Ausgabe 
7.11.1917 Erstes Blatt
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Gxmeralstabos: Fvekhierr von Waldstätten, wiener almajor." (Stür­mischer, immer erneuter Beifall und Härrdeklatschen.) Ihr Beifall bemeist die hohe Freude, die loir alle über die Grtokr? unserer sieg­reichen Armve'N empfinden, die unter der unmittelbaren LeituTig des obersten Kriegsherrn stehnr, und vor alstnr auch darüber, daß die Aussichtenfürden Frieden st ärkergeworden sind (lebhafter Beifall und Händeklatschen), und daß der einstige Ber- bünbcto, der nach dem scl)mählichen Treubruch dmch ncehc als zioei Ilahre unsere südlichen Grenzen hart bedrängte, hoffentlich bald aus der Liste unserer Gegner gestrichen sein lorrd und mir bcm so heiß erseltnten Frieden näherwmmen. Ich bitte um dir Ermiächtt-nng. Seiirer Majestät unsere Glückwünsche auf dem Deahtwegc über Mitteln zu dürfen. (Lange anhaltender Beifall und .Händeklatschen.)

Italienischer Heeresbericht

Im italienischen Bericht vom 6. November heißt es: Der Feind fährt fort, eigen starken Dru ck gegen den oberen Tagtia Ment o in der Richtung auf unfern linken Flügel auszuüben. Er ließ seine Gruppen in der Richtung des mittleren ^nd Mieren» Laufes des.Wusses Vorgehen. Einige Abschnitte in der Ge birgs - gegend mußten tarn uns aus Operatronsrücksschien geräumt werden> -Sie wurden vom Feinde besetzt, nach Zrrrückbstgung unserer Truppen/

Orlando und Grslittr.

Bern, 6. Nov. Zwischen dem Ministerpräsidenten Orlando und G i o l i t t i hat, wie ein indirektes Privat- telegrarmn derNeuen Zürcher Zeitung" ans Rom meldet, einTele-grammwechsel stattgefunden. Orlando tttegraphi-rle:

Inoem ich in einer für das Vaterland fürchterlichen Stunde die-Leitung der Regierung übernehme, sende ich Dir meinen Gruß, nicht mir um Dir unsere alte und herzliche Freundschaft zu be- ^ stätigen, sondern indem ich zugleich einem noch tiefer gefühlten OsdättVen Ausdruck zu geben wünsche, näntlich dem der Notwmdig- 'feit der Eintvacht aller Jtt-aliener in ainom Augenblick, in dem der F-emd auf dem Boden des Vaterlandes steht Alle Parteien müssen jetzt einen Waffenstillstand abschließen und sich in heiliger Eintracht zusammen schließen, bis der Feind wieder verjagt Morden, ist. Meine Person bedeutet an sich nur wenig, aber ich bin sicher, daß der Ge­danke an das Vaterland, dessen Geschicke ich zu leiten hal>e. iln auch in Deinen Ajugm öl diesem AsugsnbKck die' allergrößte Bedeut,mg gibt."

Giolitti antwortete:

Dir übernimmst die Regierung in einein Augenblick, in den: eile Italiener die Pflicht empfinden, die Regier,mg zu unter­stützen. Mit festem Glauben an dre Znftr.nft des Vaterlandes sende ich Dir meine Wünsche, die aus tiefstem Herzen kommen."

In Rom glaubt mau nach der gleichen Quelle, daß Grolitti der Eröffnung der Kammer beitrwhnen wird.

Aeußeruugen der russischen Preffe.

Petersburg, 5. Nov .(WTB.) Meldung der Petersburger T«legrap^en-Ageniur. Die Presse verfolgt die Ereignisse in Italien mit besonderer Aufmerksamkeit. DieBörsenzeitnng" gelangt zu dem Schlüsse, der Dngliamento werde die Rolle detz inouen Marne spielen Können, denn für Italien sei es loicfiHocr, sich seine Kriegsmacht ztt erhalten als einen Gebietsteil.Woljq Narvda" hält den Rückschlag in Italien für eine Folge der Zimmer- Wälder Lehre.Dstla Ntarod-ch' erklärt, die Alliierten müßten alles tun, Italien aus seiner schlwstpigen Äagte zu befreien. lieber daH neue italienische Kabinett bemerktDjcn", daß die Unterstützung der Sozialisten ihm dimchans gesichert sei. So ftnde sich Italien angesichts der schrecklichen, Gefahr einig,sttußikaja Wolm" schreibt Die Einigung aller Italiener zerstörte -alle Hoffnungen der Deut­schen auf eine innere Umwälzung in Italien.Nowaja stellt fest, die neue Staatsgeiva.lt nehme gegen die einflußreichen! sozialistischen Parteien eine friedliche Haltungem.

