Kaledin.
«hatftetbÄW 37. Nvv. (Irip.-W.) Der Berichch-rstatter ..Mvrning Posk" in Pttersburg setzt alle Hoffnungen auf IKalooin. der ein guter Freurch ter Alliierten sei. Mledin sei V^fitz dr^ Hcnmterntegebietes des Dongcbietcs. Ein großer TeL Bernrußrands und von Proteinen an der unteren Wolga, sowie Xnrfei, an seien unter dem Ramm „Südöstliche Union" ver- «nigt. Tieres tz>ebiet nerfarge ganz 9tuBlanb mit Lebensmitteln., beherrsche die Lage. Diejenigen, denen er dient, würden -eine Be,rhle Kcwvnskis oder Lenins oder sanft jenmndes annehmen.
Machthaber nicht stillschweigend ovrLtergehen können. Deutschland und Rußland haben vor dem Kriege nicht unter Gegensätzen gestanden, die blutige Älusemandersetzungen hätten notwendig machen müssen. — Lluch der „Vorwärts" be-eichrret den 29. November als Einleitung eines neuen Kapitels in der Geschichte des Reichstags und des Reichs.
Berlin, 28. Rov. Wie die „Germania" mitteilt. wird der Zentrumsabgeordnete Giesb erts nunmehr als Ministerialdirektor in das Reichswirtschaftsanft berufen werden.
Kankasien.
Stockholm. 28. Nvo. (WDB.) Ans Haparanda wird geweidet: 5?aukasien riß sich sckwn los oon Rußland und gründete eine eigene Regierung. Es I>at ein Parlament gewählt. Diesem geboren. 40 Sozialisten an, unter denen sich nur ein Bokschewiki befindet. Es ist alles rmhig.
Der russische Frieder,S»v,ursch und die Schweiz.
Basel, 29. Nov. Wie man den Basler Nachrichten aus B«-n drahtet, hat die Leninsche Regierung den Schweizer Bundes-- rat eingeladen. ihre Waffenstillstands- und Friede:; svorschüge den kriegführenden Nöäckslmr zu übennitteln. Der Bundesrat hat nach Prüfung der Frage in ablehnendem Sinne Stellung ge- nonunen.
Eine Acusternng Balsours.
London, 27. Nov. (WTB.) Reuter. (Verspätet eingetrotten.) Itu Urtterhcmse fragte Richard Lambert: 1. Ob die russische Regierung oder irgend eine Person, die oorgibt. die russische Re g«rung Kt vertreten, einen sofortigen Waffenstillstand an all«! Fronten zur Einleitung von Friedensverhandlungen vorgeschlage!. habe. 3. Wenn dies der Fall ist, welche Antwort England ge geben hab e.
B a l f v u r beantwortete die erste Frage mit Ja. Hinsichtlich der zweiten Frage sei von der englischen Regierung keine Amwort gege«m worden und soweit es ihm bek.rn.nt wäre, auch» nicht von irgend einem der Alliierten.
-lerrs-ernngen de- Graset, Czernin.
Wien, 27. Nov. (WTB.) Die „Slawische Correspvndenz" Wachet: 3?« einer Besprechung mit Abgeordrreten des Herrenl)a>:ses Lwerte sich der Minister der auswämgen Mgelegenbeiten Gras Ezernrn über die Lage, die durch die Friedensbestrebungen der «gewwarttgen russischen RegieruTrg geschahen ist. Er betonte die Bereitwilligkeit und die Bereitschaft der Monarchie, in Berhand-« lungen über leinen ehrlichen und airnehmbaren Frieden einzutreteir, Petersburg uns Berlin in drahtloser Berbindung? i
London, 27. Nov. (WTB) Rauchermeldung. Ein Tele- tzranrnr ens stÄrshängton besagt: Der Botschafter der Bereinigten Staaten in Petersburg berichtet, daß Petersburg und Berlin in drahtloser Verbindung stehen.
Secfrleg.
Nene N-Boot-Crsolge.
