keinen Umständen mein als die sich fio ergebende Menge verbraucht
wird, »ehr zu empfehlen ist es, den Karboffelverbrauch z Z ein* Nschränken und an Lx-ssen Stelle Rüben (Erdkohlraben, iveiße RüL'eu. g -lbe Rüben) zu es en. D-as Lebe.rsmittelamt ist nach in der Lage, gla»?rc ÜMengen v wiiRü.e: und Erdkohlraben abzuaeben. Tte Amben srnd mir bis An,ang März genießbar. Sie iverden dann holzig, hart und unbrauchbar. ES i,t jedermann anzuraten. jich neben seinem Kartosselvorrat aud) eine entsprechende Menge an EE>ksralx'n und weihe Rüben anzulegen: dies ist deswegen von iovudercr WEigtcit. weil diejenigen Familien, die ihren gesamten W:nterlartosselbedarf bezogen haben, auch dann nicht ans eine Nachuferung reäiuen können, wenn ihre Kartoffeln nicht haltbar sind und zn faulen anfangen. Die Verantwortung hierfür wu& chwen überla sen bleib-ett. Wer mit (eiltet Kartoffeln nicht bis mm Ende der Versiorgimgszeit (3. Aigist 18) ausvommt. hat zu ge- .vörtigeii, daß ihn, im »Nichten Jahre die Cindeckung des gesamten Lüinterbeda fs nich mehr erlaubt wird, sondern ec gezlmmgei ist, leine Karlosseln wöchentlich auf Kartoffel marken bei hiesigen .Händ- fern zu entnehmen.
** Abgabe von Gänsen. Siehe Anzeigenteil.
** F r i tz S^a u e r - Ge d ä ch t n i s st i f t u n g. Aus den Zinsen der Fritz ^auer-Gedächtnisstistnng sollen am 21. Februar L01H 5 Gaben von je 103 Mark an Witwen im gegenwärtige': Kriege gefallener Kriegsteilnehmer als Beihilfen zu Erziehungs- zmeckeu verteilt werden. Näheres siehe Bekanntmachung im Anzeigenteil.
** D i e N eich Sb an k stelle, Gießen, bleibt am 24. Dezember geschlossen. Siehe Anzeige.
LlindkrtiS Gießen.
** Lollar, 18. Dez. Der Bezirksverband Gießen her Orts gewerbevereine hielt hier eine Be'.irks Versammlung ab, p der Vertreter aus den Vereinen sA>tteü>vrsi a .i>. Lw., Gießen. Grünberg, L'ch und Lollar erschienen tvaren. In Derlnnderwng des Dvrsitzttßden Ge)verl>erats Petri-Gießen leitete Prof. Kraus- mMler-Gi.'ßen die Verhandlwigen. N<uch einer kurzen Einleitung desiüllben hielt der Leiter der Ha::dwerkec-Veratui:gsstelle H. Kirchner-Gießen einen Bortrag über Aufgaben der Gewerbe- Vereine. Ter Redner bck)andelte zunächst die Rohstoffversorgung. Außer der H v l z be s cha f s u n g. bei der leidcr nicht der gnvünschte Erfolg erzielt werden konnte, sowie der L e i m v e r - sorgung. frei dem die durch.die Renorganifatrcm, Güter,'perre usw entstandenen Sch)vierigkeiten soweit überiounden sind, hat die im Aicgust l I. ins Leben getretene B ^zugsvercinigung für die gewerbetreibenden Mitgli der des Ben tt's Verbands sonstige Rohstoffe (Leinöl. Lache. Pappcm, Schmier seife usw.) oeschafft und zur Verteilung gebrackit, tval-rend die boab ichngte Versorgung mit Maschinenöl, selbst für Gewerbetreib-mde mit Heereslieserungen auf besondere Schkvieri gleiten stieß. Im weiteren.Verlauf des Vortrags erläuterte der Referent die Bestämur-mgen über die Veranlagung zur U m sa tz st e u c r, mit dem be'o-nder-en Hinweis, daß eZ Aufgabe der Gewerbevereine sei, die Mitglieder über die vielseitigen ßeuergesetzlickou »Fragen aufzuklären n:ü> nötigenfalls an die Handwerker-Beratungsstelle in G'iesten zu verioeiseu Dassc<l>e treffe auch in alle,: sonstigen Handtvett'erfragen, besonders für das Gebiet der sozialen Gesetzgebung zu. Ter Redner kam dabei besonders auf das Gebiet der freiwilligen Versicherung 'Kranken- und JnDalidenver'iicherung) zu sprechen, die leider von den G.werbelreck enden meist nicht genügende Beackvttmg fintet An den Vortrag ßlibch sich^eine sehr rege Aussprache, die sich auch noch auf andere Gebiete (Schul)vesen, Jngeuderziehring usw.) erstreckte.
