Ausgabe 
3.12.1917 Erstes Blatt
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dann mir um so größerer Freude geübt werden, drängt doch die Arbeit nicht so sehr, wie in allen anderen Monaten. Der erste Dezember galt ovn jeher als ein Nnglückstag. Wer an diesem Tage geboren wird, bleibt krüppelHaft und stirbl eines schslimmm Todes. Ja sogar hingerichtet oder ausgehäugt kann er werden, glauben die friesischen Fischec. stets aber ist es ein Pechvogel, der an jenem Tag das Licht der Welt erblickt. Uni so lieblicher dagegen ist der 4 Dezember. St. Barbara, die Schutzpatrmüu der Artilleristen, mul; gebührend gefeiert werden. Unter Gesang und fröhlichem Spiel ziehen die Mädchen des Dorfes hinaus in den Wald urtd schneiden Weiden. Birken, Flieder, Haselnüsse und Ob-stzweige in großer Zahl. Diese werdeir zu Hause aus die Ofenbank \a ein Glas Wasser gestellt, und wenn die Christglocken läuten, stehen sie weilt in herrlicher Blüte, Reicks Blüten deuten dann aus ein fruchtbares Jahr. An St. Nikolaus (6.) kommen nach ostpreußi iüx'm Glauben die Wölfe zusammen. deshalb müssen sich alle Mägdlein bitten, das Spinnrad zu drehen, lnicht doch sonst der Wolf in die Herden und zerreißt das hefte Schaf, würgt die andren und macht sie vom Teufel besessen. Ein Lostag erster Ordnung ist dann der kürzeste Tag des Jahres, der 21. Dezember, das Fest St. Tlwmas.Fricrt's kürzesten Tag, so fällt das Kor« im Preise, ist es gelindes Wetter, ,o steigt der Preis", ist eine alte ,ldenburgisck)e Meinung. Der Böhme, dessen Volks gebrauche über­haupt auiHVu za iLrciaje uitb maumgfache sind, lchwört darauf', daß man das, ivvs mar: in der St. Thomasnacht träuint, in Wirklichkeit einmal sieht. Am Abend vorher ziehen Burschen und junge Mädchen durch das Dorf imd malen die Thomaskreuze, ein Brauch, der sich in vielen Gegenden Deutschlands am Dreiköuigs- tage (6. Januars eingebürgert I>at. T+T-fTH- ist das Zeick)eu, das man anl Thomastage au fast allen böhmischen Häusern findet, «das bedeutet soviel wie: Thomas schütze unser Haus. Junge Mädchen stellen in Kurhessen in der Thomasnacht eiuen Besen aus das Feld, um denselben ein Paar Schuhe. Sicherlich ist nach ihrem Glauben am andern Morgen ein Schuh aus der Richtung gebracht und zeigt dann den Weg, auf dem der künftige Bräutigam kommen wird. Junge Burschen werfen eilten Strohwisch aus den Baum, der am Dorfbrunnen steht, so ostmal der geworfene Wisch herunterfällt, soviel Jahre müssen sie noch ledig bleiben. Im Hessischen malt das heiratslustige Mädchen 24 Buch staben an die Stall oder Stubentür und wischt dann mit verbundenen Augen einen Buchstaben ans. Mit dem ausgewischten Buchstaben beginnt dann sicher dbr Name ihres künftigen Ehegattens. In Oesterreich, besonders in den Alpenländern, streut sich die Jugend Leinsamen aus den Kops und singt dabei:Ich säe meinen Samen, in St. Tbomas Namen, in St. Thomas Garten will ich auf den Bräutigam (Braut^ warten." Weit verbreitet in Hessen ist auch die Sitte, in der Thomasnacht mit einem Licht und einem Spiegel atus das Feld jiu gehen. Wenn man dann ganz still ist, zeigt sich um die MitternachtssLundc der Geliebte in dem Spiegel. Natürlich finden sich auch aus die Weihnachtstage imd das Ende des Jahres eine Fülle von Volksgebräuchen. Eines aber ist schade: die schönen Dolkssitten nehmiw von Jahr zu Jahr ab, und wenn man sich mcht draußen auf dem flachen Lande ihrer erinnert, wie es ja schon vielfach mit bestem Erfolge geschehen ist, werden sie eines Tages völlig verschwunden sein.