Berlin, 27. Nov. (WTB. Amtlich.) Im englischen K u n a l sind durch eines unserer Untersee-Boote wiederum 12500 Brutto-RegiKer-Tonnen versenkt worden. Unter den versenkten Schiffen befand sich ein großer bewaffneter englischer Dampfer von über 5000 Brutto-Register-Tonnen.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Ber 1, n, 28. Nov. Durch die Tätigkeit nnsererU-Boote wurden auf dem nördlichen K rieg ssch auvlatz neuer^ dmgs drei Dampfer und vier Segler vernichtet, darunter ein englischer Frachtdampfer von mindestens 5000 Brutto-Re- gisrer-Tonnen, sowie der englische Motorschoner Morning Star mit 180 Tonnen Tonerde von Portsmouth nach Rouen. Einer der Dampfer wurde aus Geleitszug herausgeschossen.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Aur d-m Reiche.
Reichskanzler und Reichstag.
Berlin, 28. Nov. Nachdem der Neichskanz'er Graf Hert-- ling geltem vormittag die FrEonsiDrer der Mehrheitsparteien zu Besprechung«, bei fick gesehen hatte, empfing er in den späten Rach Mittagsstunden die Führer scwttlicher Rechstagsicallinen. um rn «tzva dreiviertelstundiger Besprechung -urz das Programm feinem heutigen Rede und seine 2lbsich/en nn> Pläne für die nächste Zeit dcrrz'.üegen. 4äach der Kv-n'erenz im RcichsLanzlerlxglais fand um 1 Uhr abends im Reichstage eine interfraktionelle Bespoching statt.
, J™, Vizekanzler v. Payer, dessen Llbrei e nach B rlin sich miolge seiner immer noch nicht überwundenen Krankheit bisher verzögert hatte, wird Ende ber Woche hier ein treffen. Als fest- rtehend kann dich Absicht jedoch auch jetzt noch nicht angesehen werden.
Berlin, 29. Nov. Zum heutigen Wiederzusammen- tritt des Reichstags sagen die Blätter übereinstimmend, de?, es sich vorDks-fichttich um eine kurze Tagung handelt. Die „Ger- manra" hont, daß die Sitzung einen glatten Verlaus nehmen wird. Parteien und Regierung haben sich auf Selbstbeschränknngen ge- ermgt rn der klaren Erkenntnis, daß die innere Einheitsfront für unsere Kriegssührung nach außen von allergrößter Bedeutung ist. Ter 29. November muß und kann der Markstein in der inner- politischen Gesclsichte dieses Krieges werden, von dem aus der Weg M einem ehrenvollen, unsere Zukunft in jeder Beziehung sichernden Frieden fest und sicher führen wird. Tie „Germania" nimmt an, daß vom Bundesratstisch auch eine Erklärung über R u ß l a n d bezüglich der durch die Frr dnspZjb? der Bolschewisten geschnifenen neuen internationalen Lage gegeben werden wird. Man wird an der Bedeutung des Friedenswillens der jetzigen Petersburger
Ans f)cR«n*
Zuweisung von Wein an die Gemeinden aus den Beständen der Weinbaudomänen für die Versorgung der Kranken. Die Abgeordneten Henrich und Raab stellen folgenden Antrag:
Wir beantragen, die Grosch. Regierung zu ersuchen, einen namhaften Teil der Weinvorräte der Weinbaudomä- :ren zu einem annehmbaren Preise den Gemeinden des Landes zur Versorgung der Kranken mit Stärkungsmitteln zu überweisen.
