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3.11.1917 Erstes Blatt
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Reichstag und ungarisches Abgeordnetenhaus.

Budapest, 2. ?tVv. (WTB. Nickstvmtl.l Der Präsident des Manschen AbgeordnetenHanses Dr. v. Ssasz erhielt folgendes Telegramm

. Das Ungarische Abgeordnetenhaus sendet angesicksts der glün tzenden Siege, die in treuer Waftanbrüdersckiast ungarische, öfter reichlich? und deutsche Truppen in der venetiarnischen Ebene er lackten haben, der ^Deutsche Reichstag Hundes fre und lichc 3^-!^ herzliche _ Glückmiinsch'. Aus der unoergleickckichen

WittfenbrÄttrlchaft unserer tapferen Heere tuenden, des sind wir sicher, Freiheit uud glücklich? Entnäckluirg der perbürrdeten Nationen erblühen für letzt und alte Zeiten.

Dr. Kämpf, Präsident des Deutschen Reichstages.

Präsident Dr. von Ssasz sandte folgendes Äntwvrtteicgramm:

An den Präsidenten Tr. Kämpf, Berlin.

' Für den warmen und brüderlich,eit Grus;, iwlcfem uns Euere Exzelle nz namens des Deutschen Reicl?stages anläßlich der glän­zenden Siege der deutsch-österreicknsch-nn garischm Truppen über den trcichrilchigen Feind entboten haben, empfangen Sic des Inlgansrtv'n Abgeordnetenhauses av fr lästigsten Dank. Wir hegen e,ie teste Hossnuug, da k^ne beispiellosen Wasientaten utlserer helderr- muttgen Sciiaren und das begeisterte. Durch!>alten der Heimat

untere Gegner z-nr Einsicht unserer ilnbesiegbarkeit und mts selbst lregreulien Weltfrieden näher bringen werden. *

dein

Dr. Karl von Ssasz.

Präsident des Ungarischen Abgeordnetenhauses.

England zu unserem S.reg in Ftalien.

Berlin, 2. Nov. (WTB. Niclstymtltt Der deutsch-öster- reich'ict>-ung>arische Sieg am Jsonzo und der italienische Zusamnunn brrcch rufen in England so große Bestürzung hervor, weil er weite .Kreiie völlig überraschte. War man doch allgemein überzeugt, daß -Oesterreich-Ungarn eurer grasten Offensive nickst inel)r fähig sei. Noch als der Angriff bereits im Gange war, sagte Sir Edward Cär- ?o n lautTimes" r»m 25. Oktober trinnrphiererÄ:Denken Sie etwa. Oesterreich will noch lveiter kämpfen? Ich weis;, da» es das nicht ivill. imd ich spreche das durchaus nicht leichtfertig aus." -üen Verlust, des von Italien in elf blutigen Schlachten erokttrten <wdcue^ empfindet England besonders sckyver, west, wie dieMor nrng Post" vom 22. Seprimber lobend betonte, Italien bisher der ein.igo Mliiertc war. der den Mittelmächten europäischen Lcmdbeiitz entrissen hatte.

Graf Hertlin; Neichzkanz?er.

Berlin. 2. Nov. (WTB. Amtlich.) Seim Majestät der Kurier und König hat den Reichskanzler Dr. Michae­

ls uuf.femen Antrag tAN den Aemteru als Reich-skanzler, als Prüsrdmt des königlich preußischen Staatsministeriums und als preußischer Minister der auswärtigen Angelegen-

önrm unter Verleihung der Kette zum «rotzkren, dee- Vo­ten AdlexorSens «»Wunden und zu seinem Nachfolger in diesen Acmiern den königlich boyerischeu Staatsnüuister T Grasen v o n H e r t l i u g ernannt.

Neues Palais, den 1. November 1917.

Mein lieber Dr. Michaelis!

Ich habe mich - dein (bewicht der Gründe Ihres Rücktritts­gesuches nicht entziel)en können und Icher Bitte um Entlfebung von den Ae intern als Reickstkauzlei', als Präsident des Staats­mim i lern miS und- als Minister der ausivärtigcn Angelegenheiten durch Erlaß vom l-eutigcn Tage entsprochen. Mit auwpseruugs- voller Bereitwilligkeit sind Sie in schwerer Zeit meinem Ruf« gefolgt und lacken in den höchsten Aemtern des Reichs und Staates dem Vaterland ersprießliche Dienste geleistet. Ich kann es mir nickst versagen. Ihnen für Ihre bisherige treue und uw- ermüdliche Arfew meinen Dank imd meine Anerkennung auszu­sprechen. Als Zeichm meiner Dankbarkeit mrd Wertschätzung ver­leihe ich Ihnen die Kette zum Großkreuz des Roten Adlerordens Die Dekoration folgt anbei.

