werden. Was Italiens Anschluß an die Teklaratton vom fr. Sev- tentber 1914 betrifft, so wird diese Deklaration erst veröffentlicht- w-erben, sobald Italien den Krieg erklärt oder eine Kriegserklärung erhalten hat. Italien erklärt, sobald wie möglich aktiv aufzutreten, auf ia)en Fall nicht später als einen Monat noch der Unterzeichnung des vorliegenden Dokumentes durch alle Parteien, ine es «rngeht.
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Rom, 3. Dez. (WTB.) Meldung der Agenzia Steiani. Der russische Botschafter in Rom beeilte sich, der italienischen Regierung seine tiefe Entrüstung auszudrücken, das; die zwischen Rußland und seinen Verbündeten geschlossewn geheimen Abkommen in Petersburg veröffentlicht werdet;. Tie Vcröffcnw lichung sei eine gehässige Verlegung der eingegangenen Vervrkich- tungen.
Die Ententekonserenz in Paris.
Basels 4. Dez. .Nach einem Pariser Hovasverichi sagte in i>tr Schlußsitzung der internationalen Konferenz Oberst House, der Vertreter des Präsidenten WUson, u. a.: ..Unsere Versamm lmrgen waren gekennzeichnet durch ein einheitliches Zusammen- arbeiten und durch Uebereinstimmung der Ansichten, die die besten Ergebnisse für die Zukunft erwarten^ läßt. Ich habe die fiste llebcrzeugung, daß wir durch einl^eitlrche und konzentrierte Au- nrcngnngen die Ziele erreichen köirneu, bre wir uns gesetzt Haben."
C l e m e n c c ü u als Schlußredner führte u. a. aus: „In früheren Zeiten waren »vir Freunde Amerikas, aber Feinde Englands. Heute geben sich diese beiden Völker ganz ihrer solckarisckwn. fr-cundschaftlicheu Arbeit hin. Es gibt weder große noch kleine Rationen mehr. Alle Völker sind groß, die für das ifjmlii Ideal der Gerechtigkeit und der Freiheit kämpfen und zun» Besten der hkkunft ihre Opfer bringen. Sie werden hierfür in Bälde herrlich alohnt werden. Wem: iiji Dctt Zeitungsmeldungen glauben darf, o hat sich jenseits der Schützengräben eine gewichtige Stimilw erhoben, die sich.über diese Konferenz lustig macht. Gemeint ist dos Hindenburg-Interview Es'liech aber kein Grund zum rvpvtt vor. Unsere Feinde, denen mch.s über .die bru.ale Gewalt geht, können uns nicht begreifen. Wir alle sind unt.. dein Gebot >es mensMichm Gewissens rit den Kampf gezogen. Wir »vollen oie Verwirklichung des Rechtes, der Gerecl'ticheit und der Freiheit, auch wenn man ans der anderen Seite des Rheines nicht verstehen will, daß die Wvlt unseren Sieg erwartet. U:id er wird kommen! Aäle die Völker, deren Vertreter hier »veilen, sind einig in dein Willen, den Triumph der gerechten Sache zu erkämpfen. Wir arbeiten, um mit Waffengewalt das Recht arrf den Frieden zu wunnnem"
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Knappheit an Baumwolle in England.
Bern, 4. Dez. WTB.) Die durch deu Tauchbovtkrieg her l^igeführte Knappheit an Rohbaum »volle, die die eng tischen Baumwollspurnereieu und Webereien bereits vor vier Bco nuten zu dreißigprozenrigen Betriebseinschränbuirgen genötigt batte, wird neuerdings imnrer drückender und bedrvlck Lancashi^e mit einer Krise. Eine Abordnung der Bnumivolllvinner legte daher dem Präsidenten des englischen Handebsamtes, Sir Al'red Stanley, unter Hinweis aus vre im Interesse des Landes liegende Aufrecht erbaltung des AussnhrhandÄs die dringende Notwendigkeit einer größeren Beschaffung vor; Spinnmrterial durch die Vorzugsbeband liung der Baumwolle von Seiten des Sckiffahrrsanlles dar. Stanley versicherte, die Regierung versteke ebenso den Ernst der Lage binsich-llich der drohend« »: Arbeitslongleit einer großen Zahl von Spinnern, wie sie »ich der tlLotwendigrrit bewußt sei, Lurch die Aufrechterhaltung des Außenhandels dir Finanzlagen des Landes zu erleichtern.. Das an sich schon schwierige S ch i s s a h r t s - Problem sei indessen durch den Transport der anrerikonischen Truppen noch verwickelter geworden. Er könne keine festes Zusicherungen geben, werde es aber ccks eine große Leistung Mt- sehen, wem: man es ermöglich^ bis zu 60 Prozent der Spindeln in Lanoashrve mit Mhmaterial zu versorgen.
