u. Sitzung der y. Landessynode
vvm 7. November 1917.
Heute viormittag 9 Uhr trat die Landessyirode zu einer kurzen Dagung zusammen. *
, Präsident Kircheirrat D inge 1 dey - Tarmstadt eröffnete die Sitzmrg und widmete zunächst dem verstorbenen Mitglied der .Synode, Geh. Justiz Mt Tr. Lahr, sowie den q leichfalls^verstorLen en früheren 1. bziv. 2. Präsidenten der Synode 0>ch. Schulrat Tr. Stnm m und SchiiUrat Schau b einen herzlichen Nachruf. Sodann yedachte er in warmen Wivrttn des Tankes und der An-erkemrung der Kämpfer draußen an der Frvnt.
Die Synode trat darauf in die Wdhlprüfung der neu eintretenden Mitglieder. Tie Wahlen wurden gut geheißen und die drei neuen Mitglieder Garnisvnpfarrer R ö in^h e l d - Tarmstadt für die Garnison Tarmstadt, Stabsarzt Tr. Soll weltl. Abg. für das Trlanat Erbach und Pfarrer Bickel hau pt --Groß-Umstadt, stellv. geistl. Mitglied für das Tekanat Groß-Umstadt, ocrpflichitet.
In den Synodalausfa>uß wurde als Ersatzmann Landwirt .Fenchel in Ober-Hörgern, -cks Mitglied des GesetzgebungS- Äusschusses Oberlandesgerichtsrat Sandmann- Tarmstadt und ails Ersatzmann für diesen Ausschuß Oberamtsrichter Römheld- N i d d a gewählt.
Tit^, Vorlage. des Großh. Oberk-onsistorrmns betr. Gewährung iwu ,‘irTEg5ro i ierangsbeihilfen wird vom Präsidenten des Ober- Vynsistormms D. Nebel begrüirdet. Sie schließt sich in der Grupperckstldung und in der Hbhe der Beträge an die staatlichen Teuerungsbeihilfen an. Verheiratete Pfarrer (mit eigenem Haushalt) erhalten für das Jahr einen Zuschuß von 600 Mark, unverheiratete einen solchen von 300 Mart'. Bei den unständigen Geistlichen wird ein Unterschied zwischen Geistlichen, die zwei Jahre im Dienste stehen, und solchen, die noch keine zwei Jahre im Dienste stehen, gemacht. Erstere erhalten, wenn sie verheiratet sind, beu vollen FamilienMschnß, während bei der Witwcnkasse eine dreijährige Dienstzeit zur.Bedingung gemacht wurde. Das Ober- Vonsistorinm ist, obwohl eS an der Richtigkeit seiner Sätze festhält, bereit, auf dem Gebiete der Kinderz-ulagen der Synode riachzu- geben und diese von 100 Mart' aus 125 Mark zu erhöhen, ebenso stimm,- es einer Erhöhung der rückwirkenden Zuschüsse von 150 auf 200 und von.75 auf 100 Mark zu. Dach warnt das Ober- Lonnsorium vor iveitergehenden Anträgen, die die ganze Vorlage für daS Oberkgnsrstorinm unairnehmbar nrachen würden.
Ter Berichterstatter des Synodalausschusses, Dekan Bayer- Rannheim. verzichtet aus eine Begründung. Synodalmitglicd
I Hauvtlehrer K a ß l i ck - Tarmstadt freut sich der erzielten Eiir- mütigteit zwischen Oberbmsistvrimn -nch Synode und empfiehlt einmütige Annahme.
Tie Vorlage wird darauf mit den vom Finanzausschuß getroffenen Mündernngen ohne Debatte einstimmig angenommen. Auch § 9 wird in der Fassung des Finanzausschusses angenommen. Tas Oberkonsistorimn erklärte sich bereit, der Abänderung des § 9 zuznstimmen.
