Ausgabe 
11.12.1917 Erstes Blatt
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General-Anzeiger sür Oberhessen

Der verlaus der waffenftiWandsverhandlungen.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 10. Dezember. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rnpprecht.

An der flandrischen Front und in einzelnen AP- Mnitten zwischen der Scarpe und St.Quentin nahm das Artilleriefeuer von mittags an zu.

In kleineren Infanterlrgefochten wurden die Engländer westlich von Graincourt aus einzelnen Grätzen vertrieben. Em englischer Vorstotz nördlich von La Vagueric scheiterte.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Kleinere Unternehmungen führten an verschiedenen Ste­le» der Front zur Gefangennahme einer Anzahl Franzosen. Vielfach lebhafte Feuertätigkeit auf dem östlichen Maas- n fer steigerte sich am Abend zu erheblicher Stark und lebte nach ruhiger dt-achl heute morgen erneut auf.

Heeresgruppe Herzog Albrecht. Bayerische >^mdwetzr drang nördlich von B^re s in die französischen Grüben ein, nahnr einen Offizier und einund­vierzig Mann gefangen und erbeutete einige Maschinen-

gewehre.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die verbündeten Armeen haben mit den russischen und rumänischen Armeen der rumänischen Front zwischen dem Dnjestr und der Donmnnündung Waffenstillstand abge­schlossen.

Mazedonische Front.

Kewe größeren Kampfhandlungen.

Italienische Front.

Fm Püwe-Delw-Abfchnitt erstürinterl ungarische Hon veöTruppen den italienischen Brückenkopf am Silc, südlich von Eapo <5ik, und nahmen mehr als zweihundert Mann

ge fange».

Der Erst? Generalanartiermeijter Ludendorff

*

Der «bendberichl.

VerliA. 1h. Dez., abends. (WTB. Amtlich.)

Van den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Nachrichtendienst aus Rußland ist noch immer sehr ttnHuverlässig. Die Petersburger Telegraphenag-entur stellt fest, daß keine Ungülti-bkeitVerklärung für die ausländi­schen Anleihen erfolgt ser. Es habe sich lediglich um eine Meinung saußerung derPrawdcr" gehandelt,' die aller­dings das -Organ der im Staate vorherrschenden Bolschewik! ist. Das Dementi ist kurz und enthält sonst keine Aufklä­rung. Was nicht ist, kann also noch werden, und die Besitzer russischer Papiere haben wirklich keinen Grund, Fr enden- tränen zu vergießen. Der Zinsendionst Rußlands wird schon jetzt auf mehr als zwei Milliarden Rubel geschätzt, und es ist Ptar, daß da zu irgendeinem nahen Zeitpunkt einmal ein finanzielles Reinemachen erfolgen muß. Vielleicht schieben die Maximalisten ihre EntsclMsse noch so lange auf, bis man den bisherigen Alliierten etwas besser ins frm blicken kann Trotzki hat, wie heute gemeldet wird, an die bis­herigen Verbündeten Rußlands eine Mitteilung gerichtet, in der er sagt, daß ihnen Zeit genug geboten sei, sich der all­gemeinen Fri.'densbetvegung anznschließen. Es ist möglich, daß diePrawda" der Welt zeigen sollte, wie das Rußland der M axim allsten zwar nicht mehr Krieg führen könne, aber doch gegen die Verlängerer des Krieges noch eine gewichtige Keulentvaffe in der Hand habe. Wir zweifeln nicht daran, daß die Entente nach wie vor sich weigern wird, dem so geleiteten Rußland fernerhin finanzielle oder wirtschaft­liche Zufuhren zuzubilligen. Wohl aber wird man in London, Paris und Washington sich fragen, ob etwas damit ge­wonnen und erreicht wird, wenn man die Russen in die Reihen der Gegner stellt. Süßsaure Versicherungen gehen beute schon dahin, daß man, selbst im Falle eines russischen Sonderfriedens, nicht daran denke, die Beziehungen zu

Petersburg gänzlich abzubrechen.

