei einem Eftrbruch in die Metzgerei von Hellmuth im Stadtteil Sachscnhausen wurde?? drei Einbrecher, die bereits mehrere Zentner Fleisch und Wurst in Säcke gepackt halten, von den Hausbewohnern und Schutzleuten überrascht. Es entspann sich ein erbitterter Kampf, bei dem ein Schutzmann durch den Schlag mit einem spitze?? Instrument am Kopf schwer verletzt nmrde. Schließlich gelang es, die Ein brecher.zu überwältige und festzunehmen.
--Ober-Ursel, 21. Jan. Die Stadtvewrdnetenversannn--- twrg nahm eine SckMkung der dlhotorensabrik von 100 000 Mark zur Erbauung eines neuen Rathauses an.
][ Aus Kur Hessen, 21. Jan. Der Regierungspräsident zu Kassel hat eine Berrordnung erlassen, die dahin geht, dest .Holzwucher, der sick, immer mehr breit inacht, entgegenpitrirtert. So müssen setzt alle Brennholzversteigerungen fiüN Tage vorher unter Beisügn??g der rn den beiden Vorjahren mziolten Preise
zuständig«? Lattdvalsantt mitgeteilt tverden. Drei 'Tage nach Maus der Bersteigericng ist ebenfalls toicHer genmiefter Berickst oorzulegen. Als Käufer dürfen nur Selbstverbraucher, u??d zivar unter der Bednigung zugelassen werde?:, daß sie nickst mehr kaufen, rote sie benötigen. Für Händler müsse?? besondere Versteigerung^! abgehalten werüerr. Es werden auch Richtpreise vorgesehen.
Hochwasser.
ch. Bingen. 19. Jan. Das Hochwasser, das so plötzlich sozu- sagen über Nacht am Rheine und seinen Nebenflüssen herein- gebrochen ist. besteht in seiner ganzen Erfährt ichLci? weiter, denn auf den Rückgang der Nahe, der bereits eingesetzt l)atte. ist infolge heftiger Regengüsse wieder eine Steigerung erfolgt. Bei den: beute trockne reu: ^lbeticr ist aber immerhin anzunehmen. das; die Steigerung bald eurem Mffall Platz machen wird. Auf alle Fälle ist die Nahe ruhiger geworden und rast nicht mehr mit der Wildheit dahin, die gestern und vorgestern ihr Kennzeichen ivar. Dafür ist sie an der Mündung und ein großes Stück landein biLeurend gewachsen, denn iche Wildheit hat sie dadurch ein gebüßt, ?vei! hex Rhein sich ebenfalls ganz gewaltig erhöht hat wrd deshalb die Nahe durch dies« noch aewalttgere Wasffrflltt gestaut wird. Der Rhein selbst ist feit gestern um einen halben Meter gewachsen, von heute vormittag bis zum Ähöen,d allein :rm etwa 20 Zentimeter^ nd weiteres Wachsen stebt in Äussichl. Das hohe Wasser wiro von der Schiffahrt, obwohl schon Einschränkungen hinsichtlich der ^ahrt erfolge?: müssen, stark ausgeirutzr. In dem unglücklick-en Dieters he i m hat bie Nahe fürchterlich gehaust. Das Vieh ist in den Ställ-en zum Dell ersoffen, so in einem Stall fünf Ziegen, die Tiere wurden zum zweite?'. Stockwerk hmausgeschafft und Notschlachtungen wurden vorgenronrmen. Wisst hin st?rd Felder, und Haarten aufgewühlt, mit Sand bedeckt und auf diese Weise Verivüstungen angericküet, die großes Elend im Gefolge haben müssen, ?oenu die Hilfsiätigkeit nicht sofort ein setzt. Das Brenn-, ?rnd Heizmaterial de?: Einwohner stellt urtter Wasffr, dem? die Keller sind- gefüllt. An diese Vorräte, wie auch die anderen in den Kellern' ist vorerst nicht heranzuckv?nme??. Das Wasser erreichi'e in dein Dorfe eine Hobe von 1,70—1,80 Meier, stellenweise auch mehr, w?r also durchweg sv hoch, daß die Leute zu Fuß nicht durchzufommen r-ermvchtcn. f)1ach