der neuen Steile rverche von der bisherigen ab. In der Fest- se-img von von Pari entfernteren Zeichnungspreisen sei die <Newühr fürdeine spätere höhere Bewertung M erblicken. Die Echaffung eines Tilgungsfonds durch eine monatliche Ueber- weisung von 30 Millionen sei vorgeschjlagen. Die Zeichnungen in und Obligationen der nationalen Verteidigung, ferner die Zeichnunaen, die einen besttnrrnten noch fe,'tz»v- seienden Betrag nicht überschreiten, sollen unkündbar sein. Die fünfprozentige Rente wird zum Preise von 871/2 Proz. in Zahlung aenonnnen. Ein Dekret wird den Zeichrmnas- preis noch festsetzen.
Ein deutsches Dementi.
Berlin, 35. Okt. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Daily Telegraph läßt sich aus Mailand allerhand Einzelheiten über das in der feindlichen Presse schon mehrfach besprochene, angeblich edeutsche Friedensangebot an Frankreich melden. Danach soll Deutschland durch Vermittlung eines belgischen Diplomaten die Wiederherstellung Belgiens und die Abtretung Elsaß-Lothringens gegen Entschädigung auf Kosten Rußlands angeboten haben. Das Anerbieten sei von England und Italien für unannehmbar erklärt worden.
.Alle diese Meldungen sind frei erfunden.
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Da- deutsch - niederländische Wirtschaftsabkommen.
Berlin, 25. Okt. (WTB) Die „Nordk Mann. Ztg." schreibt: Das von den deutschen und »»iederländisclien Delegierten abgeschlossene Wirtschaftsabkommen ist nunmehr in Kraft gesetzt. Mit seiner Ausführung ist von beiden Seiten bereits begonnen worden. Der wesentliche Inhalt ist folgender: Deutschland gewährt Holland unter anderem Ausfuhrbewilligungen für eine die Bedürfnisse Hollunds in der Hauptsache deckende Menge von deutschen uiid belgischen Kohlen, sowie von Eisen und Stahl. Holland hat sich dagegen zur Lieferung bestimmter Lebensmittel, insbesondere Käse und Butter, verpflichtet. Ferner erhält ein deutsches Bankkonsortium einen langfristigen Valutakredit, der zur Deckung der Zahlungsbilanz bestimmt ist und hierfür ausreichen wird. Es muß anerkannt werden, daß dies nach langen mtb schwierigen Verhaftungen zustande gekonnnene Abkommen den berechtigten Interessen der beiden Länder entspricht. Das Abkommen ist zunächst auf sechs Monate bis Ende März 1918 abgeschlossen, und auch dies erscheint günstig, weil dadurch wahrend ver für kriegerische Verhältnisse immerhiri längeren Zeit die wirftchaftspoli.ischen Beziehungen beider Länder mit Stetigkeit gesichert sind.
Seefrieg.
Neue N-Boot-Ersotge.
Berlin, 25. Okt. Im Atlandischen Ozean wurden neuerdings durch eines unserer Unterseeboote, Kommandant Kapi- räulemnanr Rvse, sieben Dampfer mit rund.29 000 versenkt. Darunter befand sich ein bewaffneter Dampper, anscheinend rnit Oel und GaßKrn, sowie vier unbekannte Dampfer, die aus GÄeitzügen heraus geschossen wurden.
Ter Chef des Admiral stades der Marine.
Admiral Iellicoe über den N-Bool-Krieg.
London, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- terschen Bureaus. In einer Versammlung in Sheffield sagte Admrral Iellicoe: Die Verluste durch den U-Bovt-Kttcg sind ernst gewesen, aber sie haben allmählich und ständig sich vermindert. Die Ziffer?» des September waren sehr günstig, die vom Oktober smd nicht so günstig. Aber es liegt in der Natur der Sach«, daß sie auf- mrd aftteigrn. Mir haben jedoch allen Grund m der Hoffmmg, daß^es binnen kurzem noch besser werden wird. Dre Ergebnisse des September bilden keinen Grund zu Besorg- nmen wegen des B-Boot-Krieges, vorausgesetzt, daß die strengste ^riegsnnrft'chaitluhkeit herrscht. Die englische Kriegsflotte wird durchhalten. Der Geist der deutschen Flotte weist Zttck>en des Niederganges aus (??), aber in der britischen Flotte gibt es kernerlei Unzufriedenheit. Ihre Mannschaft wartet gdmftnq und mit den Tag, wo sie die feindlick«: Fwtte in Sicht be- komnren und verdenken wird!! Iellicoe sck-alt dann auf Neigung der kl einen krakelenden Teile der Nation, welä>e die Taten allep Äderen außer die der eigenen Landsleute verherrliche. Er schloß: Wrr ramm uns, selbst nichr verkleinern, sollten Vielmehretwas a SjIv 71 'J? a ^ er Erieg beinahe sckwn gewonnen ist. «Von wem ? Dce Red.) Wir haben nur die Zähne zusammenzubeißcn und er wcrd gewonnen sein.
« 25. Okt. (WTB Nichtamtliche Meldung des
Reuter» chen Bureaus. In der gestrigen Versammlung in Shef- rielb »prach außer dem Admiral Iellicoe auch General Sm u ts (£r sagte u. a.: Ehe ich weiß, was aus der Kriegskarte wird, »verde ich gegen ieden Berhrndlungssrieden stinunen. Tie großen Grund- 1 atze müiwn r'eststeben. ehe unsere Vertreter ans die Konferenz geben um die Einzelheiten testzusetzen. Ehe wir nickt im Voraus die Ver. ftcherung ^r vollständigen Sicherung und Räumung Belgiens haben, werden wrr über den Frieden überhaupt nicht reden. Wir wollen vcm Deutschland, ehe es Friedensvorschläge macht, die be- stvnmte Erklärurig haben, was es mit seiner .Kriegskatte beab- Üchtrcp. Die ganze wirtschaftliche Zukunft Deutschlands steht auf dein Spiels wenn es nicht rechtzeitig einen Brieden macht, den wrr als befriedigend erachten.
^cffiMcr Cawötafl#
Erst Kammer.
12. Si tzun^vo m 25. O ktober.
Der Vorsitzende Fürstzu Le inin gen eröffnet um 5 / t ll Uhr die Sitzmrg. Am Rflierungsttsch sind die drei MiMstzw anwesend. / >
Der Fürst von Erbach-Schönberg nimmt seinen Platz im .ixrnse wieder persönlichem. Als Vertreter des Dauses Erbach- Erbach wird Gras Wexantrr. als Vertreter der Universität Gießen für den Rest der Landftgsiperiode Gch. Kiochrnrat Prof. Dr. Krüger eingeMrt. Diebeiden Letztgenamrten leisten den land- ständilcken ED.
Mitglied der Kammer Landgerichltspväs ident Dr. Hangen berichtet über die Mgierchrgsborlage, betreffend Wahlen zum 37., Landtag, und beantragt namens des Ausschusses Dringlichkeit und Beitritt jm dem Besftckstß der Zweiten Kammer. Die Regierungsvorlage »oird ohne Aussprach angenommen.
Die Regierungsvorlage, betressend Teuerungsbei'hilfen, »vird vom Finanzminister Dr. Becker begründet »nie in der Zweiten Kammer. Die Beamten 'haben nicht geklagt, sie haben tapfer die Zähne zusammengebissen. Unsere Beamten haben durch, Gehaltsabzüge für jdas Rote Kreuz und die Kriegsanleihen große Summen ausgebracht. Die Beamtenschaft wurde durch den Krieg vor neue, ganz ungewohnte Arbeit gestellt, die sie mit stark verminderten Kräften mit höchst anerkennend-oertem Eifer und Pflichttreue erfüllt. Auch bei allen ehrenamtlichen Betätigungen haben unser4 Beamten und Lehrer dem Staat und dem Volk die wertvollsten Dienste geleistet. Wenn nur ilyien unfern Dank in dieser Weise zur»» Llusbruck brirrgen, wtzrd es ein neuer Ansporn für sie sein.. Ich bitte um ebenso einmütige AjufnalMle, wie in der Zweiten, Kammer. (Bravo.)
