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(WTB.) Trotzes Hauptquartier, 6. Nsverichrr. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht.
In Flandern setzte rrsch tagsWer lebhaftem Stö- nmgsfeucr gestern atzend starker ArtUleriekarrrps ein, der Mischen dem nördlichen Teile der Yscr-Niederuug'und der.l Kanal »ÄN Counnes nach Upern während der Rächt im= vernriudert anlnett und deute morgen von dem Honthurlstcr- walde tziS Zandwiorde sich zum Trommelfeuer gegen unsere Kampfzone steigerte.
Starke englische Infanterie hat beiderseits von Pas- fthmdaele und an der Straße Menin—Ypern angegriffen.
*
Bei den anderen Armeen und besonders bei St. Quentin. längs der Ailette, aus beiden Ufern der Maas und im Sundgau schwoll abends die Feuertätigkeit zu beträchtlicher Stärke an. Gewaltsame Erkundungen der Gegner schlugen m urchreren Stellen verlustreich fehl.
Auf dem
Oestlichen Kriegsschauplätze
und an der
Mazedonischen Front \\i die Lage unverändert.
Italienische Front.
Die Tagliamentolinie ist von uns genommen!
Die Italiener sind zwischen Gebirge und Meer erneut im Rückzuge. Brände bezeichnen ihren Weg dirrch die ober- italirnische Elm
Die Erkümpftmg des Ufenvechsels mir Gebirge durch angriffsfrendige österreichisch-ungarische Divisionen trieb einen Keil in die von Natur starken Verteidißur.gsstellen des Feldes am West'.ifer des Mschnittes. Die schnelle Erweite- rrmg des so geschaffenen Brückenkopfes durch erfolgreiche MnVfe zwmlg den Gegner zur Räumung der ganzen Flutz- lmi? bis zur adrialischen Küste.
Flußaufwärts bis zum Fella-Tal hielten gestern die italienischen Brigaden noch Stand. Der Druck unseres Vordringens hat die I t a l i e n e r a u ch z u r A n f g a b e i h r e r Gebirgsfront veranlaßt. Vom Fella-Tal bis zum Coltzricon. nördlich des Sugana-Tales, in einer Breite von mehr als 150 Kilometer haben die Italiener M: seit Jahr-en aufgeli nuten StellungszoueN aufgeben md sind im Zurückache;!.
Die weitere^ Operationen der verbündeten Armeen sind emgeleitet.
Der Erste Generalguartiermeister L u d e n d o r f f.
Der Abendbericht.
Berlin, 6. Nov., abends. (Amtlich.)
Frühangrifte der Engländer führten tagsüber zu Kämpfen um Passchendaele; bei Gheluvelt brach der frürdllche Ansturm ergebnislos und verlustreich zu- Wmmen.
Vom Oste;; nichts dteues.
Der Tagliamento ist auf der ganzen Front überschritten; die Verfolgung ist im Forftchreiten.
Eine außerordentliche Uniwälzmrg der Kriegslage findet yogenwärtig in Dber-Jtalieu statt. Was uns heute die Tagesberichte der Heeresleitungen berichten, übersteigt alle Erwartungen. Auf der ganzen Front ist der Taglimnerlto übersckZritten, die verbündeten Truppen sind im unaufhaltsamen Vordringen nach Westen. Der Italiener h-at be- gonrcen, auch seine Alpen front abzjubrechen Der österreichisch- lukgarische Tagesbericht nennt uns jetzt auch wieder den Namen des Frhrir. v. Conrad, der an der Dolomitenfroiri die Verfolgung übernommen und bereits ansehnliche Erfolge dabei auszuweisen hat. Die Wahrscheinlichkeit ver- üro/.ert sich, daß die Italiener bis zur Etsch zurück müssen. Sick)erlich werden noch große italienische Abteilunden, die in den' Bergen stecken, vorn Rückzüge abgeschnitten und gefmrgerr genommen werden.
