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Au» dem ungarischen Abgeordnetenhaus.

. Budapest. 18. Jan. (WTB.) Im Abgeordnetenhaus Inchtere der Abgembnett Hollan den Ministerpräsidenten Tr. We- Lerle wegen per Friedensverl-andlungen in Brest-Litvwsk eine Änfvage, ob die Regierung auch jetzt noch mit item Standpunkte des «rnexionc- unffkoiuribuffonSwian FcredertS stehe und ob die Vertreter der Monarchie auf dem Kongrest in der Richtung wirkten, daß die Gegensätze ausgeglich m werden und ein allgemeiner Friede heckeige führt wird. Ter Ministerpräs.idant «widerte, dost d« Rogiernng ans dem Standpunkt des annexions- und bmtribu- lUMSloserr Friedens stehe, nwbei. ec ans die betreffende Erklärung des Ministers des Auswärtigen Grasen Ezernin verwies. Auf diesem Standpunkte stein jei-es amtlich? Organ der Ptvncrrchie. vor <rll«n der König. Er könne sich nicht verhehlen, daß die Aeuhearw- «wat dos Interpellanten nicht« der Kräftigung dieses Standpunktes dienten, sonst hätte er nicht die Fräse Wö­gen Elsaß" Lothringens -augeworsen. Unsere Friedeirs- bestrebn-ugen wurden dadurch sehr geschwächt, daß unrernnUvortliche Faktoren fortwährend forderten. daß der Friede so schnell als mög­lich geschlossen trecke. Dies könne bei i>m Fnirden die Annahme bervoriuren, als ?b diese Forderung in der geschwächten Kraft be­gründet sei. (Lang anhaftender Beifall.) Tie Antwort wurde z'ur Kemrttci-5 genommen.

Aus dem öfterreichifcheu Abgeordnetenhaus.

Wien, 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Im weiteren Verlaufe der Sitzung des Bndgetansschstsses des Abgeord­netenhauses by^vcifelte der Deutschnationäte Kraft die Zweck­mäßigkeit der Veröffentlichungen'der Verhandlungen von Brest- Litwsl und beklagte die Absperrung Ungarns gegenüber Oester- reich. Der Tscheche Kadloak erkannte die dervorwagende^r Eigen­schaften deS Graten Czernin an. Der Dsutschnativnale Rolf protestierte gegen die Vorgänge, die geeignet seien, den Frieden

verzögern und den .^Crieg zu verlängern. Er beantragte, die heutige Sitzung des Ausschusses auizuheben und die für den 22. Januar einberufene Vollsitzung des Abgeordnetenhauses ab- 'iusagen. Ter Antrag wurde abgelehnt. Rolf sagte weiter, die deutsche Bauernschaft habe keine Veranlassung, Mißtrauen gegen die Verhandlung er: von Brest-Üitoivsk zu hegen. Der, Minister des Aeußern möge den Trumpf, den er durch die Waffeneriolg« der verbündeten Mächte besitze, nicht aus den fanden geben mrd der trnentwegten Hilfe eingedenk bleiben, die Oesterreich von! dem Denn'eben Reiche in der Kriegslist gebracht worden fei. Ter Ehristlichsopale Niklas «klärte, der Hauptgrund der Schwierig­keiten der Brest-Litvwsker Verhandbmgen liege in dem Versuche der BvlfthetvÄi, ihre Ideen tiach Oesterreich zu trogen.

Ein Wiener Einmischungsversuch.

