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Der Hletze«er Nnzelger
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Gietzener tamiNinblalter; Lrrisdlatt
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Erstes Blatt
O7. Jahrgang
Metzener MM
...^General-Anzeiger für Oderhessen
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Dienstag. 2. Januar pffi
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Die ablehnende Antwortnote der Gegner.
(WTB.) Großes Hauptguarticr, 30. Dezember. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Nordwestlich von Lille, an der Somme — vornehmlich auf dem Norvustr — und in einzelnen Abschnitten der Aisne- Front nahm zeitweilig das Feuer zu. Mehrfach wurden Vorstöße englischer und französischer Patrouillen abgcwiesen.
Heeresgruppe Kronprinz.
Auf dem linken Maasuftr führten die Franzosen gegen die von uns gewonnenen neuen Linien am Toten Mann im Laufe des Tages mehrere durch starke Feuerwellen eingeiei- tete Angriffe, die sämtlich abgewiesen wurden.
O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Front des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Bei ungünstiger Wittenrng die gewöhnliche Graben- kampftätigkeit.
Front des Generalobersten Erzherzog Josef.
Zn den verschneiten Waldkarpathen erfolgreiche Pa- ttouUlengängr deutscher Jäger.
Im siebenbürgischen Grenzgebirgc drangen die deutschen und österreichisch-ungarischen Angriffstrvppcn trotz hartnäckigem Widerstand in verschanzten Stellungen und trotz starker Gegenstöße, bei denen der Russe 10 Offiziere, 050 Mann und sieden Maschinengewehre in unserer Hand ließ, weiter vorwärts.
Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls vonMackensen.
Unsere unermüdlichen Truppen folgen dem auf der ganzen Front zwischen Gebirge und Donau weichenden Feind. Sie stehen in fortschreitendem Kampf in der Linie nordöstlich Bizirul—Sutesti (am Buzaul)—Slolwzia (halbwegs Rimnieul-Sarat—Plaginesti).
Mazedonische Front.
Nur kleine Gefechte von Streifabteilungen in der Struma-Ebene.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
(WTB.) GroßesHauptguartier.31. Dezember. (Tmttich.)
Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Kronprinz Rupprecht von Bayern.
Der Artilleriekampf war zeitweilig südlich des La Bassee- Kanals, beiderseits der Somme und nordwestlich von Reims heftig. Auf dem Südufer der Ancre brachte unser Fernfeuer mehrere Munitionslager zur Entzündung.
Oestlicher^riegsfchauplatz.
Front des Ge'neralfeldmarschalls
Prinzen Leopold von Bayern.
Südlich von Jakobstadt nahm die Artillerietätigkeit zu.
Front des Generalober st en Erzherzog Josef.
Fm Grenzgebirge zur Moldau nahmen die Kämpfe einen für uns günstigen Verlauf. Deutsche Truppen entrissen nördlich des Nztales den Russen die Höhe Sotymtar und hielten sie ge-en starte Gegenstöße. Ein Offizier. 80 Mann wurden gefangen genoimnen.
Beiderseits des Oitvz-Tales wurden von deutschen und österreichisch-ungarischen Regimentern russisch-runlänische Stellungen, im Putna-Tal Tulnici. in hartem Häufer- kambf genounnen. Bei Nereju im Zabala-Tal sind unsere Truppen im Vordringen.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen.
Die Truppen der Generalleutnants von Morgen und Kühne fanden nördlich und östlich von Rimnieul-Sarat starken Widerstand. besonders am Rande des Gebirges. Forschem Angriff gelang es, in die feindliche Stellung einzubrechen und in ifjr starke Gegenangriffe zurückzuweisen. Auch zwischen dem Rimnicnl-Sarat und den Buzau-Niederungen wurde unter heftigen Kämpfen Gelände gewonnen.
Die Donau-Armee nähert sich fechtend der stark befestigten Linie Gurgueti—Eiucea (westlich und südwestlich von Braila).
In der Dobrudscha erkämpften bulgarische Truppen Fortschritte gegen Macin.
Mazedonische Front.
An der Struma erfolgreiche Unternehmungen bulgarischer und osmanischer Patrouillen.
Der Erste Geireralcmartiermeister L n d e n d o r f f.
(WTB.) Großes Hauptquartier. 1. Januar. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Keine besonderen Ereignisse.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Hee re sfrontdesGeneralfeld marschalls
Prinzen Leopold von Bayern.
Südlich von Riga und bei Smorgon wurden stark;: vuffi* ffc Jagdkommandos abgewiefen. Auf dem Norduser des
Pripjets bei Pinsk stürmten deutsche Reiter im Fußgefecht zwei Stützpunkte der Russen und brachten 1 Offizier und 35 Gefangene ein.