Ter Perickterstatter des Ausschusses Geh'. Daurat Pros. Kock sliinrnt den Ausführungen des Flnanzmänisters bei und beantragt Dringlichkeit und Annaihme der Regierungsvorlage.
Die Regierungsvorlage nürd einstimmig angenommen.
Die Regierungsvorlage, betreffend Erhöhung der Hundesteuer. wird in Uebeveinstimmung mit der Zweiten Kammer ohne Anssprarlr abgelehnt. Ein Antrag des Eriwn Ausschusses über eine Abänderung deö HundestLuergesletzes wird ebenso ohne Aus- spvacke angenonrmen.
Bei einer Reil« weiterer Punkte der Tagesord7iung tritt die Erste Kammer den Beschlüssen der Zweiten Kammer bei. Dagegen wird ohne Debatte nach dem Vorscküag des Ausschusses der Antrag Eißnert und Gen. bclr. Erlaß eines K^iegsnotge^ setzes zur Derhirrderung des mit Hypotheken überlasteten Hausbesitzes, und ein Anttag Kor c l l-Angenrod u. Gen. betr. des Grmid- und G«2oerbebesitzes abgelehnt.
Zu der Vorstellung deö Landesverbmckes hessischer Haus besitzervereine
Hausbesitzerkammern
betteffend, uird einer Vorstellung des OssenDacher Hausbesitzerverems und eines Antrags Osann in gleick>er Sache berichtet
Freiherr v. H ey l zu Herrnsheim: Die Regierung verhält sich eher ablehnend zu dem Projeff, die Ztveite Kammer» verlangte zunächst vollständiges Material, sei aber zu einer Regelung der Frage bereit. Bon den rÄädten stehen Darmstadt^ und Offenbach dem Gedanken wohlwollerrd gegenüber. Das preußische Abgeordnetenhaus hat die Errichtring von .Hausbesitzerkammern beschlossen. Der Redner hofft, daß die Regierung seinen früher ge- Antrag wohlwollend verfolge. Tie Zioeite »ammer hat den BescJus; gefaßt, weiteres Material zu sammeln. Nack dem Kriege werde wegen der Steiger'.lng der Mietpreise ein Notstand der Mieter befürchtet. Der ?1n.sschuß beantragt, Beitritt zu den Beschlüssen der Zweiten Kammer.
Persönlich führt der Redner nock) zu der Frage aus: Ter Hausbesitzerstand verlange eine Körperschaft öffentlichen Rechts zu Werdern Nach der bisherigen Schätzung nach dem gemeinen Werte kann nicht weiter gewirtschaftet werden. Bei den kommenden Steuern sei eine neue Belastung des Grundbesitzes zu erwarten. Ter Hausbesitz stelle in Deutschland ein Kapital von 100 Milliarden dar. rvozn noch 50 Millionen Bodewoert kommen Ter Redner bittet die Regierung, die Besällisse der Erster: und Zweiten Kammer zu erwägen und der Hausbesitzerfrage näherzutreten.
Minister des Innern Frhr. v. Hombergkzu Vacha: Die Regierung erkennt die durch den Krieg verschär te Notlage des Hcrus- besrtzerstandes an. Sie weidet der Frage des Realkvedits sorg- sÄtige Becul)tting zu. An den Berbarrdlungen des Iminobilien-' Kredit-Ausschusses in Berlin l^at sie durch Vertreter teilgenommen. Mit dein Finanzaugschuß der Zweiten Kainmer wurde die Frage besprockrur. Mmr walle die LandesI'ypcthekenbank ermächtigen, auch Hypvtlefen an zweiter Stelle auszuleiben, »venn die Genreinden die Garantie übernelnneir. Ein Zentralsick^erl-eitswicds soll aus kleinen Zuschlägen z^l den Brandversicherungsbeiträgcn geschaffen werden, ein Plan, der bei dem Fi''an zaus schliß der Zweitm Kammer lebla'te Zustinnnung fand. Tie B dr.ilerr des B aurdurs 1 verden gennirdigt uverderr. Die Regierring bafft in Kd'irZe feen Ständen geeignete Vorschläge unterbreite:! zu können. Gegerr die Hausbesitzerkammer labe die Regierung Bedenken, da die Hausbesitzer keinen geschlossenes Stand dcrrstellerr. Tie .Hausbesitzer könnten, ivie sich gezeigt lrabe
auch anf gen0ssenschatlickv:n Wege ihre Ziele
Darum
Aor d-m llelche.