^ ^ R och ungeklärter ist der Lohn streit zwischen den Lancash'.rL- Sprmwreien und der Spinnerei-Arbeiterverein: gnng, die vor geraumer Zeit eine Lvhnzulage von 32 Prozent verlangte, wahrend die Spinnereien bislang rmr 10 Prozent bewilligen, wollen. Die Spinnereiarbaiter drohen nunmehr mit dem Aus stände.
Der Brief Lansdownes und feine Wirkungen.
Bern, 3. Dez. (WTB.) Der Arbeiterführer H e n d e r s o n äußerte sich in Manchester zu einem Vertreter der „Daily News" über den Brief Lansdowns höchst erfreut und bezeichnet? ihn als zeitgemäß und hoffnungsvoll: er empfahl, daß die im öffentlichen Leben stehenden Männer, die ähnliche Ansichten hätten, (ick zusammentun und einer: wohlwollenden Truck auf die öffentliche Meinung ausüben möchten, um eine Lage h?pb?i zuführen, von der die Regierung vielleicht willens sei, Gebrauch zu machen. Herweriou sprach erneuH die Hoffnung aus, daß die englische Re- gierung sveimütig ihre^K rie gsz; el e erklären und nickt erst abwarten möchte, bis Amerika Gelegensten gehabt Hot, dieselben bitteren Erfahrungen zu inachen wie die Alliwrtcn.. Wilson -volle fraglos den Frieden heute wie 1616. Ein Bollsfrichen könne sicher auch anders als durch blinde Kvuze.ntrar.ion auf die militärische' Strategie !>erbeigeführt werden. Henderfo»: wandte sich dagegen, daß kein Versuch eines befriedigenden Ausgleichs gemacht werden -olle, bis die Vertrerer der Küockout-Mcktung befriedigt feint. Er hoffe, daß Lansdvwnes.seine so beachtenswert begonnenen Bemühungen fort setzen werde.
Line Thronrede Ser Uaiserr ttarl.
Wien, 4. Dez. (WTB.) RLellmng des Wiener K. K. Cm-respondenzbuweaus. Bei dem reiertiri.ien Emtstange der beübert Dele gatio neu beantwortete Kaiser Karl die Huldigungs-- an sprachen der Präsident«: der beiden Delegationen wie folgte
Seitdem irf durch Gottes Gnaden den Thron, meiner Väter bestiegen habe, versammelt sich heute zum ersten Male die Dele« gativn des Reick'stages und des Reichsrates jmt Erledigung der ihrer darrenden Aufgaben unt mich. Die Verttcherung unwandeb« Larcr Treue und Ergebenheit, die Sie, meiine Herren, mir heute durch Ihren Präsidenten zum Ausdruck brachten, nehnie ich mit aufrichtiger Befriedigung entgegen und entbiete Ihnen dankbaren Herzens »uefrten baiserli^n Gruß. ^ !
