$.290 Zweites Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Montag. P. Dezember 19U
3 ht» Stadt unk Lanv.
Gießen, den lO.T^ezember 1917.
Tie Preisprü'imgsstelle für bk Provinz Ofccfieffert erlätzt kU
\j pfr. jBefanrtnwdjutig:
Warnung an alle Kaufleute.
Tv Preisprüftm^ssiÄle der Provinz Oberl'essen mcttft seit lciir- «rer Seit die durch verschiedene B^chverden von Verbro.uck>ern aus Neu Teilen der Provinz bestätig Wahmehmung, daß allgemein dem (Sk&He de? LelxnismittelMarktes mb des Marktes der AgrirstÄrde des täg1iick>en Bedarfs eine durchaus unberechtigte B'ftxräbtmlHTei een^esetzt Ixet (bedauerlich ist, dach auch durchaus solide L Seich.nle diese Dre^tveilerei mit.. <rch n und iusic on eee ihre f üh- Ma»Äserbeich»u?e zu dm jetzigen er.xilsten P:-e: eu unter Auenttzuug drr Koni'lNlktul zum Berkcrus briu>xen>. die sich besonders auch auf b# OesckMte der Bell erdnug^ mdust rie eins chtietzl ich der Wäsch ein du-
stcie erstreckt.
Die PreisprLshNgsstelle für die Provinz Oberhessen sieht sich daher verMiürtzl, die errtste- und eindringliche Warnung an alle " ftnrUrttte M richten, das; die Ansnntztmg der Koninnktnr firr alle Aogcnslchche tez täglichen Lebensbedars, d. h. der Verkauf von alten »Naoeubestaichea, die noch zu billigen Preisen eingekauft sind, zu den infolge der Waronknavfldnt rrl-eblich gesteigerten augenblick- fyfycn Preaseu, nicht statthaft ist Und gegen dxe K'riegSvervrdmm gen «yen Gerurätzige Preissteigerung verstöf-t. Kwrsleute, die unter N-ukc^n'N der Konjunktur übermätzige Preise für il-re zgarrn sotteru, machen sich strafbar. Die Verrechnung eines müßigen Kriegsbeuenn'g^znsljilages wird den v.amlenten nicht oer-- loctjrt werden. Dagegen Mutz mit aller «schärfe seitens der zu- ständcheu Preisprüntirgsstellen gegen jede durch Mrsuutzung der Amjuuttl'.r enttzelxnrde all^uueine Berteuerimg von Waren, die zum L«^ensbedarf der. Bevölkerw:g gebären, Stellung genommen tpafcu. Wir weisen hierbei noch misdrücklich darauf hin, das; das PeichSgericht in verschiedenen grundlegenden Entscheidtmgen die Vevöchtrgung des Handels mtb der Kau Mannschaft zur Llus- miyung der sogenamrte-u Kriegekoniunktur und zur Erzielung von jknegHgeweme, infolge der Verteuerung der knapp werdenden Le- bmsmitttl und Kegenstande des tägliclien Bedarss nicht anerkannt, sondern ein solches Vorgeherr und Geschäfts gebühren für strafbar erklärt hat.
Die PreisprüsimcMelle Oberhessrn wird daher Arm Schutze der verbrauchenden Bevölkerning gegen die erwähnten Preissteige- Wngm vor geben UUd in absehbarer Zeit eine Revision von Geschähen, die Waren des täglichen Bedarfs eiu.schtietzlich des Hans- ^ltDrgsbedrms führen und zum Verkauf bringen, vornehmen und äne unrvachsichttiche Bestrafung der Schuldigen beantragen.
Die Kaukleute werden darauf aufmerksmn gemacht, datz sie ver- phichtet find, über die Herkunft aller Warm Und der Einkaufspreise Äuskmrft zu geben und mit der «Sorgftrlt eines ordentlicheit Kans- liunms ihrer BuchMnmrgspslicht nachzukommen. Das 2lbänden: mü) Hduruszeichnen von Preisen für bereits ausgezeichnete Warm der Lagerbestände ist verboten und strafbar. Wir fordern die Mulleute auf, ihre Wärmbestände in ordnungsmäßiger Weise zum Verkauf zu bringen, die Verkaufspreise auf ihre Berechtigung M-zuprüsLN und jede unzulässige Zurückhaltung von Waren zu vermeiden.