Volkszählung und Leberrsunttelvcrsorgurig.

Nach der Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im heutigen Matte findet am 5. Dezember eine allgemeine Volkszählung statt. Festgestellt werden die ortsanwesende Bevölkerung, sowie die vor­übergehend hier anwesenden und die vorübergehend von hier ab wesenden Personen. Die Haushalttmgslisten werden am 4. De­zember durch Zähler den Haushaltungen zugestellt: am Nachmittag des 5. Dezember werden sie von den Zählern abgeholt. Die Listen sind vom Hansbaltnngsoorstand ordnungsmäßig auszusüllen unv zu unterschreiben. Wer bis zum Abend des 4. Dezember keine Hatishaltungslistr erhalten hat, muß sich an dos Stadthaus, Zimmer tt, wenden, und sich dort eine Liste geben lassen. Sollten versehentlich Zähler die Listen bis zum Abend des 5. Dezember nicht abgeholt haben, so hat der Haushaltuitgsoorstttnd dafür Sorge zu tragen, daß die Listen alsbolo aus das Stadthaus zurück­gebracht werden.

Tie BolkszMung ist deshalb von besonderer Wichtigketl. weil die hierbei festgestellte Bevölkerungszahl als Grundlage für die Zuteilung.von Lebensmitteln für die städtische Bevölkerung dient. Es liegt daher nicht nur in jedes einzelnen Interesse, sondern auch rm Interesse der Gesamtheit, daß die Bevölkerungszahl lückenlos festgestellt wird. Nach der Bekanntmachung des Oberbürgermeisters werden die Haushaltungslisten mir den auf dem Städtischen Lebensmittelamt geführten Kontrollkarten, die für die Ausgabe der Lebensmittelmarken maßgebend siird, verglichen werden. Per­sonen, die in den Haushaltungslisteu nicht _ ausgeführt sind, werden in den Konttollkarten gestrichen werden, so daß sie Lebens­mittelkarten bei der nächsten Ausgabe nicht erhalten täunen. Es werden dann erst die erforderlichen Feststellungen getroffen werden nrüssen, ob diese Personen tatsächlich hier zum Bezug von Lebensmittelkarten berechtigt siird. Wer sich diese Weiterungen ersparen will, sorge daher dafür, daß er bei der Volkszählung mitgezählt wird.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherz-og empfing zum Vortrag: den Staatsminister Dr. v. Ewald, den Generaladjutanten General der Kavallerie v. Ho.hu, den Vorstand des Kabinetts, Wirkt. Geheimerat Römheld. Ter Großhcrzog hat am 17. November^ d. I. den evangelischen Pfarrer .üirchenrat D. Heinrich Freiensehner zu Lindensels aus sein Nach suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treugeleistetcn und ersprieß­lich^ Dienste, mit Wirkung vom 1. Januar 1918, in den Ruhe­stand versetzt und, zum 1. Dezember 1917 anläßlich seines fünfzig­jährigen Dienstsubüäums den Eharatter als Geheimer Kirchenral erteilt.

** Au szeich'Nu n g. Dem Vrzefeldwebel Heß von hier Wurde dos Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

** Gemüseverkauf. Morgen, Dienstag, gelangen in der M-ti'cben Gemü ev r. i n lgsstelle Wirt §, Ob.r-Kosth aste i, E cd- Kohl raben, Gelbe Rüben und Weiße Rüden sunt Verkauf.

