Ausgabe 
11.12.1917 Erstes Blatt
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ltisthem und französischem Muster wird nickt vvn uns erstrebt. Die dortigen Zustände reizen nicht zur Nachahmung. Tie Behaup­tung des Äbg. Strobel, ein Teil meiner Freunde sei unbedingt geg«! die Vorlage, ist nickst richtig. Wir werden lediglich di Stellungnahme von den Verhandlungen in der Kommission abhän­gig macken. Bei der VerdÄtniÄvahl würde, dos Verhältnis der Wähler ju den Abgeordneten roechnttich geackert. Im Herrenhaus mühten auch die Bernern und Arbeiter vertreten sein.

A b g. Tr. Wi einer (Hpt.): Wir begrüßen die Erklärung der Regierung, daß das Pluralwahlrecht für sie nicht annehmbar ist. Ein Versuch, das gleiche Wahlrecht auf eine andere Grundlage als das Rei chstagswa hl recht *u stellen, ist für uns nicht annehmbar. Mit der konservativen Vorherrschaft in Preußen muß gebrochen »verden. (Bravo links).

Mg. Lüdicke (treif.v Solange der Feind an den Grenzen steht, ist innere Geschlossenheit dringend notwendig. Tie Wahl rechts Vorlage dient nickst dazu, die innere GefaAossenheit des, Volkes zu fördern. Tie Begründung enthält kein Wort darüber, warum gerade jetzt die Vorlage eingebracht worden ist. Mit wenigen Ausnahmen lehnen wir das bleiche Wahlrecht ab.. Unsere Stel­lung behalten wir uns vor, bis der Gesetzentwurf aas der Kom Mission kommt. Das gleiche Wahlrecht rührt zum Parlanien- tavismus und zur Revolution. Wir sind entschlossen, mitzuarbeiten und das gleiche Wahlrecht durch ein anderes, durch ein Plural Wahlrecht oder ein BernsisWahlrecht zu ersetzen. Dem Herrenhaus muß eine breite Grundlage gegeben werden. Wir halten es für dringend notwendig, die drei Gesetze durch ein Mantelgesetz zu- sammenzusassen. Mit dem Minister des Innern »vird es über­aus schwer sein, zu einer Verständigung zu kommen. Wir haben mit einer Auflösung des Abgeordnetenhauses zu rechnen. Aber wir können dann das eigenartige Schauspiel erleben, dass die Stqats- regierung mit der Linken und der Sozialdemokratie zusaipmen den Wahlkamps Q'''hr. Wir werden unbeirrt unseren Weg gehen, den wir zum H. ? Preußens für den richtigen halten. In Preußen soll nach wie vor unvermindert das Königtum herrschen. (Beifall rechts.)

Abg. Korfanty (Pole): Wir treten für das gleiche Wahl­recht ein. Tie Reden der nationalistischen Parteien lassen daraus schließen, daß neue Anschläge aus die Reckte der Polen beabsichtigt sind. Bei den Frickensverhandl ungen will man die Polen aus­schalten. Sie sollen nicht Subjekt, sondern Objekt der Verhand­lungen sein.

Abg. Graf lckons.): Mit der Vorlage über die Zusammen­setzung des Herrenhauses sind wir im wesentlichen einverstanden. Was das Abgeordnetenhaus betrifft, so hoffen >mr, daß es vor einer rettungslosen Temotratisierung behirtet werden möge. Ter Vermehrung der Wahlkreise stimmen wir zu.

Abg. Lippmann Vpt.): Das Herrenhaus in seiner jetzigen» Gestalt ist vorsintflutlich. Wenn die Kirche im Herrenhaus ver­treten ist, so können wir die Schule nicht ohne Vertretung lassen. Ebenso vermissen »vir die Vertreter der Presse.

Hieraus roird die Weiterberatung aus Dienstag 1l Uhr ver i/.R nw

tagt Schluß 7*5 Uhr.