Außerdem weisen wir darauf hin, datz es einer unzulässigen und Preistreiberei gleichkcmrmt und eine strafbare Beein-
iq der Kundschaft darstellt, wenn ein Kaufmann sich für die
Mich Lebens
Wbaren
Dgcrbe von Warm des täglichen Bedarfs lairdwirtschaftliche mitte!, wie z. B. Butter -oder Eier oder Mehl oder Wrrrst u. dgl versprechen und geben lätzt und die Abgabe der Waren von der Ävgenleistimg solcher llmdivirtschastlich-r Erzeugnisse abhängig
macht. Dieser Tauschhandel und diese bedingte Warenabgabe find ftarfW. Sie bilden eine wirtschaftliche Gefahr für unsere Botts- wittsä-ckh imd begünstigen den Schleichhandel. Die Preisprüftmgs- stelle wird gegen solche AusNn'ichse des Handels rücksichtslos vor- gäj/ax und die Einleitung des Derw-altnngsverfahrens tvegen Un-
Nwerräsftg-Veit gegen die b etue s far d e n Bcochbarde pevanlafsen. Die Pueisprüfungssrelle Oberhessen wird, wenn vorstehende Warnung unbeachtet bleiben sollte, bei allen Zlmnderhandlungeir gegen die
Kriegswucherverordn.ingen unnachsichllich gegen die Schuldigen vor- gel-en. Vorstehende Warnung wird durch die ganze Presse der Provinz veröffentlicht.
** Amtliche Personalnachrichten. Der Grotzherzog empfing zum Vortrag: den Staatsminister Dr. o. Ewald, dm Vorstand des Kabinetts Wirkt. Gcheimerat Rämheld.
** Kinderwäsche-Woche. Tie Einsammlung von Sperr- dm am Timstag findet in einer Anzahl von Strotzen ^statt, deren Namen im heutiger: An^eigmteil veröffmtlicht sind. Siehe Anzeige.
** Falsche Gerüchte über den Schnell zu gsver- kehr. Durch WTB. wird mitgeteilt: Es fiiib Gerüchte verbreitet, datz vom 15. Dezrember bis Mitte Januar der Slewllzugsverkehr, sogar der gesamte Personeuverkehr, eingestellt werdm würde. Nach Erkundigung an zichändiger Stelle entbelwm diese Gerüchte jeglicher Begrüridung.
MiAfCfyoC&ffw-vd Aun*wt'M%
Die Golöantaufstelle
in den Räumen der Sezirkssparkasie Gießen ist morgen nachmittag von 2 bis § Uhr geöffnet!
KreiS Schotten.
# Schotten, 8. T«d- Die Hessische TapferPeitswedaille erhielt der Schütze Theodor Spamer. — Götzem. Die Hessische Dapsevkeitüw"daille eichrelt der Kanonier Otto F-ritzges. — Rainrod. Tie Hessische Tapferkeitsmedaille erhrell der Uitter- offizier Wilhelm Bär, frül-er das Eiserne Kreuz. Die Hessische Tapfevkeitsmedaille und das Eiserne Kreuz erhielt August Bär.— Wingershausen. Das Eiserne Kreuz, friiher die Hessische Tapserkeitsmedaille, erhielt Theodor Horst.
O Gedern, 10. Dez. Die vom Zweigverein des Rotm Kreuzes gemeinschaftlich mit dem Zweigverein des Alice-Frauenvereins durchgeführte Sammlung zum Besten des Roten Kreuzes und der Soldatm- und Marineheime erbrachte den schäum Betrag von 406.70 Mk. 265 Geber hatten sich daran beteiligt.
um. Jlbeshausm, 10. Dez. Vier .Jlbeshäuser Schul- 'kimbm, darunter ein Ferimjunge aus «Schwelm, hatten aus Ueber- mut etwa 80 PorzellMrdoppelglockm an £en Fernsprechlbeitungen zwischer Herbstern und Ilbeshausen durch Steinwürse zertrüinmert. Tie Eltern mutzten der Poswerwaltung die eittstandenen Kvstm er- stattm. Außerdem hat die Staatsanwaltschaft ein Dttafverfahrm gegm die jugendlichen Uebeltäter erngeleitet.
