Sr. 234
Zweites
Erscheint «A«ch mit *w*n«frme d s» SonntqgS.
Beilagen: „Siebener LamUkeabtStter" unb fte öcn Kreta Stetzrn".
p-ftscherN^Lle: m Bl«in Nr. U686.
Vankverkehr: Eewerdebonr Stehen.
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zr»7. Jahrgang
G«erm-Anzeiger fix
srarara&i«
Stdtog, 5. Moder I9tf
ZwillmgSrunddruck und Verlag.'
B r ü hl'jche Urnversttäts-Bnch-n.Steindruckerel.
9t. Lange, Gießen.
Schnsilellung, SeschästrsteLe «nd VruLerei: Schulst las: c 7. Geschäftsstelle u. Verlag:
Echriftlcitllng: 112.
Anschrift für Lroht>:achrrchten:AnzeigerGt«f:e::.
Nie tüttischc a»i©wt au de» Papst.
30.©epi. (SJSC&) CSTOeSüimo der A^n- Krr Mült.) Das He'n^sch-recden des SulttrnL auf i>cc Note deÄ Papstes befeswU yuntäfit bk hohe Achtung u:6 tief>c Sympathie, mit der der Sultan von dem Appell veS Povstvs Kemttnis genommen' hat, nub B*mt bau. eblm W fühlen, bije diesen (Sä} tritt tx'raulafiitcit, |?t 5 b fco: m aöüi Maßnahnl^u des s 4*at>te firctji ärußernden unbe- ÜreiSareu UlHwrKtÄchkeit Ho4>es Lob. D«s.Schveiben erklärt, daß. die R.oq-vet 2 M.g dies? Gedanken um so uvchir begrüße, als
sic stek^ Kr etffefcKTt bat ÄffuL fesöc, kein lmkeraf'iHgteg Ziel, rmder «uf politirchsm noch ans wirtschastsichom Gebiete, zu ver- fvL^ „Ä«r srnd ^ovch>?n., ,füx die Gchattumg bei*
EM^ri- awb Unabhssrgigkrit fowL der freien Entwicklung uns wes Landes Mk^mpsinr. 'Dieses abssbllLerschtigte Ziel, das hauptsächsich in dev ©foStfrrr.'rjg der Nechtu? imfcrer uallert und irurtugesd',rä nttern T«?«eVKmlD: Wer d«s ganZe Gebiet imslerer nationalen Grenzen beftchi: ist es, d-S wir nsch Harke verfolgen. Wir waren stets wi beitt beißen Wunsche beseelt, unser Land der Wohltaten eines dsswnden und billigM Mederns teilhaft werden Ml lassen und so, imm-er im Eirfvermchmeu mit dem Willen unseres BolLs, den F-or4schcittkk^d dos unseres Reiches mti allen Schaffeil.:gebieten!
in D#Uei ö«rmEEr,ttc rrrrt dcpt anderen Staaten Ml sichern." Dell SultuR acinwsll «m daS veLgebliche Friedensangebot vom Dezember -und stimmt dstzn Vorschlag des Papstes zu, einen («Kragen Frieden auf rationellen Grundlage:! zu schaffen. „Die Keri'FÜMichmlg &cfc£ erhaLmw^l G^onksns, die notwendigerweise xirr praktischen FoLge Hütte, tatsächlich g nib unterschiedlvs Recht urtb' WleickHell fftt alle Senaten, soweit sie MtglsiL-er der äntern-otio- nalen Kom-eMsiÄLst Krd, m sichwn, scheint uns das einzige Nsilltel, die MerchMnit von kürfftigen Katastrophen M behüten und Leiden und ZerMrmn.'geD als Folgen blutiger Konflikte zimschen den' PRftru Nr verme^en. Gleich Euerer Heiligkeit decken wir, daß, pr Errichttrug dieses im höchstzn Grade nrensMichen Zieles, künf- sige Herhaudlungc'- barm] gestellt fein müßten, die praktischsten imd wllksmnstfin Mittel xu suchen mvb zu finden, um gecxenseitig! und «lhrÄchlich ^ine Be^ren-Kung der Rüstu ngen zu Lai^>e, Mi Was^'c und in der Luft herbedüMhrmr irnd so die Reichltümee und Hilfsquellen crtter ^Mker der lLntvEung des Fortschrittes der Kultur und der Wtohlimten der <nrnMn 97tenschheit dienstbar j\: nvachesl. Gben diese .8^thandlungen, müßtcnl, nne Euere Heiligkeit jagen, auf billige SSteßte^hte Foaye der Freiheit der hohen See, die gemeinschrlftVches Mut aller Völker ist, regeln und e:kdgÄtig. für die Zrrkunft Vvrherrschaftsgelüfte beseitigen.^ Der VvrEbLmt Sstverer Heiligkeit, irrternationale Strcitig- bstm einem vbligchtoriHchen Schiredsgerichte tzju unterbreiten, er^ tchen ims gleichfalls von höchster.Bedeutung." Der Sultan erblickt hsiher in deli yaOsÜÄtzen Vorschlägen eure feste Grundlage zur BÄeßiMg d«s Krieges und drückt die Ueberzeugung aus, daß der ‘finlethnif: von Friede«-vmhaudlinraen nütM im Wiege stände, nenn die Gegner von den gleichen Gefühlen beseelt wären.
