Aus Stadt rrnd Land.
G i e tz e n , den 5. November 1917.
Erntet den Gemüfenachwuch-!
Nei der Gemüseknadpheit und dein großen Bedarf cm Genrüsen macht die Lande s-gemüsestelle darauf aufmerksam daß .^urzert auf den abgeerrrteten Feldern noch in großen Mengen der Nachwuchs von folgenden Frühgemüsen ein- geerntet werden rann: Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl und Raps- Gs handelt sich hier um Nachoirtwicklungeil aus der abaeschinttnwn Pflanze, die,- gesammelt, große Mengen ergeben. Die Kommissionäre der Landesgemüsestelle sind an- aennosen, auch diesen Nachwuchs zu den Höchstpreisen aufzu- faufen und der Bevölkerung zuzuführen. Die Landwirte werden also ihr Augenmerk auch auf die Einerntung dieses Nachwuchses zu richten haben.
Salzpreise.
Kürzlich ging durch die Zeitungen die Nachriftst, daß das Deutsche Stemsalzsyndikat in Staßfurt die Preise für Salz um 100 Prozent erhöht hätte. Dadurch wurde der Eindruck l-ervor- gerufen, daß die Preise für Speisesalz eine ganz wesentliche Er- ttöhuna ersaliren müßten. Dies ist unzutrefscick. S^isesalz wird im wesentlichen von dein Verbände Norddeutscher Saline,, geliefert die dcn: Preis für 100 Kilogramm unverswnertes Svcisesalz vom 1 . Irnuar 1917 von 4,80 ©If. lediglich am 1. August 1917 um Y.70 Mt. auf 5,50 Mk. erl)öht haben. Der Preis M Steinsalzes mrdererseits ist auch jetzt nach der erfolgten Erhöhung wesentlich riedtüger. als der Preis .des Salinerrsalz-es. Ta die Hamünumac Speisesalz —, (in Friedenszeiten etiva 97 Prozent — auch jetzt im Kriege von den Salinen geliefett wird, so liegt ein Anlaß zu eurer nennenswerten Erhöhung der Speisesalz preise zurzeit nicht vor. Die Preis prünmgsstellen sind durch eingehendere Angaben über- die Saftstage aufgeklärtuvorden.. Dringend muß aber vor der übereilten Uebereindeckung nrrt Salz seitens der Bevölkerung gewarnt werden, da genügende Mengen ^lz zur Verfügung sielen Wo Salz:wt eingetreten ist. ist sie, von vorübergehenden St-xkun-- gen infolge von Transportschwierig feiten abgesehen, lediglich auf Hamsterer einzelner Bevülkerungsschichten zurückzufülirem.
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** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- herzog hat zum 24. Oktober dem Buchhalter bei der Firma Cornelius Hehl in Worms, Heinrich K lein für th das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des sywftmüti-gen verliehen. Am 91. August d. I. wurde der Weichensteller 1. Klasse Johannes Bühner zu Gustavs- durg und am 1. September d. I. der Dahnhofsaufseher FMmres Mauser zu Zeillsard, beide in der .hessische Preußischen Eiseirbahngenreinschast, aus ihr Nachsuchen vom 1 November d. I. an in den Mhestand versetzt.
