Oesterreich nicht im geringsten dem entspricht, was DandSdowne ous-udrücken wünschte. Ich wünsche keinen Streit hervorzurusen,
wenn ^ ein solcher nicht besteht. Landsdowne wollte einfach das- tewe sagen, wie Präsident Wilson und es ist ein großes Unglück, daß, er diese Absicht nicht ausgeführt Hat.
Lloyd George wies weiter «ms eine rülrige Minorität im Lande hin. die hinterlistig und hartnäckig ihre Absich en zu verbreite, suche in der Absicht, das Land zu einem vorzeitigen Unterwerfungsfrieden zu zwingen. Tie Gefahr ist, fuhr Lloyd George fort, nicht der äußerste Pazifist, ifrt fürchte ich nicht, aber ich rate der Nation, vor dem auf der Hsi't za sein, der glaubt, daß eZ ein Mittelding zwischen Sieg und Niederlage gibt. Lmte. di.- g'anben, sie könnten den Krieg jetzt durch eine Art von sogenannten Friedensvertrag beendigen, durch die Errichtung einer Liga der Nationen mit einem Schiedsgericht, Abrüstung und einem- feierlichen Vertrage zwischen allen Nationen, dergestalt, daß diese ihn nicht nur selbst beobachteten, sondern ihn auch durchsetzen gegen jede Nation, die es wagen würde, ihn zu brechen; das -ist die richtige Politik nach dem Siege. Aber ohne Sieg wäre es eine Posse. Warum,
sind wir in den Krieg eingetreten? Wril ein ebenso 'eiwllb'r! . .
Vertrag als ein Fetzen Papier behandelt wurde. Wer würde setzt: Staren werde, inwieweit sie sich damit identifiziere. Die Re einen Vertrag unterzeickmen? Vermutlich unter anderen das Volk, ' gerungen Großbrttarnnens und der Alliierten sollten klar er- das den letzten gebrochen hat. Wer würde einen neuen Vertrag ^ren, datz ihre Krregsziele moralischer und nicht
durchleben? Vermutlich die Nn^cknen heitert nicht ncrtfiirft ist ^.^^teiler Natu
herausgefvrdert, und es wäre besser gewesen, diese Macht niemals» herausgefordert^,zu haben, wenn chan nicht die .Absicht gelrab habe, bis zum Sck)luß durchyuchalten, denn wenn sie nicht geschlagen, werde, gehe diese Macht aus dem Kampfe nur stärker hervor.
* . *
Hendcrson fordert die Bekanntgabe der AriegSziele.
Bern, 17 .Dez. Arthur Henderson sagte in einer Rede in -ondon am 12. Dezember, er sehe kein Anzeichen dafür, daß der Krieg zu Ende komme. Me Mehrheit des Volkes sei der Ansicht, daß, nachdem der Krieg so lange gedauert habe, er mcht eher enden dürfe, als bis Englaiid den Sieg erreiche ots.- - >?. Wiederkehr des .Krieges dauernd unmöglich macke.
Ob dieser Sieg durch militärische oder moralische, diplomatische oder politische Mittel erreicht tverde, könne nur die Zeit lehren, abev ®4.*?är« furdjtbar, wenn der Krieg infolge von JJctvverstän dnj ssen oder mangels freim üti- ge r E r k l ärungenum einen Tag verlängert würde. Er begrüpe daher die vornehme Gesinnung in der trefflichen Rede Asqutths und hoffe, daß die Regierung bei erster Gelegenheit erklären werde -----— ™
als schöne Worte, aber die Taten stimmen nickt. Man nehm« m >ms darum nicht übel, wenn wir an die Stelle vvn Vertraut oas kräftigste Mißtrauen setzen. Wir müssen uns darüber klo- ,tiH, daß man bei unseren Feinden jetzt statt der Macht die Lst >eyl. Ter ReichttagsabgeoMiete Kopsch hat dann schwere Vorrrürsk gegen unsere Voltsgmwssen selbst erhoben, gegeii Agrarier, Alb deutsche. Schwer ft idustrielle. Das sollte mau in unserer schwelk» Zeit lassen. Me Stände haban einander nötig. Tie VarerlantzL. ^rbei will Versöhnung haben, demi Einigwir macht stark. Uh. Kräfte sollen^ auf das eine Ziel gerichtet sein, wie der äußere «remd. zu besiegen ist. Mit inneren Kämpfen beschädigt sich Partei nicht. Jeder kawi zu den inneren Frageii Stellung nehmen ivie er will. Viele HunderttWrseinde sind ihr schon beigetreten, ui,-, nicht bloß Sckiiverindustrielle, deren es kaum 5000 im deutsch^ Reiche gibt, auch von der wrtfchrittlicl'en Volks Partei: Trank» Reiche gilt, n " A ' --- k oartei haben
auch von der fortschrittlichen Vol^I wir^ Zahlreiche Mitglieder: Trcrub.
