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12.12.1917 Erstes Blatt
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effcÄitc Menye nach MK Mgqt Orten m b et ö rte m . Wenn der Befehl mit Beförderung an die französische Front gegeben teerte, ton maxie daS feftAellen können und wie!

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Die tunt Flagge de» unabhängigen Finland».

Kopenhagen, 11. Dez. (WTB.)National Tidende" meldet aus Haparauda: Der Verband der Schiffskaplläne in Helsingsvrs erörterte m einer Versammlung die Frage der neuen Flagge des unabhängigen Finlands. Man einigte sich auf eine Flagge, die auf rotem Grunde ein gelbes Kreuz Mit neun weißen Sternen im oberen linken Felde zeigt. Die russischen Brieftwarkeu such schon seit dem 15. November durch finnische ersetzt.

Kopenhagen, 11 . D^. (MTV.)Berlingske %\? deute" berichtet aus Stockholm: Die schwedische Presse tritt dafür ein, daß Schweden als erstes Land Finland als unabhängigen Staat anerkennen müsse. Die zukünftige Lage des finnischen Volkes hange davon ab, wie Schweden sich ihm gegenüber verhalten werde.

Der Waffenstillstand mit Rumänien.

Basel, 11. Dez. Nach einem Londoner Havastericht befragte im Unterhause der Deputierte King die Regierung über die Lage Rumäniens. Balfour antwortete:Ich kann nicht mehr sagen, als daß die tapfre rumänische Armee durch Umstände, die sich unserer .Kenntnis entgehen, gezwungen wurde, einen Waffenstillstand abzuschließen.

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Die Engländer in Jerusalem.

Haag, 11. Dez. Reuter meldet ans London: Im Unter- Hause trabe Bonar Law mit: General Allenby meldete, daß seine Truppen am 8 . Dezember die feindlichen Stellungen südlich und westlich von Jerusalem angriffen. Truppen aus Wales und England rückten ans Bethlehem (im Süden der Stadt) vor. Sie drängten den Feind zurück und marschierten im Osten an Jerusalem vorbei. Sie besetzten eine Stellung ans dem Wege von .Jerusalem nach Jericho. Gleichzeitig griff , eng­lische Infanterie und Reiterei. die von ihren Pferden abgesessen! war, die starken feindlichen Positionen westlich und nordwestlich von Jerusalem an und stellte sich an beiten Seiten des Weges/ von Jerusalem nach Sichern ans. Die heilige Stadt, die auf diese Weise von ter AuMnwelt abgeschnitten war, ergab sich Allenby. Engüsche politische Beamte, der britische Gouverneur der Stadt, ferner englische, französische, italienische und indisch-mohameda- ursche Bewachungstruppen sind unterwegs, um die Stadt zu schützen und die heiligen Orte unter ihre Bewachung zu stellen. General Alleuby schlägt vor, morgen offiziell ftr die Stadt einzu­rücken in Begleitung ter Kommandanten der französischen und italiemjchen .veeresabtellung und der Spitzen der ftanzösischen/ politischen ?Nission. Die Eroberung von Jerusalem hat sich verzögerte da man tee größte Sorge anwandte. um eine Beschädi­gung ter heiligen Orte und ihrer Umgelnmg zu vermeiden.

Au der Einnahme von Jerusalem sagt die ,Kölnische Zeitung": Man mußte schon seit einiger Zeit mit der Wahrscheinlichkeit rech­nen, daß Jerusalem in englische Hände fallen würde. Die militä­rische Bedeutung der Heiligen Stadt war nicht so groß, um einen barfrtacfrgen WLerstand in ihr oder bei ihr zu finden, der leicht zu einer Zerstörung der vielen den verschiedenen monotheistischen Bekenntnissen heiligen Oeräichkerten und Erinnerungen führen konnte. Zweifellos stellt die Tatsache einen höchst beachtenswerten britischen Erfolg dar. der mir allen Mitteln ausgenutzt weiten wird. Die türkische Verteidigung wurde durch die Rücksicht auf die mögliche Schonung dar Stadt in ihrer Kraft beeinträchtigt. Außer­dem war der Besitz Jerusalems für die Heerführer auch keine Lebensfrage, die um jeden Preis gelöst werden.mußte. Tie all­gemeine Lage kann stch derart äntern. daß auch Jerusalem Me­ter irr türkische Gewalt kommt, ohne daraus einen Schauplatz von Kämpfen mit Zerstörung und Blutvergießen zu machen. Man darf auch erwarten, daß die Furcht vor ter öffentlichen MeinuTrg die EnMnder abhalttn wird, an dem Besitz der Mittelmächte m Je­rusalem, den Werken der nationalen Liebe und tes Glaubens zu rütteln.

