** Stadttheater. Für die heutige Uraufführung des PohlmaZm'schen Schauspiels „Das Recht auf die Frau" acht Ach lebhaftes Interesse kund. Cs ist daher sehr zu VecsrÄßen, das; ßjnc neuerlich drohende Störimg durch die Gefälligkeit eines Mitglied-:. gtiictticf> ab^ewendet werden konnte. Herr Lerch, der In- Haber- der Rolle des Dr. Stanislau im „Recht auf die Frau", erlitt, wie bereits gemeldet, vor einigen Tagen einen Armbruch, wird icher trotz fernem Unfall seine Ausgabe am heutigen Abend durch- Mren, um eine störende Unibesetznng abznwenden.
** Im Lichtspielhaus wird nur noch zwei Tage der Mm „Die Lieblingsfran des Maharadschas" vorgeführt. Siche Anzeige.
Im Hotel F n r st e n h o f, Großer Saal, findet Samstag den 1. Dezember Großes M ilit är-Streich-Kon ze rt zum Besten der Hinterbliebenen gefallener Krieger statt. Siehe Anzeige.
** Das Kreisblatt Nr. 195 enthält Verordnungen über: MuSfuhrreicl-en auf Zeitschriften, Hausschlachtungen, Aufenthalt in Bad Homburg v. d.H., Zurückserrdung der Benzolfässer, Pferde- aushebnng, Maul und Kllaneirseuche, Bekämpfung von Geheim- schlächternen. Wirtschaftliche BergelttmgÄnaßnahmcn.
Kreis Büdingen.
# Ober-W idders heim, 29. Nov. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapferkeit s Medaille, erhielt der (befreite Augirst^ Bach. — Lindheim. Tie Hessische Tapserkeitsmodaille erhielt der Gefreite Heinrich Schön hals.
4 Orten berg, 28. Nov. Eine in unserer Gemeinde vor- aenommene Hausse mm lung, die die Mittel für die Weihnachtssiebesgabensendung an unsere Ortenberger Soldaten aufbringen sollte, ergab 941,05 Mk.: außerdem wurden ctite Menge anderer praktischer Tinge im Wert von hundert Mark für unsere Soldaten gestiftet.
Kreis Alsfeld.
** Hvm be ry, 29. Nov. Feldtoebel Karl B orn, bereits im Besitze des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, erhielt die Hessisäie Tapfer- Seüs Medaille.
Kreis Friedberg.
= Friedb'erg, 28. Nov. Bizefeldwebel P. Auclaire Von hier erhielt das Eiserne Kreuz, 1. Klasse.
# Friedberg, 29. Nov. Das Ehreirzeichen für Kriegs- fürsorge erhidlden die Damen Elisabeth Ch e { ins, Marie Gaus, und Hotte Diehl. Dieselbeir sind an der hiesigen Volksküche ehrenamtlich tätig. — W e ckes h e i m. In 'voller Wstig- feü feierten heiüe die Wühelm Lindtl. Eeheleute, das Fest der (Goldenen Hochzeit. — In dem benachbarten D o r n - A s s e n- heim erhiett der Kriesittvalioe Robert Est, welcher am 25. Scp- -vember 1915 in der Ctiampagneschlacht schnxn' verwundet wurde und in .französische Gesmi-Fenschast geriet, das Eiserne Kreuz. Er wurde von Frcmckrevctz ans cpe tauscht. — Dauern heim. Das Eiserne Kreuz und das KriegsehrenzeLchen erhielt Karl W a l t h c r.
— Bilbel, 28. Nov. Dem hiesigen Ratsschiveiber Bergmann rourbe das Kriegsehrenzeichen verliehen. — Tie Söhne des Schneidermeisters A. Wh Schmidt wurden wie folgt ausgezeichnet : Otto Schmidt erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse, Theodor Schmidt die Hessische Tapserkeitsmcdaille.
Swrkenburg und ilihnnhessen.
