Wieder ein Soldatenkongretz.
StorfTvoIm, 8. Dez. WTB.) Der hiesige BolschenM-Ver- tatet rnritn aus Petersburg: Der z-weite Kongreß der Frontsoldare»». ist hin. eröffnet wurden. Zum Präsidenten wurde ter Fähnrich Njasnikow ernannt.
Die Not der deutschen Kriegsgefangene»! in Rußland.
Berlin, 9. Dez. (WTB.) Um der Not der deutschen Kri-easgefa n g eucn in Rußland abMhelfe»», sind soäien 4 MillronLU ^arl, davon 3 Millionen tut? Reichsmirteln und 1 Million nur- Nat»?nLtspL:»d?u der deutschen SchlltzmackL Schweden zur Berfücnrng gestellt worden. Diese Mittel sind in erster Linie zur BesttMimg von Zu.satznLhrn.ug zur GefcmgenenDst und zum Ankauf »varrner llnterkleide»- bestimmt. Das schwedische Rvte Kreuz wird wie bisher in tatkräftiger warmherziger Weise für eine ziveckentjprock.f'.ide Verwendung »er Getoec ft>rge»r. Auf einem sicheren Wege werden ferirer weitere Mittel zur Versorgung der betrt[' 6 eiT Kriegsgefangenen in Ostr»»UcmL> m allernächster $eit zur Verteilung kommen.
Revolution in Portugal?
Amsterdam, 8. Dez. (WTB.) Das Reutersche Bureau meldet auS Madrid: Laut Telegrammen aus Opono ist in Lissabon die Revolution ausgebrochen. Einzelheiten fehlen. Auch in Oporto kam es an» 5. Dezember zzu Unruhen. Der Mob plünderte die Bäckerläden. Zwei Personen wurden getötet, 60 ins Spital gebracht, 70 Personen verhaftet. Die Menge lubelte den Soldaten, die nicht eingriffen, zu.
London, 9. Dez. (WDB.) Reuter. Di-e Reoolution ttt -Oporto schloß mit einen» Erfolg der Revolutionäre. Die Regierung temissiouiertc. Assonso Costa b.ldcte ritte provffo- rische Mcheruna, der auch der frühere portugiesische Gesandte, in Berlin, Lidonio Paes, angehört. In Lissabvn und OPorto herrscht Mhe.
Madrid, 9. Dez. Mavas.) Ueber Badajoz wird folgende Uebersicht über die letzten Ereignisse in Lissabon gemeldet: Die Bewegung des revolutionären Militärs gegen die Tenw- krctten hat gesiech. Die Trupperl der Regierung griffen die Stellungen der Revolutionäre aus dem Campolide an, wurden aber mit schweren Verlusten nach 48stündigem Kampfe zurück' geworfen. Die Regierrmg, außerstande, der Bewegung Herr zu >
Ecuador bricht die Beziehungen zu Deutschland ab.
Guayaquil, 9. Dez. (WTB?. Reuter. Amtlich wird mitgeteilt, daß Ec u a d or die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abgebroäien hat
Line neue Rede des Grafen d emfit.