Indem ich der Hoffnung Ansdruck gebe, daß Sie Ihre bewülfrte Kraft auch in Zukunft gern in ben Dienst des Vaterlandes 'stellen werden, verbleibe ich Ihr wohlgeneigter Kaiser und König.

gez. Wilhelm I. R.

xUrt.

Berlin^ 2. Nov. (WTB.) DieNcordö. Mg. Ztg." schreibt Dritten in den schiversben.Vrstnnrgstagen des deutschen Volkes nmr Michaelis als >tanzler des stbeichs berufen ivordeu. Das tune ernste Pflichtgefühl, das den Kern seines Wesens ausmacht, fett itti die Büri>e des übernclstnai fenftm. Er hat sie getragen

nrit der ganzen ihm eigenen Wüfrde, mit heiliger Vtitm'laudsliebe nndlder Selbstlosigkeit, Re nur ein Ziel kennt: Das Glück und die Größe des Reiches. Eine ehrenvolle Laufbahn liegt hinter ihm. Seine Leisbcngcm ans dem Geriete des ErnävnrngÄaescns bilden ein Ruhmesblatt in der Geschickte dieses Krieges. Sie reihen sich wüchig den Taten unserer FeÄdl^rien an. Seine Kanzlerschaft war erfüllt von schittren Käntchen. Wann später unlttirrt durch die Leidenschaften des Ta-gvs die Geschichte dieser Zeiten geschrieben wird, dann wird aber Mich dein Kcnrzler Michaelis eine gerechtere Beurteilung widerfahren. Rbrn stnrd dann erirressen, daß er es imvesen ist, der dia Kllirung grmrdlLvmver ZuLmrstsfragen in die Hand 'genommen und gefördert hat Er hat auch ccks Kanzler seinem Kaiser und Reicks gedient, als arcsrechter, treuer deutscher Mann."

ßrdt'Heriting

Dr. Graf Georg v. Hertling ist am 31. August 1843 in Darnrstadt geboren, wo sein Vater als hessischer Hosgeri.htsrat und Kammetherr lebte. Nach- Absolvierung des Gpmnasirnms seiner Vaterstadt Uudwrte er in Münster, München und Berlin Philo- lovme und (^schickste und crivarb in Berlin 1864 den philosophischen Doktorgrad. Eine eins älfrige Studienreise nach, Italien benutzte er tm wesentlichen fejir B.-rtiesirng seiner Kemittrisse über dic dogmettsche Gefckstchtc der katlwlischen Kirckie: nach Deutschland, MMckgekehrt, beDeitete er sich durch, iwrvate Sttidien auf hi:4 onipenri!.lie .LMrssdahn lveiter lvor und habilitierte sieb im Jahre .4867 an der Universität in Boirn als Priüatdvzent für Philosophie. AlNMtn Jahre hindurch, wirkte er auf diesem Posten, auf dem er 1880 den Profiessorentitei -erhielt. In größerem Um'ange setzte damals bereits seine sichriftchellerisch« Tätigknt ein, b G?ich iväh- renb dieser Zeit in der Hau.vtsack;e auf philosophische und natnr- wissenschvttlick» Prvble:ne. erstreckte. Auch gründete er von Bonn aus 1876.bir bentsckv Görrvs si)?sellsch.aft zur Iördcwung der Wissen­schaften im kathoKsichen Deutschstand, deren Präsident er bis in tic letzte Zeit lhinoin gewesen isst 1862 w'.i.rde er als orbenfa licker Professor der Philchophie an die ttniversität Münclfen bernfest 5rnd übte dort die Lehrtätigkeit aus, bis er 1912 zum bayerischleni Miniller-präsideitten ernannt wurde.

