UAH« glicht eine große Bedenttorg für Jtallsn Indem ich .venWml,ck «lmnr-nos übermittle, lege ich Nachdruck darauf, daß ote tfym so wart wre nw-glich Folge geben."
. Aote aus London an den Minister des Auswärtigen
Oktober 1917 setzt die Unmöglichkeit einer Aktion der englischen Flotte auseinander. drrrch die die Lage rn der Ostsee hatte entlastet werden sollen.
Sqs dem Reiche.
Der BirndeSratSaus chntz für auswärtige Angelegenheiten.
M ü n ch e n, 27. Nov. (WTB.) Die Korrespondenz Hofs- mann meldet amtlich: Unter dem Vorsitz des Staatsministers von Dandl hat. wie bereits angekündigt, eine Sitzung des Bundesratsausschusses für die a u sw ci r tlgenAngelegenheiten gestern nachmittag im Reichskanzlerpalais stattgefunden. Im Anschluß an die Sitzung waren die Mitglieder des Ausschusses zur Tafel beim Reichskanzler geladen.
Die Gefangenen des Südens.
Von der italienischen Front wird uns geschrieben:
Nie haben GesangenensammÄstellen solch schwere Arbeit zu verrichten gehabt, wie die an der italienischen Schlachtfront. Sett Wochen sind nun die Leuth Kaum aus den Stiefeln gekommen. Tag und Nacht langten die Heerscharen ohne Waffen an, es mußte Ordnung in die zügellosen Herden gebracht werden, und dann ... die armen Kerle waren halb verhungert? Sie Nelen Über alles her, was nur halbwegs zu essen war.. Küchen- abfälle wurden verschlungen, und ein Wagen mit Rüben, der vor einer Küche stand, war seines Inhalts ledig, bevor die Wache jum Einschreiten kam. Ja, die Kräuter aus den Kriegs- teldern wurden ausgezehrt, und ein Italiener klettette über einen Zaun, um die Sonnenrose zu holen, die aus einem Stabs- gebaude geblüht hatte. Gespräche mit einzelnen Italienern, die gut deuttch verstehen, ergaben Tatsachen, die den Hunger der Leute begreiflich macken. Ganze Abteilungen wurden gefangen, die kern« Mmung von dem Borgefallckn-en hatten. Sie lugen zum Einsetzen in die geplante zwölfte Cadorna-Qssensive bereit und hatten noch keinen Schuß abgegeben. Plötzlich wurde die Verpflegung mangelhaft, und eines Tages blieb sie aus. Die Offiziere wußten sich nicht mehr zu helfen. Irgend etwas mußte geschehen sein. 2lber was . . .? Immer quälender rvurde der Hunger, und schon verschwanden viele Leute, die zu dem Feinde übertiefen und sich dort das Essen holten, das die eigene Heeresverwaltung nicht mehr lieferte. Mit einem Male kam der Be- rehl: L>etzt die Gewehre zusammen! Es wurde getan, und schon tauchten deutsche und österreichische Soldaten auf, die Gewehre wurden verladen, und die Mannschaft«: erhielten die Weisung, * n Marsch zu setzen. So wurden sie gefangen. Anscheinend machen die Gefangenen einen Sport draus, bei Vernehmungen die Erklärung abzugeben, sie seien des Krieges müde geworden, und wenn die große Gefangennahme nicht erfolgt wäre, so wurden fte von selbst gekommen sein. Die Mehrzahl der Jta'iener besteht aus blutfungen Bürschchen mit teilweise funkelnagelneuest Uniformen und gutem Lederzeug, das den Engländern schweres Geld gekostet hat. Mäntel haben sie selten. Meist tragen sie die kurze Pelenne. Nach Gefangenenaussagen sollten die Mäntel erst am 15. November ausgegeben werden, und das Vorstürmen der Verbündeten vereitelte diese Absicht. So wurden sie libernommen, in den nächsten Lausoleen gereinigt imd dann in langen Zügen „verlad«:", um über Oesterreich nach Deutschland gebracht m - Merkwürdigerweise hatten die meisten Gefangene,,