Bor kurzem jälirte sich der Dag, an dem es deu: Allmächtigeiß gefallen hat, liretmnt erlauchiten Vorgänger, den Kaiser und König Franz Joseph I., zu sich zu berufen. Fn httemt und frohest Stunden teilte der verewigte Herrsch er durch zwei Menschenaller in b ?i spiel lo ser Selbstaufopferung und in raUoser Arbeit die (öe- schicke seiiwr Völker. Sern Andenken sei gesegnet. Der greise Kaiser, dessen sehnlichster Vimsch es war, seinen Lebensabend den Werken des Friedens widm.'sn M dürfen, suchte den Streit) der die Welt in ihren Grundfesten erscküttarn sollte, uicht. Blutenden Herzens, aber in unerschütterlichem Vertrauen aus Gott, den Opfermut, »einer Völker und die .g rast der Monarchie, hob er dew Fefde'-- hauds-ch'ub aus, als er sah. dach der Kamps unausweichlich grivorden war. Der begeisterte Widerhall, »velch'n der Ruf des obersten Kriegsherrn in .all«: Gauen unseres geliebten Varerlandes ge- fundeii hat, rechlchertigre aufs glänz-endsle sein Vertrauen. Di^ glorreichen Erfolge unserer siegreichen Armeen und der Wagemut amsever Flotte erfülle»: uns mit pattiorischiem Stalzc Hierfür w-vllen Sie vor allen: Gott, e.cnt Allumcknigen, Dank ivifieu-, aber auch heute wehmutsvoll jener lo.ulercn Streiter gedenken, wchchie in dem Kampfe um die heiligsten Güter, ziuu Schutze der heimifHm Scholle ihre Gesuirdl eit und ihr Leien für Thron und Vaterland hingegebn: haben. Die za!',llafeu Alle des Harois- n:us -und^ der deinuisvollen Eienagiing. »velch.' wir tu über drei Jahren, sei es bei den lampfendeu Truppen, sei es in der fast übcrmenschllck^en Arbeit des Hinter laiche s beobachten tonn reu, sichern einem jeden dieser Hecht»: einen Ehrenplatz in der Ruhmes halle des Vaterlandes.
^ Einen nicht geringeren Anteil nehmen »vir an den: traurigen Schicksales euer Tansende, welchun bst Krieg Vater, Gr,tm, -Ke einzige Stütz? raubte, und mitleiOsovil wende.c sich unser Blick auch ieiten Bebaue:nswerten zu, »reiche von. Haus und Hof i^r- triebn: ich Hab und Gut aus ^em Altar des Vaterlandes opfern, mußtet:. Sie alle mögen überzeugt fein, daß ihnen unsere erste Sorge gilt. Wie wir in jene?.: schveren Zeiten ein Zagen nicht lauutvn, so dürfen wir letzt, da sich der Ausblick in die ZuttmF aust::hellen scheint, in besonnener Seibstbeschrätckturg das Muß des Erreichbaren und dessen, was uns frommt, nicht überspanueu. Nach ruhmvoller Verieidigerng unserer Mackitstell«: sind »vrr nach wie vor jederzeit bereit, einen ehrenvollen, die. Existenzbedingungen der NLoitarcW getoährlmistende n Frieden zu schl i e ßen. Aus diesem Gedanien heraus und im konsequenten Festhalten au der seit unserem Regierungsantritt verfolgten Pstitil begrüßten »vir auch der: hechherzige::» Schritt des Papstes, welcher fick die Vecföhturng der »fr eiten- d«: Teile zum Ziele setzte, mit freudiger 6lenugtuung, und so »ver- dcst wir auch in Zabanft auf Grund des uns verfassungsmäßig» zilstefenden Rech es ierne Gelegenheit versäumen, nin den: opser- relleu Ringest, dem c ist fachen Elen?, das dieser Krieg herausbe- ] .i vor, je eher ein Ende zu bereiten. Iw Geiste, dieser uns. rer Ab- sich.cn er.iärfr sich unsere gemeistsama Regienrng bepeit, der »Stufr ladung der rufsi» chen Regierung zu folgen urck> i»t Bdrhandllrngen über .inen allgemeine»: Fried«: einAmoeten. Pjöge der Segen des Allmäckdigen a»:s diesen: Fr:ede»:swerk'e rühr'»: und d«: Völkern Europas Versöhnung und gegelfreittges Vertrauen wiederbringen. Das schwergeprüfte nrssiscke Voll, »reiches als erster »irrserer Gegrrer bereit ist, unseren: Friedensruse zu folgen, kann sicher sein, daß wir aufrichtig wünschen, die früheren »r en n o n achb a c t ich e i: Bez iehun ge»: zu ihm »v:e- der herzustellen, andererseits ntüssei: wir es aber als nufere heiligste Pflicht ansel/en, das Schwert, 'welches uns die Beutegier ranblusti- ger Nachbarn in die Hand gedrückt bat, in dem für die gaitze Zukunft der Monarchie so entschndurtgsvbllen Kampf nicht früher niederMogen, als bis unsere Gegner ihren »vahnrvitzigei: Anf- teilungs- und Bergewaltigungsplanen nnz»veideuttg entsagen. Wir wollen Herr«: bleiben im eigenen Hause.