Die Lage in Portugal.

Lissabon, 11. Dez. (WTB.) Meldung der Agence Her­das. Die Ruhe ist wiederhergestellt. Die Regierung hat entschieden, daß das Parlament aufgelöst wird. Sie for­derte den Präsidenten der Republik auf, zuruckzutreten. Da dieser sich weigerte, wurde er ersucht, sich als verhaftet zu betrachten.

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Italienische Kämpfer.

Berlin, 11. Dez. (WTB.) Ein charakteristisches Bei­spiel, daß das ita lien i sche Vo lk nichteinmalweiß, wofüresindenKrieggehetztwordenist, gibt der Anfangeines erbeutetenBefehlsNr. 68des 121. Vat- taglione Presidiatto, datiert Ospedeletto April 1917 (der Tag ist nicht ausgefüllt). Er lautet:

Persönlich.

Für die Herren Offiziere und die Herren .WmpagnftfÜhcer.

Beim Besichtigen ter einzelnen Kompagnien fiel mir auf, daß viele Soldaten nickst wissen, aus welchem Grunde unser Vaterland Krieg führt. Ja, einige Mißten nicht einmal, wogegen sie kämpfen sollten und welches unsre Feinde sind.

Major und Bataillons-Kommandant.

5 eekr«eg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 10. Taz. Eines unserer U-Boote hat im Atlantischen Ozean Treuerdings 12 00 0 BRT. Schiffsraum versenkt. Zwei der vernichteten Dampfer wurden aus Geleilszügen heraus­geschossen. Ferner wurde der bewaffnete amerikanisch« DampferAktocon" (5000 BRT.) auf ter Fahrt von Bordeaux nach Lkmerika versenkt.

Der Chef des.Admiral stabes ter Marine.

Berlin, 11.Dez. (Amtl.) Eines unserer U-Boote hat im Atlantischen Ozean neuerdings drei Dampfer und einen Segler vernichtet, und zwar den englisck)en Dampfer Flaona mit Hafer, den englischen Schoner Com>- vium mit Grubenholz, sowie zlvei größere bewaffnete Dampftr.

Der Chef (des Admiralstabs ter Marine.

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Madrid, 11. Dez. (WTB.) Meldung der Agence Ha- vas. Der spanische Dampfer ,,C l a ud i a", der mit einer La­dung Phosphat, die nach. Bilbao bestimmt ist, ans Amerika zurückkehrte, ist t o r p e d i e r t worden. Das Schiff konnte mit eigener Kraft einen Haftn erreichen.

Das versenkte Artitterievnaterial.

Berlin, 11. Dez. Wielch beträchtliches Llttilletteniaterial den Feinten durch die Tätig-gell unserer U-Boote für immer «ll- z-ogen^vftd, geht daraus hervor, daß eines unserer kürzlich vott einer Fernfahrt im DdittÄmoere zurückgekehrdan U--Boote aus seiner Reise nicl-t weniger als zehn Geschütze mit ten verseickten Schiffen in die Tiefe sckstcken konnte. S>weck bisher bekannt, sind seit Be­ginn des U-Boot-Krieges allein bis $mu 1. Oktober d. I. nicht weniger als 1116 (beschütz e mit feindlichen Han­delsschiffen versenkt, wÄrreud 29 Geschütze von unseren lteBvven terteicket werten flwtTtten. Zu diesen bekannter Verlusten kommen auch noch die Einbußen an Attillerie ter sehr großen An­zahl unbekannter versenkter Dimpfer. Außer den Geschützen versinkt mit den Dampfern natürlich auck) die zu ihnen gehörige Adunition. Anstelleall jener Sch'ffsgeschütze und zugeröger Munition hätten hatten Waffen- und Munitionssabttöen ter Gegner entsprechend mehr Material für den Landkri ogherslellen können. Sck^! ießlich wird zur Bedhearung tel' Geschütze bedcäckstliches artilleristisches Per­sonals benötigt, das mt Lmck» Verwendung finten würde, wenn es nicht aus den Handelsschiffen fahren müßte.