Das -offiziöse ..Wiener Fremdenblatt" hat unter Anknüpftu:g vn angebliche Berliner Gerüchte dem 'Staatssekretär des Llus- irärtlgen von KülKnurun ein unemge'chrL ktes österra>ch sches Vn- irauensvvtum ausgestellt, dagegen erklärt, daß Fürst Dülvw. wann er die Verhandlungen in Brest-Litowsk führen sollte, die es 'Vertrauen nicht genieße. Dieser Wiener Vorstoß hat der Fornr und dem In lall nach Fragen im Gefolge, die dringmd Ansklärung verlangen. Saal ich wie persönlich ist der Angriff des Wiener Blattes durchaus unbegründet. Ein östnrechkifches Blatt hätte nicht den geringsten Grund, den: Fürsten vw zu mißtrauen. deu Oesterreich-Ungarn verdanV es viesem Staatsmmm zum grössten Tele, daß es in der bosnischen AnnexffmsEcisis der internationalen Schwierigkeiten obne §<l wertstrereb Herr wurde. Tie fe e Er- fcferner des Fürsten Bülcw im Reichstag über die unbedingte BvndeLtrcuc Dcutchlaw>s ist dalnalS vielleicht ausschta.Meb«:b zu­gunsten der österreichischen Politik in die Wagschale gefall«:. Was ich« vre Rolle des Fürchten Bülvw in den römischen Verh-cncklungen wähnend des Weltkrieges anlangt, so trieft das Wiener Blatt mit iemcsT Bvrwürfen nicht den erüschekdenden Pmckt. Wie uns die BeröffenLichung russisch« GeheirndcEamente bestätigt hat, ist es damals dem Mrstrtt BÄow m Rom gelungen., die Kriegs^ «Lärung Italiens an Oesterreich Ungarn um längere Zeit hinaus- zuschieben. eff« kostbar« Svamre Zeit, die der Grenz sicherung .regen JwLien zweifell^.- z-uMpc «Lmvne n ist. Dem Fürsten Biüow

'ü-gai. daß er treuer Sekundant Oesterreich-llrwarns ge­wesen sei, ist alsv mit dem wirklichen Ergebnis der Rimaligen .Mission des Fürsten BÄow Unvereinbar.

Berlin, 19. Jan. (WTB. Amtlich.) DieNordd. All g. Ata." schreibt rdxrft.vnril: Wie wir Höven, wird in amtlichen Aversen der Vorstoß des WienerFremdenblattet gegen der: Fürstenvon Bülvw durchaus mißbilligt. Bon einer Absicht des Fürsten Bülo-rv, dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von ALHlmwur Schwierigbeiten zu bereiten oder au seine Stelle zu treten, ist hier nichts bekannt. Sollten derartige Ge- rujf; von Leuten verbreitet -vecDvn, die es sich zur Awgabe ge­stellt Lu haben lckeucen. nrrsern Unterhändler in Brest-Litowsk in per öffentlichen Rtcffrung heraöz-rrsetzen und ihm bei der Erfüllung 'einer schweren Ausgabe 'Scttwi-erigkeiten zu bereiten, so steht fest, daß Fürst Bülvw seinen: Treiben fernsteht. Es ist bedauerlich. daß non der Dresse des verbündeten Landes diese Angclegerh it i: einer Weise behandelt wurde, die einer EimmschmLg in deutsche Ange­legenheit«: nahekommt. Es ist daher begreiflich, daß die deutsche Presse, unabhängig von ich er Stellung zu der politischen Persönlich­keit be3 Fürsten Bülow, sich hiergegen weirdet.

Aus RuhlüNd.

Die Eröffnung der gesetzgebende« Versammlung.

Petersburg, 18. Jan. -WTB. Nichtamtlich.)Meldung des Reuterscben Bureaus. Tie gesetzgebende Versammlung mprde um 4 Uhr durch den Präsidenten des^Zerttralksmitees aller Sowjets eröfftret. Vier Snmden vorher griff eine maximalistische Truppe eine Prozession des Bundes zur Bertzeidigu:'^ der gesetz­gebenden Versa nunlung an und riß die Fahne liecunter. Tom ersten BefeU zum Feuern wurde durch Maschinengewehrseuer Fölsie ge­leistet. Mehrere Personen. wurden getötet, darunter ein Mrtglied des ausführenden Ausschusses der Bauerndeputiert«: Boganow. Büste Person«:, darunter mehrere Frauen, wurde:: verwund«.

Petersburg, 20. Jan. sWTB.) RLetdung der Petersburger Telegravhena-gentnr. Nachdem die verfassunggebende Versammlung noch iVsstündiger Beratung gegen die Erklärung des ausführenden Aentralausschusses abgestimmt hatte, entfernten sich die Völichewrki. Tie verfassunggebende Ver­sammlung wollte nicht die Art und Meise billigen, in der die Friedensverhandlungen von d«: Sowjets- TwitgliÄreri:, die den Saal verlassen hatten, geführt wurde::. Um 4 Uhr mvryer^ wurde die BersanrmLung von Matrosen auf­gelöst. Heute wird ein Erlaß erschenren über die Anslöffmg der versaffmrggeb«^en Versammlung.