Kreis Llnttcrbgch.
rr. Schlitz, 18 Dez. Gestern fand im „Deutschen Haus" eine auch, lvon Dam«: rcjhh gut .besuchte Der sammln ng der „Deut- scheu Vaterlandspartei" statt, in der Professor Opitz-Gießen einen Vortrag hielt über die ^rage: „Wie kommen wir am schnellsten yimt Frieden'?" Seine d^iMihrimgen fanden lebhaften Be!'all. In der svchi anschließenden Asirsprache verstand es der Vortragende, die Ein- wäirde eines Gegwers in sachttchL, aber jchlacffertiger Art zurück- zuweisen. Infolge dieser erfolgreih verlaufenen Versammlung ist die Mitgliederzahl der Bezirks gruppe auf annähernd 100 Mitglieder gestiegen.
Kreis Schotten.
u^u. Schott e n, 18. Dez. Auf Antrag des Kvmnnmaloer-' bands Schotten ist der Mühlenbetrieb des Johannes Hartmann IV. von Nndmgsl)ain bis auf weiteres geschlossen worden. Der Inlmlxn hatte Bvotgetreide und Gerste den Selbstversorgern vermaßen, ohne daß dafür Erlaubnis .Mahlkarte) erwirkt war. Auch hatte er die Ausmal^limg nicht zn dem vom Direktorium der Reichsgetreidestekle vorgefchriebmen Hundertsatz o-orgenommen.
u-u. Köddingen, 18. Dez. Unser Lehrer Schweißguth. Leutnant d R. starb den. Tod fürs Vaterland.
E. ^ardenb ach, 18. Dez. Tie Sammlung für das Rote Kveu- und für den Opfertag ergab für Lardenbach und Stockhauser- §iof die Summe von 108,75 Mark, für Solms-Jlsdon 23,30 Mark.
Starkenburg und Rhrinhessen.
1 Dar nÄ a d t, 18. Dez. Im H o f t h e a t e r fand Sonnlag vormittag ein Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Schwestern-Spende und der de Haan-Stiftung der Hofr.rusik statt, bei dem die §wffapelle mtter Leittmg des Kapellmeisters Kleiber und ein auS sämtlührm bi'sigen Höheren, Mittel» und DolksschiUcn auchgetväUter Kiwbenckwr tüber 400 Schüler) unter Leitung des Direktors Wilh. Schmitt iam Klavier Prof. Arnold Mendelsohn) mitwirkten. Tie prachtoollen, frisch imd tonsckM vorgelragenen Knabench'ttc, — meist Lieder von .A. Mendelsohn, darunter „Miehel. horch, der Seewind) pfeift" von Gustpv Schwab und das Zeppelinlied von Frau Lilli W°>ls.ckebl übten auf die Znhörer eine liefe Wirkung aus. Tie Hoflapelle brachte u. a. ztvei Militärmärsche von Richard Strauß zum ersten Male znm Dortrag. Doch entwickelte Strauß auf diesem für ihn neuen Gebiete keine bemerkenslverte,' über den Rol/m-en der üblichen Marschmusik hinausgehende Eigenart Das Großherzogspaar lvohnte mit den beiden Prinzen dem Konzerte bei
I. Darmstadt, 18. Dez. Hofopernsängcr Josef Mann, der am kgl. Opernhause in Berlin als Elazar in der Jüdin gastierte und von der gesamten Kritik sehr günstig ausgenommen wurde, ist für die nächste Spielzeit an die kgl. Oper verpflichtet worden.