durchsetzen? Vermutlich die Nationen, denen es nicht geglückt ist den letzten durchzusetzen. Ter Krieg, der begonnen wurde, um einen Verttag durchzusetzen und ihn ohne Entschädigung für den Vertragsbruch zu beenden, sondern nur durch den Abschluß eines nachdrücklicheren Vertrages, das wäre in der Tat eine Posse. Wir dürfen uns nicht durch bloße Worte von der Liga der Nationen, von Abrüstung und Schiedsgericht ins Unsichere mißleite lassen. Tas sind alles schöne, große Redensarten, aber ohne belebende Kraft des Sieges bleiben sie schöne Worte. Wir hätten niemals in den Krieg eintreten brauchen, wenn wir die Ausgabe nicht unter allen Umständen durchführen wollten. Ich kann die Haltung der wenigen Leute verstehen, wenn ich sie mich nicht billige, die von Anfang an sagten: „Mischt Euch unter keinen Umständen ein. Laßt d'.e Teut schon Belgien überrennen. Laßt unsere Freunde und Nackbarn, die freie Republik Frankreich!, in den Schmutz treten. Laßt jedes mögliche Verbrechen verüben, solange es nicht gegen unser Land und gegen uns selbst verübt wird." Aber ich kann den Mann nicht verstehen, der damals, als er zuerst die Schändlich leiten sah, in seiner edlen Seeke entflammt war und mit Empörung ausrief: ,Zm Namen des Himmels laßt uns dieser Schmach ein Ende machen und die Verbrecher bestrafen!" und. der, nachdem er dazu beigetragen hatte, die Nation auf d'.esem Wege der Ehre zu führen, jetzt, bevor die Aufgabe erst bis zur Hälfte erfüllt ist, plötzlich sagt: „Ich habe genug. Jetzt ist es Zeit, daß es zu einem Ende gebracht wird. Laßt uns den Uebeltätern die Hände reichen. Laßt uns mit ihnen zu unserem gegenseitigen Vorteil Handel treiben. Es soll nicht von ihm verlangt iverden, den angerichteten Schaden wieder gutzumachen. Er braucht sich nicht zu entschuldigen. Er wird lediglich ein geladen, sich zu beteiligen lund sichmi Euch zu vereinigen, um dem nächsten, der es wagen wird, sein Verbrechen nachzuahmen, einen Schlag an den Köpf zu versetzen."
Und dann wird uns gesagt, -daß wir unter diesen Bed-rn- gungen beute Frieden mächen 'können. Deutschland sagte es, Oesterreick? Ungarn .und der Papst sagten es. es muß also wahr sein. Natürlich, ist es wahr. Warum sollten sie den Frieden unter solchen Bedingungen ablehuen, umsomehr, als er einige der reichsten Provinzen Rußlands und die -schönsten Städte Rußlands in ihren lDaschen belassen würde. WOirn der Richter zu einem Angevagten, der Mord, BranZ'stftung, Raub, Einbruch', Betrug oder Seevaub begangen har, sagen.würde: „Ick! will Dich ohne. Strafe freilassen. Tu bruchst auch das gestohlene Gut nicht zurück zugeben, wenn Du versprichst, dabei zn .helfen, daß der nächste Einbvscher «gefangen wird." Wie würde das iwvhl auf das Ber örechertum wirken. Es Krim tonten Schutz für (Leben, Eigenttim oder Geld in eincku ©anbeigcöai, in dem der Verbrecher mächtiger ist als das Gesetz. Söm keine (Aussicht bestände, daß die Lage sich bei einer Verlängerung des ^Kampfes bessert, dann iväre es schändlich, den Krieg zu verlängern. WÄl ich aber fest überzeugt bin, daß wir uns stetig unferm Ziele nähern, würde ich Friedensangebote an Preußen, in demselben Augenblicke wo der preußische Militärgeist von seiner Prahlerei trunken ist, als einen Verrat an der großen Wrfgabe, die uns anvertraut ist, betrachten. Wir legen zweifellos die Grundstützen zu einer Brücke, die nach, ihrer Vollendung uns in eine neu«' Welt führen wird. Der Fluß flutet «für den Augenblick über seine Ufer und ein Teil des Brücken werks chst weg geschwemmt. Viel von dem, was wir gebaut haben, ist außer Sich t und unter Wasser Es gibt Leute, die da sagen: „Laßt uns das Unternehmen gänzlich «rufgeben, es tostet uns zu viel, und seine Durchführung ist ungang dar. Laßt uns lieber eine Pontonbrücke ^aus neuen Verträgen einer Liga der Nationen und einer ^Vevsi-f tdigung bauen", eine! solche Brücke könnte einige Zeit haltert, pbcr sie würde immer ickwanlend und ^unsicher sein. Sie würde nicht viel Truck und keine schwere Belastung vertragen. Tas erste Blut würde sie hinwegschwemmen. Laßt uns daher lieber mit dem Rammen fort-' fahren und einen wirklich schien und dauernden Ban errichten.
