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die seit 1916 für jedes Jahr der Entente den s^he- sen Endsieg weissagen. Ein Vergleich dieser erhebenden Worre mit den niederdrückenden Tatsachen dürfte kaum ge- ergnet sein, das Vertrauen des französischen Volkes in die Weisheit und Voraussicht seiner Lenker und Tröster zu stär­ken. <Lo schreibt Polpöe (Reinach) imFigaro" 1915:Wir rampien bis zum vollkommenen Sieg. Schon zeigt er sich am DoriZont des Jahres, das morgen beginnt." Zum Neujahr 1917 verheiß: derselbe Prophet, unbelehrt:Nur die Gewalt rann ^das Raubtier nicderzwingen. Das wird geschehen in dem Jahr, das heute begannt." Charles Dumbert, der in- zwpchen durch die Skandaiatiäre sein Ansehen eingebüßt hat, verkündet am 1. Januar 1916 in seinemJournal":Das Jahr 1916 wird das strah.ende Jahr sein, das den Albdruck bannt, das Jahr der Erneuerung, der Tat, der Befreiung! Es wird so sein, weil wir es wollen, weil wir entschlossen smo, unbedingt dahin zu bringen. . . Ja, 1916 wird

mrs das glückliche Ende des Krieges bringen, aber ein rasches und sieghaftes!" Auch Humbert ist durch diese Blamage nicht vorjähriger geworden. Das Jahr 1917 begrüßt er unent­wegt: »Verl 1917, das unsere Hoffnungen verwirklicht?" Gustave Herve nimmt das deutsche Friedensangebot vom Dezember 1916 zum Anlaß, um für das Jahr 1917 in seiner Vicwire" den endgültigen Zusammenbruch Deutschlands zu prophezeien:Ich sage voraus, das Jahr 1917 wird nicht vorübergehen, ohen daß die Deutschen sich ergeben haben." Aber nicht nur unverantwortliche Journalisten ergehen sich ur solchem Vorwitz, sondern das verantwortliche Oberhaupt der Republik, der Präsident Poinearö, richtete Neujahr 1916 einen Offenen Brief an alle Offiziere und Soldaten Frank­reichs mit der Botschaft:Dos kommende Jahr wird euch den Triumph bringen, die Niederlage des Feindes zu vollen- den, die Freude, an eurem Herd heimzukehren, und das Glück, den Sieg bei euren Lieben zu feiern." Bon solchen Prophe­ten wird das französische Volk seit drei Jahren mit Zuversicht rmd Wahn versorgt. Solche leichtfertige Voraussagen wird man vergebens in ernsten deutschen Kundgebungen suchen, weil man hier bei allem berechtigten Selbstvertrauen lieber dre Wirtlichkeit reden läßt.

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Zur Veryaftrrrrg Caiktaux

Rom, 16. Jvm. (WTB.) Meldung der Aaenzia

d'JLalin" schreibt: Das Geheimfach, das C a i l - laux seit 1914 in Florenz unter dem NamenMadame Re- Jjäjwrd*", deny dEien ferner Frwr, besaß, wurde in der letzten Woche geöffnet und enthielt erstens Schnmch'allien int Werte von ungefähr einer halben Million, Kveidens russische, e igliche und vortugiesische Staatspapieie rm Werte von 1 >Millionen imb drittens- drei politische Aktenmappen. Die erüe Mache enthält unter dem Titel ,,Me' und einigen Züricher ihn dringend um Geüd mrd(je zu können. Cchlkmx lehnte be.tän-dir ab. Die Ivette Mtennmppc enthält Oie Bitte ,mehrerer wcmzösisck-er Z-ifungsschritst.ller, be

SebeTtStotftteTtt zu vertriebe it. Die Gesetze beziehen fAtz vo-

s-mrders auf Hotels, Resüauvlrnts und Speijehänfer. Sie bevoll­mächtigen das Lel-enSntttlelantt, die Portionen, die gereicht werden, lestzusetzen. Tie llebertretung der durch den Präsidenten bekannt- gegebenen Verfügung wird mit einer Geldbuße von 5000 Dollars oder sechs! ährrger Gescmgnisstrafe geahndet.