Tie Konferenz der Entente.

Amsterdam, 6. Nov. Aus London wird berichtet, daß Balsour im Unterhanse -erklärte, er hoffe, daß die Konferenz der Alliierten, die sich mit der Fort­setzung des Krieges beschäftigen solle, Mitte November stattfinden werde. Er könne im Augenblick feine Mitteilun­gen über die Kriegsziele machen. Er hoffe, daß bei der russischen Regierung kein Mißverständnis bezüglich des Zweckes der Konferenz herrsche.

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Ein englischer Bericht aus Aegypten.

London, 5. Nov. (WTB.) Meldung des Neuterschen Bu­reaus. Das KriegSamt teilt mit: Die Operationen gegen Gaza werden fortgesetzt. Wir stehen in Fühlung mit dem Feinde nördlich von Berstba. Die Gesamtzahl der seit Begiirn dieser Operationen gemachten Gefangenen beträgt nunmehr 207 Offiziere und 2425 Mmmschviten anderer Grade.

Die Lage in Rußland.

Rücktritt des russischen KriegsminifterS.

Petersburg, 5. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meld. d. Petersb. Dell-Ag. Die Abendblätter melden: Die Mit­glieder der vorläufigen Regierung mißbilligen die tig keit des Kriegsm ini fters, besonders seine Ansichten auf dem Gebiete der auswärtigen Politik, die öfters ferneninternationalen Charakter" enthüllt, (h nchob sich eine Meinungsverschiedenheit zwischen dem Ka- bmett und dem General Werchowski, der schließlich aus Gesundheitsrücksichten einen vierzehn tägigen Urlaub verlangte und alsbald seine Amts befug u is dem Unlerstaats- sebretär des Krieges General Manikowski übertrug.

Maxim Gorlr für sofortigen Frieden.

Bern , 6. Nov. (WTB.) Der russische Mitarbeiter desBund" fthrecbt: Marim Gorkis BlattNowaja Shisn" berichtet, die mili- tur-gche WteilUng der Arbeiter- und Soldatenräte habe beschlossen, daß alle m Frankreich stehenden russischen Regim enter sofort nach Rnßlaud zurückbefördert w-erden sollen.

Zürich, 6 Nov. In seinem BlattNeues Lcbn" fordert Wa r irn Gor k:, daß die russischen Dele-nerten auf der bevor- Hemcen Entmtekvn seren z energisch auf sofortigen F riedenf cdl dringen, und droht, falls mau seinem Ber- langen en/eg nachkonrme, sich selbst an die Spitze einer pazisistffck'cn Revolutivnsregierung zu stellen, um Rußland vor dem Imperialis­mus des Ausrandes zu retten.

Russischer Bericht

vom 5. November.

. ^ordfront: Heftigeres Gewehrfeuer bei Dünaburg P?. ''''.'V ^werftechoe wo »'er Feind zeitweilig ein heftiges ^rtmmffriier ecöfsnete. Kaunas ns front: An der Küste ver- Irteoen Mit und TschtzftlS Misere Mteilungen die Türken aus der ersten GraberÄmie und swangen stellenweise bis zur d ritten vor Wir erbercketen viele Waffe,! und Mmntion. Bei Kvmach und süd- westllch von Erzindjan ergriffen kleine türkische Abteilungen die Ofsengve, wurden aber zurückaetrieben.

Der deutsche Kvlornalsedrnrke.