Anr Acde Lhurchils.
Haag, 4. Oft. Ter Vcuuitronsmrüister Winston Churchill hielt auf einem Bankett eine Mde, über die Reuter ausführlich bcnchtet. Wtnston Churchill erklärte wieder einmal, daß der preußische Militarismt's vernichtet werden müsse, was allerdings noch iiirfjt gesichelten sei. Aber mark könne niemals wissen, was hinter der Front vor ginge imd welche Schwierigkeiten sich dort häuften. Vielleicht sei die Wand nur noch ganz dünn und jedm^ Augenblick könne der Zusammenbruch erfolgem Aber dieser Zusammenbruch sei rrocl) ni'cht gekommen und man habe stets noch den bösartigen Feind vor sich.
Vhm folgt die übliche Aufzählung aller Missetaten, deren sich der Feind nach englischer Ansicht schuldig gemacht hat. Ohne die Vernichtung des' preuy. Militarismus könne ein endgültiger Friede nick? ^schlossen tonfcerc, beim sonst würden die militärischen Führer m Deutschland sagen, daß sie Deutschlcmd vor einer Niederlage Mettet hatten urck> daß sie es nun gegen eine ganze Welt irt Waffen aufnehmen könnten Ein solcher Friede lvürde die preußische,: Jnnker in den Stand setzen, dein Volke Mi sagen-: Indem ihr uns gefolgt seid, wurdet ihr gerettet, schließt euch also enger mr Ms an, und das nächste Mal tvird der Sieg vollkommen sein Zu England aber würden sie sagen, wir wollen unS gegenseitig als würdige Gegner achten und die Handelsbeziehungen wieder Lnknüpseu Eine solche Losung aber könne niemals ini jetzigen entscheidenden AuMndlick angenommen werden. LVenn aber die Terttschen entscheidend geschlagen seien und die Zuversicht in ihr Regie rungssystem verloren hätten, und iwrin sie ebte erwachsene Naüou, die aus gleichem Fuße mit ben freien DeiTiokratien der Welt stünde, geworden seien, so könne dies aus dni harten Lehren des Krieges gewonnene Resultat als die Grundlage eines dauerhaften Friedens betrachtet werden.
In einem schweren Augenblick dürfe mau nicht das Resultat eines dreijährigen Kampfes auf geben, es wäre sonst möglich, daß mau die Frucht gerade in dem Augenblick preisgebe, in dem sie zum Greisen nahe sei. Tie letzten 6 Monate hätten den Fehlschlag des deutschen Ilnterseebootkriegos erwiesen.^ Das wirtschaftliche Leben Englarids sei nickst gehemmt, die militärischen^ Mtivnen nicht gelähmt und England sei nicht von den .Hilfsmitteln der Vereinigten Staaten adgeschnitten wordcnr. Es sei noch zu früh, um zu fagen, daß der Unterseebootkrieg im allgemeinen zum Mißerfolg gebracht worben sei, beim man. wisse niemals, in welch neuer Form er wieder ausgenommen werden und wie lange es dauern würde, bevor man Maßregeln gegen diese neue Form ausgedacht habe. Abe:- es sei nicht zu früh, u,n zu erklären, daß der,Kveite Untere seeboöt-Feld-ug gcgew England zum Mißerfolg gesül/rt und abgeschlagen worden sei. Die Reserven an Nahrungsmitteln im Lande seien größer als zu der Zeit, in der der Unterseebootkrieg, begann.