«iMlche, Barmittel. Biele bezahlten auch kleine Sachen, die sie kauften, m der Regel Zigarren und Zigaretten, mit österreichischem Gelbe Der lange Aufenthalt in dem Grenzgebiet unserer Verbündeten hatte dies bewirkt. Daneben verfügten die Gefangenen über außerordentlich große Mengen Kupsergeld. Ganze Taschen hatten fte voll kleiner Münzen in Kupfer, und wenn einer fünf Zrgaretten erstand, mußte er dem Verkäufer schon eine Handvoll MtUrzen ernhändmen. Das heiße Blut der Italiener ist auch m den langen Gebirgskämpfen, in der Zone von Schnee und Eis Acht abgekühll worden. Das bewiesen die Szenen, die sich beim Verkauf von Rauchwaren, namentlich beim Antteten zum Menage- empsang abspielten. Kameradschaft gab es dann nicht. Rücksichts- ws wurden die schwächeren Leut« beiseite gedrückt oder über den DMtsen gerannt, und mehr als einer, der unversehrt aus der Schlacht gekommen war, holte sich hierbei einen blutigen Kops Einen tieteu Einblick erhielt man durch die Aussagen der Gerangenen auch in die wirtschaftlichen Verhältnisse Italiens. Es neht m dem Lande der Zitronen keineswegs rosig aus, und die Soldaten klagen über einen empfindlichen Mangel au den notwendigsten Gebrauchsartikeln, die oft nur noch zu sehr teuren Preven M Hab«: iin^ Die Mehrzahl der Gefangenen nahm Lur Matt vor den Mund, wenn nach den inneren Zuständen Italiens gefragt wurde. Es gab nur eine Stimme: Wir sind woy.. endl"ch, herauszukommeii, und wollen gerne arbeiten' Drß dleWotte ernst gemeint sind, ficht man ihnen deutlich an Tat- fochlich Hai auch keiner einen Fluchtversuch gemacht. Alle freuten ttch der Fahrt nach Norden.
fcheid Grvßh. Oberkonsistorkums aus die Beschlüsse der vorigen Sh node lautet zu stimmend. Der Bericht des Dekanatsausschufses über das Jahr 1916, der gedruckt vorlag, gibt zu einzelnen kurzen Bemerkungen Anlaß.OWir entnehmen demselben folgende allgemeine wifsenÄverte Angaben über den kirchlichen und veligiös- sittlichen Zustand der Dekanatsgemeinden: In, den Ruhestand trat Pfarrer H allwi g-Kirch-Güns, gestorben sind die Äirchenvor- steher M ö hl und Schneider - Gießen und Gerhard -Stein- bach sowie Kirch«ü>rener Wagenbach - Gießen. Ter Kirchen - uiid Abend mahlsbesuch weist gegen das Vorfahr keinen besonderen Unterschied auf, die äußere Sonntagshciligung hat iin allgemeinen wenig Schädigung erlitteii. Zu beklagen ist fast in allen Gemeinden, daß die Katechismuslehre von erwachseneii Gemeindegliedern wenig besucht wird, was gewiß nicht in einem Uebermaß christlicher Erkenntnis seinen Grund hat. Getauft wurden 1058, konfirmiert 1245 Kinder, getraut 264 Paare, gestorben sind 676 Personen. Ueber- tritte fanden statt l aus der katholischem Kirche, 3 aus änderest Gemeinschaften, Austritte: 1 zur katholischen und 2 zu sonstigen Gemeinschaften. An kirchlichen Gaben entfallen aus den Kopf der evangelischen Bevölkerung des Dekanats 1,15 Mk. Der Gesamtbetrag der Gaben ist 69 503 Mk. Das Dekanats fest für die äußere Mission fand in Großen-Linden statt, das für die innere mußte aussallen. Dafür haben in 14 Gemeinden Predig tgottcksdiensta über die Krüppelfürsorge stattgdsunden, »velche der Vereinsgeistliche für innere Mission, Pfarrer M e m m e r t - Dermstadt, abhielt. .Kirchliche Gemeindeblätter bestehen drei, der „Sonutags- gruß" in 'Gießen, das „Kriegsbrot" in Lamg-Göns und der „Hei- matgrnß" in Treis a. Lda. Tie Fürsorge und Erziehungsarbeit, die durch den Vertrauensmann des Dekanats, Pfarrer Groth- Rödgen besorgt wird, ist urtter der: Kriegsoerhältnissen durch den Mangel an geeigneten Pflegeeltern und die zu geringe