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nicht so leicht mit sich verhandcln lrvssen, E ntm mwrrtct hatte.' iSints ist klar urtb ganz Rußland ist dieser Ansicht, da ßi>'.r Kttieg lem jeden Breis eingestellt werden muß. Selbst das Organ der ,sxial re voll, ttonäreu Partei (gemäßigt und Gegner der Bol,che- witi) s-ch.reibt in diesem Sinne.

Bern, 7. D^>. Der russische Mitarbeiter desBund" be- richte!: Pe?terÄimrger Blatter melden über g r o ß e K u n d g a b u n- Jen, die aus Anlaß der Ankündigung von Waffenstillftandsoer- handlungeu in Petersburg veranstaltet wurden. Dem Peters­burgerDjn" zufolge soll der Newski-Prvspekt in Petersburg in .,Friedens-Prospekt" umb-enannt werden.

London, 7. Dez. DerDaily Mail" meldet aus Petersburg vom 4.^ Dezember: Die Abordnungen für den Abschluß des Waffenstillstandes haben bchclchossen, nur die Frage des Waffenstill- standes zu besprechen und die Friedensverhandlungen einer euro­päischen Konferenz zu überlassen. (?)

A m st e r d a m . 6. D^. Nach einer Reutermeldung aus Petersburg vom 1. Dezember kündigt T r o tz k i an, daß die von der Front entlassenen Soldaten die Waffen behal­ten sollen zur Verteidigung ihrer Friedensinteressen gegen die Bourgeoisie.

Rotterdam, 7. Dez. (LA.) Aus Petersburg wird bauchtet. Trotzti sagte, daß über die ausländischen Militär- attack^s im Hauptquartier nichts bekannt sei. Man nimmt an, daß 'w nacb Kiew entkommen sind. Weiter erklärte er: Deutschland würde davon verständigt, daß, wenn es zum Waffenstillstand kommt, es keine Truppen nach der We st front werfen darf, um die Engländer und Franzosen zu zerschmettern, wäh­rend die Friedensverhandlungen andauern.

Tie Schaffung eine» neuen Voltsrats.

.Bern, 6. Dez.Demos" meldet ans Petersburg: Tie Maxi- malisten l-aben .folgende Neugruppiarim-g §edll.iat; 1. Die sozialisti­schen Rwolutionare der Gruppen Kampow. Nathan,'an und der Iridvwna, 2. die internationalistischm Sozialisten der Gruppe Martow, 3. das Zenttalßomitee der Eisenbahner. 4. das Zentral­komitee der Telegraphen- und PoHangestellten. 5. che uUecnationa- listischiK Pvesse. Tie Gruppen werden einen Boltsrat von 370 Mitgliedern bilden. In Erwartung der versassungsgeben­den Versammlung werde man eine vor diesem Rat oerantwortttche Regierung zu bilden versuchen.

Lelbständigkeitsertsärung Vfthlands.

Ktopenhagen.6. Dez. (WTB.)Berling ke Tidcnde" m"l- det <ms Hatxtrcmda: Der est l ä nd i s che Landtag hat die Ein- berujung einer konstituierenden Nationalversamm­lung beschlossen^ die über die Bildung des selbständigen Ltratts EsthLand Beschluß fassen soll. Gleichzeitig erklärte der Landtag, daß die höchste Macht zurzeit in seinen Hängen liegt. Er erließ einen Ausruf an alle esth.rischen Soldaten, in dem er die ernste Law des Landes schildert und die Soldaten aus fordert, sofort in die .Heimat zurückzukehren und fick dem Baterlande zur Verübung zu sollen.

Ter russische Kommandant in Tvrnea geriet am Montag abend mir einigen russischen .Kommissaren und Mattpen der Garni­son in Streit. Ta der Kommandant aus einige Forderungen, die die letzteven gestellt hatten, rricht eingehen wollte, wurde der Streit rmmer ernster. Ein Matrose erklärte im Lau p des Stttttes. daß der Kommandant Dienstag den Sonnenauigang nicht mehr erleben würde. Der Komm^andam enoiderte. er labe vor dein F.in?e ge­standen und sei dreimal verwundet worden, inm wolle er nicht von der Hand der eigenen Landsleute fallen. Darauf zog er seinen Revolver und erschoß sich.