Ans Starrt rrnd ^and.
Gießen, 5.Oktober 1917.
Beratung und Sortrag über die Kriegsanleihe.
Gießen, den 5. Oktober 1917.
Df Einladung des Großh. Kreisamts Gießen versamuGelten sich gestern worgen die Bertrauensmänmw, Geistliche, Bürgern^eister und Lehrer des Sbpeifeö in der Turnhalle der Höheren Mäbchui- schule. Der Vorsitzende, Geheimerat Dr. 11 sin ger, begrüßte die zahlreich Erschienenen und hob hervor, daß der bei der vorrgcw KriegsMilai's^ von Ahm geäußerte Wwisch, es werde dieselbe die fc&te sein, jetzt tvahirsck^inlich in Erfüllung gehe. Ds^n gehöre ober, daß sie einen vollen Erfolg ausweise. Gc erteilte alsdmrst berrn Dr. R o sen b e r g, Professor mi der Gwßh. 'Landesuniver- ^sitäi, das Wort zu einem aufklärenden Vortrag. Dieser führte aus: Es erfülle ihn mit besonderer Freude, übw die zurzeit aufgelegte siebente Krvegscmleis-e zu sprechen. Dre' Werbearbeit, für diese Anleihe sei besonders leicht, heim sie sei zur guten Stunde erschienen. Man denke nur an das Wort Hindenburgs: „Deutschlands Lage taür rüe so günstig tvie jetzt/" Die großen Offensiven unserer Feinckx m Mandern, iwr VeNdun !>rnd sonst sind zusammengebrock^n. Das Zstl unserer Offensive aber ist glänzend erreicht. Galizien imd die Bukowina, sind vom Feinde befreit, Riga ist genommen. Auch unsere politische Lage ist nicht minber gut. Dreimal haben nufere Feinds unser toohlgeineintes FriodensMtgebot mit Hohn und Spott
zuruckg^mesim. Der Krregserforg hat gezeigt, daß Deutsüstand nicht acis Schlvache veranlaßt war, die Friedenshand «uszustveckon. Erst kuaM,ch sprach der Reichskanzler das befreiende Wort: „Wir haben beim Friedensschlnß vollständig freie Hand, auch bezüglich Bel- glen», und der Minister Qesterrecck>-llngarns hat dieses Wort die
Dage rwch besonders unterstrichen. N-or stehen wir vor einer “ övriegsanteihe, die in alter Form, zu allem Kurs und alterv -Engungen Mckgelegt ist, nämlich zu dprozerrtiger Reichsculleih« mw 4l2ptooMgen da«tschen RckichsschatzanweisungOr. Der Redner waterzrM beide einer kurz-eil Besprecknurg und kommt zu dem Schluß,
gerade Idie Scknatzccwveisrmglm bedeutende Geiviiul.chan.ceu auf- wecl-cn, daß >aber bc'ide Staatspapiere äußerst hochprozentige, dabei ^FchMls sichere Geldanlagen darstellen, da sie ja mm. dem sichersten bem Deulscheil Reiche, ausgestellt werden. Es gilt nrm, denc Reiche bk Mittel zur Verfügung zu stallen, die es für einen! güustrgcn Ausgang dieses gervalll'-^c Böllerringalbs braucht. Diese Mittel ssiid vorhanden. Mcm sckhe nur auf die Sparkassen. .Ilm Jkhre 1915 wurden 1525 Miktionen Mark aus den Sparkassen, cur- gelegt, in 1916 waren es 1839 Millimreir und in den ersten sieben Monaten des Jahres 1917 rund 2160 Millionen Mark. Bei den Banken beträgt der Zuwachs -noch nvelw,^ sogar doppelt so viel als im Vorjal/r. Die L-and^oirtschaft hat eine c»orhÄtnismäßig gu>te Ernte bei hohen Preisen zu verzeichnen. Selbst weirn kein flüssiges