London, 20. Jan. Reuter meldet aus Petersburg vom Ist. Januar. Tie konstituierende Versammlung be­schloß mit 273 gegen 140 Stimanen, die Beratung iwr von Swertlow verlesenen Erklärung der Arbeiterrechte, die verlangt, daß die russi­sche Replüstik der Snvjets das Private: g ent um abfchaffe und das Eigentum der Arbeiter an ihrer Arbeit sowie der: Arbcits- zwang einführt, daß die ?lrbeiter bewaffnet und die n:üßigen Massen «mtwaffneL weri>en. daß eine soziale Armee geschaffen wtb hie An­leihen für ungiltig erklärt nm&tm, zu vertagen. Tie Gänge waren militärisch besetzt. Tie Bolschewik, und die linksstehenden Sorialrepokutionare verlreßen den Saal, lo-ährrnd die znrüctbleiben-. den Sozialrevolutionäre der föerijbm trotz der Tröstungen der be- wcöineten Matrosen in aller Eile ihre dNaßnahm«: trafen be­treffend der: Gnind rmd Bod«: sowie den Vorschlag onnahmen, an die Zkriegsnhrmden Abordnungen zu schicken, um einen Weltfrieden herzusteilen.

Rußlands Gtaatsbankrott.

Petersbur g, 19. Jan. (WTB. Nichtamtlich - Me'dcng der Detersburger Telegraphen-Agenttw. Der Rat d w Volksboau trugten har am 14. Januar den Entwurf des Erlasses über die Nichtig­erklärung aller äußeren und inneren russischen Staatsanleihen vom 14. Dezember angenommen. Der De-emberkoupvn der genannten Anleihrs: wird nicht bezahlt werden, «dbenso weiven die Staategnvwrwm für UrtternohntuiMn: und Ein

richtungen aller Art, die von der alten Regierung gewährt worden i schd, für nichtig erklärt. Die Berbindlichkechm mit kurzer Um-lauf- zeit und andere Schatz)cheine bleiben in Kraft, doch zperden die Zinsen dieser Werte unterdrückt. Tie Papiere können wie Bank­noten unrlaufen .Tie Jrchaber innerer Anleihen in kleineren Be­trägen, b. h. von weniger als 10030 Rubel, werden eine lebens­längliche Rente ff: Hohe der bisher bezogenen Zinsen erhalten. Tie Spcrrkass«: :verden von den: Erlasse nicht berührt. Der Erlaß wird dem geschaftssühreirden Ausschuß zur G«:ehmigung vorgelegt werden.

Eine neue Rede Lloyd Eeorges.

London, 18. Jmr. (Reuternreldung.) Bei der gestrig«: Beratung der Vorschläge der Regicrm:g in der Frage der Trupp en­de stände hielt Premierminister Llond George eine Rede cm die Teilnehmer des Kongresses der Trade lirtümsl. Ec führte mit Bezug auf die Kriegsziele folgendes aus: Die Alternative, vor der wir stehen, ist die folgende: Um die nötigen Mannschaften zu erhalten, gibt es kein anderes Mittel, als die Grenze deS nlilitärpilichtigen Alters auf '5>5 Iahre zu cr- höhen, wie dies bereits in Oesterreich gefck>ehsm ist oder die Perwundt'tl'n immer wieder ff: die Feuerlinie zu schicken. Wenn wir nicht imstande lind, die deutsche Armee zu besiegen, 'so wird es nicht u!vcj::ch sein, die durchaus vernünftigen und gemäßigten Friedensbedingungen durchzufetz«:, die kürzlich von d«: Trade Unions verkündet tourden. dffemals werden die' deut­schen Machthaber geneigt sein, auch nur die mindesten Friedensbeffingung«: anzuneHmen, die lirgend ein paziftstischer Redner >:mseves Landes ausgestellt hat, wenn wir sie »ffcht dazu Drängen können. Zürn Schlüsse erklärte der Premierminister: Wenn jenurnd an ureirrer Stelle ein el-renHaftes und amvechmbares^ Mittel zu finden im slcmde ist, um ohne Kampf aus diesem Konflitt herauszuhnmrun:, so 'beschwöre ich UM im Ülarnai Gottes, rmr dieses Mittel tzn neirnsn. Meiner Awicht nach gibt es :rur eine Alternative: Enttvcder wir tfattfan fort oder: wir unterliegen.

