Veröffentlichung v»ii Kehelmpapreren durch die portugiesische Regierung.
Basel, 19. Dez. (L.-A.) Die „Morning Post" be- ryülkel: Die neue portugiesische Regierung veranlagte dre Veröffentlichung der Geheimverträge der frü- deren Neuerung mit bcr Gugnbe. Ein Teil ider Vertrage ist! bereits in die «Ltaatsdruckercien zum Dricck gegeben worden.
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Die Tuberkulose im französischen Heer.
Berlin, .19: Dez.. „Rappel" vom 15. Dezember sä-reibt: W rst eine ernste und traurige Sache, die gesteru Louis Martin vn Senat in Form einer Interpellation zur Sprache brachte, einer Interpellation, die das furchtbare Wüten der Tuberkulose in der französischen Armee behandelte. Er zeigte an Hand statistischer Angaben die beängstigenden Forr schritte dieser Krankheit und berichtete, daß die Amerikaner Frankreich bereits als nnen wahren Herd der Schwindsucht ansäheN. Nickft um die Alliierten zu beruhigen, sondern um vor allem die Zukunft der Nasse zu schützen, verlangte er dringend energiscl)!e Maßnahmen zur Belämpsung der eutsetzliä>en .Krankheit.
Die ungarische Wahlrechtsfrage.
Budapest, 18. Dez. Anläßlch der Einbringung des Wahlrecht s g e se tz en twurfes im Reichstage int Vordergrund des nrnerpolitisch-en Interesses tvieder die Konzentrasion der Parteien bzw. die Scl^ffung edier edrheitlicheu Regierungspartei. Wie verlautet, beabsich igt MnristerPräsident Tr. Weckerl e das Programm der zu gründerrden einhectldi-en Regierungspartei zu entwich'ln und ans Grmvd dieses Programms die Abgeordneten zum Beitritt in die Partei rarfzu fordern. Man nimmt als sichjer än, daß die Anfsiockermtg nicht ohne Erfolg bleiben >vird und daß msbesvndere cruck» die Mitglieder der nationalen Arbeitspariei sich der neuen Partei.brldn.ng anschließen werden, so daß die parlamentarische Bewilligtmg der Wahlreckstsvorlage als gesichert ers-cheiitt. Mlerdings verkennt man nicht, daß der Gründung einet neuen Regierungs purcei itiorfl? große Schwierini^eftet: entgegenstehru, da bekrarnftich alle interessierten Parteien für die Teilnahme an der Parteigründung ihre besonderen Bed-ingtmrgen gestellt haben, die erfüllt und miteinander in Einklang gebrach' werden müssen, hofft inan, daß eZ getmgn wwde. de noch bestehenden Hinter- trtffc wäl/rend der Weichtorlztsferie.t aus dem Wege zu räumen.
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Die Freigabe Reichsdeutscher aus Tabora.
Berlin, 18. Dez. (WTB.) Den unablässigen energischen Bemühungen der deutschen Regierung ist es gelungen, nunmehr endlich die Freigabe der aus Tabora (Deutsch-O stafrika) durch den Kongo nach Frankreich verschleppten und dort internierten Reichsdeutschen, darunter etwa 150 Frauen und Kinder, durchzusetzcn. Nachdem bereits am 7. Dezember 8 Männer, 35 Frauen und 30 Kinder in Genf eingetroffen waren, ist am 16. Dezember der Rest in der Schweiz angekommen.
Neue Ritter des Ordens Pour le mente.
Berlin, 17. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Generalmajor Leer vis wurde für die Erfolge seiner Division in Italien mit dem Orden Pour le msrite ausgezeichnet. Siegreich hatte diese die Isonzofront dtrocsibrochen, in ummterbvochenen Kämpfen den Engpaß bei Cividole !tberw:orden und nach Eroberung oes stark verteidigten Brückenkopfes bei Daniele und Ragc>gna den Uckergang über den Tagiliamento erzwungen.
Leutnant der Reserve Schi rner vom bayrischen Jnsan- terie-Leibregiment erl-rrlt den hohen Orden, weil es ihm mit ^mer Kompagnie dirrch rasches, ungestümes Zugreifen gelang, den besoitders starr ausgebanten S»AüsselPunkt der italienischen XVimrtUrihmfl zu gewinnen, deren Byitz den entscheidenden Erfolg um 25. Oktober crmögltchde.