preußisches Adgeorünetenhau;.

105. Sitzung, Dienstag, 11. Dezember 1917, IIV 4 Uhr. Einige Rechnungssachen wurden olme Aussprache erledigt und sodann die erste Lesung ter Wahlrechtsvorlage ftrtgei'etzt.

Abg. Dr. P 0 r s ch (Ztt.): Wir. stimmen dem Antrag des Ab­geordneten Korfantv, die drei Vorlagen einem Ausschuß von 35 Mitgliedern zu überweisen, zu, dmuft die polnische Fraktion in ter Lage ist, einen Vertreter zu entsenden.

Abg. Tr. Ludewig (uatl.)* Wir wünsclien die Uebenveisung ter Vorlage an einen einzigen Ausschuß, der schnelle und gut? Arbeit leisten könnte. Wir würden jetzt mit dieser Nächtigen An>- gelegenheit nicht so viel zu tun haben, tveun man schon vor einigen Jahren mit ter Wahlreform vorgegangen wäre. Die Verhältnis­wahl fttt dichtbevölkerte Wahlkreise zur Vertretung ter Minder­heit und die Einführung ter Wahlpslickst wird genau zu prüfen fern. (Sbertfo die Gewährung von Zusatzstimmen für Alter und Bil­dung, was alles im Rahmen des gleirten Wahlrechts geschehen könnte.

Abg. Strobel (11. Soz.): Konservative, Zentrum und Na- tionalliberale wollen alle das alte reaktionäre Preußen, das Preußen des Militarismus und des Absolutismus, aufrechter- i»alten. Von dem Ministerium Hertling-Friedberg erwarten wir keine Aufhebung des BelagerungsMstandes. Die sohialtemokr all­sten Versammlungen werten nach wie vor verboten. Ob wir hier im Landtag das gleite Wahlrecht erringen lverten, ist mft sehr zweifelhaft- Der Redner behandelt dann sehr eingehend die Ein­wirkung ter russtschen Revolution auf Deutschland und die west­lichen Staaten.

(Abg. Dr. Rewoldi (ftvons.) tritt dafür ein, daß außer den Handelskammern auch der Industrie ein Präsentationsrecht -um Herrenhaus gegeben werte. Das gleiche Wahlrecht müßte vor der allgemeinen Einführung erst in den Gemeinden gelten. Tann würde die Linke bald daran die Luft verlieren. Preußen hat üter das Wahlrecht allein zu bestimmen, jeden Ellmriff des Reichstages werfen wft zurück. (Ilnrrche links. Zuruf des Abg. Ad. Hoffmann: Das Volk ist sozusagen auch rwch da!) Mir wollen das Volk in seinem Fundament, das im Preußentum liegt, erhalten.

Ein Antrag aus Schluß der AwSsProche uurd angenommen.

Die drei VorLag-en gehen daraus an einen besonderen: Ausschuß von 35 Mitgliedern. Ern svetschrittlichQ: An­trag, die Vorlage aus zSv-cr AuMhüsse zu verzollen, ivird abge- lehnt.

Ein Antrag Dr. Kaufmann (Ztt.), ter von allen Parteien unterzeichnet ist, fvrtett ein Verbot des Verdruss von Kunstwerken nicht mehr gebender Meistor an das 7lnsl«rud.