Das so herrlich W rväbrte B ü n d n i s tu : t d e nt Deut sch e lt Reiche, dessen erhabenen Herr'ckier ich kürzlich als^Gast be- a»wißen tonnte, erhielt jüngst durch den Siegeszug im Südrvesren eine »teuerliche ruhmvolle Bekrärttgung Mit dem aufstrebenden bulgarischen Volke verbinden uns die besten bundesbrüderlichen Beziehungen. Hierfür legten auch meine iviederholten Be- aeg»:ungen mit König Ferdinand Zeugnis ab. Wiederholt Hanen »vir (Gelegenheit, die traditionelle. Tavferkett der türkischen' Krieger in ihrem todesnrutigem Zusaminenwirken mit unseren Truppen zu betvunden». Zuversichtlich hoffen »vir* daß . das eng- verbündete osmanisch? Reich einer Periode neuer Blüte und gesicherter Enttvicklung entgegengeht. Die Festigung unserer Beziehungen zu den nc»ttralen Staaten ist unser ernstes Bestreben. Wir schulden^ denselben innigste»: Dank für ihre Betätigung zugunsten unserer Kriegsgefangnk'n.
Meine Herren' Die Vorlagen, »velche Ihnen unterbreitet werde»», unter welchen sich dem Herk'omnwn gemäß auch die auf
Am Grabe des heiligen nifolaus.
Zu m Nikolaustage, 6. Dezember.
Nun geht der große Kindersreund »vieder einmal durch die ach! so traurig gewordene Welt. Zu Myra in .Ueinasivn ist er Btschps gewesen, sein Grab aber hat er in der alten apulischen Stanfcrstadt Bar:, uno cs hat am Tage des heiligen Nikol qji auch seine befchch-ere Feier. Es roar in: Jahve. 1087: 14 italienische Getreideschllfe. darunter eitrige aus Venedig, die aitderen aus Bari, führe»: nach Syrien. Die Venezianer, die bereis die Gebeine des heiligen Markus nach.Vettedig geholt hatten, gedachten wie die Bares«:, daß seit cin«n halben Jahrhutchert das Grab oes helligeü Nikolaus zu Myra in der: Hätwen der Mohamedaner »ei. und beide beschlossen, die Gebeine zu holen und nach Italic»: >u bringen. Den Baresern, die von einem gewissen Giovannocaro oesehligt wurdeiu gelang es, den Venezwncru znvorzukommen: sie fieBenjidt in der Kirche von Myra durch Mönche an das.Grabmal des Heiligen führen, zertrümmetet«: de»: Marmorbodeu. oer es deckte, stießen auf das Grabaus schneerveißem Marmor und öffneten ech Ein rvunderbar süßer Geruch quoll ihnen entgegen das kölllichc Manna, in der»: die^ Gebeine des Heiligen lagen, bauchte ihn aus. Mach mancherlei Schwierigkeiten »vurdeu die Ueberrestc des heiligen Nikolarrs an Bord gebrach:; an: 8. Mai landete das echtst in Porto San Giorgio martire untveit Bari, und tags daraut war es in Bari lelbst. Ter Bischof von Bari wollte zwar die Gebeine des Heiligen fr: der Kathedrale beisetzen, allein bi*> r^ch:jssleute, die in Myra die Errichtung einer neuen Nikolauskirche in Bari gelobt hatten, widersetzt«: sich, luden die Reliquien heimlich aus emen Och^karren, und die Ochsen zogen ilm bis ans Meer, bis an die -stelle, wo sich heule die Kirche S. Nicola imheb: Noch im selben Jahre begann man ihren Bau: 10x9 war me .Krypta vollendet, und nn gleick^m Jahre weihte Papst llrta.i ll >u^T)as gewallige Mittelschifj des normarmisch-ronurniichc»: Bau- ES überragt das Häusergewfrc v^n Alt-Bari, weitst:»« frck.brr als Wahrzeichen der Ltadt: zwei stumpie, massige, niedere Scitcw- türme schlreyeu »tch an: die sckMucklwse Strenge der Vorderseite wird nur durch efr: schönes Zierportal unterbrochen: Es zeigt .»Sei Ochsen als Säulenträger und oben an der Wölbung ein Relief, den vchsenbespannten Karren darstellend, der die Gebeine d^S Heiligen bis an diese Statte geführt hat. Alljährlich zur Zeit des vorweihnachttlchen Nikolausmarktes »vie auch am Tage der Ankunft der Gebeine des Heiligen in Bari ist die.Kirche das Ziel Tausender von Pilgern, -»gleich nach ihrer Anstuni: pfrcge.r st Di£ Treppen hfriabzusleigcm, -die ,n, die geräuinigc Unterkirch Mren. in deren Mitte, von vier herrliche»: Säulen und einem Marmor-itL« umgeben, der massiasÄberne Mar des Heckigen -
eine Stiftung des Serbcnzaren Urosius aus dem Jahre 1319 — steht. Zu oberst sieht man die Büste des Heiligen als Bischof: er hält in der Hand ein Buch mit drei Acpseln an« oberen Rande: vornte, in der Mitte des Deckels, ist ein Flä»'chchen Manna darge- stetlt. Unter der Mitte des Altartisches ist ein Höhlung, und dtnech ie Oefsnultg an deren Unterseite erblickt man den kostbaren Sarkophag mit d«: Reliquien, die der Priester den Gläubigen an nt Festtagen zu zeige»: pflegst: auch hebt er ge.ivöhnlich in einem ilbernen Becher eine »vasserklarc Flüssigkett heraus, eben das ..Manna die San Nicolo", jenes Wunderwu»'ser> das sich bcreitS- Myra in: Sarge des Heiligen fort und fort neu bildete. Jedem Pilger i»l Bari »vird davon zu trtnfr»: gereicht, und »ver es wünsckrc, künn einige Flastckch u davv»: mitnehmen: ein Vorrat des Memnas Ivird immer i>: der Nähe des Altars aufbeivahrt, und es »vird eine Fläsch^ gezeigt, in der sich jahrh»c»»dcrtealtes Minna befmbei. In "6vz Italien »vird das Mckitna äußerlich und innerlich gegen K. wüststettcn aller Art unter Al:ru.f»:ng iX's Heiligen angewandt. ?lu dem anderen großen Feiertage des .Heiligen, der der Erinnerung an die Ueberfühvmtg .einer Gebeine nach Bari gilt, findet außerhalb der Nikolauskircbe eine Feier sta'tz, zu der der Zularfr ganz ge»valtig zu sein pflegt. Am frühen Mvrgk»: des Feiertages wird die Starue in ^ großer Prvzcsfrvn an den alten Hafen gebracht: und zwei Fischerboote, die durch das Los bestim»nt werdcn, fahren sie ein Stück in der Richttmg aus Porto S. Giorgio aus das Meer hinaus, dan»: legen sie au, mir Anbruch der Dunkelheit kehren sMzitrück, und in feierlicher Prozession wird die -Statue dann mit Musik durch die hellerleuchtcicn Straßen in einen eigens au» der Piazzza errichteten Tempel geführt, in dem sie die Nacht hindurch bleibt, un: erst am Mend des folgLnden Tages wieder in die Kirche zurückgcfragen zu neerden.