Dem Hauprmwni .Wittekind wurde der Pour le mente verstehen, well er mit seiner Truppe im schoersten Feuergeseckp den Engländern durch kühnen Vorstoß große Verluste zu fügte und chnen bei PaSschendaele hartnäckig verteidigte Stellungen entriß.
Hauptmann Keller wurde als Kommandeur ertte-Z Kanwf- geschwaders mit .dem Orden Doirr le märite ausgezeillpiet für ^eine .großen Erfolge auf versch.edetien Kriegs sck?aupl ätzen und Tür die schneidig cn Angriffe aus Dünkirchen
Oberleicknant der Reserve Schleich. Leutnant der Jieseroe El e t n tmd Leutnant Buckler wurden mit dem hohen Orden belieben kür die große Zahl ihrer Luft siege.
Oberleutnant , Scheich blieb 25 Male. Leutnant Buckler 29 Male L reger rm Luftkampf. während Leutnant Klein neleu der hervorragenden Führnug seiner Jagdstaffel selbst 15 feindliche Flugzeuge und 5 Fessell«tlone herabschoß.
5eektteg.
Reue U-Voot-brfolge.
Berlin, 18. Dez. (Amtlich) Nmn U-Boots-Er folge rm Sperrgebiet um England: 17000 BRT. Unter d^n versenkten Schiffen befanden sich der bewaffnete französische Dampfer „Joanne Eorffeil" (2309 To.), mit Oel von Algier nach Bordeaux, sowie zwei größere Dcrmpfer, die im Aermelkanal ans einen: durch Zerstörer stark gesicherten Geleitzuge hermrsgeschoffen wurden. Außerdem wurde an der französischen Westküste gegen den bewaffneten französischen Dampfer Texas (6674 Tonnen), der als Spitze,i- schiff eines von Westen kommenden, durch Zerstörer und U-Boot-Jäger stark gesickerten Geleitzuges fuhr, ein Torpedotreffer erzielt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Die Zerstörung des ("eleitzngcs tu der Nordsee.
London, 17. Tey. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. G e d d e s berichtete über die Zerstörung des Geleitzuges in der Nordsee folgendes:
'Ter von Schottland nach yckrwegen bestimmte Geleitzug ivurde vom Fcftide am 13. Dezember angegriffen. Er bestartd aus einem englische n und fünf neutralen Schiffen mit zusammen 8000 Tonnen. Tie Schiffe wurden durch eine Eskorte, bestehend aus den beiden Torsckojägern „Partridge" und „Polew" und vier bewaffneten Trawlern, geschützt. Aus irgendeinem noch tticht aufgeklärten Grunde waren die See- stveitkräfte, die von dem kvmmaitdiereitden Admiral der Flotte zum Schutze des skandinavischen Eouvvis ausgeschickt uwrden waren, nicht rechtzeitig zur Stelle. Ein zweiter Geleitzug, der auch in derselben Weise gesclchtzt war, wurde nicht angegriffen. Ucker alle Umstände ist eine Uutersuclplng ein geleitet wo cd eit. Soweit bisher in Erfahrung gebracht werden konnte, hat der Zerstörer „Partridge" am 12. Dezember vormittags vier feirchlich Torpedojäger gesichtet. Kurz barouf wurden die Zerstörer „Po- lew" und „Partridge" in ein Gefecht verwickelt, wälZvend sich der Geleitzug. den Befehlen gemäß, zerstreute. Kurz nach Beginn des Kampfes bemerkte der Zerstörer „Pckow", daß der Zerstörer „Partridge^' einen sc!,>iveren Treffer bekmninen hatte. Gleich daraus fand eine Erplosion statt und das Schäff sank. Gleichzeitig hatte mich der Zerstörer „Polew" an der Wasserlinie ein Loch bekommen, und der Masckütrenraum füllte sich mit Dampf. Obwohl d^e Maschinen mtbranch"> ir atxiren, konnte das Sä-iff doch nach Eitg- land in ^ nberhcit gebracht