Nr. 252
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Neue C folge heim Durchbruch der italienischen Koni.
MTB.) GrvhrS Haupt quartier, 25. Oktober.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.
In F land e rn lag tagÄwcr stärkeres Feuer als sonst auf der Kampfzone zwischen der Küste und dem Blaukaartsee.
Bon dort bis zur Lys belegte der Feind die einzelnen Abschnitte mit Feuerwellen, die sich vom HouchouLsterwald bis Passchendaele gegen abend zu luftigstem Trommelfeuer verdichreten. Größere Angriffe erfolgten nicht.
Im Artois mrd bei St. Quentin spielten sich Borftld- gefechte mit für uns günstigem Erfolge ab.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Am Oise—Aisnekanal verlief der Tag bei geringer tzeuertätigkeit des Feindes nchig.
Bor Dunkelheit säMoll schlagartig der Feuerkampf wieder an. An mehreren Stellen drangen französische Erkun- -MSstruppen vor. Sie wurden überall abgewiesen.
Nachts blieb der Feuerkampf lebhaft.
Zwischen Oise und Maas kam es nrehrfach zu Erkun- dnngskämpfen, die örtliche Steigerung des Feuers hervor- riefen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts von Bedeutung.
Mazedonische Front.
In den meisten AbWiitten hüt sich die Artillerie- tütigkeit verstärkt.
Italienische Front.
Waffentreu traten gestern deutsche und östcrreichisch-un- ganjche Truppen Seite an Seite in den Kampf gegen den ehewaUgen Verbündeten ein.
Fnürehrals30KilometerBreite nach! kurz^^r, starker Feuerwirkung zum Sturm antretend, durchbrachen oftbewährte Divisionen die italienische Jsonzofront in den Becken von Flitsch und Tolmein.
Die Täler sperrenden starken Stellungen des Feindes nnrrden im ersten Stotz überrannt. Trotz zäher Gegenwehr erklommen unsere Truppen die steilen 'Berghänge und stürmten die feindlichen Stützpunkte, welche die Höhen krönten.
Schnee und Regen erschwerte das Vorwärtskvnnnen in dem zerrissenen GÄirgsgelünde. Ihre Einwirkung wurde überall überwunden. Hartnäckiger Widerstand der Italiener mutzte inehrftrÄ in erbitterten Nahkümpftn gebrochen werden.
Die Kampshandlung nimmt ihren Fortgang.
Bis zum Abend waren mehr als 10 l)0 0 Gefangene, dabei Divisions- und Brigade st äbe, Angebracht und reiche Beute an Geschützen und Kriegs-, material geweidet.
Der Erste Generalguartiermeister L udendo rff»
*
Der Abendberichtt
Berlin, 25. Okt., abends. (WTB. Amttich.)
In Flandern starker Feuerkampf, besonders östlich von Ypern.
Be: Pinon und Chavignon nahmen wir nachts unstre Gortruppen in den Ailette-Grund, morgens französischem Druck nachgebend, hinter den Oi'e-Aisne-Kanal zurück.
Im Osten nichts von Bedeutung.
In I t a l i e n brachte die Weiterführung unseres Durchbruchs bei Flitsch mrd Tolmein neue Erfolge. Gefangenenzahl urrd Beute sind im Steigen.
Der Erfolg an der Jsonzo-Front vergrößert sich. Während der Haupttagesbericht die bisher Gefangenen auf Wer 10 000 beziffert, fügt der Abendbericht schon hinzu, daß der Erfolg noch erweitert werden konnte. In her österreichischen Meldung heißt es, daß die Beute sich noch kaum Wersehen lajsssej.
Schweizer Mütter hatten den baldigen Eintritt einer Generaloffensive der Entente sowohl im Kampfgebiet von Tirol als am Jsonzo verkündigt. Französische Truppen seien nach Norditalien verbracht worden. Wir glauben nicht, daß es sich da um eine beabsichtigte große Offensive handett. Die Franzosen haben an der Westfront, wo sie ja den ver- Aweifelten Durchbruch versuchten, genug zu schassen. Es war zwischen Italien und Frankreich nie eine große Bereitwilligkeit vorhanden, eurer dem andern zu helfen. Jedes der beider: Länder hielt an den eigenen Zielen fest. Wie anders sieht daneben das dentsch-istterreichisch-nngarische Bundes Verhältnis aus! Da ist wirklich alles von großen einheitlichen Gesichtspunkten der Strategie beherrscht, und keine Eifersüchtelei fällt störend dazwischen. Es mag nun serrr, daß französische Hilfskräfte sich den Italienern zugesellt haberr. Daun Hai dies aber die französische Heeres- schweren Herzens getan, tvo-hl ausschließlich zu Defe-nsiozwecken, denn in den italienischen Müttern gingen bange Dieldungen umher von Vorbereitungen der Mittelmächte in Tirol, Kärnten urrd am Jsonzo. Die neuesten Erklärungen des italienischen Kriegsministers in der Kammer nn'^en ja auch auffallend „defensiv". Er sprichst von „Wider- üand leisten" und davon, daß die gemeinsamen Angriffe 7^ Gegner „nicht gefürchtet^ würden. Dn: Angriff der deutschen und österreichischst ungarischen Truppen ist unter sur die Mittelmächte sehr günstigen lttnständen erfolgt. Die
italienischen Kräfte, denen die Abwehr unserer Bundesposten einen Teil der Hochfläche von Bainsizza-Heiligen- gmst uberlassen hatte, befanden sich so stellt Oberstlerltnant a :. D. Fr scher in der „Deutschen Zeitung" fest, in keiner günstigen operativen Lage.