** A u s & c i d:> n u n g. 'Der Geometer 2. Klasse, Ludwig Berg von hier, zur Zeit als Obergefreiter bei einem Meßtrupp, wurde mit dem Eisernen. Kreuz 2h Klasse ausgezeichnet. — Wehrmann Hch. Weimar erhielt ebenfalls das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
** Äerstellun g und Ab sa tz v on Gemüseme hl und Gemü s e p u l ve r. In letzter Zeit mehren sich die Kla ea darüber, daß iür Gemüsemehle und Gemüsepulver, das sind Erzeugnis^, die dmch Weiterverarbeitung, insbesondere Vermahlung oder Verschrotung von Dörrgemüse l-ergestellt werden, ungewöhnlich l>ohc Preise gefordert werden, die stn keinem Verhältnis zu den für das Dörc- <rimiic selbst festgesetzten Richtpreisen stehen. Die Reichs stelle für «öemüse Und Obst lat dal-er durch Bekanntmachung vom 25. Oktol^r 1917 von der ihr in der Vervrdmrng über die Verarbeitung von Gemüse vom 5. August 1916 erteilten Befugnis Gebrauch gemacht und derartige Erzeugnisse dieser Verordnung unterstellt. Dadurch wird insbesondere bewirkt, daß der Absatz -nunmehr nur noch mit Worehmignivg der zuständigen Kriegsgesellschait für Dörrgenrüse zulässig ist. Diese Lwftgsgesellschuft lvird einest mrgemessenen Ab- Mpveis sestsetzen. Da im allgemeinen ein Bedürfiris zur Herstellung solcher Gemüsemehle in größerem UmsMrg nicht anerkannt werden kann, nnrd die Krnegsgesellschaft derartigen Betrieben, die nicht schon früher sich nrit der Herstellung von Gemüsemehl und Hemüsepuloer befaßt haben, grundsätzlich keine Genehmigung zum Absatz erteilen.
** Hunde an die Front! Tie KlriegS-Hunde-Schule A.A.A. benötigt dringend noch Hunde, die nach jersolgter Ausbildung an der Front als Meldehunde Verwendung finden. Hierzu eignen sich besonders: Schäferhunde (sog. Wolfshunde), Dobermann, .Airedale (sog. Kriegshmrde) und andere lcichtlaufende Hunde. Di.- richten daher an alle Hundebesitzer die Bitte, die gewünschten Hunde abzugeben, da dieselben draußen im Felde, durch ihr schnelles und sicheres Arbeiten beim lieberbringen vor: Meldungen ufw. im schweren Feuer unseren Truppen große Dienste leisten. Durch jeden einzelnen brauchbaren Hund kann vielen unseren tapferen. Geiegern das Leben erhalten bleiben. Anmeldungen, mit Angabe des Namens. Alters, Farbe und Rasse bsi L. Speitel, Leiter der .Kriegs hunde-Sammelstel l e, Hanau. a. Main, Rosenstraße 1, Telephon 919. Tie Hunde such vorläufig unentgeltlich zur Ber- sücgmg zu stellen, werden von Dresseuren der Klnegshundeschule abgeholt und nach dem Kriege kostenlos zurückcr stattet.
** Krieg ssammlung der Universitätsbibliothek. Seit Beginn des Wett7rieges ist die Gießerrer Umversitätsbibliothek bemüht gewesen, in möglichst großem Umfange alle für sie erreichbaren Erscheinungen zu sammeln, die die Kriegführung bei Freund und Feind durch Bild und Schrift beleuchten. Gegenstand der Sammlung bilden namentlich die zahlreichen Soldaten-, Rogiments- und Armee-Zeitungen, Lazarett-Zeitungen, BerwaQungs- blätter. Zeitirngen für Kriegsgefangerve in Deutschlarrd und mr unsere Gefangenen und Internierten im neutralen und feindlichen Auslande, Hetzbilder unserer Feinde, Mauer- anschlaae,' von feindlichen Fliegern adgeworfene Zeitungen miß Flugblätter, deutsckse AuMmingsschriften und dergleichen mehr. Auch sonstige Urkunden des Weltkrieges, >vie Postkarten, Kriegsnotgeld, Lebensmittelkarten, werden gesammelt. Für jeden Beitrag zu ihrer Sammlung, die nach den: Kriege allgemein zugänglich gemacht werden wird, ist die Universitätsbibliothek den Schenkern zu Dank verpflichtet. ' „
** Die G oldankaufstelle hat im Jntereste der Ersparnis von Beleuchtungsmitteln die Annahme stunden für Snc Geldsachen an: Dienstag nachmittag auf d:e Zeit van 2 HO 4 Uhr verlegt. Am Samstag vormittag findet die Annahme, wie jerlycr, in der Zeit von 10 bis 12*/* Uhr statt. , cnr .
