Ausgabe 
5.12.1917 Erstes Blatt
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HwßWMenr Hlwecks Betteilüng an den Kleirtzhandel zugewiesen wirL» Tie städtischen Berksufsvermittter oder, soweit die Städte die Ware verteilen, die stä>chchrn Vertellungs stellen, haben 'ich lediglich mit der Weitergabe der Ware an den Großhandel zu befnsien. Tie Entschädigung der Großmarktleiter hat durch rcfte Beträge, nicht aber pvovtsicmsmttse vom Umsatz zu geschehen.

** Das Schleifen aus den Fußsteigen. Wenn schon m normaleil Zellen das Schlmsen der lieben J-ugend ans öffent­lichen Straßen höchst unangenehm empfunden wird, dürfte dies gpgenwärttg in iroch wert höherem Grade der Fall sein. Tie un­genügende Beleuchtung, die nran mit Rücksicht auf die gegenwärti­gen Umstande erduldet, erhöht die Gesqhr eines Unfalles', da man Achte Stellen mir zu leicht übersehen kann. Es dürste deshalb im D^ne vieler dw Bitte ausgesprocki-en sein, daß Eltern, Lehrer und PollZer durch Ermahnung die Jugend von der Unsitte des schienen s auf den öffentlichet: Wegen abbtingcn.

** Bo lkszählung. Auf die Betamrtlnackung des Ober-' Lürgermellters rn heutiger Nummer »vird hingewiesen.

** Ausstellung von Wandergewerbescheinen. Anträge auf Ausstelllmg von Wandergewerbescheinen für das stalenderiahr 1.918 sind baldigst beim .Kreisamt zu stellen. Alte, schon gebrauchte Wandergewerbeschcine sind nicht mit vorzw legen In ben Wattdergewerbeschein ist eine Photographie des Inhabers einzukleben, die gut erkennbar, ähnlich sein lind eine Kopsgrvße von miirdestens 1,5 cm ausweisen muß. Auf der Aückseite des Bildes muß die Persönlichkeit genau vermerkt werden. Bei gemeinsamen Wandergewerbescheinen genügt die Photographie des. Unternehmers, wenn ein Unternehmer' nicht vorhanden ist, die des Mitgliedes. Die im Wandergewerbe Be­schäftigten find .ferner krankenversicherungspflichtig und müssen vor Beantragung des Wandergewerbescheines als Mitglieder der Landkrankenkasse des Latttkreises Gießen angemeldet sein. Die Bescheinigung der Krankenkasse über empfangene oder gestundete Beträge ist bei der Beantragung zur Vorlage an das 'Kreisamt zu übergeben. Wir verweisen im übrigen auf die Bekannt­machungen im Kreisblatt Nr. 194 vom 27. November 1917

** Gewerbe-Legitimationskarten. Es wird noh- mals darauf hingewiesen, daß, wer Warenbestellungen aufsucht oder Waren ankauft, hierzu einer Legitim ations karte bedarf. Tie An­träge auf Erteilung einer solchen .Karte sind zeitig bei den Bürger- ineisteveien der Landgemeinden bzw. beim Polizeianvt Gießen zu stellen. In die Legitimationskarte ist ein Lichitbild des Inhabers zu kleben, das ähnlich. Mt erkennbar fern und eine Kopf große von mindestens 1,5 Zentimeter haben muß. Ans die Rückseite des Bildes, das nicht älter als 5 Jahre sein darf, ist die Persönlichkeit zu vermerken. Für die Erteilung der Karte ist außerdem eine Stempelgebühr von 5 Ddark zu entricht:.

** Vermißtenermittlung auf dem westlichen Kriegsschauplatz. In letzter Zeit sind auch hier wiederholt Gerüchte aufgttauchl, daß Vermißte des westlichen Kriegsschtu Platzes nach länger als einem Jahr zum erstenmal Nachricht von sich gegeben hätten oder sonstwie als tatsächlich in Gefangenschaft befindlich seitgestellt worden wären. Tie hiesige amtliclfe zuständige Stelle weist deshalb erneut daraus hin, daß alle diese Gerüchte^ leder Grundlage entbehren, namentlich mich sof.veit sie Vermißte ans öen Gefeck ten um Le Quesnoh im 9dovember 1914 betreffen. Ta S-chreibverbote weder in England noch in Frankreich bestehen, kann nach den bis jetzt gemachten Erfahrungen es als völlig ausgeschlos­sen bezeichiull werden, daß Wer ein Jahr an der Westfront Ver­mißte sich in Kriegsgefangenschaft befinden.