I Tarmstgdt, 18. Dez. Die Weihn acht saus )tel- lu n g hessischer Künstler in der Kunsthalle am Rheintvr ist besonder ' von Tarmstädter Künstlern gut beschickt. Hauptsächlich IV&Kfaft und Stillleben (Blumenstücke) sind vertteten, oas Figürlich f.hlt beinahe ganz, wodurch eine gewisse Eintönigkeit <mt- fteljt. Angenehm berührt das Fehlen getvissec Geschmacksverirrungen mo ernster K:mstriick),tu.ngen.
--- Kreuznach. 18. Dez. Ans der Pfingsttviese fand ein eroberter englischer Dcriik von 60 Zeutnem Gewicht ^Aufstellung. Von dem llngetüm ist mir öer Turm, der einen Volltreffer.erhielt, be'ckMigt. Tie übrige Einrichtung ist völlig unversehrt.
T. A. Zwingenberg, 18. Dez. Feuereimer als Schuhsoh- len. Tie hiesige Gemeindwerwaltung läßt die ^Feuereimer, die für ihren eigmilichen Zweck setzt wertlos sind, zu Schuhsohlen verwenden, tvas allseitig begrüßt wird. Jeder Eiwer gibt vier Paar kräftige Sohlen. — Ter Verkauf von Villen und Landhäusern an uuserer sckwnen Bergstraße ist allerorts ein so reger, daß fast all- wöcl)entlich Verkäufe mit immer höheren Preisen abgeschlossen werden.
Hksstn-Nnssnu.
--- Fra n kfn r t a. M., 18. Tez. In den Adlerwerker» wurde der 21jährige Arbeiter Karl Haas durch einen Eisenblixk totgedrückt.
mr. Frankfurt a. M'., 18. Dez. Hans LIvhst's Tragödie „Der Einsame" die das Lckben .wr^ dis) ^Schicksale des Dichters' Grcchbe schildern )vill, Mrrde am Mloutag abeard «als erfster literarischer Gesellsck»asts-abend im Renen Theater ersbanfgeführt. Ailberh Steinrück vom Hofthwtcr zu München als Gast oermochie in der Rolle d Dichters Grabbe auch Mlr teilweise zu fesseln und konnte c»ie geteilte Äufuolhm-e dos Stüch's oriccht verhindern. iStarkeSf Bchchm Mcherdrüttle vielfach den mächigeur Beifall. —; IJer Mord,
ian dem Kriminalsch^chmiann Iükius Starr harrt noch Immer der Aufklärung. Obwohl die Polizei mit aller En.ergie arbeitet, war es bisher noch, nicht .möglich lyähere Aiul-altspunkte über die Tat 'und die .Mivtive des Mövdvrs M erlangen. 'Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommekn, aber die meisten Persvrwn lmüchttm) wegen mangelnder Belveise alsbald wieder entlassen wärden. ^
— Höchst a. M., 18. Dez. Bei der Ausgabe von Mittagestcn geriet heute in den Farblvert'cn ein fremjder Arbeiter mit einen Landsmännin in Stirit. in dessen Verlauf der Bursche das Mädchen niederstach. Tann brachte er sich selbst eine schwere Stichwunde bei. Beide Verletzten mußten dem Krantenhause zugeführt werden.
fc. Wiesbaden, 18. Dez. In der Elektrischen verlor vor einigen Tagen eine Dame einen Zettel, auf dem über 36 Mk. für zwei Pfund Butter guitticrt war. Dieser Fund kam in die Hände der Polizei, die daraufhin in dem De'itatessengeschäst, von dem die Quittung stanlmte, Haussuchung abhielt und für drei- bi- viertausend Mark Waren a i F ci ch. Mehl, Wurst. B itter usw. vorsand. Aus den beschlagnahmten Büchern ergab sich ein sehr lebl-a ter Umsatz von tLebeirsmitteln, der besorrders vor den Feiertagen einen großen Umfang angenommen hotte.
Gietzener Strafkammer.
