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Ans Stadt und Land.

Gießen, den 14. Januar 1918.

-Zum Mißbrauch derFeldpost".

Trotz aller Warnungen in den Zeitungen liefern immer wieder Privatpersonen Briefe und Postkarten an andere Pri­vatpersonen mit den VermerkenFeldpost", Feldpostbrief" nsw. versehen unfrankiert zur Post ein, um für sie porto­freie Beförderung zu erlangen, wie sie es bei Briefen an Heeresaugehörige zu tun gewohnt und berechtigt sind. Jetzt, im vierten . Kricgsjahr, muß sich doch jeder darüber im klaren sein, daß Portovergünstigungen nur den Heeres- angehörigen zustehen. Die widerrechtlichen Anwendungen der PortofreiheitsvermerkeFeldpost",Feldpostbrief" erfolgen auch nur ausschließlich in der betrügerischen Absicht, das Porto zu hinterziehen, und in dem Glauben, es würde von den Postanstalten nicht gemerkt. Letztere Annahme ist meisten­teils irrig. Die Postbeamten haben allmählich auch gelernt, auf derartigefalsche" Feldl-ostbriefe mit Erfolg zu achten. Das beweisen die zahlreichen Geldstrafen, die die Ober-Post- direktionen tagtäglich), auf die Anzeigen der Postanstalten hin wegen solcher Portohinterziehungen verhängen müssen. Drum überlege sich ein jeder die etwaigen Folger seiner Tat, be- vor er die nur den Heeresangehörigen zustehenden Porto-- vergünjtigungen in widerrechtlicher' und. strafbarer Weise in Anspruchs nimmt! Den Heeresangehörigen stehen die Porto­vergünstigungen auch nur für den Schriftwechsel in ihren Privatangelegenheiten zu. Postsendungen in rein gewerb­lichen bzw. re i n geschäftlichen Angelegenheiten sind porto­pflichtig. Auf solchen Sendungen, ob sie nun von Heeres­angehörigen ausgehen oder an sie gerichtet werden, dürfen also die PortofreiheitsvermerkeFeldpost",Feldpostbrief" u. dgl. nicht angebracht werden. Trotzdem geschieht dies sehr oft, auch hiervor sei daher gewarnt!

Natürlich dürfen die zum Heeresdienst eingezogenen Personen, z. B. Kausleute oder sonstige Geschäftsinhaber, Rechtsanwälte, Aerzte ufw. in portofreien Feldpostbriefen an ihre Familien oder ihre Geschäftsangestellten in der Hei­mat auch geschäftliche urrd gewerbliche Dinge erörtern, so- , weit dies für ihre (^schäftsrührung oder Berufsausübung usw. notwendig ist. Ein derartiger Schriftwechsel mit der Heimat gilt nicht als rein geroerbliche Angelegenheit' er genießt daher die Portovergünstigungen für Heeres­angehörige. Dagegen sind Sendungen, die Heeresangehörigc rn ihren gewerblichen Angelegenheiten mit anderen Personen, Firmen, Banken usw., insbesondere mit den Geschäftskunden wechseln, portopflichtig. Trotz Belehrung durch die Truppen­teile und veröffentlichte Bekanntmachungen beachten dies viele Heeresangehörige immer noch nicht hinreichend und setzen sich dadurch Unannehmlichkeiten aus.

