Au» Stadt und Can 5 .
Gießen, den 17. DczenH-r 1917.
Die hohen Preise.
Die Preisvcüsungsstelle für Oberhessen erläßt endlich eine sehr nötige, dringliche und ernste Warnung an alle Kaufleute wegen Ueberschreitung der gesetzlichen Höchstpreise. Ein Produkt, das im Preise um das Vielfache gestiegen ist, ist der Wein. Wir gönnen den Weinbauern gerne gute Preise für den Wein. Sie haben gar zu viel Jahre hinter sich, in denen sie stets schlechte Geschäfte gemacht und zugesetzt haben. Aber die jetzigen Preise sind doch gar zu hoch. In Rhein- Hessen nennt man den neuen Wein ...Htzpothetentilger". Was berechtigt aber dazu, den vor dem Kriege geernteten Wein ebenfalls zu den enorm hohen Preisen zu verkaufen? Hier müßte dem Kriegswucher der Weinhändler ein Ziel gesetzt werden. Wenn dies nicht in der Macht der Preisprüsungs- stellen lie^t, müßte ein Gesetz Abhilfe schaffen. Wein können nur noch Kriegsgewinnler trinken, das Bier ist kaum mehr zu trinken. Daß eine Verbilligung des Weines für die Kranken notwendig ist, beiöeist eine Eingabe an die Zweite Kammer der Landstände von Abgeordneten dieser Körperschaft. Wenn der zu erwartende Rückschlag in diesen ungesunden Preisverhältnissen eintritt, dann werden manchen Spekulanten die Augen ausgehen. Aehnlich liegen die Verhältnisse beim Tabak, Rauchtabak ist fast nicht mehr zu haben, und die Zigarren werden immer teurer und schlechter.
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** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzig har am 12. De^emovr l. I. dem Pfarrer D. Dr. Erwin Preustten fu Hirstttzvrn di-e evangelische Pfarrstelle zu Hauten übertragen. — Uebettragen wurde am 7. Dezember der Schulamtsaspirant m. Anna Becker ans Mainz eine Lehrerin stelle an der Volksschule Iu Bretzenheim, Kreis Mainz. <’
** Lebensmittelkarten. Die auf Grund der bereits erfolgten Bestellungen auf die Bezugsabschnitte Nr. 4 und 5 der Lebensmittelkarte zur Ausgabe gelangenden Mengen Marmelade und Salz können in den Kleinhandels- gefchäften. abgcholt werden, soweit dies noch nicht geschehen ist.
** D , e K i n d e r w ä s ch e - S a m m e mv o ch e, die Ihre Königliche Hoheit die Frau Großherzogin iritreuer Fürsorge für die Kleinen angeregt, hat, vom Wetter begünstigt, einen sehr befriedigten Verlauf genommen. Der Eifer der jungen Sammlerinnen, der flotten „Wagenführer" und der Auf- sichlsdamen ist reich belohnt worden: es war eine Freude, die beladenen Wagen der Sammelstelle zusühren zu sehen. Lob und Dank gebührt allen, die bei dem schönen Werke mitgeholfen haben. Der Opferfinn der Gießener Frauen hat sich wieder glänzend bewährt! Wer die Gedichte im Gießener Anzeiger, besonders das stimmungsvolle von Frau Lessing- Riegel gelesen hat, der weiß, wieviel Segen durch die gesammelte Wäsche gestiftet wird, wieviele Sorgen den Müttern abgenomnu n werden. Fleißige Hände sind schon an der Arbeit. die Wäsche zu sichten und zu ordnen, und die Freude ist groß über die Ernte. Um ein öfter geäußertes Mißverständnis auszuklären, sei noch bemerkt, daß nicht nur Kindev- jpäsche gesammelt werden sollte: jedes Stück Wäsche, Tischwäsche, Bettwäsche mrd Leibwäsche war sehr willkommen, und auch jetzt noch tlimmt der Alice-Frauenverein beim Roten Kreuz in der alten Klinik jedes Wäschestück mit warmem Dank entgegen. .
** Diebstahl. Im Landwirtschaftlichen Institut, ivencken- bergstrairc, wurden vergangene Nacht 2 Truthühner gestohlen und sofort abgcschlachtet. wie sich aus den Spuren ersehen läßt. Die Täter konnten noch nicht ermittelt werden.