Der Augenblick sei, so fuhr Lloyd George fort, für die Alliierten nicht sehr günstig Rußland zckh? sch vom .Krieg zurück und überlasse die französi'ckie Terrtokratie, die sich durch ihre Treue regen das gogebene Wort die Greuel 'des Krieges cmsgeladen Hab?, ihrem Schicksal. Er wolle den Ernst diese * Vorganges nicht verkleinern. Wenn Rußland imstande geiresen wäre, in diesem Jatre seiae Niacht zur Geltung zu bringen, dann hätte man wahrscheinlich dem Feinde redliche Bchingungen auierlegen können. Nun aber .ewu durch den Abfall Rußlands die Holenzollern gestärkt und di? Kckarte du Temokratie geschwäckft >worden. Die Bestrebungen R u ß - lands würden aber keineswegs zu einem allgemeinen Frieden führen: sie verursachten led'glich die Verlängerung des tödlichm .Kampes der Welt.''.md Ritßland we de unvermeidlich unter die Militärkerrschack Preußens geraten. Wenn Rußland jedoch bei seiner jetzigen Politik bleibe und Deutschland seine Truppen von der Ost>vont, wo ein Drittel gebunden gewesen sei, forttrekmen und für einen Angriff gegen E'gland, Jvauk- reich und Italien verwenden kömre, daim bedeute dies wohl ein«
sehr ernste Erschwerung der. An gabe der Alliie ten, die üe - u > gewaltig genug gewesen sei. Es sei töricht, die Gesahr zu i-nle?- schützen, aber ebenso töricht, sie m übertreiben, um> am schlimmsten wäre es, roaut man ihr nicht klar in die Augen läl*. Tie am eritan ischo Demokra tie trete an die Stelle 'Rußlands, das sich während des Krieges als der organisierte Staat Europas gezeigt habe. Ter Rußlands und die vorübergehende Niederlage die Aufgabe Englands ins Unerhörte gesteigert, hinreick-ende Mannschaften l>aben, um die Linien zu'verteidigen' me nun drei Jahre gegen die vielen Angriffe des Feindes oehalttn worden seien. Auch müsse England ein Be.oegungsheer haben das es möglich^mache. ohne großen Zeitverlust auf jedem Punkt des kolossalen Schlachtfeldes einzugreifen. Anlaß zu einer Panik bestehe nrchtt Es seien sogar im jeftgen Auge:ckckck Truppen nach statten ges-chukt worden, um dort zu helfen. Tie Mliierten verfügen über eine beträchtliche Zahtenmehrheit in Frankreich und Flandern, rmd außerdem stünden nody bedeutende Reserven ?nr Berfügimg. - 3
^kr Lieg sei eine Frage des Schissstonnenmaßes Das Erngrerfen der Verengten Staaterr habe das Bedürfnis an Tonnenmaßen bedeutend permcchrt. denn es müsse Schiffsraunr zur BerÜlgung gestellt werden, um die riesigen 5)eere der Ver Staaten zu transportieren und zu versorgen! Deutsch land hosse .daraus, daß dies nichts gelingen werde, und daß Amertka seine ..iannschotten und seine Flugzeuge nicht nach
rinpnpn .vreumschen H-eresführer hätten ihrem
eigenen Volk und den AllkteTsten an«fekunviqt. daß diest riesigen niemals an der Front ersten ^ warben. Aber diese Hoffnung werde sat einer Enttänschon-, füfiren. Alles hSug Amerika und England sich anstrengien. dm B-u «m «h 'en W «rmetzren. Jetzt schm werde rascher gebam als dies lemals im Frieden der Fall gewesen sei . . A°t i ^ Ke°rgc forderte jm SparsaEt auf uiö redete einer fiteren Äeriiie^rnng der Lebeitsmittelerz-eugnng in England dael
r.. , v ^ien, daß sie für ein großes Prinzip
und nicht für Mesopotamien oder sonstige Gebietserweiterungen kämpften. Für die kommende Frie- denskonferenz werde es eine belgische Frage nicht geben, denn, die Wiederherstellung Belgiens sei selbstverständlich. Die Erklärungen des Premierministers über diese und andere Punkte wurden von der Nation mit Erleichterung ausgenommen werden.
