Ausgabe 
25.10.1917 Erstes Blatt
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ftrtfcn m btf Höhe gvqanaen ist. Es ist dabei bk örforgmS buvckAmo gervchtsvrtigt und muß bei der bemessencm Zulage in Verücksrchttsung gezogen ,verden, daß di.' Teuerung ihr Ende tcpcii nicht rrreitfjt hat und untere erhebliche Sleigerrrng bereits ringeNeien ist. seit die Vorlage erschienen ist," itrtb noch jeden. Tag emtrettn wird. Deshalb amr in den: gesamten Ausschuf; die einmütige tlÜberzeugung vorhanden, das; der Notlage der Beam­ten usw. schleunigst gesteuert 'werden müsse. Die Art. wie dies zu geschehen habe, zeitigte allerdings verschiedene Au'sfasjungen. Die Regierungsvorlage. die ich als bekannt rwraussetzen darf, sieht eine Einteilumg der Beamten in 3 Massen vor und beinißt die Aufbesserung für die Steller: der (Helwltsklassen 110 der Aesownngsordnuilg auf 300 Ndark. 1136 der Besoldungsordnung aut 400 Marck.^für alle übrigen Stellen der Besoldnngsordnung aus 300 Mark. <vür die Volksschullehrer, Lehrerinnen und Schulver- ,i«lterinnen 400 NTark. für die übrigen im Staatsdienst beschäf­tigten Personen 300 Mark. Diese Beihilfe wird als Familien- zu schuf; bezeichnet. Unverheiratete Beamte sollen die Hälfte des Familienzuschusses erhalten, weiter wird eine Kinoerzulage von U Mark für jedes Kind in Aussicht genommen, welche für alle stnrder unter 18 Jahren gegeben werden soll. Der Finanz- ausschul; hat diese Beihilfe in der jetzigen Zeit für zu niedrig ge­litten und sie in jeder Masse um 100 Mark erlchht. so dast nunmehr für die Gclmltsllassen 110 der Besoldungsordnung 100 Mark 1136 500 Mark und für alle übrigen Beamten 600 Mark Fanntten.zuschuf; gewährt werden soll. Die Volksfchullchrcr usw erhalten 500 Mark, die übrigen Bediensteten usw. 400 Mark Diese nickst unerhebliche Auftresserung wurde insbesondere deshalb für richtig cvacinct, weil gerade die Voraussicht für die nächste Zeit dahin gelangen läßt. das; die Teuerung noch erheblich zinwhmen mrd. Aber auch die st'inderznlagen von 80 Mark für jedes Kind wurden von dem Finanzausschuß für nicht ausreichend «wachtet und MN 100 Mark erhöht. Gerade diele Kinderzutage ist für kinderreiche Familien eine ganz ;ve senil ich? Beihilst,' und der Bemnte. welcher sich im Besitz? einer zahlreichen st in dersähe befindet, wird hierdiwch in seinen Gesamtbezügen erheblich in die Höhe kommen. Es bedarf auch keines weiteren Wortes darüber, daß besondere Beihilstn bei Bor landen sein von Kindern und erhöhte Beihilfe bei Vorhandensein mehrerer Kinder absolut notwendig sind denn gerade das nmge Gesch-leäft muß über die schweren Zeiten der Not hinweggcholfen bekommen, damit es an strait durch die Zeiten der' Teuerung nichts oder wenig einbüßt. Nimmt man den erhöhten Familienzuschuß imd die erhöhte Kinderzulage ins- bestndere be; dem Vorhandensein mehrerer Kinder,' zusammen so ergibt sich vast die Aufbesserung, welch? der einzelne Beamte mmmclw beziehen wird. eine recht ansehnliche sein wird

Tie Regierungsvorlage liatte bei den Beamten, die zum .Heeres­dienst emgczogen sind, lediglich die Kiirderzulage vorgesehen, wnin sic tue Löl'nung eines Gemchn?n oder befreiten beziehen. Auch hier lfat der Aus schuf eine bessernde Hand angelegt und allen Beamtev, welch? iir dem Dienste des Vaterlandes stehen, tue Hälfte der Familienzulage und die. stinderzulag? zugebilligt. Damit null der Aus schul; den Beamten, die militärisch eingez-ogen sind die Vorteile zu kommen lassen, welche die Beamten genießen, die'hier im Lande geblieben find, und damit aurli anerkennen, vast bre,a welbe ihr Leben für das Vaterland hinzugeben bereit sind, eines vollständige Anerkennung zu finden haben.

