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31.10.1917 Erstes Blatt
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Der Eindruck in Dänemark.

Kopenhagen, 30. Okt. (W-TB.) T« deutsch-öster- revM)rische Offensive an der Jsonzofto:tt steht im Vorder­gründe des allgemeinen Interesses; mit größter Spcvmung wird ü&emil ihrem ,vetteren Verlauf eMgeg-eugesehen.Berlin gske Tr. den de" benrerkt datzu heute abend:

Mir überwältigender unnnderftechlieher Kraft Hoden die öster­reichisch deutschen Heere die Italiener von der Jstiizofront und «us deri^ Eroberungen Aurinkgcdrcbrgt, die sie mir nngel-curer Mühe, großen Opfern irnd ausgez-nchueter Tirpstrkeit in dem mehr als schwierigen Gelände errungen haben.

Eit Itrabladet" schreibt:Mit gewaltiger Kraft ist die Oftensive geführt worden und sclreint die Italiener vollständig über­rascht zu haben. Tie Niederlage kann nicht mehr gelengrret werden und der Kamps wird nun in der italienischen Ebene geführt. Tie -Ereignisse müssen notwerrdigcrweise' auf das empfängliche Gemüt der Italiener großen Eindruck machen. Tte Italiener haben nach Aweieiul-alvj ähri ge in Kriege mit Waffen nicht das erkämpft, was sie ohne Tropfen BW als BaZrhlung [für ihre Neutralität hätten erhalten können. Tie Offensive e:rttvickelt sich weiter: Die ftemden Heere stehen bereits in der italienischen Ebene u'e Gefangeuen- Sahl beweist, daß die Ereignisse sich zu einer ' ua strop be für das italienische Heer gestalten. Wie wert die Mittelmächte vorrückcn werden oder:men, wissen wir nicht. Mit der Offen­sive wird aber mehr eine politische als militärische Absicht vav- folgt. Hinter dem ganzen Borgehm steht offenbar die Hoffnung, Italien zu einem neuen Rußland z-u machen, aber abgesehen davon, können die Mittelmächte erklären, das; sie diese Offensive führen im Pen. ußtsein ihrer Kraft als Antwort ans die Behauptung, daß ihre militärische Kraft gebrochen sei."

Ein Selbstmordversuch CadornaS.

K o pe nhagen, 31. Oft. (L.--A.) In der hiesigen italienischen Kolonie waren gestern Gerüchte verbreitet, daß Cadorna ver­sucht habe, als er die Nachricht vom Falle der Stadt Görz erhalten! habe, sich .durch einen Revolverschuß das Leben zu nehmen. Er habe sich eine schwere Kopfverletzung beigebracht. Sein Zustand ?ei ernst.

Nach einem von Tessiner Blättern veröffentlichten offiziösen Telegramm aus Rom werten, demB. T." zufolge, die Front- nachcich.en von der italieniscl>en Bevölkerung mit Schmerz, aber Ruhe -ausgenommen. Man hofft, daß die Heeresleitung durch einen wohlgeordneten Ruckzug die Heere des mittleren und unteren' > 5 lonzo retten könne.".

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Berlin, 30. Oft. DerBerl. Lokal-Anz." meldet aus Lu­gano : Aus Comv wird der Ausbruch von Arbeiterunruhen gemeldet.^ Ncailand und-Conw hatten gestern geflaggt aus die Nach- richt, daß die feindliche Offensive ausgehalten sei. Später trafen (wer Flüchtlinge aus den Provinzen lldine und Treviso ein, die imer die gefährliche Lage berichteten.

. DasBerl. Tgbl." meldet aus Lugano: Aus Chiasso wrw gemeldet, daß ungeheure Mengen Flüchtlinge aus Frmul Oberitalien überschwemmen, überall Schrecken ver­breitend. Die Grenzsperre ist so scharf, daß die italienischen Züge

Die Lage in Nuhland.

Eine Rede des rufftschen Ministers des Auswärtigen-

Stockholm, 31. Okt. Die Pet. DeO-Agt. verbreitet eins

Rede Tereschtschenkvsim russischen Vorparlament über die auswärtige Politik. Als Reiterchen Gcsichtspmitt stellte er die Interessen des Landes auf, die verband«, daß Rußland' nicht allein stehe, sondern in seinem augenblicklichen Bürckmisverchälttüs! verbleibe, und daß es keinen ecniÄrigerchen Frieden schließe, dev bald einen neuen Krieg zur Folge haben würde. Die Iuli-Offejich sive des rrrssischen Heeres habe die Gedanken der russischen Revo­lution ins feindliche Gebiet getragen. Wenn die Kraft des russischen Heeres nickst erl<chmt wäre, hätte nian bereits Frisden. Rußland brauche einen Sieg, damit fein Verzicht auf Eroberungen nicht als Schwäche ausgelegt iverde.

