Br. 233
Zweites Blatt
Erscheint ti-Nch mit Ausnahme des Sonntags.
veilagen: „Eietzener Zaxnilien-latter" und „Xreisdlatt für den Kreis G Lehen".
yostfcheckksnto: groirtfurt am Main Nr. U686. Vankverkehr: Hewerbcban? Sietzen.
W‘ Zahrgang
General-Anzeiger für Oberhejjen
Donnerstag, 4 . Moder \9tf
ZwlllingSrunddruck und Verlag- B r ü hl'sche Universitäts-Buch-n.Steindxwckerei.
R. Lange, Gießen.
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Deutscher Reichstag.
m SiBimg. Mtüv»ä>, tat 3. Cftofiat, nachm. 3 Uhr Mn Tische des BirnÄesvatcs: Dr. Selffcrich, SBallcai, Dr, Schwan der, v. Krause.
Präsident K ft e nt D f eröffnet die Sitzung um 3 Uhr 15 Min. Aw.der ^gesvvdnxw.g steht zxnxäM eine Vorlage, wonach für aus ge schieden« Beisitzer der Gewerb e geri ch te nnd d« r Klaufmannsgieri dy teGrrsiatzm dinier berufen iverden können.
. . -lbg- e bel >Mltzert Bedenken gegen die Bestimmung,
datz dre o enrernd'en Emßluß ans die ?kxswabl der Ersatzmänner had«n sollen. Datei kommen die "Arider nicht zu ihrem Recht 'Rur die sogenannten wirtl'chchtsfriedlichen Verbünde würdeir einen Vorteil ckrl>en
^ Ministerialdirektor Dr. Ca spar tritt den vom Vorredner geäußerten Bedenken entgegen. Die Bsstrmmumrgen des Gesetzes setzen bevsits das vor, mag fbfe Abänderungsantväge erst einführen wollen.
Mg. Marguardck (vatV: Rar durch Einholung von Vor- schlagswven dm UnternalMier und Mgesvellten ist es möglich, die GerickUe gut zu besetzen.
, Abg. Be'hr ens (D. Fl): Diese KriegSnotwendigkeit mutz bald Gesetz 'iverden: hier ist nicht die GelegecklE zur Aufrollung größerer Stvextfragm.
?lbg. Gxesberts (Ztr.) beantragt Verweisung an einen Ausschuß von 21 Mitgliedern. a
Abg. Schiel e (kons.) srimmt zu.
?lbg. Stadt ha ^cit Mnabh. Saz.): E.> ist gar nicht ernzu- sehen, warum jetzt diege Besitzer nicht geivahlt iverden sollen.
Die Vorlage exakt an einen Ausschuß von 21 Mitgliedern Berichtedes Ausschusses für .Wandel und Gewerbe.
Eine Eingabe l>etveffend Flüssigmachung deutscher Forderungen a u d a s f ei u d l ich^e Aus l a n d wird zur Berücksichtigung, bezw. als Viateaial überwiesen, lieber eine Eingabe der .Handelskammer Stuttgart und des Verbandes der Herren--'imd Knabenkleiderfabrikmiten Dentslu!aiiGs wagen des Verfahrens bei der Preisfestsetzung für Dernonnnm-e, beschkagx rahmte Militär- tu che wird Zun Tggesordmrng übergegangQX, ebenso über eine Ein- -tobe der ZuckernraAer-Bm-einigung in Hamburg betteffend Entschädigung der Jucker Termin -MaMer.
Eine Eingabe Prdert Fr eckg a-be von Sohlenleder für bas Schu hm a che r ha u dw-er k.