Nationen: ich dachte ebmffogut au unsere gegenwärtigen Feinde Ivic an die Nationen, die jetzt unsere Verbündeten sind. Ich, dachte und denke jetzt noch an Oesterreich-Ungarn so gut wie an Bulgarien, ich dachte £,r Serbien und an Polen. Die Gerechtigkeit und die

vre Sotschast Vilsonr.

Unserem Pert-p: über die im Kongreß der Vereinigten Staaten verlesene Borüchan. tragen wir folgende Sätze des Präsidenten

nach:

Das amerikanische Volk weiß, um was es sich bei oem ürllge handelt und welches Ergebnis es als die Verwirttichmtg dieser Ziele in diesem Kriege betrachtet. Als Nation sind wir uns im leiste und bat inneren Absichen nach einig. Ick. achte wenig aus diejenigen, die mir etwas anderes sagen. Ich höre Stimmen^ die anderer ?Neinung sind. Wer täte das nicht? Ich hör.' den Zank und das Murren der Schreier, der Gedanteirlosen und der Unruhestifter. Ich sehe auch die Leute hier imb da über den Frieden rAen, die weder etwas.von seinen Grundlagen, noch von den Mitteln verstehen, durch den wir ihn mit aufrechtem Blick und ungebrochenem Geiste erringen können. Aber ick !veiß, daß keiner von ihnen fyn Namen der Nation spricht

Ich glaube, ich spreche für das Volt,- und ich sage zweierlei: Erstens, daß diese unerträgliche Erscheinung, bereit häßliches Ge­sicht die Herren Deutschlands uns jetzt zeigen, diese Xroimtg durch Intrige, verbunden mit Stärke, als welche wir die deutsche Macht jetzt deutlich sehen, ohne Genüssen. Ehre oder Eignung für einen Suvch Vertrag geschlossenen .Frieden, zu Boden geschlagen und wenn nicht völltg aus der Welt geschafft, so doch von dem friedlichen, Verkehr zwtschm den Völkern ausgeschlossen »verden muß Zwei­tens, ob, wenn diese Erscheinung und Art von Machtwirlung be­llegt und die Zeit gekommen ist. wo wir über den Frieden verhan­deln können, wenn das deutsche Volk Sprecher haben wird, deren Worten wir trauen können, und wenn diese Sprecher derzeit sein werden, namens ihres Volkes ein allgemeines Urteil der Nationen earüber anznnehmen, was künftig Grundlage für Gesetz imö Ver­träge über das Leben der Welt sein soll, wir dann wffllens um» froh sein werden, den svollen Preis .für den Frieden zn zahlen, und dies ohne Murren. Wir wiisen, n-elches dieser Preis sein wir. Es wird die volle, unparteiisch: Gerechtigkeit sein. Gerechtigkeit in jeder Beziehung und für jedes Volk. Dieses schließliche Ueber- eintommen müssen imsere Feinde ebensogut wie unsere Freunde abschtießen.

Als ich im Januar sagte, daß die Nationen der Welt ein Recht belaßen, mck/ nur auff die Freiheit der Meere, sondern auch auf einen Zugang zu ihnen, und daß die Nstttonsn, in dieser Freiheit. nytfc beschränkt werden dürften, da dachte ich. imb ich denke auch sein nicht nur mr die kleinsten und schwächsten Nationen, welche unserer Unter,lüyung bedürfen, sondern Mich an die großen und mächtiaeri

Gleifftett der Rechte können nur im den Preis großer Opfer erworben werden.

Hierauf beantragt Wilson, der Kongreß möge erklären, daß die Bereinigten Staaten sich im Kriegszustände mit Oesterreich- Ungarn befinden. Es sei eine unbestreitbare Tatsache, daß Oester­reich-Ungarn im gegenwärtigen Augenblick nicht Herr seiner selbst sei. Es ist einfach ein Vasall der deutschen Regierung. Wir müssen die Ereignisse so nehmen, wie sie sich darbieten, und wir müssen ohne Verbindlichkeit diesen Ereignissen gegenüber handeln.- Die Regierung Qesterrci-ff-Ungarns hcrndelt nicht aus eigenem Antrieb, noch gemäß dem Wählen und den Ansichten ihres Volkes. Tie gleiche Logik würde auch zu einer Kriegserklärung an Bulgarien und die Türkei führen. Diese beiden Sitten sind ebenfalls Werk­zeuge Deutschlands, aber sie sind nur einfache Werkzeuge, die uns aus dem direkten Wege unseres .notwendigen Vorgehens noch nicht hindern. Wir werden überall hingehen, wo uns dis Notwendig­keiten dieses Krieges hi fführen werden, aber es schpmt mir, das! wir uns nur dahin wenden müssen, wohin uns unmittelbare und praktische Erwägungen führen.