uns nach verzog sich die Flut so west, daß ntos? nach den^ höher gelegene?? Tellen des Ortes gelangen konnte. In den Straßen liegen setzt die Nachen der Binger Schiffer, die der HilfStatigkeir gedient hatten. Die Pioniere arbeiten noch inrmer vollaw, um alles wieder soweit wie möglich in,' Ordnung ztu brin-? gen. Di? Nachbarorte, die Stadt Bingen, das Militär, alles griff kräftig zu, um den. arme?? Menschen z?r helfen. Lebensmittel und Trrnkwasser wird zugefahren. In Sarmsl-eim, d. h. int unteren Dell des Ortes, fliegen _ die BerMttrisse ebenso. Tort sind die Keller unter Wasser. Die Dän?7M' vermochten einer? Schutz nicht M bieten. Die Gärten im Bereich des Hochtivassers sind gänzlich werwüster rcnd vernichtet. Das Haus des FähnnannS Haas ist seit drei Tagen vollständig von Wässer umgeoen u.nd gegen die Außenwelt abgesperr?'. Tic Familic des Fährmanns befindet sich im Hause. In Münster, das ja seircerzest einmal von einem schweren Wolkenbruch Heimgesuch? wurde. haben die Fluten irr Kellern und auf den Feldern und in den Garben gehaust. — Die Seitentäler der Nahe, Guldenbach Grafenbach, Ellerbach Simmerbach sind so angesckwollen, daß sie als Bäche ?richt ??rehr zu erkennen sind. JnSimmern hat der Smrmerbach über Nacht eine Höhe erreicht, die ihn für der? nächsten Tag den erschreckten Muvohnern als
reißenden Strom zeigte. Die Hunsrücker Zeitung komrte nur eine Nvtxrusgabe Herstellen, da ihre Papiervorräte im Keller überschwemmt und wahrscheinlich tellrveise vernichtet sind. Das gleiche rst nrit den Kreuznacher Blättern der Fall, die wegen Gasmangels — die Rohre sind verschlammt — vielleicht nicht erscheinen können. Auch Wasser gibt es in Kreuznach nur an Vertellungsstellen, da auch das Wasserwerk durch das Hockiwasser in Milleiderrschaft gezogen wrrrde. Im Hunsrück nrußten Straßenübergänge und -brücke?? gespertt rverden. Daß Brücken, Däm???e, Straße?? ?mt- gerisse?? u??d lvvggeschwemirü wurden, ist überhaupt keine Seltenheit, ebenso,venig abge'ckprittene Bel>aus?rn.ge??, überschioemmte Otts- teile imd Aefülltt Keller. — Tie Binger Stadtvertoaltung hat übrigens d?e Eiirwolprer de?- tiefer gelegenen Stadtteile, wie der Borstädte aufgesordert, angesichts der vom Rheine droherlden Hock>- tvassergesahr die Keller zu räumen.
H. L Höxter, 20. Jan. Ern Opfer des Hochwassers wurde der r?? die .Heiinat beurlaublte Mttsbesitzer Fjra??z Kratvinkel aus Istrup. Jin Begriff, mit einen? bc?wchbarten Gutsbesitzcrssohn die rreben der ^ Aa gelagette?? gefällten Pappe!bau???« fottzufahren, wurden beide von der plötzlich heranbransmden St?m??'fs?'.t überrascht. Kraioinkel pr?rd drei. Werde «ertränke??. Krawinkels Leickne ist noch nicht geborgen.
H. L. Frielendorf, 20. Januar. Durch die Hochflut, die ganz' besonders in? Kjreise Biedenkopf sch??ell austritt, lourde nnser^ herrliche Brücke, erst 1910 erbaut, ein Opfer der Fluten. Atn? Mittwoch initdag 1 Uhr stürzte dieselbe ein und ist dadurch die Ber- bi?ldu«?g mit unseren Nachbarorten eine zeitra'.lbende und schwierig^ gc?vvrden. — Am selben Tage sind auf der Bahnstrecke Marburg— Kreuzthal drei Dammbrüche entstände??, bei Biedenkopf, Ludwigs- Hütte u??d Mutten, so daß der 4-Uhc;ug an diesem Tage n??r bis zur Unfallsielle kam u??d am Albend nneder Mrückftrhr.
