itfr Ereignisse drängte indes der deutschen Regierung die Überzeugung auf, daß auf seiten unserer Gegner nichts ge- Bchah, um eine derartige unmittelbare Beantwortung der An- rrage zu crinLglichen. Bon der von Herrn Balfour erwähnten Aeußernug der drmschen Regiernng über ihre Bercitwillig- reit, jede Mitteilung der deutschen Regierung in Empfang zu nehmen, ha: die deutsche Regierung erst durch die Mitteilung Balfours im Itnlerhause Kenntnis bekommen. Weitere Ächrirle in dieser Angelegenheit sind von deutscher Seite nicht erfolgt.
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Amsterdam, 14. Dez. Rot. Cour, meldet aus Lon Üou: Die parlamentarische Kommission des Ge werk- sch a ft sk o n g r e ss e s und die nationale Leitung der. A r üeiterpartei habe gestern einen Bcsthluß gefaßt, mit dem sie verlangen, daß die englische Regierung so rasch wie möglich in sehr bestimmten Ausdrücken eine autoritative Erklärung über die K r i e g s z i e l e, für die die Alliierten den Krieg fvrtsetzen, veröffentlichen soll.
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Die Stellung Lloyd Georges.
Bern, 12. Dez. MTB.) „Daily Expreß" bringt an hervvr- r.gender Stelle einen zwei Spälten Langen Artikel, in dem Lloydj ftle-orge auf die seine Regierung umgebenden wachsen de ifl Gefahren aufnrerksam gemacht mtd ausgesdrderr ivird, an das Land zu avvetlforen, um ein antschfodens Mandat für die Turch- iützrung des Krieges bis zum siegreichen Ende zu erlangen. Der Artikel weist darauf hin, daß in seiner .Au s am men s etzung das schwache Koaiitions lab inet t im Unterhaus^ beständig an Baden veclrere, wie die letzten Mstimmungeu gezeigt haben, und binnen! kurzem nur noch die in der Miuderl-ttt befindliche lltfionisteir Partei kinter sich haben rverde. Lloyd ßlevrge solle niafo allzuisst daraus vertrauen, daß sein parlameutarischLs Genie alle Zeit den. Sieg behalten werde. Bei der iMckick^en Debatte über seine jMk'. inj Paris habe er nur dadurch einen scheinbare!: Triumph erlangt, daß Asgnith außergetväbnlich schwackr gewesen sei. Es fei zu befürchten, daß bei der nächsten Gelegenheit viellttcy-t die Mstimmiurg Lloyd George ftür»en und Asguich an seine Steile treten, werde. Die Zeitung emv^chtt daher Llshd George dringend, sichj über die ihrer Ansicht nocb nicht stichhaltigen. Gründe gegen die illbhaltung allgemeiner SMfci im K-ttege bimvegzustchen tmd durch, cin«r Appell an das L-rmd d^r drehenden Mtcrstrophe im Parlament Kicporzuksmnvert.
Bonar Lmv troftet die Gliiubtger NAtzlands.
London, 12. Dez. WTB.) Im Unterhaus erklärte Bv-nar Law bei der VegrünÄrmg der Kredftvovlage von 550 Millivnen Pfund. L«ß man bei der ^Eirtbrsirgung der letzten Krsditr 'oicrr/i 400 Millionen Pftmd mit 50. Orwber angLnvmmeu t>aS«, oicfo Summe würde die Ausgaben bis zur ersten Januarwoche decheir. Der neue Kredit erhöhte die Summe für das Finanzjahr auf 2450 Millionen. Tie dur.ch'ckMttliche tägliche Ausgabe betrage für 63 Tage vor dem 1. D?zc:rrber 6 794(>OO Pfund. Tlts' üdtr- fckrttte die Schatzung im Budget njn 1 383 000 Mund -täglich.