Weiter sprach. Wilson oon den innerpolitischen Kriegsmaß^ nahmen, den Preist eschräntungen, der Reglementierung der Wasser­kräfte und der Zusammenlegung der Eisenbahnbetriebe.

Tie zu treffenden finanziellen und militärischen Maßnahmen werden sich nach Maßgabe der Ereignisse entwickeln. Ick tverde gewiß alle gesetzgeberischen Akte Vorschlägen, die mir für die Führung des Krieges und die Entwicklung aller unserer Kräfte notwendig erscheinen. Einige Einzelheiten in der Gesetzgebung der letzten Session hinsichtlich der feindlichen Staatsangehörigen sollen' erweitert werden. Ich halte es für nützlich, eine genaue^ Kon trolle, über jede Einreise und Ausreise in den Vereinigten Staaten zu fuhren. Schließlich soll auch die Gesetzgebung der letzten Session hin sichtlich'der Ausfuhr ergänzt werden, damit unser Handel so eine wirksame Organisation und eine bessere Methode im Zusammen­arbeiten erhält.

Die Botschaft riet: Wir sind für eine «edle und gerechte Sache in den Krieg eingetreten. für eine Sack,- die unseren Traditionen, gemäß, is> für diese Sache werden wir uns schlagen, bis der letzte Sckmß verhallt i» Wir sprechen freimütig, damit die ganze Welt lociß, daß wir auch in der Hitze des Kampfs jeden Ge­danken darauf richten, den Jrieg seinem Ende entgegen zu führen.

Die Friedensfrage in der Schweiz.

Bern, 6. Dez. DasBerner Tageblatt" berichtet: Die Bundesversammlung wird Gelegenheit haben, sich mit der Friedenssrage und nunmehr mit der Stellung des Bundesrats zum Frieden eingebend zu beschäftigen. Wir dürfen verraten, daß sich etwas wie eine große Friedenskundgebung der eid­genössischen Räte vorbereitet.

Im Bundeshaus ist von dieser Kundgebung noch nichts be­kannt. Doch ist allerdings anzunehmen, daß die sozialistische Fraktion entsprechend der Weisung des Aarauer Parteitages den Bunöesrat wegen seiner verhüllten Ablehnung einer Vermitt­lung hes russischen Wasfmsttllstnndsangebots interpellieren wird. * * *

Das Verhalten der Tschechen im Weltkrieg.

Wien, 6. Dez'. (WTB.) Die Abgeordneten Schürff, Langen- tan und Gen. brachten eine von den Abgeordneten Unterzeichnete! Anfrage an den Ministerpräsidenten und den Minister für LandeS--- Verteidigung über das B -r r y a l i e n v e r T j cf e ch e v. ? m W . l t - kriege ein. Die Anfrage, die 640 Seiten.MaicktznLnschrifr starr ist, enthält das gesamte über diese Frage gesammelte Material.

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.Hinderiburg und Lndendorff in Verlin.

Berlin, 6. Dez. (WTB. Amtlich.) Zur Besprechung mit dem Reichskanzler Grafen o. Herrling sind Generalfeldmarschall o. H i n d e n b u r g und General der Infanterie v. Ludendorff in Berlin eingetrvffen.

Seefrfeg.

Neue tt-Boot-Erfolge.

Berlin, 6. Dez. Anltlich. Im Sperrgebilck um England wurden dur.tt unsere U-Boote neuerdings 13 00 0 BRT. Ver­se n f t. Unter den vernichteten Schiffen befanden sich zivei große be- wöffnete Dampfer, von denen einer schlwer beladen war, sowie das englisch' FischersahrzeugPremier".