Ter erwähnte § 9 hat folgende Fassung erhalten: Die Psarr- witwen.erhalten eine ^riegsteuerungsbeihilfe von 200 Mark, die im Ruhestand befindlichen Geistlichen eine solche von 300 Mark jährlich, beide, soweit sie nicht ein ans reichendes Einkommen besitzen, worüber im einzelnen Fall das Großherzogliche Ober-, tvnsistorium zn entscheiden hat.
Tie Bestimmungen des neuen Gesetzes treten am 1. Ott. 1917 in Kraft und enden mit dem 31. März 1919.
Ms zweite Konsistorialoorlagc lag der Synode ein Notgesetz vor, durch Ivelches die im Jahre 1918 vorzn'nehmenden Ergänzungs- Wahlen bis nach Beendigung des Kriegszustandes hinanSgeschoben werden sollen. Für die durch Tod, Wegzug ober Einziehung zum Heeresdienst aus geschiedenen Mitglieder sollen durch gemeinsame Wahl des Kirchenvorstaüds und der Krrchengemeindevertretung Ersatzmänner für die Knegsdauer und 5 Monate darüber hinaus gewählt werden. Geh. Konsistorialrat Dr. Bcrnbeck und der Berichterstatter des Gesetzgebungsausschusses Ma h l- S ch l i u be- rich!on über die Vorlage. Gegen die Fassung der zweiten Bestimm mnng erheben sich Bedenken. Magner - Tannstadt und Wahl- Schlitz bringen Mänderungsvorschlälge ein. Nachdem der Gesetzgebungsausschuß die Anträge beraten hat, wird dem zweiten Teil der Vorlage eine Fassung gegeben, die den geäußerten Bedenken Rechnung trägt, und die.Vortage in der abgeänderten Form angenommen. Tie Vorlage betr. Teuerungsbeihilfen wird darauf in zweiter Lesung angenommen.
Nachmittags 3 Uhr versammelte sich die Synode zu einer Gedächtnisfeier des 4M. Jahrtages der deutschen Reformation. Nach dem Gesang der beiden ersten Verse von „Ein feste Burg ist unser Gott" hielten der Präsident der Stmode Kirchmrat Dingeldey rmd .der Präsident des Obertonsistoriums Gedacht- nisanspracken an die Synode. Msdann wurde eine Kundgebung der Synode zur Verlesung gebracht, die an einen: der nächsten Sonntage von allen.Kanzeür den O^emeinden mit geteilt werden soll; ferner ein Tanlschreiben an die Schweizer Theologen, die der protestantischen Kirche Deutschlands ihrer: .Gruß rmd Glückwunsch entboten chatte::. Beide Kundgebungen fanden die Billigung der Synode. Mit dein gemeinsamen Gesang des Liedes „Erhalt uns
Herr bei deinem Wort" und Gebet fand die wirkungsvolle Fei« ihren Abschluß.
Oberkensistorialpräsident Geheimrat D. N e b e l machte so- dgnn.noch die Mtteilung, daß der Großherzog hem 1. Schriftführer^ de: Synode, Professor D. Tiehl - F t i edbe rg für feine Schrist „Einsühririrg der Reformation in Hessen" die silberne Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen habe, und überreichte ihm die Auszeichnung. Dem also Geehrten wurden von allen Seiten herzliche Glückwünsche dar gebracht.
(ßcricbtsfaai.
I Da r m st a d t, 8. Nvv. Zu zwei Monaten Gefängnis wegen M i l ch pa n t s ch e re i ivurde der Milchhändler Jakob Schneider aus Gräfenhausen verurteilt, dem die'Milchversor-- gung eines Bezirks im Martinsviertel zugewvesen war. Er bat Voll- und Magermilch zusammengepanft'cht und dann als Vollmilch verkauft. Viermal ist er bereits wegen ähnlicher Verfehlungen zu Geldstrafen verurteilt.