Der Betvag, tun welchen der Lurushaltoiorünstlstag WerfchEiltttt ist, beträgt 309 Mllcknen, doch-, i {i hiervon die Sumnw abzuMcheu weiche gedeckt wP oder Gedeckt werden kann. Diese Summe wird aus 225 Millionrn angenvimnrn. Einer der Gründe fi'rr den ver- metTien )!nrn' ! s für sy*zr war bk. AuSoehuung des Flug w r i ^ a 7. Äu anderer Grund für das Annachüm war die große Zald s.r ül M ei vp-ot am icu ümrcjföctcn indischer! Truppen iöti> Ser Bte Berrsg rührc von Sem Varrücken unserer Truppst i n Frankreich und V a l afit nga her. Donar Law bespoard dann dir den Dvntiwums und den Ällftrrieu gemaMem Mrrschüsse und erTärre. as.ß die Bvransckläge für die Tvminrons nick- überschritten w-rden seien. Ter Muffrer ging dann zu R u si 1 a rr d über -mb sagte, er gosst nickt, daß dos Hans die ,BÄ>errtWtg der dortige:'. Gevchchnifie überschätzen werde, "Es "ist zreiMch sicher zu erwarbt, baß ''früher oder später Rützland eine gefestigte Regierung fiabm wird und es ist nicht anzunehmen, daß die AnstoenglMgien, welche das rrrsfts-cke Volk macht, um feine Frttheft und feine freie Bewegung zu begründen, anders! als mit der AnnirllMg einer anerkannter verantwortlichen Regierung für dies Land enden wird. Wem: erst eine gefolgte Regierung^ in Rußland freffofyt, so weiß sie. daß die EntwrLung seiner HÄfsmtetlen und des Wbhbwgchrns Rußlands unmöglich sein toürde ohne Hilst, und.daß eine finanziÄle Unterstützstng lunniöglich^ wäre, ohrre daß die früher gemachten Schulden durch diese Regierung anerkannt würden. Daher wird das in Fragte stunde Geld früher oder später erstattet werden lönrrerr. Wenn der Krieg zu Begum des nüchsvm Rechnungsiahrcs rwch anoau-ert, wird -es die Mickt der Regierung sein, im nächsten Jahre eine Trgän- zu ngs st euer mrszusch-rribeu, welche die Sicherheit gibt, daß, weirn die Ferndsttigleiten mrigchsrt haben, nicht die Möglichken bestehen toürdc, eine neue Steuer einzuführen, um den Verbrauch zu deckrm und sie hofft, daß im Gegenbeil der erhaltene Betrag es möglich machen wird, eilten Teil der KttivgSbestenerung auf zuheben.
London, 12. Dez. 'WTB.1 RetttenneLdung. Unterhaus. Die Kredikvorlage ist angenominen worden.
und über seine angebliche Mission, in Friedensverhandlnngech
einzutreten, von keiner Seite Bestätigung.
Vie Aufhebuxg der parlamentarischen Zmmunttät in zrantreich.
Paris, 13. Dez. (Priv.-Tel.) In der Kammer wurde gejtern nnckMittag^ das Ansuchen der Ermächtigung zur Strafverfolgung Eaillaux' verteilt. Der Brief der MÄitär- gouvermmrs von Paris, der die Aufhebungderparlamen- tarischen I-mmunität verlangt, lautet folgendermaßen:
Im Lause von Unter1>uchiungrn wegen Verbindungen mit dem Feinde, die «TSgenwartig von deir bürgerltchen und militärischeit Ge- riiäcn verfolgt werden, wurden bei fast albert Besckmldigten z a hl- r eiche, vrnt Joseph C a i l l a u x ausgehende Briefe entdeckt die leinen Zweitel über die zwischen iltzn. und den Angeschuldigten, bestehenden BrzielMngcn lassen. Tie Prüfung dieses Sck)rtfttv>echse1s ist besonders bernlngend uüd mußte besonders die Anfnrncksamf-eit der Justiz auf sich zielen. Es ist schon schiverwiegerrd, wem: ein Staatsmann von der GHttoto Catll-anx', der die höchsten Staatsstellungen geleitet lat, der,die Ehre hatte, die Politik seines Laibes zu leichn und der gern in seiner Esttens'chafi als» .Führer einer großn^ Partei auktrat, enge