Ter Chef des,Mmiralstabes der Marine.

London, 4. Dez. (WTB. 'Adeldüng des Reuterschen Bu­reaus.Daily Chronicle" meldet, daß der PostdampferApa pa" der Tempster Linie versenkt wurde. Das Schiff erhielt zwei Torpedoschüffe 80 Mitglieder der Besatzung werden vermißt, 120 Passagiere wurden gerettet.

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Ter schneidige Angriff eines U-Booteö vor Gaza.

Berlin, 6. .Dez. Der aus dem Mittelmeer jetzt eingelaufene Bericht des Oberleutnants zur See Wendlandt über den unterm 21. November gemeldeten schneidigen Angriff auf die vor Gaza gegen den rechten Landflügel unserer türkischen Bundesgenossen in Palästina eingesetzten englischen S e e ft r e it k r ä f t e gibt inter­essante Einzelheiten über diese glänzende Tat wieder und bildet einen neuen Beweis für den kühnen Geist, von dem unsere U Boot- lrsatzungen beseelt sind. Jir einem von der Küste Palästinas nach See zu wehenden Sandsturm war U... am 11. November vor Gaza eingetroffen und hatte, nachdem es durch die äußeren Be- ivachungslimen von Fischdampsern zur Erkundigung durchgebrochen war, sogleich den Entschluß gefaßt, d i e a u f d e r R e d e a n k e r n-

Waffenstillstände im vorigen Zahrhundert.

Es gibt und gab Waffenstillstände, die nicht zuin Frieden führ­ten. Sieht man von solchen ab, die oon vornherein nicht in der Voraussetzung ans einen baldigen Friedensschluß verlangt imb ge­währt wurden, so ist dieser Fall allerdings in der neueren Zeit idten. Kurze Waffenruilie, die nur aus ganze oder halbe Tage, selbst auf Stunden berechnet, ausschließlich den Zweck hatte, die 'Bestattung der Toten oder öie Bergung der Verwundeten zu er möglichen, hat cs in früherer Zeit wohl in jedem Krieg gegeben. Abgeschlagen wurden sie kauni jernals abgesehen vom gegen­wärtigen Weltkrieg. Größere Waffenstillstände kamen bisnnnlen wegen übertriebener Forderungen einer Partei nicht zustande. So ioar es im preußich-rnssffchen Krieg dem Preußenkönig, nachdem er bis Ende November 1806 alte Festungen, außer den schlesischen, ver­loren hatte, nicht möglich, einen Wasffenstillstand, den er wünschte, zu erreichen, da Napoleon ihn. von maßlosen Bedingungen ab­hängig machte. Erst am 21. Juni 1807 wurde ein solcher zwischen oenr Korsen und Bennigsen geschboisen. dem dann am 7. Juli also sehr schnell der Tilsiter Friede zwischen Frankreich und Ruß­land. und zwei Tage daraus der zwischen Frankreich und Preußen bai die Zeche zahlen mußte - folgte. Daß dem Waffenstillst«rnd überhaupt der Friet« nicht folgt, ist verhältnismäßig recht selten.

Im Besreiuuqskriegc wurde unter Oesterreichs Vermittlung der Waffenstillstand von Pläswitz am 4. Iüni 1813 zun äff st auf 7 Moff-en geschlossen, dann um wertere 3 Wochen bis 16. Ajugust verlängert, aber als alle Ausgleichsoersuche auf dem Vrager Kvngreß sthnterten, ging der .Krieg weiter, imd schon am 26. August zerschniet.erte Blücher das Heer Macdonalds an der ffatzbach. Um so rasckiec kam dann 1814, nach Napoleons Ab- setzung, auf den am 11. April geschlossenen Waffenstillstand am 30. Mai der Pariser Friede. Immerhin hatte inzwischen der Krieg nock faßt :i / t Jahre ancpdauert. Rasch folgte auch der Fffede am den Waffenstillstand im russisch-türkischen. Kriege von l8-7/78. Damals 'MhenckÄ Allst als er am 9. Januar 1878 dem