Bert in , 6. Nov. (WTB.) Die Lehranstalt für die internierten Kvlonia tdeutschj-en w>nrde gestern tn Davos eröffnet. Die Lehranstalt bezweckt die Fortbil­dung uusever bi-cher in Afrika Und der Südfee amtlich imd nichtamtlich tätig gewesenen ®*kmiatfeute sowie ihre Bvr- be«nt»kny für den deutsch-st-Lonialen Wiederaufbau. Auf das B^ß»ttk<tsteLvgramm der zur Eröffnungsfeier versammek- ten M Lehrer und SckMler erwiderte Staatssekretär Dr. Sol f fotgetidss:Zur ErÄfsUungsseier der Lehrcrnstalt für Koro7KLkde»tsche varsarnrnellan Lehrern uud Schittern danLe

ich für die Begrüßung und das Geilobnis treuer Borberei- tunigsarbeit für die ßolonialen Aufgaben der Zukunft. Es ist mir eine stolHL Freude und Genugtuurrg, daß die bewährten Pioniere, die nach langen, von tückischen Feiiiden ihnen rechtswidrig auferlegten Leiden nach der gastfreien Schweiz gelangten, mit ungebrockwner Zuversicht an das Wieder­erstehen wn>feres .Kolonialreiches glauben, an dessen hoff­nungsvolle, durch den Krieg so iatz unterbrochene Entwick­lung sie ihre beste Kraft gesetzt haben. Der Friede wird uns die Schutzgebiete in neuer Ge st alt wieder­geben. Das Vaterland rechnet darauf, daß die alten 'Afri­kaner und 0ßbfeer, seien sie Kaufliute, Pflanzer, Missionare oder Beamte, sich sogleich wieder für die koloniale Arbeit zur Verfügung stellen."

§eekrlkg.

Neue IL-Boot Erfolge.

Berlin, 6. Nov. (Amtlich.) ^Neue U-Boots-Erfolge im Sperrgebiet um England: 13 000 BRT. Unter den versenkten Scksiffen befand sich ein Dampfer, der 5500 To. Mais für England an Bord hatte.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Brände im Lrverpoolcr Haken.

Berlin, 7. Nov Wie verschiedene Blätter sich aus dem Haag melden lassen, lag dort eine aus England stam­mende )1Neldung vor, daß vir einiger Zeit im L i v e r - pooler Hafen ails unbekanntei' Ursache ein größerer Brand artsbrach. Ein 20 000 Tonnen großer Dampfer der Ennardlinie, der mit Munition und sonstigem Kriegsmaterial beladen nn Hafen lag, gerieL in Brand. Er wurde schließlich durch eigelre Eiplosion<lig zerstört und fcrrtl Kurz darauf erchlaten allf drei anderen Damp­fern ähickick-e Expliosionen. Außerdem gerieten vier gTD ß e Mao a z i nc in Brand. Der Schaden nsird auf zwei Millionen Pfund Sterlina geschätzt. Es wird vermutet, daß irische Arbeiter die Bränt'e verursacht haben.

Seetreffen im Kattegat.

Stockholm, 6. Rov. Neun Mann von der Besatzung des im Kattegat am 2. 1R»»emk>er von englischm KrügsfahrzeugE Ver­se n k l e n deutschen F i s chr r s a h r ze u g e s Julius Wittmg kvmrten bereits die Rückreise nach, Deutschland antredeu. Der erfid und der Ivette Steuermemu liegen no-ch, im Lazarett.

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Rotterdam, 6. Nov. (WTB.)?NüLsbo-de" benä)^et, daß der «nerckänrsch DampferD»rval" am 16. Oktober ,rn der- Insel Oshima liestraiDet ist und von der Bemamrmrg verlassen wurde. N«ch einer aus Tampiw ist am 21. Oktober der

ai^erÄIanische SckZ-nerGl Q-kdhv" ztvei Merlen von Tanchco ga- strar^et rmtz wurde wrack.Maasbode" gibt ein

VerreiäMS der Schiffe,tnt vermißt tvvrdM: ,-3airumr" (3947 Dr. To.) aus Dmredal <M-ftralienst am 14. Juni pan Auclland nach San Franzis^» aib«rerst:, der Ho-lzschrmer ,,Liftey Maid" (111 Br. To.) am 25. August von St. Balcry nach

Ellesmere Port «bgereist,Lawr>s". i2500 Br. Do.) aus Bombay, am 15. Juni von MmiLciv nach Marseille abgereist,Kansas Eitv" (2345 Br. To. a«s Bristol, am 30. Mcgust von Neuyork nach Bristol aus^e^hee«.