Der wegen Diebstahls vorbestrafte Fuhrknecht Ernst Heinrich L. von Nieder-Ellguth ist angeklagt und geständig: a) in der Nackst vom 7. zum 8. August 1917 ail der zwischen Fa rerbach und Bruchenbrücken gelegenen Görbelh imer Mähte 50 P und Mel.l im Werte von 30 Mk., b) in Iber Nacht vom 17. Mrm 18. Alugust l. I. mittels Einsteigens vier der Zuckeraktiensabrik Wetterau ?n Friedberg- gehörige Treibriemen im Werte von mindestens 1500 Mark und e) am Ai>eud des 4. Atlgust 1917 in der Gemarkung Assenheim vom Feloe zur Nachtzeit 30 Psund Kartofseln ent- tvendct zu haben. Das gestohlene Leder hat der Angek.agte bald nach der Tat an den Schuhmacher .Arrl K. in Frankiurt a M für 200 Mk. verkmttt. K. hatte sich deshalb w.'gen Hehlerei zu verantworten. Obwohl er bestreitet, sich der Hehlerei schuldig gemacht zu haben, eraclßet ihn das Gericht für überführt. L. erhielt wegen der beiden schiveren Diebstähle eine Gesamtgefängnis-- strafe von 2'/- Jahren und wegen der Kavtofiel.-utwendung 2 Wochen .Hast, wälirend K. ivcgen Hehlerei zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt wurde.
Eine Gesamtzuchthausstrafe von 3 f / 2 Jahren, sowie 6 Geldstrafen von je 150 Mk. erhielt die wegen B'trugs bereits 17mal vorbestrafte Witwe Lina Katharina W von Friedb rg wegen Betrugs in 6'Fällen lind^wegen Unterschlagung in ein m Fall. Sie hat im ganzen 6 Personen zu Gießen, Bad-Nauheim und Nfeder-Moos unter der Vorspiegelung falscher Lat'achcn, sie sei die Tochter eines Darmstädter Barons, sic wwde demnächst eine 35-Millionen-Erbschaft antreten, lii Sache werde zurzeit von den Gerichten geregelt, sie benötige Geld für Stempelvorlagen und dergleick)en, um Geldbeträge von zusammen 575 Mk. geschädigt und in einem weiteren Fall Kleidungsstücke im Werte von 10 Mk. unterschlagen. ^
Die Oberschweizer Melchior G. Eheleute und deren 19 Iähre alter 'Lwbu .Haus. G., früher <rutf Hast-Gäll iöedienstet, sind deol Hehlerei angekiagt. Es wird ihnen zar Last g^-legt, von dem bereits ar<nmrteilten Schweizer N. 5 auf deml Hog Kolnhausen gestohlene .Hühner im Werte von 70 M>ark mr sich gebracht zu, lwben, trotzdem sie wuß'en daß 5ieie gestob en waren. Das Gericht oerurteilte den Ehemann G j t 8inenr Monat, die Ehefrau und, den Söhn zru je enier Wo-be Gefängnis.
Der am 7. Januar 1900 zu Lollar geborene Schlosser Johann Wilhelm F. und der 19 Iähre alte Taqlöhner Balthasar Sch von Sich«rtshanse?l sind m»geklagt und gestärchig, Anfang Juli 1916 senicins.5.aftlich der Firnra Sckchidhcruer u. (Ävssing in Mawz-lar; 8 Patronen .Earkonid ,uub 7 Zünder durch, Ginbruckl Nnd Erbrechens eines Wandschränkchens cntn*endet zu haben. F ist außerdem k'e'jl'iulwigt, als IügendLich.'r sich ohne Begleitung seinert Mütter usw. nach 9 Uhr atiewds wuf.der Straße aufgehalten, ohne polizeilich' Erlaubnis an bewohnten und von Menschen, besuchten) Orten mit einem Sichrestweck geschossm und zugleich 'ruhestörendeu Lärm ,md groben Unfug oerübt.zu l>abeu.. Die beiden Angeklagtenl erhielten wegen des Diebstlrhls je 3 Drge Gt.-fätngnis, F. aus-er- dem wegen der übrigen Straftaten 2 G'lb'ttrrfen von ge 10 Mark.
Eine Geldstrafe von 50 Mark erhielt der Schaffner mid Wagenführer Fran-z W. in Bad-Homburg wegen fahrt ästiger iTrans- portaefährdrmg. 9stlf der von der Frankfurter Lokalbahn (?lktien- gesells'chaft) betrieberren Strecke Heddernheim—Homburg stießen der vonl Angeklagten gefühlrte. von .Heddernheim abgehendc Zug und ster in? Gitgegvngesetzter Richttmg fallende,Zrr-g itrst^r Gemarkung Nioder-Es.chback zusammen. Durch den Mprall wurden an (den. Motor- mrd Anhängeiongen die Plattformen eingedrückt und it5 Personen leicht verletzt. Der Unfall.ist dadurch 'entstanden, daß, der Angeklagte die wegen Banarbeiten am .Geleis nur »einseitig benutzbare Sttecke, ohne Fahrterlaubnis zu chrben. befuhr, 'trotzdem ihm bekannt war, rxtfii die emgleifig zu befahrnrde Sttecke nur mit Begleitung eines besonderen ^gestellten benutzt werden durfte..