^ Schon als Student er war Mitglied der katholischen Stu­denten veremigun«Askauia" trat er bei Versammlungen Meder bol t als Redner und Vorkämpfer für die Interessen seiner VvrbrMntg auf und erntete insbesondere bei einer Generalver­sammlung der katholischen Vereine Deutschlands 1863 in Frank- fstrt a. M. mit einer Rede über die katholischen Studentertvereine retten Geisalt. Als Privatdozent in Bonn nahm er alsbald neben fernem Lehramt in umfangreickec Weise mich eine politische Tätig- re'.t aus und umritt bereits 1875 als Vertreter des Kreises Koblenz- Goar in den Reichstag gestrahlt, in dem er sich bei seinem Ein­tritt der Zentrumsvartci anschloß. Bald wurde er in den Vorstaird der Partm genstihlt urrd wurde deren beständiger Vertreter in mehreren Kommissionen. 1890 nalim er txm einer Wiebenvohl für den Reich-stag Abstand, doch) ließ er sich 1896 wieder für seine Partei aufstellen und vertrat dann bis 1903 den Wahlkreis Iller­rissen iM den Wahlen vmc 1903 wurde ihm an Stelle des vom batjmiü cn Zentrum andcriveit vergebenen Wahlkreises Illertissen von'der Zenttumspartei des Reiches der Wahlkreis Münster-Cös- stld überttagen. dessen Vertreter er m>u da an im Reichstage war, vrs er nach seiner Berufung'amf den brpcrischcn Ministerpräjiden- tenpoften sein Reichst«gsmMidat niederlegte. Im Ialyre 1909 Mrrde er nach dem Tode des Grasen Hompesch Vorsitzender der Zentrumspartei im Reichstag, welchen Posten als sein Nachfolger der fetzrge Iustüzminister Dr. Spahn übewralnu

Mütterliiskerseits stammt s^-vrg v. Hertling. dem 1914 aus Altla". der liebertragung diw .Wnigswürde aus König Ludwig der Grattniland verliehen wurde, von der Fraicksirrter Patriziersamilie v (»uaita ab. einem aus Italien eingeioandertmi (des-cbecht. Sein Grost^ader msttterliKersoits der Iranksurier Bürgermeister von Guattc. hatte ine ^'.rchb-r jener Marimiliane La f)tock>e-Brentano m FlMb die einst die Neigung des jungen Goethe gefesselt hatte. Graf Hertlrwg selbst Df feit 1869 mit Anna voir BiegelebM. emer geborenen Darmstädttwin. vermählt Aus dieser Ehe sind drei Töchter, von denen die Ätzesde mit dem Major im preußischen Eri egsmi ni sbe rrirm Freiherrn von Weiters lausen vermähtt ist uni, etot Sohn, der als Rittmeister bei dem 4. Eh^aurlegers-Üd-gimeut steht, hervovgsgwNMic.

Der Kaiser an Michaelis.

Berlin. *2. Nov (WTB Amtl.) Seine Majestät der Kan er und Kmna har an den bisherigen Reichskanzler Dr. Michaelrs svlgcnbos Hanoschrcrben gerichtet:

Der Mcriscr an den N<ichSta^öpräsident.

Berlin. 2. Nor (WTBü Der Kaiser erwiderte auf die Depesche des Reichstagschäsidenten Dr. Kämpf folgendes:

Ich danke herzlickr si'tr den. O8lückw.msch den Sie mir rm Namen des Reiche tags zu dem liberwÄkigcmden Erfolge dar gebracht haben, den Misere tapferen Truppen Sckrutter m: Schulter mit den^Armeen des angverbütidetin ^Oesterrx'ick)-Ungarus in glän zendem Siogeszuge erfoebteu l^alwn. Beivunbernd und dankbar stehen, wir vor dem Opfermut und der AusdMier der alles übe rann dewoan Tapferkeit unserer Brüder im Felde, nicht nur die .Heimat mit ihrer Brust vor einer Welt von Feinden schitzend, sondern ür kühnem Wagemut in Nord uu.d Süd ihre sieggewolmten Waffen in das Land des Feindes tragen. Möchten sie ein leuchtendes Bci- 'Viel sein für alle in der Heimat intb eine ernste Mah nnng, nicht z u r ü ck z u st ehe u Mi glühender Vaterlandsliebe und alles tragendem Ovierfinn. Möchte das Volk daheim urw seine Vertretung den Brüdern im Felde seinen Dank darbringen durch den gleiäien Opfermut und jene f e st e i n n e r e Einigkeit u nd Ge sch l o s f -c u hei t, die den Kämpfern draußen den schönsten Lohn, 'den Ferntttn aber die Gewißheit bringt, daß Deutschlands Kraft aus keine Weise zu brechen ist. Dann ivird uns Gott endgültigen Sieg schenben und unser teueres Vaterland durch Kampf und 9tot zu einem ehrenvollen Frieden sülwen.

ch. Wilhelm I.R.

