geboten, 3c i ed er lä n d isch-We st in d! e u für 5 Millmr- ZEN Gulden zu kaufen. Die Vereinigten Staaten würden den 'el^erlanden dann den ungestörten Besitz von Niederlän- dnch-Qftlnüren gewährleisten.
Die Ergebnisse der Pariser Konferenz.
Paris, 4. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence vaoa-i. Im heutigen Mini st errat gab Pichon die Ergeb- nvfe der Mlnertenkonferen- bekannt. Tic Konferenz habe unter a»en Gesichtspunkten Ergebnisse gezeitigl., zu denen man sich be- ^iümnun)chen könne. Sie habe es gestattet, die Einheit des wirt- nchaflllchen, finanziellen und militärischen Handelns sicherzustellen. U.us per Grundlage volltvnimener Erunrütigkeit und enger Soli- oarrtm seien zwischen den Alliierten Abkommen geschlossen worden zur Lotung von Fragen, die in ihrer gemeinsamen Fülle den ftneg angingen. Tie finanziellen Bedürfnisse der Mliierten, die Erfordernisse ihrer Bewaffnung und ihre Transvott- und Ber- pstegungsverhältnisse seien der Gegenstand eingehender Prüfung gewesen und hätten zu Beschlüssen, die ihnen vollkommene Genug- tuung verbürgten, geführt. Tre Schaffung eines interalliierten obersten Marineausschusses fei geplant. Bom Müll arischen Standpunkte aus sei die Einheit des Handelns aus den Weg einer gesicherten Verwirllichmrg gebracht worden durch den Generalstab der Alliierten, der nach einem Programm, das sich auf alle aus der Tagesordnung stehenden Fragen beziehe, zu arbeiten haben werden. Iu diplomatischer Beziehung hätte zwischen den Vertretern der Mächte vollkommene Ueberernstim- mung sich aus den Unterhaltungen ergeben über alle Angelegen- hellen, die sie gemeinsam zu regeln härten, um den allgemeinen Sieg ihrer Länder zu sichern.
Aus der türkischen Kammer.
Konstantinopel, 5. Dez. (WTB.) Agentur Mllli. Im Lause der Debatte im Parlament ergriff der sozialistische Abgeordnete Konstantinopels Selah Ben das Wort. Nachdem er sich mit der sich in demokratischer Richtung bewegenden Entwicklung in Deutschland und mit dem Emporkonimen der sozialistischen Regierung in Rußlaicd befaßt hatte, chob er die von dieser Bewegung ausgehende Anziehungskraft hervor und forderte die ^Aegierung aus, sich darauf vorzubereiten. Aus die Friedens- rrage übergehend, drückte er der Regierung für ihre für den Frieden günstigen Erklärungen seinen Dank aus, indessen, fügte er hinzu, erkläre die Regierung, daß wir den Krieg für unsere Befreiung und Unabhängigkeit um jeden Preis fortsetzen. Wir mochten die Regierung dieselbe Entschlossenheit und Ausdauer S? , S? 1 ^^bn, um zu dem Frieden um jeden Preis zu kommen. Bel B e y, Abgeordneter von Aidin, wandte sich gegen die Ausführungen seines sozialistischen Kollegen Selah Bey und erklärte, wir wollen sicherlich den Frieden, aber wir wollen ihn nur unter der Bedingung, daß er unsere Bestrebungen sichert, die uns bewegen. Krieg zu führen, das heißt, die volle, unumschränkte Unversehrthell des Reiches. Ich lenke die Aufmerksamkeit der ^Negierung auf diesen Punkt., Wann werden wir die Feinde, die unteren geheiligten Boden schänden, vertreiben unter Mithilfe der Bundesgeiwssen, wovon keiner mehr den Feind im Lande stehen hat? Der Mini st er des Aeußern erwiderte: „ stch erklärte bereits, daß die vom Feinde erfolgte Besetzung gewisser -teste unseres Gebiets nur vorübergehend ist, ich gründe mein Vertrauen auf die Macht und Festigkeit unseres Bündnisses, auf den Verlaus der Ereignisse an der Ostfront und aus die gegenwärtige Entwicklung der militärischen Lage. Ich richte außerdem die, Bitte an Sie, zu unseren! Bündnis, das durch vieles mir unseren mächtigen Verbündeten gemeinsam vergossene Blill feft- geklttet ist, volles Verttanen $u haben."
preußischer Abgeordnetenhaur.