In der Begründung heißt es:
Nicht wenig Kranke geben an Entkräftung zu Grunde, mancher Genesende, der eine schwere akute Erkrankung überstanden hat, über- wrikdet die Ütcochweh-en der Krcmttvit nicht mehr, weil es ihm an geeignelec A-ft rung and vm nlum, an Stärkungsmittel» wblt. Zu den besten Anregungs- und Stärkungs.mittÄn gehört, namentlich b« Een Leuten, Wein. Mag dieses Mittel auch weniger direkt zur Ernährung beitragen, es belebt aber die Kräfte und die Fähigkeit l\v »'örr-ers. di' itm znaefübrte Nahrung besser zu verarbeiten. Der Wein versct findet aber immer m.'I; >; vom Markt. Zu unor-- sü'ümnglichm Preis«, wird er in Hände überführt und dort sestge- i'-alte», wo Enebin die reichlich vorhandenen Geldmittel eine gute allgemeine Versorgung mit Nastrrmgsnntteln möglich machen, llnter diesen Nmständen muß wenigstens Vorsorge dahin getroffen werden, daß di»' unter der Verwaltung der Gvoßserzoglichen Re- chevung erzeugten Weinulengen zu einem Teil den Kranken zugute Faunen. Das ist noch wichtiger, als die Erzielung möglichst hoher Einnayinen. Die lleborlafsung von Wein zu diesem Zlveck dirrfte allerdings nicht zu Pk/mdasiecheifeil ersolmm, 'wenn auch nicht damit ;>wechnet Norden kann, daß für diese Zlveche di? Friedenspreise antrcchiterhalten bleiben.
Die 9dotl-?gr der Tageszeitungen.
Mg. Wiegand hat in der Zweien Kammer folgenden dringlichen Antrag emgebracht
Vom 1. November ab hat der Preis für Zeitnnaspayier wiederum eine erhebliche Erl'öbima erfalwen, nachdem schon von Kriegsbeginn an wesentliä^ Preissteigerungen eingetreten waren, so daß der Aufschlag gegenüber den Friedenspreisen nunmehr etrva 130 vom Hindert beträgt. Auch die Preise aller übrigen zur Herstellung der Zeitungen erforderlichen Materialien und die Arbeitslöhne sind in ganz außerordentlichem Maße gestiegen. Es ist zu befürchten, daß infolge der neuerlichen Papierpreis- steigerung insbesondere^ den mittleren und kleineren Tageszeitun- gen daä fernere Erscheinen, das Durchhalten. nicht mehr möglich wird. Und dock> liegt es im öffentlichen Interesse, daß die gesamte Tagespresse eine Einschränkung nicht erfährt. Sie ist durchaus iwtwendig zur Aufklärung des Volkes, zur Beruhimmg desselben und zur Vertretung der gesamten Reichs und Slaatsütteressen, damit wir auch weiter durchhalten bis zu einem ehrenvollen Frieden. Die Reichsleitnna hat in Anbetracht der großen Wichtig- kir der ©nfie auf eine Anfrage verschiedener Reichstagsabgeord- neten erklärt, daß von ihr Verhandlungen eingeleitet lvordui seien, die die Uebernatnne einvs erheblichen Teiles des neuen Preiszuschlages ans Reich und Bundesstaaten zum Ziele haben. Eile rut dringend not. Großh. Regierung bitte ich deshalb, dahin zu wirken, daß die von der Reichsregierung eingeleiteten Verhandlungen tmiliM beschleunigt und daß gegebenenfalls auch seitens des hessischen Staates Mittel zur Verfügung gestellt werden.
Arrs Mttfc
Gietzen. den 29. November 1917.
Der Opiertag.
Trübes, mtßr>e'undliches Wotber mar dem Opfertage des Roten Kreuzes am 24. November befm-err. Wind und Regen wetteiferten, den jugendlichen Sammlern, die sich mit rührendem Eifer ihrer Tätigkeit Hingaben, da^ Amt erschweren. Um so erfreulicher ist das Ergebnis. 3168,35 M. wurden durch die Straßensammlung aufgebracht! Auch auf dem Lande war die Sammeltätigkeit rege, und allenthalben mar ein Erfolg zu verzeichnen. Selbst kleinere Orte brachten noch luunl>afte Beträge auf. So gingon in EckartSborm annähernd 204 Mk. ein, in Bergheun 130 Mk.. in Rutters-- hausen 122 Mk., in Schwickartshausen 104 Mk. und in 9tuppertenrod 74,45 Mk.
«
** A rn tl i c! e P er s o n al n achri chte n. Ter Großlrer.zvg empfing zum Vortrag: den Staatsminister Dr. p. Ewald, den Minister des F.mern Tr. v. H o m b e r a k z u B a cb, den (General- achutunen General der K-w. v. H a hn, den Vorstand des Kabiwstts Wirklichen Geheimerat Rom Held. — Ueberrragen wurde am 22. November dem Lehrer Johann Angele zu Marienborn, Kre s Mainz, eine Lebrerstelle an der Volksschule zu Astkeim. Kreis Groß-Gerau, dem Lehrer Johannes I l! y zu Ästhcim eine Lodrer- stelle an der Vottssctmle zu Marienbont.