Budapest, 8. Dez. W>TBZ Ter Minister des Äeichern Graf Czcrnin hat in dem Ausschuß, für auswärtige Mgelegen heften am 7. Dezember vorrnitdags eine Rede gehalten, in der er rmter anderem sagte:
Ter Telegierte Lvvaszy fragte mich gestern, ob ich in der Lage bin, im Rainen des Deutschen Reiches eine Erklärung bezüglich Belgiens abzugeben. Ich kann auf diese Frage selbstverständlich mir mit nein antworten. Es i ein international nicht gangbarer Weg, daß der Staatsmann eines Reiches für den eines anderen eine Erklärung abgibt. Ich, berufe mich jedoch auf die öffentlich abgegebenen, allgenrein bekannten mrd zugänglichen A-eußerungen der teut.chien Staatsmänner. rnsteMtdere auf di« bereits gestern zitterte Aeußerung v. Mhlmanns, der klipp rmd klar erklärt hat, es gebe kein Friedenshindernis außer Elsaß- Lothripgen. Ich ^ehe weiter und sage: Wenn man glaubt, daß, eine Unklarheit üver diese Frage bei der Enterrte den Krieg verlängert, so verneine ich, dies kategorisch. Die Ententemächte müssen sich über den Standprmkt Deutschlands in dieser Frage vollkommen klar sein. Auch, kann die Gnttnde-jeden Dag die Probe aufs Exenrpel machten, dieses Wort des Staatssekretärs zum Aus- gansprvch. ne-hmen und verlangen, daß es in die Tat umgesch-t »verte. Tann wird sich erweisen, »per den Frieden nicht will,, ob dies Deittschl-and oder die Entente ist. Ms ließen sich dafür, daß die tnefdfidte C'.ckente für Cnm Frieden nicht reif ist. zahllvch Beispiele anführen, die allen Herren bekannt fmb. Warum hat diese die Papstnote nicht einmal beantwort-et? Predigen die Mi-.ihvr Franttvfths am) Englands nicht täglich \rd Kriegs Looaszy- sprach- srrner, wenn ich semen Änsnilmrngen richtig gefolgt bin. de : ^bttrnZch aus, ich möge in jr^TÜxnner Fo-rm aus Deutschland einwir^en, damit es sich in der telgischm Frage klarer äus^re.! Sckson ans den Lttlssührungeu, die ich geshwn zu entnnckttn die Ehre hat.«, geht hervor, daß ich ihm in. diestnn Punkte nicht Folge leisten kann, weil ich ans dem Standpunkte stehe, daß die Ausführungen der bait'd.iCTi Staatsmämwr itt diesem Punkte vollkommen klar und unzweideutig sind, und weil man trotz des besten Verhältnisses zu einem Verbündeten kerne Ratschiläge über eine der-
iverden, trat zurück. Ihre Truppen ergaben sich und der Präsident | artige praktisch: Frage geben kann. Ich möchte die Herren tin ein der Republik nahm den Rücktritt des Kabinetts an. Die Revolu- i Wort Bismar
ck s echrnern, vcm dem Graf Kavolyi richtig sagte gcbimg, die lautet: | daß wir ave sehr viel von ihm lernen Mm len. Bismarck antioortete ch'st der gesamten! einmal, als ilM die Zumutung gestellt wurde, sich afst einen beul drei Tage lang im | freundeten Staat mit einem Ratstchlag zu welchen, im preußisckxen Vaterlandes und der j Abgeordneten hause: „Ratschläge an frenrde Regierungen, rvas sie
ttonäre veröfstntlichten hierauf eine '
Die revolutionären Streitkräfte, die stt Mannson von Lissabon zusammensetzen, i,.,.
Eduardspark verschanzt ^zur Rettung .des
Republik, die durch die erbärmlichen monarchistischen Elkmeuck'j zu macheu oder zu unterlassen l>ai<n. btan ilMer etwa^ Mißliches, bedroht waren, gekämpft. Die Revobutionäre haben ein Kabinett weit sie sehr lwb,t zur Reziprozität füliren." '
aus ernsthaften, und maßgebenden MLmenl gebildet Wir ver i Lovu'ze 'f-ns-rnierte gestern eine gewisse Berfttt-edenheit zwi- srchern feierlich, daß wir neben unserem alten Bnndesge-w'sen scheu den Au schar'm'.gen der Grafen Tisza und Andrassv einer,ttits Englcnrd und neben der: anderen Alliierten durchhaltcn wr.s alle mrd meiner Wck'iMft anbevers«ts ttn bezug auf unser Per- inlericationaleu Abmachungen der portugiesischen Nation aufrecht- häl t n i s zu Deutschland. Er rmgelte. soweit ch fol.Mr erhalten werden. — Tie revolutionären Strcitkräfte wurden von kvnnte. den Standpunkt fest, daß ich in dem Verhältnis zu Deutsch- dem Major Sidonio Baez angeführt, der mit der Bildung des j land nur io weit gel)e. als ich es für die ö?krreichisckElgarische
Kamnetts beaitttragt wvrden ist. Zwei Tage lang befchossrur' ^. PM * '■ " ' " ' * '
der „Basco De -maim v aut* der Zrrltörrr langen der Revolutkvnchre ohne wirksames
,0>uadiowt"
Ergebnis.
die Stel
Aus Ftakien.
Bern, 8 .
