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1.11.1917 Erstes Blatt
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Liturgischer Gottesdienst in der Stadtkirche.

Gießen, den 1. November 1917. :

Mit einem litmBifchen GotteÄnenft in der Stadtfirche fanden OK 'fteretMtfeitm anläßlich des 400jährigen Refvrmativns-- ZwUa-urns geftern abend ihren ^chscMnß, sicherlich ganz im Sinne Mandate im Mittel em kt des Llbends stand, sicher- nch auch nn Sinne des großen Reformators, m dessen Gedächtnis cme inner unüberiehdare Menge andächtig lau-schender Zuhörer den Awßett Raum der Stadtkirche bis in die Ausgänge füllte.

Nach denr einleitenden Präludium F-Moll von I. S. Bach und dem GemeindegesangErhalt' uns .'Herr bei deirrem Wort" ergriff ^oärr Pfarrer Mahr das Wort zu eiirer zu Herzen gehenden An- spZuchb, ur der er, ausgehend von Psalm 84. 12, etwa ausführte, bot3 Luther nicht beabsichtigt habe, eine neue Lehde zu verkimden oder eilte neue Kirche zur gründen, vielmehr hübe er nur die reine Wahrheit des Evangeliums ans Licht gezogen und das durch Men- schenj^mgen verdunkelte, lautere Gotteswort wieder auf den Leuch­ter gestellt. Er- mies /dann '.veiter darauf hin, daß unter den Män­nern, die uns m der Folgezeit das teuere Erbe Lutters besonders nahe gebracht hätten, zwei vor allem genannt zu werden verdienten: Paul Gerhard und Johann Sebastian Bach; jener durch seine in ^ Es tiefster Glaubensinbrunst hervorgegaugenen

^rchenlreder, dieser vor allem als Schöpfer der von echt evangeli­schein Geilte durchdrungenen Kirchenkmrtaten. Besonders irr der letzigen schweren .^rsgszeit, wo gleichzeitig der innere Feind der Abkehr ixm Gott und seiner Kirche neben dein äußereri am Werke bringend geboten, alle religiöse Lauheit und Gleich- gmtrgreit abzulsgM Sund uns des teueren Gutes zu erinnern, das Es durch Luther in der Reformation beschert sei; mir durch die öüEehr zum lebendigen Gott als zu unserem eitrzigen Schuß mrd Schild könne, mne durch die Waffen der äußere, so der endgültige Sreg rm Zimern errungen werden. Daran anschließend leitete er «rnn^ii oachs Kantate überGott der Herr ist Sonn' und Schild"

formatwnEnammgs: EyvEch ßmd vtOcSm fW> Zütze fterfeai

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MütÄ und heller GlLlldmS-u verficht kaum zu verkennen. Ein- drücke, die dann der nachfolgende^ mächtig entsetzende Chor mit ferner prächtigen imitatorischen Stimmführung aufs wirksam ftc bestätigt und steigert. Es ist besonders reizvoll, zu sehen, wie das so außerordonttich prägnante Änfangsmottv dann in Njp. 3 kontra- Mmkttsch verwendet wird, indem zu ihm als oantus firmus in schlechter, für Bach überraschend einfacher und doch überaus fehl gearbeiteter Vierstimmig Leit der ChoralNun danket alle Gott" hinzutritt. Umrahmt wird dieser Chor durch zwei Soli, das erste ein Stück für Alt und obligate Oboe, überaus hrnig und im Cha­rakter dem Eingangschor verwandt, das andere ein Baßrezitativ, in dem Bachs fromm-gläubiges Gemüt ergreifende Monge zu finden weiß, in der Stimmung mehr schon auf das folgende Duett hinweisend. Beide Soli hatte Fräulein Stammler in dankens­werter Weise überiiommen und beim zweiten mich eine anfängliche Befangenheit glücklich überwunden; das folgende schwierige Duett für Sopran und Baß mußte dagegen dem Chor zugei mesen wer­den, der das Ganze mit dem ChoralErhalt' uns in der Wahr­heit" wirkungsvoll beschloß. Bedingten es auch die örtlichen Ver­

hältnisse, daß man sich im orchestralen Apparat gewisse' Verein- ackmngjen auferlegen und die Oboe durch Klarinette ersehen

Unter den drer vollstandigen Jahrgängen Bach'sclfer Kirchenkrn- ihre Perle genannt zu werden und trägt in

drten verdient sie eine wahre U u,uu,u Ll ^u U1 ^ u. uy i lu ihrer Mnrzen Anlage ^ein durck-aus festliches Gepräge, was schon aus der ber Bach noch seltenen Verwendung der Tronrpeten hervorgeht Gleich die Jwsttumentalernleitung versetzt uns in die richtige Re

nrutzte, Iso gelmrg es doch der zielbewußten und hingebenden Ar­beit Herrn Professor Traut manns, der deir ganzen Klang­körper vom Cembalo aus mit großer Umsicht leitete, dem sorg- fälttg einstudierten Wärk zu einer schönen und nachhalttgen Wir­kung M verhelfen. Dasselbe gilt von den zwei Schlußversen aus der ChoralkantateEin feste Burg ist unser Gott", die nach dem Gebet und Segen noch erklangen. Als Postludium hatte Herr Görlach m Max Negers prächtiger Phantasie über >,Ein feste Burg ist unser Gott" das Richtige getroffen, den Abend glanzvoll ausklingen zu lassen. Dr G R

preise für Saatgut.