Be;stff.cngen und eine nicht zu bestreitende Bertraulichstit mit französischen oder ausländischeit Abenteurern uttterhAlt, die ihre Hrrntdiungen, Bestrebungen und Kundgebungen seit Beginn des Krieges selbst weniger Unterrichteten verdächtig machen rnußten. Gewiß begreift mcut. daß ein bckdeutenber Politiker zufällig da hm kontmen kann, mit Menschen vorübergel-entce Bezie-- llungeit anzurmiPfen. deren Vergmtgenhett er nicht kennt und die, sein Vertrauen täuschend, urtter ident Sckpche seines Namens und seines Einflusses die schlimmsten Llbenteuer anSzufühven suchen, -wer deoartige Schwächen werden a^strlüh, wem: sie sich öfters '.viederlrl-eit, ivenn sie iabveianss andau-ern, w«nn sie die davon Be- tretten-en dazu n'G». u, sich in bk InchaixnunOen, ihn dloßsteNendrit Handlungen tthtein^itchcm zu lassen. Jedenfalls "wird Eaillaur, selbst wenn er sejue Urtten.ru bet Bsrun» Bs^Mntgen bewisn
nxtat er sei Ne ewb»?vt«ik bei B-vffi!«n träger Beiß«stnngettz benxis eni bie Ansichten der Leute formen lernte, de rcn er in irnllu rper Weise fomnt ttnrlTttwi?tt U?u gang gönnte, obwohl es ihm! an Waentmgen aller Art n\&.t ßstlte. Dir *im Laufe der Unterfuchimgen gegen Bolo bes<ß»LMte^tt^ Brießi»schsel ivirkt besonders belastend. In rmchrrren von EaiLanr an Bolo ztoisthen dem I.Mcri 1916 und dem 26. Juli 1917 gesckrriicheneu, Briefen fordert Caillaux Bolo wiederholt auf, sich bei ihn einzafindsn, da er eine Menge Dinge. mix ihm zu beforcrfen strbe, die er nicht brieflich ntitteilen könne. !
D^r Gouverneur von Paris fügt hinzu: Der DriefwräMl wurde in entspvvffende!' Wendungen fortgefet-t, selbst nach brm Zeitpunkt, als Bolo unter die Anklage des .Hochverrats gestellt, war. Ewllaw/ .beivcchitt.dem Angüschuld'igten dieselbe A-nhMglichfoit. Diese Briefe ch ezeug eit, daß beide eine gemeinsame AngÄegenhert. und BrrrvauttchHeiten imtereMMtider hatten, die sie mit Vvisicht um> grbett ’bmut unst d«- gEügfou. um sie verdächtig zu Machen. Ami 5. Alt««st 1917, w»>Lge T-axe vor 'B»l»s Berhaßttmg, schreibt CaiL- brux ipm . ixm e,s Tmi-nCWT als notwendig l-inzustellen, daß der Feld-- zug -gegen itm anistchre.
Der (fouvermeur von Patts spricht dann noch vor: den Be- zrehungen L«tllaur' zu Almereyda. Er sagt, daß er ihm eine I.Timife TanÄarkeit für reichlich bez^blte Dienste bewähre, die er chm zurzeit des Prozesses bewiesen habe. Weshalb hat sein fran- 'öfttcheo Gefühl nicht aufbegehrt, als die ^stitung „Bonnet Rouge" 19l-» ehren secacscheuungswürsige n Sefattistischeu Feldzug begann, üer- bereits ven späteren Hockverrat orwausseheu ließ? Der öd- schtaUimhntre Briefwechsel wird während des Jahres 1916 und bis Mr Stunde der Gerechtffckttt im Jahre 1917 fortgesetzt. Cül- laup^ miMlltgte den Feldzug AlmereydoS etwa niM, fmü^rrt beglückwünscht ihn zu den Artikeln und drückt ihm sein Bedauern aus, daß er nickst Uvei von ihnen, die zweifellos von der Zensur angehalten worden seien, cm alle Senatoren mtä) Deputierten schicken frmrte. Caillaur begLückwünscht ihn am 27. 7. 1915 für den
ÄrTtikel " .•'l ) fStTT * ftrtt ß K 1 Q1 Fi rfvt^ i5>m
77, 78, 79 des Strafgesetzbuches mtb 235 und 64 des MikitZv- geietzbuches zu ahnden sind.
Paris, 14. Dez. Caillaux zerriß gestern kein: Verlassen der Kammertttbüne im heftigsteu Zorn die Anrlag<-:chttst und warf die Stücke vor die Ministerbank.
Lie österreichisch-ungarischen (ßrnährurrgLfragen.