Abg. Tr. Kaufmatln (Ztt.) tegrüntet ten Antrag. Die Zahl der Künstversteigeaimger 1 \ycd im Stiege zugewvmnien. Das Land wird von Arrfkäusern überschwemint. Bei diesen Berstsvge- amgen führt die reine Liebe zur Kmrst nicht dos Szepter. Durch die Valuta hat jetzt das AirÄMrd die Möglichkeit, zum halben Preise zu kaufen.

Kultusminister Dr. Schmidt: Die Zustände aut dem .Kunst, markt sind allerdürgs beunruhigend^ geworden. Die ^Kunstauktür» nen sind zu schwindelnden Ergebnissen gekommen. Der Privat- besitz ter älteren Familien ist mehr und mehr in Fluß gekommen. Die großen Verdienste unseres Kunsthandels erkenneil wir durch­aus an. In den letzteil 30 Jahren haben loir sehr viel mehr vom Auslände bezogen, als dahin abgegeben. Es erschünt sehr^ ftag -4 lich, ob wir dauerild ein Ktnlitansfuhi'verbot erlassen können.' Die Frage eines vorläufigen Aussulirverbotes wird erwogen.^

M>g. v. B ül 0 w - Homburg (natl.) fordett rasches Eingreifen.

Der Antrag wird angenommen.

Das Haus vettagt sich. Mittwochs 12 Uhr: Antrag Fuhr­mann über die Betätigung der Beamten für die Baterl-andspartel^ Schluß 3 Uhr.

Aus dem Reiche.

100prozentige Schittllzugszufchlägc in Mürtttrnbrril.

Stuttgart, 11 . Dez. Nach einer amtlichen Bekanntmachung ivird in Württemberg vom 15. Tezeulbcr an bei Benutzimg von Schnellzügen anstelle der bisher nach Preisstufen aufgebauten Ergänzungsgebühr eine Ergänzungsgebühr in Höhe von 100 Prozent des tarifmäßigen Fahrpreises zu entrichten sein. Tle Ergänzungsgebühr beträgt jedoch mindestens 1,50 Mk. im iuürttem- berch scheu Binnenverkel-r und im Wechsel verkehr der wütttem- bergischen mit der badischen und baperiscl>en Staatseiseirbalm ulld ter Eisenbahn in Elsaß-Lothringen, mindestens 3 Mk. im Ver­kehr mit ten übrigen deutschell Bahnen.

Ans Stadt und

Gießen, den 12. Dezember 1917.

** Infolge der P a p i er kn a p p he i t und der Dring« lichkeit behördlicher Ankündigullgeil erscheint heute an Stelle ter Gießener Familieüblätter ein Kreisblatt. Es enthält Bekannt­machungen über: Schmalspurbalm, Kasfeersatzmittel, Kraftloserklä- rung von Aktietl, Kranketrver-sicherr'.ng uich Wvcheill-ilfe, Bereclsti- gung zunl einjäl-rig-fteckvilligen Militärdienst, Verkehr von Schaf­herden, Ausstellung von Bczngsscl>ernen, Erhebung des Jagdpacht- stempels. Blinden im sch»! 1 pflichtigen Alter, SÄußpri'isung der Aspirantell, Pflegekinder, Utckerstützung von Familien, Maul- und Klauenseuche, Barrzol für die Landwittschaft, Gefunden, Verloren.

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** Goldankaufs stelle. Samstag ten 15. De,zember findet eine Verlosung der von dem Kriegsburean des Rcichsbank- Direktoriums in Berlm für Einlieserer von Goldsachen gestiftete» Mezzotintogravitten des Gemäldes von Professor Arthur Kanivt Gold gab ich für Eisem Volksopfer 1813" statt. Näheres siehe Anzeige. Die Geschäftsräume der Goldanlaussstelle bleiben aus diesem Anlaß am Samstag den 15. Dezember beschlossen.

** Das Rote Kreuz weist daraus hin, dag die Verösfentt lichung ter Gewinnliste ohne jede Gewähr erfolgt ist und daß für unterlaufende Fehler keine Entschädigung erfolgt. Einzelexenv« plare der Ziehungsliste sind in ter Geschäftsstelle des Roten Kreuzes, Alle Klinik, zum Preise von 10 Pf. zu haben.