** Das Oberh,essische Museum und die Gail scheu Sam ml u n g e n (auch das Völker m n i e u m müffen infolge der HeizuttgssckÄviettgkeiten währ eil d der kalten Zahreszttt geschlossen bleiben.

** Lieb ig-Musellm. Tie diesjährig.' Generaioersamln- lung sinder Donnerstag den 6. D^ember 1917 im Hotel Viktoria statt. Näheres siehe Anzeige.

** R:n g kra g en für Polizeiunteroffiziere. Um <xe Polizeiunteroffiziere zur- Begleitung von Urlaub, fügen, die Mllilärzugpattouillen und die aus den Bahrchöfen mit der Ans rechterhal rung der Ordnung betrauten Unteroffiziere den reisenden MUitärpersonen gegerrül^r als Polizeiorgane zu kennzeichnen, werden diese Unteroffiziere mit Rrngkragen ausgef'tattet.

** lie neuen Fün f m a rk s ch e i n e. Die neuen Dar­lehnskassenscheine zu 5 Mk. sind jetzt erschienen. Sie sind aus einem Papier gedruckt, das die Zahl 5, als durchscheinendes Wasser­zeichen wiederkehrend, in einfacher Linienumrahmung enthält. Die Größe des Scheins ist die der bisherigen. Das Druckbild der Vorder­seite zerfällt in zwei Hauptteile, von denen der linke die Auf­schrift, der rechte Verzierungen mit einem sinnbildlichen Frauen­kopf in eirund«: Umrahmung imd darunter eine große 5 §ls Wettangabe enthält. Der Raum für die Schrift trägt oben links den Reichsadler, rechts daneben die Bezeichnung!Dar- lebnskassfmchttn", eingeschlossen von Zierleisten mir der wieder- kehcenden Wertziffer 5. Der verziette Teil der Vorderseite ist in einem viotettblauen Ton aus graugrünem Unterdrück gehalten, der Schriftdruck ist schwarz. Die Rückwite zeigt einen reich mit Z-ier- formeu auegestatteten Unterdrück in blauen und grünen Tönen.

** Deutsche Faser st off-Aus stell nun. Aus An­regung und unter Führung der Reichsbekleidungsstelle soll im nächsten Jahre unter dem NamenDeutsche FaserstoffMnsstel- bing" in Berlin und anderen deutschen Großstädten eine Wander­ausstellung veranstaltet werden, deren Zweck die Forderung ber Beschaffung und Verwendung von Textiler so tzstoffen ist. Der Plan £U diesem groß gedachten vaterländischen Unternehmen, für das fich in den weitesten Kreisen der Industrie, des Handels und der Landwittschaft lebhaftes Interesse gezeigt hat, ist infolge der Schwierigkeiten entstanden, die sich aus dem Mangel an ausländi­schen Rohstoffen für die Versorgung der bürgerlichen Bevölkerung mit Bekleidung ergeben haben. Nach dein soeben veröffentlichten. Programm besteht der Zweck der Ausstellung darin, die Gewinnung und Veredelung der einheimischen Faserstoffe und die technischen. Errungenschaften auf dem Gebiet ihrer Verarbeitung darzustellen, wwie das Jnteref'ic der beteiligten Kreise, vor allein der Landwirte und der Fabrikanten, an der Gewinnung und der vielseitigen Verwendung dieser Faserstoffe zu wecken und zu erhöhen. Tie Ausstellung wird am 2. .Februar 1918 in der großen.Ausstel­lungshalle am Zoologischen Gatten in Berlin eröffnet werden. Nach ihrer Vorführung in anderen deutschen Großstädten ist eine Ueber- führung nach Wien, Budapest, Sosia und Konstantinopel geplant. Tie Dauer der Ausstellung ist für jede Städt auf 46 Wochen berechnet Den Ehrenvorsitz hat der Rcichskommissar für bürger­liche Kleidung, Geheimer Rat Dr. Beutler, übernommen. Es ist anzunehmen, daß die Ausstellung sehr reichhaltig beschickt werden und ein lückenloses Bild des Standes dex Verwettung einheinlischer Fasestoffe geben wird.