** Amtliche Persona ln achrichten. Der Großherzog empfing zwm Vortrag: den StaatSmürrster Dr. von Ewald. den Ä-rstand des Kabinetts Wirkt. Geheimrat Römheld. Der Groß- Herzog hat am 12. Januar die Notare Geheimen Justizrat &erm<mn, Jikkel in Friedberg, Geheimen Justizrctt Karl Wvlf in Mainz und Geheimer Justrzrat Otto Haltwachs in Darmstadt zu Mitgliedern, die Notare Geheimen Justrzrat Dr. Julius Reen in Wörrstadt, Iustyrat Heinrich Retz in Ms seid und Justizrat Dr. Artur Osann in Darmstadt zru stellvertretenden Mitgliedern des Disziplin« rhofs für Notare: die Notare Geheimen Justrzrat Ferdinand Gallus in Darmswdt und Geheimen Justizrat Dr. Karl Meinschmidt irr Darmstodt zu Mitgliedern. die Notare Gctzeinran Justrzrat Hermann Metz in Darnrsbadt und Geheimen Justiziar Otto von Brentano di Tvemezzv in Offenbach m stellvertretenden Mitgliedern der Diszi- plinarkanrmer für die Notare der Provinz Starkenburg; die 9dvtaro Geheimen JusttKrar August Metz in Gießen und Justiztrat Hermann «Katz m Gießen ^(Mitgliedern, die Notare Artur Stahl in >-Narl>herm und Ludwig Römtzeld inMeßen zu stellvertretenden. Mitgliedern der Disziplinärkammer für die Notare der Provinz Oberhessen: die Notare Mheinven .Jussrizrat Otto Schwarz in ÄÄrrms und JustWvät Dr. Johann Reinhardt in Mainz zu Mit­gliedern, die Notare Justrzrat Dr. Otto Bmg in Mainz und Justizrat Eugen Calman in Al^y zu stell vertretenden Mitgliedern der Diszivlinarkanimer für die 3h>lxrre der ParwruA Rhen:Hessen!, lämcklich für die Zeit bis Aum 31. Dezrfnlber 1920, ernannt. Am 4. Januar d. I. wuche der Bcchnwärter in der Hesfisch- Pveußischen Eisenbahngememschaft Kvnrad Emich zu Darnrstwt vom 1. April d. I. an in den Ruhestand versetzt.

** Auszeichnungen. Garde-Füsilier Ernst Jäger er­hielt die Hessische Tapfer^idsmedaille, Musketier Muck das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

** Beförderung. Bizefeldwebel Schl 5 rb wurde zum LMtnmn d. Res. befördert.

. cker - Ausgabe. Ter bei darr Meinhündseru der

Stadt Gießen besrsllbe Zucker für Jammr 1918 kamt von Diens­tag den 15. d. M. ab gegen Vorlage des Bestie!lausweii'es zur Buckerka rle wnb AKieferung der Zuckermarke Nr. 1 in Empfang gemmrnren werden. Siehe Anzeigenteil.

** Tie Auszahlung der Familien Unterstützun­gen an die Angehörigen der zum HeeveÄüenst Einberufenen für 16. bis 31. Januar 1918 findet in den nächsten Tagen statt. Siehe Bekanntmachung.

** Aus der Heichelheimschen Stiftung ist eine Gabe an eine in Gießen wohnhafte, würdige, bedürftige. christ­liche Familie oder Person zu vergeben. Näheres siehe Anzeigenteil. Tie dres'.ährigen Zinsen aus der Stiftung der Frau Hofgerichtsrat wn Krug und ihres Sohnes, des Hofgerichtsrats Tr. Karl von Krug sowie des Gemeinderats Friedrich Lony senior sollen ver­üben werden. Näheres siehe Anzeigenteil.

** Verkehr sein schr än ku n gen. Im .Zurgvei-keh- Frank­furt Gießen treten weitere Einschränkungen ein. Siche Anzeige.

. * Stadttheater. Um Kohlen zu sparen, wird in der lamendeu Woche das Theatergebaude nicht geheizt. Es finden deshalb außer der heutigen Vorstellung für die kriegsbeschäfrigte Arbeiterschaft an den Wochentagen keine Vorstellungen statt, und auch die Theaterkasse bleibt bis Samstag den 19. Januar ge- sttLossen. An diesem Tage w.rd die Kasle um 10 Uhr morgens geöffnet. Die nächsten Vorstellungen finbeii am Sonntag den 20. Januar statt: an diesem Tage wird gegeben selbstverständ-. lich bei wieder geheiztem Hause nachmittagsGlaube u n d Heimat" intb abendDas D reim ädert hau s".

^Landwirtschaftliche Versammlung. Mähend de- Krieges nmßtr naturgemäß die landwirtscl^stliche Dersamm- ttMMräliqkeit er!«blich eingeschränkt werdm. In vvlen Kreisen. ,yrc Landnürtschait besteht >alez das Be strfnis, Mälzer e Mittci ungen * «Wtei über Fragen, die für die Landwirtschaft während und

hnn Krieg von te ortderer Bedeutung sind. Die durch die Ber- iMtnrne bchi"gw.l ^chusterig teilen im landnürtscha tlichrn Betrieb txwen ebenfalls das Bedürfnis zu einer Ans prache der Landwirte mr. ilner' landlwri'chatt! scheu Berussvettretung dci vorgerm en. ^Orerzu rst in einer cwn der Lanix virtchastskammm aus nächsten ^rnwtag den 15. ^arruar 1918, nach nrttags IV2 Uhr, zu Giesen. vtn Gasthaus Großherzog statt rndenden landwirtschaftlichen Ver­

ein solcher Kursus einem wirkt icherc Bedürfnis entgegen und v«r> dient '.veil geltende ^st-teilig ung. Siehe Anzeige.