** Tie Versorgung mit Petroleum. In den Zn- fuhren von Petroleum ist eine Acnderung in der nächsten Zeit nicht zu erwarten. Den Nachrichten aus verschiedenen T.ileu des Deut­schen Reiches zufolge wird durch die geringe Petrvl.nmversorgung eine schwierige Lage, iusbesoirdere für die Lartdwirl schaff, geschaf­fen. Tie Petroleumiwt wird von der Bevölkerung um so schwerer empfunden werden, als die Berichte über dic erfreulichen ^Fort­schritte in den Ausschließungsarbeiten in Rumänien die Hoffnung haben aufkommeu lassen, daß eine Besserung in der Petroleum ' Versorgung gegen das Vorjahr zu erwarten sei. Es ist aber in »veilen Kreisen des Volkes viel zu wenig bekannt, in welchem Um­fange Mts Rohöl auch andere Produkte als Leuchtöl, insbesondere die Schmieröle und das Marinetreiböl, gewonnen lverden können und welche Bedeutung eine möglichst große Ausbeute au diesen Stoffen für d'e Durchführung des U-Boot-Krieges hat. Aus der rumänischen Erdölausbeute muß in allererster Linie der Bcdar, der Marineverwaffung an Treiböl gedeckt roeiden, worüuter natur gemäß die Leu äst öl Versorgung leidet. Es darf bie .Hoffnung ans gesprochen werden, daß die Bevölkerung bei Kenntnis dieser Tat­sachen die Unbequemlichkeiten, die der Mangel cur Lenchtöl in der Lebeusl-altung der Verbraucher in den nächsten Wintcemonaleu hrrvorrufeu wird, leichter tragen wird.

** Teuerungszulagen' für b t c städtischen Beamten und Lehrer. unserem Bericht über die letzte Stadwerordnctensitzung ist noch nachzutragen, daß in der Frage der Teuerungszulagen für die Lehrer und Bcatn- ten auch der Stadtv. Geheimrat Heichelheim das Wort ergriffen hat. Er erklärte, in der mehrfach erwähnten Kom­missionssitzung habe er den Antrag gestellt, die Negu'.ierung der Gehälter der Beamten und Lehrerschaft bis spätestens 1. April 1918 vorzunehmen unter Berücksichtigung der er forderlichen Beträge bei der Aufstellung des nächstjährigen Budgets. Er habe indessen den Antrag zurückgezogen, nach, dem der Herr Oberbürgermeister erklärt hatte, es sei absolut unmöglich, eine Regulierung vor dem Kriegsende zu bewir­ken, da es an geschulten Arbeitskräften fehle.

** Diebstahl. IN der Zeit vom 30. November bis 2. De­zember 4917 wurde aus dem verschlossenen Lager für Obsll rt,e der Provinz Oberheffen auf dem Biehmarttplatz dahier 38 ± >ckc, aus denen aus einem Teil die FirmaBahn & Hamann Hamburg" und ans den anderenKraus drei" stand, entwendet. Sackidienlichc Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.

** Stadtthealer. Aus technischen Gründen muß die aus dem Wachenspielplan ange'künLigtc Aufführung derBraut von Messina" am Sonntag d. 9. Dezember nachmittags wegsallen: es findet .dafür eine Aufführung des Lindnersicki«u Schauspieles Tie Bluthochtzeit" statt. Eine Wisder Holling derBrant von Mefsina" wird später augcsetzt.

** Zweimarkstück e. Wir erinnern unsere Leser noch ein­mal daran, daß die Zweimarkstücke im öffentlichen Verkehr nur roch bis einschließlich 31. Dezember als ZahLtmgsmittel gelten. Vom 1. Januar ab werden sie nur noch kurze Zeit umgetauscht, um dann ihren Kurswert zu verlieren. Es bleibt dann nur der Silberwert und dieser beträgt etwa 1.10 bis 1.20 Mark.

** Das Großh. Hessische Regierungsblatt Rr. 26. ausgeg-eben den 30. November, hat folgenden Inhalt: 1. Ge­setz, die außerordentliche Ergänzung der Gemeindevertretmtgen wäl/rend des Krieges betreffend. (S. 267.) 2. Verordnung über dff Regelung des 'Fleiscktvorbranchs und i>en Handel mit Schiweinen. (S. 269.) 3. Bekanntmachung über die Regelung des Fleisch­verbrauchs und den Handel mit Schweinen. (S. 276.)