** Straßenbahn. Die Haltestellen Alte Klinik-Liebig- ftraße, Walsstraße. Lindenplatz^ und Am«w-Bahn Hofstraße mnbcit bis auf ipeüeres aufgehoben. Siehe Anzeige.
** Beschlagnahme und H öchstpreise von Tier- haaren. Zu der Bekanntmachlng Nr. \V. I. 1772/5. 17. K R. A. vow 1. Juli 1917, betreffend Beschlagnahme und Höchstpreise om Tierhaaren, deren Abgängen und Abfällen soivie Abfällen und Abgängen von Wollfetten, Haarfetten rmd Pelzen, treten am 15. Dezember 1917 folgende 21bänderungen in Kraft: I. Die Besck'LagnalMc gemäß ß 1 dieser Bekannt machung^crstteckt sich in Zukunft auch a-uf tierische Borsten einsckKestlich Schwein eborstbM. 2. Tie nach § 4 zulässige .Veräußerung der von der Berannt- maäiung betroffener (Aegerrstünde darf vom 15. De'e.nber 1917 ab nur llöck> an solche Personen und Firmen erfolgen, die sich iediglick) mit dem Fermentieren, Waschen und Trocknen besä^äi tigen: dag 'gm nicht an solche Personen und Firmen, von denen das Aus o.idern und Züricher besorgt wird. 3. Demgemäß er streckt sich die in tz 5 der Bekanntmachung vorgesehene Ber arbeitungierlautmis auch nur auf das Waschen, Trocknen und Ferment i ren dec beschlag-ahmten Gegenstände: dagegen sind Aus- ^'derrr und Al richten nicht zulässig. Der genaue Wortlaut der Bttanntmackmug ist in der Nummer 295 unseres Blattes crn- zufehen
** Akademischer vaterländischer Abend. Der gvoße Saal des Hotels Grotchnzog w»rr bis aus den letzten Platz
als Tausend Dozenten Und Studenten der Ludovieürna rm Deere. Ten hier Verbliebenen ist die Wahrung eines kvitbaven und für tue geistige Mobilmachung unseres Volkes wichtigen Schatzes anver- tvaut, die Wahrung unseres akadeinischen Lebens und des großzügigen Geistes unserer Universitäten. Das warme Gefühl für drefe schöne Msgabe ivird durch solche Veranstaltungen immer wreder gestärkt und gehoben. Im Lause des Januars soll ern zwecker akademischer Abend in diesem Semiester folgen
** Gesell s cha ft für Erd- und Völkerkunde. Ter für heute angesetzte Bortrag fällt aus. Siehe Anzeige.
** Stadttheater. Es sei nochmals daraus hrngewresen, daß in dieser Wvch? die Vorstellungen ansfallen und erst am näckf- sten Sonn'.ag wi.der Vorstellungen slattsinden: gegeben werden am Sonntag, 23. Dezember: Nachnittags das Kindermärchen: „Der Lügenpeter" von Franziska Becker und Abends: „Tos Drer- mäderlliaus". Vorbestellungen für sämtlickx Feiertage werden von jetzt ab an der Theaterkasse entgegengenommen.
** Jose L-abero, der Mann mit dem 6. ^>rnn. gab gestern nachmittag und abends im Fürstenhof seine ersten Vorstellungen vor zahlreich erschienenem Publikum. .Herr ^abero löste die ihm gestellten Ausgaben, von denen einige ziemlich komplizierter Natur. waren, und in ihrem Endergebnis Heiterkeit und Beifall erregten, mit Sicherheit. So setzte er u. a. den Gelenken eines Anwesenden, den in der Handtasche einer Dame vennd- lichen Korkstopsen zn entnehmen und damit einem andern Herrn einen kunstgerechten Schnurrbart anznmalen in die Tat lim. Weiter entnahm er, dem Gedankengang eines Herrn folgend, einem andern Herrn die Brieftasche und ttennte mit der darin- befindlichen Schere die Nr. .50 aus der Einttittskatte eines, andern Herrn, holte, ohne die Garderobeiiummer zu wissen, einen Ueberziehev und zog ihn dem Eigentümer an. Auch die Darbietungen von Gesängen nnd komischen Votträgen des Künstlcrperstonals fanden lebhaften Beifall. — Die Vorstellungen Laberos werden am Montag und Dienstag sottgesetzt.