Berlin, 10. .Dez. (WTB.) Der A kl teste »raus schuß des Abgeordnetenhauses wurde in seiner heutigen Sitzung dahin Wüssig, die Wahlrechtsoorlage jedenfalls morgen fDienstagi ^zu Ende zu bringen. Mittwoch »vird der Antrag . Fuhrmann bett. Vaterlands Partei aus die Tagesordnrmg gesetzt Am Donnerstag beginnt die. Besprechung der Kohlensragen. Am Freitag sollen bestimmt, auch wenn die Besprechung der Kohlen fragen nicht zu Ende geführt »vird, die Anträge bett. Teuerung^ zulage erledigt »oerden. Das Haus geht am Freitag fti die Weih- nachtsferien. Die nächste Sitzung soll am 15. Januar 1918 statt- tmben. Es »vurde jedoch der Wunsch geäußert, daß der Wahl­rechtsausschuß die Zeit vor dem 15. Januar sich für seine Bera­tungen nutzbar machen möge

Aus dem Reiche.

Markern he, 10. D^. (Priv.--Del.) Wie die Blätter von zuverlässiger Seite erfahren, bestätigt es sich, daß der P r ä s i d e n t des badischen Ministeriums Dr. Freiherr von Busch demnächst aus seinem Amte scheiden wird Der Grund für diesen Schritt sei nickt in besonders gelagerten politischen Ver­hältnissen zu suchen, sonder»! einzig und allein in der Tatsache einer ernsten Krankheit, die ein längeres Verwalten des verantwort lichen Amtes unmöglich macht ^

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 11.Dezember 1917.

** Amtliche Personal Nachrichten. Der Großherzog .hat am 8. Tozember d. I. dem Fin-anzamtmami bei dem Firranr- amt Darmstadl I Ludwig Schwier er und dem Ministerialsekretär kn dem Ministerium der Finanzen Karl Jung den Eh-rakter als Fttnmzrgt verliehen. In den Ruheskand versetzt wurde am 5. Dezember die Lehrerin an der Volksschule Erbach i. O. Marie Riedel aui ihr Nachq'uchen unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste vom 1. Dezember 1917 an.

Desörderung. Vizeseldwebel Lüdeking von hier wurde zum Leutnant d. Res. befördert.

Zucker-Ausgabe. Ter bei den Kleinhändlern der Snadt »ließen bestellte Zucker für Dezember 1917 kann von Mittwoch den 12. d. M. ab geigen Vorlage des Bestellausweises zur Zuckertarte und Mieserung der Zuckftmarte Nr. 12 in Emviang g nomnren werden.

** Ab ga b e von P e tr o len m. Tie für den Monat Dezem­ber gültigen Petroleum ^Marken werden Mittwvch den 11. Dezem­ber «msaegebe;,. Siele Bekanntmachung im Anzeigenteil.

** Anmeldun g zur Stammrolle. Tie im November 1900 geborenen Landsturmp'lichtigen der Stavt Gießen müssen sich am 15. Dezember d. I. zur Landsturnrvolle melden. Siel Besannt machung im Anzeigenteil.

** S i tz u n g d e s P r o v i n z i a l a u s s ch u s s e s a m 8. D v- zember 19 17. Der Provinzialausschuß verhandelte in dem öffentlichen Teil seiner Sitzung über den Enteignungsautrag, durch oen.di.< Stadt Friedbera zur Durchführung der im Ortsbauplan vom Jahre 189798 festgeftgten Wilhelmsttaßc zwischen Bismorck- >md ^hützenrainsttaße folgende Grundstücks teile beansprucht: 1. Fl. XV. Nr. 74 7/10 »nit 138 Quadratmeter, Eigentümer' der Fiskus (Blindenanstalt): 2. Fl. XV. Nr. 75 2 100 mit 47 Quadrat­meter, Eigentümer: der Fiskus 'Blindenanstalt-; 3. Fl. XV. Nr 75 86/100 mit 71 Quadratmeter, Eigentümer: Heinrich Orth, Nidda:

- XV. Nr. 75 93 100 mit 87 Quadratmeter, Eigentümer: ^nrrrch Orth, Nidda. Eine Einigung über den Kaufpreis war im Borvenahren mit den Eigentümern nicht erzielt worden, »veil die Beteiligten sich darüber nicht verstäiMgen konnten, welcher Zeit Punkt für die Wertbemeffuna der beanspruchten Grundstücks kecke maßgebend ist Ter Fiskus hat das Gelände erst nml, Festlegung ^r Daufluchtlmum dev Will^lmstraße eruwrbeir, Orth dag-gen das Gelände m der Zeit zwischen dein Beschluß der Stadtverordneten E Festsetzung der Bauslnchtlini-en und der Genehmigung de« Gvoßh Mvnnlermms des Innern, jedoch nach Festlegung dev Bau Kuchtltnre der Btsmarcksttaßr, an die sein (Gelände ebenfalls grenzt. Es wurden die von den Parteien benannten sachverständigen Zeugen vernommen und,unter anderem über die grundsätzliche Frage ver­handelt, ob Geländetnle, die als Stvgßengclände. durch die Fest leynng der Ltraßensluchtlckrien getzmn zeichnet sind, in der Folge Mt. emer Preissteigerung nod} t-eilnehnrerr können. Tie Ent- »cherdung Ml in enter bn nächsten Sitzimgen de: Provinzial aus-! schulses verkinroct werben

^ ** Diebstahl. den letzten Nächten sind m hiesiger

^tabt wieder nmhrere L-w-llhasen gestohlen »pordeu. So wurde in der Nacht zum L-mmtag m bn Bleichfttaße ein schwerer »oeibliMr Deutscher Riesenscheck, in der Kcofdorfer Strast- ein schwarz-weißer und zwei Hern'etinchen und in der Nacht zun» Montag in der Neuen Ka,erne aus dem Hege der Wäscherei 3 graue und zioei »veiß wld graue entwendet Sachdienlich-' Mecklingen nimmt d'e hiffrge Ä-rnnrnalpott-ei entgegen Da sich derartige Diebstähle in letzter Zeit wieder stark inehren, so nerden die Besitzer solcher Tier nackHrucklichi getoarn» u ,b»»en fineintstohtcn sie

unter sicheren Verschckch zu nehmen.

**BvnderEisenbahn. Aiks zwei Bekanntmachungen der Eisenbabndirektion Frankfurt a. M. in» heutigen Anzeigenteil, den Wei hn achtsv eriehr und die Zuschlags gebühren bei Schnellzügen be-> tteffend, wird ganz besonders hingewiesen.

** Ob er hessischer Kunstverein. Die seit Sonntag eröffncte Ausstellung hat sich, eines regen Besuches zu erfreuen. Da die AnrneLmny eitriger Frankfurter Künstler nock> erfolgte, wird mn Freitag wieder eine kleine Aenderung der Ausstellung borge- nommen. Enreulick>erweise würden bereits einige Kunstwerke ver­kauft und andere stehe»! »roch in Verkaufsverhrndl>urgen. Morgen Mittwoch ist die Ausstellmrg von 111 Uhr, auch nachmittags von Z5^Uhr geöffnet.

** S tad t t h ea t er. Da infolge der Spielplanänderung die OperetteTer Soldat.der Marie" am Sonntag den 16. Dezember Abends und nichl Mittags gegeben »vird, »verden die Vorbestellungen, die vo r K'ermtnis dieser Aendenmg ergangen sind, als ungültig betrachtet.