** Dachkupfer. Die Ablieferung von Dachkupstr und Blrtz- ableitrcdraht kann Freitag, den 9. d. Mts., von vormittags .) wi 1- und nachmittags von 2 bis 5 Uhr im Keller der Oberrealschule erfolgen. Siehe Bekanntmachung. . .
** S t r b 11 [) c a t e r. Nochmals >sei darauf Gngewcesen, dal; morgen im Abonnemritt das Lustspiel „Der Herr Senatv-tt'gegebei: wird, da die für dias^en Dag vorgejähene Urcmsfiihrimg der Komoore „Das Recht auf die Frau" wegeir eiires ^Unfalls des Herrn Kröpfer ^Kläufig verfärben werden muß. ^ .. . .
** Ä m Lichtspielhaus, Bahnhvfstraße 94, wrrd Ml letztenmal der Film „Die Sünderrkette" vorgeführt. Morgen Trenstag findet die Uvaufführuug des Dvamaü „Im.Hause des Mmmerzienrots" statt. Außerdem wird der neue Sprelplan ore lustige Militärhunloreske „Ein Offizier und zwei Mann" eMhalten. ^he Anzeige.
Landkreis Gießen.
-m. Birklar, 5. Nov. Gefreiter Hwrrich Meusel uild Musketier iKärl Appel von hier wurden mit der Hessisäxm Dapfer- keltSmedaille ausgezeichnet. Beide sind bereits im Besitze des fernen 2. Klasse. ^ . . .,
^ Elim bach, 6. Nov. Den: Detegraptfisttn Frsthrlch «omm erlad, m einer ,rng, wurde dre Hesssthe «tfefcen-
9 Grvßen-Büseck, 3. Nov. Wilhelm Schwalb I bon erhielt die Hessische Drp^rkettsnn'daüte.
U La na - G ö n s , 5. Nov. Dem Mitglied der Freiwilligen Fviinwchr A^l»n Jvhs. Müller wurde das Ehr°^>-n M 25, ädrige treue Ticustc verlteheu.
Laudsturmmam, Gefreiter Berk I Kß a- €V ^ ctt daS Hessi,cl)e KriegSehrenzeichen. tt^ Treis a. L., 5. Nov. Das Eiserne Koeü- 2 .Klasse erhielt Rese^ist H^^MickE' W *^*1* Tapferkeilsmedaille^der
Kreis Büdingen.
Phrrr«^ und Hvfwvediger Dekan unber der ganzen Gemeinde sein
Ldiahnges DrenstiubstcklM als Pfarrer der hiesigen Genieinde.
^ döov. Dve Heßtsthe Tapferkntsmcdaille erhielt
der Muskctter Ludtvig Knikel.
^ öl Tie Hessische TapfEtsmedaille. früher
vas Erlerne bfrmi erhielt der Untevoffizrer Friedrich C h r i s k a u wiuf' "^^^Schmitten, 5 Nov. Fürs Vaterland starb der Mülsten- und Sägermwksbesiher Ludimg Rupyel, Sergeanten muem Mß-Arttüerie-Rcgimeilt, Inhaber des Eisernen .Kreuzt und der Henuchen TapserkeitsnMdoille — Das Hessisch .Kricgselnen- zeichu erhielt der Gefreite Gmbw Eckhardt.
4- Usenborn-, 5. Nov. Auch unsere evangelische Gemeinde nlactüe, um das ?lndenken an den Tag des IMiälwigen Refor- mattonslubüchl-ms dauernd in der Osvnieiirde n-acheins r fl ^Hß’orJ 1 ^ '^ r ^ e bin Tai>sstein Ausstellung finden, ferner jott der Altar mit qiner neuen Altarbekleidung und mit einein neuen Teppich versehen vEoden. Dü Geldmittel hierzu werden durch erne Scvmnilung ausgÄ>rächt.