«Ä cAnf f« ÄNtMrkiuW a'idu ßssforasrat 3<der muß fein 0cli> Me GsLK» an&nttf&fisMe bnng.cn-

_ Die Golöankausfteüe

t!t den Ränmen der vezir!§spar!afle Gießen ist morgen _nachmittag von 2 bis 4 Ahr geöffnet!

Laiwkrcis Gießen.

. E. Hak te nr od, 13. Jan. Das Hessische .EriegsehrrnZeichen m Elsen erhielt der Unteroffizier Karl Ä l b a ch * * e Um iKim 6.^001, 13. Jan. Tie Hessische Tapfer-

rettsmedal'lle erhielt der Tragoirer Ferdinand D i e h l.

Kreis Schotten.

^ an - Ln den Schulen des Kreises wurden mr Bezirk Gedern gesammelt: 7,21 Tz. Obstkerne und 4^4 Dz Brenucstelw rm Bezirk Schotten 11,68 Tz. Obstkerne und 4,38 AZ- Brcnnenetn. rm Bezirk Laubach 6,01 Dz. Obstkerne und 5.71 Tz. Brenne, m Bezirk Ulrichen 4,30 Dz. Obslkrne und 1,35 Brennepeln. . Rudingshain. Das Eiserne Kpeirz cr- hlAr der Garde-Füsüier Karl Rnppel.

'' La u ba ch, 13. Jan. Tern Schrcibgehilsen Gg. Tr ö l l t r das KJiegse Iren Zeichen verliehen.

schart wäl-cend urrd nach d?m ,Kr«g" Näheres ist aus der in unserer SanlsLLMU.mmer verösse-ttlülsten Anzeige zu erleben.

~ a . ElnKu rsu s im Stopfen von Strümpfen und Wertzzeug, gehalten von den 5>andarbeitslehrerinnen der Alice- wird am Mittwoch abend seinen Anfang ne!m«n. Bei der ^ocwendrgfe:!, da<; un Hausl-alt vorhan'-'ene Material sorgsäliig zu ^halten, da neues bald kaum mehr zu kaufen sein wird, kommt

Kreis Frtcdberg.

v.- ^?L^.^berg, 13. Jan. Un.e der Leitung des Molkerei- dwetwrv Br l l - Osthäm. trat hier der Verband he sichrn land- lC 2£ J ' a ^ ,IfI l: 11 LA'osscnschaftcn zu einer Bezirks itzmig zusaninien. m der Direktor Berg-Damr,lad: sich in bemerkenstvetter Weise Mrtb'.lst' «der (Äerwssenjähsten bei der Ermssung der land- w-rrtschrstlrchen Erzeugnisse ansließ. .Tie Genossenschaften erklär-n ihre Berechmlligkett zur Einrichtung der sogenannten Borratswirt- schalten aus der Gründlage der Genossenjchalten. Tiefe sollen so auvgedamt werden, daß nrit ihrer .Hilfe in jedem Tore die Erzeug- 7n,ie lückenlos ge.aßt w-evden können. Dadurch kommt das .Konr- miss-wmarstzstom in feiner jetzig«l, Form in Fort all. Borli.d'iäp in ^ Getre-cheer.ajsung sind die Einrichtungen der .sstreise und Lanterbach In der Besprechung wurde die allseitigc Mtthü,e der Genoisettschasten zu gesagt.

0. Bad-N au hei m , 11. Jan. Frau Oberstleutnant von trzemiezny kam bei dem gestern hier herrschenden starken

Glatteis zu Fall und erlitt einen Armbruch.

c- Wzo h n b a ch, 14. Jan. Das Eiserne Kreuz, früher die

Desftsckw Tapferkertsmedaüle, erhielt der svanonier Gustav Stoll.