dcach BeeMffiprng der Rede Äopd Georges tvurden Fragen ge­stellt rrnd von ihn: beanttvortet. In Becuftwortung einer Frage sagte Llohd .George: Die Dentschen waren immer be­

reit, .zu den: von ihnen festgesetzten Preis Frieden zu schließen, aber da s ist nicht der Preis, denwirihnen zu zahlen bereit sind. Wir waren früher wicht bereit, ihn zu zahlen, nnd sff:d es auch jetzt nicht. In Beantwortmrg einer Frage^ül^r die :nternationale Arbeiterkonserenz jagte Lloyd George: Ich reilto bereits Einwände gegen eine solche 5lv-nserenz ftn Unterhause mit. Nach langer, sorgfältiger :md reiflicher UefferlegunZ kamen die ver­schiedenen Länder einstimmig zu dem Schluß, daß alle Verhand­lungen, die geführt werde::, zwischen den Vertretern der Regierung jedes Landes geft'chrt werden müßten. In Hinsicht ca:s die Frage, welche Vedff:gung die notwendige L^orbedingr:ng ft'ir eine Konferenz sei. anUvortete Lloyd George: Meine eigene trerfonliche Ansicht ist, daß es nicht wünschenswert wäre, ff: Friedensverhalü)langen einzutreten, bis man sieht, daß rtirca sie mit einem befriedigenden Ergebnis beendige:: kann.

Aus Dem englischen Unterhaus.

London, 18. Jan. Meldung des Reuterschen Bureaus. Im Unter hause fragte Lynch an, ob die Regierung wisse, daß König Konstantin in der Schweiz sich aufhatte und von einer Gruppe deutscher überaus .tätiger Propagarwisten :nn- geben sei, ''darunter von WaowkiS, dem ehemaligen griechischen) Gesaichtei: in Berlin, und daß diese Gruppe in ständiger Verbindung stehe mit H ü l o w nnd dem Fürsten Hohenlohe. Ferner fragte Lynä) an, welche MaßnahsuLN die RegicrruiH zu er greisen-gedenke, um diese TiceiLereffm zu durchkreuzen. B a l s o u r anvvorwte^ seine Jnfornuttiionm stimmden im allgemeinen mit den Erklärungen der Abgoordneve:: überein, die sttegiecmu; treffe alle in ihrer Mach» stehendn: Maßnalnwen, mm diese Propaganda zu Hintertreiben.

London, 18. Jan. (WTB.) Meldung des Reutcrschen Bu­reaus. Effce amtliche Meldung über die Geheimsitzung des Unter» Hauses teilt mit: Nach der Rede Lloyd Georges wurde die zzoeite Lesung deS Gesetzes über den Mannschaftsersatz ohne na­mentliche Abstimmung geschlossen. Das Haus hat sich vertagt.

London, 18. Jan. (WTB.) Meldung des Reuterfchen Brr» reaus. Im Unterhanse stellte Bonar Law als das Ergebnis der von Feldmarschall Haig veranstalteten Untersuchung, die dann vom Generalstabe des KriegskabcnettS noch geprüft worden sei über die Ereignisse an der Cambraifront am30. 11. fest, daß die Regierung der Meinung sei, daß der höhere Befehl durch den Angriff nicht überrascht worden sei und alle geeigireten und passenden Maßnahmen getroffen worder: seien, um ihm zu be­gegnen. Tie Regierung betrachte es als im hohen Maße schädlich ftir das öffentliche Interesse, eine öffentliche DiÄussion über den Niederbruch, der ztoeifellvs erngetreten sei, zu veranstalten und. habe sich damit zufrieden gegeben, daß alle Maßnahmen ge­troffen seien, um einer derartigen Lage in Zukunft gewachsen zu sein. (Beifall.)