Berlin, 12. Dezember (WTB.).
Am Regierungstisch Ministerpräsident Gras Hertling, Dr. Friedberg und alle anderen Minister.
Ter Präsident Mrt aus:
Bei der
Beratung der Wahlreform
werden alle nur das eine Ziel, das Wohl des Barerlandes, im Auge haben. Ich bitte dabei die politische Gesamtlage nicht zu vergessen. Tie Wahlreform ist bei aller Wichtigkeit doch nicht die einzige, ja sicht einmal die entscheidendste Schicksalsfrage des Volkes. Eine ganze Welt von Feinden wartet auch heute noch gespannt, die deutsche Kraft durch inneren Hader geschwächt und ihre eigene, sinkende Siegeshoffnung durch unseren Zwist neu belebt zu sehen. Das Verwandtungsb-std kann also nickt ohne-einen wei- ttsttgehenden Einfluß aus die Friedensbereitschaft bet Feinde und die Fortdauer Des Krieges sein.
Ministerpräsident Graf Hertling
ergriff das Wort zu folgenden Ausführungen:
Sie iwissen, .meine Herren, vor »velck sch-wierige und 'hedentungs-- volle Aufgabe ich ,mich bei der Uebernahme meines Amtes sofort gestellt sah. Es ist mir die Verpflichtung auscr'legt worden, ein feierliches imb zu wiederholten Malen gegebnes K ö n i g 6 w o r t einzulösen. Ich werde alle meine Kräfte daran setzen, dieser Ehrenpflicht zu genügen, und ich tue es aufrichtigen Herzens. An anderer Stelle habe ich kürzlich daran erinnert, da'.; der Krieg nicht nur tiefe Spuren im Volksleben hinterlasse, sondern erfahrungsgemäß auch neue Ausgaben bringe und zu neuen Gestal- j tungen hinfü'hre. Ich befand mich dabei in voller lieberem stim- muna mit den Worten der Thronrede, durch welche am 13. Januar 1916 der Landtag der Monarchie eröffnet worden ist. Ter Geist Des gegenseitigen Verstehens und Vertrauens wird auch im Frieden fortwirken in der gemeinsamen Arbeit des ganzen Volkes am Staate. Er wird unsere öffentlichen Einrichtungen durchdringen und lebendigen Ausdruck finden rn unserer Verwaltung, unserer Gesetzgebung und in der Gestaltung der Grundlagen für die Vertretung des Volkes in den gesetzgebenden Körperschaften.
Tie Ihnen vor gelegten Entwürfe bezeichnen den 'Weg, aus welchem diese Worte zur £at werden sollen. Es bedeute dies, wie üb vollkommen anerkenne, einen Wendepunkt in der inneren Geschichte Preußens. Aber, mellte .Herren, eine stnatserhaltende Politik, ivie ick) sie durchaus oertrete, kann sich nicht darauf beschränken, unter allen Umständen das Bestellende zu konservieren. Sie muß im gegebenen Falle auch mutig und ent'chw'sen zu Neuerungen die Hand bieten, wenn die Entwicklung de? Volkslebens sie verlangt. Daß ein solches Vorgehen bei den Anhängern -des Bestehe'rden sckyvere Bedenken und schmerzliche Gefühle wa.chru.ft, ist natürlich, und ich bitte Sie, meine Heroen, zu glauben, daß ich diese Ge ü i:_ duvckiaus zu würdigen weiß. Ja, noch mehr, ich versteh-' cs, wenn in diesen Kreisen das Festbalten an dem von den Vätern lieber kommenen nicht eine bloße (ve ülftssack? ist, sondern sich ihnen geradezu als Gewissensfrage darstellt. Aber, meine Herren, vieler ls-ewissenskamps muß durchgekämpft werden. Es läßt sich ein Walll- wstem nicht länger l)alten, über welches schon vor 59 Jahren kellr Geringerer als Fürst BiSmarck sein bekcnrnteS Verdikt ausgesprochen .lat. läßt sich nicht mehr halten angesichts der tie greifenden b'llnioerungcn, welche die Zusarmnenselmng des Volkskörpers er- In voller Würdig! mg der cntgegmßvbenden Bedeuten und Emp rudungen kann ich es nur am das nachdrücklichste betonen, »ffpj sic dem Vaterland einen großen Dienst leisten, wenn Sie der Vortags ,all)stverständlich nach eingehender Prüfung, die versas- mngsmaßrge Zustimmung ertellen.