Teveschtschenko belxruptete weiter, gerade die Mittelmächte pflegten von der zweiten Hälfte dieses Grundsatzes zu schrei gen. Zur Beleuchtung d-er gegenwärtigen Lage in der äußeren Politik urtterschchd er an dem gegenwärngen Kriege drei Selsten. Die stvategifche Ausgabe der Armeen, die diplonuttpche Handirmg und die gegenwärngen und zukünftigen wirtsel-aftlichen Bezichungani zwischen den Staaten. Aus strategischem Gebiete warf er die Frage aas, ob die Mittelmächte Sieger seien, und verneinte sie, denn selbst die stvategische Sch!<u.>pe Rußlands und das neueste Unglück Italiens seien rurr Zwischenfälle, die das eigentliche Ziel des Gegners immer deutlicher erkennen ließen, sei ooch nie und nir­gends während des Krieges die Frage des Friedensschlusses so stark erörtert : vorder:, wie jetzt von der deutschen Regierungspresse.

Eine neue Anordnung Kerenskis.

Petersburg, 30. Okt, (P. T.äAj.) Die ZeitungRabo-taja Gazeta" bringt ein Telegramm Kerenskis, das bis aus weiteres die Vollstreckung von Todesurteilen an der Front verbietet.

Ein Streik der Apotheker in Petersburg.

Petersburg, *30. fDEt. (P. T.--A.) Der Streik der Apotheker, der seit 15 Dagsn anhslt, fängt an, sich zu verschlimmern durch die Ausschreitungen der Ausständigen, die durch AmveNdung von Gewalt die Lttbeit verhindern, selbst in einigen Apotheken, denen sie im Hinblick auf die kritische Lage der Bevölkerung die Erlaubnis erteilt hatten, ihren Betrieb fvrtzu setzen. Der Stadttat beschloß, dio .Mtothekei: »u beschlagnahmen, und wendet diese Maßnahme von heute ab auf 55 Apotheken an.

Die K«bittettSkrifiS in Spanien«.

Bern, 30. Okt. (WDB.) Pariser Blätter melden ans Madrid: Der nig hatte Besprechrlnigen :nit dem Kam­merpräsidenten und dem Serratspräf identerc. Dieser hat am- geraten, Dato das Vertrauen erneuern. Da^o werde die Cordes einberufen. 'Andernfalls würden die Liberalen wieder die Macht übernehmen. Der Kanrmerprcoskderck hält mr- gesichts der ernsten Lage die Bildung eines Kabinetts mit einer nationalen Zus<rmmenfassttng für notwendig, dessen Borsitz Garcia-Prieto übertragen werden sollte. Der König erklärte, er werde heute noch die versttstedenen Parteiführer, darunter Maura, Romanones, Prreto und Desada Toca, zu Rate ziehen. Die Freunde Datos versichern, dieser werde unter keinen Um standen das Amt als Ministerpräsident wieder übernehmen.

M u d r i d , j30. Okt. !(WTB.) Meldung! der Agen ce Ha Vas. Nach einer Besprechung mit Dato erklärt» Do ca, er würde sich bemühen, Mitarbstöer zu finden, um ein Kabinett der nationalen Zusammenfassung zu bikden.

Eine neue Auszeichnung unserer Ostafrikaner.

Berlin, 30. Okt. (WTB. AnNtich.) Der Verteidiger Deutsch- Ostafrikas, Kommandeur der ostafrikanrschen Sckmtztruppen Oberst v. L e t t ow- Bo r be ck wurde durch Allerhöchste Kabinettsordre vom gestrigen Tage zum Generalmajor befördert. Wie jeder weiß, der die kolonialen KriegSmeldungen der Entente zu lesen versteht, haben unsere ostafrikanischer: Helden auch in den letzten Wochen dem an Zahl weit überlegenen Feinde wieder schwer zu schaffen gemacht. In der jüngsten kaiserlichen Auszeichnung ihres Führers, der erst kürzlich das Eichenlaub zum Orden Pour le me- rite erhielt, dürfen darum die heimatferrnm Känrpser da draußen, denen der unerschütterliche -Glaube an den endgülttgen Sieg unserer Sache immer wieder die wunderbare Kraft zur Verteidü- gung'des vorläufig letzten Stückes deulsch-ostafrikanisclMr Erde ver­leiht, zugleich) ein neues Zeichen heißen Dankes unseres ganzen Volkes erkennen. '

Da» neue italienische Kabinett.