W TV. „C-orriere «oLlla Sera" meckdel aus
Rom: Na-ch halbstündiger Besprechuirg zwischen Orlando nickr Marearo w:rde gestern abend die Tage^vrd-nwng airf dem Mvnte Citorrv dgescktjlagan. Die amtliche Wiedereröffnung
Monarck.w für vorteill.-art halte, wähceud Tisza :rwd And-rafsn da>> üb ec hftmusftetnr. Ick', g' .rrbe, D V? i die (am P-,cnk:e nicht dir geringste Difstrenz zwrche-r den: bersteu Herren und mir te' et;.. Wir alle wvrlen nur nrachnr, u.-as wie ün Inte resse der oster re ichisch- ungarischLN Monarchie gelegen anseheu. aber wir glauben eben, daß eine Vertiefung des politischen und wirtschaftlichen Bündnisses mit Deutschland dem Intereffc üm Vstm- archw entsprichst. Wir alle haben den für mich ganz ungemein wertvollen Eindruck erhalten, daß die Mehrheit der hohen nngan- sckeu Delegation im großen mrd ganzen ineine Politik zu billigen
&X 1 rÄ« j Ich tage' ö WTi* dL'ZÄ-m-iEtt
(.ntgegcitr.a^tK iwtt .Vfittrtinißeii ^cnn^ für den Zu- d-n- v-ni >«r,Nnn Herren ersehnt hnke. !mnl m einer
visher vmu Poatznahinen ge- Zeit wie der heftigen ein Münster des Amsterr: unmöglich die Geschäfte fjifrren kann, toerrn er nicht die fme Neberzeugung hat.
samTneni ritt des Senats wurden
troffen, yjlan vermutet jedvck.!. tafj auch der Senat am 12. d. M. wieder zu'chrmnentritt., Berfchieoent. Abgoordnett wieder hol t e-, bei dem Präsidium der Kammer das Verlangen nach der Abhaltung einer Ge hei m si tzu n 9. Aus dem Monte Eitorio glaubt man, es werde zu eiirigm Gehennsitzrmgen kommen.
Der Neuyorker Berichterstatter des „Corriere della Sera" drahtet: Zwisch^ der ftaliernschm Regierung und der Regierung der Verein ick e:r Staat m fei eine Lösung der Frage der Refraktär? gesundem Tie italienischen Bürger in Amerika sollen demnach in das Hver der Vereinigta Staaten, eintreren, während die i^ Italien ansä'sigcn Arnrrikaner der italienischen Aushebung nnler- stellt werden. Die Vereinbcrrirng werde in bcn nächsten Tagen unttnrichuet rvcrdeu.
Ein euglLsch-rpanifcher Handelsvertrag.
L o u c- 0 n , 8 Tu 'WTB.) DaS stientersche Vurean ist davon üt Kenntnis gesetzt worden, daß ein Handelsvertrag zwi- sck-rnt der englischen mrd der spanischen Regierung apge,ck.lm,cm w'-rien in. Dieser betrifft die Einfuhr mck> Ausfuhr von .üvtleu. Enien und Frücküen und hält sich init einigen 2kdän- oerurcgen nn das von. Marguis Cortina bei seiner letzten An- weicmheit itt London mit der englischen Regierung erzielte kommet:.
daß die Mehrheit der beiden Delegationen seine Politik Mtzt und zu stützen bereit ist. Ich habe seit Begi.m des Krieges.keinen Augenblick daran aezwtzifelt, daß wir diesen Krieg in chrenvoller Weise beinrdcm werden, uich daß eS uns gelinget^ wird, das Ziel zu er- reicheit, das wir uns gesteckt hrben, davon bin ich fester denn je über.zetl.gt. M^er ch bin auf der anderen Seite auch davon überzeugt, daß wir noch nicht am Ende sind und nach- manche schwierige Ausgabe zu überwältigen Vxiüm toerden, bis mir pnbltrfr in den schätzenden 5>afktt §inlai:stw.