0- eld vvrhandcnr ist. so kmm durch Abschluß von Lebensversichenmgs- Verträgen, durch Anfnall'jme eines Darlehens oder Beleilnmg von Wertpapieren bei einer Reichsdarlechrslsisse- Kriegsanleihe gezeichnet werden. Der Anlage kleiner Beträge dieneic die Sl^rrkarten^ die jetzt rn künstlerischer Form in der Hölx von 1 Mk. bis 20 Mk. ansgogeben imd die vom Zeichner als Andenken süt spatere Zellen' zniÄckbehrlten wetdeir. Obwohl mm niemand dem Reiche durch die Zeickmmrg von .Kriegsanleihe ein Opfer bringt, sondern in letzter Linie n nur sich selbst einen Vorteil sichert, so bestehm trotzdem immer rwch in man st m Kreisen gewisse Bedenken, bieder Renrer nacheinander beleuchtet und aus il-re Nichtigkeit znrücksührt: Das Reich wird die fünspwzentige Verzinsung bis zum 1. Oktober 1924 anfreckN- ockholten und bnm dem Inhaber, für den Fäll er dies wünscht, den vollen Nenwvert zurückbezahlen. Es wird auch die Ktiegs- cmrleihe nicht in schnöder Meise, Vrsckilagimrhmen. Um dem Zeichsier, der sein Geld braucht, eixtgegen^itommcn, hat sich die Reichsbank bereit erklärt, Beträge bis zu 1900 ?M. zu 98 Prozent, also tat Zeichnung^preis, zurückzukaufen. Ein Kinrsstnrz iwch dem Kriege ist Wenfalls rrach Ansicht aller Fachleute uicht zu befurck-teir- das Gegenteil wird der Fall sein, da. das Wirtsch>aftslcchen cmfblÄhen und in den Kreisen der Neutralen eine starke ^rc^^fraöe sein wird. Besonders eingehend behandelle der Vortragende das Hchrptbeta- ken: Ist es dem Reiche möglich, eure so große Schuldenlast zic verzinset: und zurückzirbezalfleir? Er kommt sin Vergleich mlll England und Frankreich zu dem Ergebnis: Sieht man nicht bloß auf die Passiven, also auf die Kriegsf-chuld, sondern auch curf die Aktiven auf sein Volksvermogen, seiner: Bevökkerimgszuwachs, sellve In- dustrie, so ist sicher, daß Deutschland nicht bloß seine Schuld verzinsen, sonden: awh tigert kann. Ein Land, das jährlich 5 Milliarden für Tabak antib Spirituosen aufbringt, vermag aruh 8 Milliarden Zinsen zu bezalüen. Die siebente Kriegsanleihe ist aber auch politisch sehr wichtig. Sie minß zeigen, das deutsche Volk mich drrrch die Tat beweisen, daß es geschlosserr hinter unserer Regierung,
1- irrter unserem Kaiser steht. Z:: bcrri Proteste, den welle Kreise dem Bestreben des ameribanischon Präsidentier: Wilson gegenüber Drsdruck gegeben haben, zwisck-en Volk unb Regierung Zwietracht An säen, muß ein weiterer Protest kommen in Foun einer möglichst lsivher: Kriegsanleik-e. Wer KriegSailleihe zeichret, verkürzt den Krieg. ,^Die Zell rst ernst, der Sieg aber ist unser." Wir' si:ü> es nuferen Kriegern ,draußen schuldig. Wer will es verantworte:^ lltzten die Mmrllsim in den Schützengräben muzuenthalten? Das tut aber jeder, der Kriegsanleihe zeichnen kann Und nicht zeichi^t.
Ist der sich anschließenden Auöspvackie wurden noch verschiedene Pimfte klargestellt und besonders darauf hingewiesen, daß es nicht Mein auf die £>Hje der gazeichireten Beträge, sorcdern auch ans die Anzahl der Zeichner crnllwrmt. Keine Familre darf fehlen. Das mackst Eindruck bei den ^feillralen und auch bei unseren Fei-chen, die >dcrmr sehen, das Voll hält durch. Das verkürzt eher den Krieg, als alles Gerede über Frieden und Friedensbedin gung-nr Nach einem kurzen SchlMvcnt schlloß der Vorsitzende die Versamnrlung “iirit dem Wunsche, daß die siebente Kriegsanleihe im vollen Sinne des Wortes eine Sregesanlei'werden möge. Br.