Spielplon des Eichener Stadttheaters.
Samstag 26. J!an., 7hs: Gew. Pr. Wohltätigk.-Borst, z. Bors. 0. Kaisers Gebuttst. „Colberckst Sonntag 27. Jian., 3» 2: Gew. Pr. (erm.). ,,Tas Enkelkrnd". < l fi : Ojp. Pr. „Sah' ent Knab' ein Röstern stehn".
Ocrm$fd)tc9.
Zmn Eisenbahnunglück bei Kirn.
ch. Bi n g cn, 20. Ja??. (I u Zahlmeister, der mit dem! bei.Kirn durch das Hochwasser penmglückte-«? Zuge gefahren ist, hat ?1ber das Eisc??bahnu;?giück sv!ge??Las erzählt: Gestern morgen kanren nnr mit den? Urlauberzug von S??arbrücken. Es n>ar gegen 7 Uhr, als wir Kirn erreichten. Etwa 10 Ministen vor uns hatte der D-Zug dieselbe Station veclassen. Al-nungslos schtmnmertQ? meirw Reise- genoffen, d'oci Osfiziere. Ich n?achte mir gerade an meirrem Koffer zu schaffen, da — ir^tc hätte« gerade den Tunnel vor Hochstätte??: r>erlasseu. —, ein genialttger Stoß, der Wagen, in dem rwr saßen, tür?nte sich i?r die Höhe u??d —, den Anblick tverde cch in meinten?! Leben ??ie vergessen —> die Koffer fielen aus dern Gepäcknetz und schlugen einem meiner Reisegeiwffen de?? Schädel entzwei. Das Bild, das sich darin bot, ist tarn zu schildern. Ter Darrim' der Balw-lmic war von den Fluten der 8iahe u??ter?vüh!t morde??. Bon der Maschi??e und den erste?? Wagen war nichts mehr zu sehen, über sie hirurSg raarschle die Nahe. Die übrigen Wagen rvaren übereinarrdergetürmt und ans den T-rürnNrerr? kamen ci??ige Passagiere gekrockxm. Ein Bah??beLruster, der gesehen, daß der Tamm jeden Auge??blick brc'chm konrrte, u??d schm vor Passieren des D-Zuges gemerkt hatte, daß der DamN? nachgab, rvar den? Z??ge erstgegengelwirfe??. ??m ihr? zrrrückzuhalten. Wahrscheinlich lM ihr? der Lokomotivführer nillzt ge Hetzen, denn feine Leiche wurde aus dem Bahndainmr gesunden. Er ist also als Opfer seiner Pflichttreue gestorben.
* Saarbrücken, 19. IM. (WDB. Amtlich.) Die Ausräu- nrungsarbellen an der Eise??dahn-Uns all stelle l-aben ergeben, daß d-ie Zahl glücklicherweise nickst so groß ist. wie ursprünglich befürchtet worden ist. Es sind 23 Leicken geborgen worden, daramter 11 Soldaten. Vermißt weftwn bis jetzt ?wch 2 Personen. Ferner si??d 19 Schwer- ????d 10 Leichtverletzte in Lazaretten in Kre??znach? n Behandlu??^.___
Letzte Nachrichten.
<WTB.) Großes Hauptquartier, 21. Januar. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
H e e r e s g r u p p e K r 0 n y r i n z N u p p r e ch t.
Nordöstlich und östlich von Yprrn, sowie an der Front von Lens dis Epehy hielt gesteigerte Artillerütätigreit an.
Südlich von Vendhuille bliebe?; bei Abwrhr eines Engländer-Vorstoßes Gefangene in unserer Hand.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
In einzelnen Aiffchrlitten, bestinders in der Champagne und zu beiden Seiten der Maas, Kompstätigkeit der Artillerien.
Nordöstlich von Reims rmd in dm Argonnen hatten kleinere Nnternehnrungen unserer, Erkundungsatzteilungen Erfolg.