Es ist üns genau bekannt, daß die ivestliche Entente mit allen Nttttelu versuchen wird, blz Friesten-Sbestrebmlgen Rußlands zu dilvchkretrzen. Ich bin fest überzrnwr, daß wir ftstr noch auf große Sckstvierigkeiterl stoßen werden, de wir ebei: ioerstm übernnnden müssen. Wir wollen einen s0 f 0 r t i q e n u n d lv e n n möglich a l l g e m e i ne n Frieden. Wir inolleir nicht versuchen. Rußland von seinen bisherigen Alliierten, chnrenstig zu Machen, aber der Weg zum allgemeine:! Frieden kann ivoh! nur über Rußland führen, weil Rußch.rd der einzige Staat ist, der zum Friedeu geneigt ist. Tie Friodensbedingungerr, unter denen wir beute zu verhandeln bereit sürd. sind vouständig bekamtt. Sie sind die. daß wir weder A n n e x i 0 n e i: n 0 ch K 0 m pe u s a t i v n e n fordern und daß irstr ans dem Standpunkte stelren. daß ebenso wie Rnyckund auch wir das wuveräne Recht einer Regierimg in Anspruch nelmren, unsere inne
ren Angelcgenh-tttm selbständig zu regeln. A^enn Rußland wirkirck deir Frieden will, und es ist kein Ztveisel, daß es ilm will, so ist es in der Lage, seinen Standpunkt der Westcickenke ktarzuma fm.
Unsere heutige Lage möchte ich durckr ein Bild charakterisiereu. Tie Morurrck, ie glicht einem S ch i f s a n s st ü r m i s ch e m M e e r e. Bmr Trst» und Gefahr umdrobL zieht es fernen Weg. Noch har es viele 0-esahrerr ?.u überwinden, noch schtvuntt es hin uiu- Lei im Auiruhr bei- Etemente, aber vom hoben ff ferro dev^Scktti>es aus siebe nran Land. Alle Mann an Bord sollen es :vmen. daß nnr rrcch viel zu Kämpfen und auszutälttv. haben norden, bis wttr in den schützenden Halen des Friedens lwerden ein taufen, können. Aber erreichen werden wir eiium ehvenoolleic Fruden, »penn rur, dir eine Parole gilt: Durch halten. (Lauganhaltender stürmi'cher Beifall.)
*
Wien, 9. Dez. (WTB.) Die Reise des Ministers des ?teußer»,r Grafen Czernin nach B^tin rn»E'e »regen plötzlichen Unwohlseins des Ministers unterbleibe,».
Dre KriegSertlärrmg Amerikas arr Lcsterveich-Nttgarn.
Washington, 8. Dez. (WTB.) Meldung !>*•:• Reuterick'eir Bureaus. Infolge der Kriegserklärung gegci: £ e ft c r r c i ch-- Ungarn werden über 1 Million. Personen aus die Liste der fei nd l ich en St a a ts an gehörigen Biele, die lang^
verdächtig nxrrcn. die KrivgMlÄne der R'gierunc. tu bindern, wurden verhaftet rrnD »werde»» intern izn werden, »renn sie di? Behörden nich>t davon überz^rgen tonnen, daß sie frredlichic. Absichten haben. Alle Oestrrreicher und ttnae.cn werden ?.u» 100 Pards rwn der Zmre der Dockanlagen usw. sorngehalren loeröai.
teektteg.
Reue tt-Boot-Erfolge.
Berlin, 8. Dez. (WTB. Amtlichst Drrr.ch die Tätig« Feil* unserer U-Boote wurden auf den» nördlichen " riegs'chau- platz wiederum vier Dampfer versenkt, darunter ein Dampfer, der aus stark gesicherten! Geleitzug herausgeschossen wurde sowie der bewaffnete französische Dampfer „Ponwno".
Der Chef des Admirals!abs der Marine. Ll-Boote vor dem Suez-KarraL.
Berlin, 8^ Dez. (Priv.-TÄ.) Die ,.B. Z. am Mittag" »neidet aus Zürich,: Rach dem „Secoto" snck- Suez.«
Kanal U n t c r sce bo e t e gesichte! coorden. Die Sck -.-'ün-rt durch den Kanal ruht seit Montag. [
Ein amerikanischer TorpedobootSzerstorer torpediert.
Washington, 8. Dez. ^WTBst Meldung des Rc.ukorschen
Bureaus. Ter amerikanische Tor»7eoobo oks zurstörer ..Iatod Ions" ist am Donnerstag in der Kriegsz<mc torpediert w-orden. (ßrn großer Teil der Beyrcumung ist nmgekEweu.
A»i.§ dem Uekche.
I-ürit Adolf zu LchMuchura-Lirpc.