Mau darf aus all diesen Dingen nicht etwa folgern, die Russen stünden schon aus dem Fuße, sich oen Mittel­mächten anzuschließen. In dieser Beziehung schneidet eine ausführliche amtliche deutsche Meldung über den Hergang bei den Waffenstillstandsverhandlungen einstweilen jede Hchf- nung ab. Die russischen Unterhändler stellten zuerst ganz un­mögliche Bedingungen. Es ist nun recht gut, daß hier einmal nicht Dipbimatenknnst entschieden hat, sondern daß die Auf­klärung der wirklichen Lage vom deutschen Generalstab aus­gegangen ist. Da werden ruhige, sichere Mannesworte aus­gesprochen worden sein. Es heißt ja dann auch in der Mel­dung, daß daraufhin die Einigung über die vorläufige Waffenruhe gar nicht so sehr schwer gewesen sei. Professor Krückmann, der sich in derDeutschen Zeitung" äußert, hat nicht unrecht, wenn er meint, an unseren Zugeständnissen an Rußland hänge der Sonderfriede nicht, vielmehr an unserem politischen Kredit. Der sei, so ereifert sich Krückmann,mise­rabel".

Rußland begehrt, wenn es mit uns Sonderfrieden sAic

allein Schutz gegen England, glaubt aber, daß England Sie Mn wird. Dazu kommt die finanzielle Abhängigkeit Rußlar

ton England und Amerika, dem Busenfreunde Englands.

tzär- dein ja leicht, wenn eben Rußland zu u

J ^ t auen hätte. Kann konnte es durch, Staatsbank!

09 schlimmsten Schulden ubschütteln und würde zugleich Frantr«

auf das stärkste schwächen, aber es fehlt offensichtlich der Mut hierzu."

In dem Verfasser rührt sich noch der Groll darüber, daß Reichskanzler, Staatssekretär und Reichstag um die Wette alles getan haben, um unseren politischen Kredit immer wie­der gründlich zu zerstören". Er darf aber nicht übertreiben; denn es ist doch klar, daß die militärischen Ereignisse der letzten Tage und Wochen und auch die Wandlungen in Eng­land und Frankreichs uns erheblich weitergesührt haben. Je­der Tag entfernt uns weiter von Stimmungen, wie sie am 19. Juli im Reichstag zum Ausdruck gekommen sind.

.i n >

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 10. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Die Verbündeten haben mit den zwischen Dnjestr und Donaumündung stehenden russischen und rumänischen Ar­meen der russischen Front Waffen st illstand geschlossen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der Piavemündung entrissen Slurmttuppen des Deeser Lwnved-Jnftrnt.-Regiments Nr. 32 dem Feind den Brückenkopf von Bre'ssanin. Es wurden sechs ita­lienische Offiziere und 228 Mann gefangen genommen und 10 Maschine «gern ehre erbeutet.

Der Chef des Generalstabes.

* * * .

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 10. Dez. (WTB.) Amtlicher Tagesbe­richt: vom 9. Dezember.

Sinaifront: Feindliche Vorstöße südlich Bethlehem wurden leicht ckbgewiesen. Westlich Jerusalem entwickelten sich neue Kämpfe. Sonst kerne besmcheren Ereignisse.

Die waffenstillftands-veri,and!ungen.

Berlin, 10. Dez. WTB.) lieber den Verlauf der Ver­handlungen über die Waffenruhe au dar Ostfront er- solwen wir stN-endeS:

Zu Beginn der Verhandlungen mit der im Standort des Hauptquartiers des OberbestlLSHabers Oft erschienenen russischen TeteMtion stellte sich beim Ausdrusch der Vollmachten hsauS, daß ° diese aus beiden Setten lediglich dazu ermächtigten, über einen Waffen still st and zu verhandeln, nicht aber über einen Frieden. Tie russische De!«emtton schlug vor, einen allgemeinen Waffenstill stand für alle Heere auf allen Fronten zu vereinbaren. Hierauf konnte unsererseits acht ein-gegangen iverden, da die Bundesgenossen Rußlands weder vertreten .varen, noch den russisch m DLogierten Vollmachten erteilt hatten, in ihrem Namen zu sprechen.