Front des Generalobersten Erzherzog Josef.
Deutschen Jägern gelang in den Waldkarpathen die Sprengung eines feindlichen Blockhauses mit Besatzung.
Zwischen N z - und P u t u a - T a l nahmen deutsche und Österreich'.'ch-ungarischc Bataillone mehrere Höhenstellungen im Sturm und wiesen heftige Gegenstöße der Rumänen und Russen zurück.
Herestrau und Ungureni im Zabala-Talc sind genommen.
Heeresgruppe des Ge neralfeldmarf challs vonMackensen.
Im Nordteil der großen Walachei ist der Russe erneut geworfen.
Die neunte Armee hat den Feind in Stellungen halbwegs R i m n i c u l — Sarat und Focsani. d.e Donau- armce in den Brückenkopf von Braila zurückge- drangt.
In der Dobrudscha engten die Erfolge deutscher und bulgarischer Truppen die russische Brückenkopf- st c l l u n g östt-.ch von Macin beträchtlich ein. Gestern wurden dort 1000 Gefangene gemacht, 4 Geschütze und acht Maschinengewehre erbeutet.
Im Mündungsgebiet der Donau machte die bulgarische Flußsicherung etwa 50 Russen nieder, die den St. Georges- Arm in Kühnen überschritten hatten.
M a z e d o n i s ch c F r o n t.
Nichts Wesentliches.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorss.
*
bisherigen Kriegsergebnissen. Das ist unst^-^rrft. Herzen mögen die starken Herren Lloyd George, Briand und -Trepow doch vielleicht dem Stoßgebet des Königs ^„Hamlet" nachsinnen: „Mein Wort fliegt auf, mein Geilt bleibt unbeschwingt: Wort ohne Geist nie bis zum Himmel dringt.
Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.
Wien. 30. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 30. Dezember 1916.
O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Die in der waiachischeu Ebene vordrängenden verbündeten Streitkräftt haben in ununterbrochenem Kampfe Vi- zirul-Suteci und zwischen Rimnieul-Sarat und Plan- gcsti den Raum von Slobozia gewonnen. Westlick von Plangesti nähert sich die Kampfgruppe des Generals von Krasft den B ergfüßen. Oesterreichisch-ungarische Bataillone nahmen hier dem Feinde zwei 10-Ztm.-Haubitzen ab.
Der Südflügel der Heeresgruppe des Generaloberst Erzherzog Joseph hat trotz des zähen feindlichen Widerstandes erneut betrachllichc Fortschritte erzielt. Russische Gegenstöße wurden abgeschlagen. 10 Offiziere, 650 Mann und sieben Maschinengewehre als Tagesbeute eingebracht.
Nördlich des Uz-Tales scheiterte ein schwacher rmn- scher Angriff. Nordwestlich von Zaloczc fühlten unsere Offtzierspatrouitlen mit Erfolg gegen die feindlichen Stellungen vor.
In Wolhynien hat eines unserer Lustgeschwader das Waldlager östlich von S a d o w mit Bomben belegt.
Berlin Nur an den Kampftätigkeit.
Der Abendbericht.
I.Jan. 1917. abends. (WTB
rumänisch-russischen
Amtlich.) Fronten lebhafte
Es ist so gekoinmen, wie wir es angedeutet haben: die Entente hat den Friedensvorschlag schroff abgewiesen. Das Dokument, in den: diese Ablehnung festgestellt und begründet wird, ist so schwülstig und wortreich wie nur möglich, es ist französische Phrasenkunst von dürftigstem Gehalt. Tenn da wird daF glatte, kalte englische Nein mit einem Nebel von Ausflüchten, Rechtfertigung und Vorhaltungen Umkleidet. Der Kern der Antwort liegt in folgendem Satz: „In voller Erkenntnis der Schwere, aber auch der Notwendigkeit der Stunde lehnen es die alliierten Regierungen, die unter sich eng verbunden und in voller llebereinsnm- mung mit ihren Völkern sind, ab, sich) mit einem Bo»v- schlage ohne Aufrichtigkeit und ohne Bedeutung z!u befassen." Dieser Satz schwimmt in einer Phrasenbrühe, die hundertmal durchkacht und immer wieder aufgewärmt worden ist. Die alte Streitsucht mit Worten, die sich gegenüber dem erschütternden Zuschlägen der Waffen so kleinlich und, weil sie gar nichts Neues und Wirksames mehr Vorbringen kann — bei niederen Geistern höchstens neue Verhetzung und Verwirrung —, so kindisch ausnimmt, feiert Triumphe. Der Krieg schafft Großes, Gewaltiges, Entsetzliches, Marksteine von ewiger geschichtlicher Bedeutung, aber hier stehen wir vor einer