Was die Gesetzesvorlage Über die> Zusammensetzung
Herrenhauses betrifft, so ist das Ziel, welches sic ver- * v ^ Derrenhaus nicht nur in seiner bisherigen Stellung und Bedeutung zu erhalten, ,ondern eS fester in der Gesamtheit des Volkes zu verankern. Der alte Agrarstaat, wie er noch bis in die Milte des vorigen Jahrhunderts bestand, besteht nicht mehr. Neben nen Grundbesitz smd m steigendem Maße Handel und Industrie als 1 entminende Elemente rm wirtschaftlichen und damit im össent'- llcheii Leben hm zu getreten. Es erscheint daher berechtigt ja notwendig, die Zufammensetzimg unter möglichster Schonung des Bestehenden rm Lmne emer berufsständischen Vertretung neu zu ordnen, wobei auch Vertreter der leidlichen und städtischen Selbst Verwaltung herangezogen werden sollen. Ich möchte nicht aus Eurzelhelleu emgehcm, glaube aber die Hofsmmg aussprechen zu
dürfen, -aß die Grundgedanken des Gesetzentwurfs Ihren Beifall
finden werden.
Die weitere Begründung der Vorlage darf ich meinen Herren Kollegen im preußischen Staatsministerium überlassen.
Ich schließe mit dem nochmaligen Appell: Bringen Sie dem Baterlande das Opfer, wenn es ein Opfer für Sie ist, und stimmen Sie den Vorlagen zu: Sie werden dadurch das Gedeihen des Staates fördern und möglicherweise sogar zur Verhüttmg schwerer Erschütterungen beitragen. (Lebhafter Beifall.)
Nach dem Ministerpräsidenten sprüht der
Minister des Innern Drrrvs:
Das preußische Wahlrecht paßt nicht mehr für die heurigen Verhältnisse. Tie gleiche Pflichterfüllung aller preußischen Männer dem Vaterlaude gegenüber in Not und Tod führt dazu, daß die Lösung der Wahlreckfitsvorlage nur dadurch gesunden werden kann, daß jeder Preuße bei der inneren Gestaltung des StaatswesenS grundsätzlich das gleiche Recht har. (Beifall.) Preußen muß auf Gerechtigkeit mtb Recht fußen Wenn auch solche Fragen weniger wit chein Herzen als mit dem Kopfe gelöst zu werden pflegen, so müssen doch gerade die großen, letzten Ziele der inneren Volllck in ethischem Boden wurzeln. Beifall, s DaS Pluralwahlrecht würde an sich vielleicht von rein logischem Standpunkte das folgerichtigste Wahlrecht fein, nenn eS einen untrüglichen Schlüssel gäbe fiür Wert und Bcd>eilttlng eines jeden einzelwn Staatsbürgers. Gerade di ese Voraussetzung aber fehlt. Das Pluralwahlrecht ist daher für die StaatSregierung unannehmbar. Tie offene oder versteckte Abstufung nach den pekuniären Momeillcn ist unvereinbar mir den Forderum gen der neuen Zell. (Beifall.) Tie Forderung „Gleiche Pflichten, gleiche Rechte" bann irur verwirklicht werden durch die Emmlnuna des gleicl-en Wahlrechts. 'Erneuter Beifall.) Ich trete nachdrücklich der Auffassung entgegen, daß die Vorlage eine Belohnung an die breiten Volksmassen für die Dienste während des Krieges sei. Eine solche Mcfsassung verkennt dorr Wert intb die Bedeutung dessen, ivas in der Botschaft des Königs vom 11. Juli ausgcdrückr war. Ebensowenig stmn die Vorlage bezwecken, durch die Denwckrattsierung des Staates im Anslande für uns eine günstigere Stimmung hervorzrumfen und den Haß und die Feind'cklüft gegen uns lw'rabzumindern. Aus eigenem Willen und eigenem Bedürfnis heraus rvollen wir das gleich,' Wahlrecht in Preußen einsühren. (Beifall links.f Ich fürchte nicht, daß die mit der Wahlreform verbundene RadrÄlifierung de? Abgeordnetenhauses die ruhige Weiterentwicklung des Staatslebcms gefährden wird. 'M - . dem Kriege n?crden auch bisher absells stehende Kreise des Dolles positiv mllschaffen .an. dem Ausbau Und Dem Grellen des St^ratslebens. ')lls oauern.de Nachwirkung der großen Begeisterung vom 4. August 1914 muß die tkeberzmgnng bleibeu, daß alle ^lol'csteile und Parteien zur Mitarbeil berufen sind, und daß die Moglichtell der Mitarbeit keiner Partei venvehr! wird. Ich glaube fest <rn d«r guten Geist im Preußenoolke, der 5 um Heil des Vaterlaudes wirksam, bleiben wird. Tie ?liegk.fr,m.g wird und muß mu atleu verfassungsmäßigen Mitteln sich- daft'ir ünsetzen, daß das gleiche Wählrecht Gesetz wird. (Beifall).