Japanische HeereSverftärkung.

Bern, 19. Jan. DerT e m p 3" meldet ans Tokio : Die Militärbehörden haben eine ungeheure Militär- Vorlage aufgestellt. Der Bestand der japanischen Armee soll auf 25 Armeekorps (Friedensstärke) erhöht werden, ^e- des Kffrps wird aus zwei Divisionen zusammengesetzt sein, jede Division aus drei Regimentern. Die japanische Armee würde also von nun an 50 Divisionen (150 Regimenter) zählen. Gegenwärtig besteht die Armee aus 21 Divisionen (Friedensstärke). Für die Marine ist gleichfalls eine be­deutende Verstärkung vorgesehen.

Der Seekrieg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 19. Jan. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote. Kommandant Kapitänleutnant Dieckmann, hat kürzlich sechs durchweg bewaffnete Dampfer mit rrmd 3 2 000 Brutto-Register-Tonnen ver­nichtet. Die Mehrzahl der Schiffe wurde in der Irischen See, teils einzeln, teils in Geleitzügen unter starker Siche­rung fahrend, abgeschossen, unter rhrien ein etwa 12000 Tonnen großer Dampfer ähnlich dem Afric-Tyv der White Star Line.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

preutzisches AbgeordnetenhaAs.

Berlin, 19. Jan.

Minister der osmttli-chen Arbeiten v. Breitenbach: Das Gesetz über die Erhöhnng der Personen- und Güter­tarife befindet sich bereits im Druck. Ich lege Wert dararff, daß es bei der ersten Lesung des Etats mitberaten und zusammen nff.t dem Etat dem Ausschuß überwiesen unri>. Ich hätte ge­wünscht, diese Erhöhung erst nach Friedensfchluß durchzuführen. Leider ließ die ungewöhnliche Steigerung der persönlichen und sachlicher: Ausgaben der Eisenbahnverwaltung diese Absicht nicht aussührm. Es wird beabsichtigt, die Tariferhöhungen zum 1. April in Kraft treten Zs: lassen.

Abg. Winckler (Kons.): Der Ton der: Rede des neuen Finanzministers berührte uns roohltvollend. Seffre Rede wirr ein Bekenntnis zu preußischer Kraft und deutschem Sie^eswill«:. (Beifall.) Wir müssen bestrebt sein, die Früchte des Sieges zu ernten. Unsere staatlichen und wirtschaftliche:: Zustände haben in diesem schweren Jahr die Feuerprobe bestanden. Wir müssen Sor^e tragen, das; in Zuklmft unsere Torr z-u neuer Größe geöffnet werden. Wie fordern nisbesoichere. daß in den Ver­handlungen mit Rußland die preußischen Interessen berücksichtigt werden und daß Ostpreußen, der Eckstem unserer Macht im Osten, fest fundamentiert tvird.

Abg. Sck-medding (Ztr.) b-?dauert. daß die Gsenbahn- tarifreform schon jetzt in Kraft gesetzt tycrben soll. Die Beamten- besoldungssrage muß ff: organischer Weise gelöst werden. Erft-e::- lick) ist, daß der Fu:an;nffniste: sich eine«: Uebergreisen des Iicäches ff: die direkter: Steuerr: Preußens w uridersetzcn gedenkt.

Abg. Röchking (Natt.): Wir wissen dem FvmnAmffüflse Dank für seine Erklärung, daß ,wir wirrschaiMch und srnanML aut Me Eventual itäten effrgerichtü und gut mchgerüstet sind. Mir müssen ein großes zusammenl-ängemdeS W a s s e r st r a ß e:: n e haben. Ich bntfc dabei besonders an den Bau des Mtttell-andmnalÄ wib eine Verbindung von ElbeOderDonau. wack an:

Scenerre sorm müssen wir warten, bis die Entschließung deS Reiches lvvrliegt. .Ans die ^Einftrhrung einer Erbsc^ftssteuer für AbküinNilinge wecken wir nicht verzichten können und auv) an einen rveittrei: sslderlaß auf den: jGebchre der BermogenSü«uer wecken rvir Herangehen müffvi:, wenn swir darauf vrrzicv'ten. unsere:: Gsgrrern eine bare Entschädigung >M verlangen.