Auf den Opfern und den Waffen ruht der Staat Opfert euer Gold auf dem Altar des Vaterlandes-

Sie Es

in den Räumen der BeMsjparkaffe Gießen Jjt morgen von 2 bis 4 Uhr geöffnet.

Landkreis Gießen.

** Bellersheim, 2. Dvz. Gefreiter Pani König, Sohn des 'Pfarrers König dahier, -erhielt die hessische Tapferkeffs-t medaille. Am 1. Ollwrmüer wurde er Mm Unteroffizier befördert tmd zum Offiziers-A-ipiranten ermannt.

** Birklar, 1. Tez. Signolcst Gilbert Müller und lillmo- nier Hermann Weisel, beide von hier, erwarben sich rm Westen das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

-m. Hungen. 2. Dez. In der Nacht von Fveitog aui Sams­tag wurde in der lffosigen Müllerei ein Einbruch verübt, bei dem txn Dieben erwa 73 Pfund Süßrahmbutter und 1l>0 Rollen Hand­käse in die d>äude sielen. Matt bat die Spur der Diebe, die die gesdolrlenen Waren auf einem Wagen wegfuhven, verfolgt, aber bisllcr kein greis bares Resultat erzielt. In derselben Nacht wurden in dem eine kalbe Stunde ent'ernten Hos-(öraß virr'Gänse (gestohlen und geschlachtet. WalTrscheiulich dürste es sich in beiden Fällen um die gleichert Diebe kaut-eln, die zuerst ans Hof-i^oaß und dann der Molkerei einen Besuch absdattelen.

L o r o G öns , 2. Dez. Durch den Hilssverelll hier wurde eme Sammlung von A.'psAn zugunsten der Venvundc'ten in den Gicßeucr Lazaretten veranstaltet, welche scdr reichlich ausffei. Dem Infanteristen Heinrich Leicht rvurde die Heffisctu Tapfer- keitsm-edaille verlieben.

w. Lang-Göns, 1. Dez. Ich der Feld- und Waldjagd un­serer Gemarkung, nach Leihgestern zu gelegen, fand dieser Tage ovn 10 Sckmtzen und 9 Treiberrr eine Treürjagd statt, wobei im ganzen 3 Häsck-en zur Strecke gebrackst wurden.

** Lick,, 1. Dez. Die Sammlung des Opsertags znm Besten des Roten Kreuzes ergab den Betrag mm 713,15 Mark.

** L ich, 1. Dez. Dem Gefreiten Thsv Zimmer. Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, wurde d,e Heffische Tavterkeits- medackle verlieben.

Kreis Büdingen.

** Hirzenhain, 2. Dez. Zum Opfertag wurde in hiesiger Gemeinde der Bewag von 616,60 Mark gesammelt.

Kreis Lnutcrbülb.

# Gro ß- Karben , 2. Dez. Fürs Vaterland starb der von hier gebürtige Schulverwalter Friedrich Kahn, Bizeseldwebel und OffiziersMsvirant, Jrthaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Ober-Rosbach. Das Eiserne Kreuz, früher bk Hess. TapseLkeitsmcdaille, erhielt der tluter- ossizier Lehrer Fritz Müller. F r i e d b e r g - F a u e r b a ch. Drc Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Musketwr Otto Luft. Melbach. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Fahrer Theodor Ziegler.

KrktS Schotten.

# Laubach, 2. Dez. Zum llntervssizier befördert wurde der Lehrer Wilhelm B echt hold. Kaulstos. Zbm Vizefeld- webel und Offiziers-Aspiranten befördert wurde der seil riegs­beginn im Felde stehende Lehrer Wilhelm R o t h m a n n. Stern- b e r g. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Lehrer Unter­offizier Heinrich P r e u j ch.

# Ober-Schmitten, 1. Dez. Fürs Vaterland starb der Gefrerten Karl^E be r h a r d, Inhaber der Hessisch.m Tapserkeits- medaille. Schotten. Tie Hessische Tapsettutsmedaille er­halt der Laudsturmmarm Wilhelm Toll, das Eiserne Kreuz der Gefreite Hermann Bauer, frül^er das bayrisch' Verdiensttceuz und die Hesfi'ch: Tapfeickeitsmedaille. Seraeant Seelig wrrrde zum Bizewachämeisder befördert.