Pflegever- gütnng schwieriger geworden. Für die aus der Schule entlassenen Zöglinge wäre die Errichtung einer Erziehungsanstalt in Oberhessen in Aussicht zu nehmen. Für die Innere Mission sind eingegangen 3298 Mk. lieber den Personalbestand der Dekanats- sch-western ist keine Veränderung zu berichten; von den 6 Schwestern steht eine im Heeresdienst. Die Beittäge für den Gnstav-Adolf-Ver- ein haben w ieder eine Steigerung erfahren. — Den Hauptoer ha nd - lungsgegenstand der Tagung bildete der Vorttag des Medizinalstes Tr. M a l g e r - Gießen über „Die evangelische Kirche und dre Bevölkerungspolitik". Ter Redner wies auf den stmrdigen Rückgang der Geburten im Deutschen Reiche hin, der seit 1870 von 37 aus 27,5 für 1000 Personen gesunken ist. Dagegen ist die Sterbeziffer von 30 auf 15 herabgegangen. Dadurch gleicht sich seither der ^Geburtenrückgang einigermaßen aus. Ter Einfluß des Weltkrieges bringt dann einen wahrscheinlich sehr ungünstig«: Um- scl'.wung. Dazu kommt die Abnahme der ehelichen Fruchtbarkeit. Tos hat verschiedene Ursachen, die meist durch die Schwierigkeiten der Lebenshaltung veranlaßt »verd«:. Hiergegen gilt es init aller Mackt.anAukämpfen und durch Aufklärung auf die Gewissen zu wirten, damit die schlechte Moral des Ein- und Zwei Windersystcms tu ihrer ganzen Gefahr erkannt wird. Dazu hat die .üirche che erste Pflicht, denn „Kircker 'sind eine Gabe Gottes und Leibesfrucht ist ein Geschenk", sagt die heftige Schrift. An die von großer Sachkunde und tiefem religiösen Ernst getragenen Ausführungen schloß sich «ne .ausgedehnte Aussprache, die in der Annahme einer von Pfarrer Weber- Lang-Göns vorgelegten Ärtschließung gipfelte, u: welcher gesetzliche Maßnahmen gegen die Unzucht und staatliche Förderung des Familienlebens gefordert werden. — Zum stellver- ttetenden geistlichen Mitglied des TekanatsausschusseS wird Pfarrer B a r t h- Großen-Buseck mit 42 Stimmen gewäh'.t. Mit cinöm von Pfarrer Weber-Lang-Göns gesproclrenen Gebet wird die Synode gegen 6 Uhr geschlossen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 28. November 1917.
Synode des evangelischen Dekanats Giehen.
. tt Gießen, 27. November.
,_des evangelischen Dekanats Gießen
wirrde heute Nachmittag m dem Gemeindesaal der Markusge- merride dahier ab gehalten. Sie wurde mit einer von Pfarrer!
aus Grund von Hebr. 10, 36 qe- halLenen Andacht eröffnet, worauf der Vorsitzende, Dekan G u'ß- Kirchber^, bie Anwesenden willkommen hieß und der im etzben Zähre verftvrbenen Synodalen sowie der aus dem Felde der Ehre ^fallenen Gemeindeglieder mit ehrenden Wort«: gedachte, tn Eichen Weise anschloß. Tic zur Prmmu; stehenden Wahlen werden gerrchmigt. Der v« lesen« Be-
** Auszeichnung. Dem Schützen Oskar Jahn vvn hier 'früher Maschinensetzer in der Brühl'scheu Druckerei) wurde das Eisern« Kreuz verlieh«:.
** Beförderung. Gefreiter Gsorg Beimborn, der schon mrt dem Eisernen Kreuz 2. Klasse unb der Hessische Tapferkeits- medaille^ausgezeichnek ist, wurde zum Unt-evosfrzier befördert.
^" städtischer G e m ü s e o e r k a u s. Morgen, Donnerstag, vor- und :rachjn:ittag komm«: in der städtischen Gemüsi'ver- teilu::gsftelte, Brandplatz 3. Weißkraut, Wirsing, Rotkraut, Ober* kohlraben. Erd kohl raben, gelbe Rüben und Weistrüben zum Verkauf. Rotkraut wird nur 10 Pfund für ein« Familie verabfolgt.
** A u s k u u s t s e r 1 e i l u n g. Auf die Verorkml:ng des stellv. Kommanmerenden Generals des 18. Armeekorps im Anzeige,steil der heutigen Nummer lvird^hingewiesen.