Tie Regierungsvorlage hatte rückwirkende Kraft vom 1. Juli an vorgesehen. In dem Ausschuß lo-aren auch hier die Ansichren geteilt. Einige Stimmen sprachen sich,'r rückwirkende Kraft vom! 1 April an aus, während andere eine einmalige gleichmäßige Z:b- 'iMldung für richtig ecachtelen. Man einigte sich auch hier dahin, ^ für die Zergangene Zeit ein einheitlicher Satz von 200 Mark irr Mn Beamten zuzubilligen sei, und befriedigte damit auch die ÄMfche derer bis §u einem gewissen Grade, die den einlxitlichen satz für den Fannlwnzuschust durchgefüthrt haben nwllen. Die Ergr-nifst, zu 'irr-eichen der Aussckxuß gekommen ist. haben auch den Äivreü der Uebarsichllichkeft.>er Beamte kann sich nach seiner Stellung in der .Besolvungsordlnung beroch um, wieviel er aitz Zamilienzuichuß zu erhalten hat: 400, 500 ober 600 Mark, jeder Lehrer erhält 500 Mark, hierzu kommt für jedes .Kind 100 Mark stnd austerdeni nach die eininalige Beilhilpe von 200 Mark.

Tie Fürsorge für die in den Ruhestaird versetzten Beamten Und Dolksschullehrer. sonne der Hrnterbliieben-en dieser Personen lvurd< besonders im Ausschluß besprochen. Ihnen ein«; Anspruch dick dieselben Teuerungsbeihilfen zu geben, wie den im Dienst be­findlichen-"Beamten, liest sich nach den erhobenen grundsätzlichen Bedenke;; undWrdersprüchen nicht durchführen. Auch in vern Aus- der Erstien Kämmer erhoben sich) gerade hier prinzipielle Einwendungen. Es blieb deshalb in der Fürsorge für sie nichts anderes übrig, als ist einem Erfuchien an die Regierung dringend, auf die Notlage der Pensionäre und Hinterbliebenen hinzuweisen undzu verlangen, dast hier möglichste Angleichung an die Sätze liattsinde:, welche ^en Beanrten gegeben werden sollen. Dabei wurde, daran; hingewiesen, Vast gerade die früheren Staatsbeamten, die, Ajtwen wird Waisen bei ihren gekürzten Bezügen gerade in der jchigen Zeit in einer besonderen Nollage sich befänden und desvi HM, weitgehendster Berücksichtigung des Staates würdig seien, Md daß hier Zurückhaltung in der Hergabe von Mitteln absoluh wfrt am Platze sei.

Die Kriegsteuerrmgsbeihllst erfordert in ihrer Durchführung «Übliche Stemmen, und es darf nicht außer acht gelassen werden, daß zum mindesten ein Teil dieser Summen dauernder Natur mw so schnell nichc abgedaa: werden kann. Es i,i mir wi er- toarteu, daß die Teuerung irr absehbarer Zeit zurückgehen wird, and deshalb habeii wir es hier mit dauernde;; Ausgaben zu tun. Tie Besoldumpsordnung, welckxe am 1. April 1914 in Kraft ge­treten ist, belastet das Land mit 3 Millionen Mack. Tie jetzige, ton der Regierung vvrgesckiagene KriegS'teneruugsbeihilse erfordert nach.de;; Bereckfnungen der Regierung anilähernd weitere 3 Millio­nen. Hierzu kommen min die von dem Finanzausschuß vorgeschla- genen Verbesserungen der Regiecnngsvorlage: Erhöhung des Fa- milienzuschnsses, jährlich 573000 Niark, Erhöhung der Kinüerzu- läge;:, jährlich 153 000 Mark, für Mllitürpersonen Kinderzulago mid die Hälfte des Familienzuschusses 522 000 Mark, Zuwendung ton 200 Mark an jede;; Beamten, soweit er verheiratet ist, und ton 1O0 Ntark an den Unverheiratete;;, einmalige Ausgabe 1411000 Mark. Das sind für unseren Staatshaushalt ganz er- hebliclw Summen, insbesondere die, welche als dauernde Leistimgen in Aussicht genommen werden müssen.