tvecden. Offenbar unternahtn der Feind darauf einen Angriff ans den Geleitzug, der aus sechs Öandels- schiffen und vier btwafffreten Trawlern bestattd. Sie wttrden in b e n Grund gebohrt. Aclst Skattdinavier, darunter zrvet Frauen, uttd zehn brittscl>e Seeleute tvurdett von vier Torpcdo- jäswrn gerettet, die in aller Eile oor dein ^breuzergesäLvader, das sich dem Kampfplatz näherte, flüchteten. Andere Ueberlebcnde erreichten Norivegen in Bootett. Die ganze Besatzmrg, 12 Mann, oes Trmvlers „Loch» ?Uvestvn" wurde gerettet. Vom Zerstörer „Polew" wurden eilt Offizier und drei Mmrn getötet urtd zwei sä nier verwuttdet. Tie Berichte über die Ueberlebenden des Zerstörers „Partridge" sind unvoUstäitdig, aber nach einem Tele- grantm des britischen Attacl)4s in Holland ist aus Kiel die Naä)- ncht emgetrofseu, drei Offiziere und 21 Mmm des Zerstörers „Partrdoge", 11 Mann des Trawlers „Livingstone" und ein Offizier utrd 14 Mann des Trawlers „Tokio" seien gerettet und nach Ktel gebracht worden. Zehtt Mann davon seien verwundet. Die enalisc.L Admiralität !>rt sich nicht w-nnger als fünf Tage Zeit gelasfetl, sich zu überlegen, ob uitb wie sie die ihr urcangenehme uild das 2lusel)en der ettglisäien Flotte keinesro-egs hebende Ver- scttkung der Welt plausibel mackien soll. Auch die Art der nun oorltegertdmi Darstellung versucli-t beamcht die Sachlage möglichst zu verscl-leient und für England möglichst günstig darzustellen.
L o n d o n , 17. Dez. (WTBZ Meldung des Reulerschen Bureaus. Im Unterhause'teilte Sir Eric'Geddes mit, daß als Ergebnis der Angriffe feiudlüher Kriegsschiffe auf einen siaudniavischen Ge!ei<zug 1 englisches und 5 neutrale Sckriffe von insgesamt 8000 Tonnen versenkt worden sind. Anck) ein englischer Zerstörer und vier bewaffnete T a in p f e r seien versenkt worden. Ein anderer Zerstörer sei unter der Wasserlini egetroffen worden, habe aber noch sicher den Hafen erreichen können. Ueber die näheren Umstände werde eine Untersuchung angestellt werden.
London, 17. Dez. (WTB.) Meldung des Reulerschen Bureaus, ^m Unterhause teilte Namara mit, daß am 1-. Dezember morgens um 4.30 Uhr z w e i F i f ch d a m v f e r von Torpedobootszerstörern mit Geschntzfeuer angegriffen wurden. Der eine Danrpfer sei beschädigt worden, der an- dere set gesunken. 2lch>t Mann seien getötet. Ungefähr zu derselben Zeit seren zwei neutrale 5) audelsdampfer versenkt worden.
finden wir in den Zeichmorgen des Kronprinzen weck«. Irgendein Baicornkuecl)! oder Indusdrisarbeiter, dem die Kriegsjahre die Haut gebräunt tcnd die 2ln-gen gestählt haben, ein guter deutscher Juuge, der sich müde Mm,Schlaf in einen Winkel im Untersterch streckt hat und unter dem martialischst StahlhÄm!« von der? Heimat träumt, — das sind die Rüottve, die der Kwnprin» als kunsttecißch: Kriogs<tndenken in seinent Skizzenbuche sammelt. Sie werden ein bleibendes Zeugnis für das Verl-ältnis des hohen Heerführers zu feiircn Soldaleit sein. Solch einem großbärtigen pfeif^chiuauch.mden Lcrudstntrinmamte liest man es am Gejicl^te ab' wie ungezlvungen das Verl-ältnis zrviscknen dem hohen .KünA« und dem Rlodelk gewesen ist. Adcm hört ordeittlich, wie der alte F'amilienpater dem Kvonprinzen von Frau, mrd Kürdern hat erzählen dürfen.