. Tie G ü t e r a b fe r 1 i -f u u g teilt folgende Verfügung n,st: Zur Gewii:::ung von. böagen für Lebensmittel und Dü::ge- msttel :ft die Annahme sä'nftichw Frachtsttickgüter am Doimerstag d«: 29. und Freitag den 30. November einschließlich zu sperren. Eckige Lebensmittel sind auf den Eftgutvettehr zu verweis«:
. err** 3 V 1 n ^ ^ e Ö r - Mittwocli, 28. November, hat die
1. Abt. Instruktion, die 2. Abteilung Turnen. Sonntag,.
2. Dezember, findet keine Uebung statt.
** :ter c Einschränkung der Biererzeugung.
Durch eme Bekam:ttnachung des Bundcsrats vonl 20. November :st d:e Malzzuweifung an die Brauereien im neuen Konting-cnstiahr auf zehn vom Hmchert, für die Brauereien in Bayern rechts des Rhe:ns ans fünfzehn von: Hundert festgesetzt worden. Da die Zu- tv«sung :m abgelaufenen Jahr 25 bzw. 35 vom Hundert betrug, bedeutet die Feftsetzung eine weitere. Einschränkung der Bierher- ftellung, dre nach der gesamten Ernährungslage nicht zu unlgehen war. Aus d«l 10 vom Hundert und> 15 vom Hnndert muß der Brerbedarf des Feldheeres und der Besatzunastruppen, sotoie der Ruftungsarl>e:ter in erster Linie gedeckt werden. Hinsichtlich der Brerveriorgung der übrigen Zivilbevölkerung wird sich die Ein- fchränkilng stärker fühlbar machen.
Ein Höflichkeitserlaß des Kri e gs m ini st e rS. Knegsminrfter v. Stein lwt an sämtliche ihn: unterstellte Dienststellen folgenden Erlaß gerichtet: „Jeder einzelne im Volk trägt an der Not t^es Krieges. Memand soll ihm die Last unnütz \j?t* großen,. Das geschieht aber, wenn die Dienststelle,: im Verkehr
mit dem Publikum dem G«'uchsteller mcht in schneller und höflicher Art helfen, sondern den Verkehr zur Quelle von Mlßhelligkeitett und Mißstimmungen machen. Wer so handelt, schädigt das Vaterland und zeigt, daß er seiner Aufgabe nicht gewackyen ist. Persönlichkeiten. die auch nach erfolgter Belehrung sortsahren, ihren.- Mitmenschen in dieser Zeit das an sich schwere Dasein dürch ihx Benehmen noch zu ersäpveren, dürfen an diesen Stell«: nicht geduldet werden. — Dieser wahrhaft herzerfrischende Erlaß dürfte auch an mst>er«: Stell«: nachahn:enswert sein. Ohm zurzest drv- jenig«: n«men zu woll«:, denen er besonders an das Herz zu legen wäre, sei d-och festgesteltt, daß sich auch in Meßen Stellest finden, in denen gegen denselben stark verstoßen wird.
** Reisebewilligung nach Oesterreich-Ungarn. Ab 1. Dezember d. I. treten verschärfte Bestimmung«:, betreffend die Erteilung des 'konsularisäZen Sichtvermerks an Ausländer ohne Unterschied der Staatsarlgehörigkeit für Reisen nady und durch Oesterreich-Ungarn in Kvaft. Zur Erteilimg dieses Sichtvermerks ist daS persönliche Erscheft:en der Reisenden bei der örtlich zuständigen österreichiich-nngarischn: Bertretungsbehörde unerläßlich Dir vorher einzickeit«lden Erhebiu:gen über die dLollvendittkest d«: Reise werden längere Zeit in Einspruch nehm«:, so daß Reisenden empsohv len werden muß, sich inöglichst früh wegen Erteilung des Sichtvermerks v>orzustell«:. Ausnahmen könn«: :rur in ga:^ besonders dringend«: und berücksichitigiurgswert«: Fällen gemacht werden. Tie Beurteilung, ob Dringlichkeit tatsächlich vorliegt, steht einzig den Bertrettnrgsbehörden zu.