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** Amtliche Personalnachrichten. Ter Großherzog empfing den Generaladjntcnrten General der Kavallerie von Hahn und den Kabinettssekretär Tr. von Ei ff zum Vortrag. — U eher tragen wurde: am 27. Scptembtzr dem Lehrer i.R Johannes F l o ch aa^ Schwabcnhelln a. d. Selz eine Lehrerstelle an der Volksschille zu Neu-JseNbnrg, Kreis Offenbach. — Der Graß- Herzog hat am 5. September d. I. folgende Beamte der Hessisck)- Prerrßischen Eisenbabngemeinschaft auf ihr Nachsnck)en vom 1. Ok- wber d. I. an m den Ruhestand versetzt und ihnen die uaü.be- nannten Auszeichimugen verliehen: dem Bahnhofsvorsteher Ludwig Alt z»!c Jugenheim das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großnllitigen, dem Oberbahnassistenten Wen- delllr % ck c r yn Mainz das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen: am gleichen Tage den Obecbahn- assistenten in der Hessisch-Preußischen Esi'enbahngemeinschast Josef H e i g e r t zu Mainz in den Drhestand versetzt.
** S t a b 11 fr c a t e t. Das hübsche kleine Zeitbild „Stahl unb Gold" von Lw Leipziger, das als Propaga:ü>astück für., die 7. Kriegsanleihe von zahlreichen Bühnen angenommar ober gegeben wurde, wird auch hier zur Auffüchrmg vorbereitet.
** Hin den burggab e. Der Geflügel- und Vogel- zrchtvercin Gießen spendete aus Vereinsmitteln 250 Mk., die für verwmrdete hessische, insbesondere Gießener Krieger, verwendet werden sollen. — Die von Münchowsche Hof- und Universitätsdruckerei Otto Kindt übenvies zugunsten der Hrndenburg-Gebnrtstags-Spellde dem Oberbürgermeister kostenlos als Spende 2000 Postkarten mit dem Bilde Hindenburgs.
** Die 3. Verbands-Kaninchen-, Geflügel- u. Ziegen-Ausstellung des Eiseübahn-Kleinticrznchc-BerLtan- des im Dir.-Bezir? Frankfurt veranftaltet der Kaninchen- und Ge- flügelzuchtverell: der EiseiLahnbediensteten von Gießen und U,n- gegend am 6., 7. und 8. Oktober 1917 ans der Schönen Aussicht. Näheres siehe Anzeige.
** Bestands-nndBerbrauchsanfnahmevon P u- pier, Karton und Pappe. Es wird nochmals darauf auf- mcrksan: gemacht, d>rß mll der Bekanntmachnug vom 20. Setstember 1917 für de:: 8. Oktober 1917 eine allgemeine Bestands- und Verbraiechscarsnahme vcm Papier, Karton und Pappe cmgwrdnet ivoroe::' ist. Die vvrgeschciebenen ÄMeicwn fintb nicht nur von der: an der Papimcherstellung, den PapierlZanixil und der Papierver- arbeittmg beteiligten Gewerbetreibenden, smLern von allen Ver- brauckieri: M aftatto, deren Bezug im Jahre mehr als 1000 Kilogramm betragen hat. Es rvlld nochmals empfohlcm, die für die Meldung vvogeschrsiLemm Frag'cbogen unverzüglich von der Kriegswirts cha ftsstzell-e für das Deutsche Zeltmrgsgewerbe, Beickü: C 2, Breite Straße 8/9, gegen Emsendsmg von 30 Pf. für 3 Frage-; bogen, 25 Pf. für deren Uckbiersendtm.g und ellres mit der An- ^ schulst des AnMÜgäpslrchtigen versehene:: Llktenbriesimsisihlages ein-'
zufordern. Das Unterlassen der Llnzeige zieht die in der Bekannt- madjung an gedrohten Strafen nach sich und kann weitere erheblick-e geschäftliche Nachteile für den Säumigen zur Folge habm.