, Ter Ausfall der Ernte an Gerste urrd Hafer und die Sicherung der Versorgung des Heeres erforderten seinerzeit die Verlängerung deriTruschprarme für Gerste und Hafer in Höhe von 60 Mk. fiir die Tonne dis aus iveiteres. Ter Preis für diese beiden Getreidearten!

b^lref sich zur Zeit einschließlich der Druschprämie auf 330 D für die Tonne, tvährend der Preis für Saatchaser und Gerste anerkannten Saatgutwirtschaften und aus solchen landwittsckov lichew Getrieben, deren Unternehnrer sich nachweiÄich in ^ Jahren 1913 und 1914 mit dem Verkaufe von Saatgut besn?! haben, 340 bis 390 Mk. für die Tonne bettägt. Diese Spannm^ ist^ als^Entschädigung p'lr den zur Saatgutherrichtung erfocht

lichen Ausswand rthrfjt genügend, und es würde bei dein Ausfall der Ernte von Hafer und Gerste zu befürchten sein 213 im kommenden Frühjahr die Versorgung mit Saatgut von Haf/! und Gerste nicht ausreichen würde. Der Staatssekretär des Driv­ern ährungsamts hat daher nach Anhörung von Sachverstärüüg^

«rus dev^ Gebiete ^ der laMvirtsctMftlichen Pflmrzenzüchtung ^

des Saatgut Handels die Preise für Sommergetreidesaatgut, nem"'

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lich Hafer und^ Sommergerste sowie Sommerweizen und Sommer

wggen, die nicht ungünstiger als das Futtergetreidc gestalt werd^ konnten, erhöbt, und ztvar für anerkanntes Saatgut aus anerkom,' ten Saatgutwirtschgften

für die erste Absaat aus 450 Mk.

zweite 430

dritte 410 ,.

ittch für SaalMt aus Wirtschaften, die sich nachweiÄich ßbon den Jahren 1913 und 1914 mit dem Verkauf von Saatgut brfa^t haben, auf 490 Mk. für die Tonne. Dafür kommt die Drusc? Prämie bei Slnunrerungssaiatgul in Fortfall. Durch die nung vom 12. Juli 1917 (Reick^-Gesetzbl. S. 609) war die^

äußcknng, der Erwerb urrd die Lieferrnrg von SommergettAde v, Saatzwecken am die Zeit vom 1. Januar bis zum 15. Jmrj iq?Z

beschränkt. Im Hinblick auf die knappe Ernte an Sommergttn^ auf die Transportschüvierigfeiten und auf die Gefahr, daß bis Bestellrmgspcriode das Saatgut zu anderen Ztvecken verbraM lverden könnte, ist gleichzeitig bestimmt worden, daß das Geschm mit Sommergetreide zu Saatzioecken von der bisherigen Zeitbv. ch.ränkrmg befreit wird, die tatsüclchiche Lieferung aber erst in der Zeit vom 1. Januar bis zum 15. Juni 1918 erfolgen darf So ist jedem Landwirt, der Sommerungssaatgut zu erwerben wünßb Gelegenheit gegeben, es sich, säMn jetzt zu sichern.

Heule verschied sanft nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel

Kaufmann Ferdinand Schott

im Alter von 68 Jahren. >

Die tieftrauernden Hinterbliebenen:

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Grünberg, den 30. Oktober 1917.

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Die Beerdignng findet Freitag 2. November 1917, nachm.

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Stellvertretendes Generalkommando.

Abl. III b. Tgb.-Nr. 21 422/51)75.

Betrifft: Treiben und Fahren von Vieh zur Nachtzeit.

Verordnung.

Auf Grund des § 9b des Gesetzes über den Relage- riingszustand vom 4. Juni .$51 in der Fassung des Neictv'- gesetzes vom 11. Dezember 1915 bestimme ich für den mir un eri-ellten KvrpSbeztrk und im Einvernehnien mit ^w. Gouverneur auch für den Befehlsbereich der Festung

Das Treiben einzelner Stücke Rindvieh, Schweine, Zkegen und Schafe, sonne die Beförderung solcher Tiere auf Wagen in der Zeit von 9 Uhr abends bis 6 Uhr morgen^ ohne Mltsuhrung eines von der Drtövolizei- oder Gememdebehorde ausgestellten Ausweises ist verboten Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis 'zu

einem Jahre, beim Borliegen mildernder Umstände^ mit

Haft oder mit Geldstrafe bis'zu 1500 Mark bestraft/ Frankfurt a. M., 13. Oktober 1917. '

&& stellv. Kommandierende Generul Riedel, Generalleutnant.

liche» Kemun,^ bringe ich hiermit zur öffeni-

Gießen, den 27. Oktober 1917. 80228

Der Oberbürgermeister: Keller.

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