u-u. Kölzenhain, 10. Tez. Pionier Georg D i e tz, Sohn des Gastwirts Georg Dietzl., erhielt die Hessische Tapserkefts^ Medaille.
u-u. Ulrichstein, 10. Tez. Vom 1. Dezember ab verkehrt
und zurück wegen Ausfalls an Schottm 7.38 Uhr) und
die Morgmpost «Schotter—Engelrod der Züge 4181 (ab Ridda 6.5h Uhr,
4168 (ob Schotten 5.15 Uhr, an Nidda 6.05 Uhr) an Sonn- und Feiertagm nicht mehr.
Starkenburg uiw Nheinhessen.
D. Z. Darm stad t, 10. Dez. Ein namhafter Geldbetrag sowie ein Paket Geschäftsbücher sind am Donnerstag vormittag in dem Zuge von Ober-Ramstadt nach Darmstadt abhanden gekommen, ohne datz man bis jetzt eine Spur entdecken^ konnte; dem Finder ist eine hohe Belohnung zugesagt. — Durchgegangen sind aus dem Ohlystift Gräsmhausm zwer zur Zwangserziehung übergebene Zöglinge. Sie konntm in rhrer Heimat Worms wieder feft genommm w erden.
Gietzener Straskammer.
Ter am 19. September 1899 in Bockenrvde gcbvrmc, zi. Z. dahier in Urttersuckungshaft befindliche Arbetter Karl F., hat m: September 1917 seure Stiefmutter dadurch), bedroht, datz er Lutzerte, er gehe nicht elM aus Blxkemwde, bis er sie tveggeschafft habe. Ferner verschafste er sich an eürm: aubecen Tage ^lrtritt ut die Wohnung seiner Stiesnrutter, öffnete dort mit einem Mersel oder Beil die verschlossene TischsäMblädc in der .Absicht, dort oermutttts Gvld zu stehlen, fand solches aber nichft vor. Er hatte ftch deshalb wegen Bedwhung und schrveren Diebstahlsversuchs zu verantwor- t«u Der Angeklagte, de:' sich arbeitslos in Bockeinwde Herumtrieb und in der SchÄrne seirver Eltern nächtigte, ist des v^nuchten. Tiebstahls geständig, bestreitet dagegen, seine Stiefmutter püt Totschlag bedroht zu haben. AM Grund der Mveisaufnahme verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen des versuchten Tieb- sta'hls zu zwei Wochen Gefängnis, wegen per Bedrohung wurde er freigesproch)ien. . „
Dem 73 Jahre alten Landwirt .Konrad Sch. in Renzendorf wird zur Last gelegt, am 10. November 1916 oder um diese Zeit einem mit .,W Beckett^ unterzeichne^: Brief an das General- komnrando in Frankftntt a. M. geschrieben zu haben, der unter allerlei gehässigen und unwahren Angaben die Einberufung des Landwirts Heinrich S. von Renzendorf zum Heere pe^wecken sollte. Er hatte sich dieserhalb wegen ll rttxndenfälschung zu verantworten. Trotz seines Leugnens erachtete das Gericht auf Grund der Bcioeiscrufiuihme imd durch das Gutachten des Sachverständigen Tr. Ko pp den Angeklagten für überführt imd verurteilte iha: zu zwei Wochen Gefängnis.
Spielplan des Giestener S^adttffealers.
Montag 10. Dez.. 7Vs: Gutsch. Habei: Gülttgk. Gew. Pr. (erm.). .Gastsv. v. lÄig. Klöpfer v. Reuen Theater in Frkft. „Das Recht auf die Fvau". Dienstag 11., 7*4/2: Gew. Pr. (erm.). Neuheit k „Das Enkelkind". Freitag 14.: Operu^Gastsp. .„Die Regiments- tocbtett'. «Samstag 15., 8: (In Bad-Nauh..) .^,Der «Soldat der Marie". Sormtag 16.^ 3//^: Gew. Vr, ^Ter Soldat der Marie". 71 / 2 : Kl. Pr. „Ter dunkle Punkt".
Sptelplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Montag 10. Tez., 7: „Die Rose von Stambüt". Dieirstag 11.- 7: „Tie Hugenotten". Mittwoch 12., 7: „Mignon". Torrners- tag 13., 7: „Fidelio". Freitag 14., l 1 /^: ,Iphigenie auf Tauris". Samstag 15., 7: „Orpheus in der Unterwelt". «Somrtag 16., 3V*j „Die Rose von Stambul". 7: „Der fliegende Holländer".
Zchausplelhaur.
Montag 10., 7: „Tyckerpvtts Erben". Dienstag 11., 7: „Die Verführung". Mittwoch 12., 7: „Ter Blauft:chs". Dorrnerstaa 13., 7: „Tie Verführung". Freitag 14., 7: „Alt-Frankfurtt". «Zams- tag 15., 7: „Fvau Suitnett^. «Sonntag 16., 3»/*: ,^Johvnmsfeu«r"^ 7: „Tie Journalisten".
Bei_
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S? v r ,«« f vc kricaöaefaiilicnc Tiidwcit Afrikaner bitten ln-^^lichum.'hrieiidutigvonLciesloff, de: füi (äcfanaetten- 91fifJ*r ee,ft k C rBesonders sind leicht aehet'tere unpolitische Idirisf- V» u ® Zeitschrillen, auch eilt eine Bilder ans Zeit- S?*>9 , pcitflefemcVnnblcOaiten bariteiienhtiiüfoininen. 'Annahme: Frau Kommerzienrat Noll,Äiollkestr. 14 .
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Allslveiütil - Vtrpchtllug.
Die Gemeinde Lich beabstchtigt die ihr auf etwa 1100 Hektar Privatgrundbesitz zustehende Schafweiden» Berechtigung fürs Jahr 1918 im Submissionsweg zu ver» pachten. Die Bedingungen können bet hiesiger Bürger- meisteret eingesehen werden. Angebote sind schvtsttich bis zum 15. l. Monats, nachmittags 3 Uhr, bei unS ein- zureichen, wo auch deren Oeffnung stattstndet.
Im Fall die Weide nicht verpachtet werden kann, ist die Annahme eines Schäfers beabsichtigt.
Lich, den 1. Dezember 1917. 87948
Grotzherzogliche Bürgermeisterei Lich.
D ö r m e r.
Ksiser- nnD VsMurik für feer und Flötte! Weihnachtsgaben 1917 !
Vom 30. November bis zum 6. Dezember gingen weiter folgende Spenden ein:
a) an der Kasse des Roten Kreuzes:
Ungenannt M. 7.00, Langerichtödirektor Koch M. 10M Frl. E. Mettenheimer M. 10.00, Zahnarzt Reinewald M. 20.00. Frl. Weidig M. 10.00, Lehrer Schweitzer-Odenhausen M. 4.00, Gebeimerat Rausch Pi. 10.00, Georg Dichter M. 100 00, Lokomotioführervereiu Gießen M. 100, Professor Zkulsch M. 5.00:
fo) bei der Mitteldeutschen Creditbauk:
C. A. H. M. 50.00, Rudolf Nowack M. 60.00, Gg. Apvel M. 20.00, Frau Prof. Ziller M. 5.00:
c) bei der Bank für Handel und Industrie:
Dr. Wasl<; M. 1000, Kirchenrat Schlosser, Frankfurt am Main M. 10.00.
d) bei der Gewerbebauk:
Hch. Schön M. 1000:
«) an der Geschäftsstelle des Giestener Anzeigers:
Frau Svaar 211. 3.00, Schachklub Gietzen aus einem Schachwettkampf M. 6.00 und auö dem Inhalt einer Sanunelbüchse M. 17.63: f) bei der Bczirksivarkasse:
Hch. Hartig M. 5 00, Frau Ehr. Damm-Burkhards- seiden M. 5.00, Ungenannt M. 3.00, Direktor Zachciü M. 5.00, Glasermeister Luh 2Jh 3.00. 8958c