Hindenburg an den Reichstag.

B e r l i n, 2. Nov. (WTB.) Ge-ircralfeldmarschall v. H i n d e n- b u r g hat auf die DepeÄ»' des Reichrdagspräfideirten Tr. Kämpf folgende Antwort gesandt:

Eurer Exzellenz spreche ich für die Worte der Begrüßung, dre Sie anläßlich des 'Sieges in Italien an mich zu richten die Güte hatten, verbindlichsten Tau? Mls. Währerrd im Westen unsere herr­lichen Truppen feit NLonattn ohne Unterlaß heldenhaft und uner­schüttert die gewaltigsten und gleichz^ttrig eu-tsaaakngsvollsten aller Kämpfe gegen den verzweifelten Ansturm der Franzosen und Eng­länder führen, haben am Jsonzo im Verein mit den verbündeten Oesderreich-wn und Ungarn deutsck-e Divisionerc. beneidet von allen ihren Kameraden, in ungestümem VonvärtSdrängcn den Zu- sammsnbru-ck des italienischen Heeres l/erveigeführt. W a h r l i ch, das deutsche Volk muß stolz sein auf seine'hnc und darf getrost sein .Geschick und sein Gut ihren starken Herzen und Armen anvertrauen! Das Heer wird seine Sckfp.rldigkttt tun, dem dnttsthen Volke und Vaterlande eine Grundlage zu erkämpfen für einen kraftvollen unb Dauer verheißenden Frieden. Aber es reäfnet darauf, das; das deutsche^ Volk einig wie ein istdann hinter ihm steht: zäh, zuversichtlich, friedfertig, aber siegeswillig, seines Rechts und seiner! Kraft bewnßt. Vorwärts für .Kaiser uard Reich!

H i n d e n h ir r g.

Telegrarnmwechscl zwischen dem 51aiser und dem König von Bayern.

Berlin, 2. Nov. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser richtete an den König von Bahern folgendes TelegrmTrm:

An Stelle des auf seinen Wwrsch zurückgetretenen Reichskanz­lers.. des Präsidenten meiWs StaatAin ini fix rinn rs Tr. Michaelis, beabsichtige ich in die freitverdenDen Aentter den Vorsitzenden in Deinem Miuifterrat Tr. Grafen von Hertling zu be­rufen Ich weiß, ivÄches Opfer eS für Dich bedeutet, diesen erfahre­nen und erprobten Staatsmann und treuen Diener zu entbehren. Wenn ich gleichwohl die Bitte an Dich richte, ihn freizuyeben. so tue ich es in der Züversstht, daß Dsui djie Notwendigkeiten des Rncho-1 allen anderen Erwägungen voranstellen und meinem Wünsche entsprechen wirst.

^ , gez. Wilhelm.

Kvnrg Lndwrg erwiderte mit nachstehender Drahtung: Soeben erhalte ich Deine telegraphische Mitteilung, daß Tu den (Grafen Hertling auf die Stelle des ReichMnzlecs icnd Präsi­denten Deines Staatsministeriums benckeu willst. So sichrer es mir Nlt, auf die bewährte Kraft des Grafen Hertliwt für die baverische Regieruug vcrzichiten zu müssen, kaw! ich dock) der von Dir getrvffe- iren Wahl aus vollem Herzen zustimmen. Unter Zurückstellung eigener Interessen entspreche ich dahw gerne Deinem Wünsche nach Freigabe des Grafen Hertling ans' dem baherisckM Dienste Möge der n e K ern zler. der sein ?lmt linter dem mächtigen Ein­druck der Siegesnachrichten aus dem Süden anttitt die großen Aufgaben der .Zeit einer glmMheu Lösung z-ufübren' die den: ststiche und damit auck) den Einzelstaaten eine kraftvoll e Entwicklung und eine gesicherte Zukunft gewährleistet.

gez. Ludwig.

Telcgrammwcchfet zwischen .Hertling nnv dem König von Bayern.