Die Llufhebung der parlamentarischen Immunität in Frankreich.
- d a ri s, 14. Dez. (WTB.) Meldung der Agence Havas.
Ausschusses des Senats spricht sich für die Aushebung der parlamentarischen Immunität Humberts aus wegen Beihilfe zum Verkehr mit dem Feinde.
da rr s, 17. Dez. (W>TB.)' Agence Havas. Nack, Anhörung (toulaur' beschloß der Ausschuß, Clemenceau in seiner Eigen- sch aft als Knegsminister und Chef der Militärsustrz zu hören.
Aus Portugal.
Lissabon, 15. Dez. (W?TB.) Meldung der Agence Havas. Ern Erlaß setzt,den .Präsidenten der Republik ab. Ern Landerzug wird den abgesetzten Präsidenten Machado außer Larwes^bring?n. Tie Regierung wird demnächst Berichte über die letztert Feldzüge in den Kolonien veröffentlichen.
Geheittlsilrunge« der italienischen Kammer.
L u g a n o, 17. Tez. Nach dem „Corrieve dclla Sera" nehmen dre Geheimsitzungen der Kammer einen sehr beroegten Berlaub Gestern sprachen in iünsstünbiger S'tznng nur vier Redner, ie em Lozialilt, ein Radikaler, ein Mitglied der parlamentarischen Union mrd ein Liberaler des Zentrums. Gestern fand ein Ministerrat statt, <rn dem alle Minister teilnalunen.
Ein Kronrat in Wien.
Wien, 15. Dez., (WTB.) Am 14. Dezember smrd unter dem Vorsitz des Kaisers und ^Königs sin Anwesenheit deck Ministerpräsidenten Dr. v. Seidler und des ungarisck>en Münster Präsidenten Dr. v. Wekerle, des ^KriegsMinisters! v. Stöger-Steiner, des Chefs des Generals.srbs Freiherrn v.. Arz, sowie mehrerer österreichischer und ungarischer Ressortminister ein K ro n r a t über laufeirde Angelegenheiten statt.
Seekrieg.
Berlin, 15. Dez. 9ceue U«Boots-Ersvlge im Sperrgebiet um England. 21000BRT. Davon wurden sechs Dampfer und ein englisches Fischerfahrzeng mit rund 11000 W. im Aermeltonal trotz stärkster feindlicher Gegenwirkung vernichtet. Unter den versenden Schiffen befanden sich z»vei bewaffnete tiefbeladene Dampfer und der englische Dampfer Ragle.
Ter Chef des AdmivaLstabes der Marine
Neue N-Boot-Hrfolge.
Berlin, 15. Dez. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote hat letzthin im Atlantischen Ozean und in de Irischen See vier Dampfer und einen Segler mit über 18 0 00 B r u t t o r e g i ft e r t o n n e n versenkt. Unter den Dampfern befand sich ein mindestens 6000 Tonnen großer Dampfer, der allem An'cheine tiach Sprengstoffe geladen hatte. Ein anderer großer Dampfer wurde aus einem stark gesicherten Geleitzug herausgeschossen. Dabei hatte das U-Boot unter heftigster feindlicher Gegenwirkung zu arbeiten. Dank der Geschicklichkeit des Kommandanten blie ben jedoch die zahlreichen Wasserbombenangriffe feindlicher Zerstörer völlig wirkungslos. Der vernickstete Segler war der englische Raaschoner „R o b e r t M o r r i s" mit Kohlen von Cardiff nachi Lissabon.