** Ratschläge und Verordnungen zur Erspar­nis von Brennstoffen bei der Heizung. Mit diesen äußerst wichtigen Fragen beschäftigt sich eine Veröffentlichung des Geh. Ober-Regierrmgsrates Prof. Dr. Aßmann, die als Bei­lage der heirtigen Nummer beigefügr ist Bei der Bedeutung der Hcizungs- und Breunstoff-FraAe kann nur empfohlen werden, sich mit ten dargelegten Grundsätzen verttaut m machen.

**. Lichtspielhaus. Bahnhofsttaße 34. Der FilmDie Kameliendamc" wird nur noch 3 Tage vorgefühtt. Sanistag beginnt das neue Programm mit Hella Moja inMe Tochte^ ter Gräfin Stachowska. Siehe Anzeige.

Kreis Büdingen.

4t- Nidda, 12. Dez. Tie Hessische Tapferkeitsnrebaillc er­hielt ter Musketier Hugo Leopold. Bingenheim. Das Eiserne Kreuz erhielt der Tambour Heinttchi Wagner. Bleichen bach. Fürs Vaterland starb der Miusketier He in sich Graub. Düdelsheim. Das Eiserne .Kreuz mrd die Hessö» sch/- Tapserveitsmedaille erhielt Katt Lehr, die Hessische Tapfer- keitsmedaille Wiltelm Borst. Vonhausen. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielten die Kammiere Wilhelm und Jobanit i Georg H e ck m a n n. L 0 r b a ich Das. Eiserne Kreuz erhiell ter Reservist Heinttch Faust. Wolf. Die Hessisck-e Tapfer- keitsmedaille, srül-er das Eislerne Kreutz, erhielt ter Urrtervsstzieri Albrand. Wennings. Die 14jährige Tockter des Laud- ruittes Georg Müller Sam beim HolzsckflAiten der Zirkelsäge zv nahe. Dabei wurde ihr die rechte Hand am Geleurk ctbgefcf>uttten .4

4 Aus dem Niddertal. 12. Dez. Nach kurzer Unter­brechung ist ter Winter wieder mft aller Macht eingekehtt, in vergangener Nacht sank das Thermometer auf 6 Grad R.; war <mtf> die niedrigste Temperatur der Kalteperiode in vottger Wocip sogar11 Grad R., so wäre doch ein Anhalten der jeAgen Kälü weit schlimmer, da ter Schnee durch die dazwischenliegenden warmen Tage vollständig von den Fluren weggetaut ist. Bei dem vorzüglichen Stand der Wintersaat, die bedeutend besser steht als im vorigen Jahre, wäre dies nur zu bedairern. Die Landwitte sind mit ihrer Ackbeit draußen fast gcurz zu Ende. Leider bttnge die Haseniagd in diesem Winter wenig Beute, da der erste Satz durch das naßkalte Wetter des Frühjahrs fast vollstcnrdig eingegau- gen war.

Kreis Schotten.

O Gedern, 12. Dez. Schulverroalter Reichelt, zurzeit llntevoffrzrer rn einem Offiziersaspiranten - Mirsbildungs^tursus, wurde mtt der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezttchnet.

r-Se e m e n, 12. Dez. Lln einem Schiaganfalle starb tLotzllch der Ivesige Bahnvorstehor August Koch. Ein'arts-

Uunft und rvissenschatt.