Neben dentschien Krienertppen hat der Krvnprrnz wiederhol auch besottders ausgnoählte Exemplare der wilden Hilssvölker gezeichnet, mit deneit die Entente den „Ktcktutckrieg" gegen Deutschland führt. Tie ethnobo-gisclM Besonderheiten dreier wilden Völker haben den Kro-nprrnzett zur Schaffung einer Reihe von kraftia farbigert ZeiclMungett angeregt. Wie ich höre, soN ein Teil der Foldstizzeit des Krotwrinzan d-utck, Veröffentlichuttg in einer dein, scheu Zeitschrift der Lieintat zugmtglich gemacht werden.
W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
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Am südlichen Vrennprmtte der Camvrai-Schtncht.
Cambrai, Dezember 1917.
Die Aufgabe, die erste und zweite englische Stellung südlich Vrllers— Guislain zu nehmen mtd gletcheitig die linke Flmtke der nördlich davon attgreisenden Trrippen zu schützen, war einer bewährten, aus Hessen, Oldertbttrgern und Hanseaten gemisäNen Westdivision zugesallen. Ta die Artillerievorbereiturtg und das Minenfeuer nur kurz gedauert hatte, so ivar der Feirch zwar auf dert ^Angriff vorbereitet, olwe daß indes seine Gräben sturmreif gesckwssen waren. Tert kühn vordarngenden Stoßtrupps, denen dh Jnfanlerie unmittelbar folgte, leistete infolgedessen der Engländer hinter seinen wenig besck-ädigten Drahthindernissen in erbitterte» Nahkämp^it zähen Widerstand. Namentlich die beiden Flügel der Einbrucl^sMe. nördlich das sog. „Steinhaus", südlich der „Priel- stornbruch" erwiesen sich als festungsartig cmsgebaute und mit tüchtigen Bertndigern stark besetzte Stützptmkte. Ihre Wegnahme war das Verdienst der hervorra-genden sclmeidigen Führung der Swßtruppe. Ein. Offizier hat niit zehn Mann im „Steinhaus" 200 Engländer. 2 Gesclwtze urtd 12 Mrnenwerfer genmnmen Bis zum Abeitd war die gesamte zwcäte englische Stellung in Händen der sttirmenden Division, bis auf ein Engländernest, dessen Besatzung sich in der Nacht ergeben mußte. .
,Am folgenden Tage versuchte der Feind das verlorene Gebiet durch Massen von gemischter indischer und weißer Kavasserie wieder zu gewinnen, ohne ehren anderen Erfolg, als daß er blusige Verluste erlitt. Nur einzelnen Versprengten gelang es. hinter unsere Linien zu kommen, wo sie gefangen genommen wurden. Das Schlachtfeld ist noch besät mit den Leichen der gefallenen Pferde. Die gesamte Beute dieser einen, im südöstlichsten Ausläufer der großen Schlacht fechtenden Division beträgt über 600 Mann cm Gefangenen, 2 Geschütze, 12 Minettwerser. 19 Maschinengewehre. 1 Flammenwerfer. 20 Pferde uttd außer vielen anderem Maersial eine mit elektrischer Zündung eingerichtete Gasminenlwtterie. Die Stimmung der Truppen, die infolge ihres schnellen Vordringens trotz der strengen Kälte vielfach ohne jede Declüng im Freien nächtigen müssen, wird auch hier durch dte Freude gekennzeichnet, nach so langer, entsagungsvoller Ber- teidtgung ettdlich wieder zum Angriff übergehen zu'dürfen. Tie Zldtnde vom Waffenssillftand im Osten bekräftigt die Sieges Zuversicht und den Wunsch aus eine baldige Schlußabrechnung wider Errtente.
W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
WaS da- Jn°Schach-Hatten der U-Boote England tostet.