** Darmstadt, 29. Nov. Auf die vom Oberbürgermeister Namens der Verwaltung und der Bürgerschaft dem Grvßberzog zuni Allerhöchsten Geburtstage übermittelte Glückwunschdepesche ist folgende Trahtantnrort eingelaufen.: „Habe mich über die treuen Glückwünsche der Verwaltung und Bürgerschaft meiner .Haupt- md Residenzstadt gefreut und danke herzlich dafür. Ewnst Ludwig."
ch Aus Rhein Hessen, 28. Nov>. Tie Ernte der Zuckerrüben hat ihr Errde erreicht rnrd die Zuckerfabriken haben die Abnahme abgeschlossen. In (Äirntersblu'm gelangten 30 000 Zentner Arck'rrüdeu zur Verladung. — Die Land nur te der Gegend von Eick) haben aus den Bohnen eine schöne Einnahme. Im vergangenen
Iohre stellte sich der Zentner auf 60 Mark, vor dan Kriege auf 15—20 Mart, jetzt aber werden 200—250 Mark angelegt. vesscn-Nastinr.
G. A. Frankfurt a. M'., 29. Nov. In den letzten Monaten sind auf dem alten Bvckenheimer Friedhose zahlreiche Verwüstungen an Denkmälern wird Anlagen verübt worixm. Ter Friedhof wird deshalb vom 1. Tezember ab bis auf weiteres an Werktagen geschlossen und nur Sonntags geöffnet. i
— Wiesbaden, 29. Nov. Die Unterfnchnng der Leiche der Frau Ehret durch die Gerichtsärzde brachte das überraschende Ergebnis, daß der Tod nickit 'durch die zahlreichen Messerstiche, die der Mörder seinem Opfer znsügte, erfolgt ist, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach infolge eines Herzschlages, der allerdings ans die gewaltige Aufregung, die der Ueberfall >des Mannes bei der Fr-au hervorrief, zurückzu führen ist. — Die Bluttat stellt sich, den neueren Ermittlungen der Polizei zufolge als ein kaltblütig überlegter Mordanschlag des Karpczak dar. Dem Mörder ist man seit heute auf der Spur. Karpczik hat Kompngniekam-eraden gegerrüber kurz vor der Mordtat erklärt, daß er eine „große Sache" gegen eine Bäckerfrau Plaue', bei der 1D09 Mark holen seien. Wenn die Frau sich, wehre, schlüge er ihr eins auf den Kopf. Man hielt die Reden des Karpczak für Ausschneidereien und legt ihnen deshckb keine Bedeutung bei. Einige Tage später lvustte man, daß es dem Burschen ernst mit seinen Worten gewesen war.
Fc. Vom Main, 28. Nov. Infolge des .ikwieges wird wieder im Spessart und in der Viaingegend Flache gebaut, den die Landwirte selbst spinnen. Aus einem einzigen Spessartort wurden daher vor einigen Tagen in Lohr bei einem Trachsler einhundert Spinnräder gestellt.
Oer,nacktes.
** Heidelberg, 29. Nov. Ter Bürgerausschuß bewilligte 200000 Mart für Errichtung einer Mittelstands kaffe zur Fürsorge für Angehörige des Mittelstandes, die durch den Krieg in Not geraten sind. _
Letzte Nachrichten.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 29. Nov. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.
Bayerische Sturmirapps holten östlich von Merckem einen Offizier fechSundvierzig Mann uid zwei Maschinengewehre aus den französischen Linien. Tagsüber lag starkes Feuer bei Poelcapelle und zwi'chen Becelarve und Ghelnvelt.
Oestttch von Arras erh h e Ar itler.etäügkeit.
Südwestlich von Eambrai ruhte gestern der Kampf. Zwi'chw Mocuvres und Bourlon, bei Fontaine u.d Creve- coeur war das Feuer Kküwcilig gesteigert. Auch Cambrai wurde von den Eng ä 'dcr.r be -os'eo. Kleinere Ver.eld- ^efechte brachten Gefangene und Ria chinen^eivthre ein.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Auf beiden Maasnfern lebte das Feuer am Nachmittag auf. Eigene Erkuudu -gen vee iefen erfolgreich. Bei D ieppe wurde ein französischer Vorstoß abgewiesen.
Oestlicher Kriegsschauplatz und Mazedonische
Front.
Keine größeren Kampfhandlungen.
Italienische Front.