Oberbefehl übernahm, ausdrücklichj die Weisung, einen Waffen-- still stand mit Rußland zubahnen, nnd als nach der Ränmunii. von Adrian-opel die türkischen Triwpen sich imver Muktar Pa,cya auf die Tschataldschvlmie zurückgezogm lwtten und der Ruffe Stambui bedroh!e, kam es am 31. Januar na.ff viertägi,gen Unterhandlungen zur Waffenruhe, webcher bereits nach etwas über 4 Wochen am 3. März- der Friede von San Stefano >folgte allerdings nur ein Präliminarfrieden, der auf dem Berliner Kongreß noch wesentlich! r'wbiert wurde. Daß nach, einem Waffenstillstand aus anderen Teilen des Kriegsschauplatzes noch N'eitergekänrpft wurde, kam unter den verfffiiedensten Berbrckmissen im vergangenen Jahr­hundert mcktt feiten vor.

Im deutsch österreichischen Kriege wurde noch bei Blumenau gelochten, als Franz Joseph am 26. Juli schon Napoleons Ver­mittlung angenommen und den Wasffenstillstand imterzeichnet hatte, und noch am 27. Juli beschoß die preußische Mainarmee nach ben Gefechten von Helmstedt und Roßbrunu die Feste Mgrienberg bei Würzbnrg. Aber in beiden Fallen ttug nur der Umstand die Schuld, daß es damals iwch keine Funker gab. Einen wirklich nur teilweisen Waffenstillstand gab es dagegen im deutsch ffanzösischeu Kriege, wo in den südöstlichen Departements Cvte d'Or, Doubs und Jura noch gekämpff wurde, bis Oberst Deniert Belfort übergab.^ Erst nach seiner KapiMlalimi wurde hier ebenfalls, an: 16 Februar 1871, Waffenruhe vereinbart, nachdeni er schon am 28. Januar nach der llebergabe von Paris in Versailles zum Abschluß eines Waffenstillstandes fftt dos ganze übrige Frankreich gekommen war. Vor allem aber finden wir eine teilweise Fort'etznng des Krieges noch im Kampst der Franzosen und Oesterreickstw 1805 und 1809. Im ersten Fall wurde am 6. Dezember der Wasfenstillstaud geschlossen, dem schon am 15. Dezember der Friede zu Wien zwischen Napoleon und Preußen, am 26. Dezember in Preßburg der mit Oesterreich folgte. Aber in Süditalien wurde der Kampf zwischen Franzosen und Engländern nachdem die Russen sich nach der für sie unglücklichen Drcikaiserschlacht bei Austerlitz zurückgezogen

denSchiffeinderAbenddämmeruna an zugreis txt> Die geringe Wasserttefe, der Schutz durch Netzsverre und ^Be- wackiungslinien erschwerten den Angriff aus die tt- dadurch Fcher glaubenden ftz-ndlichen Schiffe.' Frischer Wagemut nnd tadelloses Zusammenarbeiten aller Telle der Besatzung wurden jedoch der Schwierigkeiten Herr und füchrten zum schönen Enderplg. Kurz hintereinander verließen zwei Torpedos die Rohre und trasew ihr Ziel, zuerst einen größeren Zerstörer, dessen Schornstein durch die Explosion abgerissen und in die Luft geschleudert wurde, und kurz darauf einen großen Monitor mit zwei Schornsteinen, der unter dem BewackTungsmast getrosten wurde. Darauf wurde, sowell es die äußerst geringe Wasserttefe von kaum 15 Meters zuließ, untergetaucht und nach See zu abgelousen. Glücklich wurde die Innere Fischdampserttnie passiert und kurz darauf auch die nach See zu sichernde Kette von Bewachern unterfahren. Unter der Küste bemerkte man bei einbrechender Dunkelheit lebhaftes Scheinwerferleucbten. Anscheinend suchte die um zwei Schiffe verminderte Flotte nach Ueberlebenden sowie nach dem deutschen! U-Boot. Diese neue Heldentat unserer U-Boote gibt nicht allein Zeugnis^ von deni frischen, keine Gefahren scheuendm Angriffs­geist unserer Marine, sondern beweist auch wiederum, daß unsere U-Boote, wo inimer sich ihnen Gelegenheit bietet, zur Entlastung der Landfronten bellragen.