(ßcricbuiaal,
I. Tarmstadt, 18. Dez. Gestern begannen als einziger Fall der 4. S ch w u r g e r i ch t s pe r i od e die Verhandlungen gegen 'en Landwirt Michael Landelinns Sandebeck von Münster bei Dieburg wegen Mordes und M o r d v e r s u ch, s. Scmdebeck. der verheiratet ist und erwachsene Kinder besitzt, hatte mir der blinden Eva Heckwols ein Liebesverhältnis, welchem ein Kind entsprang. Aus Aerger darüber, daß er den Alimentationsprozeß verloren batte und'daß auch sein Versuch, sich durch Abtretung seines Vermögens der Unterbaltnngspflicht zu entziehen, mißglückte, drang er am 18. Januar dieses Jalires, am Tage nach der Zustellung des Zweiten Urteils, frühzeitig in das Hans der Großeltern seines Kindes, fiel mit Messer und Beil über die Beivvliner her, tötete das diÄjährige Und auf der Stelle und verletzte dessen Großmutter so schwer, kaß sie 14 Tage später starb. Ihre 15jähriga Tochter, die leichter verletzt war, blieb am Leben. Ter Verdacht lenkte sich alsbald auf den Täter. Ueber die geistige Zurechnungsfähigkeit gehen die Gutachten auseinander. Das Gutachten der pspcküatrischen Mnik in Gießen verneint ztvar eine allgemeine Ge'istesstörnng, glaubt aber au eine vorübergehende Aufhebung der freien Willensbestimmung durch die starke seelische Erregung. Das Obergutachten (Medizinalrat Dr. Dannemann-Heppenheim) bejaht dagegen die rechtlick)e Verantwortlichckttt. der Täter habe in hochgradigem Affekt gehandelt. Durch die pspck)iatrische Untersuchung lwt sich die Voruntersuchung stark in die Länge gezogen. Ob Mord oder Totschlag vorliegt, tverden die Gesckmwrenen zu! entscheiden l)aben.
I. Tarmstadt, 18. Dez. Das Schwurgericht verurteilte heute den Landtvirt Michael Landolinus Sandebeck von Münster bei Dieburg nach zweitägigen Verhandlungen wegen Totschlags zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Ter Angeklagte gab vor, in einem Dämmerzustand gehaccdelt zu haben und sich an nichts D u erinnern'. Er hatte seine Tat nach einem in allen Einzelheiten wohlüberlegten Plan durchgeführt. Tie Sachverständigen Dr Berliner und Dr. Dannenurm! bezeichneil ihn als Neurasthernker, der ab'er als verantwortlict'^ anzuseheir sei. Oberstaatsanwalt Äkünzer plädierte mit vollem Naä^iuck aus Mostd und EAordversuch. wälirend die Vertttd-gung auf Frri p uch, g'g b nenfalls aws TiDsäiilag plädierte.
I. Tarmstadt, 18. Dez. Der 18jährige Fuhrmann Otto Hann l)ier, der mit einem Bierfuhnverk eines hiesigen Geschäfts im vergangenen August in Mörfelden ein vierjähriges Kind, das uns dem Randstein saß, überfuhr, ivnrde wegen fahrlässiger Tötung unter Außerachtlassung einer Berufspflicht zu 4 Wochen Gefängnis verurteüt. _
vermischte».
Eisenbahnunglück.