Abg. Brübue !0O-&.'Die Lederknaschheit ist nicht zu bestreiten, aber immerhin müßte w-ewsgstens soviel Material zur Verff'i- ,nmg gestellt werden, daß^H vorbgFdeiwn SMhe. wexxn sie sch»d- dast geworden sind, ufted-wliergrsteftt werd-n körxnen. Moin in der Stadt Frankfurtam Main nwrten ei u e M iN i o n P a ar S t i e - t c t txrmnT, daß sie ausgeoessert werden. Das Schlimmste aber sind die ungeheuren Preise für die Ersatzstoffe. Diese Ersatzsohlen sollte man als Ersatz-KMen verxvenden: M sind nicht mehr wert, als dos Wau sie in den Ofen steckt. Im Sonxmtzr ging es ute\ damit mit Mül/e und Not. ober im Winter wird es nach soweit kommen, daß Tausende von Arbeitern nicht zur Arbeit und Dausen.de von Kindern nicht zur Schule geben können, weil sie keine Schuhe haben. Hier muß die Militärbetzörde das irotwendige Leder freigeben.
Die Eingabe wird für erledigt erklärt.
Tie Wiederherstellung der deutschen Handelsflotte.
Jur zweiten Berattmg steht dann der (^Ksetzentwurs über die Wiederherstellung der deutschen Handelsflotte.
Ein Antrag Dr. Bell (Ztrd fordert folgenden Zusatz: Einem Väteren Reic!>sgesetz ist vorFu.be halten, ob und in welcher Höhe das Reich an den Gewinnen der aus Grund dieses Ge- 'etzes wiiderherge stell den Schisse zu bet eiligen ist. uud ob hinsichtlich der Verwendung dieser Schiffe Beschränkungen notwendig sind.
Dbg. Bell >"Atr.): Ter Geldbetrag dieser Vorlage übersteigt eine Milliarde Mark. Er ist also größer als der Wehrbeitrag. Das Gesetz will der Frage der Entschädigung der Reedereien nicht vorgreifen. das kann erst nach Friedensschluß geschehen, sondern Dü- Hilfen für den Wiederaufbau unserer Handelsflotte gewähren Die Gewähruixg von Darlehen würde nicht zum Ziele führen. Davon haben wir uns im Ausschüsse, überzeugen müssen. Der Gedanke eines Rexchsnroxwpols wäre nirgends so verhängnisvoll wie bei der Handelsflotte. Die Frage einer etwaigen Beteiligung des Reiches au Gexvxnxxeu müßte spateren (Netzen vorbehalren bl üben. Es muß rechtzeitig Vorsorge getroffen werden, daß im Interesse unserer Volkswirtschaft die Frachtsätze rix angemessenen Grenzen sich halten, nuo daß wir mit eine Reihe von Jahren von der schwindelhaften Höhe der aussäudischen Frachten verschont bleiib^n.
Abg. Schuxxxann sSo^.H Wir sind grundsätzlich mit der Befdtonigten Inangriffnahme von. Maßnachnen zum Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte -einverstanden. Für die Lusfülnung dieser Vorlage verlangen wir aber gewisse Sicherungen. Wir wollen den Frieden swe r t der verlorenen Schisse als Beihilfe, und was darüber hinausgeht, nur als Darlehen gewähren. Dos würde 562Vs Millionen Mark Beihilfen und 469 Millionen Darlehen ausmachen. Bei Annahme dieses Antrages stimmen wir für das Gesetz. Smst behalten wir rms unsere Stellungnahme für die dritte Lesung vor. ->
Abg. Carstens (sortschr. Vpt.): Wir stimmen der Vorlage, wenn auch nicht leichten Herzens, zu. Das Gesetz ist im Ausschüsse n^esentlich verbessert worden. Die Flotte soll nicht nur in der Zeit der U-ebergLngswrrtsckiQft, sondern zu jeder Zeit unsever Votkswrrtscl-iafL den nötigen Rückhalt gebexr. Für die Zeit der Uebergan gswirtfchast kann man sich 'eine Regelung der Frachten durch eine Reichsbehörde gefallen lassen, für die Dauer würde eine solche Kontrolle aber ein Danaergeschenk für die deutsche Handelsflotte sein. Die größten Bedenken haben nur gegen die ffnan- zielle Belastuntz der Reichs lasse durch die Vorlage. Bor einem halben Jahre hieß es noch vom RegierungSÄsch, Me Milliarde Würde kaum erreicht werden. Jetzt rechnet man schoix mit zwei Milliarde n. Wenn die Vorlage notwendig ist, dann darf uns das aber nicht strecken, denn wer i^l gesagt hat, muß auch B sagen.