Bern. 17 Dez. lWTB.) „Daily Mail" führt auS: Ein Ztel der deutschen Kriegsfübrung bestehe darin, einen großett Teil der L)trettkräfte der Alliierten zu einem bloßen Ver- betst-gungskireg zu verurtellen. und jo ihre Welnckraft zu sä»väch-n, tunbrnib Teutscblack, die gatrze Kraft zur Offensive gebrauckte. Was .vi^e nun das Ju^Schach Halten der Tauchboote, von Idem Godd-es gesprochen habe, die Alliierten an Menschenkraft? Die Gesamtstarke der fcuidllchen Flotten betrage etwa 150000 Mann, von ^sittlich immer 2000 in See seien. Ihnen ständen 450 l)00 Mann der brtttsckisn, 313 000 Mann der amerikanischen und wenigstens IM 000 Mann der französischen und italteniscliert Flvtteit gegetrüber. Diesen 803 MO Seeleuten seien hinzuzurechnen meiemgeu. die auf brisiscl»en und amerikattifchen Wersten ar- bettcn. um den persenkiett Schiffsraum zu ersetzetr. „Das." sagte oce Zeittmg. „ist die Lage in eitrem Zeitpunkte, lvo das S^eheiin- ncs c»es Steges ansä»ciucnL in der richsigctt Verlvendung der Mett- sc! renkt alt liegt."
llriegsdriefe aus dem Westen.
Bon unserent Kriegsberichterstatter (Unberechtlgler Nachdruck, auch auszugswetie. verboten.)
FcWskizzen des D<utfckken Kwnprinzm.
Zur Westen, den 10. Tezembsr.
Zn den GesMftsräumen der Kriegszeitung einer zur Heeresgruppe Deutsche Kvooprmz gehörmtdeu Armee sind gegenwärtig eitrige Blätter aus einem Feldfkizzeubuckx des skwnprrnzen öffentlich ausgestellt. Es ist bickaruit. daß der Kronprinz der Arbeit der Krikgsmaler- großes Interesse ettbg«:genbringt und in den spär- ltckzeit Ruhestunden, die ihnt als Heerführer gegönnt sind, selbst amt zum Zerchenssift greift. Mit Vorliebe zeickrtet er die Ch-rakter- köpfe ein fach r Svchatett. wie er sich auch mif fiincit Fwittbesttchst am meisten tmd eingeheirdf-vn mit sckülichten Gralvnfämpfern auS- fpr»rl>t. Dieselbe herzliche tmd imterliche Anteilnahtne. die jedem FcldgrMten im Gespräche mit dem Kaisersohve «ttgegenströntt.
Ans Stadt und Land.
Gießen, den 19.Dezember 1917.
** Amtliche Personalnachrichten. Am 14.Dd- zember d. I. wurden: 1. Georg Straub zu Obev-Klingen zum Schreibgehilfen der Oberförsterei Lengscld, 2. Leonhard Hofserberth. zurzeit im Felde, zum Schreibgehilfen der Ober- förstcrei Kelsterbacki. und 3. Wilhelm Brons, zurzeit im Felde, zum Scl)retbgehilfen der Oberförsterei Mönchbruch — sämtlich) vom 20. Dezember d. I. an, ernannt.
** Auszeichnung. Das Verdienstkreuz für KriegShisse wurde dem Unter-Assistenten Otto Schmidt bei der Betriebs- lverkstätte Gießen verliehen. *
** Unerm ittel te Heeresangehörige, Nachlaß- u n d Fundsachen. Das stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps tveist darauf hüt, daß sowohl bei dett Landrats- bzw. Kreisämetrn, als auch bei allen ntllitärischen Kommmrtw- behördDsi 0>arntson- und Bezirtskommandos, Ersatztruppenteilen, La^retten us)v. die den.Berlusllist-eu .von Zeit zu Zeit beigegebe» neu Listen: „Unerntitteile .Hecresangehörige. Nachlaß-.und Fund» sacket", nebst den dazu gehörigen Beilagen „Bildertafeln mit Photographien und Mbildungeit von Gegetrständen aus oen Nach- lüff^t unbekannt Gefallener" eingeseherr toerden künrren.