Altmünchener Künstlererinnerungen. Eure Siebzrgettn. die das Glück eines reichen- Lebens und beoeutentes Freundschaft gehabt hat und nun klaren Geistes und sinnenoen Auges ihre reiche Vergangenheit in der Ettnnerung wieder aufleben läßt: das ist immer ein schönes Bild. Solch ein Bild bietet Frau R. Bramr-Artatta, die unter dem TitelVon be­rühmten Zeitgenossen" denrnächst ihre Erinnerungen bei der C. H. Beckschen VettagUmchharrdlung (Oskar Beck) in Mimchen erscheinen läßt. Sprößling ter bekannten Kunsthändlerfamilie Attatta, Gattin des hochbegabter: Archäologen Julius Braun, hat sie mit Märmern wie Scheffel urid Feuerbach, Bodenstedt und Geibel, Döllrnger und Otto Greiner in sreundsckwftlicher Verbindung gestanden, und ganz besonders reizvoll sind ihre Ettnuerungen aus dem Alrrnürrchener Künstlerleben, in deren Vordergründe die Gestalten Motttz von Schwinds und Franz von Lenbachs stellen. Motttz von Scbwind hauste im Sommer in ter Enge C'et spießbürgettichcm Nüchkternhell seiner Wohnung in der Sonnenittaße: Somrners aber zog er ^an ten Starnberger See. Der See übte eine uruvitetttehliche Anzuhungskraft auf Schwinds halbwüchsigen Sohrr Hermann aus, nnb das führte zu allettei Verdruß und Aufregung. Eines Tages mußte Schivind vom Ufer aus sehen, wie Hermann ziemlich well drmißen im See auf einem mnsachen, großen Brett stand und sich mll einem Ruder fottte- wegte. Verzweifelt schrie er ihm zu, augenblicklich umzukehrer^ and als Hennann dies tat, stieß der Papa heraus: ..Den Kerl ettchnb ich, wenn er tmeder da ist!" 5)ermann paddelte gemüts- ruchg heran. Merklich etteichtett sagte Schwind:Aber a tüchtige Manchen friert er ,chon von mft." Wohlgemut spttugt schlieAich ter mnge Wogehals an Land. Schwind schließt ihn gerühtt in die Arme .No, wecknur glücklich wieder da bist!" So stand es oft mll feiner gefürchteten Bärbeißigkell. Es stak ein gutes Herz darunter schimpfen und sich in .Kraftausdrücken bewegen, war und blieb aber dem gutmütigen Schwind ein Herzensbedüttnis Bei eurer großen Gesellschaft hätte man einmal längere Zeit hindurch 'mne Summe mrs ernem Gespräche im Nebenzimmer heraus In gemeffenen Zwifchenräumen ertönte es: Ochs. Esel. Rindvieh ww Später wurde er getragt, was er denn für ein ganz land- nnr^chaftllckx !'-ipräch geiühtt habe, und er antwortete:Land- wirrschall? Tc.vahre! Wir haben immer nur von Kunst gcredt'" Mll Leudach war Schwino in herzlicher Freundschaft verbunden:

rn dem jungen Künstler fand er eine ebenbltttige Natur, und zudem vettügte Lehrrbach über eine geniale Schimpffreudigkeit, die die seinige womöglich noch Überboi. Auch die Gutmütigkeit hatte Lenbach mll ihm gemein: stets trug er eine Handvoll Bank­noten in ter Brusttasche, die er sorglos austeilte, wo es not tat. Zv ter Zeiü Iba er in den Freundeskreis der Schwinds und. Brauns einftat. war davon fteclich nicht die Rede. Als Julius Braun Lenbach zum ersten Male nach Hause mitbrachte, machte tre euien unttvilisietteu Eindvuck: oh uv Vitt U m stäjude letzterer sich zum Essen nieder, half mit den Fingerir nach, wenn die Gabel nicht genügend fassen wollte, und zog dabei unablässig über alles her, was damals Rftrnchener Kunst hieß. Frau Braun- Attatta hätte entsetzt zu und ftagte nachher ihren Mann, was er denn da für eineir Handwerksgesellen mitgebrackst habe? Die ernst­haft gegebene Anttvort lautete:Das wird künftig einer unserer ersten lbünstler sein. Er ist ein Marsch von ganz ungewöhnliches Begabung und ottginellem Geist. Nach seinen Manieren freilich darf man ihn nicht beirtteilen." Als diese Prophezeiung Brauns eingettoffen !oar. lebte Lerrbach in prächttger Umgebimg, blieb aber den einfachen Gewohrchttten seiner früheren Zeiteic tteu, und auch sein Wesen blieb gmrz unverändett: nanientlich von seinen gemütlichen Grobheiten ließ er nicht.Mir sagte er einmal" so erzählt Frau Braun-Attaria,als ich einen von chm gekauften Tiziwl gar nicht schön finden konnte und meinte, ledes seiner Bilder gefalle mft besser":Da sieht mau halt nur, daß 's garnch davon verstehen!" Seine Att, sich aus einer durch sein rücksichtsloses Mmedwerk verschuldeten Verlegenheit zu ziehen, war auch einzig. So hiell ihn ellunal ein guter, iml^deutendeÄ Kunftgenosse auf ter Sttaße an, um ihm vorzuwerfen, daß er chn ein Rhinozeros genaimt habe. Lenbach legte chm die Hand mcf die Schulter imd sagte in seinem aenrüllichsten Ton:Abber wie küunen's denn nur sowas glauben? Sie wissen doch, was ich von Jhneir halte!" Und gettöstet nahm der andere herzlichen Abschied.