Nu versi crts-Nachrichten.
s l Ma rbu r g, 8. Nov. Mit akademischen Ehren wurde gestern der ordentliche Professor der Mineralogie, Geh. RegrerungSrat Tr. phil. Max Bauer, zur /letzten Ruhe gebracht. Unter .den Leidtragenden befanden sich zahlreiche Angehörige des akademi- fckien Lehrkörpers, sowie eine Anzahl Vertreter studentischer Korporationen mit Fahnen. Bei der Trauer fei-rr aus den: Friedhof hielt der Pvofessor der Theologie, 1). Simons die Andacht, während der Mineraloge Professor Wedellind und der Rektor der Universität, Prozessor D. Heitmüller die Verdienste des Verblichenen in ihren Nachrufen würdigten.
Amtlicher Teil.
Betr.: Aushebung von Luxuspferden.
An den Obertzürgi rmeister zu Gießen und die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Wir erinnern an Vorlage der Nachweisung gemäß Ausschreiben s von: 31. Oktober 1917 (Amtl. Teil des Gieß. Anz. Nr. 260) oder eines Fehlberichts binnen kürzester Frist.
Gießen, den 7. November 1917.
GrostherzoglickeS Kreisamt Gießen.
Dr. Using er.
Danksagung-
Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres teuren Entschlafenen
Herrn Ludwig Bernhard. Privatier
sagen auf diesem Wege innigen Dank. 8190
Die trauernd Hinterbliebenen.
Gießen, den 9. November 1917.
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Amtliche Bekanntttiachnngerr der Stadt Gießen.
Bekanntmachung
Die im Oktober 1900 geborenen Lmrdstnrm- tzftlctitrgcn der Stadt Gießen müssen sich am 15. November d. I., vormittags von 8—1 Uhr und nachmittags von 2—5 Uhr im alten Rathaus am Marktplatz zur Land- sturmrotte melden.
Auswärts Geborene haben bet der Anmeldung ihren Geburtsschein vorzulegen.
Gießen, am 5. November 1917. 8179 B
Ter Oberbürgermeister: Keller.
Städtischer Eierverkanf.
In der Woche vom 12. bis 17. November werden an me Bezugsblerechttgten gegen die Eiermarke Nr. 19 je 3 Eier abgegeben und zwar:
Eierhandlung Steinreich:
1. Bezirk Montag
2. „ Dienstag
3. „ Mittwoch
7. „ Donnerstag
11. „ Freitag
12 . „ Samstag
Molkerei Grieb:
Bezirk 4, 5, 6, 8, 9, 10 in den für die Butter- üvgabe bestimmten Verkaufsstellen an den für diese be- stimnrten Tagen.
Ter von der Landeseierstelle festgesetzte Preis beträgt 39 Pfennig für das Stück.
Vorzeigen der AuswerSkarte ist erforderlich.
G.ießen, den 8. November 1917. 8188B
Der Oberbürgermeister (Lebensmittelamt).
alter, angesehener Löbens*, Unfall- n. Haftpflicht- Vers.-Geselisch. soll in Hießen baldigst neu besetzt werden. Größeres Inkasso vorband. Gefall. Bewerbungen unter _ 8156 an den Gieß. Anz. erbet.
Lungsteinrabmstücken zur Her- stetlung von Emfassnngsgrabern auf dem NeuenFriehof soll Samstag den 17. November d. I., vorm. 10 Nhr
önenrlrch vergeben werden.
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IwÄlwItJ3 e Sen" b0rt6i " Cin8Urd *^84B
Bekantktnmchttng.
De::.: Abgabe von Petroleum.
Die für den Monat November gültigen Petroleum- Marken werden Samstag den 10. November l. I. aus den Brotmarkcnbezirkcn von 8—12 Uhr vorm, und von 2—6 Nhr nachm, ausgegeben.
Alle andern, früher verteilten Petroleum-Marken haben >m Ätonat November keine Gültigkeit mehr. Gießen, den 8. November 1917. 8189B
Der Oberbürgermeister (Lcbensmittelamt).