** Nachzahlung von Invalidenrente. Der Kriegsbeschädigte W. G., Res.-Lazarett Turnhalle dahier, hatte seinerzeit verspätet Antrag auf Invalidenrente gestellt imb deshalb einen Teit seiner Rente verloren. Er wandte sich deshalb ai: die V e r w u n d e t e n b e r a t i: n g s st e l l e Gießen, w-elche gegen den Rentenfestsetzi:ngsbescheid der Landesversicherungsanstalt Berufung verfolgte mit der Begründung, daß G. durch außerhalb seines Willens liegende Umstande an der rechtzeitigen Geltendmachung seiner Ansprüche gehindert gewesen sei. Das Obcrversiche- rungsamt schloß siel) den Ausführungen der Verwundetenberatungsstelle an und verurteilte die Landesversicheruirgs- crustalt zur Nachzahlung der Rente, vom Tage der Erkran- km:g an. Gegen diese Entscheidung verfolgte die Landes- versicherungsanstalt Darmstadt Revision an das Reichsversicherungsamt Berlin u:rd beantragte, die Entscheidung des Oberversicherungsamts aufzuheben und G. mit seiner:: Ar:- spruch abzuweisen. Durch Entscheidung des Reichsversicherungsamts Berlin, vor welchem G. durch Vermittlung der Verivundetenberatungsstelle kostenlos vertreten wurde, erfolgte Abweisung der Revision, so daß die Angelegenheit jetzt endgültig zugunsten des Kriegsbeschädigten G. erledigt ist.
Die Herstellung von Dauerfutter frat für die Kriegswirtschaft einte außerordentlich' Bedeurnibg gewonnen. Kar- to ffelkvaut, Rü beit bl älter, Kv hlblätter, Rübenschalen und alle Gemüseabfälle eignen sich zur Trocknttng und HersEung von Laner- llllter. 'Da mtbegrettzte Me::gen frische Ware zur Verfügung stzehen, lkcrmt durch die Trocknung und damit das Erhalten »er Nährwerte eine sehr erl-eblich Ber:nehrung der Futtermittel erfolgen, wem Landwirt, Lein gewerblicher Trockner darf sich der Wichtig- wll dieser Frage verschließen. Tie getrocknete Ware fft laut Bundes- raLsvervrdnun-g an die Bezugs Vereinigu ng detllschr Landwirte, Berlin W 35, Potsdamer Str. 30/31, zu liefern, indessen steht dem Landwirt frei, dte von ihm selbst hergestellte Ware im eigenen! tandwtrtschafüichn Betriebe zu verwenden. Die Bezugsoereimgung zahlt für das Trockenprodükt sehr lohnende Preise. Einzelheiten stnd von der Bezugsvereinigung einzufordern.
Di e K a r to s fel - Ernt e. Nach vorsichtiger Schätzung wll die diesjährige Deutsche Kartoffelernte einen Ertrag von 4Ö Mlllimten Tonnen (1916 waren .es nur 23 Millionen Tonnen) liefern. In Zenttlern nmgerechnet sind da^ 800 Millionen Zentner Kartoffeln. Würde jeder Landwirt von jedem Zentner Kartoffeln, den er erntet, eine Mark Kriegsanleihe zeiehnen, könntet dem Vaterlande mll einem Schilage 800 stzdillvonen Mark dienstbar gemacht werden.
Landkreis 6Zießen.
* Borsdorf, 4. Okt. Wieder hat der Krieg hier ein Opfer gefordert. Der Musketier Wilhelm Döll nt> m: der Wesffront durch einem Kopffchuß gefallen.
** Bur k'hardsselben , 4. Okt. Mit dem Eisernen .Kreuz
2. Kl. wurde der Sanitätsunteroffizier der Landwehr Philipp Gans von frier, der seit Kriegsbeginn im Felde steht, ausgezeichnet, -ü-as Hessische Militär-Sanitälskreuz am Kriegsbande besitzt der Ausgezeichnete bereits seit April 1915.
, **Großen-Lindcn, 5. Okt. Am nächsten Sonntag, dem ersten ^onwag im Oktober, feiert Großen-Linden alter Sitte narg sein Erntedankfest in der für diese Feier besonders geschmückten Kirck-e. Der Nacknnittagsgottesdienst des Sonntags wird immer in den Dienst einer größeren Arbeit gestellt. Iw diesem Jahre wird der Gustav-Adolf-Gottesdienst des Dekanats in der Kirche abgehalten. Pfarrer v. Prenschen (Hllschhorn) wird die Festpredtgt halten, Pfarrer Lie. Gombel (Reiskirchen) den Rschenschastsbericht erstatten. Der Anfang ist nachmittags 2 Uhr,
Kreis Büdingen.
fft Büdingen, 4. Oft. Das .Kriegsehreirzeichen in Eisen, früher das Eiserne Kreirz und die Hiessifche Tapserkeitsmedaille, erhielt der Unterofffzier Wilhelm Schäfer.
sft Blofeld, 4. Oft. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gesieite Ott» Weitzel.