Krcis Frlldbers.

^ Eichelhain, 2. Dez. Das Hessische Kriegsebrenzeichm. in Eisen, früher das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse und die Hess. TapferkeitsmeLaille, erhielt der Leutnant d. L. und Kompagnie- führer Lehrer Julius S i I ft.

# Södel, 1. Dez. Das Eiserne Krmtz erhielt der Dtnsketier Arthur Maurer, die Hesjich' TapseN'eltsmaoartte der Ersap- rcservist Karl Sommer.

Swrkellbnrst und Rheitthessen

I. Darmstadt, 2. Dez. F.rbrikbesi'^er Wühelm Schackt in Weiffmi-els a_ Saale hat der hiesigen TeckMiscl^n H-ocb-sckncke eittz )-.apital van 10 000 Mart gestiftet, dffsen Zinsen in criirr Linie für die Prümiwrung von wissenschafl l idjen Arbeiten vvn Sludiereit- den >>er Hv>ch'ch:cke auf dem Gebiete der Papierstoff- und Papier- sabrikation Berivendung findet! sollen.

I. D a r m st a d 1, 2. Dez. Eine Uraufführung unter merkwürdigen Begleitumständen findet Etch- Januar am hiesigen Hostheat.'r statt. Ter unter den jünger m de-utschen Dra­matikern als eine eigenartige Ers.teinung sich hcrvo'.h'-.chmdr' Dich­ter Fritz von Unruh, der bekaunllich seit einem J-abre dem Grvßh. Hofe als militäriscl^r Erzieher des Erb^irinzen angehört, hat eine TragödieEin Geschlecht" vers-aßr. Es lag nun nahe, dieses Stück, dem man in literarisch interessierdm Kreisen mit einer gewiffen Spannung entgegen sieht, in Tarmstadt zur Uraus- ul-ns mg zu bringen. Seltsani und gewiß in der Thealt'rgescjTicbte atme Borvild ist es jedoch daß diese Uraufführung nicht öfftnrrllch sein soll und daß sie ferner tticlstt den eigenen K'räfften des Hos^ lbeat-ers übertragen nmrde, sondern daß hierzu das Dresdener .Htfflbeatrr eine Einladung nach Darm stadr erhielt.

vessk« Nassau.

mr. Frankfurt, a. M., 2. Dez. Freitag nachmittag ver> schied an einem Lungenleiden der im Rul)estand lebende Geh. Oberjustizrat Oberstaatsamoalt Dr. Hupertz beim Ol»erlandes ^ericl t Frankfurt. Der Verstorl- ne begleitete seinen Posten seit 24. November 1897. Tie Direktion der städtischen Strahn- ahn verbietet jetzt nach dem ^>orbilde der ResiäeTtzstadt Käffel cke-iäüalls das Rauchen in den Straßenbahmoag^m und auf den Plattformen, da angeblich leicht Personett verletzt werden können. Gleichzeitig wird der 5»Pfennig-Tarif für Mllitärversonen ausgr» Hoden. Ter nassauisch' Städtetag tritt nocti einmal vor Jahres- schlug in Frankiurt a. M zusammen, um die wichttgen Fragen der Lkbensmittel und Me imstofft>ersorgu,ig eingehend zu he raten.