^TieGießenerKlavierschulevonMinnaKör n e r veranstaltete am Sonntag in ihrem Saale einen Vortragsabend tfa-et Schüler und Schülerinnen zum Besten der Weih.mchtsbesche- rung verwundener Soldaten unter Mitivirknng von Frau Professor Vers ln Ns (Gesangs und des Herrn Lehrers Blaß (Violine). Leider konnten »vir mit Rücksicht aus das gleichzeitig stattsindende akademische Konzert nur eineu kleinen Ausschnitt aus dem sel)r nmsangreickren Pvogramun Höven, der irrtnterfrtn von ernstem Stre­ben so-'ie von anregendem, fövdcrndein Unterricht seitens der An- Ualtsleiterin Zeugriis ab legte. Am weitesteu ist wohl Frl. H o r st mnerbalb der T-arbietungen, die wir hörten gekommen. Das benies nicht nur ihr Zusanrmenspiel mit Frl. H e kl er, die beide das Andante con variaziuri von Weber vierhmrdig zu Gehör brach­ten, sondern, auch ihre.onunrmer, Noctune Es-Dur von Field. Herr o. Jordan ist uech zu sehr im Sto flich-Meckanischen be­fangen uird muß sich noch tie'er in den seelischen Gehalt des Mo- zanscheu C-Dur-Rondos chneurltt^en: bester schnitt schon Herr >2 ch wieder ab mit er-'o»n Allegretto von Bnrgmüller, er muß aber noch mehr die begleitenden Passagen der Linftm m.it der Me­lodie der Reckst^u in Einklang zu bringen wissen, ohne daß Pansen entltehen. Frl. Erle (Allegro moderato von Hatidnl und Frl. Eniinel (Rondo E-Tnr von P-vethope»0 stehen beide mit dein Tempo noch etwas aus Kriegsfuß, knien sich dagegen im Anschlag schon eine geunsse Routine erworben. Zivei Sonate»! für Violine und Klavier (Es-Tur und F Dirn von Weber, von .Herrn Lelner Blaß mit schönem Tmi und selur erakt mn ge tragen, brackpen gute Abwrchsluirg. Als Begleiterinnen halte Frl. Hel en nock» mit rhpth- misch'.'ii Schwierigkeiten zu lämp'eu. während Fxl. Ber nb eck ge­legentlich schon denKmumerdon" gut zu tteffen wußte. Des wei­teren kamen dann noch die Beetlpvensche Biolinsonate und Ronmnze F-Tnr, Lieder, von Schumann und Kopp, zwei- und vierhändige Klavierstücke sowie im zweiten Teil fi r e mnsikalisch-d^klnmatnri'che Weihnachtssei er, Text von 5)amann, Musik von C. Reinecke, Mr Ausführung, die die beisccklsfreudigen, sehr zahlreich erschienenen Zuhörer bis in die Abendstunde beisammenbieit. Dr. G. R. vnndkreis Gießen.

-4 Langd, 11. Dez. Die Hessischc Tttfterkntsinedaille. früher das Eiserne Kreuz, erhieil der Garde Füsilier Hermann Fron k.

** N a n n e it r n t [j , 11. Dez. Der Grenadier Hermann R i n - ker erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Tie Hessische Tapfer­keitsmedaille ist bereits in seinem Besitz.

** Ober-Bessingen (Kreis Gießen), 11. Tez. Schütze Heinrich Würtz, Inhuber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Hessischen Tapserkeitsinedaille, »vurde zum Gefreiten befördert.

Kreis Büdingen.

. ** Kohden, 11. Tez. Der Gefreite Heinrich Uhl, Inhaber

der Hessischen Tapferkeitsinedackle, nrurde mit dem Eisernen Kveu- zweiter Klasse ausgezeichnet.

Kreis Alsfeld.

up. Ruppertenrod, 11. Tez. Der Holzmacher Mexander Kartz von hier wurde am Dam.stag morgen von einem stürzenden Baum erreicht, der ihn tm Rüchen traf. Er mrcd auf der Stelle getötet.

Starke»,bürg und Nheinhesse«.

Darmstadt, II.^Dez. Rentner Mols Trier, der Mit­inhaber der Firma Gebr. Trier, überwies dem Hcffischen Landes verein vom Roten Kreuz eine Spende von 100000 Mark.

I. Darmstadt, 11. TeA. Wegen Berbreckens im Amt wurde aus Veranlassung der StaatSamvaltschaft ein Schul Verwalter in Lampertheim sestgenommen und hierher ins Provinzialarrest^ haus eingeliefert. Ern drerzehn,ädriges Dienstmädchen aus Birkenbach hat arn Tage nach seinem Diensteintritt seiner Dienst­herrin einen Betrag von 43 Mark gestohlen, der sich in seinen Schuhen in Slrümpsen vorsand. Mit Leuchtgas vergiftete sich am Sonntag vormittag ein. 79jährige Frau in ihrer Wohnung. Dieser Tage besichtigte ein Vertteter des österreichischen Roten Kveuzes, Kaisers. Rot Ezermak, die Einrichtungen des hessi­schen Roten Küeuzes: er »volmte u. a. der Speffnng eines Truppen- ttansportes und der Entladung eines Lazarettzuges bei. Mrzlich »veckte auch ein Vertteter des ungarischen Roten Kreuzes, Sek­ttonschef Tr. v. Szund»), in Darmstadt.

