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Der Otezever Uwjttoft
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167 . Jahrgang
vlenslag. 13 . November 1917
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Ueuerdmgz (4
(WTB.) Großes Hauptquartier. 12. Nov. (Amtlüh.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Kurzer Fenerübersall am früftm Margen leitete einen englischen Teilangriff ein, der nordwestlich von Passchen- daele einfttzte. Er wurde atzgervieftn.
Am Tage blieb die Gefechtstatigfeit in Flandern auf Srörungsfeuer der Artillerien besckrränkt. Sie lebte am Abend im Ysergebiet zu größerer Starke auf.
Auf der rtbrigen Westfront keine wesentlichen Ereignisse.
*
Leutnant Müller errang seinen 33.Lustsicg.
Oestlicher Kriegsschauplatz
Nichts Besonderes. .
Mazedonische Front
Fm Cernabogen nahm die Fenertätigkeit am Abend erheblich zu.
Italienische Front.
Tatkräftiges Zusammenwirken Württemberg ischer und österreichisch-ungarischer Gebirgstruppen verlegte dem im oberen Piave-Tale zurückweichenden Feinde bei Longarone den Weg. 10 000 Italien er mutzten sichergeben.
Zahlreiches (Schütz-Material und Kriegsgerat wurde erbeutet.
Unsere von Belluno die Piave abwärts vordringenden Truppen stehen vor F e l t r e.
An der unteren Piave nichts Neues.
*
Im Oktober betrug der Verlust der feindlichen Luftstreitkräfte an den deutschen Fronten neun Fesselballone und 244Flugzeuge. von denen 149 hinter unseren Linien, die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abstürzten.
Wir verloren im Luftkampf 67 Flugzeuge und ein Fesselballon.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
»
Der Abendbericht.
Berlin, 12. Nov., abends. (WTB. Amtlich)
ImW esten. Osien und Mazedonien keine grötze-
rm Kampfhandlangen.
Im C o r d e v o l e - T a l e, westlich von Belluno, wurden 4000 Italiener gefangen.
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Gm großes Durcheinander von Meldungen kommt uns aus Rußland. Es scheint, daß Koreas T den Maximalisten das Heft lvieber aus der Hand entreißen wird. Man spricht von großen imd kleinen Schlachten in der Nähe Petersburgs, und man weiß wirklich heute so wenig wie jemals, nicht, was werden mag. Nur eines wissen wir: Daß nämlich der Friedenswille des russischen Volkes auf schnellem Vormarsche ist. Auch wenn Kerenski wieder die Oberhand gewinnt, kann er das alte Spiel nicht weitertreiben. Die radikalen Sieger in der Hauptstadt haben ihn angcklagt, fremde Gelder für seinen persönlichen Besitz angenommen zu haben; diese Mutmaßung widerspricht also der Feststellung, die kürzlich in einem großen deutschen demokratischen Blatte erschienen war, daß der russische Diktator ein „vollkommener Ehrenmann" sei. Wir wissen das Uicht, .wollen ihn nicht schlecht machen, aber auch nicht so gut. wie es diese politischen Freunde Kerenskis in Deutschland tun. Aber selbst unter der Voraussetzung, daß Kerenski Nch mehr, als es ihm erlaubt ist, an englische Interessen gebunden siihlt, wird er das Rutschen der Friedenslawine mcht aushatten, sondern höchstens darauf bedacht sein, daß
Englischen Absichten nicht ganz verschüttet werden. ^ kann nicht wieder alles auslöschen, was das russische Borparlamen U7ld sodann, nach der neuen Revolution, die -Lamina listen über die Notiv-endigkeit eines schleunigen Frieds aus das Blatt der russischen Geschichte geschrieben haben. .Noch aber ist es höchst -unsicher, ob er, wie einst Fried- umo, sem Lager wieder um sich füllen kann. Lenin und , r'v-ii reden eine staatsmännische Sprache von solcher Sicher- Unbeküniniertheit, als hätten sie von jeher auf ^clcherthronen gesessen. Sie haben ein förmliches Friedens- gcbor an alle kriegführenden Mäclite erlassen. Als all- ols .^lunmungsbild erscheint es uns gut und nützlich, scb f , Qt V 1ü ' c * ^laatsdokument haften ihm noch die Eier- di^-^m"-^^^hausgeburt an. Wie anders klingt heute ebenes- < i U5 Petersburg als einstmals der Appell des ^ematrgen Beherrschers aller Reußen zur Sicherung eines