Was die Wahlkreiseinteilnng angeht, ist die Regierung davon ansgegchrgen, daß^ die gegenwärtig seit den 79er Z ähren bestehende so lest llr sich geschlossen ist, daß schon aus diestm Grunde ihre Beibehaltung zweckmäßig erscheint. Für die übervölkerten Wahlkreise ist eine entsprechende Vermehrung der Zahl der Stbgeordneten vorgesehen, die in Zukunft bei weiterer Vermehrung der Bevötkenmg aictomatisck) eintteten soll.
Das Zweikammersystem daS nur schon über zwei Menlchenalter hindurch haben, hat sich bewährt. Ter große Vorzug dieses Lüste ms liegt darin, daß gegenüber den Beschlüssen einer aus örtlichen Wählet: hervorgegangenen K'örpersckmft eine Nachprüfung nach anderen Gesichtspunkten und unter einem neuen Gesichtswinkel durch ellie Körperschaft erfolgt, die aur eurer anderen Bisis zusammengesetzt ist, und diese Nachprüfung gibt eine Gewahr dafür, daß die gemeinsamen Beschlüsse beider dem Wohle des Staatsganzen m besonderem D^rße angepaßt sind.
,Daß und warum die bestehende Zusammensetzung des Herrenhauses den völlig veränderten heutigen Zeitverhältnissen iricht entspricht, ist in der Begrimdung crusgefichrt. Die Vertreter der städti- lckMn und ländlichen Selbstverwaltung und der großen Berufsstände mit ihren führenden PersönlichSeillm gehören zu einer solchen Determinante des öffeittlichen Lebens. Und diese Stände sind die Hauptpunkte, um deren Rahmen die Neugruppierung erfolgen soll (Beifall.
Finanzminister Hergt begründet dann die vorgesehene Erweiterung der Zuständigkeit des Herrenhauses gegenüber dem Ab- georduetenhaus bei der Etat'brratung.
.Abg. von Heydebrandt und von der Lasa lkons.): Die Begründung des Ministers des Innen: water in allgemci-
der Vertreter einer'Regierung, tft - solche Vorlagen einbringt. sagen: Ter Eni ft der Zeit verpftiftre, ijtite Streitfragen au fzu rollen, die die Ruhr des Landes stören? Bei btw Vorlagen scheinen uir verantwortliche R a t g t b c r mitgewirkt zu halstnr. Bei aller Anerkennung der Vorzüge des preußischen Wahlrechts geben wir zu, daß es erhebliche Schatten seiten hat. Wir siird bereit, an einer Reform mitzuarbeiten, aber oie einstimmige Auffassung der Konservativen ist, daß daS gleiche Wahlrecht eine geeignet e-G r u n dl a ge für die Reform nicht ist. Wir siird durckchrungen von den Schwierigkeiten, welche der Ministerpräsident Gras Hertling in Deutschland und Preußen v-orgesunden hat. Wir glauben, daß ausscklleßlich patriotische Motive ihn zu der Uebcrnahme des Amtes bestimmt haben, aber wir hätten lieber einen Preußen als Mtnisterprasidenten gesehen. Ich begreife, daß Graf von Hertlmg vor seiner Ueb-ernahme des Amtes mit den po- litisck)en Persönlichkeiven Fühlung genommen hat, aber es ist etwas anderes, sich dem Diktum und dem Progrirmm einer Melyrheit zu unterwerfen. Bei der Eriren^cung des Grasen von Hertling wurde die verfassungsmäßige Grundlage außer Acht gelassen, daß der Kaiser die Munster nach seinem eigenen Ermessen ernennt. Tie Minister sollen nicht einseitige Diener der Mehrheit jein. Ihre Stellung wird herabgedrückt, wenn sie stch 7Ücht allein von dem Vertrauen der Krone berufen