VKchrrtisch.

Die Welt Max Klingers. Gemalte und Max KllngerS in sechs lnehrfarbissn und 20 cinsarbi tiefdruck-) Wtetergaben. Mll einer Eimführung bom Iteui. Ausstattung von Pwf. Walter Tiemmm. j Berlin 1917, Furche-Verlag. Steif geheftet 5 Mark. Ziusa rnn rench Äung. die cte^vteel ^LVstältdnis für die

Zttchumuf^n Brn (Kupsm> Gusüw Kir- 25 .Tausend. In dieser 6dtoi!)fttei

und Ferntellen ter Kimst Klingers wir "für die tiefsten Fragen ferner inneren .Haltung beweist, hat hier der Furte-.Verlag eine Klinger-Riappe geschaffen, die es mit Recht bsanspruchen ftnm., bie Welt 8 Nax Klingers wieterzugebe-r Der unaufhaltsame Flug ferner Phantasie, der Schvung hes Lebens in seinen Träumen vom Glück, sein imersättlicher Durst nach Sckxönheit kämmt hier eteitfo 9 fthr zum Ausdruck wie sein Tiesblick in die Schtlld und in das Elend des menschlichen Lebens und sein nrerkroürdiges. ans Herz greifendes Verständnis für das Leben Ehttfti mid für seinen Sieg im Olymp.

l'.ell schüft, Berlin-Eharlpttenburg. Kaisertemm 78. weist prc trge Neuerftl-einungeu auf dem Gebiete farbiger Reprodi tionskunst aus. Ta find Bilder bekannter und berühmter V wie Arthur Kampf, Wilhelm Leibl, Walter Leiillkow. F Bohle Hans v. Mntwat und vieler anderer mehr, die sorgfältigster Wiedergabe und farbiger Ottginaltveue billige \ doch vvrtteffliche Weihnachtsgaben sein können. Hier ist einmal \ Kriegsersatzfvare feine Rete. Das berühmte Gemälde Leibls) ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ' . bki der seinen und haarscharfen AllUw

tes ^ Künfllers fift die Wiedergabe größte Anford mm gen fiel ift in 'allen Einzelheiten vollendet herausgeDmmen. Der Per gckü auch ante Bildnisse unserer großen Heerführer heraus.

^ Bdenko von Kraft. Wikings letzte Fab Ronmn 339 Zellen. Geheftet 4 Matt. geb. 5 Mark. Bei' Grethlein L Co. G. m. b. H. Leipzig. Zdenllo von Kraft. Dichter ^eutschht^reichS. säültett in dem Buche die Schönheit Bodensees. Ter Held tes Romans. Hermann Hart.'ist wohl Typus des Deutschen schlechthin zu nennen. Eine statte, lttd Ichastlicte. aufteäste, sonnenfrohe Natur ist er, ganz in der Heil rvurzttnd Wie seine Ehe mll einer allzu zart besaiteten Fr die in ilwer matten lyttschen Att für seine .Herbl-eit kein V stehen frnte-t, zerbricht, und die eiserne Zeit in einem letzten Wied seteu Mann und Frau wiederftnten läßt, das ist mit einer seltei psychologischen Feinheit und Tiefe, dabei mit einer prächtigen ( sdoLtuu^fvaft gegeben.

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