Die Kanzlerkrisis.
Berlin, 26. Okt. Die interfraktionellen Besprechungen sind laut B. T. gestern vertagt worden, nachdenr ausdrücklich festgestellt war, daß in der sogenannten Kanzlertrise irgendwetckze Entscheidrmgx noch nicht qc- sei. Die Besprechrmgen sollen zu Bmirin der kommen- den Woche wieder aufgenorrrmen werden. Mehrere Mgeord- new, die für ihre Fraktionen an den Besprechungen teil- nahmen, sind gestern abend wieder abgereist.
Bundesratsbeschlüsse.
Berlin, 25. Okt. (WTB) In der heutigen Bundes- rJl! ^ ung gelangten zur Annahme der Entwurf einer Bestimmung betreffend den Betrieb und die Anlage»» der vr0 ß-Ersenrnd ustrie, der Entwurf einer Bervrd- nuv^ zur Abarrdwung der Verordnung über die den Unter- rtztymern laniytmv lsck)<rftlicher Betriebe für die Ernährarna als L5.^^ ^rsorger und für die Saat zu belassenden v? 17 '^ r ^»llwurf einer Bekannt- machmrg Eretreffend dre Z allerleichterung für
? T 11 n ^ ^ L a ”^ e . n f ä f t c, der Entwurf einer Be-
die Aufhebung derBekanntmachuna über dre Veranstaltung von Lichtspielen vom 3. August y 3l r f der Entwurf einer Verordnung über Fleisch- brühewürfel und deren Ersatzmittel
Endliche Flieger über Mannheim
Mannheim, 25. Okt. (WTB) Gestern abend haben feindliche Flieger Mannheim überflogen Sie »mrr- den durch Wlvehrseuer vertrieben, ohire daß es zu einem
»TtgrifT kam.
rrehme die Regerng in uicf-x Frag - e nc ch w rtende Stellung ein.
Nachdem Fr lrr. v. H en l nock» kurz auf di? A cs ü^un-zeu dcS Ministers erwidert lr.rt, dessen Bedenken gegen die Hausbesitzer- kanrmer er nicht teile — der Red»»er weist auf die Arbeiten des Mg. Henrich ans diesem Gebiete hin —, werden die Vorschläge des Ausscknisses zu den drei ange ülwten Vorschlägen, bezw. Anträgen, ohne Llurffprache einstimmig angerzommen.
Der Rest der Tagesordnung wird durch Beitritt zu den Beschlüssen der Zweiten Kammer erledigt. Um Ä1 Uhr wird die Sitzung geschlossen urrd die Kammer vertagt.
Zweite Kammer.
47. Sitzung vom 25. Oktober.
Der Präsident eröffnet um IOV2 Uhr die Sitzung. Die Minister sind brach gleichzeitige Sitzung der Ersten Kammer abgel>alten.
Aussprache über die Weiterbildung der Ver-' fa s sung.
Arff der Tagesordnriw» steht zrmächll! ein Anttag Reh rrnd Gew, die Unrgesbaltrirrg rmd Weiterbildung der Rechte des Volkes in Staat, Kreistm und Gemerri-ee», und ein Anttag Ulrich und (den . bctr. Einführung des allgemeinen, Zeichen und direkter Wahlrechts mit Promrlunralwablverfallen. Der erste Antrag wird nach dem Vorschlag des Ausschusses einem Ittöpfigen Sonderaus- sckmß überwiesen. Bei dem zroeiten entspimtt sich eine längere Ans- spache.
A b g. A d e l N n q (foch i IMe Parteien find mit denr Präsidenten der Kammer einig in der scharfen Zurückweisung der rmver- schämteir Einmischurrg des Präsidenten Wil 'on in die inneren Verhältnisse Dentschland^. Das dürfe rllrs nicht abhalten, sck-on jetzt für unsere Kämpfer draußen mr der Front das gleiche Wahlrecht zu schaffen.