fühlen. Das ist der direkte Weg zum parlamentarischen System,,welches nicht das Glück Preußens deutet. Tr. Michaelis mußte zurücktreten, well er das Amt an- genommen hatte, ohne die Mehrheit zu beftagcn. Annähernd die Hälfte des preußisckren Staatsministeriums besteht aus Staatssekretären des Reiches, die einer anderen Weisung als der Weisung der Krone folgen. Ter Ministervräsident ist ein Bayer, und ein M'lrtt-emberger gibt eine preußisch^ Stimure im Bundesrat ab, auck wenn er Vertrauensmann der Fortschrittler und der Sozial- demokraten ist. Tie preußischen Gesetze werden im tsteichstage go- mackst. Eine solche Entwickelung machen wir nicht mu. Ter Friede darf nicht durch die Schwächung der Grenzen und nicht ans Kvften der aufstrebender! deut.chen und preußischen Zukunft, sondern auf grnnd der' militärischen Erfolge und der Opfer und entsprechend dar deutschen Interessen geschlossen werden.
M i n i ster vr äsiden l Hertling ft'chrt ans: Mein Vorredner .Herr- von Heydebrandt niamrte an. daß mich lediglich va- tri-otiscke Momenre zur Amtsübernahme veranlaßtem llnter normalen Berhälttrisferr würde ick müh nach eigener rrchiger Ueber- legnwt ft Ja oder Nein enttck/üssen shabeir, aber bei der äußerst verwickelten inner politisiert ,Lage war meine Aufgabe, nrll dem Reichstage zu einer ftiedlichen Zusamm-enarbeft zu gelanget nicht anders möglich, als mich nftt verschiedenerr Parteinrftglltchern irrs Benehmen zu setzen. Ter Vorredner rveiß, daß ich mich; zu allererst an die Mitglieder feiner Partei uxinbtr.. Ter Vorredner sag re kt hätte mich durch die Bespreckamgen gleichsam aur ein Programm festgelegt; das Lärm rch nicht anerkennen, sofern damll auogesprichen sein soll, daß rdv mich ans ein PMgramm sestgelegt Hütte, das meiner eigmen politischen Anschauung iricht entsprochen hätte das trifft nicht zu. Ich lnrbe keine K-oinzeiftonen. mmracht, die meiner politischen Ueberzeugemg und Gesinnung wrdersprocherr härten Ich habe mir die polittsche Situation angesehen und eine Bedenkzeit erbeten. LKnrnn glaubte ich Seiner Majestät sagen zu köirnen: „Mn wohl, ich null versuchen, ob ich diese Vertrauerrsmission ausaihren kann." Ich roeist es gan; entschieden zurück, das; rckr die Hand dazu bieten würde., das Anjcchkm der Krone hwabzuj^tzen. Sb war mein Lebtag ein Mtschstöener
Monarchist und wD als Monarchist sterben. Ebenso enlschietßatz
iveise ick; den Dorwurs zurück, als würde ich die Hand dazu bieten, den iüderattoen Charakter des Reiches llgcndwie zu batänträchttgen. Ich habe es im Reichstag ausdrücklich ausgesprochen, an dem jode- .rativen Charakter der Reichs versassung, die allein der g stchichttichvr Entwicklung des dsutfck-en Voltes entspricht, darr unM .grrLttelt rverdeu. ?Bravo! - Dinsist)llick> der äußereu Politik berche ich mich auf meine ÄeuPernng im ReichzteLse. Ich kann namenllich ftn jetziger: Rioment llgendwelche rveiteren Lllußerungen dazu nicht mack^en Allerdings werde ich keinem Frieden zustimmen, der nicht eine ernstliche und wirkliche Sicherung der deutschen Grenzen bringt und der eine Gefährdung des preußischen Staates mit sich brächte.