Die Hessisch Tapferkeitsmedaille erhielten der- Unter­offizier Aiugust Graulich und Landsturnrmanu Hermann Wagner.

Starkenburg und Rheinstrssen.

. ^ ^-<lrmstadt, 13. Jan. Die Stadtverordneten-- ' 1 tzun g bewilligte eine Er'wh-.mg der Sätze der städtischen Kriegs- unterwutzungen vom 1. Januar ab. Es komtnen f^lg-encw Sätze -ur Annahme (R. -- Neichsunwr-'tützim^, G. - Genier «deuvtn^ützung, L Är/ol & b; -E. SR. 25 m , G. 25 Mk.; E imb 1 1 A ^0 d^k, G. 35 M.; E. mrd 2 K. R. 55 M5., G. 45 Mk -

E. und 3 K. R. 70 Mk , G. 55 Mi: E. rrnd 4K R 85 Mk

G. M Mb: E und 5K. R. 100 Mk., G. 60 Mk - E. mch f

R 115 Mk.. G. 65 M? : E. und 7 K. R 130 Mk, G 70 Mk.:

l^o Mk., G. 75 Mk. Auch die Anrechnurig des Arbnt-emkominens wrrd arrmdsätzlich qeveg^.-lt. Das Kmi -gs ünorg^ amt^ beibeot^vrtan aus 10 von der Sladtt^ordnetenVersammlung gav-ahlten Mitgliedern.

1. Darm stadt 13. Jan. Im hiesigen Msabethmstift erlag che von Rmbach im Odenwald staminonde Elisabeth .Heldenberger wren Urtterlnbsverletz-mgen, bk ihr Shr 19jOriger Bruder beirrt temden mit einem geladenen Revolver bei-rebracht batte.

-- ^ Darm Na dt, 13. Jan. Eine Versammlung der hiesigen oesi tzer, M ,auch eftu B-wtreter des Kreisamts' erschwnen war, wis> auf dra kritische Sand der Heuver'orgunti der stadttschen Fuh-.averksbesitzer hin. Sie lxckamen wohl B^zn.gs Euu. aber nirgends Heu, sol> sie vor der Nattvendigkeit sw dm ihre Pferde abMschrtften und dm Fuhrbetrieb crnzustelleu. Da aber auch vre Militärbehörden m mrbedingws Jnt-ereste zur Aufrecht- erhaltung des vrivalem Fuhrbetriebs zur DM^gimg der Bevölke­rung mit KbUe und LebansmitEn besitzt, beschoß m'an bei der! Jndentvntur des 18. Aj- Kl. um sofortige Msüfe der Heunot vor­stellig zu iverden. >

ch. Bingen, 13. Jan. Die Kriogsteirerungsznlag^n in drr S'a^tvettvaltimg Bingen, die den Bowlen imd Badienpe'e-i der Stadt zugute 'kommen, ivurden d-,rch einen Beschluß der Stadtver­ordn etcnversammlimg festg.es etzt. Sie sollen bis zum 31. März 1918 m Gelttmg bleiben.

Hesstn-Nassau.

^ Sl ^ L b - 13 Dan Das hstsfge Kin:-

hLnStlieater brachte das drerakttge LotsvielDer Scheidimgsan- walt von Kurt .Kraatz und Richard Keßler in der Uraufführung heraus. Das «Vtückchnr äst recht niedlich gescknieben und birgt in den drei Ackttn sch stets steignuche heitere Szcmen, obgtcch der Jn- baU Anßerg-ew§lstilche<s in sich hat. Das Stück hatte einen

starken Erfolg, zu d'w das flotte Sviel unter Leitung des Herrn Obersvr-slei ers Ernst Theilrng wiffe tt'ch beitrug.