„Ihre beiden Flanken sahen sich bedroht, solange der Betteidi- Brückenkopfes von Tolmein und des Monte S-an Gabriele blreb. Ein Vorstoß von To ln rein her mnß, wenn er gelingt. und lvenrr er weit genug ausholt, den Italiener in mne höchst gefährliche Lase bringen. Nur sehr starke italienische Gegenwrrftng vermag ein Menniges Aufgeber: des linken (üst- lrcherst ^ivnzonstrs zu verhindern. Das gleichzeitige Anpacken der feindlichen Front aus der mehrgeummten Hochfläche erlaubt aber unbehelligten Abzug nicht, stsirr unter schweren Kämpfen tarn er verfolgen, lind welche Aussiästen sich dem Verfolger er- ognen wenn der geschlagene Feind kämpfend den jetzt stark an ge sch, wo llenen Jsonzo :urch Westen überschreiten muß. das wcaccht mrr angedeutet zu Ivetten. Zunächst fteilich handelt es sich um Wegnahme der italienischen Stellrmgen östlich des o'lunes. Sie mrt allen Mitteln der modernen Technik auszubaucn, hat es nicht an Zeit "gefehlt. Hier Netten sich die nächsten schweren Kampfe absprelen, aus deren Verlauf der Druck von Tolmein her cn^ schlaggebend sein kann.
D!ve heute eiugeleitete Entwicklung der neuen Lage in diesem schwierigen Kanstrfgebiet läßt auch das furchtbar hartnäckige Ringen um den Monte Sau Gabcrele in anderem Lichte er- schernen als bisher. Die letzte Schlacht am Jsonzo wurde beherrscht von diesen heldenhaften Kämpfer:, die auch seither nie ganz ausgehört haben. Sie konnte:: zwecklos und daher vermeidbar er- fchemen, wenn man dm: Besitz dieses Felskegels nur nach seiner örtlichen Bedeutung wertete. Sie waren unvermeidlich, weil von hoher Bedeutung für die Lage von heute. Teim vom Gabriel-' aus vermag die österreichisch-ungarisä>e Artillerie den südlichen Teil des heutigen Angriffs wirkungsvoll zu flankieren"
Wie neben dieser Offensive im Süden sich die Dinge im Osten entwickeln, bleibt noch unübersehbar. Im Berner „Bnnd" wird die neue deutsche Sieges stellung mit folgenoen Sätzen beschrieben:
„Mit Oefel und Dcvgö in eigenen: Besitz kann die deutsche Ostseeflotte gegen die Aalandsinseln und die Laue Reval—Helsiiigwrs operieren, ohne für ihre rückwärtig: Verbindungen fürchten zu muffen. Wir wetten sehe::, wie fklj die Dinge weiter entwickeln und ob England es lvirklich wagt, einen Teck seiner Flotte aus Gedeih und Verderb in die -Ostsee zu sercden, rote die Fama wissen will, also unt der bis jetzt so sorglich gaoährten Strategie gesicherter Dettindungslinien zur See und Schonung des Materials zu breche::, um s:ch an Stelle der jjhifteu am Tor des Finnischen Meerbusens einzusetzen. Das ist nicht nmhrscheinlich urtd würde, ircrn es geschähe, die Lage nicht mehr ändern.
England, Rußland und die Entente müssen sich damit ab- flnden, daß Deutschland heute die Ostsee beherrscht und dadurch ferner Ostfront den Charakter einer Offensivstellung wiedergegeben hat. vre als solche auch bei Beibehaltung der Defensive schwer auf der zur sttategischen Unterlegenheit verurteilten russischen Front lastet, ohne stärkere deutsch Kräfte in Anspruch zu nehmen. Nur er ne Offensive größten Stils könnte die Russen aus dieser Zwangslage erlösen."