Berlin, 8. De-z. WTB.) Oberst Asto-.i <> Ü .-* st » u S t .: u in* bürg- Lippe, der .ckomunrndeur der brüte<1 irard^Kov.rUetie- Brigade, hat tim Entheb v ,n g von dieser Stellung gebeten, da die Regierutrgspflrchßen seine längere Abwesenheit au.- der Heimat nicht mehr zulceßen. Ter ’.^xiVo: enrivcack- der Bit-e wvi) verlieh dem Fürsten, der sich mit Begcnrc des Kriege-- 'cerwilirg zum Heeveshienst zur Verfügung gestellt Harde, in Anerkennung seiner Verdienste vor dem Feinde als Regchnents» und Br »gäbe- Kv-mmandenr die Schwerter zacm Großtrenz des Roten MKerordens.
parlKMsnLükNLher ans Neßssn.
Die A n s s ch u ß s i tz n n g -e n der z»vc i-.au Kammer haben cme Aenderung erfahren, der Finanzausschuß »vird am nächsten Dienstag und M i t tw-o-ch, der K ri eg sa u s schuß dagegen erst am uäck)ben Donnerstag znsaimnenrretcn, da einige seiner Mitglieder durch eine gleichkreftrge Versammlung der Zeuttums- partei am Mittwoch am Erf-cherrre-n verlwwer: üud.
Arss Stndt nn§
Gießen, den 10.
** Ter kupferne S 0 n »» t ag ist. \\ langte, »weit hinter dem gleichen Geschäftslage des Vorjahres zurück aebli eben. »vas wohl seinen Grund in den mangeftgnen Zugverbindungen aus allen Sttecken hat. Eckt großer Tei. unserer alten Saubfuitöufvift, !>:c sonst am kupfer nn Sonntag nach Gießen ka»n, uin Einkäufe zu machen, w-ae ferugeblisben. Eft', '-umaßen iebbasl u.'ar nur der Handel in den Spitt »na reu und tt'.*ltterge- fchäften.
30 Jahre städtischer S ch t a >st t \: 0 *. Vor einigen Tagen sind 30 Jahve verflossen, seitdem un.str Sa trstni.'' iir Betritt) gemmumen wurde. Von den danutls apqc uöiitnmi Angestellten des Unternehmend befinden sich, noch 2 im Xievinc, nämlich die Trickffnernchauerin Frl. Stoß und der Schlack::hors»värte»
Xv^ntber 1917.
■ den Verkehr an-
Gietzener Kott}Cf^»erd8i«
Gießen, 10. Dezember 1917.
3ti einem ersreulichen Musizieren hatten sich die Kammersängerin Gertrud Foerftel aus Wien und die Violinistin Fräulein Au nie Betzak aus Frankfurt a. M. zu sarn menget an nnb boten »uis gestern einige sehr genußreiche Stunden. Frau Gertrud Foorstet besitzt einen leicht ansprecheriden, hellen und glockenreinen Sopran von vorzüglicher Schulung, der allerdings nach der Höhe zu im koifts etwaii flackert. Mit Ausna-mre eingangs trefft ich aefnngciren Rezitativs und bt-r ^btte aus dem Figaro von Mozart, lot sie »uis eine Ackistvahl moderner Lieder. Die „Nachtigall" von Johannes Brahms, ein selten gehörtes ^Ärwel under den Gesängen, des »msttrblvchen 5Neisters, ließ die tiefinner!iche Porttagskunst der Künstlerin besonders in dem stark rczilativisch gehaltenen Mittelteil auss beste bervortreten: leck und tvnchtig erdröhnten die Hammerschläge des „Schmied": mit am besten geLangen wohl dann die beiten Schumann- Nmrrment, tereit letzte, „Aufttäg<kS die glänzend geschulte Stimme im besten Lichte zeigte. Schade, daß man in diesem Zustnnmenbang nicht mich noch die „Kartenlegerin" zu hören bekam! Im zweiten ^ecke kamen dmm Guckav Mahler und Richard Sttauß zu Worc. Straußens versonnenes „Wiegenlied" kam vortrefflich zu Gehör- den, gegenüber hatte das „Kling" einen schweren Stand: es »mme im Rahmen des Ganzen »morgoirisch und »var böchstenö eme flute >ttaftprobe, außerdem — Strauß hat Dertv-rllores gocktznebeu: nnrn hätte nach dem ..Wiegenlied" lieber „Befreit"' oter etwas Aehuftches gehört!" — D«n Beifall, der gleich nach der .Kummer stark einsetzte, gestaltete sich immer lebhafter. »'0 bol; 'ich jne WnUerm genötigt sah. zwei Zugaben. Eduard Gnegs, „Lolverghs Lied" und Hans Pfitzuers „Verrat" folgen " Es rmrß besonders anerkannt werden, daß chic \amn.erm ham großer, durch die »mginrstigen Reiseverbältmssck bedingter, stnnmlra-er Indisposition sich ihrer Ausgabe in so glanzender Wene entledigte.