Kassel, 1 Dez. Die voliz etlichen Ermittlungen nach dem Verbleib bet geftv-htrneu Kon hg.'gen Hände ans den kaiserlichen Gemächern ans Schlo,' WilyelmHyi! haben sehr interessante Einzel­heiten über den mit den Sachen getriebenen >ßettenhandel ergeben« Eine dem Prnrzeu Joachim von Preuß-en gehörende Augsburger Uhr aus dem Jahre 1577 wurde vom Diebe für 150 Mark, obtoohl sie ennm Werl von 1 - -50(00 besitzt, an den Ailchändlar Nadel erkauft. Dieser veräußerte sie für 720 Mark. Auf dem Wege des Kettenhaitdels erwarb sie schließlich ein rheinischer Fabrikant für 3500 Mark Eine chinesische Base mit 5000 Mart Museumswert verkaufte der Dieb für 50 Mark. Radel gab sie für 175 Mark weiter, schließlich erstand sie ein süddeutscher Bankier aus sechster Hand mit 4000 Mark. Eine ähnliche Preiskletterei machte auch eine Rokokouhr von 75 auf 3000 Mark durch- Der Dieb hat auich> die Zimmer des Kaisers, der Kaiserin und der Herzo­gin von Braun schweig ausgepländert. Mit dem Erlös aus den Einbrüchen verschalte er sich gute Tage, bis ihn die Poliz«. verlMstete. Bis aus drei Uhren sind alle Gegenstände wiedev beisammen.

Spielplan des Gietzener Stadttheaters.

Tieitstag 4. Dez., 7Vi>: Gew. Pr. (erm.). Gastsp. v Ertgen Klopfer v. Nellven Theater in Fpkft. a. M. Neuheit!Das Rechit auf die Frau". Freitag 7., ly 2 : (heio. Pr. (erm.). Neuheit!Perle- berg". Samstag 8., 8 (Bad-Nauh): Neuheit!Das EitLÜkind" Sonntag 9., 31 / 2 : (Kl. Pr.)Tie Braut von Messina" 7^/,: (G«w. Pr.)Tor Soldat der Marie".

spiekpian der vereinigten .»irankftrtter Ztadtthttim.

Opeinhaur.

Motttay 3. Dez., 7:Das Dreimäderlchms". Dienstag 4., 7 : 'Sic toten Annen". Mittwoch, o.: Geschlossett. Donnerstag 6 .. 5: Parsifal". Freitag 7., 5>/ 2 : Zum 1. Mal.Hans EKadedturchk^- Samstag 8., 7:Tie Jüdin". Sonntag 9., 3hs:Hans Grade. buixf)". 7:Der Maskenball".

, Lchauspielhaur.

Montag 3., 7:Frau Suituec". Dienstag 4., 7: ,^Joharmis< teuer". Mittwoch 5., 7:Fvwt Sititner". Donnerstag 6., 7:Der Blaufuchs". Freitag 7., 7: ,,Wienerinnen". Samstag 8., 7: Zum 1. Mal lUra'.stsührtlnghTie BersülTrnng" Sonntag 9., 3: Vorst f. d. kriegsbe.chäst. Arbeitersch.Tolstor Taus". 7:FraN Suttner".

vermssehte».

Berlin, 1. Dez. (Priv-Tel.) DasBert. TageÄ." meldet aus Plünchett: 4 16 M a l z s ch i e be r pr 0 z e s s e sind nach Mit­teilung des Justizministers im Landtag bisher in Bayern ver­handelt tvvrden. Die G e l d st r a f e n, die verhängt wurden, haben bereits bk Gesamtsumme v 0 n 5 400000 Mart erreicht. 156 ähnliche Prozesse sck.webett noch.

A scka sfenb nr g , 1. Tcz. (WTB..) Heute früh sieben Uhr ist eine eiufahrende scheine einem ausfahrenden Güterzug

in der Nähe der Aschaffbrücke in die Flanke gefahren. Es sitch 8 Wagen und die Lokomotive des Güterzugs entgleist. Drei Per­sonen wurden leicht verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Die sonstigen Geleise siitd gesperrt.

H a m b u r g, 2. Dez. 5) a m b u r g und das Küstengebiet der Elbe srnv von einer Stur m^f l u 1 Heimgesuch: worden- die am Sonnabettd bei Westnordwest Stärke 9 einen Wasserstano- von 18 Fuß 1 Zoll bracktile, wahrend ber nomale Stand bei Ham­burg 8 Fuß ist. Ter Str aüc rbahweickehr am Hasen mußte eiv- gesiclll wcrben. Die Feuenv.hr war smrt in Ansprua,^ genommen, um die uverickuw -.-mmteu > vom Wasser srerzu machen.