Wir kamen danach überein, die Berhcvndlmrgen aus den Ab­schluß eines Waffenstill''Mrdes Mischen den Arm reu der Ver­bündeten xmb dem russischen Heere zu beschränken. Bon russischer Seite ist hierbei ausdrücklich l^rvorgehoben warben, daß der ab- zusichäeßende Waffenstill'w d den unmittelbaren Eintritt in Fried'ensverhandlungen znm Zwecke haben soll und zwar über einen allgemeinen Frieden zwischen allen Krieg- führenden. Hiervon haben die Bevollmächfigten der Verbündeten mit Befriedigung Kenntnis genommen. Sogleich in die Erörterung von Fri^densfragen einzuteeton, war schm deswegen nicht mögtüh, da die bisherigen Vollmachten hierzu nicht ausreichten.

Am zweiten Sitzungstage teilten dir russischen Delegierten uns ihre Vorschläge für den Waffenstillstand mit. Diese Bedingungen gingen für ihre militärische Lage zum Teil ganz erstaunlich! weit. Die Russen verlangten beispiels­weise d'e Räumung der -Inseln im Rigaischen Meerbusen, ohne ihrerseits die Zurückziehung ihrer Truppen an irgendeiner Stelle der Front anzubicken. Ferner wollten sie uns vorschreiben, für die ganze Dauer eines ihrerseits auf sechs Monate vorgesehen,ml Waffenstillstandes unsere Truppen in den Schützengräben der Ost­front zu belassen, nicht ernrnal ihre Zurückverlegung ms Ruhe- gnartier sollte gestattet sein. Auf solche Bedingrmgen konnten toir uns natürlich nicht einlassen. Bei der Besprechung der einzelnen. Punkte stellte sich, dann aber heraus, idrß. in allen außer einer Frage eine Einigung leicht zu erzielen war. Der einzige P?unkt, für den roir keine Lösung fanden, war die Frage der Inseln im Rigaichierr Meerbusen, deren Räunrung natürlich außerhalb jeder Diskussion stiebt.

Wie leicht an sich eine Einigung zu erttelan war, zeigte sich in dem Augenblick, als die russischen Delegierten erklärten, weitere Instruktionen aus Petersburg einM-en zu müssen, denn wir haben daraufhin in kürzester Zeit 'und olpre auf ernstliche Schwierigkeiben zu stoßen, eine Einigung über die Bedingungen der jetzt en,getretener, zehntägigm Waffenruhe erzielt. In dreier kurzen, friedlichen Abmachung dürfen üvir ein gutes Vorzeichen für die Zu­kunft erwarten.

Petersburg, 7. Dez (WTB.' Meldung der Petersburger Telegraphm-Agentur. Gestern fand eine Versamurlung des Pe'ers- burger Arbeiter- und Soldatenrates statt, worin die zu den W af- fe n st i l l st a n d s v er ha n d l n n ge n er'.nüchtigteu .Abgcscnrdten Berich, erstatteten. Die Erörterung wurde aus morgen erlagt. Die bürgerliche Presse bringt unbegründete Meldungen, das; die Bolsch^viki jn allen Punkten.nachgalie,!. Tie Presse der Arbeiter-! und Svldatconäte inrtw^rtett krä'ttg daraich, dies beweist, daß die Regierung der Arbeiter- und Soldatenr ate weder einen Waffen- stchltzand noch einen F'tz'den Ichlies-en werde, i'velcker den Interessen rächt mir der Russen, sondern auch Iber Vvlksmassen und der Alliier­ten zuNnderliefe.