Schwerin) i. M'., 18. Dez. (MTB- Amtlich.) iJnfolge Ucber-« fahrens des aus Halt stiehondeu Blockfignals in kGörrieS fuhr der Eilgüterzug mit Personenbeförderung Nr. 6075 -tvischenWall- stta^: und SchLachichoi vor der Schatüm Schwerin rm den vor dem
Vum Bahnhof Schwerin, das auf Hackt stand, steym»
S >7 T« ®® 3 wn“>V'
SÄR S bis mtm, di- (Weife 6 ^uf«- Sch^verin bis abends frei. ^
»zin 18 T-». Der KriminalPolizei aus dem H«mpi- MnWM J: bfc?to^iebinner, <mf tat rtg
fassen, di- sich den nnt den Frankrurter und B-rlmcr aiidommmden Reisenden nalMtm und im prange Taschendiebs,adle aussüdrten. (sine «lte Taschendiebin m^Kxlnha^-s^ zwei Awcssirn aus Dortuiund verschrieben, di« ch- aussühren und di- gesdoblencn Porbmonnai-s »em W-ib- brina» muklen, das sie in -incc mitaefuhrien «svob-n VtarttWdK » schwinden lieft. Bei einer Sansnuchnng wurden grvfze G-ldbeträp-
bei den Spitzbübinnen v-orgefunden.
Essen, (Ruhr), 17. Dez. Die ^nn« ^rredr^ KruM A.-G. hat. im Einverständnis mit Herrn und ^au^^^krupp wn Bo'len-Halbach der von Ernst Fmedrich Alfred Krupp »um «w T. PT-rrrfn^ert ArveuerlttNANir
Letzte 27acbrtcbfcm
(WTB.) Großes Haupt quartier, 19. Dezember (Amtlich.)
Heeresgruppe Kronprinz Nu pp recht.
In einzelnen Abschnitten der flandrischen Fwnt, am Südufer der Scarpe. bei Ädoeuvres und (Graincourt war am Nachmittag die Artillerietärigkeit Lebhaft.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
In kühnem Vorstoß br-'chte eine Sttrrmabteilung östlich
von Craonne eine Anzahl Franzosen ein.
*
Unsere Flieger haben London, Namsgate und Margatt mit Bomben angegriffen und gute Wirkung erzielt.
Leutnant Bongartz errang seinen 27. Lustsieg.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Mazedonische Front.
Zu beiden Seiten des Wardar lebhafte Feuertätigfest.
Italienische Front.
Tagsüber heftiger Artilleriekampf zwischen Brenta und Piave. Nach kräftiger Fenenvirkung ersttirmten österreichisch- mrgari'che Truppen den ALonte Asolone und die nordwestlich und nordöstlich ansckjliegenden italienischen Stellungen.
Achtmidvierzig Offiziere und mehr als zweitausend Mann wurden gefangen genommen. Italienische Angriffe östlich von Monte Solarolo scheiterten.
Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff.
Generalfeldmarschall von Eichhorn!
Berlin, 19. Dez. . (WtTB. Amtlich.) Generaloberst vrm Eickihorn ist in MverkOlTnmg seiner Erfolge als Oberbefehlshabetz der X. Armee und der nach, ihm' benannten Heeresgruppe, bereif Kampfe wesentlich zur Herbeiführung der an der Ostfront ein* geleiteten Verhandlungen beigettagen haben, MM' Genera.!-' feldmarsch,all befördert.
Unsere Vertretung bei den Friedensverhandlungcn.
Berlin, 19. Dez. Neben Exzellenz vonKühlmann wird das .Auswärtige Amt, wie meh^lere Mvrgenblätter melden, shei den Friedens Verhandlungen in Brestz-Litv'lvsk durch» den Direktst der handelspolitts-cken AÖteiliung, Wirklichen ^G-cheimen Legatüms^ rat I o h a n n e s, 'vertreten sein. Nack/ der „KveuzMittmg" wurde' von polnischer Seile an die Regiornngen von Berlin »ms Wien mit dem ErsiivlMr herangetteten, auch Perttetekr des pvlni- sichan Volkes an den Friedensverhandlungen veilnelMen zu ßassen. Ende Entscheidung über dieses Ersuck/m ist bisher nicht erfolgt« Aus dem österreichischen LlbgeordnetenhanS.