** Täs Gewerbeblatt für das Großherzogtum Hessen enthält: Zentralstelle für die Gewerbe, Richtigstellung der Post­liste, Vorträge bei den -Ortsgewerbevereinen, Verarbeitung- von Ersatzsoblen. Der Aufbau des deutschen Wirtschaftslebens nach dem Kriege, Mitteilungen aus dem Bereinsleben. Gewerbevereine Echzell, Reichelsheim i. W., Roßdorf: Allgemeiner Teil: Ver­schärfte Heranziehung zum Hilfsdienst, Leimversorgung von Ge­werbetreibenden, Großh. Handelskammer- Mainz, Verschiedenes, Lehrstellenvermittlung, Anzeigen.

Landkreis Gießen.

** I n Heiden, 5. D^. Musketier Karl Rnpp wurde bet oen Kämpen in Flandern mit dem Eisernen .Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Musketier Richard Kühl erwarb sich dieselbe Auszeichnung: die Hessische TapierleitsMedaille erhielt er bereits uit orriii, ghr. Landsturmmann Franz Große starb am 15. 97o- dember oen Heldentod. Unteroffizier Karl Böcher wird seit dem 20. November als vermißt gemeldet.

** S t e i n b a ch, 5. Dez. Unteroffizier Emil Schwalb wurde zum Bizep'ldwcbel befördert. Schrvalb ist Inhaber oes Eiser­nen Kreuzes 2. Klasse und der Heffifchen Tapserkeitsmedallle.

Kreis Büdingen.

... % «inaenfieim, 4. De». Die Hessische Tavferkei n^darlle erhielt der Schlitze SKfreite Adolf Mattern. ?.LL e l rJ1 l nb . au - Das Eiserne Kreuz, früher die Hess:» ^pfettettsuudatlle, erhielt der Füsllier Fritz Me: n: nge

''"bda. Dv <^ldene Hochzell feierten die Kotuad a 1

Eheleute. Auf dem Friedhöfe zu Borsdorf wurde die Leiche des auf dem Felde der Ehre gefallenen hiesigen Gemeinde-Forstwatts Ferdinand K o ch beerdigt. Unter-Schmitten. Fiirs Vater­land starb der Armierungssoldat Heinrich T i e h l m a n n.

Krei» Schotten.

# Michelbach, 5. Dez. Zum Unteroffizier befördert wurde der Gefrelle Heirrttch Becker, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeilsmedaille.

Kreis Fricoverg.

# Friedberg, 5. Dez. Durch eine kleine Feier wurde das hiesige Soldatenheim feiner Bestimmung übergeben.

== Vilbel, 5. Dez. Die Haussammlung für die Krieger- unü Marineheime erbrachte die Summe von 840 Mk.

Starkellburg uuD Rheiuhessen.

H. L. Darm st a d t, 5. Dez. Eine akademische Fliegergruppe wurde kürzlich an der hiesigen Techaisckietr .Hochschule ins Leben gettifen. Es traten ihr eine -Reihe Dozenten und reichsdeutsche Sttwierende der Hvck.^chuie bei. Ihr Zweck.ist, in den Kreisen der Hvchschüler Interesse imd Verstmrduis für die Fragen der Lust- schiffahrt zu verbreiten

** Darm st-adtt, 5. Dez. Der von dem Ernft-Ludfoig-Berein errichtete Ausschuß hat in [einer letzten Sitzung beschlossen, die Vermittlung des Äw und Verkaufs von Grundstücken und kleinen Häusern in den Bereich seiner Tätigkeit ein zubeziehen, diachdem es das Kapitalabsindungsgesctz den Kriegsbeschädigten und Krie- gerwillven ermöglickst hat, mit 5)ilfe ihrer Rentenabsindung Eigen- besitz zu erwerben, ist die Nachfrage nach solchem Belitz erheblich gestiegen. Ter Ausschuß will diese Nachfrage soweit als möglich zu befriedigen suchen. Vvraussetzung für die Vermittlung ist je­doch, daß die Heimstätten sich in baulich gutem Zustande befinden und der geforderte Preis angemessen ist.