Die staallick>en Finanzen müssen aber diese Summen auf­bringen, in der Ueberzcugnng, dast sie dringend erforderlich sind, um der Not der Beamtenschaft wenigstens einigerrwaßen zu steuern. Ter Staat hat als vorbildlicher Arbeitgeber di edringende soziale Ausgabe, den in seinem Dienste befindlichen Personen solche Ge­hälter zu gemälfrleisten, daß diese ihren standesgemäßen und an­ständigen Lel>ensunterhalt hiervon zu bestreiten in der Lage sind.

Die staatlichen Finanzen sind aber auch in der Ärge, dies leisten zu köiimni, und zivar sogar', ohirc zu Aulechen Zuflucht liehmen zu müsse;:. Tie Einkimste des Staates aus direkten Steuern und Holzgelvecn haben in den Kriegsjahren cine solch günstige Eiit- wickeiung gekommen, daß ans diesen lcrustnde;: Mitteln die gesam­

ten Ausgaben für die Boanttenschaft bestritten weiden können. So fwfteu die Einnahnwn aus Nutz- m;d Brennholz 3 Millionen mehr als der Voranschlag ergäben, die Einnahmen aus Einkoimnen- und Vermög-ensstlMer.unter Berücksichtigung der Ausfälle 2 600 000 Mark.

ÄLan darf sicki allerdings ;vicht verleiten lassen, diese beveut- !amen Erträgnisse von jetzt als dauernde Einuabmen in Rechnung zu stellen, sondern inan muß berück sichtig en, daß i:ach dem Krieg eme erhebliche Minderirng sowohl bei den Einnahmen aus Holz, w:e auch aus Stenern in Anschlag gebracht werden muß. Es kommt mnzu, daß uäturgemäß eine Verucknderimg der Einnahmen bei den Eisenbahnen deslMlb eintreten wirb, weil erhebliche Aüswendungen für die Wiederherstellung des überaus in Anspruch genommenen Materials errtstehen werden. Immerhin darf mit Befriedigung die Tcktsaclie konstatiert werde;;, daß es möglich ist, die Zulagen an die Beamtenschaft aus den lausenden Ekrnahmen zu bestreiten.

Wir in dem Ausschuß wareu uns wohl bewußt, daß wir auf dem Wege der allseits gebilligten Eiiftmmqen und Festlegung mif gemeinschaflliche Beschlüsse ;richt allen Wünscherl entsprechen wür­den. Das ist nun einmal das Schicksal einer verarllgen Verstän­digung, daß sie nicht einmal alle, die an ihr mitgewirkt haben, zufrievenstellt. Ich kann mir auch denken, daß in der Beamtenschaft weitergehende Wünsche auch l-eute noch vertreten werden, die ins­besondere darin ihren Grund haben, daß eine Gleichstellung mit den Bezügen im Reich urü; in Preuße;; nicht erreichst worden ist. Das ist insbesondere deshalb von der hessischen Beamtenschaft bitter zu enrpfnwen, weil unter uns Reichs- und hessische Beamte wohnen und der llnterschied zwischen diesen und unseren Beamten stets in Erscheinung tritt. Mlein es kann in den entscheidenden Körperschaften auch nicht jeder soviel erreichen, wie er gerne dnrch- geführt haben möchte, sondern muß Rücksicht aus die mitbestim­menden Faktoren der Gesetzgebung nehmen und muß sehen, wie er seine Wünsche Absichten und Anträge so gestalte;; kann, daß sie zur Erreichung der Ziele in wesentlichen Punkten gelangen. So^ hat jeder von uns in dem Finanzausschuß etwas von seinen Besttebnngen auf geben müssen, um zu einer einheillichen Ge­staltung der Verhältnisse der Beamtenschaft #u kommen.

Ich möchte Sie bitten, die Einheitlichkeit des Ausschusses durch eine einlfeilliche Abstimmung über die Vorlage nach außen hin zu bekräsllgen und zu größerer Wirkung zu bringen.

Eine Debatte wird nicht gewünsckst. Bei der Abstimsuung stim­men nur die Abgg. Wolf-Stadecken und Dorsch (Bbd.) dagegen. Al>g. Dorsch begrürü>et die Msllmmung, was Abg. Adelung (Soz.) ftrr unzulässig hält. Sie hätten sich zur Tisttrssim; melden sollen, dann hätte man ihren Gründen öffenllich entgegentreten können.