** S tadttheater. In der morgigen Uraufführung (ans ei::ige Anftag«: sei an dieser Stelle erwidert, daß der Ausdruck „Uranssübrung" sich als kürzere Fassung für „überhaupt erste Aufführung"^ emgebürgert hat) des Pohlmannschien Schauspiels „Das Recht aus die Frolu" wirk«: u-eben dem Gast vom Neuen Theater in Franisurt sämtliche Herren des hiesig«: Personals mst: mit größeren Ausgab«^sind betraut die Herren Feigst, Wenzel, Stengel, Goll, Volk, Steinmeyer, Falken, Lerch, Borchardt: größer« D amen rollen l ieg en in den 5)änden dar Frl. Dörr und Wossidlo. Die Spielleittmg führt" Hoftat Sbeingoetter. Nochmals sei erwähnt, daß diese auf d«: Donnerstag verlegte Vorstellung als 8. Freitags- Abonnem«:lsoorstellm: g zählt. i
, ** Im Schwarz-Weiß-Theater. Selterswesi 81. wird auf vielseittgen Wunsch vm, Mittwoch ad bis eirrschließttch Freitag das obei'bayeriscke Gebirgsdrama „Ter Meineidbauer" in einem Vorspiel und 4 Akten vorgesührt. Mit einem Lustspiel schließt das gutgewählte Programm.
Landkreis Gießen.
^Klein-Linden, 28. Nov. Dem Pionier Fri^rrrch Jung von hier, der schan mit der Hessischen Tapfepkeitsmedaille au2- gezeichnt ist, wurde:mter gleichzeitiger Besörderrmg zum Gesreitar das Eise«:,' Kreuz II. Masse verliehen.
** Lollar. 28. Nov. Der Ortsausschuß von; Roten Kreuz und für Kriegshklft komrte dem Landesverein vom Roten Kreuz in Darmstadt^ die Summe von 840 Mk. für vier Weihnachtskisten an unsere Feldgrauen des 18. Armeekorps überweisen. Zwei Weihnachtskiften tvurden gestiftet von den Buderusschen Eisenwerken, eine von der Gemeinde und eine von dem Ortsausschuß und der Schule, aus dem Erlös von Sammelgegenstärft)«:.
* Rodges. 27. Nov. Tie in Nr. 268 des Gießener An- z-ei;^ers vom 14. Nov. 1917 verössentliclste Notiz über die Abnahme der Kirchenglockei^ bedarf einer Berichtigung. Tie Baben Glocken wogen nicht 18, sondern ungefähr 8 Zentner. Auch brauchte bei der Abnahnw nur ei,: schwaches, aus Backsteinen in gewöhnlichem Kalkmörtel hergestelltes Kreuzgewölbe von etwa 1 Quadratmeter Größe entferrtt zu werden.
^ ** Röth ge s^28. Nov. Heinrich Kah und Frau Katharina
fe:erten am vergangenen Sonntag ihre Silberhochzeit.
** Ruttershausen, 27. Nov. Die KvnftrmandenmDcheNi unserer Gemeinde sammelten nach dem Erntefest einige Körbte Aepfel in der Gemeinde für die verwurüwt«: Soldaten. Sie braästen einen Teck nach Gießen imd verdeckten sie im Reservelazarett II urck im evangelisch«: Schwesternhaus an die tapferen Feldgrauen. Ter Rest wird zu Weihnachten Nachfolgen.
** Steinberg, 27. Nov. Dem Fahrer Gefreiten Karl Hirz III. rvurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
[1 Watzenborn-Steinberg, 27. Nov. Am Totenftst wurde in unserer Kirche die Gedächtnis^eber für die Krieger aus urrscrer Gemeinde gehalten, die seit Pfingsten dieses Jahres d«t Heldentod fürs Vaterland ertitben. Es sind dies: Karl Buß von Watzer:born, Heinpich, Ludwig S ü ß m u t b von Steinberg. Unteroffizier 5>ermann Philipp von Watzenborn, Tambour Ludwig Harnisch von Watzenborn. Karl Fink von Watzenborn, Ernst Philipp von Watzenborn, Gefteiter Karl E i f f von Steinberg, Ludwig Wall bott von Steinberg, Pionier Karl Jung von Watzenborn, Gefteiter Lichwig Stuser II. von Watzenborn. Die Zahl der Gefallenen aus unserer Gemeinde betrügt nunmehr 48. Dazu komnven 8 Vermißte: Ludwig Reitschi m i d t, Karl stZ h i l i p p, Friedrich S ch m a n dt, Otto. Stuhl, Georg Philipp, Emil Schmitt, Karl Bürger- Karl Fett.
Kreis Büdingen.