Düdelsheim, 4. Oft. Das Eiserne Kren-, siüher die Hessische Tapserkeitsmedaille^ erhielt der Untero-ssizier Hermann >B öl ker.. Dasselbe Ehrenzeichen erhielt der Unteroffizier Otto Nanz.
fft Eckartsborn, 4. Oft. Tos Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapferkeitsmedaille, erhielt der Muskett er Rich. Schepp.
4ft Leidhecken, 4. Oft. Das'Hessische Kriegsehrenzerchen in Eisen erhielt der Ersatz-Reservist .Heinrich Klein.
4ft Oberau, 4. Okt. Das Eiserne §renz 1. Klasse erhielt der Unteroffizier Kar: Wenzel.
Kreis Lauterbach.
xt Schlitz, 4. Oft. Wie .ausgezeichnet die Kartoffelernte ausgefallen ist, beweist die Tatsache, daß die Gemeinden des Schlitzer- landes bereit sind. Tausende von Zentnern sofort freiwillig zu liefern. So wurden z. B. iu Schlitz 1600 Zentner, in Qneck 2400, in Pwrdt 2300 und in dem ktellien Dörfchen Unter-Schwarz 1000 sur Berffigung gestellt. Es erscheint demnach eine Kartosfelnot, wie im vergaugenen Wlltter und Frühjahr, diesmal völlig ausgeschlossen M sein.
Kreis Schotten.
B. Burkhards, 4. Oft. Iw tat Hause des Heinrichi Schäfer X. brach gellern vormittag gegen 11 Uhr Feuer ans. Et:: Funke war auS dem Shornslein aufs Dach gesiogen Und entzüirdete sich am Gebälk. Tla WühÜhaies :md Scheune Zusammenhängen, war die Brandgefahr fair die gefüllte Sck-eime groß. Durch ein Ki:rd wurde der Rauch> vom Hiofe aus benterkt imd die Umwohner her beigen ffen. Auch stellte sich sofort die Feuerwehr ein. Bald war das Feuer gelöscht.
up. Ans dem Vogelsberg, 4. Oft. Die junge Kornsaat hatte im vorigen Herbste viel durch Sch:»eckenstiiß zu leiden. Die jetzige, ausgezeickiiuete, trockene ^wrbsttvitterung lmt dieses Ungeziefer nicht cruskommen lassen. Tie junge Saat ist bis jetzt davor geschützt geblieben: sie wächst so üppig empor, daß ein späteres Mistreten der Sel,necken ihr nicht mehr schadm kann. Ein anderes Ungeziefer, die Mäuse, traten in letzterer Zell stärker aus. Der trockene.Herbst ist ihnen förderlich!. Allerdings richten sie bis jetzt keinen Schaden an der Saat an. Die zahlreichen Socfrer in den ©franrffcerrnueu besagen aber, daß diese Nager gut geraten.
Starkenburg und Nheinhessen.
D. Z. Dar m stad t. 4. Oft. Der Großherzog ist am
3. Oktober abends z:mt Besuch hessischer Truppen an die Front abgereist.
I Darmstadt, 4. Oft. .Am Sonntag, 90. September, ist in seinem Ruliesitz Bensl)eim der l)esfisch? Waldpfarrer und Lieder- fänger Karl Ernst Knodt gestorben. Am Mittwoch tvlld er cm seiner langjährigen Wirkungsstätte, Oberktingen im Odenwald, zu Grabe getragen. ?lls er crm 6. Juni vorigen Jahres seinen 60. Geburtstag feierte, da zeigte es sich erst, -welch eine mtsgebreitet» E'ameinde in ganz Tenttchland der bescheidene Waldwinkolsanger sich erworben hatte. Er hatte sich durchgesicht. Und mit großem Beifall wurden seine beiden ttütben zum eigenen Geburtstag, Auslese aus seinen früheren Werken ^Lichtlein sind will^ und ein ncitcJ