Hierauf wird die Regierungsvorlage über die Wahlen zum 37. Landtag, betr. .Hinausschiebung auf die 2. Hälfte von 1918 beraten.

Staalsminister v. Ewald begrübet die Vorlage kürz und tellt mit, daß die Regierung entsprechend dem Antrag des Abg. Fulda, die Besllmmung des Abs. 1 Art. 2, aus die im vaterlän­dischen 5)llfsdienst tätigen Perionen auszudehnen, bereit sei da­gegen die Ausdehnung des Abs. 2 Art. 2 ablehne;; müsst.

Bei der Eröffnung der allgemeinen Aussprache beanstandet

Ko re ll -Ingelheim (fortschr.), daß so viele Wahlkreise ver­waist sind: nicht nur die Ächtung vor der Verfassung, auch der praktische Grund, daß viele Staatsbürger gegenwärtig sich cm keine;; Mgeordneten weickstu könnten, erfordere Neuwahlen. Die Bevölkerung aller Partelen hat diesen Wunsch. Der Burgfriede wird dadurch nicht verletzt.

Abg O sann hält allgemeine Neuwahlen für unmöglich, etwas anderes ist die Nachwahl fttr erledigte Wahlkreise. Schm; aus Selbst­achtung müßte die Kammer diesen Zustand äniem. Auch die Wäh­ler hätten ein Recht auf euren Vertraueiesmann in ihrem Wähl­kreise. Tie nationalliberale Partei ist geneigt, einer Vereinbarung zuzustimrnen, die Neuwahlen in den verwaisten Wahlkveisen ohne Wahlkampf ermögliche:; würde.

Abg. v. Brentano (Ztr.) und Abg. Brauer (Bbd.) geben im Namen ihrer Fraktionen ihre Zustimmung. Abg. Raab (Soz.): Wir wäre;; schon früher für Hefen Modus. Nachdem das Zentrum seinen frühere;; Widerspruch aufgegeben hat, ;mrd eine Einigung leicht erzielt werH-n können. Abg. R e h A-ortschr.) erklärt namens seiner Fraktion seine Zustimmung. Der Präsident wird eine Aus­sprache im Aeltestenrat herbei führen.

Tie Gesetzesvorlage wird darauf in der im 9lusschuß mit der Regierung vereinbarten Forn; ohne Aussprache angenommen.

Nach einer Pause wird en;getreten in die Beratung der Regierungsvorlage betr. außerordentliche Ergänzung der Gemeindevertretungen ivährend des Krieges.

Staatsminister v. Ewald begründet die Regicrungsvorläge, nmh der die Genieindevertretungen, wenn sie während des Krieges unter zwei Drittel ibrer gesetzlichen Zahl heruntersinken, durch die Kreisar^schüsse nach 'Vorschlag des Gemeinderates wieder auf zu^ei Drittel ergärrzt werden sotten. .Ebenso sollen die Hllfs- personen des Bürgermeisters arrf Vorschlag des Gemeinderates vom Kreisausschuß er;;annt iverden.

Llbg. Fulda c(Ä>z.) erklärt namens seiner Fraktion, daß diese .gegen das Gesetz sllmmen Iverde. Werrn die Gemeinde- vertrettinge;; ^ie Vorschläge nvachen kömtten, können sie auch gleich die Wahl selbst vornehmen. Tie KreisaussMsse seien dabei übern

^ss^ie Vorlage wird gegen die Sllmwen der Sozialdemokraten^ ohne iveitere Debatte angenommen.

Das Haus erledigt iwch eine Anzahl weiterer Punkte der Tagesord-nung durch debattelose Annahme der AusschußbesckMsse. Es handelt sich um rein formale Absllmmungen über längft ent­schiedene Gegenstände. (Schluß der Sitzung kurz vor 1 Uhr.)

Morgen Sitzung der Ersten und Zweiten Kammer.

Ans und Crtnd.

Gießen, den 25. Oktober 1917.