Mg. Stubimann tnatl.): WH: begckißen die Vorlage mit großer Genugtuung. Um der Lage gerecht zu werden, muß nicut mit außerordchtlichen MÄteln eingreisen, unsere Handelsflotte ist auch durch völkerrechtswidrige Daten der Feinde verringert worden. Wir stehen vor ungeheuren Zerstörungen der deutschen Sckstffahct. Da muß n«t fester Hand und gri'lnMch vorgegangen! werden. Ein steigender Hunger nach deutschem Schiffsraum im Auslände zeigt sich bei unseren Feinden. Mutrale Mächte sind Nur deshalb in den Krieg gezogen worden, iveil man die deutschen Schiffe, die dort lagerten, haben wollte. Tie finanzielle Tragweite der Vorlage sollte man nickst überschätzen. Mit eineinhalb Milliarden wird man wohl auskommen. Mit Darlehen kcnm das Ziel des baLdigen Msbaues uwerer Handelsflotte bei den jetzigen Ueberprcisen nicht erreicht Nnrden. Die Privatwirtschaft ftrmt das Risiko auf dieser Grundlage nicht übernehmen. Die Schrffsraunchrage ist für Ne künftige wirtschaftliche Stellung des Reiches entscheidend. An eine Berftaatlichnng ist nicht zu denken, kein Gelveckbe ist so auf rnternationale RnvegÄchkeit und Anpas- suvgsfähigkeit angewiesen wre die Handelsschiffahrt. Ein Bau der Schiffe in Staatshclnd wü»t>e der Gigeitart der deutschen Schiffahrt, die im Gegensatz zur eugitischen zahlreiche wpezxxrlschiffe für be- soixdere Fahrten axrsgebildet hat, nicht ReckMMg tragen kauuen. Wir haben grundsäKche Bedenken, eine Gejurmibeteiligung des Reiches m das Gesetz hineinKurGmen.
DaS Haus vertagt sich..
Donnerstag 2 Uhr: Interpellationen der Sozral- demvkraten über die Agitation für die Vaters landspartei und über die iBeschränkung dos Vereins- nnd! Bersaminlungsrechies. Vorlage zur Vereinfachung der Rechtspflege, Weiterberatung der Vorlage über den Wieder- «rfbau der Handelsflotte.
^ Mg. Dittnxann (U. Soz.) bittet, die Frage der Schutz- Haft auf die Dagesorkmung einer der nächisten Sitzungen zu setzen.
Präsident Dr. Kaempf: Der Aeltest»mrausschuß wird sich morgen mit dieser Frage befassen.
In einer GeschjäftÄmchniu^saussprgck-e betont Abg. Strese- m-a n n (nl.) die Nottvondigikit, inoogen in erster Linie die Vorlage
UW jehi KröeHMNteihe zu zeichnen, derm die bequemen Zahlungsbe- öingunSM Soffsu Dir Zsii. Du mußi Dir aur überlegen, was Du in den nächste« Wochen und Monaien vsr- ausfichiüch verdienen wirst. Rechne davon ab, was Dich Dein Lebens- unierhatt kostet — und Du weißt, was Du Deinem Vaterlande leihen kannst.
Darum zeichne!
ber den Wiederaufbau der Handel'sflvtte zu erledigen Er schlägt aher vor, das Gesetz zur Vereinfachlung der Rechtspflege hinteck diese Vorlage zu stellen.
Mg. Bell (Ztr.): Je weiter dieses Gesetz hinausgeschoben wird, um so besser.
Afbg. Dr. Müller-Meiningen (Fortschr. Bp.st Tie Parteien haben sich darftx geeinigt, daß aus dieser Vorlage zur Vereinfachung der Rech^pflege nur ein leiuziiger Punkt herausge- uomm en Md ohne Aussprache erledigt wird
Mg. Tr. Stresemann (ul.): Wenn dieser Feststellung niemand nstedersprxch.t, dann ziehe ich mrernen Vorschlag zurück.^ Schluß 6i/r Uhr.
Aus Hoffen.
Die Teuerungszulagen.