Ein U-Boot-?lmL
Berlin, 15. Dez. (WTB.) Ein im heutigen Marineverordnungsblatt ve öf entlich er kaiserlich r Erlaß bestimmt-
Für die Kriegsdauer wird im Revchsmarineamt ein net-eöD.p rteuentge i let,dasdieB zeichnu gU-Boots- ^ln t führte. Dasselbe bearbeitet leoiglich Angelegenheiten des U-Bootwesens, soweit solche bisher im Werstdepartement bearbeitet worden sind. Die U-Bootsinspektion wird in allen prägen, die vom Reichsmarineamt res.ortieren, dem U-Bools- amt unterstellt.
E!ne versammiimi der vaterlandsp'.rtei m Eichen.
.63 ie ß en 1(i. Tez. Die deutsche Vaterlands Partei, Landes- verern Obertassen, hatte am Samstag aband, 15k. Dezeiüber, zu, erner Versammlung int großen Saale des GasLhvfs Fürstenhvs ei:tgeladen. Ta der für den Ave.rd vorgesehene Redner infolge Zug- ver> uättrng erst nach 9 Uhr emtrefse.r tomite, ergriff der Barsitzendc
^ «“ Esrmrm ft««. S ä* ÄS Ä Ä-
aegcordnete Kop-j-1, t>at die FriedensentschließiMig des Reichstages vom 19. Juli d. I. einer Besprüchnirg imterzogen, mit der ivü im we,entlichen übereinstimmen. Mer wenu er behauptet die Wirkung dieser Cnt.chlichuilg sei aut unsere Feinde günstig gewesen ,io i,t dies nach den vorliegenden Erfahrungen nicht rickchg. Während vorher bec unseren Femdei Kleinmütigtolt herrschte, ist nach der ^riodensentfck-ließui'.g ^iegcsznp>ersvckst eingetreten, denn inan tonnte sich im feindlichen Ausland dieses wiederl>oltc Anbieten des Friedens nur aus der Kriegs Müdigkeit und dem Unvermögen Tentschlands, weiter diivchznl-alten, eiktäreir. Es ist mit dem Frieden genau so. wie mit einer Ware, die auch dadurch nicht besser wird, daß man sic immer und immer wieder an.bietet. Auch bei den ^Neutralen herrschte die e Auffassung vor, wie aus ihrer Presse in zahlreichen Artikeln heroor-geht. Was tun dagegen unsere F-eindeö S'e droheii mit ihrer WUsAt. Bonar Law eiffircl, man werde D eutschland die Rohstoffe eittziehe::, und fährt fort - . Wir sind uiis unserer Mach: bewußt und werden: sie gegebenen Falles aus- nützen." Und erst Frankreich? Tas infolge größter Verluste sv fcTvr geschwächte Frankreich? Tie Redner des Parlaments über- b'elen sich geradezu mft Ausdrücken der größten Siegeszuversicht Es stebt sen, daß Grrwrd vorhanden ist, unsere Mickielei we"de es i^ach fertig brrngeii. die Taten mr-er« FÄdgrmiLn in ihrer Wirkung ausznchebeii. Mich die al1gemem>e Viwbrüdermrg wird nach dem Ende des Krieges nichs eintreben. Der Kriei stimmt nich' versölmlich Tw Franzosen srnd em mrriihiges VE, und der Engländer ae* braucht ferne Macht. Im Namen der MensMichkeit und b&
wann und andere. Wer sein Vaterland liebt und dessen Fnn- ich.ritt will, ist, willkommen. Mit dem Friedensschluß l^rt die Vaterlandspartei auf. die noch etwa vorhandenen Mittel lverden der Kriegs- , oder Venvundetenfürsorge übermittelt. Die landspartei ist notweiidig, demi die einzelnen peüitischen Parteien haben sich viel zu twenig um äußere Politik gekümmert. Sie haben veriagi, wo es sich unr unser Verhältnis zu den Nachbarstaaten und wie wir, uns durch'etzen. handelt. Unser Dlick war überhum vw! zu viel eingeengt. Wie köniite eZ sonst sogar einem Reichstag abgeordneten passieren, über das BesitzverhÄtnis des üvngostW^ mi unklaren zu sein. Belgien soll nicht annektiert werdm, ab?l Liege r ist, wer in Belgien die Herrschaft aus übt. Tie einzige lmsteit, die Freiheit der Meere M erreichen, besteht darin, unser, Macht zu sichern. Tann werden wir auch unsere Finanziragen Zniriedenherl regeln und rmseren Arbeitern die Möglichkeil bietrir können, sich zu ernähren. Das bloße Reden von diesen Dinaev genügt nicht. Ter Redner schloß mit deii Worten E. M. Arnüs Wir wollen feine Knechw sein. (Beifall.)