Schaumschlägerei. von der man sich schnell abwenden kann. Wir können die Gründe Englands, Rußlands und Frankreichs erraten und werten, ohne «uns Satz für Satz mit öem Antwortzettel zu befassen. Wir können den Gegnern chre eigene Ausdrucksweise zurückgeben: dieser Antwortetet ist wirklich „ohne Aufrichttg- feit und ohne Bedeutung". Was ist an der Kundgebung aus Paris von ausschlaggebender Bedeutung- Einzig die Tatsache, daß unsere Feinde nicht aufhören wollen zu hoffen, daß sie den Krieg doch noch gewinnen und ihre ursprünglichen Ziele durchsetzen könnten. Würden sie hierzu, für diesen Glauben, uns ihre ^Gründe und Schlüsse sagen, so wäre die Antwortnote nicht m'rr inter-efstmt, sondern cnuh in ihren Einzelheiten hochbedeutsam wie
kaum ein anderes Dokument in diesem Kriege
Einiges Dürfttge flndet sich angedeutet: Die
öffentliche Meinung Deutschlands und seiner Derbün deten, ihre Widerftarüskraft sei zermürbt. Wenn die Entente darauf ihre Hoffnungen aufrichtet, so hat sie auf Sand ge baut. Die nachstehenden uns im Auszuge telegraphisch mit geteilten Lleußerungcn Berliner Blätter zeigen, daß auch die pazifistisch angehamhMi Gemüter jetzt in die rauhe Wirklichkeit zurückkehren und den Anblick ernster Notwendigkeit nicht mchr scheuerr. Noch einen Zweck verfolgt die Entente in ihrer Antwort, neben der Absicht, zu verhetzen und zu verwirren: nämlich sich selber als den Starken, Zähen, Unnachgiebigen und Unerbittlichen herauszustellen. Uns dagegen als Schwachen, Ermatteten. Dies hält sie diesmal für politisch klüger als nach dem Kranze der Friedliebenden, der Mensch lichkeitshüter, zu greifen. Die neueste Note an das gedemü tigtc Griechenland atmet denselben Geist. Wir sollten daraus etwas lernen. Des Feindes Kraftgebärde paßt schlecht zu den
Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts von Belang.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.
Wien, 31. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 31. Dezember 1916.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls von Mackensen.
Der Feind weicht schrittweise gegen Vir Linie Braila —Focsani zurück. Während er sich östlich des Buzeu-Flusses schon gestern im Rückzuge befand, leistete er westlich des genannten Flusses und nördlich von R intnu u- Sarat noch erbitterten Widerstand, der an mehreren Stellen in heftigem Kampfe gebrochen wurde.
Heeres front des Generalobersten Erzherzog Josef.
Im Gcbirgslande östlich und nordöstlich von Keszd i- Vasarhely arbeiten fick die österre'chisch-ungarifchen und deutschen Truppen des Generals von Gerok auf rumänischem Boden vorwärts. Nereju und Tulnici bei Parrlesci sind genommen. Beiderseits des Casinu- und Oituz- Tales ist Raum gewonnen worden. Im Grenzgebirge westlich von Ocna wurde die Höhe Solymtar gestürmt.
HeeresfrontdesGeneralfeldmarsch:
Prinzen Leopold von Bayern.
Nichts von Belang.
Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.
D i eil, 1. Januar. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 1. Januar 1917.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Die in der rumänischen Ebene kämpfenden verbündeten Streitkräfte haben den Feind unter Nachhutkämpfen in seine vorbereiteten Stellungen südwesttich von Braila und halben Wegs zwischen Rimnicnl-Sarat und Focsani zurück- gedrängt. In den oberen Tälern der Zabala-Naruja und Put na sind die österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen des Feldmarschallmtnants von Rnis in forffchrci- tendem Angriffe. Im Raume von Harja stürmten unsere Bataillone mehrere hintereinander liegende Stellungen. Der Feind verteidigt jeden Fußbreit Bodens.
Weiter nördlich bei den k. u. k. Stteitkrästen keine Ereignisst von Belang.
Italienischer Kriegsschauplatz.
In der Silvesternacht unterhielt die feindliche Artillerie zeitweise ein sehr lebhaftes Feuer gegen die Karsthvchfläche.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues. .
Der Stellvertreter des Chefs des Generalslabs v. H ö f e r, Feldmarschalleutnant.