** Amtliche Per svnal nach richten. Ter Großherzog empfing zum Vortrag: den Vorl'lauü des Kabeiietts Wirll. Geheime- rac Röniheld: außerdwn den Geheime;: Kirchenrat Professor Tr. Krüger, Vertreter der Landes Universität m der 1. Kammer. Er­nannt wurde: anr 20. Oktober der Landgestütsbeiknecht Advls Schäfer aus Ober-Widdersheinr zun; Landgestütsdiener. Der Großber-og tyat am 17. d. M. dem .Rentner Franz Oswald zu .Herrnsl-eim anläßlich seines 'Ausscheidens aus der Steuer-Ber- aulagungsllommission II. Llbtellung^ M L>ei7vnsheim das All- geineine Ehvmzeichen mit der InschriftFür treue Dienste" ver­liehen. .

** Zucker-AUsgabe. Wie uns von: Ltadtychen Lebeiisinittelmnt mitgeteilt wird, kviinte die Verteilung des für den Monat -Oktober bestimmte,; Zuckers bis jetzt n;cht erfotaeii, da der Zucker trotz mehrfacher Beinühuugen i;och nicht "eingetroffen ist. Drn; Zuckerfabriken war d;e L;eferni;g nicht möglich, da ihnen die notmeirdigen Eisenbahmnagen

nicht gestellt lrverden konnten. Es ist jedoch zu erwarten, daß der Zucker in den nächster; Tagen eintrifft und dann als­bald zur Llusgabe gelangt.

** Eier-Ablieferung. Das Großh Ministerium des Innern hat durch eine soeben veröffentlichte Bekannt­machung die für die Erfüllung der Eiecablieserungspflicht festgesetzte Frist vom 31. Oktober 1917 bis zum 28. Febrrrar 1918 verlängert. Dadurch ist allen deujeriigen Geflügel­haltern, welche in der abgela.nfenen Zeit nicht in der Lage waren, ihre Mliefernngspflicht zu erfüllen, nixhmals die Ntöglichkeit gegeben, ihren Berpslichtnngen nachznkommen. Dieienigei: Geflügelhalter, die auch bis zum 28. Februar 1918 die von ihnen abzugebenoe Anzahl Eier nicht abliefern, haben eiitsprechende Maßrmhmen seitens der Landes-Eier- stelle zu erwarten.

** Tie Ausgabe der Brot-, Butter-, Fleisch-, Kartoffel- u n d W u r st m a r k e n erfolgt Freitag und Sams­tag den 26. und 27. d. M. Sicl-e Bekanntmachung.

** Ein guter Fang. Tie hiesige Polizei hat heute emeu guten Fang gemacht. Festgenommen ivurde ein aus Marburg stammender junger Mensch, der in Unteroffiziersuniforn: und dam, als Vizefeldwebel in Grüuingeu und Holzhein; mehrere Einbrüche ausführte, wobei ihm erhMiche Geldbeträge, Uhren unb 2 Gänse in die Hände fielen. Eine (Ungeschlachtete 6>ans ließ er am Dator: zurück. Wenn er das Geld von einem Raubzug in Frankfurt a. M. durch gebracht hatte, woselbst er auch die Gänse und Wertsackxm absctzte, leinte er an den Ort seiner Tätigkeit wiedw' zurück unÄ arbeitete weiter. Am 23. d. Ml., abends gegen 8 Uhr, schlich eu sich durch den lfinteren Eingang des OKbäudes in das Postzimmer der Postagentur in Holzlfeim und stahl die Postkasse mit über 2000 Ml. Ter größte Teil des Geldes wurde noch in seinem Be­sitz vocgefunden u;rd kann dem Eigentümer wieder zurückgegeben lverdeu.

Luther-Vortrag. Aus den heute abend 8 Uhr in aei' Stadtkirche stattfindenden dritten Lutber-Vortrag von Professor D. Schien über:Luther und die evangelische Kirche'^ wird nochmals hin gewiesen.

** Tas G ewerb eblatt für das Großh»erzvgtum Hessen, Nr. 42, enthält u.,a.: Zentralstelle für die .Gewerbe, Handwerks­kammer zu Darmstadt, Allgemeiner Tell.

** Sechste Deutsche Kriegs-Anleihe Die Stück? von Mk. 1000 sind erschienen und können in Empfang genommen werden. Siche die Bekanntmachung der Mitteldeulschen Ereditbank Filiale Gießen, in heutiger Nummer.