Fräulein An nie Be za7s Vvrrräge konnten danatem mir Ehren bestehen. Wir dürfen die j»mge Dame getrost zu den be- deutmw»ten ck^ilpnilmen utrserer Zeit zählen. Mir einer außer orbentlick enrn-ckttttn Technik verbinteft sie eine hervorragende
den Sempel cu,ßerordentlicher Reife aufbrückt. Das p ächtta. in ter M lod.k oft ganz modern anmittende tz-moll^Biolinkonzert des M»meiste - Nardini, eines der bedeutendsten Biolimsren und Vw- Unkomvouich,'. al^r .Zetten, spielte fte mit vollenteber Meisterschaft;
»nanchmal glaubte mau K'arl Flesch sekbst zu hören, so sehr bat die Künstlerin fick» die Eigenart ihres Lehrers zu eigen gemacht. Tie weiteren Nummern „Grave" von Frietemann^ Bacß und „Varia- ttom'n über ein Thema von. Corelli" von Tartini — Kreisler, letztere im Navierpart etwas reick>lich moderniffert, — bestärkten und vertieften noch ten eingangs gewonnenen günstigen Äudruck und ließen, »nie gnch b.ffanders das letzte Stück: S dre rzo^Taronte!le Von Wieniaws . Die glänzende Tcckmik der jungen Künstlerin vorteilhaft lTervocrceteu. Bei solchen hochwertigen Leistung^»» ist auch der Kritiker gern Mensch »mb überläßt sich ganz dem Eindruck tes Ohhrlen. Der rouscuent'-e. immer zunehmente Beifall konnte schließlich »rur durch Frangueurs Sicilrenne und Rigaudon te- sckwichtigt werten.
stricht uncrwalmt bleiben darf die seinfühLige. mit vornehmer Zurückhaltung ausgeübte Begleitung Herrn Professor Traut- manns, der, seinen Bwdieusten um das Otteßener Konzertleben einen neuen Stein hft»zi»ftigend, den Bechsttinflügel mtt'trrte. Bon seinen Liedbegleitungim verdienen das Sttimß'fckv. ,,Wiege:llied" und Mahlers „Wrr bat das Lreslein erdack?t" ei»w besonoere Er- wähnung.
So gestatt t'fick der A.'end za ^rn m ! Ku ns gem ß und »vir ßof'e- 1 . die Künnckerimren im wachsten Wütter hier »vttHer zu sehen: vielleicht hören »vir denn» auch, da der Sängerin Mahler gut liegt, tessen tieftnnerliche „Kinüerwtenlickder" sowie einige itespnae von dem hockjbegadten Joseph st)carx; Joseph Marx ist in fernen Liedern der österreichische Strauß, und — er ifr auch iwf» etwas mehr.
Tr. G. N.
Gie^cner StaStthester«
Das Enkelkind.
Kvnwdie von Lothar Schmidt.
Air St ekle ter aatgei^tea Lterette „Xer Soldat der Mari e" ging gchtern abend Lothar Schmidts .Lvmödie" „Das Enkel lind" rn Szene. Daß das Stadtthomer mit dieient Stück eure befonters imwtvolle Enmu'bung gemcultt hat. wird wohl niemand behauptet rönnen, denn dieser Lngevlickrem Komödie fcbtt aber auch alles, »vas imstande wäre, ihr znr BühnenroirktLnikei t zu verhel:Qt. Sckron der Stoff logt dem Ganzen in dem verwendeten Rahmen »»»rüber- »vindlick-e ^SchwierigLeitau aus.