Paris, ö. Nov. MTV.) DerTenrps" mckdet: Der Präsi­dent iHv Brasilien teilte in einer B-otscha ft an dpn Ko^r- ß wit, daß zwei neue brasilianische. Schiffe Aeary' und ,,(^n».^dba" von.deutschen Dcruchbiwten in den Ge- wässem von St Mnzent per senkt worden \crm. Die Schiffe hatten Kaffee, Leder. Fleisch und Getreide geladen gehabt imo feien unterwegs nach Havre gewesen. Zwei Matrosen seren um- g-Hemmen, vier vnletzt wowwn.Aeary" ist das frühere deutsche >^ck?effEbernbev^' (4275 t ).tzftochiba" hieß früherHohew- stlcnffen" und hatte 6489 B.-R.-Td.

Mr hm Reiche.

Zur Nnrbeschrmg der hrrhen Neichsämter.

Berlin, 7. Nov. Der Abgeordnete Dr. Friedberg hat tautNationalliberaler Koro-^nt-mz" durck), den Reichskanzler den Kaiser mrd Kbuig gebeten, auf die chm zugedachte Gnade der Ernennung zum Vizepräsidenten des preußischen S taa t s mini sterium s verzichten zu dürfen. Iffnchs- kanzler Graf von Hertlmg verschob seine Abreise nach München und wird voraussichtlich erst heute abend dahin ab fahren. «Äcneral- Wldmarsckmll v. Hindenburg und 0)eneral Ludendorff sind brut Meldung des L.-A. gestern abend ins Große Haupt­quartier zurückgesehrt.

VimdeSrstsbe schlüssc.

_ Berlin, 6. Nov. (WTB.) In der heutigen Sitzung des .. u n d e s r a t s igelangten zur Armechnw: die Vm'lage betr. Grund­sätze für die Regelung des .Hebanrmerpvicsens, der Entwurf einer Bekanntmachimg betr. weitere Bestimmungen zur Ai Rührung des 8 7 des Gesetzes Wer den vateAändifc.'.'-'n HllsÄnenft und der Ent- stmrf einer Beßrnntmachung betr. Ergänzung der Bekanntmachirng über ZigaretteMabak vom 20. Oktober 1917.

Staatliche Genehmiqnng zur Ausgabe von Aktien.

Berlin, 6. Nov. (WTB.) Zur Verordnung des Bupdesrats lrber die staatliche G e n e h m i g u n g zur Ausgabe von Aktien schreibtNm'tdei^sche AUßenreine. Zeitung" u. a.: Mit Rücksicht auf die Befriedigunq der Glld'bedürftnsse des Reichs muß drhru gestrebt werden, daß für & Keregsd-aner der deutsche Kapitalmarkt vmc auderweitigmz vermeidbaren An.sp-cüchen frei- gehallien wird. Nicht mH cd er ist für die Uebergcmgszeit nach Frie- oensschilß, in der sich die in der zurstsk^edrängten Ka-

prtalsan spräche der Ärndosst«rten, Gemeinden, des Handels uild de:' Industrie im -roßten llmfanG geltend machest iverden, darauf Vedactft zu nrhmen, daß jA&mxw Die verffchbaren Mittel mit äußerster Spans«mkeit iwi> in die richtigen Kanäle ge-

