Ausgabe 
13.11.1917 Erstes Blatt
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2. An die Truppen St. Petersburgs.

Die der ruhmvollen Revolution und dem Lande treuen Truppen der Front sind ait die Hauptstadt herangekommeir. Danrit kein un­schuldiges Blut vergossen iverde, verhaftet diejenigen, welche euch betrogen hcchen und welche das Land verderben und verraten. Da­mit murr wisse, welcl-e Regimenter ihrer Pflicht treu sind, entsendet Delegationen zu den annrarschierenden Truppen der Front.

Der Rat des allrussischen Komitees zur Rettung des

Landes und der Revolution, .Kommissar des Petersburger Militärbezirkes M a l ews k i.

3. Landes- und revolutions treue Truppen, voller Eintracht nrit dem Rate des Verbandes des Kosaken Heeres und mit,allen demo­kratischen Organisationen, haben gestern Zarskoje Sselo nrrd die riiadio-Telegraphen-Hauptstation besetzt. Die Ausrührer ziehen, sich in ungeordneten .Haufen nach Petersburg zurück, liegen auftre­tende Plünderer und Gewalttäter wird mit den entschiedensten Mitteln vorgegangen werden. Die mit geraubtem Gute, gefangen Genommenen werden aus den: Orte des Verbrechens sofort er­schossen, die des Aufruhrs Schuldigen iverdeu dem revolutionären Militärgericht übergeben.

4. An die Arinceorgcmisationen und Kommissare.

In Petersburg wird die Empörung gegen die Bolschewiki immer größer. Heute kam cs zu offenen Auftritten gegen sie. Auf denStraßeu fern es an verschiedenen Orten zu Schießereien. Der Fernsprecher ist von Juitkern und von dem allgemeinen Arnreeansschütz besetzt, tvelcher die Wachen der Bolschewiki verdrängt hat. J!n Moskau ist die Rote Garde geschlagen. Gegen Wend wird Kerenski vor Peters­burg stehen. Dre Verbindung mit ihm ist her gestellt. Eine Dele­gatton des Komitees zur Rettung fort sich zu Körenski begeben. Die Beendigung des Abenteuers der Bolschewiki ist eine Frage der näch­sten Tage und Stunden. Für seine möglichst planmäßige Beendi­gung ist der Zusammenschluß der Demokratie und des allrussischen Ausschusses zur Errettung des Vaterlandes und der Mvolutton notwendig.

Der Kommissar des H öchstkomMandiereniden. Das Kriegspresseguartier bemerkt dazu:

Alleni Anschein nach wird in und um Petersburg zwischen den Anhängern beider Parteien blukrg gekämpft. Die russische Marine steht völlig, von der Landfront weitaus der größte Teil aus der Sette der Bolscherviki.

Stockholm, 12. )tov. (Sv. Tel-Byr.) Ein Gerücht null wissen, eine hiesige Gesandtschaft h^be ein Telegramm aus Pe­tersburg bekommen, das erzähle, ein blutiger Kampf habe zwischen Truppen intix Bolschewicki nahe der .Hauptstadt Itattgefunden. Kerenski will Sieger sein.

Stockholm, 12. Nov. Tie vonr Telegramm Bvran ver­breitete Meldung über eine Schlacht zwischen den Bolschewicki und den Truppen Kerenskis stammt wahrscheinlich aus der englischen Gesandtschaft. Die Schiacht soll 10 Kilometer von Peters­burg entfernt geschlagen worderr sein. Fahnenslnchlige der Bol- schewukitruppen sollen in Petersburg erzählt haben, Keren s ki habe gesiegt und alle Minister der alten Adegierung außer Tereschttchenko und Konowelow seien wieder befreit worden. Außer­dem soll sich aus der Stadtverwaltung, den Menschewicki, den inter­nationalen Sozialisten und den revoluttonären Sozialdemokraten ein Wohlfahrtsaus schütz gebildet haben, den die Botschafter der Entente anerkannten. Maxim Gorki's LeitungNowaja Shisn"

' soll von den Bolschewicki abgeschwenkt sein.

London. 12. Nov.Central News" melden: Nach einem drahtlosen Bericht aus Haparanda verfügt Kerenski ü8cr eine Armee von 200000."Mann, die ihm unbedingt er­geben ist. Die Kosakenregimenter in Petersburg sollen die Partei HwenÄkis ergriffen haben und in den Straßen der Hauptstadt soll eine regelrechte SMacht im Gange sein. Die Garnisonen mili­tärisch wichtiger Plätze haben dem revolutionären Militäraus­schuß telegraphisch ihre Unterstützung zugesagt.