** Anszcichnung. Dem Laudsturmnrann Earl Belz (Tapezrer. Rooustr.) rourde die Hessische Tapserkeitsmed.nlle vec- Uehen. -Seesoldat Heinrich Lather. Inhalier der Hessischen TLpserkecksmedaiile. erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
** städtischer E i e r v c r k a u f. Die Bezugsberechtig-' teil, d'.e bei der letzten Eierverteilnng auf die Eiermarke ftkr. 19 Euer nicht erhalten haben, kömren die ihnen zustehenden Eier tmnmehr gegen 'Abgabe der betr..Marken abbolen. Liehe Bekanntmachung im Anzeigenteil.
** OeffentlicheBersammlung. Im-Fürftenhoi sprach gestern abend an Stelle des in letzter Miilute verhinderten Reichs tagsabgevrdnetcm Dr. Wiener der Reiä>stagsabgeordnet7 Rektor Kopsch. Tie zahlreich erschienenen Hörer folgten mit Fm.'resse den Darlegungen. Ausführlic!-er Bericht folgt.
**D i c Grvßherzo-gin hat, wie letztes Fahr, wiederum eurer größeren Zahl erholungsbedürft cgc-r Stadtkiiwer in oen dafür sy günstig gelegenen herr,chiftliA>en Schlössen Seeheim, Romrod so. wie Möncbbruch mit unermüdlichem Eifer zu längerem Aufenthalt für Kräftigung der Gesmchheit per Holsen. Die hohe Frag wurde bei diesem mem^cnfrarnt4 ichert Unternehmen von einet Reihe Personen, vor allem dirrch hie Pft-egerinnen der Kinoer^ und durch besonderes Entgegenkvmnretr einzelner Lieferanten, in dankenswertester Weise rmterstützt. Die Geldmittel ergaben s^ ans Abschlußgeldern, welche auf den dem Großherzog gehörigen Jagden sür diesen Zweck gelöst wurden, ausserdem aus zum Test scht- großartigen Eieldspenden .von Herren, denen es zur de vndervy Freudc' gereich,w, derart so viel lautes im Stillen zu söraern. — Im Schlboß Seeheiin fanden seit 15. Mai dis 14. September 4 Mal je 39 Kinder aus Darmstadt. Maiirz, Worms und Offen» dach, insgesamt 156, aus je vier Wochen Unterkunft und Pflege Die Kosten betrug.'u für 116 Tage 8143 Mark. Im Schoß Romrvd wohnten mit Verpflegung vom 15. Mai bis 27. September 2 Mal je 20, 1 Mal 21, insgesamt 61 Kinder cnw' Offenbach, je 6 Wochen lang. Die Ansgaben beliefen sich für 123 Tage auf 4584 Mark. Fm Schloß Mönchbnrch fauchen ab 24. Juli bis 31. Oktober in vier Abschnitten von 3 l /> Wochen je 21, im ganzen 84 Kinder, vorwiegend aus Darmstadt, nebst 10 aus Ofrerchach. Unterkunft und Pflege. Die .Kosten betrugen für 99 Tage 4416 Matt. Es wurden außerdem im Interesse anderer erhdbmgsbedürftiger Knaben und Mfaxien aus dem gleichen Fonds 1206 Mark airsgelvendet. so daß die Gesaintausgab? daraus such für envähnten Zweck bei 301 Kin. dorn auf rund 18 350 Mark beläuft. Hocherft-eulicherweise 8ieb haben in 30s Wock'.m bis 10 Pfund zugenommerw die durchschnittliche Gewichtsmehrrorg der in Mönchbrnch untergeb rächten bv, trug zum Beispiel fürs Kind 5 Pfwrd innerhalb dieser Zeit, i
** lieber die Versorgung Lungenkranker mit Lebensmitteln witt> rms gejchjrieben: Der Staatsse kretjv des Kriegsernährungsarnts hat auf die Notwendigkeit der ausreichenden Versorgung aller derjenigen Lungenkranken hingvi wiesen, die zur Wiederherstellung oder Erhaltung ihrer Er- tv e r b s f ä h i g k e i t Jusotzlebensmittel nötig haben. Besrndew Rücksicht soll auch auf tuberkulöse Schwangere und auf Stillende genommen roerden. Anträge auf Zuweismrg von Zusatzleliens- mitleln sind auf vor geschriebene»: Formularen aus der Stadt Gießen an den Oberbürgermeister, aus de»: Landgemeinden des. Kreises an die Prüftmgsstelbe für Zusatz von Nahrnngsmittckn sür den Landkreis Gießen, Ost-Anlage Nr. 11 cKvmmunalverbanb,, cinzu reichen.