Professor K ü n tz e l - Frankfurt sprach dann über , ,9$erftfoi diguugssneoen'. Zunächst beleuchtete er die Tatsache, daß dü Vaterlandspartei nach dem Vorbild Otto v. Bismarcks den Siwi aus dre aus-wärtigeu Angelegenheiten des Reiches lenken woll. Tos erfahre vielfach, doch ebne leglicken Grund, den Widerspni^ der Parteien. Es sei darum am Platz, einmal einen Rückblick <ur hc Ereignisse des letzten Jahres zu werfen. Am 12. Dezember wm es em Jahr, daß unser Kaiser sein ehrlich gemeintes hochherM« Friedensangebot machte. Es verhallte ungehött. Ja, die erklarungen^ häuften sich noch. Ter durch dieses Friedensanaüm ausgeloste <5>pott und Hohn unserer Feinde empörte jedes deutscbi .Herz. Das ganze deutsche Volk war ja gettoffen. Auffällig fdrnell glätteten ftck die Wogen der Entrüstung. Ebenso ging es beim <Z. Angebot. Alle daran geknüpften Erwattungen sind zu Woß> worcen. wurch unfern Uebergang zur Temokrcttisierung urck Pn lamcntarmening ist die Liebe ru uns nicht gewachsen. Tie Welt ist nicht darauf vernicht, uns stark zu machen, sondern uns zu schwe cken Es wurde davon gesprochen, eine neue EvockDe der Bei' geickichre lei angebrochen, indem die Völker jetzt direkt zu einander Ipreckeu, ohne Anwälte, ohne Regierungen. Nichts dergleichen tft ein getreten. In Frankreich ist der stärkste Kriegshetzer und größte wenffchenfemd an die Spitze des Ministeriums getreten. Au^ Letten unserer Gegner tvill man einen Völkerbund, jedoch of>ri, räudige Schaf Deutschland. Die internationalen Bestrebungen dcgi ttneden herbeiznsühren, sind bis jetzt sichnt Und sonders- gcschttlett Durch unsere Nachsickk und Liebenswürdigkeit ist versucht wordc: den Polmschen Staat zu gründen. Unsere Polen- und Tscheckev sreuiwlichkett Hai sich indessen als ein glatter Reinfall erwiesen Die Gegemiberstellung von Verständiguugs- und Gewaltsrieden st torrcht, denn ieder Verständigimgsfrieden ist eine Folge vorher Men der (Gewalt, die notwendig war. Tie Freibrieszeit unser« Friedensangebote, aus deren Ende Graf Czernin und Graf Hett- lmg in herzstärkender Weise hingewiesen haben, sollte endlich est- mal abgelaufen sein. Tie belgisck-e Frage ist eine Frage, und he mutz )p gelöst werden, daß sie nicht den Keim eines neuen Kriege»
Z. Ükh trägt. Tie Geschichte zeigt, daß nach jedem Kriege » Volker ein gewisses Ruhebedürfnis empfanden, daß aber die,> Rltt-ebedürfnis nicht vor neuen Verwicklungen und Kriegen schützte Wir mü.ffen darum Wirklichkeitsmenschen werden und real denke! Man macht geltend, unsere Stärke habe gesiegt, wir könnten lüdsi ausgehungert werden. Wissenschaft und Technik könnten Mer ist nur halbwegs richtig. Die Menschen kann (vme WHsensckwtt und Technik ersetzen, ukü> durchhalten konnten wir l)auptiächlich durch die Eroberimg weiter Gebiete, die für im$ nutzbar gemacht wurden. Es ist liicht Kleinmütigkeit, wenn wir bi tonen: „Wir wollen in keine solche Lage mehr kommen, sonder» ims sichern." Wir müssen gewiß Rücksicht aus unsere Bundesgenossen nehmen und haben dies in vollem Matze getan, dann aber können auch wir verlangen, daß Oesterreich-Iln garn uns die belgische Frage lösen hilft, wie wir ihm >p- holsen haben. Bis jetzt ist noch kerne Formel gesuudeu. auf die srck ein Frieden wirklich aufbanen läßt. Nationalität und ^lbstbestimmungsrocht der Völker wird in einem für unserr Femde günstigen Sinn g -deutet, und das Vöckerrocht ist diskre. ditwrt. Mit großer Zähigkeit hält das englische Volk an seiner seither geübten Politik fest. Durch seine Jnsellage geschützt, st . es ihm gelungen, immer die nächststärkste Konkurrenz zur Se. mederzuschlagen. Als Schittbeispicl kann die Schlacht bei Leitzzis gellen, wo der Wettbeiverber Frankreich niedergerungen wurde, ohne einen Tropfen englischen Blutes zu vergießen. Das ist die Rechnung und der Wunsch Englands auch in diesem Kriege gewesen: Munition liefern, finanzieren, kein Blut vergießen.