Das Zriedensangedot der Arbeiter- und 8oldatenräte.

Peter sb irr g, 12. Nov. (WTB.) Meldung der Petersburger TÄegvaphen-Agentur. Der Kongreß der A r be i t e r - u n d Sol­datenräte hat die Bedingungen für einen Friedensvor­schlag angenommen.

Er erklärt: Die durch die Revolution vom 6. und 7. November geschaffene Regierung der Arbeiter und Bauern, die sich auf den Arbeiter- und Soldatenrat stützt, schlägt allen Regierungen der .Kriegführenden vor, alsbald Besprechungen über einen gerechten demokratischen Frieden zu beginnen. Tie Regierung ist der Ansicht, ' daß ein gerechter demokratischer Friede, der von der Mehrheit fcev Arbeiterklassen aller Lander erstrebt wird, die durch den Kiiee, erscköpL und ruiniert sind, der Friede, den die russischen Ar- > beiter und Bauern nach dem Sturze der Monarchie gefordert!! haben, ein soforttger Friede o h n e A u n e x i o n e n, d. h. ohne ! widerrechtliche Aneignung fremden Gebietes und ohne gewaltsame Eroberung fremder Nationalitäten, ein Friede o h n e Kontri­butionen sein nultz.

. Tie russische Regierung schlägt allen' Kriegführenden vor, so­gleich einen solchen Frieden zu schließen, indem sie sich bereit er­klären, unverzüglich alle energischen Schritte zu tun, bis zur end­gültigen Billigung aller Bedingungen dieses Friedens durch die Bevollmächtigten aller Länder und aller Nationen.

Unter Annexion oder widerrechtlicher Gebietsaneignung ver­steht die Regierung nach dem Rechtsbewußtsein der Demokratie im allgemeinen und der Arbeiterklassen im besonderen jede Annexion einer kleinen.und schwachen Nationalität durch einen großen und mächtigen Staat ohne Zustimmung dieser Nationalität und unab­hängig von bem Grade ihrer Zivilisation und ihrer geographischen Lage in Europa oder in jenseits des Ozeans gelegenen Ländern. Wenn irgend eine Rccherung von irgend einein Staat gewaltsam sestgehalten wird und wenn ihr gegen ihren Willen, wie er in der Presse oder in nationalen Versammlungen oder in Parteibeschlüssen oder durch Auflelmungen und Erhebungen gegen die Unterdrücker zum Ausdruck gelangt, das Recht zu allgemeiner Abstimmung ver­ringert wird, wenn man sich ferner weigert, die Besatzungstruppen zurückzuziehen und der Bevölkerung nicht das Recht zugesteht, ihre politische Regicrungsform einzurichten, so ist ein solcher Zustand Annexion oder widerrechtliche Aneignung.

Tie Regierung ist der Ansicht, daß eine Fortsetzung des Krieges zu dem Zwecke, die schwachen Nattonen unter den reichen und mächttgen Nationen zu tetten, ein großes Verbrechen gegen die Men schlich-eit ist. Daher verkündet die Regierung feierlich ihpen Entschluß, einen Frieden zu unterzeichnen, der unter den er­wähnten, für alle Nationalitäten gerechte Bedingungen diesem Kriege ein Ende machen wird.

Gleichzeitig erklärt die Regierung, daß die erwähnten Be­dingungen nicht als endgültig betrachtet werden sollen, d. h.: Die Regierung ist damit einverstanden, alle anderen Friedens­bedingungen zu prüfen, sobald sie nur daraus bestehen. daß diese Bedingungen sobald wie möglich von jedemKricgführ enden vorgelech werden und daß diese Bedingungen durchaus klar, ohne die geringste Zweideuttgkett und ohne jeden geheimen Charakter seien.