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Keine Ungültigkeitserklärung der ausländischen Anleihen.

Petersburg, 10. Dez. (WTB.) 5Bv die Petersburger TelegraphewAgerttur mitteilt, ist keine Ungültigkeitser­klärung der ausländis chen Anleihen durch ein Dekret der Regierung erfolgt. GS handelt sich lediglich um einen Artikel des -Organs der BolschcwiLPvawida".

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Die Lostrennungsbestrebungen.

Petersburg, 10. Dsz. (WTB. ) Meldung der PettrSbnrgei.' Telegraphen-Ageutur. Die von der Agence Havas und dem Reuter- Burea, zum Teil auch) von den Bericksterstattern der 'Presse der Alliierten gebrachten Meldungen von einer L-osttennung Sibi­riens, des Kaukasus und der Krim sind vollkommen' erlogen. Der Kaiulkasus befindet sich in der Macht des Harrptrates der A. uritb S. Abgeordneten, der die Llbsicht hat, eine koaliertes fh'egiermrgsgewalt aller sozialistischen Parteien zu schaffen. Das Arbeiterzcntrum im Kaukasus Baku uttb die meisten dortigen Garnisonen sind auf seiten der Bolschewiki.

Grund und Boden Staatseigentum.

Petersburg, 10. Dez. (WTB.) Meldung der Cen­tral News. Die maximalistische Regierung hat in einer Prv-- klamation jeden persönlichen Grundbesitz aufgehoben urrd den Grund und Boden für Staatseigentum er­klärt.

Trotzki an die Entente.

Berlin, 10. Dez. (Priv.-TelI DieB. Z." berichtet ans Kopenhagen: Nach einer Meldung der Petersburger Tttegrvphen- Agentur vom 7. Dezember hat Trotzki die Gesandttn von Euglmrd, Frankreich, Amerika, Italien, China, Japan, Rumänien, Belgien und Serbien tn amtlicher schriftlicher Form über den lnsherigen Gang der deutsch-russischen Ver Handlun­ge 7i und die entgetrcteire Verhcmdllmgspause unterrichtet und dir Gefandtcn darauf mifmecham gemackp, daß ein Zeittaum von meh, als einem Monat ztoizhen dem ersten russischen Friedensangebv-t und der Wiederaufnahme der Verhandlungen am 12. Dezember groß genug sei, um den verbündeten Regierungen Gelegenheit zu geben, ihre Stellung zu den FriedensvetHandlungen festzulegan, sas heißt,. ja oder nein zu anttMrten, nird, tvenu sie nein ant­worten, offen zu er7lärnr, für welch Ziele die Völler Europas vier Jahre hmd,wch ihr Blut oergießeir sollen.

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Die UnabhäugigkeitSerklärung AinlandS.

Basel, 10. Tez,. 9üach einem .HavaÄericht aus He ssiug ßsrS hat der Präsides des mveischm . Senats der französischen und den alliierten Regierungen eirw Erklärung Mstellt,^in der es im tvesentstck-en heißt'

Gestützt Mrs Artikel 38 des Verfass ungsgefetzes von 1778 hat der finnische Landtag beschlossen, dir souveräne Gewalt zu über» mhmen und dsngemäß einen vollziehenden Senat bezerckrmt. Kraft dieses Entschlusses hat daS Haupt der finnischen Regierung im Landtag einen Entwurf zu einem Berfassungsgesetz unterbreitet, wonach Finnland sieb als una bhän g ig e Republik erklärt.

Ter Präsident des SWats beruft sich rarf den von den Mächten pvo'llam.'ett«r Grimdsatz oes Se l bst be sti in m un g § r echt es der Völker und erklärt namens der finnischen Regierung feier­lich, daß das finnische Volk ein Anrecht hat. seine Geschicke selber zu bestimmen und die fremden Mächte iptt die Anerkennung seiner Unabhängig teil zu ersuchen.