** D ie Goldankaufs stelle schreibt rrns: Das Kriegs bureau des Reichöbanchirektoriums zu Berlin fort eine Zusammenstellung gemacht, aus der rvir entnehmen, daß von den Städten bei* Deiltsst^n Reiches mit 25—50000 Eimvochrern 94 mit Goldw:- taufsstekken auSgesattet sind. Za- diesen gehört auch die Stadt We- ßen. Boe: ^er Gesamtemtvohnerzabl der' .04 Städte entfällt auf Gießen gerade 1 °/o. Der Anteil der 0K»ldankaüssstelle Gießen und der ihr angefchloffenen Hilfsstellen in Alsfeld, Gedern, Laubur Lairterlxich. Schl tz, Säw'ten N7rd Nlrichstem an dem (sesamterttv dt's (ÄoldschjMttckes- und Iuwelen.arcka::fs dieser 94 Städte von br Zeit der Gründung der Goldmüftufsstselle (1. Juni 1916 zst- 31. März l. I. beträgt 1.3 °/o. Ebenfalls je 1 °/o der Ge,ann- c inwohn erzähl entfällt auf 20 Städte. In: öffentlichen Intereg'e istz es unbediugL erforderlich, daß die von der Reichsbarik ausgegt'beneni Banknoten nröglichst stark mit Gold gedeckt sind. d. ti, daß d«? Reichsbank als Unterlage für ihrc'n Notenumlauf ernen möglich^ großen 6-oldbestand ft: den Küssen besi^st. Je stärker diele Deckung, desto starker der .Kredit der MichSbmrt'wte im In- und Auslande. Ta der stdotenumlanf unausgesetzt anschwillt, so muß es gelingm. den Goldbestand der Reichsbank stetig zu erhöhen. Es ergeht deshalb von neuem der dringliche Mahnruf der GoldaMrufsstelle nn bk Bevöbkerinrg: Lklles Gold dem Baterlmü»?
** E r n: ä ß i g u n g der S ch n e l l z u g s z u s ch l ä g e. Te- „Voss. Ztg." zufolge sind die Beratungen über eine Befeitigun-.i allzu großer Härten bei den Sckmellzugszuschlägen so lveit ge baelren, daß eine entsprechende Bekanntmachung demnächst zu er warten ist. Es handelt sich dabei nur um einzelne Milderungen. Eine allgemeine Verringerung der Zuschläge kommt nicht in Fmge.
** Was foften die W e i h n achts b aum e in diesem Jahr? Augenblicklich! kaufen die Frankfurter, Maftrzier. Wiesbadener, Offenbacher Händler nn Vogels borg die Weihnrchtt- bäume ans. Um alten Preistreibereien von vornherein die Spike zu bie^n, habe:: die Oberförsterreien sogenannte Rich,tpreise festgesetzt. Es werden abgegeben: Bäumick-en bis zu 1 Meter Hob' mit 30 Pfennigen, von 1—3 Metern .Höhe mit 60 Pfennigen mehr als 3 Metern Höhe mit 1,60 Mark das Stück. Gegen die Vorjahre sind die Preise ioohl in die Höste gegangen und sickenl den Forstbetrieben eine schöire Einnahme; ater man kann pt mit Recht gespannt sein, welch ePreise die Städter in diesem Jahr für ihren WeihnachtSbaum anlegen müssen. fW l
** Belohnung. Am Dienstag den 37. November 1917 nachmittags zwiscten 5 und 6 Uhr, wurde von einem Wagen cnnes hiesigen Spediteurs in der Alieenstraße vor dem .Hanse Nr. 13 ein rötlichdrauner Lederplattenkofser mit dem Zeichen ..SW 330^5 der etnw 1 Meter lang und zirka 30 Ztm. breit ist, und in dem sich ein Anzug, ein Paletot, Krawatten und Kragen b>" fanden, entwertet. Demjenigen, der über hon Verbleib des Mstrs und des Täters Auskunft yn geben vermag, wird eine Belohnung zngesicten. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige ckttuu nalPolizei entgegen.