Ihrerseits unterdrückt die Negierung jede Geheimdiploniatie und bekräftigt ihren festen Entschluß, die Friedensbesprcchungen offen vor der ganzen Welt fortzusetzen und zur Veröffentlichung aller g e h e i m c n V ertr ä g e zu schreiten, die von der Regierung der Großgrundbesitzer und der Kapitalisten seit Februar bis zum 7. November 1917 gebilligt oder geschlossen worden sind. Die Ne­gierung erklärt den Inhalt dieser Geheimverträge für null und nichttg, .soweit sie, wie es in der Mehrzahl der Fälle geschieht, die Arten von Begünstigungen und Vorrechten den Großgrnnd- besi^rn und Kapitalisten zuzugestern suchen, indem sic die von den Großrussen gemachten Annexionen aufrechterhalten oder vermehren Indem die Regierung alle Völker einlädt, sogleich Friedens­verhandlungen zu. 'beginnen, erklärt sie sich ihrerseits bereit diese Vorverhandlungen durch schriftliche oder telegraphische Mitt teilungen sowie durch Besprechungen ztvischen Vertretern der ver­schiedenen Länder: oder durch Konferenzen mit den genannten Ver­tretern zu verwirklichen.

Um diese Vorverhandlungen zu erleichtern, tvird die Re­gierung Bevollmächtigte in den neutralen Ländern er- 'rermen. Die Regierung -schlägt den Regierungen aller krie.,führeit* ben Länder vor, sogleich einen Waffenstillstand zu schließen

Sie glmckt ihrerseits, daß dieser Waffenstillstand für d r e i Monate geschlossen werden nruß, welche Zett genügen würde, um die Ver­handlungen zu einem guten Ende zu führen. Sie schlägt ferner vor, daß die Vertreter aller Nattonen oder-Nationalttäten, die in den Krieg hineingezogen sind oder ihn über sich ergehen lassen mußten, an den Friedensbesprechungen teilnchmen, und daß eine Konferenz aus Vertretern aller Nationen der Welt zur endgültigen Bttligung der ausgearbetteten Friedensbedingungen zusammen­berufen wird.

Indem die vorläufige Regierung der russischen Arbeiter und Bauern diese Friedensvorschlägc den Regierungen aller krieg- führenden Länder macht, wendet sie sich insbesondere an die Ar­beiter der drei zivilisiertesten und am tävigsten am gegenwärtigen Kriege teilnehmenden Nationen, nämlich England. Frankreich fand Deutschland. Die Arbeiter dieser drei Länder haben der Sache des Fortschritts und des Sozialismus die größten Dienste erwiesen, nämlich durch Einrichtung der Charten in England, durch die große Revolution des französischen Proletariats und den heldenhaften Kamps der deutschen Arbeiter um ihre Organisation. Mle diese Beispiele geben die Gewähr, daß hie Arbeiter dieser Länder die Probleme begreifen. die sich vor ihnen erheben, Pro­bleme der Befreiung der Menschheit von den Schrecken des Krieges, und daß diese Arbeiter durch ihre mächtige Tatkraft voller Selbst­verleugnung uns helfen werden, das Werk des Friedens zu, Ende zu bringe^ und dle Arbeiterklassen von Ausbeutung zu befreien.

Die gegen Kerenski erhobene AnNagc.

Berlin, 13. Nov. T>emSeeolv" züsotge lastet die gegen Kerenski erhobene Anklage >der maximalisttschen Negierung ans das Verbrechen der Annahme persönlicher Gelder für Staats handln n gen f remder Mächte, auf Landes­verrat und fortgesetzte Handlung-en gegen die Interessen Ruß­lands und ider Armee.

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Gerüchte in Kopenhagen.

Berlin, 13. Nov. In Kopenhagener politischen und finan­ziellen Kreisen tvaren gestern dem L. A. züfolge hartnäckige Gerüchte verbreitet, daß der Abschluß eines Waffenstill­standes zwischen Deutschland und Rußland nahe beoorstehe. Dies hatte an der Börse bedeutende Steigerungen der Wechselkurse 'zur Folge.

Englischer Bericht aus Aegypten

vom 9. November.

Unsere berittenen Truppen sind jetzt schnell vorgerückt, machten weitere 400 Gefangene und ^erbeuteten 10 Geschütze. Askalon ist durch Infanterie und Arttllerie besetzt. Tie Zahl der erbeuteten! Geschütze beträgt schon über 70 und umfaßt einige 15-Zetimeter- Haubitzen.^ General Allenbtz schätzt die blutigen Verluste des Feindes zurzeit auf 10000, ab gesellen von den Gefangenen.

vom 11. November.