Der Kohlenmangel in Amerika.

London, 18. Fan. (Reuter.) In Ergänzung der Verordnung über K o h l e n e r s p a r n i s wird aus Wrshingtvn genreldet: Tie Theater bleiben in den nächsten zehn Wockien geschlossen. Es wird daraus hingowie.en, daß die Beslimmungen des Lebensnrittel- kontrollgesetzes, die für die neue Verordnung Giltigkeit haben, den Verbrauch oder die Wgabe von Kohlen bn Widerspruch zu den Regulierung sbestimmm7 gen der Regierung bei Strafe von 5000 Dollar verbieten. Die neue Maßnahme itrieb in zehn Wochen schätzungsweise 30 Millionen Tonnen .ohlen-Ersparnrs briitgen.

Washington, 17. Jan. (Reuter.> Um dein Kohlenmangel abzuhellen, wurde angeordnet, daß alle Industrieanlage« m den Vereinigten Staaten, soweit sie nicht Lebensmittel erzeugen, 'üns. Tage lang geschlossqn werden sollen. Es verlautet, daß die dtegierung alle Fabrikanlageit mtt Ansnachne derer, die Lebens­mittel er zeuget:, zehn Wochen lang jeden Montag außer Betrieb setzen wird.

Tie Lebensmittellei crnng in Spanien.

Madrid, 15. Jan. (MTB.) Meldung chr Agence Havas. T ie durck die L e b e n s m i t t e l t e u e r u n g herriorgeru seue U n- zufrieden heit nimmt in dem größten Teile der Provinz einen immer grüße en Umfang an. Bon einigen Prmkten sind beunruhigende Meldutigen ein gelaufen. so aus Santatwer, Malaga Valencia, Barcelmta. L-ie berickr.en über Kundgebmrgen. die aus­schließlich von Franrvi veranstaltet wurden. In Barcelona wurden über 30 Frauen beim Einsturz einer Treppe zur Präfettnr, die von > r Menge be'etz' wurde, verunrndet. In Santander san-, den Zt^ammeu-stoße Milchen Frauen und der Polizei statt In Malaga marf«: über 1003 Frauen mit Steinen ggen die Bürger­häuser. nie städtischen Bureaus wtirden beschädigt. Tie Kafsee- bäuser irnd Klubs ^wurden durch die (tze.rdarmerie geräumt. Tie Blätter drlicken d.e Z werlickst aus, daß die Regierung die äußersten Änsttengungen mackien werde, itm der Lage Herr zu werden.

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Eine schweizerische Fettzentrale.

Bern, 17. Jan. (WlTB.) Ter Bundesrat hat beschlossen, dw gesamte Erzeug mg, die Einfuhr, die Verteilung und Ver­wertung der Speiseöle unter die Aufficht des Bolkswirtschafts- departements yu stellt, unter Errichltmg einer etdgenüsiischen F e t t z en t ra l e. Die -e fort tu den näch'en Monaten die Ratio­nier,um twn Fett dirrckn, -s ihren. bei der vorläufig für den Monat und Kopf der WohnMv-Ä'Lerung 300 Gramm Fett, inbegriffen 100 bis 900 Gramm Butter, zur Verteilung 'kommen werden.

Berlin, 18. Jan. (Amtlich.) Se. Maj. der Kaiser- hörte gestern den Vortrag des Chefs des Ädnriralftabes und den des Chefs des Militärkabinetts. Am 16. Januar abends empfing Se .Maj. den neuernann ten Chef des Zi vilkabinetts, bisherigen Oberpräsidenten v. Berg zur Meldung.

Köln, 15. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Die ,FLlnische Zcttung" meldet aus Stuttgart: Der Ge su n d he iLsz u st a n d des Vizekanzlers v o n P a n e r hat sich, wie man hört, so weit gebessert, daß er voraussichtlich no<b diesen Monar seme Tätigkeit in Berlin wird aufnehmen können.