ch. Erbach (Rheutgau), 5. Dez. Gelandet wurde hier aus dem Rhem vor einigen- Wtvch,m die Leiche eines jungen Mädchens. Ta sich damals nichi festste!len ließ, um wen es sich handelte, wurde die Leiche schließlich auf dem hiesigen Friedhose beigesetzt. Nun sind feist die Eltern des Mädchens, der Schiffsbesitzer- Kling aus Gernsheim und seine Ehefrau hierhergekommen und haben nach der erfolgten Ausgrabemg der Leiche diese als die ihrer 13 Jahre alten^Tochter anerkannt. Das Kino ist vor einiger Zeit von Bord des ScklevpkabnsHarpen Nr. m den Rhein gestürzt und ertruitken.

Kreis Wetzlar.

** W e tz l a r, 5. Dez. Seine diesjährige Hauptversammlung lstell der Dombauvevein. in derDotnsjhchtke" dahier ab. Die Ver-< santmltmg wurde durch Landrat Tr. Satorius eröffnet und Kreis- mtsschuß-OberseL-etär Wies-er erstattete den Rechnungsbericht. Der Verein hatte 11097 Mark an Ernncchmen und 5970 Mark ans Ausgaben. Das Bevernsvermögeit bettagt zurzeit 59 262,92 Mark. ^ na. Ä pbach, 5. Dez. .Mchf:?fretwtllvger Schütze Ludwig Schmidt in ein ent bavr. Jnf.-Rgt. wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

ra. D i ß m a r, 5 Dez. Tie hiesige erledigte vierte Schul-- strkle wurde Fräulein °Ktrchho>'f aus 'Diefenbach r.Kr. Wetzlar) ck-er'ragert. Wißmar hat beb.tnntlich die stärkste Landschrrle im Schnlanfffchtsbezirk Wetzlar, r.m eck:: Klassen.

Hkjfen-NckfftM.

^ ----- Bad Homburg v. d. 5. Dez Die reit einigen Monaten schwebenden Verhandlnngetr mit einem Konsortium, das den gesamten Kur- imd Badebettieb der Stadt Homburg tu Fortn einer Aktien-Gesellschast übernehmen will, sind zum Ab­schluß gelangt. Die (^r'sellrchasl tenn dem Vertrag zufolge die Nutznießung 'des Betriebes jedeczett an treten, muß ab-r bis spätestens, am 1. April 1918 die gesamte Uebernahmc vollzogen hoben. Ter Aktien-Geist IlstDa st gehörest vorwiegend ck,'i tolle de >- des .Hochadels, der Großindustrie und der Großkaufmanuschach an. Zum Leiter des Unterrtehmens rmirde der bisherige shm direktor F e ldstever gewählt.

da. Limburg, 5. Dez. Der wegen militärischer Vergehen in Hannover in Hast beffndliche Ubatt Vollbracht mm hier gestand bei seiner Vernetznuurg, das; er am 13. Juni ds. Js. den (Äastioirt Harmenttl-g üt Hannover erwllrbtt habe. Ätt der Tat beteiligt^ sei eine Kriegerssrau, mit der er in jener Zeit verkehrt habe. V. ist Tischlergeselle und bereits int Felde gewesen: er ist jetzt zu einer Ersatz-Eskadron in Hannooer versetzt. Die Untersuchung ist ein* geleitet. Bei ber Tat wurde der Ernwrdete aus geraubt: diesen Raub soll die Frauettsverfou artsgesührt haben. Diese leugnet die Tat; sie wall den Svldateit überhaupt nickst kennen.

N. T. Wiesbaden, 4. Dez. Ist Posen wurde der Mörder, Gefreiter Michael Karpczak festgenonunett und dem dortigen Mili­tärarrest zngeführi, um nach Wiesladeu transpottiert zu werden. Wahrscheinlich wird, da nach Feststellung des Leichenbefunds Frau Ehre! nickst an den erhaltencul Verletzungen, sondern an einem H r - >' li og geswr Ixm ift, .Ka rpc zak ni cht i wegen Mords, satt b erit we-ven gefährlicher Körperverletzung angeklagt werden.