Kreis Schoten.
... , L e - Scho t ten. 4. Nov. Die Hessische Tapserkeitsmedaille er- hletten der Obergesvnte Heinrich 2an g mb der Gefreite Julius 'Meidt. Mit dem KriegScihrenMÜl-nr in Eisen wurde der Sergt. Wrlh. M ö l l e r ansgle-znchmt. der bereits Inhaber des Eisernen Koeuzes^2. Klasse und der Hessischn Tapferkeitsmedoille ist.
, . ^tten, 5. Nov. Das Eiserw Kreuz erhielten der Oe^ steite Müller und der Gardist Schl ö r b. die Hessisch
Tapferkeitsmedaille der Gefreite Meidt wid der Gefreite Heinrül- Lang.
e. E i.ch e l s a ch's,e n , 4 .d?ov. Der Musketier Otto Schmittberger sforb. 20 Jdche alt, den Heldenp» fürs Vaterland
** La ubach, 3. Nov. Der Auslauschgefangene Wehrmann Eiml Hohmann erhielt nach 3jähriger Gefangenschft das! Ep erne Kreuz 2. Klasse.
der-Lais, 5. Nov. Mrs Vaterland starb der Musketier Otto H ä h m ei.
u-u. Wohnseld, 4. Nov. Dem Schützen Hermann Lang, SolAr des Ehr. Laug, wurde wegen tapferen Verhaltens vor dem Bernde das Eiserne Kreuz znZeiter Klasse verliehen.
Kreis Friedberg.
Q. Bad-Nauheim, 3. Nov. Zur ehrenden Erinnerung an den langjährigen tteuen Kürgast, den Herzog Paul von Meck- lerrburg, würde die vor einigen Jahren neu angelegte Mnfiiaus- Promenade mit Genehinigung der Geoßh. Regierung „Herzog- Paul - A l l ee" beimnnt. Die Grosch. Bade- und Kurverwaltung! ließ deni Herzog, der eben einen kurzen Urlaub lfier verlebt, ein Bild der neugetausten. Allee überreichen.
---- Bad-Nauheim, 4. Nov. Bei einem Einbruch in das Derrenkl-.'id'rgZchäst vou Fostel u Becker, Miomslraße 21, erbeuteten die Eiubrechr Kleider im Werte von 5709 Mark. Ter Polizei gelang es, die Tiebe am Samstag zu ermitteln und festzunehmen. Es handelt sicl- unr den unter Polizeiaufsicht stehender Dekorateur Ernst A. Weiß aus Friedberg, der hier verchrftetwurde, und um den oft vorbestrasten Arbeiter Franz Schmidt aus Frankfurt. Das Dicbsgut wirrde in der Schmidt'sck-en Wohnung in Frankfurt größtertterls noch aufgefilwdcn. Beide Einbrecher kommen den bishel'igen Ermittlungen zu.folge als Täter der zahlreichen zuletzt hier verübten Einbrüche in Frage.
4t- N i e d e r - W ö 1 l st a d t, 5. Nov. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische TchchrteitsTmdaitle, erhielt der Pionrer Friedrich Kv ft.
ßt Ockstadt, Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapfer- keitsniedaille, erhielt dar sGefreibe Jiohanp Dönges.
Starkenburg uuD Rheiuhessen.