Abg. M e h r in g (U. Svz.) polemisiert aegeatie AussühES^'l des Finanznvinisters, bleibt aber aui der Tribüne mecst unvers.md--' lich. Ssedner erörtert ausführlich die (Zenfurftape:^ . .

Ada. Zedl:tz (Freik.): Wir sind üfer^eisgt, datz bte Verhängungen rait .Rußlmü> in vollem >Eim?ernehn«n zwimian der. Reichs- und .Heeresleitung geführt werden. Wir sind der ÄuffiäK- daß wir jetzt vor» allen Bedingungen, vor allem^ auch UW den: Reichstagsbeschffch vom i9. Juli glücklich'völlig frei fmb. (&W richtig rechts.) Es muß su ^ffrem vollen AuSqleio)^ovrmnen ffru die schvieren Opfer an Gut und Blut. Ich liebe die feste ZuversrM, daß alle unsere Volksgenossen, einschließlich der i>wzmldemokr:7tew entschlossen'sind, im Kampfe nicht inux durch^uhalten, lorwern auch mitHrndenburg zu sagen: ?üir lverdon siege::! (Beffall rechts.?

Finanz mini 11 er Hergt: Der Abg. M-chrmg :)at em trübes Bild 'von. den BerHLttMen iin Preuße:: entwickelt. kann ihnr laus dieses Gebiet -nicht ftstgsrr, weil wir uns letzt aller Zurückhaltung anserlegen Müssen. Wann manches^ mmt gej.ung«ü ist, so liegt das nicht an dam guten Willen, sondern an dsn! Schivierig^rten der iVerhältnifse. Ich habe das Gesühl, daß le tzt rnr Lande überall der Enndriuk besteht, daß nval etwas gesagt wecken. Muß, was nach außen dringt. (Sech: wahr.) Wir baden ferne Veran^ toi)urig, mrvas über unsere Zustande %u veriiennlichen. Wir stolz sein aus das, Ivas w:r geleistet haberu (Dravv.) Der Jmg. Metz ring bemängelt, daß ich sagte, die Amerikaner wecken rwM kommen. Beweisen kam: ich^s rricht, aber ich habe die verficht, daß sie nicht kommfli: wecken. (Lebhafter Bepall.

Abg. Cassel lVpt.) bespricht die fmcn^elleit Fragen.

Die Weiterberattmg wurde auf MlvnMg, 11 Uhr vertagt.

Aus dem Reiche.

Bvtocki Oberpräsioenl.

TieBoss. Ztg," erhält die.Nachricht, 1« der frühe« PE- dent des KriegsmrährnrV-Mntes -um Oberpräffdenten von Om* 1 Preußen ernannt worden ist.

AiLK Stndt unb Canftr

Gießen, den 21. Januar 1918.

** Amtliche P erfon alnach r ich ten. Der Groß- wrzvg empfing heute zum Bortrag den Staatsminister: Dr. von Ewald, den Minister des Innern Dr. von Hombergk KU Bcd), den Vorstand des Kabinetts Wirkl. Geheimerat Rom- feld: außerdem den Oberleutnant Brockmann. Der Großher og hat am 16. Januar dem Regierungsrat a. D. Dr. Gustav Etemm von Hohenberg zu Hochheim bei Mainz der: Cffarakter ils Geheimer Regierungsrat erteilt.

** fine Sitzung der S t ad t ve ro r d ne r ei* fin- ye.t Mirttvock den 23. Januar 1918, nachmittags 4 UI)r, im Btaötbauv, Zimmer Nr. 11, mit folgender Tagesordnung iaü: Mitteilungen, Gesuch des Vorstandes des Geflügel-, r:rd Vogelzuchtvereius um Bewilligung eines Ehrenpreises, Errichtung von Gartenhäuschen am Wißmarer Weg und an '.er Marburaer Straße, Ausgabe von Kriegsnotgeld, Kriegs- Teuerungszulage für städtische Arbeiter, Anpflanzung von 2bstbäumen am sogenannten Landwehrgraöen. Einrichtung nner städt. Schuhausbesserungswerkstätlc.