Der öeettieg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 17. Jan. (Amtlich.) Eines unserer U-Bood: hat kürzlich an der Westküste Englands vier Dampfer, ern französisches Bewachungsfahrzeug, einen Segler und einen Fischdamvfer versenkt. Die Mehr zahl der Schisse wurde unter erheblicher feindlicher Gegenwirkung in den für starke U-Boots-.Abwchr besonders geeigneten Gewässern! der Irischen See und des Bristolkanals durch geschickten Angriff vernichtet. .Hier ffel auch das französische Bewachungssahrzeug dem U-Boot zum Opfer. Alle Dampfer waren bewaffnet. Urtter ihnen konnten die englischen Dampfer Elsleaf und Boston City nameM- lich festgestellt werden. Bon den beiden anderen Dampfern hatte der eine Kvhlen, der andere, vom Aussehen mrd Größe des eng­lischen Dampfers Egremont CaAe (5394 Tonnen), Palmöl ge. laden. Der Fischdampser führte die Bezeichnung B. F. 696.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Inders Mtnerrydas. In all-en djchsn Papi^reri befindet sich keffte Anspielung auf italienisch: Politiker oder Zeittrngsschristst-el er oder tvri Ttztieniw ' Attgel-gettl'-etrcn. Die dritt: Attcnnrarwe ist die um- MtgteLtzicc, roichtigs» uud eiudrucksvollsw. Ste ist in $vei Teile

r eschitixat aitc ettthätt ein ausffchrlichcis. nrerkwüMges politi- .chs ^ Programm, das v-ml EerrllMir aufgezeächnrt und unter- fchröck«! ist rmd in Fvankveich vwivirklicht werden sollte, wenn er, wie er hoffte, pim Ministerpräsidenten ernannt worden wäre. Dieses Vvogrwnttr würde in WirkliEit ein Attentat gegen bett Starrt L'.rgsstestt haben und wäre eine wirkliche Unvvälznng der rranzönschen politischrnc Einrichtungen, eine Umstürzung und der ö^miiatsn (-iewalten iwb Aemter. Eaillrru^ «rot die Nasnen der Deputiert«^ Sen-aroven und Generale an, v« tt m sein Msispfftierinw berufen .haben würde. L«illaux Ipjihfc? tue Serh«f tung Poincarss und aller derjenigen, ^e. dre öffentlichen LkrgkbmcuHerten Fi'ankreichs m jener letzten ZeÄ lve^ivet haben, Briand eütgeschlossen, angxvrdnet haben. Dieses Brogromnr sah di^ 'Schaffung neuer Staatsorgane vor. wobet der gesamte militärische OberbeE jcm der Front dem General Sarrail rrnvertvanL worden rvärr und zrwi Sonderregimenter, aus kori ffchen Soldaten gebildet, n-ach Paris benffen »verden soll teil vrrt ihren Mrteralen, die CailbatiLr als seine ergebenen Freunde be- trmhtete. Er hätte dann bm^ Vtat Miwmttr ein Projekt ^genehmigen mffer, das 'Emllaur den,,Rnbi8on" nannte und das ihm!'die absolute Gewalt gab. EsHrndelte stchtzun innen kvirklick'en Staatsstreich. Kammer und Senat würden anfgÄöst morden sein. Gleichzeitig hätte ^antteich eine äußerte Anstrengung zu machen gehabt, um rvgendenren Sieg cur der Front oder einen dipl-omanschen 3^ davvuzutragen. um im Glanze des Sieges der BvtbsabMmmung den F riedensvertttzlg unterbreiten zu können. Die neue RogierungS» ßorm in Frankreich wäre im weseittllcheln von der gegewoärtiqen Regrerungssorm verschieden gewesen, wenn die republikanische Staa^swrm gewahrt worden wäre. Die naue Regierurrgsform hätte den iLenar mejhr beschränkt als gegenwärtig und die .Ännmer noch mehr in ihren Befugnissen eing^chräntt. Im Übrigen wäre bet ^Lacrt beibehaltcn worden mit Machtbefugniffen. die von den gegen-4 wLrtigen sehr verschieden wären. Dieser vhantaUsche Plan Cail- krux' war voll von Einzelheiten über die Zusammensetzung des neuen Ministeriurns. über die Militärregierung von Paris, beson--- «rs während des iRegiLvungswechliels und über die diplomatischer« Vertreter Frankreichs im Auslande, die sämtlich gewechselt worden wären. Der frühere Minister Levgues'wäre zum Botschafter in Rani erminnt worden. Die Nachforstspmg wurde im Aufträge der Umer- strchmrgskonrmisston der französischen Justizbehörden allein durch die rtalleni'chen Behörden vvrgenommen.