I. Darm stadt, 4. Nov. In Gegemvart des Großherzogspaares, des Prrirzen mrd der Prinzessin Friedrich Karl und des Prinzen Wolfgang von Hessen sprach in dem bis zum letzten Plätze ge/ätlteir Festsaal der Turw- gemeinde Geheimrat Prof. D. Dr. Eck-Gießen über „Luther und die deutsche Zukunft". Seit dem Untergänge Roms ist der Anschlag der 95 Thesen das bedeutendste Erchpns für die europäisch« Geschchte gewesen, deren Tragiveite sich Luther freilich nicht bewußt gewesen war, aber „plumpsweise", wie Luther selbst sagte, wurde er in die Weltbewegung hincing^zogen. Ares der Schule der nnttetalterlichen Mystik hervorgegangen, tzat er sich doch nicht in deren Gedanken gange verloren, sondern >ich zur Welt- bejalnmg hinduvck^gernngen. Eine gewisse Einseitigkeit war die Vorbedingung für sein a^rßeror^cuttliches Wirken, das bis zur Gegenwart in der deutscher:, idealistischen Mfilosophie, in her deutsche:: klassischen Literatur und in dem deutschen Sdaatsgedanken weiterlebt. Auch für die deutsch' Zrikunfi wird es heißen, „Luther mht mit". Von dem Redner milgerissen, stnwnte die tiefergrifsene! Festversanrmbrng dei: Schsußvers des Lutl-er-Liedes an: Nehmen sie uns den Leibt. Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahi::. Sie haben^s kein Gewinn. Das Reich muß uns doch bleiben.
I. D a r m st a d t, 4. Nov. Gestern abend sprach, im Kaisersaal vor einer sehr zahlreichen Bsrsauunlung der fortschrittliche Reichs!- tagsab geordnete Ko p sch über „Der Deutsche Reich tag und der Friede". Dm Redner verteidigte die Friedensentschjließung des Deutschen Reicksbcras: diese war nich gerichtet an die friedlichen Staatsinäimer Llvhd ^George, Mlsvn 'und Porncarö, die vom Kriege leben, sondern an die fcfiidlichm Böller. Hier 'tyibt sie auch ihra Wirk,mg nicht verfehlt. Im Innern sei die Entschließung falsch ausgelegt worden. Man wolle z. B. Belgien zwar nicht annektieren, aber man werde ein Flandern schaffen, das uns davor schützen werde, daß Belgien wieder dem fenrdlichen Einfluß verfallet Vor allem aber werde man Belgien als ein Faustpfand solange behalten, bis auch. England EÄais :md Ajogypten (!) heransgegebefi habe. Gegen unsere Kvlonin: im Sttlljen pfrrni, die wir nicht me hr bekämen, müßten wir den Kongvstaat, der Herr mlos sei, erhalte::. Wenn wir keine Biavcntsich,äd:gung verlangtm, so müßten wir dock Rvhslofse zu annehmbare:: Preisen vom Auslande erhalten zum Wiederaufbau 'u'.nserer Industrie. Scharf wandte s:ch jber 9t«dn>er gegen die!deuts>ch.e Baterbandstpartei, die:mr eine Neu- auilage Lues DvnM>n:l'Undes (fei. Der Redner fand vielen Beifall, doch fchllte es auch nicht an Widerspruch.
I. Dar n: st a d t, 5. Nov. General der Infanterie Freiherr v Galt feiert heute seinen 7 0. Geburtstag. Er wirrde 1847 in D a r m st a d t geboren als Sohn eines Majors und Gwßherzlvgl. Kckumerl-errn mck machte als Leutnant die Kriege von 1866 und 1870/71 mit. In seiner spätevo:: militärische:: Laufbahn wechselten Fro:rtt>ie::sw rmd Kommandierungen zu militärrschen Mldungs- anstalten miteinand-er ab. Seine letzten Stellungen tvaren: Inspekteur der KcicaSfMlen in Berlin, Führer der 25 (hesschchm) Division (1902 bis 1906), Gouveriwur der Festtrira Köln. Als solcher wurde er zum General der Jirsanterie ckArraktensterl :m£> 1907 mx Disposition gestellt. Er lebt jertdm: u: seiner Vaterstadt Bon K^iegsausbrrvck bis Anfang dieses Jahres beklmdete er den Posten eines stellvectr. kvmmand. Gnwvals t^s 18. ArmecSorps und mstell im Jahre 1915 ein Patent seines Drenstgradö. Sem Nachfolger
wurde Generaltentnant Riedel.