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Der österreichisch.rrngarische Tagesbericht.
Wien. 25. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbarl:
Italienischer Kriegsschauplatz.
. Die 12. Jsonzoschlacht, hervorgcgangen aus der Jni- tmtrve der in Not imd Tod trm verbündeten Mttrlmächte, hat gestern erftrlg:>eich eingesetzt.
Um 7 Uhr früh begannen die Geschützmassen ihr Ver- nichtungÄverk. Eine Stunde später ging im Sttlrm, Regen und Schneegestöber die Infanterie zum Sttrrm vor. Wetter rmd Gebirge stellte die Truppe auf eine überaus schwere Probe. Der Feind wchrte sich aufs hartnäckigste.
Doch schon uni Mittag war die italienische Schlachtfront zwischen Ro mbo n und Auzza an vielen Stellen durchbrochen. Deutsche Truppen warfen weiter südlich den Feind im ersten Ansturm zurück. Die Höhen westlich von Woltschach und nordöstlich von Auzza waren abeirds völlig im Besitz der Verbündeten.
Am Nordteil der Hochfläche von Bainsizza-Heiligen- geist setztrm die Italiener gestern unseren Angriffen noch heftigsten Widerstand entgegen.
Auf dem Vlonte San Gabriele, bei Görz und auf der Karschochfläche schufen örtliche Unternehmen die Vorbedingungen für weitere Kämpft. Das Artilleriefeuer wuchs in diesen Räumen auf beiden Seiten zu gwtzer Stärke an.
Bis zum Abend sind mehrals10 0 00ß)efangene gemeldet worden. Unter ihnen beftnden sich Divisions- und Brigadcstäbe. DieBeute i st nicht im entfernte st en zu üb er sehen.
Bei der Heeresgruppe des Feldmarschalls Frhrn. von Conrad Geschützkämpft.
Oe st licherKriegsschauplatzun - Albanien.
Unverändert.
Der Chef des Generalstabes.
Wien, 25. Okt. (WTB.) Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Der Angriff unserer und der verbündeten deutschen Kräfte ist in b e st e m F o r t - schreiten rmd erzielte schon einen großen Raumgewinn. Die Zahl der Gefangenen und die Beute an Kriegsmaterial wächst zusehends.
*
Italienischer Heeresbericht
vom 24. Oktober: Die wesentliche Verstärkimg der feindlichen Truppen vor unserer Front und ein auch, mit Hilfe der Deutsche:: n-LÜärktes Feuer an der jnlischen Front sowie die heftige Be>
län^schng in der Gegend zwischen Rombon und dem Nottteil bet Hochfläche von Bainsizza während der Nacht leiteten die von uns entartete Offensive ein. Aber gegen 1 Uhr no-ästs nahm das feindliche Feuer rmd somit auch das unsrige infolge des schlechten Wetters ab.
Aus der italienischen Kammer.
...Rom, 25. Okt. ,(WTB.) In der .Kam Nr er erklärte Minister* prüf ident Bosell i, -daß er der Erivägiung des sozialistischen Bor» schlages auf Untersuchung per Presse unter Vorbehalt zuskimme, und hob hervor, daß niemand an der Reinheit der italienischest Msichten in diese::: Kriege zweifle. Ganz Italien sei e i mutig in dem Willen, um jeden Preis Widerstand zn leisten. Der KriegsNrinister versicherte, die MÜitävgewalt beabpchtige 'öeinesrvegs, in die varlamerttarischen Brnechte ern- zugreifen. Er verkündigte das Ersä-einen deutscher Truppen nn der Jsonzo front und versicherte, daß die Nation den neuen Femd^nrcht fürchte. Tie Kammer beschloß den Anschlag der Rede. Ter Locha tzm in ister führte Zahlen an, die die Festigkeit der ttal:en:schen Finnnzen bewiesen. Die Einnahmen des laufeiiden Rechinungsjahres übersteigen uN: 2175 Millionen die des vorl>er- gehenden. Tie^ Einlagen in die Sparkassen seien fast um eine M'llliatte gestiegen. Am 30. September habe die Kriegsschuld 2o Milliarden bettagen. Tie Regierimg könne neuen L>chulden entgegen sehe::, ohne von den Steuerzahlenden neue Opfer zu verlangen.
Die Verkürzung der baltischen Front.
Petersburg, 25. Okt. Nach Ansicht zuständiger militärischer Kreise hat der Rückzug der Deutschen an der D ü n a den Zweck, die Verteidigung von Riga zu verstärken und Iegliäen ruflischsn Versuch, die Stadt wiederz::erobern, unmöglich zu machien. Der Feind erzielt dadurch! eine merkliche Berkürzcmg seiner baltischen Front. Er zieht die ruMschfe Armee an, indem! er sie zwingt, die schon ausgebaute Sbellmrg z-:: räumen und eine andere nahe am Gegner zu schaffen.