Budapest, 14. Dez. (L. A.') Am Ende der Wsck>e findet in Wien, wie das Blatt „Dali Hirlap" meldet, ein Krorrrat starr, in dem endgültige Vereinbarungen in AngE-egenheir-eu der Drnüh'- rungsfrage zwischen den beiderstttigen Regi-ertmgcnt ;tattfmdev sollen.
Leettieg.
Rcue A-Bovt-Erfolge.
-Berlin, 13. Dez. (WTB. Amtlich.) Im Mittelmeer wurden wieder 12 Dampfer und sechs Segler mit über 50000 Bruttoregistertonnen von intfemt U--Booten vernichtet. Tie Mehrzahl der Dampfer imrrde trotz stärkster Sicherung durch U-Boots-Jäger, Zerstörer und Fisckdantpfer aus Geltttzug herausgeschossen. Lebhafte spegenwirkung der Geleits- fahrzeuge blieb in allen Füllen ettolglos.
Ter Transyortverkehr n-ach Italien und den Kttogsschautstäyen am östlichen Mitfolmoer erlitt erhebliche Einbüße. Im besonderen konnte ein großer verseirkter Dampfer als ein Trirpyentrausporh- schiss nach J-talien erkannt werden. Bei einem attbern wurde die Bestimmung nach 'Saloniki festgestellt. /
Unter t»en vernichteten Schissen waren ferner die bewaffneten englischen Dampfer Karetta (5285 T.), Kohiftan <4732 T.) und Ovid (4159 T.), sowie ei'.t mit mindestens 8 Geschützen bewaff itefor Hilfskrettzer, dessen Besatztmg beim Untergang schwere Ber. ftffte erlitt.
Ter Chef des 2ldmiralstades der Marine.
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Amft-erdanr, 13. Dez. (WTB.) Dfo Blatter tstelden aus London, daß Lloyds zufolge die englischen Dampfer „B r i t a n n i a" und „C a 11 i o p e" v e r m i ß t werden.
M§ dem Reiche.
Die ta«ie in Rnßiano.
Amsterdam, 13. Dez. Reuter meldet aus Petersburg: Drahtlichen Nackrichteu aus Rostow- zufolge ist die S'adt von Ka l t b i u b c 1 a g e r r. Btt Revitschaven ist ein .üantp' im Gange. Die Marimalisten werden Lurck, die Geschütze von Abtttlungen der Schwarzmeettlone unterstützt. Btt Belgorod druett der heftige Kampf fort. Bttde Parteien katten irroße Verluste.
Rotterdam, 14. Dez. Der Berlnmd der russischen Eisens bahnunrerbeamttn teilt mit, daß die SfirrmbaLaillone geschlagen worden lttrn. Verstärkungen von Kosaken Kaledins seien unterwegs. Die c^ttrrmüataiffonc bestätigen, daß sie infolge oer letzten Befehle Duchonrns unterwegs nach den: Kaukasus feien.
Berh«ftu»g der 51adettenführer.
Petersburg, 13. Dez. WTB.'' MttMmg der Petersburger T-tt-egraphm-Lg-nrur. Folgender Erlaß ordnet die Verbaftuttg der Geqenrcofi'un märe, der sttndttchen Militär- und Zivilchefs an: Die führenden Mitglieder der K aderten o r g a n salionen nrüfien, da sie Feind? das Valfos find, verhafteü werden und durch revolutionäre Gettchtsdö-e abgeurtttlt werden. Die Sowsets Urersttts müssen Maßnahmen zur Ue^erwachnng der Kadettenvioanisattou-m im Hinblick au' ihr Ernverständnis wft dem Militär mtd den Ztvtlchess K ale bt n s und .ü o r n t l ow s ge- nen die Revoluttan rrefteu. Der Erlaß tritt mit dem Augenblick der Verösfentlickiung in Kraft.
Die kouftitnierende Versammlunst in Rußland.
Basel, 11.Dez. Aus Patts wird gemeldet: Die russische konstituierend c Versammlung ist am Dienstag imch - mittvg 2 Uhr im Saale des Rwolutionskomivees zusammengerrtten.
Die rvaffenftMandrvechandlungen.