ALg. Pachnicke (Fortschr. Bolksp.S Das bederttsamstk an ben Reden des Minist?rpräsidenten rmd des Ministers des Innern ist die Bestimnrthell und Festigen t,nrll der sie die ^Notwendigkeit der inneren Umgestaltung betont haben. Der Energie des WtorteS folgt hoffentlich die Energie der Tar.
Mg. Porsch (Zentt.): Wir haben stets die RZvrmbedürftig kell des Wahl reckt s anerkannt und ans schon frÄn für die gs- heime und^ direkte Wahl ausgespro-ckpn. Ein Teü meiner Freunde ist auch für das gleick-e Wahlrecht. Der cr.rdere Tell ist anderer Ansicht. Sie sehen mit Besorgnis auf die Gestaltung der parla- mentarischjen VerhAttnsse in Preußen, die erntrllt, wenn das Gesetz in Kraft ist. Eine Radikalisierung muß vermieden werden. Bei der Demokratisierung darf die kulturelle Entwicklung nicht zu kurz kommen. Ich, beantrage UeberWeisung an eine achtundzwcmzig- gliedrige Kommission, nwbei uns VerschleppungsaLsichten sern- liegen.
Präsident Gras v. Schwerin-Löwitz: 9ttmmehr ist auch, die rumänische Heeresver waltu ng in Wa sfen^ ft i l l st a n d s v e r h a rr d l u n g e n mft uns eingetreten. Wir er-^ blicken darin einen weiteren Schtritt zum EndziA und eine gutst Vorbedenttmg für die Verhandlungen. 'Bravo.)
Daraus wurde die Wefterberattcng aus Donnerstag 11 Uhr vertagt. Schluß 4 Uhr.
- —m — — -
Aus dem Reiche.
Reichstagsabg. Stndthagen ch.
Berlin, 5. Dez. (WTB.) Der sozialdemokratische Rerchstagsabgeordnete für Nieder-Barnim, Arthur Stadthagen, ist einem schweren Lungenleiden erlegen.
Feindliche Flieger über Zweibrücken.
L ud w i g s h a f e n, 5. Dez. (WTB.) Am 5. Dezember nachmittags 2 Uhr 15 Min. erschienen von Osten kommend z w e i s e i n d l i ch e Flieger über Zweibrücken. Sie warfen acht Boncben ab, durch die vier Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Außer Beschädigungen an einigen Wohnhäusern und Schuppen entstand kein nennenswerter Sachschaden. Der Abslug erfolgte in westlicher Richtung.
2Ui* Hessen.
Parlamentärisckres ans Hessen.
A u s s ch u ß s i tz u n a e n. Ter erste Ausschuß der Zweit« Kammer (Fiuan-zruss>ck,ust> hält am Dienstag den 11., der envci- terte erste Ausschuß (Kriogsausschuß), am Mlltwoch den 12. Dez, eine Sitzung ab.
Neue U-Boot-Erfolge.
Berlin, 5. D^. (Amtlich.) Durch die Tätigkeit un^ serer U-Boote wurden auf dem nördlichen Kriegsschauplatz wiederum 12 000 Br.-R.-T. versenkt. Unter den vernichteten Schissen befanden sich ein beladener bewaffneter englischer Dampfer, ferner ein Segler, der mit einem U-.Bool zusammenarbeitete.
| Aus Stadt ,r,,d Land.
Gießen, den 6. Dezember 1917. Die Ursachen unserer ZlriegSersolge aus Grund voa Erlebnissen au der Front.
Ueber dieses Thema sprach gestern ab nlb im großen Saale des Fürstenhoses Felddivisiouspsarrer Müller.
Der Redner wollte keine Schilderung der gewaltigen Leistun-^ gen im Osten und Westen geben, sondern an Hand von persön^ lichen Erlebnissen, die er im Lause seiner Tättgkeit an der Westfront mitmachte, zeigen, wo der Grund für unsere Kriegsersolgg in erster Linie zu suchen ist. Dies gelang ihm vollständig. Seinen Aussuhruugen, die klar und dnvck) die eingcslochtenr Wiedergabe von Fi'ortterlebnissen wesentlich erhöht waren, folgten die leider m nicht allzu großer Anzahl erschienenen Hörer mit höchstem Jnterefte.