Rom, 29. Okt. (WDB.) Meldung der Agenzia ©tefarri. Grornale d'Jtalia" berichtet: Orlando unterhandle mit >Nrttr, Sonüirw und Berenini. Mer Wahrscheinlichkeit nach nnrd das Kabinett abends gebildet sein und sich folgender­maßen zusam-rlensetzen: Orlando: Vorsitz und Inneres: Konnrno: Aeußeres; Meda: Finanzen; Nitti: Schatz; Darr: jOeffentlichei Arbeiten; Berenini: Unterricht; Eolofinw: Kolonien; Fera: Post: Biffolati: Zivilunterstühung und Pensronen; Sacht: Justiz, und Dolbueue: Marine. Das Blatt fügt hirczu, daß Kriegsminisber Giardino von der Front erngetroffen ist und mit Orlando -eine Unterreiduna gehabt hat. ^

Ronr, 30. Okt. (Ag. Stef.) Heute morgen wurde Or­lando vom König beauftragt, ein Kabinett zu bilden. Or­lando nahm an und leistete sofort den Eid als Minister­präsident.

§eekrleg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 30. Okt. (Amtlich.) Eines unserer U-Bootc Kommandant Kapitänleutnant H a s h a g e n (Ernst), hat ir Atlantischen Ozean und Aermelkanal neuerdings run 32 000 B.--R.-T. feindlichen Handelsschiffs raumes vernichtet. Unter den versenkten Schiffe: befanden sich lder bewaffnete englische Dampfer Madur (4884 Br.-R.-T.), dessen Ladung u. a. aus Lokomotiven be stand, ferner vier große bewaffnete englische Dampfer, vo! denen einer aus einem Geleitzug herausgeschossen wurde Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Um Snttt.

Eine Rede Ltoyd Georges.

Amsterdam, 30. Okt. (WDB.) Das Reutersche Bureau meldet: ikcirarammfter Lloyd George hat gestern: anläßlich des :m U.nterhause vorliegenden Antrages, den: Heere, der Flotte uno der Bevölkerung für ihre Verdienste um den Krieg den Dank des,.Dauses auszusprcchen, eine Rede gehalten, in der er eine! Schilderung der Daten von Heer und Flotte gab und unter ande­rem sagte:

Ich zögere nicht zu sagen, daß ein überwältigendes Uacheil di.e Sache der Alliierten gettoffen haben würde, wem: nicht die engl fische Flotte gewesen wäre. Rußland würde in bet Tat gewesen sein. Die Flotte har im Verlauf des Krieges Millionen Menscher:, zwei Millionen Pferde, 25 Millionen Tonnen Explosivstoffe und Vorräte sowie 51 Millionen Tonnen Mhlen und Oel befördert. Es ist noch zu sttch, die Wirkungder <rl vckade der englischen Flotte aeaen unsere Feinde seür-,,>etten

dca: Ruhm unserer Flotte geschaffen haben, aber es war nicht tijrc öclnilu.

Lloyd Gcorge wmidtr sich ber So udel sm a r i n e zu Mw suhrte aus: Bor dem Kriege bestand eine SchwÄmi^eit, Mann- schastei: !ur die Handelsmarine m bekommen wegen der besseren Lckensbedrngungen an Land. Aber- trotz der Mlhen, Leiden, SHecken mw Gefahren, die seitFkusbruch des Kriegs in mcu:nig- falttgster Wepe gewachsen und, fand sich doch kein Mann, der sich fürchtete, am die See zuruckzukehren.

Auf die Armee vergehend, sagte Lord George: Unser ur­sprüngliches Expeottivnskorvs zählte 150 000 Manm' Jetzt be­tragen die englischen Expeditionsstreitkräste mehr als drei Milliv- neu. Es ist ein großer Triumph der -Organisation, der nur mög­lich gemacht wurde durch d:e heldenhafte Selbstaufopferung der alten Armee.