lei.vet werden. Ein gleichzeitiger And^rrg aller diostr Ansprikche an ben Geldmarkt tErde dessen LeistunMichigkeit blutend über­steigen, den Well^ap-erinoi^t und die Mr,e der Börsenwerte in schädlicher Weise beemftuffen. Smieit es sich in der Ktiegszeit bei Jüduftriegesellschaften um die .Herstellru^ von Anl-crgen und Er- weiterunsen lMndelt, die aMch'chließlich d«Fu dienen, den Bedarf des Heeres ober der- Krieg^oirtschast stcherKffücklen, ist gingen eine Vermehrung desdinch die Ausgabe von Men grundsätzlich nichts einzutvendeu. Dagegen wird die Inanspruchnahme des> Marktes ü^nxül da ^ntanzülhalten sein, wo sie nickst vaterländische Zwecke, sondern ober'iibetuneaenb die eigenen Interessen der Gesellschüfc zu fördern bestinmit sind. Bei der Genehmigung ist entscheidend, ob die Lage des K^Mt«lm«rKes und bk Mcksicht auf c>ie Kriegs- und Ue'blN-siaug-nwrtfckmst eine Gründung oder Kapvals- erböhung zuläßt. .Bei vwlstiltrn^-mäßig geringUgi-gerr Kiapitals- erHöhungen wird von der Genehmigunqs^fkckt abgesehen. Die Ver­ordnung zieht eine Grenze bei 300000 Mark. Dadurch iwct) die Za-Hl der geivehmügungspslinstisen Fälle erheblich eingeschränkt :«rd die TurckMhrmrg der Maßnahme iwesentlich erleickstert; ins­besondere wird bei den Gesellsckiaften mit beschränkter Haftung nur <%n sehr kleiner Brucksteil der Genchrnigungsyflicht unterliegest. Ob die Grenze später höher gezogen werden kann, muß die Er­fahrung lehren. Sobald die Verhältnisfe am Kapitalmarkt es ir­gend zutassen, wird die Genehurignugspslickst überhaupt wieder zu beseitigen sein.

StsatSftkrelLr Schrvs-nder über Glsa^-Lochrinsten.

Budapest, 6. Nov.Pefti Raplo" veröffentlicht eine Unter- redrmg des St^st^ffkrelärs S chwa n d e r über die elsössische Frage in der es unter Mkderm heißt: Die Denkungsart des Volkes Elsaß- Lothrmgens zei<^ am bküm die letzte LMtdt»gs^oabl im Jahre 1911 Elsaß-Lochnnseil wünscht rstchts andere» als die Rechte der übrigen

deutfck-ni Bundesstaaten. Es ümnscht die demokratisck?e^ Autonomi In dieser Beziehung sind Berbrndlungeu im Zuge. Wie können b\t Franzosen fordern, daß zu einer Zeit der Betonung des ^elbst- lststimunmgrech.es der Nationalitäten dieser den Franzose:! frenrde Besitz ihnen angegliedert iverde? Aber selbst wirtschaftlich ist Elsaß-Lothrircgen völlig mit dem Deutschen Reiche versckimolzen, so daß eine sogenannte.Des-annerion den völligen Zusammenbruch des volrÄvirtschrstlickien Lebens nach sich ziehen würde.

Die 7. Kriegsanleihe wiederum eine Dolksanleihe.

Berlin, 7. Nov. (Nichtamtlich.) Das Zeichnungsergebnis der 7. Kriegsanleihe setzt sich nach den neuesten Meldungen aus 5,2 Millionen Einzelzeichmmgen zusammen, gegen 6,8 Millionen bei der letzten Frühjahrsanleihe. Dieser Rückgang hat nichts Ausfallen-, des an sich, da bekanntlich die Stückzahl der ZeickMungeü bei dm 5>erbstanleihen immer lstiter der der' Frühfahrsanleihe zurück- zubleiben pflegt. Die Gründe hierfür sind nicht schwer zu erraten. Ersadrungsgemäß schreitet die Kapitolbitdung im Sommer, deren Auswertung die Herbstanleihe bringt, gerade in den Kreisen der kleineren Rechner urchi in demselben Maße fort wie in den Wintcr- monaten. oie in der {Bieget erst dem Landwirt den Erlös seiner Ernst zur Verfügung stellen und <ruck> anderen breiten Schicksten der Be- völkerimg größere zum Sparer: geeignete Summeri (Weihnachts-, Abschluß-Gratifikationen, Tantiemen uswä bringen. Diese können naturgemäß erst bei der Frühjahrsanleihe in die Erschünung treten. Jmmerlstn ist diesesmal beackstenswcrt, daß das Verhältnis ixn Stückzahlen von der 7. zur 6. Anleihe 77 Prozent beträgt, während bei den entsprechenden Anlerl/en des Vorjahres (also von der 4 . zur 5.) die Verhältni.-zahl 72 Prozent betrug, das ist also ein Rückgang von rmr 23 Prozent gegenüber 28 Prozent im Jahre 1916. Mit vollem Rocht Lnrn daher die neue Kriegsanleihe wiederum den Anspruch aus den Ehrentitel einer Volksanleihe erheben.