** Pachtpreise für G a rten gel ä nde. Es wird neuerdings wieder Klage darüber geführt, daß Grundeigentümer von ihren Pächtern für denselben überlassene Grundstücke Pachtbetrüge fordern, die den wirklict>en Pachtwert weit überschreiten und einer gewinnsüchtigen Ausbeutung der Pächter gleichkommen. Zum Sclwtze der Pächter gegen solche ungerechtfertigten Ausbeutungen hat der Bundesrat bereits im April 1916 Bestimmungen erlassen, die der unteren Verwaltungsbehörde (für die Stadt Gießen der Oberbürgermeister, iür die Landgcmeiiwen das Kreisamt) die Befugnis geben, Höchstpreise für die Pachtung von Grundstücken sest- znsetzen unter Berücksichtigung der Pachletträge, welche für gleiche oMr ähnlich Grundstücke in den Jahren 1911—1913 durchschnitt- l'idi gezahlt worden sind. Tie Grundeigentümer werden daher eindringlich davor gewarnt, von ihren Pächtern unangemessene Preise zu fordern, da sie im Falle der Beschwerde des Pächters zu gewärtigen lmben. daß der Pachtpreis von der unteren Verwaltungsbehörde auf den wirklichen Pachtwett herabgesetzt wird, der unter Umständen noch geringer sein kann, als der jetzt gezahlte Pacht- b e i rag.___
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alU zu jug.','!> rischem akademisclfe.M Le^e, auch m d e em Winte- scmester vereinigt. Herr P'.chessor Dr. Kahle sprach. u"t-r''ützt von Lictztbild.-rn. über Palästina und lprb ein arsclfaulitzeZ Bild iktii bnr« ! t iiio.cn Lande, in deni sich 'etzt uns alle ind.res ier.n^cn
Kämpfe entn iirSclt haben. $xrr Proseswr Dr Strecker sp-ack> in zünoeicden Worten über den „Nationalge^Mitttk" bei Ficht'. Musik- Vorträge .vechselten mit allgemMwen vaterländischen Liedern ab. Herr Prozessor v Schia n sprach znm Schl isse alle - Ber.instattern den herzlichsten Dank der Ver'amnrel'en au.' un5 schloß den l cher zu schreit . erüberg-aanginren schönen A end, der allen Teil e^ern ein erfreulicher Lichto mtt in d^pn akademischen Leben geir^ ei ist. Die der Rektor in der Eingangwede herv-orhib, stehen iveit nrehr
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Einbrnchcrn erschosjen. Die »ugel Kal > »ni> iubrk den Ta-
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Die (Boldanfauffteüe
in den Räumen dcr vezirksspartasie Gießen ist morgen nachmittag von 2 bis 4 Uhr geöffnet!
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t T <■ r m ti n h t 16 De» Der vielfach vmbesttafte Zag- löhnet öeint. Bccke'r and der »lrichialts viel,ach venbestrach Sandlet Jtledt. Gottlob G t o l; ans Ctienbad, L®
nciaftt, als sie ein Sah oan 200 Sticc ®en*ot tottfAaffen moHter «tofi war nur beim Trausvort bclnlsltch. ^^ct >»ai der Ttct Et war stühet bei der Ptma. aus denen Lager das^a» »ammb. beschäsiigl und soll sie nach und nach um tlwa 200U wun « stöhlen haben. Einen Teil der Triifcctp »tute t ? nb man tabern bisher unbefttoften Porteieuiller ooh, .501 p ? f 0t *' in n^nnirtj Inclt nunmehr bon bet Straitammcr wegen Sefilenet w Monate Gefängnis, Groß wegen Beihilfe I .»abt und Becher »wet Saht. Zuchthaus. Bei Jager lördtrte die Sausluchung auch noch grobe Mengen von Lebensmilleln zutage. S>t Wurden besallagnahnit und Jäger »wurde vom Schossengettcht Osfenbach wegl'n Vergehens geaer. das Ketdenhmrdelsverbot zu 1500 Mk. Gelourase ^surtetttt ^ Strafkammer sprach ihn aus seine Berufung irci, da vre Berdachtt- gründe nicht ausreichten. Dagegen hat Jäger gegen vcttckwden^ Lebensmittelvcrordnungen verstoßen, nxrS em werteres Nachjplet für ihn haben dürste
verrnischtes.