Berlin, 30. Okt. (WDB.) Kaiser Wilhelm hat a den deutschen Arbeiterkongreß itachftehendesTeb graurn: gerichtet:

Meinen herzlichen Dank für den Huldigungsgrnß des i der Reichshauptstadt versaminelten Kongresses der christlick nationalen Arbeiter. In tteirer Kameradschaft steht di Heimarmee der deutschen Arbeiter unserem auf allen Fronte siegreichen Heere mit unermüdlicher Arbeit zur Seite. Da Bewuht^ein, daß nur ein MEcher Ausgang unsere Daseinskampfes > der deutschen Arbesiberschaft eine tnfljrief ltthe Zukunft sichest, wird den Siegeslvillen und die Kral zur Ueberwindüng der schweren Zeit auch fernerhin stärker Mein Vertrauen in den gesunden Sirrn und die Vaterlcrn 0 < liebe der deutscher: Arbeiter kann nicht erschüttert werden.

Berlin, 31. Okt. ReichstagsaLgeorLdlreter De. Wer n e r hat rmch Verhäirffen der U r l cc u b s s p e r r e eine Ar frage beim RmchskanAer e«q-sbr«cht, ob er gewillt sei, jen t:efeinschneidende Verordnung auch im Sinne des geiverb-: treibenden Mittelstandes rnö^ichst einzuschränlen, wen rcicht aufzuhebeu.

Mehrere Anfragen des Abgeordneten Werner sin wie folgt Lecmttvortet worden: Eine Bevor^Nurdg vsn F u den bei Kriegsgesellschaften findet nicht statt. Begründet Besck-verden über das Verhalten jüdischer Beauftragter de Kr:egsge)elljchamn nn neutralen Auslände sind der Reichs bettung nicht bekannt gewoichen. Eitle S-ellul:snahme zu chl chen Beschwerden und gegebenenf«I te eine Abhilfe ist nu möglich ivarn bestimmte Eil^lstilke namhaft acm«cht toer den.Es ist nicht in Aussicht gen»m»reil, ^as ji«isch-rit«etL Schachten zu verbieten. Bei den Erhe^ng-en übe:: die An gehörigen der kriizgslvirtschaftlichen Orgntlijatisnen ist vo: emer Auflehnung auf du Konfessionaus grundsätzlichei Erwägungen Mststid genommen worden.

^ Berlin, 30. Okt. (MTB. Nichiarnttich.) Der sitzeude des christlich-nalionalen Aroeiterkongresses, General­sekretär Stcgerwald-Berbin, wurde auf Lebenszeit in das Herrenhaus berufen.

3fa§ und

Gießen, den 31. Oktober 1617.

Reformationsfeier der Universität.

Zur Feier des vi-erhimdertjährigen Gedenktages der Reforma­tion httl-e sickr aus Einladung von Rektor und L-uonngS-lttitirersiE eine zahlreick-e Fostversammlnng aus der Bimger- uud Beamten»* sckiaft in der neuen Aula der llniversttät zusainmeiigefirndeii. Die Feier wurde pmittlich '-12 U.hr durch Orgel spie! eröffnet, das den Euizug der Dozenten bogleitele. Sohaim trag der Akademische Go* sarigverein, verstärkt dnvck^ AMitglieder des evangelische!: .Mrchien- chvrs. einem El-orsatz von BachGott der 5>err ist Som:' und Sd,Hb J/ vor. Der Rektor, Professor Dr. Gisevius, hieß die VersanttN* lnng ircit folgercken Worten willttvmnän:

Hochcmsehiiliche Festversammlung! Verehrte Herren Kollegen!

Liebe Kormnckiton-eii!

Im Nonnen unserer Landesunioersität begrüße ich unsere sehr iwrehcten Gäste, die uns heute zum ersten Adrl durch ihr Ersck^ünen ehren, ebenso wie 'die Behörden der Provinz und der Stadt, akke m:deren Bchüäde:: und!altc lieben Gäste, die wir schvr: ivoederhÄS in unserer Mitte bei ckhnlichein. Anlaß sehen konnten. Herzlich ivill- koniirren heiße ich in unseren.sckwimn FestrLumen auch hmcke die Vießener Bürgersrhäft. Es ist der Larwesuniversität iminer eine-, besoutere Freude, die ganze Stadt 'und deren Bürgerschaft an un­seren Feiern tcilnebmen zu sehen..