13 - Jan. Die Polizei kam einem weiteren Mithelfer m der Mordsache das Schutzmanns Ertl aus die Spur. Es wurde festqestellt, daß der Mörder Weckfnß den Revolver von dem mehrfachen Berbreche-c Karl Marauardt er­halten hat. Marauardt ,st im letzten Herbst aus dem Zuchthaus entsprungen und ivar ,eitdem verschwmrden .Jetzt ermittelte man daß er irf der hiesigen Kronprinzenstraße gewohnt hatte Bon hier flüchtete er, als man ihm aut die Smrr kam. nach Mainz Dock auch hier konnte er bisher nicht ermittelt werden

mr. Frankfurt a M 1.3, Jttn. Das Schau spir-thaus brachte am Donnerstag abend SchillersWilhelm Dell" in neuer Eftr- ltüdierung und völlig neuer Inszenierung zur Darslelkung Die neuen Dekorationen in den MwkstÄcken des Schausvielhauses vom Theatermaler Ntüller-Rirz ka angcfertig-t, betonen die naturalistische Mlffanung. Dir Apfekschnßftene wurde hinter die Bühne oerlegt die Zwing-Uri-Szenen völlig gestrchm. Ebenso wurde der Monolog ^elts in derHK/en Gasse" bis auf die unbedingt notwendimn Sentenzen gekü^:. Dve Rdglie-^Nilther Brügmann^ zeichnete 'sich durch exakte Stzenensührung, besonders in den Masse mm rkun gen' Mrs. Das Spiel aller Mitwirkenden, besonders aber Herrn Enaels alsTeil" folgte SchillerUAm Jintenti-onen. Der Bei lall des? stark besetzten Hauses war stark.

]\ Marburg, 13 Jan Im Sitzungssaal des hiesigen Rat­hauses wurde ein zweitägiger Beratung^- und Ausbildungskursus der Vereinigung der Fürsorge stellen für Kriegshinterbliebene ab­gehalten. Anwesend waren Vertreter der Geireralkoninrandos urrd der Jntendanttwen des 11. und 18. Anneekorvs. ferner die Ber- treter der Hinterbliebenen-Fürsorge der Zbreise Marburg, Fvanken- bera. Ki rchbarn, Ziegen Hain, Biedenkopf, Ober'almkreis, Ober­westerwaldkreis, Westerburg !und Linibul^, so-vie viele sonstige Danien und Herren, die m der Hinterbliebenen.-Fürsorge tätig sind T.Z. Mainz, 12. Jan. Das auf den startwi Schneefali der letzten Tage so mrvermtttelt rasch singe treten e Tguwettcr hat nack, laogein Tiefstand des Rheinwasserstandes jetzt einem rasckwn Lteigen Platz gemacht Bor drei Tagen stand der hieshv' Rhcrn- vegrl noch 15^Zentimeter irnter 9änll, und lieitte verzeichnet er bereits einen Wasserstznrd von 60 .Zentimetern über Nttl. alw' cm.MachZttnn von 0,75 Metern iimerbalü drei Tageg. Dabei ist

für die nächsten Tage mit «im«m weiteren sehr erheblichen Steigen

des Wassers mit Bestimmtheit zu rechnen. Bei dem sehr raschen Abgang der gewaltigen Schneemassen, die m den Gebirgen lagern, i^L Hochwassergefahr nicht ausgeschlossen, zumal alle Zuflüsse des Stvomes ebenfalls ein rasches Steigen anfweisen. Vom Ober lau, des Mams wird ein Steigen von über einem Meter seit dem 8. Ja­nuar gemeldet. Ter im Ober- und Mittellauf fest zugefrorene Jluß taut überall rasch auf und schickt seine Eismassen m oem dort fdjsm lwchgehenden Wasser in mäckstigen Blöcken zu Tal. Auch ?* c ® ar ^ rt Treibeis nach dein Rl-erne

Runkel, 11. Jan. Gestern nachmittag fuhr eine von Villmar kommende Lokoniottve auf der hiesigen Station auf einen dort stehenden Kohlenwagen auf. Dabei sprang ein Stück des Wagens ab und zerschmetterte dem in der Nähe stehenden Sta- ttonsvorsteher Kramm von hier ein Bein. Der Verunglückte wurde nach dem St. Vincenzhospital in Limburg verbracht.

^ r^es sen, 12. Jan. Auf dem Geleise der Kleinbahn Kassel-Naumburg fand man bei Hoof die Leich eines! Urlaubers, der vvni Zuge überfahren wurde. Die Leich war vom Zuge vollständig durchschnitten.

Gietzcner Strafkammer.