* Ein Tabakersaß. Uns wird geschrieben: Mit den Er- sindungsLinsten der Frauen in Küche und Vorratskammer oegrnnen auch die ?Nänner zu wetteifern. Ter Tabak fürs Pk^l^n wir'- immer knapper, die Rauckünst des männlichen Geschlechts ave- nimmt zu. Da heißt es strecken und eigene Rauchkräuter ettmden stttkßblättcr. die an der Luft getrocknet werden, vertragen erne gut-- Mischung mit gettocknetem Waldnrttster und einigen gedörr^n Lindenblüten. Mit diesen Kräutern vermischt werden die zerriebe neu Zigarrenäbschnitte, die ein kluger Raucher beizeiten gesammelt hat. Dieser Tabakersatz habe einen milden Geruch und soll, ww einige Rauäwr erklären, auch ganz angenehm schmecken. Jeden falls habe er einen Ges.tmack, an den man sich geivohnen könne Rancksteindliche Damen behaupten freilich, das .Kraut eigne sltt s<ist mehr zum Teeganuß als zum Rauchen. Aber ob das nutzt bloßem Neid wäre! ? .
Landkreis Gießen.
** Allendvrf a. d. Lumda. 15. Dez. Der Ober-Post fichasfner Friedr. Schn eider. welcher als Feldpostschassner tätig ist, wurde mit dem Hessischen Kriegsehrenzeichen ausgezeickrntt.
** Großen-Buseck. 16. Dez. Musketier Ludwig Aff wurde zum Gefreiten befördert und iplt foemi Eisernen Kreuz ausgezeichnet. E
Kreis Vüdingen.
# Büdingen. 17. Dez. Fürs Vaterland starb nach 39- monatiger treuer Pflichtersülttmg der Untew-sfizier Peter Jäger, Inhaber des Eisernen Kreuzes nnd der Hr,fischen Tapsetteits- me^aille. — Effolderbach. Ten Heldentod starb der Schütze Wilhelm Adam. — Kefenrod. Tie Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der NttlsMier Friedrich Sinne r. — Nieder- M o ck st a d t. Tie Hessische Tapsctteitsmedaille erhielt der Kan-o- niec Ludwig Wilh.'lm Ulrich — Wolf. Znm Unteroffizier befördert wurde d:r Kriegsfreinnllige ,H.'inrich Kau per, Inhaber des Eisern.en Kreuzes und der Hessischen Tapferktt'smedaille. — Wall ernhausen. Fürs Vaterland starb der Muskttier Karl P reu sch, Jnl-aber des Eisernen Ki^euzes.
Kreis Schotten
# Schotten, 17. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Karl Franz. — M i che l b a ch. Die Hessische Tapfer- keitsmedaille erhistt Otto Fischer. — Ulfa. Fürs Vaterland starb der Untewffizier Heinrich Jüngling, Inhaber des Eifer nen Kreuzes und dcr Hesfifckwn Tavierkeitsmedaille. — R u - d i n g s h a i n. Auf dem Felde der Ehre starb dcr Gefteite Karl D a m b m a n n. — E i ch e l s a ch s e n. Fürs Vaterland starb der Musketier Otto Schmittberger. — Sichenhausen. Auf dem Felde der Ehre starb durch Granatschuß der Musketier Wilhelm R u p P c l.
Kreis Frievberg.
# Fried brr g. 17. Toz. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Mbert M ei fing er bei einer Maschinen gewehttnippe.— W >ohnboch Das Eiserne Kreuz und die Hessische TapferkeiK- medaille erhielt der Muskttier Ztudvlf Zinsheimer.— N i e d e r - F l o r st a d t. Die Hessische Krieg:verdiensttnedaille er- dielt der Veterinär Hermann ^Klein, Inhaber des Eisernen Kreuzes. — Griedel. Tie hiesige Spar- und Darlehnstasse ist v\ eine Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht nmge- wa'dell worden. — Weck es he im. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Otto Heck; auch wurde derselbe zum Unteroffizier be- fördert.
Letzte rittc^rrcvten.
(WTB.) Großes Hauptauurtier, 17. Drzenwer (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.
Auf dem Südufer ocr Scarpe und in einzelnen Av schnitten südwestlich von Eambrai lebhafte Feuertätigkeit.
Starkes Artillerie- nrrd Minenfeuer lag auf der Süd front von St. Quentin.
Heeresgruppe .Herzog Albrecht.
Nördlich von St. Mihiel und im Sundgau mar die fran zosische Artillerie tättger als an den Vortagen.