In den beiden letzten Tagen wurden 11 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselballon abgefchofsen.
O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Mazedonische Front.
Zwischen Wardar- und Doiran-See lebte das Artilleriefeuer zeitweilig mrf.
In der StrunraebeM kam es mehrfach zu Vorfeldkämpfen, die für die Bulgaren erfolgreich verliefen.
Italienische Front.
Keine besonderen Ereignisse.
Der Erste Generalguartiermeifter Ludendorff.
Die M erwartende .Kanzlerrede.
Berlin, 21. Han. Nach eurer WwemLarnug zwischen tiet Reichsleikmg initb der? Parteiführern wird die vvlllifche Aussprache im HaApüncsschuß des Reickistages rrramdehr voraLssicht- tich am Dcmnerslag ihr«? Anfang rrehirverr. Wahrscheinlich wird scho?r an diesem Tage der Reichskanzler Graf Hertling die an» g^klmdigtt gvoße Rede halten.
Staatssekr^tLr von Kühl mann, der gleich iemem üspc? reich? schen Kollegen Grafen E^errr??? die .Abreise Tvotzkis mä Petersburg auch seinersests zu eiwem Bestich ftr die Heimat benutzt, ttifft heute Abend in Berlin em.
Äeue U-Boot-Erfolgr.
Berlin, 20. Jan. (WTB. Amtlich.) Im weUichen Telle des Sperrgebietes um England fügten unsere rastlos tätigen ll-D'^te de?'. (f-eg??ecn erne.? Verlust vvn 19000 Br.-Reg.-D. Handels schiffsra??m zu. Die Mehrzahl der Schiffe tourifc im Acrrnel- imb St.-Geor^-Kanal unter stärkster feindlicher Gegenzv'i rku n g verrrichtet. U?rter den SchiffM Ve- scmden sich drei größere Dampfer von über 4000 T. Ein Schiff ko??nte als der englische Dampfer Colmere, der mit Kohlen, nach Afrika?enterwe^ nmr, sestgestellt nxrd-en.
D>er Chef des AdmiralstaLes der Marine
Ein spanifther Dampfer torpediert.
Paris, 20. Jan. (Nieuter.) Der spanische Dampfer Dvnna Nova tvwche a?n 15. JtMuwr im MittLl??veer wrvediett. Das Schiff konnte ??ach de?n Hafen geschleppt werden.
Die Verhrrfttrng des Königs von Rumänien.
Petersburg, 19. Jan. (Reuter.) Ei??L Zeitung melber, daß der Befehl der Volksbeauftragten, den. König von Ru- mänie?r zu verhaften, sich bestätige. Ter revoklrlionätt: A?lsschuß der neunten russische?? Annee sandte den rrcmänischen Militärbehörden ein Ultimatum mit zweistündiger Frist, in dem er fteien Durchzug der russischen Truppen durch Jassy verlangt. Der frühere Minister Purischkewitsth zu Zwangsarbeit ver-
urleilt.
Petersburg, 19. Jan. (Reuter.) Der srüheoe MinisiLr. Puri fchkewitsch ist zu vier Jahren Zwangsarbeit ver» urteilt wiorden. wem? er sich jedoch cm Ende eines Jahres einverstanden erklätt, sich jeder Tätigkeit gegen die Bolschewiki zu enthalten, soll ihvn der Rest der Straff erlassen werden.
Lenin und die Opposition.
Kötn, 21.Jmu Ueber die Bewegung gegen die Bvl- schewikireaierung heißt es in einem Swckh?Lmer Telegramm der ,Lüln. Ztg.": Tie nächsten Tage -werden die entscheidende Kraftprobe zwischen Lenin und der sozialistischen Opposition bringen, als deren Führer Tschernow herrwrtrrtt Hrmgersnot in Rußland.