Mit kurzen: Wort möchte ich auf die Bcdeuttliig der t-nttigen Ber:anstaltnng himveisen. Tie Feier .des Gedenktages der Reftn> matim: will keine konfessionelle sein, sondern die Bedeutuilg eines weltgeschicht8ck)iei>. Ercigickffes klarstellen, eines Ereignisses, dessM Folgen auch für.die WissenschZft und für die Arbeit unserer Uni­versitäten von größter Bedeutting wurden. Die Entdeckung Ams* rif«S mtd die Reformation fn:d die Grundpfeiler, a::f denen sich unsere Neuzeit aufbant, und durch die sich diese Neuzeit von dem Mittelalter trennt.

Der Weltkrieg, den :vir mit unserer: treuen Verbündeten zu- smnmen heute führen müssen, regt unser Volk bis in die tiefsten Tiefen auf. Wie unsere Feldgrauen draußen sich gelegentlich zur Erbauung alle zusauimenftlwei:, gleichgr'iltig welcher Konfession der Prediger bei einen: Feldgottesdienst angehört, so finden gvir uns hier als Heiinatheer alle vereinigt, um ein für :mser Vaterland wichtiges historisches Ereignis uns in feinen Wirkungen zu ver­gegenwärtigen. Da schwindet für uns in dem Gefühl rmserer Volks* genienischaft jeder Unterschied der Konfession, des Standes und der Partei. So verliert sogar die Persönlichkeit Luthers ft'rr unäl den konsesschuellen Charakter und seine universelle historische Be* deutung, sein nnlenigbarer Einftnß aus unser De::tschtiMi trerent dasür in dei: Vordergrund. Sogar das Lutl-erliedEin' feste Burg ist unser Gott" klinat heute dem kämpsenden Deutschen nicht als konfessionelles Kampflied in den Ohren, foiidern es paßt in seiner- niarkigei: Melodie und in seiner karnpsinuttgen Weise für uns alle, iveirn rvir die Worte hören:Laß fahrei: dahin, sie haben's kein» Gewinn, das Reich muß ':tns >doch bleiben".

Wie hat sich doch heute der Werttnaßstab für weltgeschichtliche Ereigrisse gegen friifa verändert! Die große Zeit von 1870/7M nnt>' die noch größere Zeit der Freiheitskriege vor tzm:delW Jahren, sie erscheinen uns heute in der Wertung ihrer Boden turvs Kein gegenübler dein hentägeii' Völkerringen, an'dem jetzt fast alle Völker der gaiizei: beüvokuteir Erde teitnehirler:! Wie ist es da so :wtwei:dig, daß unser deutsches .Volk als fester Fels in der Brandiu g der Kriegswogen einsg und geschlossen dasteht, »vir erbauen, uns immer von neuen: chit berechtigtem' Hochgesübl an dem deutschen Heldentum u:td an heu Waffe::erfolgen im Osten tvre im Westen, und, nrit lodernder Begeisterung solgan wir dem heutigen Siegest zuge unserer verbündeten Heere nach den Gefilden Italiens. Aber «kch die Vorgeschichte iniseves derckschen Volkes läßt uns Großes und Schörres z-i: unserer innern Erbauung linden, nicht am ivenigstcir aus der Zeit dar Reformation. Wie sck-m leuästet uns aus der ZeM der BibeMbersttzung schon der eine Spruch in die Jetztzeit E.nei» dein damals ein Luther deutscher: Ausdruck verlieh:Sei ^etrai bis an bei: Dcö), so will ich Dir die Krone des Lebens geben!"

Der dazu: berirserve Vertreter aus unserer Mitte, .Herr Geh Kirchen rat Dr. Krüger, hat sich der Aufgabe unterzogen. unZ die Bedttckung rmseres he'.ttig-ei: Gedenktages vor Augen zu führen. Ich bitte ihn jetzt, zu der heutige:: Festrede das Mort zu nehnien.