München, 2. Nov. (WTBst Telegrcrmmivechsel zwischen dem Komg und- dem Peichskanzler Dr. Grafen von Hering:

Seiner Magestät dem König von Baven, in München! Eurer Majestät beehle ich mich alleruutertänigst zu melden', daß ich irnch soeben zu der mir von Seiner Majestät dem Deut- chn Kaiser. König von 'Preußen airgetragenen N sternahme der Stelle des Reich lau z!ers mrd des preußischm Ministerpräsidenten entsprechend der mir von Cmrer Majestät allerhöchst erteilten (5c>- mächltigung bereit erklärt habe. Tiefbewegten Herzens muß ich m dreier für mich so bedeutungsvollen Stunde das hohe Amt aus das mich das Vertrauen iveikmd Seiner Königlichn Hoheit des Prinzregentm Luitpold wn Bayern berufen lwt und das mit allen meinem Kräften zum Bester des geliebtoii Bayeriilandes zu füliren meine Fa-eude und mein Stolz war, in die stand«' Eurer ÜNajestät zurüKleqen. Eure Maejstät bitte ich bei diesen! Anlaß, meinen riefqefitzlten Dank für alle mir in überrcstchni Maße enmchne .HnL und Vmbe zu FMin topm zu dürfen Möge der allmächtige.Gott Eure Maj^ät mit echr langst glücklch wührmrden ?strgwrung zum Wvhbe des Vaterlandes soguen wld das .'lkönigluhe Haus in ^epveu gnädigen Schutz ncklmien."

Eurer Könßchchm Majestät allerrnitertänigst treugehvrsamswr

Exzellenz Reichskanzler Dr. Grafen von Hertling, Der!

Seine RLajestät der Kaiser hat mir gestern abend telegraphisch mitgeteilt, daß er sich entschlossen feit. Eure Exzellenz aus die Stelle des Reichskanzlers zu berufen. Eure Exzelleutz wissen, wie schrvcr es mir stillt, mich gerade in dieser Zeit von Ihnen trennen zu müssen. Wenn ich mich gleichwohl mit Ihrem Rücktritt aus dem Amte des batierischen Stoatsministers, des königlichen Hauses und des Acußern einverstanden erkläre, so geschieht es, weil ich Seiner '.Najestät dem 5lviser darin überein stimme, das; Ihre Be- rufukrg auf den Posten dos Kanzlers dem Interesse des Reickies dient, demgegenüber ich mein eigenes Interesse xurückstellen muß. Meine innigen Wünsche begleiten Sie in Ihr neues hohes Amt. föott gebe Ihnen die Kraft, die schvere Bürde zu tragen und das

Steuer, das Sie ergreifen, mit sicherer Hand zu führen, zum. Wohle des Reiches und der Bundesstaaten. Als äußeres Zeiäicn

meines nxrrm empfundenen von Herzen kommendeu Dankes iür die hervorragenden Dienste, die Sie meinem Vater und mir und meinem lieben Bayernlande' in fast seckOjähriger Amtsftihrung geleiltet haben, verleihe ch.Ihnen meinen .Hausritterordeu vom lmligen Hubertus. ^ gez. Ludivig."

Ein Besuch des Grafen Czernin.

Wien, 2. Nov. (WTB. Nichtamtl.) In Ausführung der schon Mts Anlaß der letzten Anwesenheit des Staatssekretärs oon Kühih-

incrim in Wien, mil diesem getroffenen Verabredung begibt sich der Minister des Aeußern Grat Czernin am 4. November abe

z e r n i u am 4. ^covemver abends vach B-erlin. Er wird daselbst Gelegenheit haben, mit dem neuen Reicku-''anzlcr Grafen Hertling zu konferieren, der fettanntlich im April in seiner damaligen Eigenschaft als bayerischer Minister- prälident seine Airfivarttmg am k. und k. H>os machte und den Graten Czernin besucht hatte.

Die Lage in Rußland.

KerenSki über die Erichöpfung Rußlands.

Neu York, 2. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Nauterscheu Bureaus. Kerenski soll dein Peters­burger Vertreter derAssociated Preß" erklärt haben, Ruß­land sei erschöpft. Es sei sein Recht, von seinen Verb uw- deten zu fordern, daß sie fortan die Last des Krieges trügen.

Tie spanische KabirreLtHkrrsiö.

Madrid, 2. Nov. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Maura hat den Auftrag, das Kabinett zu bilden, abgelehnt. Der König hat G a r c i a - P rieto neuerdings berufen.

Das türkische Parlament.

Konstantin Opel, 1. Nov. (WTB Nichtamtlich.) Die P a r l a m e n t s s e s s i o n ist heute in feierlicher Weise eröffnet worden. Der Sultan hatte Feldmarschallsnnifonn angelegt. Großwesier Talaat Pasch« verlas die Thron­rede. Die Stelle betreffend die Siege über die Engländer bei Ghaza, fern>er die Stelle, wo der Sultan die Hoffnung aussswach, daß die tapferen osmanischen Armeen den Feino rn Mesopotamien und an der Kaukasus sw nt über die Grenze zurückjagen werden, sowie die Stellen betreffend den Besuch des Deutschen Kaisers und bezüglich Persiens wurden von den^ Mitgliedern des Parlaments mit lebhafteni Beifall begleitet.