®cridns>ioal.

X. .Hanau, 5. Dez. Zwei Einbrecher, die Brüder Christian itnd Heinrich A. ans Offenbach a .M., hatten am 17. März d. I. vont Landgettcht Frankfurt ivegen Nücksalldiebstahls lättgere Frei- hettssttafen erhalten und waren zur Verbüßung ihrer Strafen iir die Sttasanstalt Bayreuth überfühtt worden Von dort aus teilten .sie ^ der Staatsanwaltschaft .Hanau mit, daß sie in Fechenheim, OffenLach und Frankfurt noch weitere Dtebstähle ausgefühtt hätten. Vor der Hanauer Sttaskmnmer widerriefen sie ihre Selbstbezichtt- gung tnrd behcmptetcn^ die Dtebstähle nicht ausgefühtt zu haben. Ihre Angabert seien nur gemacht worden, um aus der bayerischen S trafanstalt, in der die Kost schleckst gewesen sei, herauszukoin men und emem^preus'ischeä Zuchthaus übettniesen zu iverdett. Da aber die rn der Selbstbezichtigung angegebenen.Diebstähle tatsächlich vor­gekommen sind, hielt die Strafkammer ihre Geständnisse für glaubhaft und verutteilte Christian A. nnrer Einbeziehung der früher gegen ihn ettamrten Sttaien zu 3 Jahren Zuchthaus, seinen Bruder Heinttch zrt 2 Jahren 9 Monaten Zuchthaus. ?luch wurden ihneit die bürgerlichen Ehretrreckste auf die Tauer von 5 Jahren aberkannt. Die Attgeklagten schienen mit dem Erfolg ihrer ^elbst- bezichtigung zufrieden zu sein, benn sie erklärten, die Sttaien! atrnehmen und sofort antreten zu wollen

Meteorologische veobochtungen der Station Giehen.

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Nebel

Höchste Temperatur am 3. bis 4 . Dezbr. 1917 =-f 2,0*C, Niedrigste . 1917 --- 6,9*0.

Niederschlag 0 , 0 " mm.

verrnrschtes.

Eistttbahnunglück.

Hannover, 4. Tez. Amtlich.) In der Nacht zum 4. De­zember fuhr zwischen Bahnhof Ahlen und Hamm der O - Z u g 2 2 Berlin Köln auf den abgerissenen und auf der Strecke zurückgebliebenen Teil eines voraufge- f a hreneTt Svnderzuges mit italienif chen Gesa n» gelten aus, in die Trümmer, die auch das Nachbargleis be­decktet, fuhr ein Güterzug der Gegenrichtung hin­ein. 35 Insassen des Zuges, darrmter acht deutsche Landsturm- leute und ein Zugbeamter, siird getötet und 45 Mann verletzt Tie Verletzten siird .in Kranken Hausern in :->aintn nntergebrackn. Rei­sende des Schltellzuges sind mdü verletzt. Schaden an Lokt- mottven und Wagen sind erbebüch. Die Strecke war Stunden

lang vollständig gesperrt. Schnellzirge sind ltmgeleitet. Der V!o> kehr der Personenzu ge ist durchs Um steigen aufrechterl>alten.

* Tie Brandkatastrophe auf der Grube An«gl des Eschtveiler BerglverksVereins, die durch die Explosion etnrc Benzollokomotive erttstanden ist, hat 58 Opfer gesordett, darunter 37 Deutsche und 21 Ausländer. Sämtliche Lerchen bis auf eine konnten geborgen werden.