Leutnant Müller errang feinen 38. Lustsieg.
Oestlicher Kriegsschauplatz
Nichts Neues.
Mazedonische Front.
Zwifichtn Wardar- und Doiran-See stteß eine englische Kompagnie nach heftiger Feuerwirkung vor.
Im Gefecht mit bulgarischen Posten wurde sie ab- gewiesen.
ZtalienischerKriegsfchauplatz.
Zwischen Brenta und Piave dauerten in einzelnen Ab sckmitten hestige Arttllerielämpfe an. In erfolgreichen Unter nehmungen brachten österreichisch-ungarische Tntppcn süd lich von Eol-Eaprple mehrere hindert Mann gefangen ein. Italienische Vorstöße gegen unsere Linien südlich von Monte Fontana-Secca scheiterten.
Der Erste Gcneralguartiermeister Ludendorff.
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Ein Brief des ?ldmirals BereSford.
Bern, 16. Dez. (WTB.1 Die „Mvrnrug Post" veröffentlicht fiolgenden vielsagenden Brief des Admirals Beressord: Wir sind in einer Krisis des Krieges angelangt. Die Lage ist voll von äußeren und inneren Gefahren für den Staat. Tic Zukunft der Welt beruht auf dem Ausgang des titani scken Kainpses zntzschen denr englischen und dem deutschen Reiäv. Wer von beiden Gegnern aushält, ivird gcwnmen Einer muß unterliegen. In diesem ctttföribcnfcen genblick schültt sich eine Wette von Ziveifel und Furck'jtsamkeihüber das Land zu verbreiten, die durch L a n s d o w n e s Brief vetthärkt ivird. Wir befanden unc in vergangener Tagen in einer sch1inim»ereir Lage, aber der uu beugsame Geist Unserer Rasse gegenüber.schemlxir unüberwindlichen Gefahren brachte mis durch. Äicch in diesem Falle wird das Ende dasselbe sein, wenn wsir einsechen, daß .der Sieg mrser. sein miuß — und das britisck^e Reich bestellen bleiben soll. Ter Geist daheim sollte derselbe sein ickie auf her See gnO in den Stiützengrälxm. Sonst werden die furchtbareir Opfer der besten unserer Männer vergeblicki gewesen sein.
Gieszcner Stadttheatev»
Dcr Soldat dcr Marie.
Leo Aschers süßliche Programm-Musik übt nach wie vor tzre Wirkung aus und zieh, iberf Hörer in ihren Bann. Tao schnei- tz lt und lost und füllt o nn Wiener Gesangsspielton ui d e Berlr.rer 5pcrttk'nmanier.' Daneben gel t eine anmutige .Handlung, ge.chntt msgtt>au1, olne ernrüdend: Längen und Weitschvei igieiten. vMt yrd Akten knapp zusammen gedrängt eine zwar e.was mnvahricher i* ich klingende, ganz in das Reich der Ro nantik verbal.ende Am -.ur- cha>1. die aber durch Me Art, iukc sie belxiadelt i't, au Natürlich- feit gewinnt.' öHit näs-eres Eingeln'f aus die Operette enunnt ich durch unsere vorjälrige, aussuhrliche Besprechung. Zu beachten ist nur die veräirderte Besetz mg.
Margot W e r n e r, di. über ein gut gescholtes, zwar nrcht allzu groß . aber sehr sympathisch klingendes und vor allem in der HöG' leicht und sicher ansprc.tzcwdes Organ veriügt, führte um als Vlananu gut ein. Ohne AusdriwglichVeit ivußte sie der Tochtt'r zweiter (51 ' i : 1 nötige 0)razke zu.verleihen. Allerlicdst war Guitel Beling als Mcarie. Gerade diese Rolle verleitet leicht zu etwas derber, robuster Wiedergabc. Fräulein Beling verstand er aber.
)ach fcec Vtatuni als dem ' er ^x>augs,oubrette I ur u^rangen. -vor rcislich fügte sich .Kurt Falken als Prinz Kurt in den Rahmen. 5ckn Spiel nmr voll Leben und die Wiedergabe der Doppelrolle ein ausgcgliclier. Stimmlich zlvar cttvas indisponiert, vennoclue tt trotzdem den 1'snsivrvenliirgen «jeretft zu ivewdeu. Die Besctziulgl
der übrigen Pttrkien war dieselbe wre im viorigen Jahr und lag! in bewährten Häirden. ->v. m.-
Vüchertisch.