Es ist unser größter Triumph, daß diese Rechnung Englands diesmal falsch gervesen ist, und daß die wütenden Angriffe st Flandern erfolgten, beweist nur, daß unser U-Bootkrieg wirkt ^eebrügge und unsere U-Bootbasis sind von großer Bedeutung es uns möglich war, den U-Boot-Krieg in.dieser wirksamen Kne zu führen, das verdanken wir England, das zuerst den Volkerrechtsbruck vollzog. Auch das Bestreben, die Neuttalen gtzgen uns zu Hetzen, ist fehlgeschlagen, ebenso die Bemühung, ihren Handel mit uns zu, durchkreuzen. Die volle Neutralität Hollands konnte nicht besser gewährleistet werden, als durch unsere Besitznahme Antwerpens. Zurzeit gewährt uns der Besitz Belgiens ungeheure Vorteile: die Hinausschiebung unserer Front, Schutz unseres wichtigsten Industriegebiets, Nutzbarmachung eines bedeutenden Ernährungsgebietes, Neutralität Hollands und die U-Boot-Vasrs. Englands Wschnünmgspolittk ist zuschanden ge- worden an unserer Kraft. Seine Kolonialerfolge sind hoffenb ttch nicht eudgültig. Ter Mmer erinnert dann nock daran. irÄche Gemhle bc\ Franzosen und Engländern für uns vorherr'sä>end ttnd, wie sie unsere Zivilgefangenen behandeln, uns verleumden, unsern Handel unterbinden, mid indem sie vorgeben, für die Freiheit Belgiens zu kämpfen, in Wirklichkeit einen Wittsckasts- tnea mit uns führen. Das ist der Plan. Damit müffeu wir rechnen, wenn wir nicht l>edrogen sein wollen. Sorgen wir darum dafür, baß nicht durch unsere SchuLd die erbleichend« Sterne Englands von neuem ausgefrischt werden. (Anhaltender Beifall.)
Ta infolge der vorgerückten Zeft die Aussprache bedeutend abgekürzt werden mußte, tonnten sich nur zwei TiZkussionsrebner beteiligen. pre übrigen verzichteten. Pvose-ssor Strecker betonte, daß er in vielen Punkten mit dmn Vorredner überemsttmmc Die Empörung und Entrüstung über die Behandlung unserer Zioib gegangenen teile seine Partei vollkommen, und gerade sein 'Mniei- tteund Müller^ Meiningen habe in dies« Sache ein zweibändig Werk veröffentlicht. Was die Ansichten Memectos betreffe, die der Vorredner zuni Tnl abfällig beurteilt hatte, so müsse nmn doch reststellen, daß auch nach dein Kriege Idealismus erst recht am Platze fei Wenn die belgische Frage eine so bedeutende Lebens- notwendlgkert sei, so werde Hindenbuvg das schon zur rechten Zeü lebend macken. Wir müßten darnach tragen, für Belgie^i Ersatz m ^Attika zu erhalten, lim von dort aus Rohtoffe zu bestimmen und <lbsatzgebiete zu. scha'fen. Im übrigen sollteii wir voll Ber tvauen zil unserm Kaiser und zur Regierung stehen. Diesem, sowie tem nach-olgendm Redner. Professor R o lofs, der in dem Bor- tvag eine besttmmve Formulierung über „Berstäirdigungsfrieden^ ßte. anttvortete der Vortragende in einem Schlußwort. Mit mrllnkündigung, in dem Abgeordneten Tvaub späver einen nvitervi Redner begrüßen zu dürfen, schloß der Korsi-errde die Brrßwtllchw-.