General Allenbh berichtet, daß der Vormarsch seiner Truppen gestern 'fortdau.rte, lund daß sein lürker Flügel in der ??achbar- schait von Esdud, Alten Asbdod, vierzehn Meilen nördlich von Wadi Hesi ltand. Die Nackftut des Feindes besetzte die Linie längs des Nordarmes von Wedi Sulereiff. Unsere berittenen Truppen berichten, daß sie Freitag folgende Beute machten: Füni 15-Zenti- meter-Haubitzen, acht Feldgeschütze, 10 Offiziere, 700 Mann sowie viel Bagage. Ta die Ausdelmung des' Schlacht eldes 600 Quadrat­meilen beträgt, wird es einige Zeit dauern^ Pis eine vollständige Liste der Beute ausgestellt ist.

Masfenausftände in England.

Berlin, 12. Nov. (Pr.-Tel.) DieB. Z. am Mittag" meldet aus Basel: DemBaseler Anzeiger" zufolge kam es neuer­dings in Glasgow und Birkenbeadzu Ar beiter st reiks und Unruhen. Etwa 100 000 Kohlenarbeiter von Wales ttaten wegen Unzufriedenheit mit der Ernährung in den Ausstand.

Berlin, 13. Nov. Nach einer Meldung oes B. T. aus dein .Haag forderten 5 0 000 Spinner in Mau­ch e st e r eine 30prozontige Lohnerhöhung vom 15. Dezember ab. Dies würde eine Lohnerhöhung um die Hälfte seit' Kriegs­ausbruch bedeuten.

Lord French überKriegHüberraschungen".

Bern, 11. Nov. (WTB.' Lord Fr euch sagte in einer Ver- '.gmmlung freiwilliger Metorsa,, r in London: Wir tonnen nicht wissen, ob nicht unsere nächste Ueberraschung ein Einfall in .England sein wird-. Zps-er'Soldat lernt, obwohl cs nicht /jeder beherzigt, daß im Kriege Unerwartetes geschieht. Wenn je, so er­teilte dieser Krieg den Menschen diese Lehre. Der Krieg war seit August 1914 bis vor zwei Tagen eine lange Kette von Ueber- raschungen für Freirnd und Feu->. Wir erlebten alle die größten Ueb-erraschungen. Ihr kennt die letzte, die vielleicht die größte von allen ist, nämlich Pas, was jetzt in Norditalien vor^sich geht. Es ist aber durchaus möglich, daß wir noch soeitere Ucberrasclmngen erleben rrerden. ncmrlich> einen. Einfall. Ich wünsche, daß ihr ver- stel-emamichtet, dag dies durchaus im Bereiche dev Möglichkeit hegt, woraus sich für uns ergibt, daß wir für alles vorbereitet sein müssen.

Llohd George irr Paris.

Paris, 11. Nov. (WTB.! Meldung des Reuterschen Bu­reaus. Llopd George ist cheitte früh hier c*ngekommen.

Englischer Luftangriff auf die Werft Brügge.

Berlin, 12. Nov, (WTB. Amtlich.) In der Nacht vom 9. zum 10. Noveinber griffen sechs englische Groß­flugzeuge die Werft Brügge an. Durch Scheinwerfer und Sperrfeuer abZedräitgt, svarfen sie ihre Boinben ab. ohne militärischen ^cksaden anzurichten. Zwei Belgier wur­dest getötet.

*

DerTernps" über Hindenburg.

Bern, 11. Nov. (WTB.)Temps" fordert, daß die En­tente euren militärischen Führer 'wie Hindenburg bekomme Leider habe 'inan keinen.

Franzöfifch-fchweizerifche Grenzsperre

Genf, 13. Nov. (B.T.) Ueber die Dauer der gestern abermals verfügten frauzösisch-schweizeriscl)an Grenzsperre liegen keine zuverlässiacm Angaben vor. ErwätMU.ng verdient eiire Mitteilung der hiesigen Tribüne, die knapp' vor Eiri- filhrung dtesea- neuen Grenzspert'e auf ihre mindestens vierzehn tägige Dauer vorbereitete.

Ueber zwei Millionen Gefangene.

Berlin, 12. Nov. (Pr.-Tel.) Infolge unserer Erfolge in Italien hat die Zahl unserer Gefangenen die Rekord- zisser von zwei Millionen überschritten. Tie Zahl enthält mir diejenigen Kriegsgefangenen, die in Miseren Gefan- generllagenl. listennräßig genährt sind: nicht enchalten sind darin die auf bem Transport besurdlichen, die auf der Etappe, in Qua- rmrtäne lagericden ilsw., ferner nicht die durch Austausch oder Tod m Abgang gekommenen und endlich nicht diejeittgen, die sich üt der Hand unfeter Verbündeten vefinden.

Seefdeg.