Stockholm, 20. Jan. Nach Wvertäfsigen Nachrichw« aus Rußland herrscht ??? den Gouvernementö Nr ogovvd, Kostroma, Wladimir, S???olenft, Moskau, besmrders aber Orenburg und Turtestan Hungersnot. Der Bolkskvminffsac für Vcrpflegmigs- angülegenheilen hat eine Verfügung gegen die ^ffrarchie im Ber- kehrsroesei? erlasse??. Die Berpsloguug Hungernder Provinzen unv der Fro??t sei bei der? jetzigen Zpstäulde?? unmöglich. Die wte Garde u??d revolutionäre ^Freiwillige solle?? off OLd?rung des Bahnver kehrs nnedevherstellen.
Höchstpreise für den Kleinverlauf von Fischen in England.
London, 19. Ja??. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter. Der Lebens^ mittcltontrvlLeur hat beschlossen, für den Kleinverkaus von Fischen vom 23. ds. Mts..ab Höchstpreise sestzusetzen.
Verfassungsänderung in Indien.
Berl???, 21.Ja??. Der „Bert. Lokalar?zeiger" melbel aus Basel: Schweizer Blättermelduuge?? aus London berichten: Nach einer Reütterdepesche aus Delhi werden ^Lorv Ehel'nrefmch, Vizekönigi von Indien, u??s Moutague, Staatssekretär für Indien, am 21 Jan. Zusammentreffen, um amen Vorschlag*ur Aende ru ug der Versassjung pes indischen Reiches zu erörtern.^ Diese Besprechm?gen werden eine Woche öamnm. Die Gouverneure von Bcmckay, Madras mib Berrgalen sowie Iftitte Provinzial- Verwalter werden den Beratungen beiwohnen.
Aus Flandern.
Brüssel, 20. Jan. (WTB. Nichtaintlich.) Das zenrrai- vlannschö ,Presseburemr veröffentlicht ^Igende Mitteilmrg des Rates Vvn Fla??dern: Entspreche?'^ dem in seirren ersten Kundgeb?mgei? vor Jahresfrist aufgesdÄiten Ziele hat der Rat von Mmrdern in seiner allgemeinen Versa???n?lur?g vvn? 22. Dezenrber 1917 feierlich und einstimmig Flanderns volle Selbstärrdigkeit beschlossen. Im Verfolg dieser Erklär?rrrg lech der Rat von Fla??dern oas ihm von der vlämischen Landesi 2 c^sordrrung vorn 4. Fcbrmw? 1917 übertragene Ma?rdat irstder und ivird sich ei??er dieuwrihl unterziehe??, die dein vlämffchn? Volk Gelegenheit geben soll, seinen Willen zu. dieser Beschlußsassung des Rates t'airdmgebe??. Die Kvm- misfion der Bevollnrüchtigten.
Amtlicher Teil^ Bekanntmachung.
Betr.: Regelimg des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl, hier: Schließrmg der Mühle Friedrich Amend in Großen- Linden.
Die Mühle Friedrich Amend in Großen-Li??den sUn?veri'itärs- mühle) ist wegen Unzuverlässigkeit des Inhabers vorläufig geschlossen.
Aus diesem Grunde darf Brotgetreide für den Kommunal verband von heute an nicht mehr in die Mühle Amend abgelicsers werden.
Dic?e?lige?? Lcr??dwirte, ivelche bereits für de?? .Kommunal Aerb-curd Brotgetteide in die Mühle abgeliefett, iedock ??och keine Zahlung dafür erhalten haben, haben sick innerhalb 8 Tagen gege?? Rückgabe des Getteideempfangschei??s zur Entgegek??!ahme des Betrages des abgelieferte?? Getteides bei der F?r?na Bereinigte Getteidehändler ??? Gießen zi? melde??.
Gießen, den 16. Ja?mar 1918.
Großherzogliches Kreisamr Gießen.
I. B.: öentmerbc.
Gketzener Nonzcrtvcrc!n.
Gießen, de?? 21. Januar 1918.