— N e u L D e l p h i n -K u n st - B ü ch e r. Zu den lieblichsten Er'ch'inungeu des Büchermar'ktes gehö en die Telphin-.Kunst- Bibchcr. die dem Leser und BesckMner eine Fülle ernster und fröhlichster Anregungen vermitteln. Sie Vommrm nicht gelclwt. nicht iunstigeschichtlich und ästhetisch. Sie zeigen die Bilder der Meister in sauberen Drucken und erzählen schlicht imd einfach vom Wesen nnd Leben dcr Künstler. Sie gehen mnch weiter, indem sie die Künstler selber zu Worte kommen lassen. So kommt neben dem Künstler lwich dcr Mensch in seiner NrspttmglMeit voll zur Geltung. Jetzt sind in ra'ch'r Folge wieder vier neue Bändchen cr'chienen: Thoma. der wimdettich Vn-sponnme -und Verträumte: Menzel, der große, dänronisch.' Zaubern: Grünemurld, dcr rätselvolle Seltsame: Eariwth, der Maler unserer Zeit. Was diese Kiinst- ler außer den Bildern an Eigenenr ,voch MägerteutTt l>aben, die Briefe Menzels, die Legender Eorinths, die Btzkenntmisse Hans Tloma-, da-.' ist so fesselnd imt> anfschllustreich, daß mairch ein Bild erst jetzt in seiner vollen Sck^önheit und seinem tiefen Sinn sich erh'nnen läßt. Tic Bändchen — schönste Galten namentlich fürs Feld — Tbftai 80 Psigt. und er sck^ein^n im Delphin »Verlag München.
— Pariser Selbsterlebnisse während de8 Krieges vw? Tr. Baraes-Deltonr. Preis 3 Matt. Verlag tun „Unsere Zeitgenossen" MünckKm. Wilh'lm-Tüll-Straße 22. Der ungarisch.' Verfasser, der 25 Ialwe lang als Journalist in Paris lebte, nach mchrnmonatlicher freier Tätigfeit_ bei KttcgSbe- ginll l:- als angedlis ' „Haupt der deutschen Spionage" ver-.
haftet nnrrde und Man es nach 9 Monaten Tunfel- und Ciwzet. liast gelungen ish aus der Gefangenschaft zu ezrlrinncn, bringt eine überaits spannende Erzahlimg dcr erst«.! Kricgsmonate. von dcr anderen Seite der Front aus gesehen, so.vre seine Erlelmrsst in der Gefangensck^ast.
— Agnes G. Ruhl: Einer, der die Treue hält Roman g.us dem sockvzehnten Jahrlnuwert. Verlag Gebrüder Paetel, Beriln W. Geh. 5 Matt. Geb. 6,50 Mark. — Den inneren Zwiespalt zu schldern, den die „neue Lehre" Mrmals in Men- ,ck>cub?rzen ben'orrief. Mtt schm manch: Dichter arhxft Aon.-. G Rubi aber gibt in ihrem Buch dock) noch etiva' Neues' der Mann, dem Luthers Lehre das Herz geuommon. will seiner Ki^ mtt de,n remen Evangelium dicneo rmd ihr daduick, die Tr»u- halten. Du Unmöglichst dieses Vor ha Maus bat di,- chaacsärctr bewiesen: es überrasch daher nicht, daß es dern mutigen' m*mu bannt nrcht gluckt. Der tragt,ch- Ansgang aber wittl versölmend aus den Leer: am Schicksal d einzelnen bimat bst Bestehen der gros^n Sach nicht. So ist AgnestO „Einer, der die Treue hielt" trotzdem ein Bub für unser.- \u
Vom äußeren Kamps um Großes lenkt es das Auge aus Mn imiprew Kampf um mcht mmder hohe Güter: ano.u nimmt Anteil ' Ucknck der Menschen, die darin lebe,, uird handeln und lausd-: a , das. was sie zn sagen haben. Stimmung und Poe-, hc^t ü’n-v den
Nattirschldernngen. und in vielon gut b.vbachbn'", vnnvlhei»-,. lä.cht trotz allen Ernstes bisweilen auch ein feiner Humm "
u kT PSr> [ l -r r i*.f ? 1 ^ ® 0 üend e. nk-l, 2,50 'H,'ur Kunden 4 Matt. (v->. mich-r. Verlag, Berlin.
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