Wien, 18. Dez. (WTB. Mchtamtlich.) Das Abgeort^ n e t e n h a rr s hat mit 140 gegen 132 Stimmen Pen Antrag aus dringlich^ Berl-andlung der Anfrage der Südslaven, Tschechen und Ukrainer betrefferck», das Verlangen^nach Wahl- mrd Volksvertretern behufs Teilnahme an den Friedensverhand« lungen mit Rirßland, der Sozialdemokraten betreffs Tünch- führung des Grundsatzes eines Friedens ohne Annerioiken mrd Koutributivnen und betteffs JnarrsprnchMahme der Vermittlung der russischen Regierung für oie Uedermittlung des Vorschlages für eineu allgemein.en Frieden an die feindlicher Staaten angenommen.
In der Degründimg des Antrages, legte der Abg. Staneck neuerlich deu Standprnckt der TschMren lmrsichtlich des Selbstbcstim- muugsrech)i'es der öslerreichisckvm Völker dar. Er verlange, daß die Friedensverhcnrdlungen von Volk zrr Volk geführt werden.
Ter Ruthene Petruszewieez begründete seine gleichlautende Anfrage vom ruthenischen Standpunkt aus, wobei er neuerlich gegen die Augliederimg ukrauris.ckfw Badens an Polen schärffltms protestierte.
Tr. Adler erklärte, die sozialdemokratische Anfrage sei von dem heißesten Wimich nach einem allgemeinen Frieden diktiert. Der Redner beglücktvünsch'e die russischen ReNolntronäre, daß es ihnen gelungen sei. den.Wog ^um Frieden zu bahnen. Viel habe Graf Czernin dazu beigettagen, dessen V-ndienst es sei, das Ein» gel-en in die Verhandlungen ermöglicht zu ltzrben. D^r Redner wünschte, daß die riffsi'chm FricHensunterhändler die Ueberbringer einer Botstliafl der Mittelmächte an »die Ertentestaaten werden, in der festgestevt werde, daß die verbi'mdeten Mittelmächte irichZts anderes wollten, als tvas Graf Czernin j.n seinem Expese bezüglich eines Friedens ohne erzwungene Gebietserweiterungen, ohne mittschaftlichie Bergewaltigungen und bezüglich der Mrüstungcn darlegte.
Eine solck>e BLch'chaft würde den .(Erfolg haben, daß die tag- licl)j stärker werdenden Friedvisbestrelmrrgen in den Ententestaaten unübenvindlich würden.
^Ibg. Waldner protestierte im Namen der- Deutschen sehr entschieden gegen die Teilnahme nationaler Vertteter an den Friedensverhandlungen, namentlich der Tschechen und Südstaver^ Er verwies uiff den von den deuffchri 'Delecherten in der österreichischen Delegation eingebrachtcn Airtrag betteffend den Frieden ohne territoriale und wirtsck-afkliche BergewaltiMmgen, jedoch mit Sick>erungen unserer Grenzer: und mrserer Zukunft. Der Redner forderte im Namen seiner Gesinrrungsgenossen entschiede,« eine Einheit und Solidarität in dem Vorgehen der Monarchie und Deutschlands in den Friedensverhandlungen. Der Friede müsse füreinander und miteirander geschlossen werden. Hierir seien auch die Türkei und Bulgarien einbegriffen.
M>g. Korcses verttat namens der Äüdslaven die Forde- nmg nach einer Teilnahme von Vertretern 'der österreichischen Völker an den Friedensverhandlimgen.
Der Pole I a w o r s k i erklärte: Die Worte des deutschen Reichskanzlers Über Polen, Litanen und Kurland und oie Er> klänmg des Grasen Czernin betteffend den Polenstaat erfüllen uns mit Vertrauen.
Airch Serbien will FriedcnSverhtrndlunnen.
Aus dem Haag, 18. Dez. Aus Ävrchon wind gemeldet' Das Bekcnnrtwerden des pvischm Dvuffch«rich iu:d Rtus^and «rü^ geschlossenen W'affenstiMl'audcs füllte an de:- serbiick'en FroM» zn zahtrciick'e: ^Fahnenflucht. Wie die ..Mvrninq P-ckst" imtteilk ist bei den Ententeregiernngen eine 8-ote der <strbifchsen Regierung über Waffenstillstands- :md J-riedensfragen emgeiaufen.
Die Politik ClemenceauS.
Gens. 19. Dez. Eine neue Vorlage des französischen lFnsti»- Ministers setzt eine Sttafe von fünf Jalw'n fliucktlkrus für d^ leipmg -um 'Kteinnmt durch Wort. Schrift und Bild fest.