Rußland besitzt k-nne Regierrmg nwhc, seine Vertreter Haber die Ausübung ihrer Obliegenheiten in Finnland cingeRNt. Es ist keine rechtsmäßige russische Behörde mehr vorhanden. Die Truppen, die noch im Lande weilen, verbreiten Schrecken und reizen die revolutionären Elemente der Bevölkerung zu verbrecherischem Tun au. Die russische Anarchie zwingt das finnische Voll, sich von nun an fern jeder Abhängichssit gegenüber Rußlaird frei zu nracheir. End­lich steht Fftmland vor der Hungers?wt. Indem der ftnnländische Senat sich aus die hochherzige Erklärung der ftanzösischen Regie- nmg über das Recht der kleinen Volker aus nationale Selbständig­keit beruft, ersucht er die Regierung der ftanzösischen Republik echverb-ietig um die Llnerk-errnung der- finnischen Republik und um die Ermächfiguug, eine Delegation nach Paris zu entsenden.

Die schweizerische Presse.

Bern. 10. Dez. ^WTB.) Meldung der Schweizerischen De- vesckenagentur. Der Vorstand des Vereins der schweizerischen Presse nahm i« seiner Sitzung vom 8. Dezember Kenntnis von einem Artikel derTimes" von, 27. Rrovember, der sich mit dem deutschen Einfluß in der Schweiz befaßt. In dem Ar^ tikel stellt das Londoner Malr die Betxmptung auf, daß mit Aus- nähme eines halbeir Tutzerrds dentschschweizerischer Zeitungen, davon zwei in Basel und eine in Zürich, jedes deutsch-schweize- rische Blatt entweder in deutschem Besitze fei oder von Deutsch­land in fteigeläger Weise subventioniert werde. Gegenüber der un- gualiftzierbaren Verleumdung der Schweizer Presse erhcbk der Vorstand in entschiedeirfter Weise Protest. Unbestechlichkeit war seit jeher der Stolz der SclÄveizer Presst, auf deren Anerkenne sie auch iu der heutigen Zeit vollen Anspruch erhebt.

* * *

Die Fortschritte seit dem FriedenSvorschlag vom 12. Dezember 1916.

Berlin, 10. Tez, (WTB.) Seit der dlblehnung des deuk» ,chsn Friedensangebotes vom 12. Dezemlwr 1916 hat die En­tente ttotz ihrer vielfackiffm Ueberlegenheit an Za bl irnd Material an die Mittelmächte im ganzen über 430 000 Gefangene und über 4000 Geschütze verloren. Die ungeheur«! wittschaftlichen und mili­tärischen Wette, die sich Mrßerdem durch die Besetzung weiterem Sttecken..reich,ten feindlickzen Gebietes und die Erbeutung mcge­ben rer Atengen von Kriegsgerät ergebe.!, lassen sich in Zahlen nicht annähernd ausdrücken. Von Mitte Dezember 1916 bis Mitte Dezember 1917 wurden Außerdem insgesamt 9196000 Bruttv- regrstettonnen versenkt.

preußischer Abgeorönetenhaur.

Am Münstertisch: Dr. Fttedberg, Drews.

Präsident Graf von Schwerin -Löwitz eröffnet drc Sitzu»y um 11 Uhr 15 Minuten. Auf der Tagesvvdmrng steht l» Fvtt- seyung der

f DahlrESvorlagr.

Abg. Herold (Ztt.) Wir billigen cs im Gegensatz zu Hehdebvand durchaus, wenn der Reichskanzler vor dem Antritt seines Amtes eure Bersdändigung mit den Melpheitspatteien suchte. Mit der' Zuscknummg zur Friedensres-olntion legtt ev lich weder auf einen Verirewaltiqungs- noär auf einen Verzicht-- frnLen fest. Ein eigentliches parurmentarischos System nach en«^