I Darmftadt 5. Nov. Tre HandÄSkam:ner wählte cm
Stelle des verstorbenen KommerzienwtsL-?^ den^shen^n 2.- Vorsitzende,: Komn:e^:cnrat L. TfiM'ch Ävn 1 stellb. Bor- sitzkncken und dm: Gest ßNodd^alrat E. Muck zum 2. JMfo. Vor-
fiW n aTW ft«bt. 5.Nov. Der Ernst-LuLwin-Btrrin s si scke r 2entralver>e: n kür Err:chtungb:ll:- ^er Wohnungen) hält mn Dienstag, den 15. November, Vvr- ncknaas 11 Ubr im Sitzu'ülssaal der Znxitm Stände am,ner fme
s^hen cwt Zam»*x*«W ent botr BLrgschaftSüber--
t^hme des Staates für zweite Hypotheken bei gemeinnützigen Ktenv-
wohnungsl-auten, sowie Regelung des Grundkredits zur Ivetten Stelle, eh: Antrag Bereitstellung von» Holz aus sbaatlichm Forste« zum Wohnungsbau:md zur Herstellung von Möbeln für Minderbemittelte (Bertckilterst. L-andtagsabg. Wiego::diH e ppenstim) Vor tTOfT über Wohmmgsfrage und BevölkeruugSpolitik (Pfarrer Loos Butzbacki). — Gleichzeitig findet in der Zautrü(stelle für das 5)e- werbe eine Ausstelkung von Entwürfen für den Klein- lvohnunaöbau statt.
I., Da rm sta dt, 5. Nvv. Fabrikant Emil Schenk ovn ster hat eine Derckschrift „ Krieg erheimstätten" herausgegeben, welch« vom Hcsiischen Landcsverein für Kriegerheimstättm (Darmstadt, sMatstldeuplatz 20) an Fveuvrde der Sache unmtgeltlich abgegeben nnrd.
. I. Darm stadt, 5. Nov. Die stesige Frismr-Jnnung hat e:nen Pre:saufschlag von 25 Pwzent einttcten lassm.
Main z. 4. Nov. Im alten Winterlwfen wurdm Dienstag früh die Leichj.t: zweier junger MädckM: aufgefunden. Die Toten hat man jetzt als zwei 17- rrnd 18jährige Sckuvestern Z. aus Darurstadt festgestellt. Die Mädchen hatten sich nach einem Strert nrit der Mutter aus Darinsrjadt entkerrit, tvaren zunächst nack Brngerbrück und von hier rmch Frankfurt gefal-rcu. Dann begaben sie sich nach Mainz, ämb ertränkten sich, nachdem sic noch eriw Postkarte an eine Darmstädter Freundin geschrieben hatten, kreis Wetzlar.
ra. W e tz la r, 3. 9£m>. Karl Mannberger, ein geborener Wetzlarer, erstell das Eiserne Kreuz 1. Klasse.
ra. Wi ß m a r, Kr. Wetzlar, 3. Nov. Wilhelm M ü d i ck c n , Beamter der Mitteldeutscl-en Ercdickank Wetzlar, wrncke mit dem Ersernen Kreuz ausgezeichnet
Dessen-Nassau.
^ Frankfurt a. M., 5. Nov. Auf dem allen Friedhof des Stadtteils Brockenhcim sind'durch Biller:bckicke große Verwüstungen angerichlet worden. Ter größte Teil der ft reit,^c, Grast'ockel und jtanfiigcn Tenkiuäler de- Hinteren Friedbostge.äirdos wurde vollständig zerschlagen und von den Gräber:: geiwcilzt. Da dc.r Friedhof nur imch wenig bestlcht^wird, um seiner schönen Baumpruppen wird mis P:etät gegen die Toten aber erhalten bleibt, fo Winken die Ver- w-lUnnge:, die melwere Näck/.c ugcheiimnder gasckIehen sein müssk^:. erst letzt crttdeckt.