Das alles könnte uns ungetrübte Fren.de bereuen, ucüßte uns über alles erheben, was uns bisher Zweifel ooer Bedenken gemacht hat, wenn nicht die Truppen einer un- 6eziü^lten Reichstagsmehrheit ans ihre besondere ü^,eZe „den Rubtöon überschritte^' hätten, loie das „Bert. Dgvl. siä) cnrsdrückt. Diese Kreise wollen nicht zur Ruhe Vorn men. und sie suchen ihre Unmut-Stimmung und ihren absonderlichen Tatendrang nach allen Richtungen hin auszubreiten. Gestern hat das „Bert. Tagebl." einen langen Triumph- gewng angestimmt über die neue Aera, die nicht mehr eui- oder beseitigt werden könne — heute jammert tue „Frankfurter Ztg." auf drei langen Druckspalten in einem Migen Klage- und Drohlied. Das Blatt kündet neue große Schwierigkeiten, ernste Verwicklungen, gefährlick)e Wenoun- an, weil die angeblich erneuten Forderungen der Mehr- yeu-Spreckpr in Sachen der neu zu besetzenden Reichsämter map jchnell unb willig genug erfüllt werden. Wir sind cn vw Geh-im-Verhandlungen der Fraktionen nickst eingeweiht, uvrnen aber aus den eben enrälmteu Episteln erraten. oaL
E muen Kanzler v. Sertüng gestellien Fordernnger und verschärft haben. Man will ihn, und den « j, durchaus den Mehrhcitswillen aufKwingen. Frhr v. vrrtimg zögert, und der nationalliberale Abg. Fried- r T f 1 J e Pi'ä)ü>cnt des preußischen Staatsministerium- wertun sollte lehnt neuerdings diese Ernennung ab, mit deut- i- U Auspielung auf die „weiteren Wünsche", die, so l-eisz, m der betr. Mitteilung der „Nationalliberaler lloricjpondcnz" „keine Erfüllung finden konnten". Ob bu Dinge nun wirklich so schlimm stehen, wie die „Franks. Ztg." vorgibt, ob die Mchcheitsparteien wirklich so unnachgiebig, kamps- imd rachcbereit dastehen, ivollen wir abwaricn. In m^em Organ des Zenrrmns, also cincc Partei, die in diesen Lengen sehr maßgebend ist, in der „Köln. Wolksztg.", lesen Betrack tu n'gH^ ^ warten" folgende sehr zeitgemä ße
. „ ''Es scheint chch jeder Leser der Mftein.. Mvye- und Scherl- ulaster zi:m —vendschioppen wie zum MvrgcneriQtzkastoe ncii-au Uiintn nmtz, wie es um die Aussstbiten oder Absiästeu Pnytrs, kn oie „Reg-itrrum ÖerEngs" dit^utreteu, iiciieitenj k'iidlt \]t._ So l-rrt der ZeiimissLts>er denn schon wieder- pvtt eristynen, daß Herr von Paher krank, daß er und auckii Herr Z-vve mcht cuMchmE wollen; er aber auch bemerkt, daß trotz- deni writervertz-Lndelt wird, bis ihn: dann Niieder als Neucstts von gemisstn geheimnisvollen Schüvierigkeiten erzählt wird, dic dem Eulkrckt der gen«inten sreifumigen Parlamentarier in dic Regierung bereitet wi«bnr, con Bersuchen, Helfserich. ju halten und dergllimeu melw. Kein Wunder, wenn bei dieser 'Abend- und Acorg enberichterstattimg die Zeit zwischen der Ernen- msig dee- dckülstämZrerÖ und der anderen Minister doppelt lang eriich.ei.nl n’nfc das olhnehin nervöse Pubkkum gdivisser Blätter rwch nervöser wstd innd sich schon lieber ron neuen Krisenaltacken aus seine dm he bedroht sieht. Air, die wir nicht unseren Ehrgeiz darein setzen, Uvei- bis dreimal tAgtvch d»s Rlesiieste „Kur &ige" cuiö Berlin z-n verrwelden, Kennen mrstrn Lesern nur den guten Rat geben, sich von jener UngÄmll) nicht ansteÄen zu lassen und in aller Gelassenheit die Ergehuiff-' «chKuwartAi, die Gras Ltertlings vorsichtig-bedächtige, aber bebarrl, -'üt Art hi gewiß nickst ganz leichten Verhandlungen erzielen wird."
Der österreLchisch-ttrigarische Tagesbericht.
Wien, 6. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautLart:
Italienisch erKriegsschauplatz.
Der m;s dem Raume von Osoppo — Pinzano ge- sührt'e Stoß der Verbündeten frn den italienischen Wider- stand an der ganzen Tagliamentoftont gebrochen. Die öster- reichisch-tmgarischen und deutschen Streitkrüste des Feld- marschalls Erzlxerzog Eugen gewannen überall — bei Cod- vvipo unter den Augen S. M. unseres Kaisers und Königs — das rechte Flußufer und sind im Vordringen gegen Westen. Im Bereiche düs obersten Tagliamento tvarfen Truppen des Freiherrn von Krobatin den Feind aus seinen Feld- und Gebirgsststcllungen östlich des Cadore. Unsere neuen Erfolge konnten auf die Dolomiten front nickst ohne entscheidenden Einfluß bleiben; vom Kremzberg bis über den Rollenpaß hinaus ist der Feind zum Rückzüge gezwnngrn. Feldlmn'schatt Freiherr von Conrad hat die Verfolgung ausgenommen. Auf drm Gipfel des Coldi Lana, dessen durch Sprengung erreichte Einnahme stinerzeit ganz Italien in einen Siegestaumel stürzte, und auf dem Monte Piano wehen unsere Fahnen. In Cortina d'Ampezzo sind unsere Truppen unter dem Jubel der B-evöl- kermrg gestern abend cingerückt. Auch San Martino di Ca- strozza im Tal ist zurückgewonnen.