Nene U-Boot-Erfolge.

Berlin, 12. Nov. (Amtlich) Durch die Tätigkeit unserer UMovte wurden im Sperrgebiet um England wiederum 16 000 BRT. vernichtet. Bmr den ver­senkten Schiffen tmrrden zwei englische desvafst^i-e Dampfer,

von denen einer tiefbeladen war, im englischen Kanal vev,

nichtet: unter den übrigen befand sich der englische fa* waffnete DampferSapel-e" (3152 Donnen), mit Stückgup» ladung von Liverpool nach der Westküste Afrikas.

Der Chef des Admiralftabes der Marine.

Au§ dem Reichs.

Die Ernennung Payers zum Stellvertreter des Reichs­kanzlers.

Berlin, 12. Nov. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser haben allergnädigst geruht, den königlich würl- tembergisch-en Geheimen Rat Friedrich von Payer zum Stell­vertreter des Reichskanzlers unter Verleihung des Charak­ters als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Titel Exzellen­zu ernennen.

Asrs Hessen.

R. M. K. D a r m st a d t, 11. Nov. Eine Reihe von An­fragen und Anttägen sind bei der Zweiten Kammer eingegangen, darunter ein Antrag der Wg. Köhler und Genossen bett. die Jmmunttät der hessischen Abgeordneten. Danach sollen die Abgeordneten, welche bisher gegen Straf­verfolgung nur in Hessen geschützt waren, durch das abgeänderte Gesetz auch gegen das Vorgehen nichthessischer Gerichtshöfe geschützt toerboit. Eine' dringliche Anfrage des Ab-g. Dorsch betrifft die ungleiche Behandlung der Selbstversorger bei der Ausgabe von We izen m e h l (Vor­schuß) und wünscht darüber Auskunft. D erselbe Ab geord­nete fragt auch an über die ungleiche Kohlen- und Brikett- lieferung emzelner Gemeinden; ferner wünscht der gleiche Abgeordnete in dringlicher Anfrage Auskunft über ver­schiedene Unklarheiten über die Verhältnisse bei den Oel- schlagmühlen mit Wasserkraft. Der Abg. Köhler be­antragt weiter, die Großh. Regierung zn ersuchen, vom Rechnungsjahr 1918 ab in den Haupworanschlag des Staa­tes eine jährliche Summe von 50 000 Mk. als Staats beitrag an den Heilstättenverein für das Gvoßherzoatum Hessen einzustellen.

Aszs Sta-t und

Gießen, den 13. November 1917.

. f Wir brauchtn Gold für Auslandszahlungen, nament-

>ur dre Bezahlung wichtiger Einfuhrwaren! Die Zahlung )h.Gold ist die billigste, unter Umställden sogar einzig mög­liche Zählweise gegenüber dem Ausland!

/V 0 r .^ ü t r u n g. Vizefeldwebel G e i b e l wurde zum Leut­nant d. Res. befördert.

. m üsev erkauf. Bei der skädtisch!LN Gemüse

scelle, Brandplatz 3, findet am Mittwoch vormittag und nachmittag ein Verkauf statt. Cs wird jedes Quantum Lber- tohlrabi, das Pfund zu 20 Pfg., Unterkohlrabi das Pfund zu o Pfg. W^ßerüden das Pfund zu 4 Pfg., Wirsing das Piund 13 Pfg. abgegeben.

dluszahlung der Familienunterstützun- ?en an die Ungel>örigen der zum Heeresdienst Ernberufenm für !>?.- Ol^tzEirde November 1917 findet in den nächsten Tagen statt, ^rehe Bekanntmachung im heuttgen Anzeigeweil.

, * Der D u r ch z u g i t a l i e u i s ch e r Kriegs- g e f a n g euer durch die Straßen Gießens hat leider in den telzten Tagen zu Crscheinuugeu Beranlassuna gegeben, die sur werte Krerse unserer Bevölkerung im höchsten Grade be­schämend sind. Kinder und Erwachsene wetteiferten, den Gefang.^nerr, dre als echteKatzelmacher" in um würdigster rmd aufdringlichster Weise Nahrungsmittel (an denen es ihnen unsere Militärbehörden doch'zweifellos nicht fehlen lassen) ^bettelten, Brot, Obst, Zigaretten nsw. zuznstecken und sich dafür Unrfornleabzeichen und andere Kriegserinne? ru.'.eg.en eiuzutauscheii. Man sollte doch lonnschisn, daß unsere Bevölkerung bei solcher Gelegenheit eine würdigere Zurück- tzattung und eine vaterländischere Haltung einnehmen und fta. davor hnteir soltte, mit den militärischen Anordnungen sich m schirseii Wrderspruch zu setzen. Vor ällenr die Rüä- ttcht, die wrr den Empsindungen unserer eigenen tapferen feldgrauen schulvig sind, müsste solche ArUßernngen nnanae- vrachter ^.enjaLronslust und alberner Rührseligreit über das V^diemte Schicksal Mlserer Feinde unmSglich machen, t-eignete Belehrung in den Schulen würde nach dieser Rich- rech: nntzbrrng.end wirken können. -