# Echzell, 27. Nov. Tie Hessische Tapsei^eitsmedmÜ^ ftüher das Eiserne Kreuz, » erhielt der Musketier Nuppel. — Nidda. Das Eiserne Kreuz erhielten der Ersatz-Reservist Karl Schneider und!der Bizefeldtvebel Ludwig Beibett, die Hessische Tapferkeftsmedaille der Gefreite Erich Leopold. — Ran« stadt. In einen: Franfsurter Lazarett starb nach schtverer Kranke Heft der MEetier Heinrich Bernhard. — Rob rba ch. FürS Vaterland starb bei einem Sturmangriffe der Jäger Friedrich Krau 1, Inhaber des Eisernen Kreuzes.
e. Kreis Büdingen, 28. Nov. Grenadier Hch. Schönhals vm: Lind he im erhielt die .Hessische DapftrkeitsmedaillL.
— Mit dem Eisern«: Kreuz 2. Klasse wurde der Musketier Peter K a l t e n s ch n e e von L o r b a ch ausgezeichnet. — Kanonier Pe- trie in Von hausen erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.
— Dem Füsilier Fritz Meininger von Mittelaründau wurde zur Hessisch«: TapserkeitSmedaille das Eiserne Kreuz 2. verliehen.
Kauft «ni» Wissenschaft.
or -Nove ber-Äusstcllung bei Schulte in Berlin. T-k. gefchrieben: Das Interesse des kauf-
krasttgen Publlttuns für Bilder, Skulpttlren m:d Mmstgeiverbe, das wahrend bes Krwges einen so starten Aufschwung erlebte ist noch immer m swtigeu: WäckOtzum begriffen. Auch die mittelgroßen.
i K ^«'stlüücn folßen dieser Strömung durch mark midtai und regen AudsEmiMvechsel. Gleichzeitig vec- ^ llch die Zahl dmer Unternehmungen, und neuerdings wird de r^ Ber liner Westen in dreier .dinsicht bereichert. Aus dein L,w° furs^ndamm z. B. erofsnrte Neumann einen geichmackEm iladri, s. mmr erne neue Midichener K'unMandluug uss' dieser Envmcklung ist erfreu,ichermeisc nicht eine über. »*?$< ..Hbraujuchtimg des Wenden, und „Krieasgenrinnler,
aÄ de^'Nudercrseits ab,-r blecht amp der Duwft wtttl^, gwtzen Formats nrcht allzu viel Plan daöer arMnvrge Durch,ckm:t: äll«:thalben d«: verftigbar«: Kaum E logische An-smitzung ^r Konjmcktur. Mttttllverte :n d^em ^rnno werden letzt auch in d,m großen Unternehmung«: geboten, und so ch die Noirember-Ausstellung der
i? a J0L lC .^ u cinem gewiss«! Grade de: Auf
druck des Legauvarttgen Zu.vaickes. Das Bildnis ltttt di^mal n-
rück, und Laichschaftlichem Platz zu macken
beanspruchen. Em zwar nickst bmmn'l- d^undcs und verantwortungsbewußt f'ttebeu ^s ^lem mnd nnen e:gen«: 'Ausdruck' für Landschaft^ dft durchaus ckyllffch gafehen :md mrt einer vornehm .vä,mrdm TeckÄ erfaßt smd. I. Dreydorff \)t am besten, nwui er nnrnnX.
SS nianrfvr versbnlich gÜtrmnne
Mkn er futz <tts Landfchafter entaift:en, um hier und da ftackker, .dann.aber wdeder z:«nl:ch schulmckchg zu werden. SM
g^chmackvoll, wrvvg gesehen, aber ,nchr invimduell iTrfboim
S*.-^ JbMxn. von Paul Horst-Schul zc. - Es ist im €m ..^rtlchrftt, daß man nicht utthr so häufig in Berlrn duvch Miswuchse wirrer Ueber-Maler erschreck: wird Mer ttitt E allmählich ein starres Gleichmaß «n-
Ahreck l>at ftch! ':n höchste Anerkennung verwandelt, und d:c hohen Pveye des ^etzt sollt«: nicht die'Zukunft verderben.