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W e nur o o »: S i c m ens »:n d die Erfindung de r S Bi c ß b a r: u: wo l l e. Werner von Siemens, dessen 2b. Todes tag au» den 6. Dezember dieses Frhpes fäll:, erzählt fr: jcine.fr Lel-enserinnerungeu, wie er dazu kam. frck ntit der Verbesserung der Sck.ießäaumwvlle zu beschäftigen. Er hatte als junger zur Artillerie- Werkstatt in Berstin kon:ma»:dierter Offizier mit einigen Kainecaden die Unrorsi.cktig:?it lcgangen, seine Urtrerschrift unter eine politische Kundgebung zu setzen, die da»m als „Protest gegen Reaktion und Muckertum "inj>er Vossifch-an Zeitung v?rö>sentlich: »vorden. »var. Um der zur Strafe hierfür verfügter: Zurückversetzung zu seinem Regimen: %u mtgehm, die alle sefrtc künftige»: Lebens-- 'listnc oerefrelr hätte, l" fick für Siemens lein andrer Ans.vcg. als M Nachweis einer mfritäriid) ,vick.iige>: Erfindung, di? »eine Anwesenheit fr: Berlfr: crsprderck? Kurz vorher yatte Scho,»bei»: in Basel die Schließibaunrwvllc erfunden, die aber nvck, wesentlicher
Bosnten und die Herzegowtna dezüglstchem ^befr»:den, »stellen an 'Ihren Patriotismus gewaltige Ansprüche. Ich ho»»e zupezchicht- lich, daß Sie denselben mit getvoüntem stfrm«tc, von veriöhrcktchem Geiste geleitet, nähertreten werden und e^mschc >chrLi» Arbeller^ zum 5oeile unseres geliebten Vaterlandes Zoller: Erfolg.
Die Thronrede wurde mit lebboftem TAfrall au»ge»wmmen. namentlich der Satz: „Wir wollen Herr blei.be>: tm eLgcncn Haus." Ms der Kaiser den L-aab verließ, brachte der 1 Pr an den: ueuerltcht Hochrufe aus, in die die Anwesenden begeisterst: cinstiwmten.
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Eine Rede des bulgarischen Mittjster.vräsidenteru
Sofia, 1. Tez. MTB. Meldung der bulgarischen Tefr. graph-en°Ag,nllur. Bei Wiederge»vi»:n brr Sobranj<.itzu»uz erü-ätt» Ministerpräsident Ra dos l a ivv w: Btügarien -mo^r »teus bereit, in liebe rein »üimnmng mi: seinen Verbündefrn. in Frisvensver» Handlungen cmzutreten, sobald der Vorschlag von den < Iiegnetn aus ginge, »vie es durch» »eine Rote von: Dezember 1916 und seine Anttvorten aus die Roten Wilsons uitd des 'barstes beipiesen hat. Solch ein Vorschlag ist »etzt vor: de»»: OberÜfrupt tuj; Reg ich rung der rnssisivn Republik', Lenin, intö den: Vvlbswmmissar für Auswärtiges, Trotzt», an. »ms gerichtet worden. Wir haben sofort geantwortet, daß »vir bereit sind, in "Perhuttzdlitn'.geA einz^ treten. Lebhafte Zustimmung./ Bulgarien tonnte das 'FnedeqL. angcbot nicht ablehn-en, weil es »tativnales Idc.».'l. um dess«np, »rillen es in den Krieg efrrgetroten ist. erreich, bot, die Einigu«-
lutlgarisck?.» Bolt?s in einem ettizigen Staate, der De a^t* doni e n, das Mora pal and ui:d die Dobrudß-cha em» schließt. Ties »vird für uns die Grundige afrer_ Besouechungen bilden. Nack weilten Nachrichte»: »vird die pnszische Regievuintz iwmnäck'st Vertreior bestimmen, die sich cklfrbaid ndt »mfepen M denen unserer Verbündeten, über die Führung von VerstanolunM, beutelt,ui »cerben. (dieirerlichc Ztrstimmuug gifr allen BanLvrj.
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Ans der türkischen Äanunc».