ASauith über die innere Politik Englands.

Amsterdam, 18. Jan. Nach einem hiesigen Blatte berichtet -Mrerrrng Ltandard^' über grne Rede As guiths vom 15. au'H einer Waüven'ammlung der liberalen Partei, gehalten mir Rück- sr«t aus das Programm der Arbeiterpartei.Et'ening Standard" strtzt -ne Erklärung Asguiths wie folgt zusaarmen: Der Krieg' mbme olure Parteihader seinen Fortgang. Die politisck>en Au-- stchbe,: brauchten mcht zu beunruhigen. Die Liber'al.m müßten die vyrwarrsitteberrde Politrk der Arbeiterpartei willkommen heißen Dre Uöerale Parte: müsse an gewissen Grmrdsätzen der liberalen Mauvensüberzeugung, wie der Landreform, der Unterrichtsveform Md mrt, gewissen Einschränkungen des Freihandels festhalten Was dreien angehc, mußten die Liberalen anerkennen, daß die wrrtschanliche Kontrolle, die der Kriegszustand nötig machte, noch «MAe Zert nach Frredensschluß fortgesetzt werden müsst. Bessere wrttlmaMiche Bedingungen, bessere Organisationen und schließlich vewetlerte^ Verkehrswesen seien es, die der englischen Industrie mehr zumtte kommen würden als ein Zollsystem, das jedoch für «mg- nnchttge Industrien rrotig sein könnte.

Ameriküttische RttftuustSarrdrohungeu.

. . Was hing ton, 16. Jan. (WTB.) Reutermeldung. Aus Er- Wchm des .Dnegsdepartements brachte Chamberlain, der Vorsitzende deS MilrtäraMchusses des Senats, ein Gesetz im Senat ein auf mrlltärrscheRegistrierung aller männlichen Per- fon en. dre nach dem 5. Jcnmar 1917 das 21. Lebensjahr erreicht babm. Die Maßnahme rst dazu bestimmt, die Forderung des Ober- ^rschalls General Crvwder Mi Ausführung zu bringen, solange der Krieg oauert. lahrlich 700 000 Mann in die Armee einzustellen.

Rationierung in Amerika:

London, 17. Jan. ..Tim«s" erfahren auS Neuy ork, daß wr Senat und rm ReprasewantzmhNche Gesetzentwürfe ein- ^bracht Eden, frte Qcm Präsidenten Vollmacht geben, Anordnun­gen zu urfyai, irrt Verkaro, wc Erzeugung icrt> Ä Aerteilung pon

preAßssches Mgeordnetenhavs.

Berlin, 16. ^a-:. Auf der Tagesordnung steht die Einbrin­gung des S'an^h-nrs'daltsplanes für 1918. Finanzminister Dr Herght bespricht kurz die pvlittsche Lage. Der .Krieg vermin- t^rt unser Volksvermögen nicht. Durch die Erschließung neuer Enrnahmequcllen wird es uns gelingen, die .Kriegsschäden abzu­bauen. Was unfern KriegssaLdo an betrifft, st hatten wir 1914 ein Destzit von 1iü,2, 1915 von 96,4, 1916 von 105,2 und 1917 ton 117 MMionen Mark. Alles m allem ist die Einbuße der vier KrimSmhre niedriger, ccks man erwartet hatte. Der Etat für 1918 schließt in Einnahme:cnd Ausgabe mit 6,5 Milliarden Mar? ab. Es ftni> erhebliche Mitte! ausgeworfen für die Bestldungs- resckkung für die Verböserung der 'WvhnungSverhältnisse her unteren Beamten und Staatsarbeiter. Ferner iverden erheblicke tmnmen gefordert Ypcttca für den Erwerb von LänderÄen, die den Baugenoffenschosten zu Kleinbauivohmmgen zur Verfügung ge- ftel.t wrrdnl sollen. Die Stem-rznMäge rverden wieder erhoben rtorden muffen. Durch eine grsunLe Finanzgebahrung werden wir über alle <vckpviengkeilM: hmwogkvmmen. (Beifall.)