Gerade die Westftont, an der seit Kriegsbeginn die neuesten Methoden des gronen Völkerringens zur Anivendung kamen, ist eS, dre bisher die Hückullt'tltzmgen dieses Krieges anfstellte. Dort ist zu verspüren, wie gewalcig der Geist des Volkes der Dichter und Denker waL:, das sich zu eurem Volke der Technik umschus und das trotz der zahlenmäßig ungeheicrerr Ueberlegenheit der Feinde Siege errang, mt sie die BMgcschichtc ns'cht uKcher aufzuwoisen hat.
Die Sommeschlacht, Verdun, die Schlacht an der Llisne zogen m emzelnen Bildern an uns vorüber und der zur Verlesung ge-> brachte Tagesbefehl des Führers der 7. Armee gab Zeugnis von dem hohen Mute und dem Siegesbewußtsein, das in Führern mw gruppen lebt. Nicht die Uebermach! war es, die uns von Sieg zu «sieg führte, sondern die Tüchticfteit und Fähigkeit unsere« ^eersührxr und die überragende Tapferkeit ihrer wdesmutigm Lruvpcn. Was verdau ten wir allem Hindenburg und seiner tnrvorraafndcn Sttategie, die mft dem glänzenden Schachzug vom Sommer 1917, der Zurückziehung der Truppen im Westen und der ErnnahMe der ^regfriiidsstell ung, den ungeheuren Anprall der Gegner zunichte machte! Mit welch ungeheuren Schwierigkeiten dw Durchführung dieses Meisterwerkes verbunden war, wie bis zum nNKelntw Mssrnn ein jeder sein Tell yn dem! Gelürgen beitrug, davon gab der Redner in Einzelbeispielen ein anschcmliches Bllo. ?luf furchtbare Geschehnisse blickt jene Zeit herab, aber der Erfolg und du Rücümrkung an allen Fronten waren sichtbar günftio und gaben erntutben Beweis oou Hindenburgs großer Feld Herrn kun st.
Der Gecst eures Clansewitz, Schliessen und Moltke lebt in den tttlhrern, und ^NMere wic Mannsckwften sind durchdrungen von der Erkenntnis des Ernstes. Nicht die hellodernde Begeisterung bcS Jahres 1914 ist es, die heute den Geist der Truppe ausmacht, wndern das erferue Pftrchtbeumßtsein, der edelsre Opfersinn und das Gefühl der moralrsckicn Ueberlegenheit, das Vertrauen und die Zahrgkert. Und das rst mrendlich mehr als stürmische Begeisterung! Was der deutsche Soldat alles leistet, mit welchem Mut. der mit- unter cm Tollkühnheit grenzt, er sich schrankenlos, durchdrungen von dem Wlllen, „es muß und wird geben" für seine Ausgaben emsetzt, davon, geben Tausende von Beispielen beredtes ZerMciL
Zum Lck>lllsse gedachte der Redner noch des Kampfes hinter der Front und in der Hoimat und gab eure übersickKlichk SÄld» rungi des oorzügllch oraanlskerten Sanitätswesens, der Truppet Verpflegung wwic der Täckigkell der Feldgeistlichen, die nimmer- müde den tapseren Kämpfern .zur Seite stehen, für ihr geistige- Wohl wrgen und tu den Lazaretten den Verwundeten und Sterbenden Etlerchterurrg und Trost bringen.
* •
** Dersonalnachrichten. D-r GroMrzog
mprma »um »ortwig: bcu Mrnister doü Jimvru Dr. vvu L»^,»brrgk »u Bach, dm tfmau3>7Ttmft« Dr. 'Becker, twn Sorfimrt* des ffabi« netteJBirfl Gchcrmerat Rönch-ld. — Der GrvMeizog hat WM
Direktor der Scuckcirl^rg ischm Natur- vr>wonden Gesell sck>aft zu Frankftlrt a. M. Pvosefssr Dr. Mgust Knoblauch, das Ritterkreuz erster Nasse des Ordens „Stern von Brabanft verleenen. — Uebcrtmgen wurde am 28. dlovember der Lr.hramrsaiprraiu.in Kawla Geiger eine Lelwermstelke an der Vollen Bür ger-<Näätthen^> Schule «u ÄmSham.