„ ^Frankfurt a. 4. Nov. Unter dem halben Dutzend Uraiifführilirgen, die das Frankfurter Tstaterstrblikum in den letzten drei Wochm sah, becrusprucst Friedrich Sebrechts Tra gödic „David" besoitdeves Interesse, weil der ^ begabte Leipziger Schriftsteller in diesem ErstlingsMrk gleich eins der scktvrr- blutigsten Probleme drainatisch zu meisteri: versucht, das Sehnen ncuch dein Erlöser Tod. Um Lüe drei biblischen Gestalten David, Urias und Bathseba rankt sich die Handlung. Zwischen David und seiner Gattin Achinoam sind die Schitten der Gefühtßerstarrung aufgestiegen, sein loderndes Sehnen gilt dem Weibe Urias. Dieser fällt als Opfer L>er sinnliche:: Leidenschaft des. Königs und deß eigenen Gattin. Ujtljd doch bringt der Tod nicht Erfüllunn, sondern, Tvenmma. Diese Wirrnisse der Seelen versucht Sebreci-t in dich- irisch schöner, oft mit rhythmischem Schwung erfüllter Sprache psychologisch sorsck::ü> zu ergründen und darzustellen, erreicht aber nur (eitert die Höhe drainatisch, hin strömender und fortreißender Wucht, die den Hörer vrstloS feffelt. tNur die Schluß,bi lder blühten auS vrr jlis-
ßenden Handlung zu Glanz und leuch,teützer Kraft auf. llnd fi? verhelfen auch), der Tragödie zum starken Erfolge. Die Ausführung war mit einfachsten Bübnenmitteln trefflich inszeniert, das Spiel der Künstlerschajt voll Schwung und Wärme. Herr Feldhammer und Frl. Aschenbach boten als Träger der Hauptrollen Glanzleistung«:. Der jugendliche Dichter durfte wiederholt den Dank des Publiftlms entgegennehmen.
X Hanau, 5. Nov. Fabrikmrt Dr. Wilhelm H eraeus, Mitinhaber der Firma W. C. Hev-rus, chemisches Labvratorrmn, l-at für die Ztvecke der Kriegspatenschaft 10 000 Mk. gestiftet.
H. T. Herbornseel bach,>4. Nov. Gestern abend 10 Min. vor 9 Uhr kündete Sturmläuts:: den Mrsbruck', eines größeren! Feuers an. Fast gleichzeitig brannten die Scheunen der Lairstvirte Jvh. Ml'h. (Ärbriel stnd DH. Trisch und dann verbreitete sich da- Feuer sehr schnell auf die Scheunen und Ställe der Witwe Georg Alug. Görzel rrnd Heinrich, August Bickel, welchem auch das Wohnhaus vollständig verbrannte. Jede verfügbare Kraft war stlfsbereit herbeigeeilt und es (gelang, des Feu>ers Herr yii werden, so daß um 11 Uhr jede Gefahr beseitigt tvar. Der ganze diesjährige Ernteiegen ist den Brandgeschädigten verrichtet, und insgesamt beläuft sich der Schaden auf zirka 20 000 Mark. Das Feuer war weithin sichtbar. Ci:tsl^hungsu rsache Hst bis jetzt nicht ermittelt.
Gerrcht-faal.