Es folgt die zweite Berattmg des Gesetzentwurfes über die Er- mächttgirng beß L>taatsmnristerinm>s zu .Maßnahmen betreffend die Vereinfachung der Verwaltung. Die Kommission beantragt, den Gesetzentwurf ob^ulehnen, dagegen den von der Mmrmyswn vor gellten Entwurf eines sitnegsge'etzes zur Verein- stckung der Ver-valttrirg nach den Vorschlägen des Ministers des Jmiern a-nzunchmen.

Nach kurzer Erörterung wird ein frei konservativer Antrag an­genommen, wonach lrerm Uebersjchreiten des Steuerzuschlages von 1o0 Prozent bte Genehmigung der Aufsichtsbehörde nur dann er- '.Eerttch ist, wenn die bisherigen Steuersätze der Gemeinden nickN überschritten tverden.^ Im übrigen werden die Vorschläge der Kom- mrsswn ohne wesentliche Abänderung angenammen

Die Beratung des Antrages Aron so hn (Fortschr. Volksp.) über dre Z ula ssung von Frauen zu städtischen Vcnvalttmgs- deputattonen u)w. wird fortgesetzt. Der Antrag der .Kommission, wonach die Frauen zu Mitgliedern der städtischen Verwaltunqs- deputatwnen der sozialen Fürsorge und Wohlsthrtsipstege bestellt werden löirnen, wird angenommen, ebenst ein Wrttag Kaufmann (Zentt. , wonach die Frauen zu. Mitgliedern der Schogskommissstneni gewählt werden dürfen.

^ Nach Erledigung einer Reihe von Petitionen vertagt sich das vaus aul Samstag 11 Uhr. Tagesordrumg erste Beratung des Staatshaushaltvoranschlages.

Schluß gegen 5 U'hr.

Aur dem Kelche.

Rücktritt Valentinis.

^»Berlin, 18 Jan. Wie der L.-A. erfährt, dürfte der

Rücktritt des Chefs des Zivilkobinetts v. «a°

l e n t l n i , ber heute gemeldet wird, noch weitere Verände­rungen nach sich ziehen.

Rudolf von Balentim hat fast zehn J-ahre lang den wichtigen Poiten chS oberster Beamter des öaistrlick^ir Zivilkabmetts inne- .Er rst am 1. Okiobcr 1855 zu Grüssmv ul Mecklenburg ae- to-ren. 18/9 trat er al-,. Referendar m den preußischen Justizdienst fooo 9 ^^ schl^k 1882 zur altgemeiiren Verwaltung über 1888 wurde er Landrat in HamÄnr, v-ou 'wo er 1889 als Geheimer megierungsvat und vorlm^rder Rat inA Zivilkastnett des Kaisers be rügen wurde 1906 wurde L^rl-Attini als Regiorungspräsiden t nach Frankfurt « O. versetzt. Im August 1908 wurde er als Nachfolger des verstorbenen Gehstmrats von Lucanus zum Chef des Zivil» kabrnetts bertffen. Sstn Nachfolger wird Friedrich von Vers, der Obermastdent von Ostpreußen, der im 51. Lebensjahre steht.

Die Wahlrestnn in Preußen.

Berlin, 17. Jan. Nachdem sich in der stptgesetzten Beratung des Wahlrc-chtsausschusses des Abge­ordnetenhauses mxl} einige Vertreter der Parteien zar Frage des gleichen Wahlrechtes geäußert hatten, wies der V r z e p r ä f t b entdesStaatsministeriums daraus hm, daß er die Vorlage nicht unterschriebest habe. Er habe sie bet seinem Eintritt ins Staatsministerium bereits fertig vor- gefunden. Er wies den Vorwurf, daß die Regierung nicht mib- gearbeitet habe, entschieden zurück. Die Nottvendigkeit der Einbringung der Vorlage sei aus der politischen Situation gesvlgt. Zwi,ck>en einem gleichen Wahlrecht unter gewissen Kaureten und ciiiem Pluralwahlrecht sei überhaupt kein we­sentlicher Unterschied. Die schwierigste Frage sei, wie er zu­gebe, die der Polenpolitik. Die Regierung verschanze sich nicht hinter die Botschaft vom 17. Julr.