Das fünfte Konzerck sm??d im Zeick>ei? der Kanrmermusik. Das kÄhmlichst bekannte Wendling-Quartett a,?s Stuttgart, bestehend -aus den Herren Prof. Carl Wendling, Hans Michaelis, Philipp Necter rmd Alfred Saal, bot w?s nnt einem fein geroählten! Piro^aurn?' einige ff'hr genußreichcj Stunden urrd beffstigte durch sei?? sicheres Spiel wie auch durch feine?? vvn echt inusikalischem Leben durchpulsten Borttag a??ss neue den ausgezeichnete?: Ruf. der es den führenden Quartettver^ einiMngcn^ur Seite stellt. Vor allen? ist Prof. C a r l W e u d l i n g selbst als Meister der Violine die Seele des Ganzen, aufs rvirk- samste unterstützt von Alfred Saal (Cello). ^ Daneben traten Hans Michaelis !ur?d Philipp N e c t e c soll stri ch vielleicht hier rmd da etwas zurück, doch wurde das Zuiannnensf.nel davon! ?ftcht betroffen, das sich vielmehr sehr exakt obrvickelte u??d de??r- td'???äß ?me aus eilten? Guß erschieir.
Mit einen? Streichquartett aus op. 76 von Haydn (D-Dur) tourde der Abend eröffnet. Das einlcftende Mlegretto war 72? Stimmung nr?d Vortrag vmtzüglich ersaßt: das solgevde Llllegro, das den Houplgeoanke?? roeitärfpinnt, hÄtc vielleickst noch ü!rs llein tvenig mehr Rltche vrrttagen; musterhaft rovr die Wffdcrgabo der i?un iolgenden ^>ätze, vor allen? des herrlich:?? Largo, daÄ M den scks??stei? Stücffm Haydnschcr Kunst gez-ähli rverdei: darf rund wie Engelsgesang in verklärter??! Fi-KsD-ur dahingleitct. U'??^- übcttrefflick^ kamen auch das äußerst gedrungene, aber sehr wirksame. hu?nor>prütiendc Meiruett herarcs: das stark ho?novhon ge- arbeilele Finale erreicht nich mehr gantz die Höhe der innigen! Sätze; doch verstanden es die Stuttgarter, auch ihm durch schwlrng- vollen Borftrag zu eirrdrucksvoller Wirkrmg zu verhelfen.
Das <hebiet dos Streichtrios gehött wie das der Biolin- solosonate zu denjenigen, um »velche die Kompo??isten i?? einem großen Bogen !>erumzugehen pftege??. Dann man sieht ikmen hier noch ein oißckie?? genauer auf die Finger, rrnd sie sind oiel- strch in keiner Mlnstwrm so erprmiett wie gerade fter. Kurz
gesagt: es gehött mehr Kunst dazu, mit drei Instrumenten hauszuhalten, als lvenn icmand eine gwßo symphonisch Dichtung für ein noch größeres Orchstcr zusamine??bcr?lt rmd. hinterher erst Leute gesunde?? werden rirüsscn, die den nöllgen pvellsch?? Kommentar dazu liefern, damit niemaird im unklaren ist, was er gehött hat oder hören soll. — Ta die Literatur auf dem Gebiet dos Stteichtrios sehr klein ist, so ist es doppelt zu begrüßen, daß auch Max Reger sich hierin ?nit Glück versucht hat. Sein Trio ff'ir Violme, Bratsch u??d Violoncello op. 77 b A-Mo!l ist ein Be?veis hiervon nrtb ururbe glänzend wicdergegeben. Einer kurzen, gettagenen Einleit??ng folgt ein überaus leidenschaftlich bewegter Sah, der fast U??möglichs den Instrumenten zumutet, stellenweise sogar orchestral wirkt, ?u?d desse?: sangbares zweites Thenra miss schönste korttrastiett. Die beiden folgenden Sätze (Larghetto und Scherzo) fuxb besonders bekannt dcchurch, daß sie Reger auch als Klavierstücke in den ersten Band seiner Sammlung „Ä??s ?neinem Tagebuch" (op. 82 Nr. 7 u. 12) aufgenvMinen hat. Dabei ?nuß imrnerhi?? gesagt jverden, daß sich das Larghetto armäl?er??d ebenso gut aus dem Ktavie?' nnedergebe?? läßt, rväyrend das Schrzo mit seftrer übcrraschnden, ost a??ch rück?r>eise?r irnd gelegentlich nordisches Kvlorit verratercken Harn?onik infolge soi??er subtile?? Stimmführung de?n Klavier ser??er liegt. Diese beiden Stticke ??