großen Weltfriedens mit Abrüstung und Schiedsgericht! Heute gibts keine neuen, überraschenden oder glänzenden Ideen mehr. Es gibt nur allenthalben Widerstände, die zu besiegen sind. Wir können jedoch hoffen, daß der neue Friedensvorschlag in der Tat Widerstände, die einem baldigen Frieden entgegenstehen, beseitigen kann. Das Vorgehen der Russen bedeutet einen Druck auf die bisher entgegengesetzte Politik der Entente. Was können wir, Deutschland und seine Bundesgenossen, noch weiter Inn? Die Russen kennen unsere Antwort an den Papst, und sie erklären selbst, daß sie mit ihrer Definition des „demokratischen Friedens" keine unbiegsamen Bedingungen aufstellen wollen. Also bramben wir ihre Hand nicht zurückzustoßem Aber wir müssen wohl noch warten, wie die DingkP gehen werden, ob der Boden
nicht schwankt unter den Stühlen dieser neuen
Regierung. Sofortiger dreimonatlicher Waffenstillstand — diese Forderung der Maximalisten ist wirklich nur eine Eierschale, die zerbricht, wenn man sie anrührt. Wir müssen Zurückhaltung bewahren, bis die Hauptgegner, England und Frankreich, geantwortet haben. Dann sind vielleicht Grundlagen entstanden, ans denen wir mit den russischen Bevollmächtigten tm neutralen Lande, von denen in dem Friedens Vorschlag gesprochen wird, in Unterhandlungen kommen können. Und dann dürfen wir nicht in die Lüfte starrere, nach den Sternen eines neuen Wettvölkerbundes, sondern \xnf müssen auf die Erde blicken, damit wir nicht nr den Deich stürzen, in dem nns die Fische ftessen.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien. 12. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Italienisch er Kriegsschauplatz.
An der unteren Piave haben deutsche Truppen den auf dem Ostufer angelegten Brückenkopf Bidor genom- men. Die von Belluno flußabwärts vorgeheuden Divisionen nähern sich Feltre. Bei Lonagrone, nordöstlich von Bel- lune, wurde in den letzten Tagen durch zielbcwußtes Zusammenarbeiten unserer Führer und Truppen eine italienische K a m p f t r u p p e von D i v i s i o n s st ä r k e a b g e = schnitten. Es fielen uns ein General, etwa 10000Mann und zahlreiches Geschütz- und Kriegsgerät in die .Hand. Besondere Erwähnung verdienten wieder die Leistungen der durch deutsche Aüteilmrgen verstärkten 22. Schützendivision. Streiikräfte des Feldmarschalls Conrad drängten den Feind über C a st e l T e s i n o und über G r i g n o im Suganer- Tal zurück.
An den anderen Fronten keine Aenderung der Lage.
Der Chef des Generalstabes.
Die Kümpfe im Westen und Süden.
Berlin. 12. Nov. iWsTB.) Jü Flandern griff am 11. November \7.15 Uhr vormittags der Feind milch kurzem Feuerüberfall nochmals in Gegend Passiheindaele an. Auch dieser Angriff schüchterte blutig wie die fünfmalige Anstürme gegen unsere dottigen Stellungen am Vortage. Don Mittag ab lag ans der Front von Keyem siis Z-andvoorde bei besler werdender Sicht weit ins Hintergelände reichendes lebhaftes Störungsfeuer, das sich in Gegend nordöstlich Poclcapelle und vom späten 9öachmittag ab auch an der Küste mit besonderem Nachdruck auf freu Vser-Stellurigen östlich Nieuport erheblich! steigerte.
Am Nachmittag und während der Nacht wurdeu Bahnanlagen und Lager hmter der seiirdlich>en Front erfolgreich! mit Bomben belegt. In Poperinghe wurden Brände und Explosionen beobachtet.
Aus der monatlichen Abfchußzahl feindlicher Flugzeuge und Fesselballone geht hervor, ba\\ wir nach nfte vor die liebere lege n s) t i t in der Luft besitzen.