** Warnun g. Seiten eines getvissen Friedrich Jolmsm in Hamburg, Mönchbergstr. 17, wird ein Bersahren, die Rüben geruch- und geichnrackteci -tt machen, da-^ sogenannte Berassiea! verfahren, zu je 5000 Mart angepriesen. Es handelt sich bei diesem Verfahren lediglich um ein AuÄaugeverfahren, wodurch die Nährstoffe entfernt werden und nur die Zellulose zurückblnbt. Die so bc handelten Rüben kommet: dann nur noch als wertloses Streckung- mittel für Brot usw. in Frage. Vor der Anwendung des John- feilschen Veriahrerks kmm daher nur geivnrnt werden.
vilder von der 2ll$ne.
i.
Man schreibt mrs aus dem Felde: Tie Schlacht hat tegvnnen.
^ Tie Reserven marschieren. Zn dem strömenden Regen marschieren sie in endlosen Zügen. Aus allen Straßen wälzt es sich heran, alles ist grau, einförmig, trüb. — Sic marschieren langsam, mit schweren Tritten, die starren Gesichter nach vorn gerechter. Es sind kampierpri^te Truppen, die sckwn an mancher Grobkampfhandlung tnlgenommen haben. Sie wissen, was sie erwartet dort vorn, wo es seit Tagen ununterbrochen donnert.
Ihre Blicke zeigen eine wundervolle Rute, ihre Haltung eine starke Gesastheit, Stolz. Willenskraft, eisenre Selbstdisziplin ist <un rhren Sttrnen geprägt.
Tie-Reihen 'hören nicht aus, immer neue kommen, marschiere::de Jnfantern kolonnen wechseln ab mit Geschützen urcd Bagagen.
Es will kein Ende nehmen. Und aus dem Zug der Oftauen stergt etwas empor, das sie alle eint, das sie trägt, das sie stark und fest macht, es ist wie ein gewaltiges, klares Licht, das djeser veerwurm ausstrahlt aus seinem Üden, grauen Einerlei — groß und allmächttg beherrscht es sie — es ist das Pflichtgefühl. Nicht Begenterung. nicht Rausch, nicht Kampesmut, es ist nur Pflicht- aesühl und m diesem Nur-Pslichtgeiühl steckt die ganze ungeheure Grötze oreser Menten, ihre moralische Ueterlegenh-it.
Auf der Straße hält ein Auto, daneben steht ein General, der Regenmantel flattert im Winde, und der Regen strömt auf sein wetterhartes Gesicht: und all die Kolonnen, die vorteinlarfchieren. hält er an. die großen ratternden Laftkrafttvagen. die die Sturm- komvagnnm beschleunigst an die Front bringen, und die kleinen flinken Auws der Ofsisiere. und nftt kurzen markanten Worten ruft ec es chnen *u: De, Durchbruch ift mißlungen, b.e Mauer steht unexicttUtert, fast überall ist der Ansturm das Feindes -er-
schellt, dort, wo er über die ersten Elruben hinaus vorgedrungen ist, werfen sich um diese Zeit unsere braven Truppen ihm entgegen, um :hn zurückznstoßen. Wieder ist die große Offensive der Franzosen. von der s'.e sich jo viel versprochen hatten, zufamnwngebrochen.