Femdliche Flieger über Baden.

Karlsruhe, 6. Nov. (WTB.) Begünstigt durch das schöne Flugwetter, l-onutzten f e i n d l i ch e B o m b e n g e s ch w a d e r den Ailerl>ei1igentag, um Angriffe mff Städte und Ortschaften zu unternelnnen. Gegen MK.tag erschienen fünf feindliche Flieger 1 über Mittersyeim und warfen 13 Bomben ab. Erfolg: Kriu H nrnnenswerter Schaden. Ter gleiche Mißerfolg war einem Ast­griff aus Schlettstadt kurz nach 12 Uhr geschieden. Fast alle Bomben fielen auf ffeies Feld, eine einzige krepierte in der Mähe des Wasserwerkes, olme etwas anzurichten. Zu*ei ein halb Stupiden f später berührte nochmals eig größeres Gefvader Schlettstadt, jedoch ivaren diesnral die mitgeführten Bomben für eine Stadt im Hinterlande, O f f e n v u r g, bestimmt. Auch E o l m a r wurde angegriffen. Um 4 Ul)r nachmittags überflogen vier Franzosen die Sücht. Durchs Bonchenabwurf wurde ein Mann verwundet. Der scharfen Wirksamkeit dcs Fliegorabwelirdienstes ist es zu danken, daß sämtliche Versuche der Franzosen, an derBefreiung" des Elsaß durch Fliegerbomben niitzuwirken. nicht voll zur Geltung kommen konnten, und das war ein Glück, derm am Ällerheiligen- tage, wo Tausende die Friedhöst besuchen, um in stiller Feier der > Toten zu gedenken, hätte eine einzige Bombe unsagbares Unheil stiften können. In nächster Nähe von Colmar wurde einer der Gegner vom Schicksal ereilt. Ein flinkes Kampfflugzeug griff den feindlichen Doppeldecker an, kam ihm auf 30 Meter nahe und schoß ihn ab: Tie beiden Insassen des feindlichen ^tpparates sind tot. Jlne Namen sind festgestellt: Oberleutnant .Jean Legorjs,W Kommandant des angreiferchen Bomlrengeschwaders, und sein PilotW Leutnant Jean Cl-auvin. Ein weiterer Gegner wurde durch 56*^ Feuer unserer Flaks getroffen mrd nmßte hinter den feiudlichen! - Lircken nollanden.

Ar?s S-tndt und LctznS.

Gießen, den 7. November 1917.

Die Großherzog iche Familie in Gießen.

Der Gvoßherzog nnd die Groß Herzogin hatten auf den 5. dieses Mvnais nachmittags hundert verwundete Hessen aus den hiesigen Lazaretten in den Saul deZ Gesellschafts- Vereins zu Tisch geladen. Um 3 Uhr 12 'Min. traf dcis Großherzogspaar mit den beiden Prinzen und kleirl-erem. Gefolge irn Bahnhof ein, wo es dnrck) den Provinzialdirektor. den Oberbürgermeister nnd den Bahnhofs komm andnnten begrüßt wurde. Im offenen Wagen ftthren die Herrschaften sodann durch die Stadt nach dem Gesellschaftshause, wo die Veranstaltung in dem von Damen des Roben Kreuzes ge­schmückten Saale einen stinrmnngsvollen Vevlrmf nahm, der den Gästen, denen die ganze Großherzogliche Familie menschlich näher ttack, in steter Erirrnerung bleiben wird. Die Veranstaltirng trug, dent Wrnnsch des Großherzogspaares entsprechend, einen vollstänoig intimen Charakter.

Gegen 5% Uhr begaben sich die Fnrstlichteiben noch ans kurze Zeit in ihre RäNmlichkeiden im Schloß. Die Ab­reise erfolgte um 6 Uhr 56 Min.