Fc. Worms, 11. Tez. Die Ermittelungen über den bereits gemeldeten Mord in Psisflighcim haben ergeben, daß der'Schreiner Ärnhecker durch einen Schnß aus einer Browningpistole und durch Schläge mit einem halbst,rmpsen Jnstturneni auf den Kopf ermordet und daß ihn! jein-e aus grünlrcken! Wachstuch geferriate Bnef- lasche mit etwa 150 Vkark geraubt »vurde. Andere Wertsachen wie Taschenuhr und Portemonnaie ließ der Täter zurück.

I T a r m st a d t, 11. Dez. Ms der Bezirks Versamm­lung der Gewerbeverein, des Bezirkes Darmstadt am Svnurag nachmittag verickchete Revisor A. Mahr von der Groß- herzoglichen ffentttte für die Gewerbe über den Nachwuchs des Handrverts undd je Kriegsparenschaftsversicherung. Durch oen Kvieg ei der Nachrmchs an Lehrlingen für ein? Anzahl van Jahren aus» gefallen, auck nach dein Krieg wird die .Kvnknrveirz der Fndnsrrie sehr stari zu befürck-t-'N sein. Demgegenüber forderte be\ : Redner Aufllärung in der S-chule, rngemessenr Entschädigung^ der Lehr­linge, frühere Zulasfmrg zur Gesellenprüsmrg., Ausbau der Berufs- bevatung und Stellc noermittlung. Hebung der Stellung her Lehr­linge 'kein Btädch-on für alles! Künftige Iahrgäirge van Lehr­lingen zu iich'rn, biete die üriegspateili'cf>afrsversidienrüg ein ge­eignetes Mittel, die Darum von Dem Reoner auf das ivärmste empsohlnl »vurde. Fn der Aussora-ch." wurdN» die BorschläM des Vortragenden v>on allen Rednern dringend unter> i. r.

Hesfen-Naffa«.

4 Frankfurt a. M11. Dez. Das Rauchnerbvt in den Sttaßenbahnen ist auch aus die Linien der Lobalbahn Aktten-Gesell- schaft nack> Bad Hmuburg v. d. H. und Oberursel ansgedebn-t worden.

mr. Frankfurt a. M., 10. Dez. Der Magfftt'ck veNeilt zu Weihnachten für die. Haushaltungen pro Kopf 15)0 Granu»! Weiß- mehl. Außerdem gibt es V 2 Pfund reine Obsttparuvelade und 50 Gramm Fett als außerordentliche Zuweisung, ferne»: ein Pfund Aepse! aus städtisch'»! Beständen. W<mn es auch nicht viel ist, so »vird doch die Weibnachlsüberraschung des Magistrates dankbar auerlanm.' Nack einer Verordnung d»^ Magistrats dürfen die Bertaurssteslen ab Monigg den 10. Dezember erst morgens um 9 Uhr offtien und müftffn rburds u»n 6 Uhc schlichen Nach dem 26. Dezernber müssen die VerfanfssteLl'en rdwqt um 5 Ufer nach­mittags zu matten. Die in das «Muchäftsiebtm rief einschneidende Aenderung geschieht im Iutevssse der Licht- und Kwhlenkrft'-aniis mr. Frankfurt a. M., 11. Tez.Die Berftihrung", ein dt'w krassesten Expreisiomsmus eittsprnngenes Schauspiel von Vftrligang Kvrnield. fand be! seiner Erstaufführung am Samstag abend im S ch.au sprelHaus nur chüeilten Beifall.Bitterlich" luißt der Held des Stückes. Wie der Name so sein Wesen Wegen ernes Mordes sitzt er rm (Äsängnis. Da naht die Bersüh-vung in Gestalt der Lrebe eines reinen Mädch)ens, der Bftterlich erliegt. Wieder draußerr in der- tt lt mit ihren Freuden und (Genüssen, aber anck ihren Uneben^ ?n kann sich Bltterlich nickü in die neue Lage finden und er begeht einen Mord an einem PhchiWr, um dann ,einen Braut im Tode nackM»folg«n. Das Swck »virkt mehr als eckie Seelenotserrbarung des Dichters, denn ein Schmlspiel. Die Sprache pt oft schroff, abstoßend und unmittelbar. Jedenfalls ^rr .Ksrn- selb als Expmswnist Hervorragendes geleistet, weniger als Tra-

mattker. Ter Dichter wurde nach dem ;»oeiten M gerufen, nach den anderen Akten »var der Beffall keineswegs unbestritten, wo>u die Längen des Schauspiels zarin großen Teck betrugen, die a»r die Aufnahmefähigkeit des Publikums ttescnhafte Animckernngenl stellten.