Aussprache folgenden Mstimmung ent- schied sich der Ausschuß dahin, die Herrenharrsvorlage Zu­nächst 'jix Beratung zu stellen.

Landwirtschaf liche Versammlung.

Gießen, den 18. J«rum- 1918.

Tie am DienStag Nachmittag ins Hott? Großherzog von Dessen einberufewe Bersanrmttmg von Landwirten war sehr stark aus allen Teilen der Provürz besucht. Oeftwtcmtierat Henzel eroffnete die Versammlung Namens der Landwirtschastsrammer und nncs darauf hin, daß die Kammer ursprünglich nicht bsabsichttgi hätte, während der Taner des Krieges eine VersammLrng hnlttn. daß aber die ZeitverhAkniffe eine Besprechung nötig esc gemacht hätten.

Hieraus nahm Dr. Hamann das Wort. Er betonte ein­leitend, daß sich unsere Landwirtschaft mit Bogmn des Krieges bewußt war, welche Aulgabe sie den ^kushungsurngsversiLchen der En glarider gelten ü ber zu lösen hatte.

Je länger der Kriez dauert, desto schwieriger lourden die Der- haltniise: das Fehlen der Futterstoffe, der künstlichen Düngemittel, der mensckil .chen und tierischen Arb.itskräfde, sowie der zalstreichen anderen,Hilfsmittel, ivelche die Landwirtschaft braucht, um aus der Höhe ilycec ,ErzeiMvrg zu bleiben, erschwerte den landwirL- schastllchim Betrieb gmrz mrßevordentlich. Dabci war man sick m der Land,mrffckiaft bervußt, daß das Durchhalten m diesem Errege nur mbglick^ sei, werm unsere Bevölkeruiig hinter den Fronten ernährt wird. Es ist währerü) des ZlVieg-eS von der deutschnk LLirdwrryarast Glänzendes geleistet worden mrd cs ist zic bedauerzi datz vchtfack m Kreisen der iricht lautmnrtschLftlichkn BevM?- rnng dres incht anerkannt ivird. Die erste Schwstneabschilachttrto war em großer Fehler. Gegen den jetzt wieder im Gang befindlichen LchwernemMd frei man sich von seiten der Kammer vergebttck an bte Regierung gewendet, alle Vorstellungen dagegen haben nichts geziützt. Unsere Rrndviehbefbände haben sich rm Vergleich $ux FriEiszert der Zahl nach tttcht wesentlich verändert, nur ist dre Qualität der Tiere erheblich sch^ochtzw als zu normalen Zeiten. Zs whll an Kraftfutter, Getreide, Ättrtvffckr, Tichvurz usw. Durch die vad-.Lrle LäWemeabsckstachtuing wird «K im Herbst on Fleisch und Fett itorfj mehr mangeln als bisher, und es bleibt nichts weiter übrig, als unfern Mndviehbestand zur GrnShvu« ^ Bevöl kerung stärker^ hevDMuiehen. als angängig ist. Die d^tsche Laickwirtschaft hat dre Ausgabe, NährungsmittÄ für 50 Mcklwnen Menschen zu pvodutzieven, die hinter der Fwnt leben. L-obald sie dieser Airfgabe nicht gerecht ivird, werden wir Han Krreg verlieren. Ti-etz vMen unsere Landwirte und darum setze« sw alles daran, um mit ilwem Fleiß cund rhvee Arbeit für das Vaterland emKutreten. Die deutsche LandwirtsckUrft wäre aber nicht rn der Lage gewesen, unter den jetzigen BerhältirLffen unsere Be­völkerung it Nahrungsmitteln zu versorgim. wemt man sie rm Frieden nixtft gegen dve Konkurrenz geschützt hätte.