... Gießen. 11. Januar 1918

K Ter Kurzett eine ihm vmr der hiesigen Strafkammer unterm r y wegen Diebstahls Anerkannt. 5 , jährige Zuchhcrusstrafe veibußeuoe Schreiner Ludwig P. von Niederrad entsprang am 20. ^urn 1917 aus der Zeuensttasanstalt Butzbach und trübte am gleichen Tage, um sich in den Bn'itz von Kleidungsslücken und Nahrungsmitteln zu setzen, in dem ettva 10 Minuten von Bahn- Hw Kirchtt^öns nach Gießen zu gelegenen Bahnwärterhaus einen Drebstahä, wegen dessen er sich heute zu veranttvortcn hatte. Er ftteg durch ein Fenster in das Haus ein und entivendete einen wrrßen Ltrohhut, eine Hose, 1 Paar Herrenschnürschnhe, einen schwarzen Rock, eine elektrisch Taschenlampe, 2 Würste, einen ^aw Brot und 2 Eier im Gesamtwert von ca. 70 Mk. Vier Tage später wurde er in Hannover bei Begehung eines Diebstahls über­rascht U'Nd verhaftet. Das Gericht verurteilte den vollauf gestan- >oigen Angeklagten unter Zubilligung mildernder Umstände yu 1711'! Gefängnisstrafe von einem Jahr und 3 Mvnaten, tvelch Ltra?e er alsbald anerkennt.

Wegen schwerer Urt'uudenfälschung erhielt che Johannes W. II.

^hcftliu in Groß-Fclda unter Zubilligung mildernder Umstanve 1 Monat Gefängnis. Sie war angeklagt und geständig, im De-

2 Pmn101 a 1 k _ fcft. -:_ cm . m r

^erweise verdäckstigenden Brief bom 30. 12. 16 mir dem 3camen M. L-p." Unterzeichnete, sowie durch dieselbe Handlung sich der schrneren Urkirndenfälfck/ung schuldig gemacht zu haben. In veni «- wähnten Brief wurden anderen Personen Unregelmäßigkeiten im LebensmittelbeMg zuin Vorwurf gemacht. Die dieserhalb angestell- ten Ermittelungen ergaben nicht, daß die in dem Brief enthalrenen. Anschuldigungen wahr waren, dagegen stellte sich heraus, daß nicht die Frau M. Sw-, sondern die Angeklagte die Schreiberir) des Briefes war.

Der am 21. 9. 81. zu Gießen geborene Dachdecker Andreas I der Laklerer stttkolaus H. von Stetten Cmb d.r Sattlec Karl Fried­rich K. in Offenba-ch sind angettagt, in gemeinsüLlftUchec Aus­führung m der Nacht vom 20./21. September 1917 yu Friedberr einen dem Ho Echchec V. selbst gehörigen Treibriemen im Werte von 200 Mark und drei demselben gehörige Stallhasen i W. von 30 Mark aus emem Gebäude nrittri? Ernsteigens imb öin- bruchs entwendet, ^sowie ferner zur greichjen Zeit erneu Diebstahl be^m Kaufmann Franz^ W. versuch. ,u haben. J:n letzten Fal'. hatten sie es aus die (rntwendung von Rot- und Weißwein ab- gi'iehcn, roucoen aber durch das Anschlägen des im .Hofc be-- fmdlichen Hundes so4ore durch das Erscheinen des Besitzers am Fenster, der das elektrische Licht ffn Hofe einschaltete. daran gehin­dert und verscheucht. Von den gestohlenen Hasen erhielt jeder ein^n, der Trerbnemen wurde von K. und H. in Franffurr für 80 Mar^ veffkaust. was (Bericht versagte den viel'ach voriechaften Angeklag­ten mildernde Umitände und verirrtcilte H. und K. zu (Gesamt- Zuchthausstrafen von je 2^2 Jahren urtb dm I. zu 2 Jahren ZuckA- haus. ferner wurden allen drei An^ttlag-ten die bürgerlick^u Ehren­rechte auf die Tauer von 5 Jahren aberkannt.

Spiefplon des Gieffener ZtadWeaters.

Mon ag 11. Jan., 7 l /2 : Sond r.ott,. f d krieg7b sckäft Arb Kern KartenverVauf.'Tie verlorene Tochter". Dienstag 15.. 8- (In Bad-Nauheim)Das Drermädeclhaus"

Gew. Pr. (rem.). mäderllxms"

.Glaube und Heimat". 7tt»

Sonntag 20., S l /2i Gew. Pr ..Das Drei-

UnrVer'stkäts-NaeLDrL'Ä^ten.