Italienische Angriffe gegen unsere GebirgSstellungen auf dem Westufer der Brenta und auf dem Vlonte Tornbo scheiterten.
Der Erste Geueralguartiermeister Ludendorff.
Die Politik Hollands.
Haag, 28. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In der lMttgen Sitzung der Zweiten Kammer sagte Vtinisterpräsidont C o r t van der L i n d en: lieber allem anderen steht öas Interesse unseres Landes, das Fortbestzeheir unseres Vaterlandes, oer Wllle, nicht in den Krieg gezogen zu werden, lbebesr die Handhabung unserer Neirttalität in dieser Hinsicht ist die Regierung gcurz eines Sinnes. Jeder Ziveisel daran ist unberechtigt und außerdem eine Gefahr für rmser Land. Was die schwer voraus- rufehende Ziemst betreffe, so. komm ein Völkerbund .Aussicht auf eine internationale Abrüstung gewähren. Der Erfüllung dieser Idee stünden aber gewaltige Schvieriachüten im Wege, durch die man sich allerdings nicht abfchrecken lassen dürfe; denn der Weg $um Völkerbrrnd sei der einzige Weg zu einem dauerhaften Frieden und zur Erhaltung der Zivilisation. Für ein kleines Land wie Holland sei der Bölkerbimd ein Leoensintecesse. Man dürfe gleiche wobl, was Armee mrd Flotte betreffe, niH so handeln, als ob dieses Ideal sckwn erreicht wäre. Seine Weltmacht habe Holland vor dem Kriege l>ewahrt. lieber die NeirtralitätsPolitik sa^te der Minister: >B»n Anfang des Krieges an habe für sie der Munich nach Er-haltung der Neutralität im Vordergrund gestanden und sie lasse sich davon nicht abbringm, wenn die Ergebnisse auch anders seien, als sie erwartet 'habe. Holland sei von der Welt abgeschlossen unb l/abe schwere Lasten zu tragen. Trch^em habe die st Regierung stets an dem festgechältm, was sie als ihr R^cht gehalten habe und nach rechts und links strenge Unparteilichkeit beobachtet. Die Regierring habe für den Frieden getan, was möglich« gewesen sei.
Der s cb we i z e r i s ch e Gesandte habe mitgeteilt, daß dem schwedischen Gesandten zufolge die schwedische Regierung beabsichtige, die neutralen Staaten zu einer P r ä l i m i - narkonfererrz über die wir t s ch östlichen Fragen nach dem Kriege einzuberufen. Wenn Holland angegriffen würde, würde es sich, ohne nach den Machtverhältnissen zu fragen verteidigen. Aber abgesehen von Selbstverteidigung gehe es nicht in den Krieg. ^ .
Kassel, 28. Nov. (WTB. Nichtamtl.) Tie Krrmmalpolrzei hat heute einen 17jährigen Ober-Tertianer.dingfest gemacht, bei in einer der letzten Nächte den gemeldeten großen DieWahl wertvoller Kunstgeaenstcnrde aus Schlost Wilhelmshähe verübt hat. Ter größte Teil der gestohlenen Gegenstände ist wieder herbeigeschafft worden.
Abreise der Entente-Botschafter aus Petersburg?
Haag, 28. Nov. Der „Daily Chronicle" meldet aus Stockholm: Die hiesigen OZesandschasten der Entente treffen Vorbereitungen, um das Botschasterpinsonal in Petersburg aufzunehmen, falls es zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen der Entente und Rußland kommen soll. Mau glaubt, daß in diesem
t alle der englische, französische und belgische Geschäftsträger in tockholm einttessen, währerrd die Vertreter Amerikas und Japans vorläufig noch in Petersbrirg bleiben werdem . ,
Wie verlautet, wird die amerikanische Botschaft m Petersburg von einer starken Abteilung marimalistifcher Truppen bewacht, da die Volksstimmung gegen die Amerikaner sehr erregt ist, hauptsächlich infolge einiger Artikel der großen amerikanischen Presse, in denen die Russen mit der Kriegserklärung Amerikas bedroht werden, für den Fall, daß sie ihre Friedenspläne ver- wirklichen.
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