* Zwickau, 4. Dez. Die hier verstorbene Witwe Schenk hinterließ für Blinden-, Krüppel-, Kleinkiudersitrsorge und der neven Mission eNva 250000

* Die Flucht der Großfürstin Tatjana. Nachdem^ der Jmpresa F-volunamr die Welt mll der Nachricht überrascht hat, daß der Zar nach Amerika entkommen sei, wissen jetzt amerikanische Blätter von der romanhaften Flucht seiner Tochter, der Großflirstin Tatjana, zu erzählet:, über die die folgenden Einzel« Hellen p^rickstet werden. Prinzessin Tatjana soll demttach einte Scheinehe mit einem 1 Sohr: des Kammecherrn des Zaren, des Barons Z-redericks, eingegangen sein und dadurch eine .größere Bewegungsfreiheit an ihrem .Hastorte erhalten l-aben. Diese benuvte sie, um bei günstiger Gelegenheit die Fluch: zu ergreifen, die ihr angeblich gelmrsen ist. Gegamoättig soll sie srch auf dein Stillen -Ozean auf dem Wege nach den Bereinigten Staaten befinden, iva Mimen kurzem ihre Landung tat San Franzis ko crwarttt wird. Unter dem Namen einerMiß Tatjana NiMchewna Romanow" will sie daun, wie es weiter lx-ißt. in Amerika im Dienste des, russischen Hilfsausschuffes arbelleu. Ter Rest das Berichtes ist sehr amerikanisch Danach beabsichtigt nämlich die Prinzessin auch nochkleine Märchen" zu schreiben. Tanzuuterricht zu ettellen und den ameriPanischen Frauen Vottesungen über die tmssischen Verhältnisse zu halten. Tabei werden natürlich!) ihre Neigungen als statt demokratisch geschildett: die Prinzessin beklage es gar nicht, daß die Romanows abgesetzt worden seien, wohl aber wolle sie das amerikanische^Bott' dazu ermuntert:, daß es Ziußlano nicht ..sozialistischu Verrätern imd ber Gnade oer Deutschen" überlasse, svttderu iltzn dazu behilflich sei, daß es sich wieder dek: Sache der Verbündetet: an schließe. Hier kommt natürlich der Pferdefuß zum Vorschein. Uebrigens mag man für die Familie Roman'ow noch so wenig übrig haben ein so hartes Schick-- sal hat eine Tochter bieseö Hauses doch nicht verdient, daß sie Amerikanerinnen Tanziunerrickst ertellt utrd Vorlettingen halt!

* Die französische Tadakkarte in ^icht. Die Franzosen sind, wenn man den Ankündigungen der Pariser Blätter Glauben schenken darf, im Begttffe, aus dem Gebiebe der Kriegs- Maßnahmen einet: Vorsprung vor uns zu gewinnen. Allerdings handelt es sich dabei um einenSieg", auf den sie sichettich gerne verzichten würden, nämlich um eine Ration:entngskarte, die es bei uns twch nicht gibt. Ter Tabakmangel hat in Frankreich so zngv- nontmen, daß er jetzt zu einer Krise geworden, ist. Einerseits wird dies durch den. Ausfall der amettkänischen Taballiesernwgeu verur­sacht, and-erersells durch den Mangel an Arbellskräften für die französische Tabakkultur. Am meisten Tabak liefetten in Frank­reich die Gebiete Tordogne und Porigord, die fast alle ihre Pflanzen an die Armee hergeben mußten. Tie Zahl der Tabak-- tülkuren hat sich so ständig vermindert und wird noch weiter ab»- nehtnen müssen. In det: Pyrenäen und in der Hante-Garonne babett die Tabakanpslanzungen sich um 68 Prozent vermindert. Aut der änderet: Seite ist der Tabakverbrauch um 50 Prozent ge­stiegen, vor allem durch die Lieferunget: an die Front. Tie Be­hörden beraten hin und her. um eine Lösung dieser nertesten Kttse M finden, aber wie die Blätter versichern, wird nichts übttgbl-eibew als die ^Herausgabe von höchst i pa rsameu Tab akkartcu.

D i e Jagd nachdem S t r e i ch h ol z. Die nachgerade rragitomisck gewordene Streichholzno! in England beleuchtet aus drastische Weife die fvlgiende Zuschrift ellves Loudoners an die Daily News:Da bei uns in: Hause kein einziges Stteichholz auf- getrieben werden konnte, machte ich mich aus den Wieg z:t einem- venachbarden -Laden, um dort ein Paket Streichhölzer zu katlfem Ick) iand das Geschäft verlassen: nur ein fünffähttger Junge be­fand sich darin.Ter Vater wird in einer Minute zurück sein", piepste der Kleine,er ist nur um die Ecke gelaufen, um zu sehen^ ober ein Streichholz für seine Zigarre kttegen kann."

letzte Nachrichten.