Die LoTidwirtsckNMich.m Vertretungen haben schon Junge vvr bem Kriege immer daraus hingqvresan. daß man Dorratswttt- schast treiben müsle. um für alle Fäll« gerüstet zu sein, aber alle diese Hrnweise haben nichts genützt. Tie Zukunft nach Bsendigung des Krieges^flrr die deutsch? Landloirtschaft sieht nicht sehr mfia aus. Wir wiffeu. daß die landnnrtsckMftliche Produktirni in Deutsch­land noch bedeutend steigerungsfälng ist. iv-enn wir Dünge, mittel genug haben. Wir haben im Lmtde bedeutende ÄEwrrätt. erzeugen im Lunde scklber 'die nöttgeti Stickstoffmengerr, welche die Landwirtschaft nötig hat. Wr.toiffugen im Lande über 6070 <*>

Bedarfs mt Thomasmehl. Zwar ist der Boden vrwerst über die Gebühr ausgenützt. Es bedarf fatfreu großer Kapiullanfwmdnngen um im Frieden itridxt voranzuLommen. Eine gewisse Leuttnvt wird zweisellvs sich sehr fühlbar machen, und der Lmrdwirt rnnss nach stiehr wie viSlvr die nve-Eiche Arbeitskraft durch bic Maschinen ersetzen. In Oberhessen ist dies zwar irüht nötig, aber in den anderen hessischen Vwviuzen ist die '.Nahmmg am Platz' mir der Fckldbereiinginrg ernstlich to-rzugeheii, damit eine wn4M*?fjp Bearbeitung des Bodens rationell -emsetzen Krnn.

Der Redner sckKoß seine Ausführungen mit dem HmweA daß wrr den Krreg auch im Innern trotz afftr 'Zrinxetintbiteri durchhalten weicken. _ \

In der Aussprache etGärtmbiß LandtLgsabgvvrdnettn BeeH- tenbach und Fenchel, daß die Landivirtschaftsfam nur wäh­rend der Kriogsjahre die Jnttressen der Landwirte stets energisch vertreten hätte. Tie ^oeittre Aussprache befaßte sfth fobamt noch mit der Staffelung der ?Nilchpreise, der Frage der Hühn«- Haltung und Fnttervorräte sowie der Knappheit -m Qebcr mr Remranrr von Geschirren wtd-Schiihen. sOekonomierat HenrEl schloß hwralli die Bersaminlung und beritte seinen Bern.ssaewosion für kbr zahlreuhes (rrsthemen.

Aus Stadt unb Land

Gießen, den 18.J«rmrLr 1918.

Die Schwierigkeiten bei der Verteilung No« Marmelade.

Es wird im Publikum, namentlich jener städtische« Mittel­punkte, die sich aus enter Reihe von Kommunen KufammenfetzLN, sehr unangenehm emvsunden. daß die Verteiümg der gerade in der Zeit des jetztgen Fettmangels stark begehrten Marmelade in den verschiedeen Gemeinden ungleichmäßig erfolgt. Während die eine Kommune mit der Austeilung längst fertig ist, hat eine andere noch nicht einmal damit begonnen, so daß oft mehren Wochen zwischen den einzelnen Verteilungszeittv liegen. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst" trägt hieran ebensoivemg Schuld wre die einzelnen Kommunalverbäude. Denn bekanntlich wird die Zubereitung des Obstmuses an die derjkrieaSgesell- schaft für Obst-Konserven und Marmelade", einer Tochtergesell» schaft der Reichsstelle angeschlossenen Marmelodefvbriken, die kon­tingentiert smd. überttagen. Die eine Fabrik hat diese eine andere :ene Gememde mit Mannelade beliefern Diese Bel'esc ruug kann aber nicht immer rechtzeittg und gleichierrig erfolaerl. Vxl alle che ^Mverniffe. du mtt dem Krieg verknüpft smd. sick) als oft recht 0 ettncgt w * machen. Da kann die eine

es Hemmnis unliebsam bemerkbar r mcht ttcht-eitig dir ihr Am» >