Berlin, 13. Dez. WTB. Amtlbch.) Die russische Dtte- gLttvn nt am 12. Dezember zur Fortsetzung der Waffeustill- stLndsverhandlmtgen veräocednngsaemäß in BresELttvwSk ttn- getroffen. Die nächste Vollsitzung findet am 13. Dezember vor- mtttags statt.
Wien, 12.
i*h : WTB.', Wie von unterttchteter Sttlr
mugetesit ivird, entsvttchl die aus Kopenhagen stammende Nach ttcht übe:: die Demobilisierung der russischen Arnteev «rcht den Tatsachen. Wohl hat der Rat der Volkskom- iMfiare ichou vor einigen Wochen die Demobilisierung und Ent- lasnr ng d er drei, auch vier ältesten Jahrgänge verfügt. Eine Krtordnuna über eine weitere Verminderung der russischen Trurvendenande iv aber bisher, sowttt bekannt, nicht erlassen woroei^ lrbenw ^nn-ven dte Gerüchte über die ErnLnnung des General Ttcherbatschew rum russischen Oberbefehlshaber
Artikel: ,,O diese EnglätÄettfi am 6. 8. 1915 überrttchtc er ihm ttnen Brief seines gewöhnstchen Bettchforsdatters und spttcht über dte Bm-söhnung dos Danses Cobrnrg mit Rom, die ihm als Dat- sackle von Btt«ut!M.z «-scheint, imd kennzttchnet die Bedingungen dner Umwandlung der Bo l ka n poli 1i k. Tie Anklageschrift erivähnt werter, daß sich Caillaux' Sympathien übttgens aus die ganze Umgebung Mmereydas erstteckten. Zuerst hatte man in foirticn ÖQitbluncpen nur bedauerliche Unvvrsichtigkttten sehen können, aber eine neue Tatsache l>cctte sie tn ernsterem Lichte erscheinen lassen.
Ter Militärgonverneur ettmrett wttter an die Angelegenheit Cavahlini und> o.n die BeFegmmg, die Cavallini, der von Lnostelot und Comby vorgestellt wurde, mit Caillaur hatte. Einige Tage später wtrrde Comby und Lottstklol von Cavallftri in Lausanne entpfaitgen, und hatten eine Nttterrednng mit dem K h e -- dive, in der es sich, wie sie sagten, darum l>andelte. die Türkei von^Oesterrttch-Ungarir und deni deutschen Bündiris loszureißen. In der glttcken Zeit findet Caillaux mft einem Paß, der aus den Namen Joseph Renouard lautet, Cavallim in Rom wieder. Tie Handlung Caillcrix' in Rom trage so bedenk!ÄMt Charakter, daß es nicht möglich ist, achtlos daran oorüberzugehen.
Paris, 13. Dez. (Privattel) Meldung der Agence Havas. Dem Anträge aus Genehmigung zur Strafverfolgung gegen Caillaur sind Dokumente bttgesügt, deren Zuverlässigkeit gewiß ist und die sich im Ministettum des Aeußern befinden. Es geht daraus hervor, daß Caillaux im Dezember 1916 in R o m Miilt Persönlichkeiten in Beziehung getreten ist, die in ieder Hinsicht verdächtig sirrd, nicht nur wegen ihrer Vergangenheit und ihren offenkundig neutralistischen Änschmrnngen, sondern auch weaen ihrer wohlbekmrnten deutsch-freundlichen Beziehungen und Gemhte. Wegen dieser Gefühle standen sie schon damals im Verdachte, die Interessen Deutschlands in Jtatten zu fördern, ttn Verdacht, lder stttbem durchcuts gefördert svurde, da drei davon als Mitschuldige Cavallinis verhaftet worden sind. Noch schwe- lrere Tatsachen wurden enthüllt im Laufe einer llnterlwltung, die Caillaux in Rom hatte. Sogar in 6>egenwart von bedeutenden Pettönlichkeiton soll er sich nicht gescheut haben, verbrechöttsche Propaganda zu machen. Er kegle dar, das Mmistettum Bttanb sei kurz vor dem Sturze und wikrde zweifellos durch das Ministe- rmm Clemenceau ersetzt werden, das nur durch die Verschärchng des Krieges bestehen ^ kmrne, aber durch neue militärische Anstrengungen schnell erschöpft iverbe. Frankreich