Gefangene. Eine feindliche Vorhut, &ve wir in dem Orte Suganer-Tale antrasen, wurde angegriffen und gefangen genommen. An der Piave warfen unsere Deckungstrrrppen eine feindliche Mteilung, welche sie auf den Höhen von Valdobbiadene angriff. nieder, >gingan darauf auf >das vedrte Flußufer über und zerstörten die Brücke bei Vidor. An lder mittleren und Mteren Piave Aus- tansch von Kanonerrschnssen und Maschinengewehrseuer-Wellen.
Zur Rettung des. Kaisers Karl aus Lebensgefahr.
Wien, 12. Nov. (WTB.) Meldung des Wien. Corr.- Bur. Der Kaiser verlieh allen bei seiner Rettung aus der Gefahr des Ertrinkens Verdienten in Anerkennung ihres mannhaften und schneidigen Verhaltens Auszeichnungen ^darunter dem Oberleutnant Prinzen Felix von Parma die goldene Tapferkeitsmedaille für Offiziere, Frhrn. Slatin Pascha ein Zeichen belobender Anerkennung, dem Leibjäger Riscnbichler und dem Gardeinfanteristen Tonek die goldene Tapjerkeitsmedaille. Der Kaiser überreichte im Beisein der Kaiserin und seines Gefolges im Hofzuge den Ausgezeich^ neten persönlich die Dekoration mit herzlichen Worten.
* s
Eine Proklamation des Königs von Italien.
Basel, 12. Nov. Nach einer SLefairi-Meldung aus Rom erließ per König vo-n Ztalien folgende Proklamation^ „Italiener! Der Feind Sonnte, begmrstigt von außerordentlichen Umftöuben, alle seine Anstrengungen gegen uns zusammenziehen. Ter österreichisch^^ Armee, die während dreißig Istionate Helden- haften Kampfes jedeslnal von uns geschlagen wurde, wenn sie sich unserer Armee stellte, kam die so lange herbei^crusenr, unerwartete Unterstützung zahlreicher und kriegögewohnter deutscher Truppen zu Hilfe. Unsere Perteldigmrgslinieir mußten zurückgezogen welchen, und heute betritt der Feirrd die stolze und glorq reiche veuetianische Ebene, aus der er durch den hm baren
Akut unserer Väter und dirrch das Recht Italiens vertrieben worden war. Italiener! Seit die Nation ihre Unabhängigkeit und Ein-, heit veiki'cndete, war sie nie einer schwierigeren Prüfung ausge- seht. Aber wie mein Haus und mein Volk, die 'ans dem gleftän Geiste heraus gegründet wu.rden, me vor der Gefahr gezittett haben, so blicken wir auch jetzt der Ungunst mit männlichem Mute und furchtlos ins Gesicht. Alls der Notwendigkeit selbst werden wir eine Tilgend machen, damit unser Geist der Größe der Ereignisse gewachsen ist. Die Bürger, von denen das Vaterland schon so viel Entbehrungen, Opfer und Schmerzen soicherte, werden aus diesen ruuen entscheidcmden Appell mit noch verttauensvollerem Mute und noch größerem Opfersinn antworten. Tie Soldaten, die sich sckion in so vielen Schlachten mit dem gegenwärttgen Eindringliilg maßen und die ihm im Sturme seine Festen und mit ihrem Mute erlmiften.Städte entrissen, werden die zerfetzte Fahne von neuem mit den mit uns bri'iderlich vereinten Alliierten vorwärts ttagen. Italiener, Bürger und Soldaten! Werdet nur zu einer einzigen Armee! Jede Feigheit ist Verrat! Möge mein Ruf unerschütter-, lichen Verttauens in die Gesckstcke Italiens in den Gräben sowie in den entferntesten Winkeln des Vaterlandes ertönen und möge dies auch der Ruf des kämpfenden und des arbeitenden Volkes sein. Den: Feinde, der mehr als auf diesen Sieg auf unsere Uneinigkeit zählt, sollen wir mls mrserem Zusammenhalten heraus einmütig folgende Antwort erteilen: Wir alle sind bereit, alles für den Sieg und die Ehre Italiens herzngeben!