Die Tochter des GeiieraLmajvrs a. D. von Hetebreckt. Margarete, ist mit einörn Ingenieur verlobt. Drs Verdaltans bleibt nicht ohne Folgren. Eine Trauicnrg ist nicht nrehr möglich, da der Bräutt- gcm» in» Kiiege sällt. Margarete gibt gckrem Jungen das Leben und wind von der Gesellichait boykottiert. Ms echte Soldaten- tvchttr stampft sie für ihr Kind, für Pas fstecht der.freien Mutter
c»
llm'st i.ar u, auer
.Komödie
dioßt n.'.'tt, it ter
»rett,
Kinte
sollte
Aber die Witermärtiaferte?» tes Lebens sind zu zu unterliege»». Da in letzter Minute Ire 1 0 , u ist den inzwischen die Verkettung einer Reil? m :
Tochter nnd teu» „Emir!lind" zustuumLuge die verlorene Tochter, kehrt mitsaint te», in tes Vaterhaus zurück.
Das ist tec Inhalt chtec breiaftigeii „svuuw :viav: »oi.iu es nicht fitt möglich teilen, ater es ist taffe Mich k. 2a* hu Sckiniid bekommt es fertig, eil» Problem, um teilen Lösung ft,'. Iastren de» -Miitterschutz, die Wolcksahrtsft'morge nnd unzählig? »rVu Vor enitftungen kämpien. zum Gegenstand eines Lustsvnlle 'nacheu Schon allein diese Tuttack? i.r banal und arschmactt-». Wo. -mi Teufel, steckt hier überhaupt tes Komödie,»teste? Sder ,'staubt te Verschser damit besonders »vitzig zu wirst-.!, tefc er tcA alte» *tene rat einen Kinder ausfttz-en, teu Blech»übel und di? ckiutec trvmmtt nnrfchruüle»r '»md ilm wie närrisch ur.- ten Breticrn herum läßt? Lter ist es besonters goifrvoll, die alte, a'.-gerntttt, BuL«enf»gur der uvtigen. sckma»ternden Tan..
Barvnin Thea -- nietet aufs Tavec zu brttrgerr? Dir Free..- der u>- »ellschalfticheu Existenzberrchrigung des illegitimen >>!»,-. -- g.llör »»cckch m>f oie Büfnc.. dazu ist sie zu ernst und zu nichtia. A>u ' ft.'vire n'pston kann n»ait sie aber v m Gvgenst-a»id entar .steinte . ’ ?,-. ?.. di o»rzu gespickt ist mic soicktt.n, f-teen Redensarten. Das 2u::z tätti emc Berechtigung. *-?nn Schmid: .wenigstens et?r • b -stimmte Den tene. 5 teimt versöhne, wenn er darttr offensichtlich Stellung "rü' oder gegen tes umckstliche Kttrb näbrne. Mer selbst te? i-'Zntt eanmaf der Fall. Durch drei Akte schleppt sich di? S\t,rM<:;?g obn, leten Höhepimir, nräte Lin. stets inten »etztta Zügen liegend. E wird viel miixt und uterbaiiyt nkht getzamttr. Ein »lad;?.;, mckls fagettter Dialog hält mühsam tes »vackettge Gebäub? zukurmn« utrd die vei'teckm» OVszöititättn tes RottmüllEr im zeeeite? ?lkt wwttt tes enrigr Kinterivage»»geschiebe fcjTeit da. G»mz nur neck witerlicter erscheinen als es schon ist.
Die aufgen-mrdte Mütze der Darstttler wäre oincu -uuchä.cce» ^turgabe würdig gKvestm. Vrmlftig gab Karl V oistk o.m alter G-etteralmachr a. D. wieter. in Haltamg 'und Spract^ Soldat mr
fimmg, Sterqp BH -^star -*.t. ( vimut:. .muuiuM
Wisser führte ihre RE als Margarete, die Mutt-'»- tes Kiiu^ vorm'hu» und schlicht tereft. Die übrigen, kleinere» Partien wäre entsprechend besetzt »md wurden slott gesvittr. Zu ermähnen war noch, teß Herta Ellen bau s en, als „österrttchuck^" Gesangs lettreri» von der Bc'berrschung des Tialektts etwas febr weit eilt ftrnt mar. -w. m-