K v n ft a n li »ro pel, 3. _%$. Die Kam >Uc r n.abm eine» Nachtrag s l r e. d: r z-um Krieg-sbttdaet des laufenden Pech» nungsiahres in Höhe von zwanzig M i 11 i o n,e u Pfund an. Der a in a »: z in i n i st e r , der die Anfordertutg im Namen der Regierung vertrai, gab' Aufklärungen üb'r die fc^fr .Knegsbegiwß bewilligte,» Kriegslredite und erklärfr. das: die c^kirbertett zwaw» m MMonen Pfund für die .<dnegsausgab.m bis Eud? Februar vorgesehen seien. Wem: der Krieg froru»u?ra sollte, würden neue Kce.bitwrderuugen für das neue Fi»mnnati uatit-froig »oerdeu. Nack den Airgaben fr» der Begründung e^reicken, dc.? xußcrvrdent- ticke»: K r ie g s a u s g a h. en der. T ü r rp i sei: Kr i c g s be« g: n u 1 1 1 2 8 4 7 3 7 Pfu nd. Im Laufe- der Debarck sagte der Abgeordnete von Trap-czunt ^erwer^' Die Kamnwr licke bisher keine Gelegenheit gehabt, über beit Frieden zu sprechen. Solche Go- lcc cnhcist biete das Manifest der neuem Legierung Ruft and«, demgegenüber die. osmamscke K amnrer nicht Lleick'.gülfrg b friber: dürfL Ter Redner sprack die Hoffnung aus, d>rß d!e.RegckruM der Kammer Auslläruttgen erteilen werde. Er lege Mstt dgrauf zu erklären, daß er diesen Ast» der gcge»tivär:sg-m Leiter stXußlands beifällig de- rrüße. Der Präsident Hadsck i Adil crllefrar. de. Minister de- Acuß.'rn hat? ihm mitgeteilc, daß er iedeir A.?^mv1ic» ,N rck.riiWtz erwarte und sich beeilen »verde, sie der Kammer-zur Krmrtnis zu bringen.
Ans Stndt un- Catf^
G ieße»:, den fr. De^cntber 1917.
Zur Odstvcrivrguitg der Stavdc.
Der Verband deutscher Obst-, Gemüse- m:d Slidfrvckfrgroßq hmchler l'Berlin) schreibt:
Infolge der fortwährenden weiteren Zetttralifreruwg der Obstund Gemüst eversorgung ist die HeralllchaNung von Ware für die Berbrauck. sgebiete schrvieriger geworden. Die Großvä^dker tir. den größeren Verbrauchsplätzen sfr:d, da die Ausfuhr fast überall von erschwerten Bedingnngc»: .abhängig gemacht ward, ruckt naphr in der Lage, Obst und Gemüse frei e,n-zu-..auseu. Tie Versorgung der Städte gehl daher immer mehr au: die Stadtver»vatt.u.ruzeu selbst bzw. au» die von ihnei: eingerichteten Großmarfre über. Dies bat den Verband deutscher Ovsfr, Gemüsen und Süofrücküegrv^ Händler Berliir-DüsseLorf veranckastt, fr: verschiedener: (Än^abm an die Reichsstelle für Gemüse und Obst, Berlin, daraus hinzu- »veisen, daß, da den Großhändlern der freie Eirrt.au» unterbunden ist. diese mindestens bei der V.wteilung der War? in ocu Großstädten be.e'ligt werden müssen, zumal diese Großhändler ooi: ietwr »wbm der Beschaffung der Ware auch die Ver»ellu»:g in ben Städten bewerkstelligt babeit. Die Reichs,Zelle für Gemüse uitb Obst hat sich jedock: bisher leider in diezer Frage für unzuständig erttärt und die Erledigung der Angelegnll.ei» den einzelnen Stwdtpst»vM»»nga: selbst überlassen.