I. Darm st ad t, 3. Oft. Der Erste tFftnmz--) Ausschuß der Zweiten Kämmer erösfnete gestern die Beratung über die Regie- runi^Vorlage betreff'exrd die T e u e r u u g s z u l a g e n für Beamte, Lehrer Und Staatsdienstanwärter mit eüxer allgenreinen Ms spräche, bei der die Redner der einzelnetx Fraktionen zu Wdrt kamen. Die Sätze der in Preußen und Bayern bereits gewährten und der in den übrigen süddeutschen Staaten ff'xr die nächste Zeit zu erwartenden Teuerungszulagen wurden zum Vergleich hercmgezogen. ?Ror- gen werden die Besprechungen mit der Regierung beginnen. Die Beratungen dürften bis in die nacktste Woche dauern, so daß vorläufig bestimmte Beschlüsse noch nicht zu erivarten sind.
ALLS St&tit tmS
Giepen, 4. Oktober 1917. Sammelt Obstkerne!
** HindenLurgsp enve. Es wird nochmals ausdrücklich darauf hingenriesen, Ouß die Einzeichnuugslisten für die Hindenburgspeude noch diese ganze Woche bei den hiesigen Banken anfliegen, so daß noch exn jeder seinen Betrag zeichnen nxxd der Bitte des Generalfeldnxarschalts entsprechen kann.
** D x e h e s s i s ch e Lazarett-Zeitung, Nr. 53, ist erschienen und enthalt a .: Der rote Kampfflieger (Mszüg): Die Kriegsanleihe: Eine Wallfahrt; Die baltische Kolonisation und der Rexchsgedanke: Freie Stelleu; Berwmxdeten-Unll'rricht; 1917 im Prozeß; Rätsel.
** L x chr sp ielhaus. Wie die TireMoxx des Lxckstspielhause-s, Bahnhofstr. 34, mitteitt, findet nrorgen bei dein Programmnrechsel die Uraufführung des g-walcigen Filmgemäldes „Des Goldes Fluch" mit Bernd Mdor in der Hauptrolle nach dem berühmten Roman von Strirrdberg statt. In der.Hmdenburgwvche ist auf diese Weise «tu SEck in das Programm eingefügt, das wie die Gast- spiele der brckden SckMes«vx Porüeix eine Lxantz besondere An- ziehir^grkraLt ausüben wird, zumal ja bis ^xun Ende der LÄoche weiterlivi ein Teil des Reingewmns der Alww«xdeten^Fürsorge des Roten KreuM in Gießm als Hqi»vd«xbu»Mxnde zufließen
tmrd. Schon aus dem Erlös der letzte',x Tage konxrte ein sehr erfteuliches Ergebnis in dieser Hinsicht festgestellt ^ werden, doch ist zu lvünscheix, daß ein xxoch besoxxders reger Besxrch zum Schluß der Woche diesen Dell .der Weihnochsspende zu einem durchschlagenden Erfolg gestalten loird.
Kreis Frievberg.
B. Z. Butzbach, 4. Ott. Das Ergebnis der hessischen U- Boot-Spende betrug annähernd 400 000 Mk. Der Kreis Friedberg tteht mit eingegaxxgenen 22 669. 75 Mark an fünfter Stelle sänxt- lickier heffischen Kreise und übertrifft sogar den Kreis Gießen., ixx welchem 21 294.89 Mark eingingen. Jrn Kreis Darnxstadt warexx es 68 329.86 Biark, xm Kreis Offenbach 29 391.99 Mark, im Kreis Mainz 72 214.57 Mark, im Kreis Worms 33 590.12 Mark, in ixnx anderen oberhesftscheix .Kreisen gingen ein: Alsfeld 1568 Mark. Büdingen 9300 Mark, Oaukerbach 5600 Mark nnd Schotten 4818.64 Mark.
Starkenburg und Rheinhcssen.
ch Aus Rhe i n he sse n . 4. Okc. Ein Jugenheimer Winzer hatte von eftxem anderen Weinbergsbesitzer eine Anzahl Weinberge gepachtet. Ms Pachffnmme eixtrxchtete er dafür jährlich 400 Mark. In diesenx Jahre nun mit seixxem ansehnlichen Mengeertrag aus den Weinbergen nnd bei den hohen Preisen brachten diese Weinberge ihrem Pächter xxicht tveniger als 12 000 Mark ein.