** Am tli che Person a lnachrichten. Der schtre-

dische Konsul in Frankfurt a. M., Generalkonsul Curt von N e n f v i l T c , dem das Reichsexegnatnr erteilt wurde, ist zur Ausführung konsnlarisä>er Verrichtungen im Grvß- herzogtum Hessen zngelaffen worden. Der Großherzog hat am 27. Oktober den Leonhard Kunkel ans Brensbach i. O.' zum Lcnrdwirffchaftslehrer ernannt.

** Eine Ehrengabe für Goldeinlieferung. Um dem Dank für die einsitttsvolle Wieserung von Goldichinuck tvell» reu ?lusdruck zu geven, hat sich die Rnchsbank ^entschlossen, eiiig GhreugalE zu verleihen, i.vi|e in einer Gravüre des Kampfs che? Ge^ mäldes besteht (1813.Gold gab ich! für Eisen"). Sie darf unter je 100 Efilliefenungen einmal verliehen ^verdeN. Darüber eut-t schindet das Los. Bisher fbmtben 78 Gewinner damit bedackst fa-ei-ben. In der Verleihuugsürffmde tvecden diese aufgecusen, ?ie hockbedeutsame wirtschaftliche 'Lflifgabe der Goldstärkmig auch weitere hin zu fördern, namentlstlj auf alle Oöoldbefitzer ihres ^Bekannte,:- kreises ^nachdrücklich und unermüdlich einzuwirken, sie möchten 44 k den dringlichen >Nsi>f des Vaterlandes zu Herzen gehen lassen. Diese Mahnum! mitzutun und mitzuwerbeu, ergeht aber cculch an alle einsichtsvollen Mitbürger. Unsere a^sticngsgebietende deutjche Geld- ivirtsckaft muß Widerstands- und leistungsfähig bleiben je uähw der Entscheidung desto mehr!

Gieße ne r Hausfranenverein. Donnerstag den 22. Nvvenck"ei', aberrds^ 8 Uhr, findet im großen Saale des Hotels Fürstenhof die ordentlübe Hauptversammlung statt. Siehe Anzeige.

Landkreis Gießen.

ii. Lauter, 7. Nov. Kurz hintereinander find in Flandern zwei Söhne unseres Torfes gefallen. Der erst 19jährige Pionier Drrl Sck.aaf und der Musketier Augilst Röder. Beide sind Nachbarssöhne und waren Jnlzaber des Eisernen-Kreuzes.

ii. Queckborn, 7. N»v. Heute wurden hier die ersten Kartoffeln, geliefert. Es waren 3400 Zentner angemeldet worden, es sind aber nur 1400 Zentner angefmidert worden, ein Zeichen, wie reich lick) die ErMe meöfte fallen ist. IM vorigen Jahr hat die .Gemeinde 4000 Zentner Kartoffeln geliefert.

Kreis Gchotttn.

O Schotten, 6. Nov. Am MvMag fand im hiesigen Rat* Haussaal eine Versammlung der im Kreist Schotten bestehenden Kriegsfürsorge-Orgaimatwnen statt. Es erfiolaie zur Einheitlichcn Turchführung aller die Kriegsfürsorge betreffenden Sammlnam die Gründung eines B^iMausschuffes für Kriegshilst im Kreist Schotten". Dieser wird zmn ersten Male aickäßlich des gioßen Qpfertages für das Rote Kreuz und iMe Deutschen Soldcktcn-- u nd Mar ine Heime am Gebitttsatg des Gvoßl^erzo gs in Tätigkeit treten. Werter fanden in der Sitzung mxfy verschiedene Anttäge auf Bewillig'.!»rg von Kriegselterngeld, sowie auch drei Anttäge von Kriegsbesckxidigten mrf Kapitalabfindung ihre Erledigung.

Kreis Frikdders.

F. c. Butzbach, 6. Nov. In der Ntaschiuenfabrik Tröster, dahier, wurden v-ergangene Nacht die beiden Haupttreibriemeu im Wette von 3000 Matt gestohlen. Bon den Tätern fcklflt stde Spur.