Letzte Nachrichten.

(WTB.) Großes Hauptquartier. 3. Dezrmver. (AmtlichZ

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.

Nach heftigem Trommelfeuer bei mondhlller Nacht griff der Engländer gestern fr^äh mit starken Kräften unsere Stel- lmrgen bei und nördlich von P assch endaele an. Thürin- giche mW hessische Truppen war en den Feind in schnei-, digem Gegenstoß zurück und mach en sechzig Gefangene. Nach Abwehr der Angriffe flaute da: Feuer ab: es mihm am Abend vorübergehend »viider crh.'dliche Stärke an.

Auf dnn Kümyssclde bei Eambrai war tagsüber nur in wenigen Ab schnitten die Feuertü nt lebhaft. Am Abent griff der Feind nach starker - euer, g.'rung Mischen Jnchr und BvurLon an. Im !iLfti''en 2stch.ampf wurde er adge wiese«. Ein englischer Teilaugrifs b i La Vaouerie scheiterte. Im Gegenstoß wurden neun Geschütze und achtzehn Maschi­nengewehre erbeutet.

Die Zahl der seit dem 30. November gemachten Eesan genen har sich auf sechstausend, dif Beute an Geschützen auf hundert rrh l,t.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

In den Ar gönnen wurden in erfolgreichen Unter­nehmen Gefangene eingebracht.

Heeresgruppe Herzog Bl brecht.

Die lebhafte seindlichr Tätigkeit im Th^uner-Tal und im Suvdgau hält an.

In den letzten drei Tagen verloren unsere Gegner im Luftkamps ' und durck Abschuß vin dcr Erde sic euu- dchvmzig Flugzeuge und zwei Fesselballon". Leutnant Miller errang seinen 35., Leutnant von Bülow seinen 27. und 28. und Leuwant Bongartz seinen 25. und 26. Lustsieg.

O e st l i ch e r K r i e g s s ch a n p l a tz.

An zahlreichen Abschnitten der russischen Front ist von Di^'ion zu Division örtliche Waffenruhe re einbart worden. Mit einer russischen Armee im Gebiet von Pripjet bis süd­lich der Lipa imd mit mehreren russischen Generalkommandos wurde Waffenstillstaud abre chtoslen. Weit r Verhandlungen sind im Gange. Eine russisch? Abordnung ist in den Befcdls- vereich des Generaleldarfchalls Prinzen Leopold von Bayent zur Herbeiführung eines allgemeinen Wassenstillstandes ein- gctroffen.

Mazedonische Front.

Keine gröberen KmnpflKndluugen.

Italienische Front.

Nichts Neues.

Der Erste 6seneralauartiermcister Ludendorff.

»

Berlin, 3. Dez. (WTB. Amtlich.) Am 2!t November batte der Volkskommissar für Kriegs- und Mariucangelegenbetten und Höchstkommandiereuder der russischen Armee Krylenkä durch Paria- menläre anfragen lassen, ob der deutsche Oberbefehlshaber zu sofortigen Waffen stillstatrdsverhattdlungen bereit sei. Nock am gleichen Tage antwortete der Oberbefehlsbaber Osch Prinz Leopold von Bauern, daß er bereit und bevollmächtigt sei, mit der russischen Obersten Heeresleitung über einen Waffenstillstand zu ver- handebi. Es wurden sodann mit den Parlamentären Ort und Zeit vereinbart, wo fick eine mit Vollmachten versehene russische üommiffion mit emer entsprechend bevollmächtigten Immission der Gegenpartei treffett sollte. Die rttssische Kommission hat sich am 2. Dezember, nachmittags 4.30 llhr an der verabredeten Stelle eingefunden, tun sich tmvcrzüglich zu dem für die Verhand­lungen in Attssrcht getumtmetten Ort zu bcgebcrt. Dort ist sie am 3. .Dezember nachmittags zu erwarten.