Seefrfeg.

Reue tt-Bvot Erfolge.

Berlin, 2. Nov. (WTB. Amtlich.) Im Sperr­gebiet um England wurden durch, unsere U-Boot« rviederum vier Dampfer und zwei Segler versenkt, darunter ein Darnpfer, der aus einem großen, gesicherten Geleitz-ug l-erausgeschossen wurde,-sowie die beiden englischer Segler Cnpica", mit 1250 Tonnen Kalk utrd Kreide von England nach Savannah, undTom Roper".

Der Chef des Admiralstabes der Drirrine. Eine englische Erklärung über den N-Boot-Krieg.

Amsterdam, 2 Nov. (WTB.) Geddes, der Erste Lnd der AdmimlttM, sprach heute im englisckMi Unterhause. Er sagte über die Verüftentlichung der Schiffsverlu ste sir a.' Ich bedauere sehr, sagen zu müssen, daß es sich als un m ögl ich her- ausgestellt hat, zu einer besseren Form der Veröffentlichung dieser Verluste zu kommen, die nickst zugleich denr Feinde sehr wertvolle Mirntnisse vermittelte, die er jetzt nicht besitzt. Der F^emd ist ruckst nur in Unkenntnis, was versenkt ist, sondern er würde cwch sehr gern die Sckstsisrmmwechältnisse ve^lmäßig Monat für Adonai, Woche für Woche oder sonst für bestimmte Zeitabschnitte erfahren. Xte Deutschen ltthaupten, daß nm'er Sckstffsraum so sbrik zurückgegäugen sei, daß nickst genüg, Schiffe in See seien, um ihre Unterseebovtskamnlandanttn in den Staub zu setzen, ihre Jagdbeute auf dm gleichen Höhe zu halten."

Geddes eErte sodann, daß das Gegenteil der Fall sei. ettl-ifsszahl und Lckpffsraum seren gestiegen. Er fügte hinzu:Seit ?lpril. dem Monat, ,in welchem die englischen Verluste die höckstttn Uvrren, sind sie beständig herabgegangen, mrd zwar letzthin in bemerkeuöwertem 9Naße. Tor Monat September war am beftiedb gendsteii, der Oktober, wnm auch nicht ganz so gilt, doch nur 'n»euig

schleckst n.

Paris, 2. Nov. (Privattel.) Meldung der Agence Havas. Der Trans po r t d ampferFinnland" ist torpediert worden. Etwa 50 Mann iverden vermißt. Das Schiff erreichte mit eigener Kraft einen ausländischen

Hafen.

Deutsche Luftangriffe.

Berlin, 2. Nov. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Bom­be n g e s chwade r griff in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. Nv- vember militärisäi-e Ziele in dem .Herren von London und in ben Hafenstädten Grave send, C hat h am, Ramsgate, Mar- gatte und Dover kräftig und wirkungsvoll mit Bomben M.

Dr. Ovas vmi HeEng.

Front an und verursachten zahlreiche Explosionen und Brcnütt. Me Misere F'lugzcmge sind zurückgekehrt.

Feindliche Flieger über Baden und der Pfalz.

Karlsruhe, 2. Nov. (WTB.) Im Laufe des gestrigen Nachmittags warfen feindliche Flieger Bomben auf Offen b i^r g und Umgebung ab. In Offenburg selbst wni> den. nach den brshemgen Meldpngerr Menscben nickst verletzt. Der Sachschaden ist nicht nennenslvert. Dagegerr lvurdeu in Schutterwald 2Personen getötet und mehrere verletzt.

Kaiserslautern, 2. Nov. '(Privattel.) Am 1. No- veinber um 3i/s> Uhr nachmittags erschienen, aus lvestlicher Richtung kommend, s e ch s s e i n d l i ch e Flieger über Kaiserslautern und warfen mehrere Bomben ab, ohne Personen- oder Sachschaden anznrichten.

A «8 hem Reiche.

B e r l i n, 2. Nov. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Bundes r a t s gelangten zur Annahme: der Entwurf einer Bekanntmachung zur Abänderung der Bekanntmachung vom 21. Septemb-er 1916 betr. Bestimulmtaen zur Aussührmni