Sodann zeigte Geheimer Kirchenrat Pwiesfor Dr. Krüger in <ttva drei viertelstüichiger Rede, da ß und N«rinn in Luthers Genius die Rnormatton beschlossen sei. In: Anschll:ß an seine Auosülmungeu, auf die wir znrückkomnve:: werden, verkürtdigte Geh. Rat Krüger als Dekan d-je von der Fakultät vollzogene:: Ehren- pkonwtionen. Die Fakultät habe nicht mrr gelehrte Verdienste ehren wolle::. Mähr noch liege ihr am .Herzen, der wettvollen Arlnnt zu gedenken, die die Pfarrer, tznnval die hessischen, in Kirche und Schule geleistet l?aben. 9luch der kirchlick>eu Kunst wolle sie nicht veraessen. Proinoviert wirrden: Geh. HofratDr. Arnold Berger, o!.der:t* sicher Professor der Geschichte und der Litera.tt:rgeschichte an dev Ä.echlnMen Hochschule Darinstadt, Lic. Tr. Martin Brück­ner, DivisionsPfarrer in Berlin, zurzeit Gviwerne.uen.ts ofarreo^ in Namsrr; Adolf Chavpuzeau, Pfarrer zu Ha in holz bei HannoverKirchenrat Au gn st Dingeldey , Pfarrer in Darm-. ftdbt: .Heinrich Freiensehner, Pfarrer in Liiwenftls ün! Odervocckd; Tr. Johannes Haller, ordentlicher Professor der Geschichte in Tübingen; A r n o l d Köster. Pastor cm der Erlöser-- rirche in Haniburg-Borgstedt; Professor Ln. Heinrich Mat­the s Oberlehrer am L. brerinnen^Senttnar in Da:mstlü>t; Pro^ lsffvr Arnvld Mendelssohn, Musikdirektor in DarmstadtE^ ' ,Dr drnnoViolet, Pfarrer an der Fnedrichs-Werderschen Kirche :n Berl:n .Arißerdem gab ider Dekan bekannt, daß die Pro­motion des Pftrrreus Karl Knodt, i» dem[eine Heimat ivie ja 5 ganze Derttschlanid dankbar den Scnrger der Sehnsucht des mm fchenHerzens nach den: Ewigen ehrt" beschlossen war, als da Rach^äst vorn Tode de? Dichters eintraf. Der ChoralEin' feste -ui:rch, für gemischte:: Chor von Vach gesetzt, Mud Orgelspiel naben der Feier den wrnhevollen Abschluß.

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** Verteilung von Kunsthonig. Auf dm Bezims- abschnttt Nr. 2 der Lebensmittelkarte wird in den nächsten Tassen ourch die K:einhandelsgeschäfte K::nsthonig verausgabt. Näheres nehe Bekanntmachung.

... ** Mehl! Mit' Wirkung vom 1. November d. Js. wird die

Unch Mn den .Kaps der Bevölkerung entsalleirde Mchlmenge um 20 Gramm gekürzt. Suche Bekarmttnachung im Anzeigenteil.

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^ ^ L ÄL u r t !üiian:anjr:a>ten. Der Grvtzherzoss

hat am 27. Oktober den Krelsamtnmuner:: Dr. Eugei: Seyferth de: dein Krmsamt Aoainz, Dr. August Heß bei dem .Kreisamt Law tevSLch j* Jtoxm, <5e!dbereftügn.LgSksmmissär zu Ftted- bevg luch Wckoff SchDkr be: dem Kveisamt Schotten den Eurasier als SiognttUkgMat erterlt, hat strner die von der Stt^r««ordnedm, vcrsannnttcng zu Alzetz getroffene Wahl des Dr. Heimüch Sutor zum Mirgermellter der Stadt Alzey aus Lebenszeit bestätigt, und den. Lc-hramtSa^ssor Georg Wittch aus Mainz zum Oberlehrer an d^Obervsalschu^zu Mätny, den Lehramtsassesfsr Kirrt Becker aus mc*%wn min ObnMfBtx an der höheren Büvgerschvlle in NDda bp 1 O oe rl'chrer am Gy nma sium zu Bens heim Professor ^ Oberlehrer an dem Neuen Äy:«nasirm:

m vom 1. November 1917 ernannt.

V nx tssUtu 1 aum. Sei:: 25jÄstiges AmtSjul^aum int d^Skadt G«hen begeht an: 4. November der stüdtiKe G«««^:ec W. Schwalb.

,.. , ® on ö er Londes -Uni versität. Dve lrai dm- ^

ds.cht'»^Uker »er zn:n ersten Mtr.be in Gebcmlch ge-

m der N««n: A'rcla aufgestellt.' Orgel ist mit lldter* t muram g erhebt:cher, chrrch die Kriegs Verhältnisse hervor gerufenen! Schsss:er:gkR.ben von der Fi-rnm Karl Nico laus in Lich erbaut «vüdn:. :>t in erster L«:ie für die llebungszsvecke der Tb ologie- E^ereiDen bHrrixmt, wird aber nrit ilsteu: weichen uno doch