Es sind in der nächsten Zeit zu vergaben die Zm- sen aus: ,
1. der E chte rna cki - S t r o h-S t i s t u u g mib der Labrorsse-Stiftung. Etwa 140 Fentner Kohlen an ^tadtarme. Verteilnngstermin: erste Woche
Januar 1918. Meldefrist bis 20. November 1917.
2. der Lu dwig -Theodor-Fel sing -Stiftung. 180 Mk. an 10 in Gießen geborene, würdige Arme und 36,22 Mk. an 5 würdige Witwen. Verteilungstermin: 7. Januar 1918. iNeldefrist bis 20. No- vernber 1917.
3. der M i n n a - K e i l - V o g t - S t r s t u n g. Ga-
Len von je 70 Mk. an drei in Gießen wohnhafte, loür- dige und b.'dürftige Handwerksineister oder Witwen, von Hantroerkern evangelische Konfession. Nur s e l b st ä n - di ge Hondlverter ober Wittven von solchen können be rikffid iiat -oerden. Verteilungsterrnin: Weihnachten. Meldefrist bis 30. November 1917. 8185B
of/ädf. jtfrbeitsnachideis giessen.
i 8 86 B West-Anlage 31, Teleph. 2054.
Es können eingestellt werden:
^ ei ^iU^ ert Arbeitgebern: -*<Jr^' d K^ x ’ 3 Ersendreher, 6 Schlosser, 2Werkzeng- ^l? ser, 3 Former, 20 Maschrnenformer, 1 Schmied alS Zuschlager 6 Former u. 6 Brenner für Tampsziegelei, ein Gerlvrmerster, 1 Lederzurichter, 2 Sck-reiner, 2 Sattler eo auch für Heimarbeit, 1 Buchbinder, 10 Heizer, ein SchE^r, 4 Hofarberter, 6 Erdarbeiter, 1 Maschinensetzer,
00 Hrlfsarberter für Ersenblahn und Industrie, 2 Vorarbeiter snr Granaten bzw., Modellmagazin (Kriegsbeschädigter bevorzugt), 1 Glaser, 2 Schulmracher, 1 Garten- arbnt«, 1 v<u,Ällrsck>e, 2 W>achtcr Kr Wach- und
chlreßgesellschaft.
b) bei an swärti gen Arbeitgeber n:
2 Gärtner, 2 landiw. Knechte, 1 Viehfütterer, 30 Schosser. 5 Kesselschmiede, 3 Schtverßer für Metall, crnrM Bohrer und Fräser, 10 Hilssarbeiter für Jndu- '^'^.„Arbntcr für Sternvruch, eiirigr Zimmerleute uich Stcllniacher 3 Spniglcc, 15 Mechmriker, 5 Treder, 3 Maurer, 5 Sckireruer, 1 Schneider, 2 Bäcker, 6 PIw- togmphengehüscn, 70 gesunde Arbeiter, 1 Hauskmrfck«, Io Streckenarbetter.
,. YC ^ ^ l c V e bPe: jugendl. Arbeiter, Schreibge- hrlfen und dergleichen.
Es suchen Arbeit:
1 2 Buchhalter il für Bankgeschäft). 1 rrregsbeschch>rgter Buchhalter sucht Nebenbeschäftigung, 1 luuger Schrcrbgehüfe, 1 MaschineuscHer sLinochpe)
1 Sorttermerster.
Weibliche Abteilung:
Es können eingestellt werden:
bei hiesigen Arbeitgebern:
^ 9 Trenstmädchen, 12 Lanfsranen, 15 Mädchen für Bahndrenst, 1 Z eitun gsttägerrn;
bei auswärtigen Arbeitgebern:
2 landw Mädchen, 1 Tienstmädchen.
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rLin
BolkSlümliche Posse mit Ge sang und Tanz in 3 Akten von ckstar Rcilnann und Otto Schwartz. Musik von Otto Schwartz.
Ende 10 Uhr.