Bruch der Entente mit Rußland?

Berlin. 5. Dez.Daily Ehronirte" meldet ans terSdurg. Die Botschafter der Entente notifizierten der jetzigen russischen Regiei-ung durch eine neutrale Ge- snndt'chaft den Bechlutz. d i e p o . i t i s ch e n . f i n n n z i e l - len und militärischen Beziehungen m i t R u tz°- land für die Dauer des gegenwürtiaen Re­gimes zu sen. Der amerikanische Botschafter Hache sich ans formellen Gründen dem Kollektivschritt der drei Entente- twtschafter nicht angeschlossen.

Amr"ikaS Ziel.

Genf, 5. Tez. Tie Huuptstelle aars Wilsons Botschaft an den Kongreß lautet nach einer Matin-Meldung: Ame­rikas Ziel ist die Fortsetzung des Krieges bis zum Siege der ckemvkratie in allen Staaten.

B e r l t n, 4. ^ez. Amtlich. Nette U-Boots-Erfolge im Bristr kcrnal und ot der Nordsee. 14 500 B-RT. Unter ben verienkten Sch sen befand sich der beladene französische TampferLldmiral Ted< (c>980 Tonnen). Ter Chef des Admiralftabes der Mario

Graf Tisza lmd dasSelbstbcstinlmungSrecht der Völker

Budapest, 5. Tez. (Ungatts,cke Delegation.) Nackchem Gr Ezernrn »einen Vottrag über die auswärtige Lage beendet hatt ergriff Gras Tisza das Wort und sagte, er mchse die erste G lkgenhttt ergvnfen, um aufs entsckiedenste gegen das Scblagwo vom Sttbstbestitmnungsrocht der Völker Einsvruck zu erheben io bah bte MonarckM gewissermaßen unter die Vormundschaft ein tnternattonalen Gettckstshofes gestellt werde. Graf Julius Ai drossy schloßt »:ch als Redner der Regiertmgsparttt den Bemerkm gen des Grafen Tis-za an, mit dessen Ausführungen e? sich i »wllkommener Ueberttn»ttmmung befinde. Hierauf ergttff Gr Czernin das Wott. Er verwies auf die Sttckle der Thronredt wo gesagt wird, daß wir das Schillert nicht aus der Hand leger so lange nicht unsere Feinde ilirem wahnwitzigen Aufteilung und Vergewaltigungplane unzweideutig -entsagt und ihre (K, Mischung in die Geschicke der Monarchie aufgegeben haben D Minister stellte dann fest, daß die große Mehrheit des österrttckv scheu Delegation den gleichen Standpunkt einnehme.

Vom italienischen Kriegsschauplatz.

Wien, 5. Tez. Atts dem Kttegspresseguattier wird ovt 4. Dezember abends gemeldtt: Bei den Truppen des Feld marschalls Conrad erfolgreiche Kämpfe. Es irntrfc Ge fangene und Beute ein gebracht.

Amtlicher Teil.

Belr.: Bvrrräye über Obstbau.

Ich. bringe zur Kenntnis ber Bebttligten, daß, Herr Gatt meister Rentsch im Laus des .Monats Dezember in nackr Mckateteu Orten des Krttses Gießen Borttäge über Obst- Gemüsebmt halten wird, wozu die Mitglieder des Vereine sr »otifttge Freunde des Obst-- und Gartenbaues hiermll ematta werden.

Mittwoch., den 5. Dezember in Grostew-Vuseck

Mtttvvck/ den 12. Dezember in Bellersl)ttm,

Mittwoch den 19. Dezember in 5seuck>elh.'im b. Gießm:

Donnerstag den 27. Dezember in Wieseck b. Gießen.'

Nähere Mitteilungen gehen den Herren Bürgermttiüecn l Obmännern zu_

Gießen. den 28. November 1917.

Der Vorsitzende des Krttsvb»t- und GartenbanvereMs Gvck Langer mann, Regumurngsvat.