X. Kassel, 10. Dez. Nach einer im ttrchlimen A»»nsblart veröffentlichten Ehrentafel haben bisher 93 Angehörige des kur- hessischen Pfarrhauses den Heldentod für Kaiser und Reich Ko­runden.

Marburg, 10. Tez. Iin Beisem einer grokfen "Menschen­menge, der Spitzen der Behörden, des gesamten O.fizi-crkorps sonne zweier üompagnien Jäger »vurde gesten» nach»n»ttag ein bolannter und beliebter Iägcrossizier, der Kgl. Major und Abteckungsilfes einer Zugührerschule, Ernst Maximilian von Pritzelwitz ^,ur letzten Ruhe gebracht.

R i c b c r \ ö 5 u st ein, 10. Dez. Bei Weißenturm bargen Fischer die znsanünengebundencn Leichen eines Plan ms und einer Frau aus dem Rhein. Die Persönlick'leiten der Toten konnten noch, nicht festgestellt »verden.

Oundel.

Berlin, 10. Dez. (WTB.) In der Generalversammlung der Allgemeinen E l e ktr! z i ts g esel l s ch a ft führte der Präside»»t Dr. Rathenan folgendes aus: Der Krieg ttat in den Zustand der Liquidation, da »nit ist »licht ausgesprochen, daß diese Liquidation rasch sein muß. Den Höhepimkt des Ktteges haben wir indessen überschritten. Erheblickferes geschah jedoch in den letzte»! Monaten. Während wir bis dahin zur Npt die Aus­fassung der Westtnächle »00 nicht billigen, so, doch verstehen konnten, wenn sie glaubten, daß der .Krieg aus beiden Secken einigermaßen die gleirhen Aussichten bot, so änderte sich das Verhältnis und wird heute selbst bei den Westmächten kaum mehr angenomnien werden können, daß, nachdem der russische Wider­lacher geivichen ist^ Deutschland tertttorial besiegt werden kann. Auf der »ibercn Seite ist eine territoriale Besiegung der West­mächte nicht minder anssichtsvoll als je zuvor. Es ist die grund- 1 ä tz l i ck» e Umstellung der W e l t v e r h ä l t n i s s e , wovon man annehnien darf, daß sie auf die Dauer nicht ohne ein« Wirkung auf die Auffassung der Gegner bleiben kann. Die Beurtei­lung des Krieges war von Anfang an bei unseren stärksten Gegnern, den Engländern, etwa so. daß man den Krieg als eines arrthmelrlcke Aufgabe nno als Rechenexempel glaubte auffassen zu dürfen, man sah ein vollkoiumen eingeschlosscues Land, man mfruete aus, das dieses Land innerhalb erver gegebenen Fttst die 1 amtlichen Kriegsporrätc erschöpft haben müßte, das dann ge­zwungen wäre, den Krieg auizuaeben. An dieser Stelle sagte uh Ihnen, daß, möge der Kneg noch so lange dauern, keinerlei M a t e r i a l e r s ch ö P f u n g unseres Landes zu befürchten wäre. Heute »vird auch den arithmetisch Gesinnten unter uns klar werden, daf; der kahlen Rechnung gegenüber menschliche sittliche Werte, die Entschlußtraft eines großen gefährdeten Landes, der Orgarii-q sationSiville »md das Selbstvertrauen Faktoren sind, die stmckr »virken, als mechanische Kräfte. ,

Verinzschres.

^ * S t u 1 t g a r t, 10. Tez. (WTB. Am Lölventvr ozrixt ein Straßenbahnzug durch Versagen der Brems vorttchtting ins Schleifen, »vodurch ein Wagen aus dem Gleis gehoben ,vurde.und umstürzte. Dabei »vurde eine ältere Frau tödlich verletzt.. Schwer verletzt wurden 10 Persom-n. nmhrend etwa 30 Personen leickfterr Verletzungen erlitten. «Eine Untersuchung der SchulLirage ist ein geleitet.