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Ter neueste Fliegerangriff auf England.

i. Köln, 7. Dez. DieKöln. Volksztg." meldet aus Amster­dam : Aus ondon wirb amtlich gemeldet: Unge'ähr 2 5 Flug­zeug e haben gestern morgen früh einen Angriff auf Eng­land unternommen Die erste Gruppe wart Bomben über ver­schiedenen Orten in der Grafschaft Kent jn der Nähe der Küste, ungefähr uni i 2 ~2 Uhr. Die zweite Gruppe kani etwa um 3 Uhr und flog längs der Themse und verschiedenen Tellen von Kentt Der Zweck des Angriffes war wahrscheinlich ^ der, die Stellungen der Wwehrianpnen zu entdecken. Um 4> 2 Uhr fand ein weiterer An- griff statt. Die zweite Gruppe flog über die Küste von Essex unh die dritte Gruppe über did Themse. Tie Flieger gingen nach London, wo fünf Angriffe statt fanden, in östlicher, nordöstlicher und südlicher Richtung. Eine Gruppe wurde von den Ab wel-r ge schützen vollkommen zu nick getrieben. Fünf oder sechs Flieger einer Gruppe haben über London eine oder zwei Bomben mit Sprengstoff und um ungefähr 5 Uhr eine große Anzakst von Brandbomben über versch'edenen Plätzen abgew-orfen. Zwei feind­liche Flugzeuge wurdeu Opfer unserer Verteidigungswerke. Die Benennung der beiden Flugzeuge bestand aus drei Mann. 'Diese Heien lebend in unsere Hand. Eine große Anzahl Brände er tsta 11 dcn in London, alle routbeit jedoch bald gelöscht. Man glaubt, daß die Verluste gering sind: aber bisher sind noch nicht alle Einzslheiren bekannt. Unsere Flugzeuge stiegen auf und sind wieder ohne Schwaden zurückgekehrt.

preußischer AbgeorSuetenftaur.

102. Sitzung. Donnerstag den 6. Dezember 1917.

Haus und Tribünen fiitb sehr stark besetzt.

Präsident Graf Schwerin-Löwitz eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 15 Minuten.

Die erste Lesungder Wahlrechtsvorlagen wird fortgesetzt.

. Abg. Tr. L 0 h m a n n ,ncttl.): Ich habe aus den gestrigen Aus­führungen des Reichskanzlers den Eindruck gewonnen, daß er durch feilte Berl/crndlungen mit den Parteien des Reichstages vor dev U ebernahine seines Amtes nicht gezwungen wurde, sich zu einem Prvattrntm zu bekennen, das mit seiner Ueberzengung sich nicht deckte. Der Reichskanzler wird nicht verlangen, da ja seine Welt­anschauung sestfteht und wir mit seiner Partei jahrelang politisch gerungen Üben, daß wir ihm sofort ein Verrtauensootum ausslellen. Aber der Krieg hat die Anschauungen und Kampsmethoden entschei­dend .reänbert und viele Gegensätze gemildert. Wir wünschen dem Reichskanzler bei der Lösung seiner schweren Aufgabe vollen Erfolg und werden ihn wir freundlicher Wachsamkeit in seiner Tättgkeit verfolgen. >Hellcrtett. Unsere Haltung werden nur von se inert Lei­stungen abhängig mack-en. Die jetzige Vorlage hätte bereits Port der frücherert Regieru ng eingeb rächt werden Müllen. Hätte jium unsere banioltaen Wahlrechtsanttäge angeitontmen. ffo fänden wir heute nicht vor devarttgen inneren Kämpfen. (Schr richttg!) ^tz bedauere, daß die konservattve Partei sich jeder Reform so abgeneigt zeigte, obwohl Herr von Hetchebrand das gestern bestellten hat. Tie .Haltung der konservativen Partei erklärt 'ich wohl am besten aus Defürchtimgen über das starte Anwachsen der Sozialdemokratie im Rmch '. der man ein Gegengewicht bieten müsse. (Zustimmung links.W.ffche Stellung meine Partei zu den Vorlagen mnttehmen wird, kann tch^ iwch nicht sagen (Bewegung): wir schließen uns» dnrckzaus dem Worte Bismarcks an, daß das Klassenwahirecht ein durchaus unvollkommenes ist. Auch nt'evrtc Partei kann sich denk Wellenschlag der neuen Zeit nicht entziehen. Unter der Wirkung des Krieges sind einige meiner Freunjde für das gleiche Wahlrecht gewonnen worden, die große Mehrheit meiner Frak­tion aber Hab sehr schwere Bedenken gegen da- g l e i ch eWahlrecht. 1 Hört, hört!) Es ist nicht tlar zu erkennen^ welche Gründe den Kanzler und die Regierung bewogen haben, das glellffe. Wahlrecht in den öffentlichst Kampf zu werfen. (Zu­rufe links: Welche Rolle spielt dabei der König?) Wer ist für die beiden Botschmteu polittsch verantwortlich? Durfte ein Staats- mannt, dessen Stelluttg schon schwer erschüttert war. einen so schwer­wiegenden lSch>ritt tttn? Im Gegensatz zur Rechten finde ich bst Begründung der Vorlage klassisch schön und erltebntd. Auch wiü haben Vertrauen zu unserem Volke. Etwas anderes aber ist eS. wenn man daraus solche Folgerungen, ziehck, wie die Vorlage es tut. An der politischen Reist unseres Volkes lassen mich meine Er- sahrungen stark zweifeln. (Zuruf links: Also schaffen Sie das Reick?stagswahirecht ab!) Die Emwl)rung des gleichen Wahlrechts in Preußen könnte zn großen Rückivcr^nngen in den übrigen deutschen Staaten und in den Gemeinden führst. Was die Vor­lage über das Herrenhaus anlangt, so sollte statt des Rament Herrenhaus" nur gesagt werden:Erste Kammettck Alles ein­zelne werden wir im Ausschuß besprechen. (Beifall.)