r? ^ L * ic y?£ tu der Zeit vom 16. November 1917

bis 15 Mbnmr 1918 mm 8 Uhr m,rgcns bis ö n&rriSö geöffnet. Siehe Bekanntmachiung.

, ß Brlder über lut b e kann t v c r sto t b cn c K ricc s- t e t l n c h m c r. Pas stellvertteterwe GenerälAommando des 18 m Frankfurt a. M. weist Meui darauf hin rr IiD ' r ^ l f t Kreisämtern des Korpsbereichs

E'- SH, aIien "nlitarchchnr Kommando behörden. Garnison- A- zmZlommanbtö, Ersatztruppentttleu, Lazaretten uüo die ^ zu Zeit .b^geöeum LLfel Berstiorbener emgephen werden können ^

M el dePflrcht^ü ber den Be st and u n b Berbrauck, Ü -r? m Mr Einsendung der mit der Bekannt­

machung Uber Papier, Krrton und Pappe vom 20. S^temMr 1917 angeordi^eu Anzeigen über Bestand -und Verbrauch', von P-wier Marwn wch Pappe vo» der. wir «neui betont der im letzten Ickhve iffe'hr als 100-0! Kilograntnt verwendet bn bettoften wird, war am 22. Oktober 1917 abgLftw Äen die die Anzergen noch nicht er,battet shaben, kann nux empssoblen £* f o!S? uachzulwlen und dm- Kchiegswirtschastsstelle wr Deutsche Zcttungsgcwerbe in Berlin, Breite Straße 8/9 movt enftpreftE Ncittechung !-u nwckM, damit von eine? Straf- gesehen wird. Wer trotz der erneuten Mahnung die ein- malrgen urch monatlrchm Anzmgen nicht erstattet, hat nicht nur M erwarten, ..sondern muß auch unbedingt damit rechnen, bei eurer^Zuteilung s«er kein Papier mehr zu erhalten- womit unter Umstanden dre völlige Lahnclening seines Ge.ch äftnbe- tnebw verbunden sem kann. Nicht nur Pttpiervtzrarchchchch i.mderm alle Verbraucher von Papier iWarenhÄlser, Berkaufsgescbäfte uslv.) sind meldepflrchttg? Beamte der K-riegswirtschaftsstellc nehmen überall genaue Prüfungen vor. ' HtIjrnni

St'unde bereitet das Weib- nachtsliedWerlmachtstocken hör' rch klingen" von F-ranz Moritz das soeben rn 45. Auflage erschienen ist. Der Preilbeträat "er

ftttKlavier und Gesang l Mk., Duett m0^0 Mb Zu -Haben ist das Lied ber Ernst ^ Neuenweg 9. Siehe Anzeige.

UE 1 fj, Bahichosstvaße 34. Die Schrecken des <2tcllungskampfes hat uns künzlich. der aus amtlichem Materiak

beruherrde Svmmesittir imt der deutlichen

^TT ' v ' tt vcuuiM^m Sprache ccr Mail

lieber das .Gleich, dem imscre arinen Kriegsgefangenen k dem Fernde. dre es wagen, uns mit dem Mamen' Barbaren \ ^kotn crusgesetzt und, imimtÄit uns heute, der aus amtlich ^.ege hergestellte große FilmDer Knute entflohen". Das ne Fälmwen berichtet mit entsetzlicher Anschaulichkeit über die Leid unserer Krregsgetangenen in RuUand. Elend und Not der Gesang neu Md kühne Furcht bilden d>en Ilnpalt diesig wahrheitsgttrem

xnsMMich Fr-eiwg zur Borführm gelangt. Gur Benitt oupee- grotzcn Fttmwerfs in zu empfehlen

Arrz»ü "^rsrenhvf. Heute abend ftndet Korr-ert statt. S«>

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