Hessen-Nasjau.
** Eichen (Kr. Hanau), 4. Oft. Dem Unteroffizier Heinrxck R eich hold wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen.
st M a r b u r g , 4. Oft. Die Benutzung der elektrischen Schau- serxiterbeleuchtung wurde xm Pezlftk der Marbuvger Ueberland- zentrale verboteix. Auch sonst ist der Verbrauch elektrischax Lichtes Beschränkuugeu unterworfen. — Die städtischeix Körperschaften) beschlossen, den axx der Lahn in mxnxittelbarer Rähe des Hauptbahnhofs abzweigendexx sog. Krnwmbogenuug „Hnxdenbnrgstraße" zu benennen. — Dem Uuiversitätsprofessor .Konsxstorialrat Tr. theol. Borrlhäuser wurde das Verdienstkreuz für .Krxegshilsc verliehen^ -- Die unter der Leitung des Direktors Schlicht stehende landwirtschaftliche Winterschule beginnt änx 6. Rooember ihreix Unterricht.
§piel!)Ian des Gietzener Ltadttheaters.
Freitag, 5. Oft., abds. 7 i/-j: Bei gewöhnt. Preisen «ermäßigt), „^er dxuxkle Punkt". Sonntag, 7. Oft., abds 7i >: Gewötml. Preise. ,.Das Tveixnäderlhans". Diensrag, 9. Oft., abds. 7'- .-: Gewöhml. Preise (ermäßigt'. Zum Gedenken an Su.dernxamxs 60. Geburtstag. „Das Glück im Wftxkel".
Lsttgescrrrd-.
(Für Form x:nd Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gcgcixüber keincrler Verantwortung.)
Einiges von der Gictzener Straßenbahn.
Inr Verkehr auf der ' ießciccr Sir xienbalm hat sich allmählich eine Unsitte heraus gebildet, die verdient, öffentlich gerügt zu " roden, ganz besoxxders im Hinblick aus och bcdanerlüb n Unglücks» jälle in letzter Zeit. Es ist dies das Zusammendräugexx der Fahrgäste auf deux Vorderslnr und iin vorderen Teile des Wagens. Mies steht vorn u>D sperrt den Eiugaxxg, und da gibt es kein Waixken und kein Weickien. es hilft kein Bitten und LamentiercxX. Iu wenig lobenswerter Nachahnxmxg unserer Feldgrauexx an der Front scheint die lebexxdige Mauer ffck> zum Gruudsatz gemacht zu l>aben: Hier kommt keiner durch. Sie ffceftt unerschütterlillx fest, u:xd so nnrd man oft selbst — sehr -xegen seinen eigenen Willen — ixt diesen Nauxu festgebanixt und eingekeilt, ivährexxd maxx im hinderen Teile des Wagens xrnd aus dein Hiuterstur iwckx bequcnx sbehexx konxxte. Ter Schiassner, der dxrrch die BGusck-exxxuauer lstndurch den Wagen nicht übersehen kann, glaubt vielfach, letzterer sei voll bewtzt, legt die Sperrkette vor - maxxchxual tun djes auch die aufnxerffgmen und besorgten Fahrgäste —' und übersährt die Bedarfs'-. maxxchmal auch die Z irmx g s l alle fiel lex,. Lo geht der Stadt mancher Nickel verloren, denn die an den Haltestellen Wartenden haben ixx solchen Fälexx — Inch diese sind gar nicht so selten — des Nack sehen. I.x zxveiter Linie fix xd aber auch diese die Leidtrageix den. denn sie xnüssen vieeicht in Wind xnd> Wetter, dazu oft noch mit Gepäck beladen, einen rocht weiten Fußmarsch machexx. llxtb warum? Weil einige Fahrgäste, die woxnöglich, schon an der nächsten Haltestelle axxsNeigexx, sich schoxx. einige Teilstrecken vorher auf den Sprung gemacht haben, um ja ixxckft weiter mitgenonxnxen zu werden. Man scheint gar keine