n** Ko rtv fselver svrgung. Von dem Stadt. Lebens- mitielamt wird tms geschrieben: Es ist wiederholt die Wahr- neh nung gentachst tvorden, daß einzelne Familien, die ihren gesam- len Wnttervortxrl rat Kartoffeln im Keller lwben, sich an dre ae- setzÜch festgesetzte Wockienkopsmenge von 7 Pfuird nicht Hallen und mehd Kartoffeln verbrauch)en. W sei ausdrücklich daraus hinge- wiesen, daß diese Familiert unter keinen Umständen im nächste Frülstahre Winterkardoffeln erlMlten werden. Sie weichen ausschließlich auf Dörrgeutüse und getrockirede Erdkvhlraben an Stelle der zu früh verbrauchten Kartoffeln angewiesen sein. Ter Stad: Gießen ist dre jedem Einwohner zusteheirde Kartoffelmenge übet- wieselt wordetr. Rach Ausgabe dieser Menge ist das Lebensmittelanit nwfvt mein in der Lage, weitere Kartoffeln ausgeben zu können. Es liegt daher in jedermanns Interesse und ist dringend erchrder- lich. daß der Wockimverbrauch von 7 Pfund auf oen Ä)ps Wvck>e im voraus durch Abwiegen fesdgesdettt wird und daß unter
Feuilleton.
— Wie die Lichter gn den Weihnachtsbaum kamen. „Bäume leurhtend, Baume blendend — lleüerall das ^-üße spendend, — In dem Glrarze sich bewegend . . mit dic'en Worten begurnt ein WeilTnackftsgedicht Gcethes gics dem Ial)re 1822. TamalsZvaren die Sich er am Weihnachtsl>aume etwas langst Gewohntes. Schnt aus früheren Wettxm Goethes kennt -nan die Verbindung des BZetfttaichsbaumes mit den ' Lichtern, senn in „Werthers Leiden", die 1774 ersät-ienen, ist von dem ,>ausgepntzten Baume mit Wachslichtern" die Rede. Sucht man d« Lulzter am rüeiknackstsbaume weüer rückwärts >u verfolgen, fo trifft man sie ber Jung Ssillinq lin der Schüft Heinuveh-'belegt,^ tmr der „Hellerleuckzctete Lebettsbaum mit vergvkdeten OTüfsen" .wwalmt wird, und zwar als Kindheitserinnerung. Um die Mitte ves 18. Jahrhunderts strahlten also schon die Lich'er aut Weih- nachtsbmtm. Aus dem Jahre 1737 stammt ein Buch, das bis vor kurzem als ihr ältester Nachweis galt. Tantals verfaßte der Wtttenbcrger Rvchsget^hrde Aßling Zittau eine Arbeit über die „heiligen Chrotgescktenke". tmd darin heißt es: „Wenri die Uekx-rretchtmg der Ge,chente denn doch unter gewrssen Feierlich sutz gehen >oll. so gefclllt mir noch am bestpn die Art und Wetse, wre eine Frau, welch' auf einem Hofe lebte die Be- ichermtg veranstaltete ... Am Heiligen Abend sollte sie in ihren Gemächern so vrel Bäitmchm auf. wie sie P-rsonett besckttntfcn wollte. Aus deren .HülKt. Schmuck und Reil»e.tf'>lge in der Aufstellung konnte u-dcs sohort erkennen, welcher Baum für es bestimmt war. Sobald die Geklirnke verteilt und darunter ausgelegt und Lichter auf den Bäumen und neben ihnen angezündet waren, traten die Ichren der Reihe nach m das Zimmer, betrach, teten die Bescherung und ergrtfsckn iedes van dem für es bessimmten Baum und den darunter bescherten Sachen Besitz." Vor einigen