^? ilu anthropologische Messungen an hJr\ e n%t!} } L Cn ' ^ Anregung der Wiener Antttto-
Ä -^>'-'ll,chaft von ^fi. Pöch mrtevnomm.m«: anthropolo^ au Kriegsgefangenen aus dem Osten konnten -OiIK- von zw« ^jueiiervn Subvmtion«: von 8000 Kronen fvrtgesichrt werden. Nunmehr liegt der dritte Bericht über die ^ ^ Vl - Kriegsgefangenenlageri: gemoschten Studien'
! ;r> f Naturwuientchafttn die.wichftgst«: Einzelheiten ent nihineu. Im tt- und K. (stesangeuanlager tonnte die ckahl der frulier gemesseiwm Georgier oder Grusiner imi 143 auf 797 erhöht netben bie der Armem«- von 114 aus 151, die der östlich vom Ur°- lst^ndo» Baxhlirsg m», blt <mf il»4.'Ti,' Unter'uchu»«" begoeckken :n der ^Hauvts.:st'!?, „Tywm" aufzustellen, es galt also aus der M isch Bevölkerung Individuen ^wauszufinden, roelcke die D?-^^nelem«ttr an: reinsten in sich vereinigten Dw Beobach-ttmg«: wurden durch die Ai:szeichl:ung aller .Heimrts-
lf ^ • S - anb ^ Marh ' erleichtert, und mau stellte
bM. ßZl bre Gefangen.'n^ z:enft:ck gl eickmäßig ans das aanze bh ' ^aimwrm wurde diesmal ein semZns mhrlickeo Nafenschema aufgestellt. Für die Photographisch«: Ani nahmen. d:e ittts be: gleicher Entfernung, Beleuchtung und Be
benutzte man einen Bertillonscheu m ? u bei beit Untersuchungen auch die ^s^koplscke Pbotograptiu' e:n. Mit Hilfe einer von Pöch er fundene.: Gipsabsornnmgstecknik »mürben gan^ Köpfe FüßV
Vande mtb Ohren abgefornu Dia Eraebnifte Js'
cndgiftttg«: Mschlutz bekmmt gegeben, doch wird betont, da^
bisher selten eine für die Erdorsch»m^ lebender Volker so bvs deutungsvolle anthropologische Arbeft gBsoisveü werden konnte.
" Ein Manuskript vonPaul Gauguin. Im forn«, ntcitben wionat gelangt bei Pcuft Graupe in Berlin eine literansftt w:e künstlerisch ungewöhickich interessante Handschrift zur Ber- ftetgermig. Es ist dies, wie tvir einem Berichte von W. Kurth n: dem Seemannsch«: „Kunstmarktt' entnehmen, eine zweihundät Großquartseiten umsass«cke Handschrift von Paul Gauguin, die dwser für die neuestt Entwicklung der Malere: so bedeutende Künstler mit 30 ganzseittgen'Handzeichnnngen geschmückt hat. Die Vandfcknft ist von (Maugnin auf Tahitt im J«nuar »md Februar .130.>, letnem Todesjahre, verfaßt worden, als eine Sturmflut ihn ™ abgeschlossen hatte. Das darin niedergelegte
Werk fuhrt den Tftel „Avant et aprsts" — das will sagen: vor urid nach Tahiti, nach einer Welt bitterer Erlebnisse und harten Rtngens^und vor einer Welt fteudiger Arbeft, reif«: Glückes und innerer Sickierheit. Seinem Charakter::ach ist das Werk »veder ein Roman noch «gentlick, Erinnerungen, eher „Bekenntnisse" im .nouifemtfckxtn <5-imu'. Eine menschliche Urftmde bilden die Seiten, auf denen er das Zufammenleben mit Van Gogh in Arles schildert: die schuld an beffeit geistigem Zusammenbruch lehnt (Zlaugniu ruhig ab. Seine Urteile über Km:st lauten klüger als die Van Goghs: auch steht er der: mcheren Kinfft«:. Literatur und Theater, verstehend gegenüber und weiß seinen Gi'danken starke Form zu geben. Es ist ein Blicks daS aus allen Seiten bekennt, daß es — fentö ist, aber fein tiefer Inhalt, der doch in allen Dingen die Terion des >ttvrstlers offenbart, macht es dock zu einem Bekennt-- uiffe. Gaugnm zeigt sich von ernster Aufrickstigkeft. Er schildert feine geifttge Errsteuz und sein Leben aus Tahiti, das an Tieft ,^hr gewinnt, und zielst Vergleiche nnt der zivilisierten Bemerkenswert ist übrigens die Duldsamkeit, die er den verschiedensten ttnnsttheori«, entgegenbringt: er will alles geltrN Ä'ftS fltr die ttftmst, die Kimst jüvö Leben und
Kmftt fürs Gefallen!