Englische Minifterreden.
London 25. Okt. (Reuter.) Sir Edward Carson sagte m Portsmouth in einer Rede: Der Kiieg trat in ein Sta- dium, daß niemand ohne ernste Sorge daran denken kann. Unsere Truppen sind denen des Feindes überlegen, wir daherml mästen im Ausharrungsvermögen uns überlegen erweisen. Entgegen allem Friedensgerede im Reichstaae imd allen deutsch^! Friedensnoten erhielten wir bisher niemals ein Friedensangebot. Ich weise darauf hin, weil cs ein Verbrechen wäre, den Krieg länger dauern zu lassen, als bis zu dem Augenblick, wo wir im Interesse von Land m:d Volk emen dauerhaften Frieden schließen kö:mten.^ Die Deutsckien müssen wissen, daß wir keinen Fritten ohne Mitwirkung und Zustimmung der Dominions schließen k!öm:en^ und werden und zweitens keine Frittensverhandlungest hiirter der Alliietten Rücken führen, sondern unser Abkommen mit ilmen buchst Mich ausfuhren. Wir werden Rußland jetzt nicht :n: Stiche lassen, wo die Stunde der Freiheit seines Volkes an- brickst. Wir werden drittens keinen Frieden schließen, der einen küirftigen Krieg sicl)er herbeifühtt. Der deustche Kanzler sagte, daß es rein Völkerrecht gibt, wir müssen uns beim Friederrsschluß dieser Ewklärung erinnern. Carson sagte ferner, daß ein Volk, das wie das deutsche handelte, nicht zu einem B!uwd der Nationest zugelassen werden könne, so daß es keinen wirklichen Frieden gebe, solange Dentsck/and ervbettes Gebiet besitze und solange das Preußentum nicht vermchtet sei. Ter Sieg Denftchlands? würde die Niederlage aller Demokratien bedertten, nur ein Sieg könne einen Fritten bringen, nur das Ausharren des Volkes könne dazu führen.
London, 25. Okt. (WTB.) Nach einer Meldung des Nenter- schen Bureaus hat Lloyd George im Unterbaust angekürttigt, daß er am nächsten Montag einen Beschlußanttag einbringe:: werde, daß der Tank des Unterhauses den Offtzteren und Manw» sckx:ften der Marine :rnd des Heeres im Felde, den Fraue:: M Sanitätsdienstes, den Truppen in den Kolonien und den Osfizieren und Mannschaften der Handelsmarine für die dreijährige, in der Weltgeschichte unerreichte Ausdauer und Tapferkeit in dem Kampfe :rm die Freiheit der Welt ausgesprock>en wette. Mit dankbarer Bewunderung erkenne das Haus die Treue und Tapferkeit der für das Vaterlartt Gefallenen an.
Holland und England.
Berlin, 25. Okt. Die „Nene Zürcher Zeitmrist^ metbet aus bem Haerg: Holland hat zur Vergeltung für die Einstellung des -englischen Telegraphenverkehrs die Postverbindung zwischen Holland und Englartt eingestellt und die Ausfahrt der Postfchiffe verboten. D<e Bank von England und die Handelskammern iu England haben bei der brittschen Regierung Vorstellungen gegen dib Einstellung des Delearaphenverkehrs mit Hofland erhob« da dies auch die englischen Hcrndelsinteressen schädigt.
*
Amerikanisches Geld.
Washington. 25. Okt. (WTB. Nickstamtl.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Regierung hat Großbritannien eine neue Anleihe von 30 Millionen Dollars gewährt
Berlin, 26. Okt. Die Bereinigten Staaten sollen Frankreich einen neuen Vorschuß von 20 Millionen Dollars bewilligt haben. Der Gesamtbetrag der amerikanischen Darlehen an Frankreich würde darnit auf 2176 Miss Dollars steigen.
Die neue französische Kriegsanleihe.
Paris, 25. Okt. (WTB.) Havasmeld. In der Budget- koinmrssion der K a m m e r und des S e n a t s machte Finanz- minister Klotz Mitteilungen über den neuen Anleiheplan. Die Geldflüssigkeit erlarttt die Umwarrdfling eines Teiles der schwebende:: in eine feste Schuld. Der Betrag der Anleihe werde zehn Milliarden, der Zinssirß vier Prozent bettagen. Sie solle die gleichen Vorreckfte mrd Ber- günsttgungen wie die übrigen Renten genießen. Die Form