I. Darmstadt, 5. Nov. Der Werkfühver Mannheimer einer Fabrik in Waldmülielbach wirrde wegen Aenderung des Be triebs entlassen, durfte aber den Winter über, solange die Fabrik stille lag, darinnen wohnen bleiben. Er mißbrauchte diese Erlaubnis, indem er zahlreickW Einrichtungsgegenstände, die gegenwärtig schwer zu ersetzen sind, hermisnabm, für sich verwandte oder veräußerte. Er erhielt von der Strafkammer, obwohl er bisher un bestraft war, 1 Jahr 2 Monate Gefängnis abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft. — Den „wilden Mann" spielte der 25jährige Dreher Friwrich Horbat ans Staßfurt, der in zwei Ofienbacher Fabriken für 8000 Mk. LcHer gestohlen hatte. Er hat sich schon bei seiner Verhaftung :vie ein Wilder benommen, dafür aber wn der Frankfurter Strafkammer IVr Jahre Gefängnis wegen Widerstands gegen die Staatsge:valt erhalten. Bei der gestrigen Verhandlung simulierte er Geistesgestörtst und ivurde einstweilen in die Untersuchimgshaft zurückgeführt. Seine G'liebte, die 23- jährige bisher unbestrafte Fabrikarbeiterin Anna Marg. Gödde. war geständig, ebenfalls Leder gestohlen zu haben. Sie erhielt 5 Monate Gefängnis, die durch),.die Unters:, chungsl-aft verbüßt srnd.
Usrivevsitäts-Nachrrchten.
]\ Marburg, 5. Nov. Von den rund 340 Studentftmen der hiesigen Universität hat sich ein großer Teil ai:f die Dchfiorderung des Kriegslninisterftlms hin zur Arbeit in.der Rüstungsüüxustrre zur Verfügung gestellt und zwar im Bereiche des 11. Armeekorps.
Witterungsbericht.
(Oefsentlicher Wetterdienst.)
Wechselnd bewöllt, meist trocken, wärmer, in höheren Lagen ^rachtftostg-esahr.
Letzte r7c,ctzrLehten^
Beratungen des Reichskanzlers mit Hindentzurg und Ludendorff.
B e r l i n, 5. Nov. Der „Berl. Lok. Anz." schreibt : Dft K o n - serenz, die am Sounabend wtixx dem Vorsitz des neuen ReiW- kmrzlers, Grafen Hertling, im Reichsamt des Innern begonnen hatte, wurde >am gestrigen Sonntag forlgefttzt. L>je begann bereits in den Vvrmfttagsstunden .und bairerte n:tt einer Unterbrechung bis nachmittags nach o l /i> Uhr. Wieder, :m nahmen Gene- valfeldmarsch)«.ll von Hindenburg, General Ludendorsf die Herve:: ihrer Stäbe, eine Anzahl weiterer höherer Offiziere untz Mitglieder des auswärtigen Amts daran teil. Auch der Vizekanzler Dr. Helf ferich wohnte der Konferenz bei.
Der neue RoichsKanzler, Graf Hertling. hat bereits seine Arbeitsräume im Reichskanzlerpalais lrezogen und dort längere Zeit gearbeitet.
Ilnter' den Missichtsveichsüen Mümveni für die Ü^ac!:jolgescr-aN des Unterstaatssekvetärs in der Reichskanzlei vor: Gräveiütz werden, wie wir aus parlanrcntarischcn Kreisen hören, der Unterstaals- sekretär Göppert :l7Ü> der Mgeordnetc von Kardorff ge namtt. Gleich Herrn von Grävepitz, wir uns berichtet wird, Ijat der Chef der Presssabtrilüng in der Reichskanzlei, Landrat » on Braun, sein Amt zur Berfüg:»^ gestellt.
Berlin, 5.9äov. Die „Boss. Ztg." sch:eü». Me wir cm Sonnabend bereits anbei,brteit, scheint man sich in de,: .Kreisen derneuen Reichsleftimg mit der Absicht zu trageir, den Posten d e -- Vizekanzlers, der- nach der Bewilligung des Helfferichsch?:: Abschiedsgesuches dürft) den Kaiser frei werden ivürde. nicht wiedL' zu besetzen.