batten noch fast ein Jahr lang wellergeführt, in .Kalabrien! kämpften die Briten bis Ende 1806. Utrd als im franzüsisch-öster^ reichischen Kriege von 1809 am 12 .Juli ein Waffenstillstand geschloisen war, der im Demarkattonsvertrag vom 15. Juli zMk Räumung weiter (Gebiete durch Oesterreich führte, darunter auch von Tirol, als Lefebvre .Innsbruck besetzte, da legten bekanntlich die Tiroler die Waffen nickw nieder und kämpften auf eigene Faust weiter, bis Andreas Hofers Stern verblaßte und die anfäng­lichen Erfolge in eine Niederlage umschlugen. Auch diesmal sieht es ja so aus, als ob der jetzige Waifensttllstcutd nur ein teilweiser werden sollte wenn nicht in zwölfter Stunde noch die Entente den in Rußland sprechenden Sttmmen der Vernunft und Mensch­lichkeit eni Olw leiht. 0. K.

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Friedrich Sebrechts TragödieDie Süni darin" trug bei ihrer Uranfführung im Geraer .Hoftheater eine» starten Erfolg davon. Der Dichter mußte für den Beifall oft-, mals nach bat Aktschlüssen vor der Rampe erscheine Hatte in seinemDavid" tvoch das Lvrisch-Rheborische überwogen .nach derSünderin" tänn kcllt Zweifel bestehen: hier waltet stärkste dramatische Begabung. Mag auch die Ttcktiing unleugbare Schwär chen in der vsixboGgtscheu Entwicklung, wie im Aufbau haben geniale Blitze zucken ans, Momente von unerhörter dramatischer Wucht, die den w-etdenden Meister -alpten lassett. Die ewige Tragödie der Bcaria Magdalena, des vom Licht getroffenen, im Boden lvurzelnden, nach alxm sttebenden Menschm'ttndes ist in einer Dich­tung von packender dramatische Gewalt und bildhafter prunke schwerer Sprache zu einem tiefgehenden Erlebnis geworden. Es sind Züge darin, die zu großen Hoffnungen für die Zuttmft berechtigen. Tie Aufführung, die von Medeiuvatdt mit sorgfälttger Liebe ein, studiert tvar, stand^aus Lchltbarer Höh?. Tie Darstellerin der Titel­rolle Bettina Seipp bewies hervorragendes. sck>auspieleriH sches Talmi. Friedrich Sebrecht dieser Name wird uns bald ettvas bedeuten.