Hauptquartier, den 10. November 1917.
Viktor E m a n u e k."
Rom, 11. Nov. (WTB.) Der Kö ni g und die M it g l ie- der der Regierung erließen einen ck^ni einsamen Aufruf, in dem das italienische Volk zum Ausbarren und ErttagM, der schweren Opfer, welche die gegenwärtige Lage von allen Italienerin erheische, ermutigt wird. Der König äußert die bestiminte Ziiversicht, daß der Sieg trotz allen Wechs-elfälleir auf der Seite der Entente bleibe.
Der Kaiser an der italienischen Front.
Berlin, 12. Nov. (WTB.) Der Kaiser hat arn 10. November mittags eine Reise nach dem italieni- 'chen Kriegsschauplatz angetteten.
Während in Italien an der nitteren Piave der Feind sien zlo-ei Kilomet>er breiten Flußabsschjnitt hält, dringen die Verbündeten im Gebirge ,unaufhaltsam vor. Sck'vn haben ne von! Belluno hier Feltre erreicht, während sie weiter südlich den Brückcn- topf Vidor erstürmten. Nördlich Belluno mußten abermals 10 000 Italiener die Waffen strecken, da ihnen verbündete Trrlppen dort inr icngeit Flusttal öen Wieg verlegt hatten. Was cm Kriegsmaterial und Geschiütz cwlr inr Gebirge ß'eckt, läßt sich nicht annäherird überblicken. Mit denr Erreichen der Piave-Linie und des Ortes Feltre hat sich die Front allein gegenüber der alten Stellung vor Beginn der 12. Jsonzo-Schlacht fast um drei Viertel der gewaltigen Ausdehnung verkürzt.
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Ftälienischer Bericht
vom 11. November.
Gestern bei Tagesanbruch überscknitt der Feind rrach 'Attcllette- vorbereitung, die bereits am 'Abend vorher begann, die Linie nnstn-er Baobachtungst' in der Gegend Asiagv uno griff die Vorposten unserer NachlMteu bei Galliv und auf denr Monte Ferragh (Höben- punkt 1116' an. «.ach einem lebhaften Kampfe gelang es ihm, dieser Stellungen siab zu bemächtigen. Unser Sturmttupp Nr. 16, Abteilungen der Brigaden Pisa Nr. 29 und30, vom Regiment Tos- oana, vom 77. uud 78. Reginieirt und 5. Versaglieri-Reginrent er- ober ton das verlorene Gelände durch lviederholte kräftige Gegenangriffe wieder, rvarsen .den Gegner zurück und machten ellva 100
Am 11. November ttaf er in der Nähe von Triest mit Kaiser und König Karl und dem Zaren Ferdinand zu längerer Besprechung zusammen, an der auch die ChÄ's der Generalstäbe, General v. Arz urtd General Jekvm teil- nahmen. Am Abeckd setzte der Kaiser die Reise nach dem Hafen der deutschen Unterseeboote in der Adria ftrt.
Der Bürgerkrieg in Rußland.
Wien, («) Das KriegLpresse-martier meldete
Hetzer dre vcrwo r ren e La ze r n R u b l a n d, wo e-^ möglrchor- weisc zum ofs-nen Bürgerkrieg gekommen ist, geben"ol- gende Aufrufe und Meldungen .aus den: Lager Kerenskis ein Bild- 1. An alle Truppen des Petersburger Militärbezirkes r ber MiNksterpräsident dar zeitweiligen Regierung imd
Vochstkommandierender der bewaffteten Macht der rnssisckvn Repu- bllk, bin heutean der Spitze der den: Vater lande ergebenen Truppen ein getroffen. Ich befehle allen Truppen des Petersburger Militär- bezrrkes, welche entiveder infolge Mißverständnisses oder ZwanqeS \id) der Bande hn Verräter des Vaterlandes und der Revolution an geschlossen habeil, mcht eiire Stunde zu zögern rmd zur Erßülluna chrer Pflicht zurückzukehren. Dieser Befehl ist allen Kompagn-en, Kommandanten, Batterim, Eskadronen und Sotuieu zu verlaut- varcnl.
Der Ministerpräsident der zeivveiligcn Regierung und Höchstkom man diercnder Kerenski. '