Letzte Rachrlchte«.

(WTB.) Grohes Hauptquartier, 11. Dezember (Amtlich.)

Deftlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Ruppi echl.

In Flandern und von der Scurpe dis zur Somme ent­wickelten sich am Nachmittag vielf»ich ieblmfte Artillerie- kämpfe.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Die Feurrtätigkeit war auf der ganzen Front rege. Zn überraschendem Borstoh holten Sturmtruppcn nordöstlich von Eraonne msinndManzig Franzosen aus den femdlichm Grä­ben. Auch in .inderen Abschnirteu wurden in Erkundung^ ge-erbttn Gesa lg ne eingebracht.

Starker Einsatz der Fliegerverdändc. namentlich an der französischen Front, führte zu heftigen Lnftkämpfen: unsere Gegner verloren elf Flugzeuge und einen Fesselballon.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Mazedonische Fron^

Keine größeren Kampfhandlungen.

Italienische Front-

Zu beiden Seiten der Brenta und längs der uuterni Piave zeitweilig gesteigerte Artillerietätigkejt.

Der Erste Gkneralanactiermeifter Ludendorff.

m

Die Kriegsgefangenen in Ruhlarrd.

Köln, 10 Tez. Gestern über Finnland in Stockholm ein- g :»offene fchn^dische Reisende erzählen nacki der ,,Köl»r. Ztg ". ans allen smnländisckMN. Bahnstrttonen so viele deutsche Soft baten u n d Matrosen in U u i f 0 r m lpffehen zu habe»,, daß sie anfangs an eine deuttck^ Landung in Finnland geglaubt hätte»!. Tatsächnck mm es frngetassene deutsche Ü'rwqsgesan^ne ge»vesen. TqS gleiche »vird von oautsche-n MpilWfangenem go- meldet, die in Fimrftrnd in Schare»! die Oeifti-nng der Gre»rze in Haparanda abwarten, mn in die .Heimat zurückzutebren Bon der französischen Kannner.

i. (Köln, 11. Dez. DieKöln. Ztg." nreldet von der Schnm^ m Grenze: Me. das BlattLe Paps" »»»itteftt, wird Clamencemi i»! der nächste»' Zeit der Kammer die Abhaltung einem G e h e. i m - sitzunq Vorschlägen, wn eine vertranlickk (Erklärung über dir alt^rnttne fvlitisäfte Lage abgel>en zu können.

Elnnenrean niedergedrückt.

.Bern, 10. Tez. Clemencean außene sich Freitag z»k J-ournalisten über die Lage Frankreichs in geradezu n ie^ettwücken- der Weise.

Die Frage der japanischen Waffenhilfe.

i. K öln, 11. Tez. DieKöln. Ztg." »neldet von der fron zösischen Grenze: Ans gut »rnterrichteter Quelle verlautet, daß in de»: jüngsten Hwieren;. der Ententemächte in Paris von fvanzöli scher Seite mit bffonderer Tringlickfteit die Frage der iapant scheu W a s s e n bi l f t tm der mazedonischen und an der fran­zösischen Front zur Erörterung gestellt »vurde. Cle»»»eneoan und Pickwu giirgen sviveit. den Iafwrvern für die. verlangte Wafienhilse bedeutende territoriale Zugeständnisse auf Kosten FrLNkr.-ichs in Indochina alrzubieten. Die Frage scheiterte abgr an den» Wider sprach der Vereinigten Staaten, die sich mcs naheliegeirden Grün den mit dieser Festßchung der Japaner auch int Süden Chinas nicht einverstmiden erklärte»!.

Besktzuug Elmrbins durch chinesische Truppen.

Stockholm, 10. Dez. Aus Charlnn »vird telegraphiert, daß die Stadt plötzlich von chinesischen Trufipen besetzt »vordqr jcl Tie Absicht der Chinesen soll sein, die chinefischc»» Uickertan« ziu schützen Iapanrßhe Bttlrzabteil»mgen Wgen m Wladiwoüick ein.