Die Worte greifen wie gierige Flammen um sich, in rasender Geschwindiglcit pflanzt sich die Nachricht fort. Das Starre aus dem Antlitz der Männer schwindet. Tie Augen l'"-* ’ u. stol und frei recken s ich au' und ; an t beginnt c> -- irgendwo — ei l \ aar aus der Masse fingen, das ^icb wächst und ans enu uiu» Soldatenliedern klingt Hubel und Fauchzeit.
So marschwren sie wnttr nach w>xn in den großen Kamps auf* recht und siegesgewiß. —
II.
Nackt. -Die Sterne verblasi-en schon,das Auto fährt die große Straße herunter, die Bäume ragen als seltsam geformter Schaitengebilde aus dem Nebel. Kolomnm komnien von voni zurück Fadkück>en, ^räcpwtrrrpps, Krankenfahrz.'uge. Das Auto huscht vorbei, nur Augenblicksbilder sieht man, unscharfe Umrisse, die plötzlich aus der Dunkelheit in das grelle Licht der beiden Autolam- W treten. Durch Dörfer führt man. in denen das Leben verstnmntt iü. r-niam starren die schwarzen Fensterhöhlen aus den gigant:- 'ftru iw.-n. elende Schutthaufen wollen erzählen, daß hier ein^ mal Mrnscken ihr Heim gehabt. Das unwirkliche Halbdunkel des mit der ringenden MorgengrtUdenö macht die Bilder noch
eindrucksvoller.
Bon: tmrzen am .Honzont die Leuchtkugeln, und das allgemeine Donnern löst sich allmählich in einzelne KräAge Schläge auf
Nun geht es zu Fuß roeiter, nicht auf der Straße, die aufgewühlt :st von mächtigen Trichtern. Querfeldein gebt es und dann dnrck'l den W^to. lvenigstens war eS eineinal Wald jetzt rageu rrur noch die kahlen Stämme in die Höhe. He »oeiter man kommt, destv »kehr crstarn das Leben, c* ist wie her einer Gebirgsmmi^.
rnng, immer weniger Grün ficht man. immer mehr Gestein, und j!chsießl:ch stt alles nur noch ein einziges iveißes Kreidefeld. M«v I klettert und springt von einem Trichter in den anderen über ätt" sallk-ne Gräben und durch zerschossenes Drahtverhau, wo man hin- tteht, alles weiß, Kreide. Kalk, in tvild zerrissenen Brocken Keil s-ras. keine Blmnee. Starr ragt dtt' lange Höhenrücken vor mt? <nil mein siete nichts mehr von Gräber, das ganze ist nur ch weißes Trichterfeld — unwillkürlich drängt sich der Vergleich mit einem zu ^tein gelvordenen Meer aus.
^^ ist das Kampfgelände, auf dem seit Wochen die Schlacht tobt.
or und dre Morgenstunden vorn im Graben. Wenn
I,^;ller:e auf berden Seiten schweig:, weinr sich das Feuer Maschtnengewepro und Minen.teruhigt hat. wenn die Leute t ter ^-ctenzartelt zurückgekebrt sind, und es nun so merkwürdig s ^ wüte und erschöpft, die Offizierc und Mannsctec lchlasen rn den Stollen« nur hier und da kochen sich einige Kaki an ten oabbenldteen stoben die Posten und starrer: unenn^gt das Vorgelände. Len State Helm haben sie mit Kreide beschmst stch von ten^lveißen B)den nicht abhebtt . . . An! ^ klebt der Kalk in großen Klumpen, die Stiefel statt m n \ »" l> schon sie aus. die stmnlMlen, still
'' o ^ denen niemand spricht.
Es nt io jt:lI. daß man jede Regung der Natur testen köim 5^7 urrgends stt mehr ein Fünkchen Leben zu finden, alles ist' idorven. inir dre einsamen Wächter trotzen dem Tod.
o t 111 über das Feld des Sterbens, über die Tri!NM Lebens, über die vereiste Itcttur d:e Sonne in maies^ tncher schonte:t und immer nneter neuer Pracht emtvr! - Däovgenstunden klingt lme ein stummes Bet das mftstergt zur ^sonne, zum herrschenden Licht-