Mg. Dorsch (Bl'd.) hält es für nicht an der Zeit, sich gegen- lvärtig »oegen innerpolitisck)er Fragen in die Haare zu geraten.
Abg. Ulrich: Gerade während deS Krieges sei die rechte Zeit. Ueber so selbstverstäridliche Sachen brauche man sich nicht in die Haare zu geraten.
Abg. Dr. Stephan (natl.) stellt fest, daß der Gesetzgcbungs- cnwschmß auf eine Erörterrmg des Jnl-asts des Antrages nicht eingegangen sei. sonderri Uebenveisimg an einen 14küpfigen Sonderausschuß beschlossen habe. — Slbg. Adelung (Soz.): Nicht eine irmm:e SckMäckiung, sonder»: eine Hebung der Kampffreudigkeit an der Front »vittde die Anmrh»ne des Antrags bedeuten — Abg v. Brentano (Ztr.): Das Ausland gehe»» unsere inneren Verhältnisse nichts an. Auch er hall die Zeit für eine solche Aenderuirg nicht gegeben. Im Anssck-nß kö»»ne nrar, ja einstweilen beraten. — Abg. Dorsch ^Bbd.j be^arrt «nrf seinem ablehnenden Standpunkt. - ?lbg. Urstedt (Fortschr.): Für die Vermehrung der Volksreckte lralte das ^ntrum die Zeit »lieft für gegeben, bei rr Anflwbrmg des Iesuitengesetzes. bei der doch auch Widerspruch zu errvarten gewesen sei. habe das Zentrum diese ^Zedenken nicht geteilt. — Abg Reh b,-gründet die Notwerrdigkeit. die An- krage einem Ausschluß zn übermeiftn. Kv r e l l ^MigMkrwd.
(Bbd.) hält solche Erörterungen wegcm des Eindrucks auf dos
laut» nicht für rätlich.
dNachdem die Abgeordneten v. Brentano, Adelung, Urlteot und Dorsch noch einmal das Wort ergriffen haben, »vrrd der Anttag einem Sonderausschuß überwiesen.
Anssprache über die Lebensmittelversorgung.
Bei Erörterung des Antrags Uebel, bett. Beschlagnahme der Saatkartoffeln. beanttagt Abg. Adel im g Erlwliung der Mrtoffel-, i tagesrationen. Hierzu teilt Ministerialrat Schliephake mit, daß ein fokftrr Anttag bereits beim Reiche gestellt, aber abgelchnt wurde. Abg. Ulrich: Die Regierung müßte energisck»er m»»treten» in Berlin. Auch die Fleischversorgimg sei in Hessen sehr mangels Haft. Je Batzern ginge man ganz mrders vor. Dort sei die Ernährung viel besser. Hessen rnüsse zur Entschädigung für seine - schlechte Fleischverftrrgung ein Mehr an Kartoffeln erhalten. Abg. Henrich (fortschr5 imterstützt den Arrttag Adelung. Es seien gernlg Kartoffeln da. Baden gebe teilweise doppelte Karten aus. Auch Abg/ v. Brentano pflichtet dem Antrag Adelung bei.
Mirüsterialrat Schliephake teilt mit, daß eine Erhöhung der Tagesration zunäckK abgelehnt tvurde »vegen Ueberlastung l des Transports. Die FlÄsck»iversorgung der Zivilbevölkerung »verde durch die Versorgung des Heeres ungünstig beeinffußt. Viertel- ? jährlich müsse Hessen 2250 Stück Rinder fürs Heer liefern. Auch die Sckiwerstarbeiterznlage beeinttächtige die Versorgung her übri-, gen. Im L)erbst sei das Vieh mindergewichtig. Zn starke Eingriffs - in die Milchvieh- und Zrrcht Viehbestände müssen vermieden werden. Vom 1. llßvvernber an ttitt eine Neuregelung der Fleisckiversorgung ein, die .Hessen um 500 Stück Vieh entlasten »verde, da Hessen! weniger Schlachtvieh ffirs Heer liefern müsse.