Jahren hat A. Iawbp darraff hingewiesen, daß es in der Literatur einen noch äll^ren Belog für die Lichter des WÄhn-ackstsbaumes gibt, und dieser ist fast so alt, lote die älteste Erwähmmg des deutschst 2övsch'ackftÄ'aumes überhaupt: er ssiunntt nämlich, aus dern Ial-re 1611. Es hravdelt sich dabei xtrn die „Denkwürdige keilen aus dem Leben der Herzogin Dorvtl-va Shbille von Liegnitz- Brieg". Tie „liebe Dor", wie das Volt sie nratnte, eine schesische Herzogin, veranhaltete nach eiurr urürndlick>ett Mitteiltntg im Fahre 1611 im Säilosse von Brieg für die Kinder der Umgebung eine große Weich-Ml/sbesck^erung: alle Kinder wurden für dett Nachmittag unt 3 Uhr zu einer „Kurzweil" errtgeladen : dann wurdett sie durch adlige, als Engel vetckieidele Fräulein in einen Saal geführt, imd darin standet: grüne Tantren, an denen viele Hunderte von Wach Richtern brannten. TieHe „Kurzweil" fand freilich nicht am Weihnachtstage selbst statt, smtdern zu Sylvester: doch hindert dies uickft, die Liclsterbäume als Weihnachtsbäume af ztssprechm, d«m dantals nahm man es mir dem eigenttiä^en, Festtage nicht so gertau. Merttvürdigerweise — Kltvge hat dies h-ev^orgehoben — läßt sch der Lchterbaum zu Weihitachten noch weiter ztirückverfolgen. und ztvar b-s Pt eine Zeit, ans der der Weih,'-acl>tsl>aum noch nickft belegt ist. Im Jahre 1556 erschieir zu Frankfurt a. M. ein Reisetverk des italiettichen Edelmcmnes Lu-gi Dartomairs. „Tie Ritterlch? Repsz, Welck^ sagt voit den Landen in Ittdia". Im Fthre 1503 hat der Italiener einen Tempel in der dtäln Kalkuttas bestcht. und bei seiner Bcscküeibung l^ißt es: „Im selben Tempel fa-fc-i viel Bmtm — . . . daran henken sie Lcher ... Arff dem 25. lag des Decembers helt man diees Feste". Danack: wäre der Lick)terbaum am Tage der Weil)- nackit, wenn auch nicht der deutsche WeihnachtSbVlm, über 400 Jahre alt.
Büchkrtisch.
— H e r t h a, ein deutsch-mexikanischer Roman von A. Krumm« Heller. Verlag von Otto Dhjiel-v, Halle a. <Bi~ Der Inhalt ist spannend imfc bel-crndelt ben Fall eines armen «Geschöpfes, daS durch Energie wifo nicht zuletzt auch durch glücklick^e Umstande fick zurückfindet zur menschLick»elt Gesellsck)aft.
-—Die Schaubühne, WlockMnschrift für Politik, K»mst, Wirtschaft, lteransgogeben von Siegfried Iuvobsohn. enthäll m der Nummer 50 ihres dreizechtten Jahrgangs: Es lebe der König? von .Germanicus. Zunt Problem der Ternvkratisierung II. von Mioritz Goldstern. Säneideinann, bon Erbe. Else Lasker-Schüler, voit Leo Greiner. Tcrnzspiele, tvon Willi Wolfradt. Flock«:, von Theobald Tiger. Betrachtmtg, vcni Margarete Lickmann. Fink und F-liederbusch. von S. I. Versunkene Stadt, von Alfred Polgar. Neue Kurse, von Lorarrus. Antworten.
— Hochland, Inhalt des Tezemder-Heftes : Tatsachen und Ausgaben für deusick>e Rockftsparteien. Von Ulsiv. -Professor Dr. Kurt Ziesck>6. — Mari Viadlen. Ein Roman aus der Rhörr Bon Leo Weismrartel. — Ein mit Röutgenstrahlen rmtersuches ?J U» donuerrbild. Bon Prälat Tr. Joseph Ml perl. — Wiegenlicker der Madonna. — Ter Kampf ums Dasein. Eine biologisihe; KriegsbetrackMmg. Von Privatdo-zetrt Dr. Bernhard Ducken.-^ Kardinal Merciers öffentticlies Wrrcken (Schluß.) Bott Univ.-Prvf. Tr. Engelbert Krebs. — Kleine Bausteine: Friedrich Schlegels fatlwlnckxs Glaubensbekennknis ? Bcm Professor Tr. Joseph Körner. — Kritik: Ter Dramatiker Georg Kaiser. Ävn M. F- Cyprian. — RunDsckM,: KrregSbetrackftung. Kultunvvge und Er« kenn tn isst. Vom Geist echter TLckdmrg. llckrl Ernst Knodt ß Elst LaÄer-Schüler. Die pvluisckpw Hirten- und Kripvenlicker. Webers „E-tryonthe". — Vvnt Mthnachtsbüchertisch — Unsere Kmrsb- verlogen.