Ahxxung davon zu haben, daß im Wagcxx rechts oben sich- eftxeAeüxc befindet, dur chdie man jederzeit deux Wagenführer durchs Ziehexx oder Ziehenlassen ein .Klingel- zeichLn zum Haltexx gebcix daher ruhig auf seinenx Platze bleibexx kann, bis zur xxäckfften Haltestelle; dort wird eixxcxn schon so viel Zeit gelassen, daß xxxan axxssteigcxx kanxx. Und sollte xxxan ia einmal darüber hinaus xnitgenommexx rverden. so ist das auch kein großes Unglück: in Gießen sixxd die Exrtfcrnuixgeix nicht so riesig groß, daß xnaxx wegen seiner eigenexx Bequenxlichkeit axxderc zu einem vielleicht zehnnxal so laugen Fußmarsch in Wind und Wetter verurtexlexx sollte. Also, mehr Ruhe! Daxxxx geht alles viel -besser, auch ol-ne Schieben und Drängern. Ich habe sonst nicht viel für die Großstadt xoxd ihren Grvßstadtmenschen xxnd -übermexxschexx übrig, aber in dieser Beziehung köxmtc der ängstliche Gicszexxer Kleinstädtler etwas voxx jenen lerxxexx. — Und nun die ernsteste uxxd bedenklickche Seite der Angelegenheit! Sieht nxan denn nickü ein, daß ein so unvernüxtftiges Gebarexx der Fahrgäste gar leicht die Ursache eines Unglückssalles sein tan? Zn linieren engen Straßen mit ihrem teilweise starken Gefälle und iliren scharfexh Kurven muß der Wagenführer stets seine ganze Auffnerlsanxkext auf die Dixxge vor seinem Wagen richten, muß stets volle Be- w.egungsfteiheit haben. Wie kann er das, xvenxx 10, 12 Leute nebeu nxxd hinter ihm stehexx, sich imterhalteu. auf ihn einreden, ihn mit Fragen bestürmen xmd bei jeder Kurve ihm ixx bedenllfcher Weise xxx Ges Wortes wörtlichster Bedeutung „auf den Leib rücken"'.' Ein xxnglücklick)-er Zufall aN einer schrfen Kurve oder bei starkem Gefälle, ein Stoß des Menschenknäuls, xxnd dem Wagenführer ist iux kritischstexx Mgexxblick die Herrschaft über seftxen Wagen genommen: bas Unglück ist da. und daxm soll ivomöglich der unschuldige Schaffner die Verantxvortung für die Unvernunft seiner Fahrgäste tragen.
Sollten diese Zeilen den Einen oder Andern veranlassen, seine „verkehrstechuischen Gepflvgexxheiten" der Straßexxbahn gegenüber einer nachdrücklichen Prüfung zu unterziehen, so xväre ihr Zweck — wenigstens tellwerse — erreicht. Bei axrderxx xvirft vielleicht fördernd >die Erwägung, daß bei Zusaxunxenstößen und Unglücks- fällen gerade die Fahrgäste axxf dem Vordexfflur und im Vorderteil des Wagexts uattirgemäß in erster Liixie der Gefahr ausgesetzt sind, beschädigt zu Xverden oder wenigstens unmittelbarer Zeuge eines vielleicht recht ausregendexx uxxd nerven erschütternden Vorfalls zu sein. Wer sich davor bewahren möchte, rvird gut tuxx, sich nicht mr der „Belagerxxng" des Mageneingaxxgs uxch der „Einkreisung" des Wagenführers zn betellxgen. B. M.
VrXeskasten Ser NeSaktion.
EAnouvme Anfragen bleiben nuberückfichtigt.»
Englische Kriegsanleihe. Sie irren sich. Von einem Mißerfolg kann nxcht gesprochen Nuerdeu. Gerade deshalb und auch lveil Xvir bisher mehr geleistet haben, xxruß inxsere xxeixe Anleihe ein voller Erfolg werden und jeder zeichwm, xvas er besitzt.