** Das Antworttelegra mm des G roß her- s 0 gsandieVaterlandspartei. Auf da§ am 18. Za- ruar bei der Reichsgründungsfeier der Baterlandspartei an >en Großherzog abgesandte Telegramm ging nachfolgende Antwort ein:

T«n Teilnehmern an der heutigen Feier der RevwBgrStd»««

bitte ich meinen herzlichen Dank für ihr Gedenken z-u üfernrnttdit. In Treue zu Kaffer und Reich :md rm Vertrauen am Gott und unsere gerechte Sacke, aut die Dapstickeff von, .Heer und .Flotte und die Standlwfticckett nnxeoes Volkes ff: der Hetmüt hUi ich oen sesien Zuversicht, daß Teutschland dem Ansturn: seiner Feinde mrck fernerlftn siegreich begegnen mrb den Frieoen erringen wird, den seine Zukunft :md Wohlfahrt sichert. Ernst Ludwig

** Ehrenurkunden erhielten von ^>er Handwerks- ' kammer Darmstadt der Schreiner Gg. Beck für 35jährige, ununterbrochene Tätigkeit bei der Hvfmöbclfabrik Th. Brück, der Schreiner Andreas Schreier für 30jährige. und der Tapezierer imd Polsterer Paul Hepnig für 28jährige Tätigkeit bei der gleichen Firma, die in diesem Jahre ihr 30jährige§ Bestehen begeht. . ^.

** Aufbringung per Schweine. Aut bte Bckmnp, machmrg des LebenSnffttcklmEs ffn Anseigattell der heutige Nummer wird besonders verrviestn.

** Stadttheater. Die nächst:' Abonnements-Bor- stellung findet am Montag den 28. Januar statt. Greben wird als 13. D i e n s 1 a g s -Abonnementsvvrstellmrg L-haL- spearesOthello", der jüngst ivegen eines Krankheits­falles verstlwben lmrden mutzte. Am Vorabend von Kaisers Geburtstag, am Samstag den 26. d. M., findet eine Ausführung von Paul Heyses bekanntem SchausptelCöl­be cg" statt, deren Reinertrag einen: frregstvohltätiyen Zwecke zugeführt wird. Die Vorstellung wird unter Sprel- leitung von Direktor Steingoetter aufs sorgfältigste vor­bereitet und gewinnt dadurch noch besondere Anziehungs­kraft, daß Herr Matthieu Pfeil, das beliebte und be­kannte Mitglied des Frankfurter Schauspielhauses, in der Rolle des Netrelbeck gastieren wird.

JS^i, O(«CÖ0M*&J

Die Solda»ka»sfteSe

iit den Nünmen 5er SeMsspattafss Gießen ist morge« nachmittag son 2 bis 4 Ahr geöffnet!

Landkreis Gietzen.

-M. Hungen, 21. Jan. Die Baterlandspartei für Dwtgen und Umgegsrd hatte gestern rrackmittag in den Smtt derTrmrSe" eine Mitgliederversammlung einverusen. ff: n»elcher Pfarrer

K u l l m a n n aus Berstadt einen Bvrtvag WerWie steht eS um den Frieden?" halten sollte. Bon bei: 200 Mitgliedern waren etwa 50 von hier und Umgebung erschienen. Infolge Erkrankung mutzte Pfarrer Kullmann seinen Borttag irlepbvmsch absagen. weshalb Ob,wamtsr:chlter Volk von hier das Wort ergriff und nach Begrüßung der Erschienenen ff: längerer Rede Zweck und Ziele der Vaterlmldspartei zur Kenntnis brachte. Er erklärte, das; uns nicht Ervbernngslust beherrsche, jedoch körme man nach dem Stand der Tinge mich keinen Berzichtsrieden schließen. I« Osten müsse man Gebietsteile erhalten, auch Belgien fei eine Lebensfrage für Deutschland geworden, und man müsse verlangen, daß es nicht, unter englische, sondern unttr deutsche Oberhoheit, gestellt wecke. Auch auf Entschtidigung ftmmNetter Ätt kör»