Es tritt eine Panse ein, in der die Fraktionen auf Vorschlag des Präsidenten über Vorschläge für den zu schaffenden Sonderausschuß beraten. \
dcach der Pause wird die Wahl des 14köpf»gen Son d e rausschuss es zur Beratung der An trägeauf Verfassungsänderung
(Anttäge Re b und Genossen Und Ulrich und Genossen) angenommen. (Die Minister erscheinen in der Kammer.) Es werden gewaM. die Mgg. Cal man, Dr. Osann, Tr. Stephan,
(natl.), Dr. Fulda, Ulrich (Soz.), Henrich, Reh (fortschr.), Han ck, v. Helmolt, Leun. Dr. Weber (Bbd.), Buntarp und Uebel/Zentt.).
Darm»» fährt das .Hans fort in der Bes prechu n g der l andwir tschaf tlichen Fragen.
Ab§- Stephan (natl.) wendet sich gegen die Auffaffung,' das; man bei Erhöhung der Tagesration den Transport mehr krften müsse. Er »teilt fest, daß preußische Bezirke ihre Pflicht zur Tn-sernng einer besttmmten Anzahl Schweine nicht erfüllt hätten.^ tlvg. '-Vorsch beklagt sich, daß die Kartoffeln zn langsa»n abgenom- rnerr würden. Es bestände Gefahr, daß sie erfrieren. Minilsterial- rat -rr. schliephake: Noch heute werde ein Vertreter des Mini- sternuns in der Frage der Wagenstellung mit der Eisenbahnbehörcke Ruck»prache nehmen.
Abg. C a l m a n (natl.): Ein Pfund Kartoffeln pro Kops und Tag ist zu wenig. Der Pessimismus, der heute einen großer» Teil unseres Volkes ergriffen habe, i»t auf die schlechte Ernährung im Frußrahr znrückzusülwen. Die Verteilung im Reiche ist zu unqlcich»D inawg durch geführt. Ter Osten sei weit bes»'er versorgt. Abg. Leun Bbd.) besck.oert sich über die Rücksichtslosigkeit der Verttauens^ marrner des Viehharidelsverbandes, die z. B. den Leuten trächtig^ Kn:.e wegnähnien, deren Schlachtung verboten sei. Die Aus Inh- ' rrlngsbesttmnmngerr über die .Hausschlachtunqen sind noch immer zu vermißen.
Ministerialrat Sckliephake: Es ist richttg, daß 1916 Vieh m»s Hannover nicht gelieserl »vurde, jetzt aber ist eine befriedigende Regelung durck»geführt. Bayern und Württemberg als vorwiegende Ackerbauländer sind, daran könne man nichts ändern, besser' versorgt als nur. Lbuch bei uns steht das Land besser als di? Stadt. Den Vrebhandelsverbänden ist verboten worden, sichtbar ttäcftige Tiere abzurrehmen. Die Reifferung bittet, bei allen Fällen von Zuwider- lxrndlnngen umgeherid Mitteilung zu machen. Be» der neuen Breh- bei:andsansnalrnre ist die dNittvirkung von Ärndwirten vorgesehen. Schluß der Sitzung nach 1 Uhr.
Nächste Sitzung Freitag. Die Tagung dürfte morgen m End? gehen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 26. Oktober 1917. Die Meldepflicht der HilfSdienftpftichtigen.
Im Interesse eines jeden Hilfsdümstpflichttgen liegt es. genau »lber die »hm obliegende Meldepflicht Bescheid zu »vi,'sen. Kenntnis! der offen tlr-ck bekannt gemachten Dchtinranlungen wird von iedevt mann erwartet urid schuldl)afte Unterlassung der Meldung ist mit <otra»e bedroht.