könne den Kamps iricht über das Frühjahr 1917 hinaus fottsetzen. Dann werde er die Macht übernehmen und den Frieden unterzttchiren. Italien müsse sich also vorbereiten, mit Deutschland ttnen Sonderfrieden zu schließen. Die Welt werde etttaunt sttn über die fl&orteifo, die Deutschland Italien und Frankrttch werde gewähren konven. Denn alle Kttegskvsten würden von Zrußland und dem Balkan getragen werden müssen. Serbien werde vettcktwinden. damit geschehe chm nur Recht. Auch Rumänien werde verschwinden. Das sei ein Unglück, aber es stt besser, daß Rnmänien bezahle. Schließlich ist jene Schlußfolgerung zu erwähnen, denm Anführrmg allein genügt, um ihre Schwere zu kennzeichmm und das von Caillaux verfolgte Ziel darznstiellen schttnt: Sobald der Frieden unterzeichntet ist, werde Frankrttch ttn Bündnis mit Deutschland, Italien und Spanien schließen gegen Rußland und England, die wirklicherr Feinde jener Lander. In der Begründiut<t des Antrages ivird dann die tiefgehende 'Aufregung dargestellt, dic diese Reden in politischen und diplomatischen sowie militätt?' scheu Kreisen Italiens und mrtcr den Botschaftern in Rom verursacht haben. Die Frage wurde «mfaewovsen, ob man nicht zu der brutalen Maßregel der Ausweisung grttfen solle. Die Gesandten Rumäniens und Serbiens stießen Älarmruse aus. In der Presse rmißten heftige Proteste durch die Zensur unterdrückt iverden.
Der Antrag aus Genehmigung der Strafvettolgung schließt folgendermaßen: Aus der Gesamtheit der angeführten Tatsachen ergeben sich aus rächende Berdacht-gründe gegen Joseph Caillaux, während b9s> Ktt«res Die Auslösung mtforer BÄndniffe im Bcr' lause des militärischeit Unternehmens betrüben und so die feindlichen ilSaffen mtterstützl zu haben, Verbrechen, die nach Artikel 76,!
Berlin, 14. Dez. Das „Bert. Tgbl.^ meldet: Legationsrak v. St um m . btt der deutschen Gttandtschcrfi im Haag ist ins Aus- wärttgL Amt nach Berlin versetzt worden. Er übernimmt den Posten des N n t e r st a a t s s e k r e t ä r s v. Radowitz. Baron v. Maltzahu überrnmmt deir Posten ttnes Legattonsrates btt der Haager Ge sawdtschaft.
München, 11. Dez. (WTB.) Die re ich s deutsche was f e n b r n d e r l i che V e r e i n i g u n g , O r t s g r u v p r Münch rTt r hat ihre erste öfßMtliche Veranstaltung in Süd deutschland eröffnet. Der König, der seinen Besuch zugesag- hatte,^ war am Erscheinen verhindert. Das Ministerium war anwesend. Die einfoitende Ansprache hielt Oberbürgermeisst. Ritter v. Borscht nher die Ziele der Bereinigung. Daran schloß sich die Begrüßung durch Ministerialdirektor Infto (Benin, an, der im Namen des Präsidiums der Gesamt veremigung über die Organisation sprack). Geh. Negierungs rat Flemm, Professor an der technischen Hochschule in Char- lottenburg, hielt einen Festvortrag über die Möglickffeiten und Ziele mitteleuropäischer Binnenschiffahrt als Grundlage Mit- teleuropas. Das Hauptgewicht legte er auf den Mittelland^ kanal, den Rhttn—Main—Donau-Karral. Für den Ausbarr entscheidend seien die Bedürfnisse der Schiffahrt.
9m Sladt unb CanO*
Gießen, den 14.Dezember 1917. Warrrm msßten die Drucksachenpreise «vchmal- erhöht werden?
Ter Deutsche Buchdrucker-Berttn, die nuhezu 50 Jahre beste» hende Berttnigung der Buchdrttckerttbesitzer Deutschlands, klärt in weben versendeten Rrmdsck-rttbcn die Truckauftrnggeber über die Ursachen der -abermaligen Preiserhöhung aus.