>erden auch dem. der ?nit Reger sonst nicksts cnrzufangen weiß, sicherlich einen Eirrdruck gemacht haben, und letften vor allem von der oft besttittenen melodischen Erff??dungsgaüe Negers das beste Zeug??is ab. Frellich, eine Regersckie Melodie ist etwas anderes als beispielsweise eine Beethovensche unb hat andere architektonische Prftrzipien: herrsHt hier die absolute Svmmetrie et?oa in dem Sinne, dag eine Melodie sich von einm Punkte aufn'ätts bis zu einer gewissen Höhe erhebt und langsam sich lvieder eben.' mäßig se??kt, so tritt bei Reger a?? die Stelle das Prinzip der Koinpensation- kömren wir die melodische Kurve eines Beethoven rein schematisch unter dem Bilde eines Dachgiebels festhalteu, so läßt sich die Regersche mehr dein Grat eri?er Alpetv- kette vergleichen, bei der zwar cn?ch Höben u??d Tiefen tvechselw- aber nicht mehr im absoluter?, sondern ?rur rin relativen Sintre;I wir haben vielleicht mehrere Höhcpuutte. haben a??ch meh-rroe
Tiefengänge, und diese sind so gegeneinander geordnet, daß sie. nur als Ganzes genommen, eine?i verinmstigen Ausgleich gebe??. Es ist im?nerhin rnertwürdig., daß noch niemand auf der? Gedanken gekommen ist, zu Negers architeffonischen Eigenheiten das Analogon in der inodernen Mcknrernrr zu suchen, die doch ga??z eminent auch oit Stelle der absolutes Sttmrn-etric vom Gesetz der Kvmpensation bestimmt wird — Der Schlußsatz des Werkes, ein geistvolles Finale mii einem sehr sinnfälligen Hauptthema, erzielte ebenfalls beste Wirürng, und bo* lvohl hier zum ersten Male gehötte Wer? wurde sehr freimdlich ausgenommen.
Aus voller Höhe ihrer Üecstungsfähigkeir zrigten sich bic Künstler bc3T?i r?och in dein Ra surnvwskh-Quartett von Be^hove?? op. 59 Nr. 1 (F-Tur). Der erste Satz mit seinem berefts m? das Hauptthema dos groß«? Kbaviettrios op. 97 gemahnarde?? Gruud- gcdmike?? wurde mit großer Hingabe und unter arrder H-waus- arbeittmg des tben?atischen Gehalts zu Gehör gebracht. Tie Stelle, wo kurz vor dem poco ritardando das Huuptthema in vollem Glanz erschein?, n»ar von hirrreifMeder Gewalt getragen, besonders fei?? adgetörtt llang dam? oer Satz aus. Das Mlegretto mit seine?? rhythmisck»m Klippen, dynamischen und agvgischen Feinheiten wird ?nerllick,' „spielend" bewälttgr. Zu schönster W??ckÜ7rg vereinigte?? sich die vier Instrumente dam? r 'ch in de??r sockenvoUci?, elegischen Adagw Das Schlußallegro ?n?t seinem pragnarrte»? russischen Thema Lurrchlref alle Süllen per Empftnidnüba von eülfachnawer Fröhlickfkeit bis zw?? dionyssich-ekstzattsche?? Jubel, mit dem das Werk glänzend abschließt,
Dre sehr zahlreich erschienenen Hörer gaben nach allen Stücke??, cicsdesondere nach Beetlvbens Quartett ihre hohe Beftnedigjung durch lebhaftesten Beifall zu erkennen, und Ls ist rvohl ein selbstver?1änd^ lichcr Wunsch, die Künstler im nächste?? Winter wieder hier zi? hören
D?-. G. R
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— Wie??, 16. Ja?. WTB^ Dir berühucre WaAner^ängeri?? und r. u. k. Kw??mersängerin, MtgicÄ. der preußischen HofftE. .. Frau AnullBc Matern«, ist in? 71. L«b«rS;ghse qost«vh«».