Hilssdienstpflichttg ist jeder männlich? Deutsche von 17 bis bO -vSüften, gleichviel ob er wehrpslichtig ist oder nicht. Die rnchr mehr wehrpflichtigen, zwischen 30. Juni 1857 und 1. Januar 1870 I geborener, Xeutfrivcit hatten sich aus Grund der DnridesratsVerordnung vom 1. März 1917 bei den Ortsbehörden zur Hilssdienst- »tarnmrolle anzumetden, mit Ausnahme einiger Bernssz»neige, & B. Reichs- und Staatsbeamte, Aerzte, Landwirte, Schiffer, Arbeitskräfte der Munitionsindustrie
Diese Bcsreiung von der Meldepflicht danett aber nur solange, als der Bette »sende die Tätigkeit ausübt, nwläie im März. d. I. Anlaß zu seiner Befreiung von der Meldepflicht gegeben bat. Gibt ein damals von der Meldepflicht befreit Gewesener seine Tätigkeit aus, oder wechselt er seine Arbeitsstelle, so hat er sich spätestens am 3. daranffottzenden Werktag persönlich bei der von der OrtS- behörde bckanntgegebenen Stelle zu melden und die zur AuÄnllung der Meldekatte erforderlichen Angaben zu machen, bei gleich- znttgem Wohnungstoechsel am neuen Wohnort. In größereif Städten nehme»» in der Regel die Polizeireviere, an kleineren Orten die Bürgermeistereien die Meldungen erttgegen. Auskunst kann der .Hilfsdienstpflichtige bei der Ottsbchvrde erhalten. — Im allgemeine»» kann die Mdeldung auch, »ckwistlich erfolgen, und zloar durch An-srüllung der vorgeschriebenen Karte, doch ist der HilfS- dienstpslickZtiite auf Erfordern verpflichtet, sie nrünÄich zu ergänzen oder anfznklären.
^ Unabhängig davon ist der Arbeitgeber, »venn ein bisher von der Meldepflickst Befreiter die Tättgkeit bei ihm aufgift, zur Mit- tnlung an der» zuständigen Einberufungs-Ausschuß verpflichtet.
Aber auch jeder bereits zur HilfsdMiststarmniDlle angemeldete Hilfsdienstpflich-ige ist verpflickitet, jeden Wvh»»rmgs»vechsel und jeden Weckffel seiner Beschäfttgungsstelle zu inelden. Diese Mel- düng erfolgt bei dem Eirrbcrusimgsanslschsup, und zwar mündlich oder schriftlich binnen 3 Tage»» nach erfolgtem Wechsel. Ter Wob» rurngswechsel ist den» für die bisherige Wohnung zustämÄg gervesemnr Embernfflugs-Ansschst 1 ß mitzuterlen.
Tie nach den» 1. Januar 1870 geborenen .Hilfsdienstpflick^iren erhalten bes>onderc Aufforderung, sich unter AussMimg einer Mel» befarte zur Hi! fsdienffstzimmnolle zn melden. Mdalickrst'genaue ?lns- füllmig des Formulars in bozug ans perschlliche und bernflickrc Per> hältriisft ist dringend ersvrderlich.
Während sckmldhafte Unterlassung der twrgesckwiebenen Mck- düngen und Mcheilungen mit 5>afl oder Geldstrafe bis 150 Mack bestraft werden kann, sind »oissenälich unwahr Angaben bei der Mckldimg mtt siKfängnis bis zu 3 Monaten und Geld,'träfe bis !400 Mark zu besttaß-n.
Uckber alle einschckägigen Fragen können die Olcksbebördcn l>in Hllfsdiensftrflrckftige»» Auskunft erteilen, außerdem be»bt bei der Kr»egsamtsstelle Frankfirrt a. Main eine besonder? ?b»Sknnftsst.'llc im DrenstgebLld? RLarienstrafe Nr. 17, dorr kann sich der .HilfS- dienstpflickttge täglich zwischen 8 und 11 Uhr vormittags v'p» sönlich, befragen. Bei z-u großer Enttzwmmg von seinem Wohnsitz kann ihm auck» säwiftlich Aruskmift erteüt »verden.
Auszeichnung. Der Schütz? Hemrrch Schmidt ve»k yl« wutt>e mit den» Eisernen Kreuz ttveiter Klasse ausgei.nckaet ^ Obftverkan». Marge»» ffinmen bei der Städt. Obst' »^InnMtelle Brandpfttz III Aepsc! und Birne« torbwerse MM Verlauf. Dir Körbe si»rd mitzubringrrt.