Der Verband will die Frage zunäck . zum Gegenst.rn> »mfrera Berhandlungen madrit, in Denen die. Beteiligung des Gresthondech che: der Obst- und Gemü»everforgung der Städw als imerlüßlich für eine geordnete. Versorgung bezeichnet^»vird. Es i? hierbei bö, jMerkt, daß die kürzlick stattgefundene Sächsisch'' Obst- und Ge» gnüsctagung in Leipzig z»» der Großmarl fing? »ick wie folgt .geäußert hat:
Es ist erforderlich, dasz die Frage der Großmärkt? bzw. der städtische»: Vertcilungsstellen so schnell als möglich in dem Sinne chcilärt »vird, daß die antömntendc Ware sämtlichen ortsansässigen
Verl^sserung bedurfte, um für militärische Zwecke anwendtzar zu ivcrden. Siemens b?sckvß nun. sich di esc r Aufgabe y.i juibincit, und zwar wollte er cerfuäien, durch Anwendung flätt'erer Salpetersäure und sorgfältiger? Auswaschung n»:d "Neutralisi?r»»ng eilt besseres mtb weniger zersetzbares Produkt vu ae,murren. Dis Versuche, die er iin Laboxatvrinn» seines ehemaligen LehrerÄ Erdmann- der als Professor der Echem: ? an der köntglichen. Tievi arz-neisicknle -virltc, anstella.. blieben zunächst erfolchos bis der Zufall den: jungen Forfck er zu Hilfe kam. Als ihm nämllck. euunall die hochkonzentrierte Salptterioure ansgegartgen »var. uck:c «w sie bei einer Probe durch Zrsatz von fotrfr'ittrierter Schwefelsäure! zu verstärken und erhielt dasack'! zu seiner liebervaßch'UNg Schietz- baumivolle von gaitz- aitderen Eigenichaften.
Im (Gegensatz zu dem früher emielttu schmierige»: und leicht zersetzbaren Produkt »var dieses weiß und fest wie die »u:vc.ränderte Baumwolle. Höchst befriedigt stellt- Siemens ein ansehnliches QuanLun: davon l»er und legte es in den Trockenofen des ^abvra- wriums. Als er dieses am andern Niorgen »vieder betrat, stand der Professor ttauernd unter bat Tcklwmern des Ofens, in den: beim Heizen sich die Schießbaumwolle entzündet hatte und zur Explosion gelangt war. Die Freude seines ehemaligen Schülers, de»' sofort das Gelingezr seines (Hyrn-iineuts erkannte, nftrtte auf Erd mann zunächst etwas verblüffend, doa» ließ er sich schließlich zur schnellen Wiederansnahme der Versucbi- bereden, und noch a»» demselben Vormittag wurde dü' wohlvervackte Schießckaum* wolle an den Zriegsnfrnister abgesarllt. Der Erfolg »var glänzend, »uid, da die »osor: im Garten Mrnisteriunls vorgcnomnmtt Schießprobe ausgezeichnet ausgefalte»: »var. erhielt Siemens um- gehend den direfrei: Befehl, sich zur Anstellung größerer Versuche nach der Svarckauer Pulverfabrik zu verfügen: von einer Versetzung »var keim Rede mehr. Das endMttge Ergebnis blieb freilich dock» hinter den ur»vrünglitl»en (Sfmarümflen zurück, da die Schießbaumivolte sich nicht als geeignet erwies, das Pulver zu ersetzen: dvck konnte Siemens au» ihre ausgezeichneten Eigen- fchottei: als Sprengmittel verweise»: und sie daher als Ersatz des Sprengpulvers für mirttärifdfre Zweck? empfehlen. Daß er twtzdein nicht als Erfinder der bramchbaren Schießbmcmwolle gilt, hat »eme besondere llrfarfr? in jener Duplizität der Fälle, die schon ma»:cken Forscher um den verdtenten Lorbeer gebracht hat Fast um d:e gleickw Zeit wurde nämlich seine Methode, die Schießwolle darzu- stellen, von ^Pros. Otto neu ersuilltm und verösfrntlicht, unt> da sowohl die SiemQtsschen Versuche als auch »efr: Bericht an das Kriegsministerium geheim geblieben wäre::, »fr) ist diesem — und »Die Siemens selbst zu gibt, mit Recht das Verdienst daran zs^ gesprocheu »vorden.