Seit Mai 1915 streckt der Italiener seine begehrlichen Hände nach dem Puster-Tal aus und nach Bozen, dem Herzen Tirols. Dank der unerschütterlichen Standhaftigkeit unserer Truppen konnte des Feindes Hoffen nie und ncminer zur Tat werden. Die Vorteile, die er in diesem Raume in 2Vü Jalsten des Kanrtstles und der Arbeit errang, lassen sich nach Schritten zählen. Nun ist auch dieses Werk in wenigen Tagen zusannnengcbrocheu.
Oestlicher Kriegsschauplatz und Albanien.
Nichts Neues.
Der Chef des Generalstabes.
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Die KämpiC ln west und $0ö.
Berlin, 6. Nov. (WTB.) In Flandern setzte an der großen Kampffront von 11 Uhr vormittags <rb zwischen Kayem U7td Blanbacrrtsee sowie bei Passchendaele nrch Bece- laere lerneut starker Artilleriekanrpf ein, der am Nachmittage in wechselnder Stärke anhielt. Vom Abend ab steigerte sich das ArMeriefener ans der ganzen Front von Kayem bis znm Kanal von .Hollebeeke zu großer Stärke Und hielt mit besonderem Nachdruck in Gegend von Passchendaele Ununterbrochen an. Bon 5.45 Uhr vormittags am 6. November nahm das Feuer dauernd zu und ging um 7 Uhr vorinittags ans unsere Ste-llrcngen vmn Westrande des Houthonlster Waldes bis Zandvoorde in gewaltiges Trommelfeuer über, dein starke englische Jufanterie- a n g r i f f e beiderseits von Passchendaele und an der Straße Mentn—Ipern folgten. Der Kampf ist im Gange.
Auf unsere Stellungen südlich und westlich von St. Quentin erfolgte nach lebhaftcnn planmäßigen Beschuß 6.15 Uhr abends ein starker feindlicher Erknndungsvorsboß, der mit blutigen Feind Verlusten abgewiefen wurde. Nord- östlich Soisso ns wurde das Feuer erst am Mend erheb- lich stärker, es hielt auch nachts über an und verdichtete sich hanptsächlichi in Gegend Courtelon zu größerer Heftigkeit. Ans dem übrigen Teil der Westsron.t war das Feuer stn Gegend des Chanmewaldes und im Sundgam lebhafter. Dort vorsto ßende feindliche Patrouillen wurden abgetviesen.
Mit dem Gewinn der Tagliamento-Linie haben die siegreichen Verbündeten einen weiteren Erscckg<vvn' großer Bedeutung erzielt. Die Italiener sind bereits gedrungen, ihre Gebir g s front vom Fella-Rale b is^ rn die Gegend nördlich des Sug anatales zu räu.m.on-
Der Vormarsch in Italien.
Wien, 6. Nov. (WTB.) Aus dem KriegspreflegUkNTtier Nnrd mittags mitgeteilt: Unsere Truppen fiitb gestern abend 6 Uhr unter dem Jubel der Bevöllerung in Cortina d'Am* pezzo eingerückt.
^Ansprache und Kundgebung im österreichischen Abgeordnetenhaus.
Wien, 6. Nov. (WTB.) Abgeordnetenhaus. D« Präsident eröffnet die Sitzung mit folgender Ainsprorhe:
In der letzten Sitzung des Hcrases hatte ich G«Lsgeicheit, die HivfsmnHg Mid den Wunsch auszudrnäen, daß sich die Erfolge jmfarer heldnimütigen Heere weiter ausgestalten mögen. Der Mivrsch gin« in einem >wider alles Erwarten ausfallenden Maße in Ersickkuny. (Lebhäster Beifall und Händeklatschen.) Gemeinsam nrit d«i tapfren verbündeten 5>eeren bei reiten unsere Armeen das Küstenland Kärnten von den feindlichen JnvasionstrnpPen und trugen nnsere sieg- veichen Fahnen tief in Feindesland. (Stürnrisä-er Beifall und Hl>Ge8>crtsckien.) Nach >den mir zugegangenen Mitteilungen erzieckteg myeve Heere weitere Erfolge. Ich habe soeben folgende Nachricht erhalten: Aufträge Sein«: Exzellenz des Chefs des OtoinaalfkxM
beehre ich mich, Euer Hochwohlgeboreir die Vtrtteilnng zu machen, daß die L^bündeteii den Tagliamento überall überschritten häben (sürrmisä-er Beifall und Händeklatsck-en) und daß der Feind die ganze Dolomiten front von Kreuzberg bis über Rolleback) lKnaus räumen mußte. (Stürmischer Beifall Händeklatschen.) Unsere Trup-Pen rückten in Cortina d'Ampezzo und in San Martins di Castrozza ein. Kaiser und König Karl molinte don LaglialUQwo-UebLrgang hoi CvLwoövo hech. .Füx den Mßt