Göttin gen, 11. Jan. Hier stvrb am 7. d. M. den 'Ordinarius der semitischen Philologie an- der hiesigen Universität Geb. Regierungsrat Prof. Dr. tlwol-, jur. e:. vlstl. Julius Well hausen. Der Gelehrte, der srül'er in Greifswald, Halle und Marburg dotiert liatte. war Ritter dos Ordens tr>ur Ic mnitrt und Mitglied der preußischen Slskademie der Wissenschaften.

D. Z. Aus der Pfalz, 11 Jan.^ Kürzlich hat König Ludnng von Bayern dem Weinmusemn zu Speyer einige Flaschen Wein aus den Jahren 1540, 1633, 1725 mrd 1822 überwiesen. Ter Wein Mirdc dieser Tage einer wissenschastlichen Probe unter­zogen, die feststetlte, daß es sich um einen unübertrefflich köstlichen Tropfen lxindelte. Der Wein wurde daranfhin, mit einer Analnse versehen, dem Museum eingereich'. In dem Muse uni nehmen diese neugestifteten Werne -indessen nickt die cftte Stelle ein Es befinden sich in ihm nämlich die ältesten Weine der Well Der älteste Weinkrug, der hier zu sehen ist. wurde in einem Römergrabe gefunden.

^ Ein Me ist er der schwedisch-finnischenKinder- dich tun g. i»Zu Qt>pelius d. I. 100. Gdlmrtstagr. 14. Januar.» Unter den schwedisch-finnischen Dichtern des 19. Jav.hawderts ninimt der jüngere Zakarias Tot.eli.us eine erste Stell, ein. Tape- lius ist am 14. Januar 1818 in Kuddnäs als Sohn eines Prvvinz- arztes, der ein eifriger Santtniler finnischer alter Bolislieder wai, creboren, und schon in seinen Knabenmhren enrpsing seine Plmrrtasie durch Dichtungen und Erzählungen reickie Anregung, die die Liede zu seiner fmnrschen Heimat in chm lvochen. Als Fünfzehnjähriger veröffentlichte er sein erstes 6dedicht, war nach vollondettn STudien publizistisch tätig und redigierte von 1812 bi - 186J : it schwedische Helsmchorter <^ttung'3 in der er in dichtettslchel Form zu sagen versuchte, was die russische Unterdrückung den sinn Ischen Vaterlands fteunden zu äußern verbot. Manck-e seiner rein lyrischen Dichtungen criunecn in dem Wohllaut und der Anmut der Verse und der nry,ti­schen Naturauffasjung häufig an die (Äanztage der >üomantik In einer isteil-e von Erzählungen, die Finnlands Geschichte von Gustav Mols bis zu Gustav III. zürn Grmrde babeu. hat Topelius überdies kleine histvrisckle Meisterwerke geschas'en, die noch h-ute eifrig ge­lesen rverden. Das Beste alwr hat Tovelius als Kinderdick'er ge geben, und noch heute sind es seine der Bnderwttt gewidmeten vollen ErzäUungen, Märchen und kleinen Gedichte', dir über Fjnw Imid und Schiveden lsinaus Tausendc von KmderhLrzcu erfreuen Des Dichters Romantik feiert k-ier ihre Triumphe- si- neckstrtt wtt Nackchildungen. der Wirklichkeit voll gutherziger Laune nud schlagender Wahrheit, uni die jungc-u Hörer oder Leier zu ent­zücken.»ck, öl Deutschland lttlen Tol'elius' Kinderdichtunw , in guten Uebersetzungen ivefte Verbreitung ^ürnden Sn äußerm Lebensweg führte Tovelius im Jab re 1863 als ordrutlick^n fesfor für sinn ländische, russische und ;uwdiscke (^ichichle an gjr Helsingfvrjcr Universität, aber nach 15jäüriger akademischer Lbirk- sanikeit legte er die Proscsflur wieder, um vm d.i ab icstever gar» « srnen dichterischen Neigungen zu leben Am 12. M >r; ist Zakarias Topelius, der eine lanlgr Reibe von Jabrrn hindrrrchj auch Sekretär^des Frnnsändischen Nunstvennu- g-eivestn ss< in Helsrmchns gestoibeik.