Einen sehr stark ins Gewicht sallendetr Anteil an der Steigerung der HerstellungsÄsten der Drucksachen hat die höhere Entloh- mm.g, die der Arltttterschaft des Buchdruckgerv-rrbes rnstt'ge der außerordentlichen Verteuerung aller Lebensmüte! und Gegenstände des täglichen Bedarfs bewilligt werden mußte. Ge.genwnrfig nnvden noch etwa 20000 Gehils-eir im Gewerbe beschäftigt, von Herren ttc mttsten verheiratet sind und höl)ere Teuerimgszulagen als die ledigen Gehilsiit erhalten.^ Die bewilligten Telterutrgszulagen bttragm jährlich rund 16 1 o Milliouen Mark. Tabtt sind nicht mftmwechnet die Teuerungszulagen für das Kontor- mtd HilfsPersonLl, die mit rund b\/o Millionert Mark an getrommen werden müssen, so daß dv gesamtett Mehrauswendungen für Teuerungszulagen die ßmtlichc Summe von 22 Millionen Matt betraget!. Weiter kommen binzv die Kriegsbeihllfen und die Unterstützungen der Familien orm Kriegstttln-chmern, die sich in den ersten drei stttegsjahreu am übet 9 Millionen Aöatt belaufen haben.
Sicher noch schwerer als der Mehmtrifwattd ait Löhnen M ins^Geiwicht die Verteuerung aller von tveit Buchdruck: rewetri-ckay benötigten Materialien. Nach zuverlässigen Festsfollmtgen haben sich erhöht: Farben 200^—300 Prozent, Druckfirnis, I-irnis-ersatz ttnw oOO, Walzen 400, Schmieröl 600, Bänder, Zur schiert aterial u. dgl. 400, Waschmittel, Putzmitttt, Lappen 300., Lohfon 100-300. Strom und Ostrs 50- 150, Schriften 75. Setzma \ chinemn-ttall 200 Utensilien aus Metall und Holz 70—200, ttlebffosfe, tt-ftistereruw 500. Htttzwirn, Heftdralst, Packmateriai 500, Sterevchpmttall. Weichblei 250, Sforeotypmaterialien 500, Roll- und Spoditions- gülder (und zu erwartende Mehrfracht) 150—200 Prozent. Zu -allen diesnt ^Nefoaufwendim>ren kommt, daß sick bet dcut ^rttsV Brtttebelt der Friedensumsatz um ttn Tritttt bis zur Hälfte vev ttngert bat. Die Äöcchttostert vetteften sich, somit aus eine vernrÄ- dette Rcengc hergestellter Arbeiten.
Für tte Erhöhung der Truchacherrpretse, die sich nach den vor- stellenden Angaben als eine unabivendbare Maßnahme darßellt, bar die Truchcreffe-Tariftommission ^es Deutschen Buchdrucker- Vereins im Emoerständnis mit dem aus Verftetma der Arbeitgedo und Arbttmeditver des Buchdruckgewerbes besl eh-mdrit Tattchusschus der Deutschen Buchdrucker^als notwendige Auftchläge auf die Fri» densprttfe vie solgeudetr Sätze ermittelt und festgesetzt:
Satz amd Truck:
btt allgemerneu Drucksachen eimacker :md besserer Art (Akzidenzen), Formularen n. dgl.
bei Karat »gen, Preislisten rmd ähnlimmt Arbeften
größeren llmscntgrs ..
btt sogen. Qualitätsarbttten sin mülenveter «st Massiger Ausfühttmg).
^lufmachungs-, Broschur- rmd Buchbrndevcrrbttteit .
Stereotypen und Galvanos müssen wegen der außervrdoft- lick, verteuerten und sich noch weiter erhöhenden Metall- prttse mit einem Auffchlag von 250f/o berechnet werden.
Das zu deir 'Drucksachen verwendete Papier nnrd nach dem wechsttndeu Stande der Papierttnkaufsprtts c berechnet.
/Die Aufschläge rttchen' gidrstigsfonfalls nur aus, um die fft stauoenea Mehrkosten zu decken und dem Buckdruckgewerbe die Tri- sfoltzmögLichkttt zu sickern. Es darf daher erwartet .werdem daß man auch mfot Kreisen der Auftraggeber der Notwendigkeit r— allgemeinen Turchfijbrung der erhöhten Drnckprttfe sich nickt schließen Ed.
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