LnndkreiS Gießen.

m. H o l z h e i m, 25. Okt. Zu dem gestern gemeldeten Kassni raub in der hiesigen Vostagentur kann heute mitgeteill werde;;, daß der Täter bereits gestern vormittag in Gießen verhaftet worden ist. Schon mn 11. b. VJltä. hatte er unserm Orte in der Unifinw; eines Vizefeldwebels einen Besuch abgestattet, wo er in ver schiede neu Häuser;; um Brot bat, und au; der Post an einen Kameraden in Grüningen telephonierte. Dies hatte aber jedenfalls nur den Zweck, festzujttllei;, wo sich die Kasse befano. Er wurde irr einem Gießener Geschäft verhaftet, als er sich einen Zivilanzug lauste. In das Geschäft kam zufällig sein Lvgisherr, bei dem er .seit einiger Zeit löcherte, der seine Festtrahme veranlaßte. Wie nacksträglich festgestellt wurde, befanden sich über 2100 Mark in der Ka?se. von denen der Dieb noch 1700 Mark im Besitz hatte.

WitLevungsbericht.

(Oesjentlicher Wetterdien

Fortdauer des bestehenden, zeftweilig auiheitenwen Wetters: In höheren Lagen ist Frostgefahr.

Letzte Nachrichten.

hessischer Landtag.

I. Darmstadt, 25. Okt. Die'Erste Kammer nahm die ?Re- gierungsvorlage betteffs der Wahlen zum 37. üanoiag und die Regierungsvorlage über Teuerungs-Beihilfen ohne 9lussprache ar. In der Zweiten Kammer entspann sich bei der Bercckung der An ttäge Reh und Getwssen und Illrick und Gw;ossen betrefis Weiter­bildung der Rechte des Volkes im Staate eine längere Aussprache, w-orauf die Anttäge einen; neu zu bildenden Sonderausschuß vov 14 Mitgliedern weitergegeben wurden.

Am Fsonzo.

Lugano, 24. O'kt.Corriera della Sera" rcrgT über das. Erscheinen der deutsckren Truppen an der italienischen Front: Weder das italienische Voll! noch die llalionische .Heeresleitting such überrascht; es find alle Vorberetttinge;; getroffen, um den Deutschen eine andere Meinung von dem italienische;; Heere bei­zubringen, als sie sie bisher gehegt haben. Sie würden diese auch weiter an zu erkennen Gelegenheit haben. Italien könne sich auf die uubestrittene Geschicklichkeit seiner Heeresleitung, ans den wun- derbaren Heldenmut seiner Truppe;; und aus den lwbcu Vatriotis ;nils seines Volkes verlassen, der alle gegenteiligen "?luSstremrngcn Lügen strafen werde.

Lugano. 24. Okt. Tie italienischen Blätter heben hervor, daß der Tagesbericht Cadornas zum ersten Male in diesem Kriege die Anw e s e n he i t d e u t s che r T^ru P Pe;; <m der ita­lienischen Front erwähnt.Corriere della Sera" sagt, daß aller­dings die deutschen Truppen die Widerstandsfähigkeit der ckalieni- schen Truppen bereits in Mazedonien kennen zu^ lernen Gelegenheit hatten .und sie würden auch weiter Gelegeicheit habe;;, sie anzu­erkennen, doch sei es noch nicht möglich, zu erkennen, wie groß der Beistmld ist, welchen ihren Waffen genossen zu leisten die Deutschen fick ensichlossen hätten. Eadorna sei aber bereit und nicht ;ninder das Land. Wahrscheinlich handle es sich nicht um einen strategischen, sondern um einen politisüwn Zweck, in der verfehlten Hoffmmg. auf die italienische Bevölkening einen Eindruck hervorzurufen.

Weniger Sicherheit zeigt derSecolo". Wie sein Korre­spondent 'ans dem Hauptauartier meldet, ist das Feirer der deutschen und östertrichisch-ungarischen Batterien an der oberen Jsonzoftont von Plezzo bis zum Karst seit dem 21. Oktober von-ungeheurer Stärke und wurde nach einen; außerordentlich methodischen Sv- stem ausgeführt, wobei namentlich mich die rücklvärtigen Stel­lungen und die Verbindungslinien mit Feuer belegt w;irden. Das Feirer sei Tag und Nacht von zunehmender Stärke.

Lieber Brot als Truppen.

A m st e r d a m , 24. Okt. Einer Washingtoner^ viachrichi zu - folge verösienÄichit Roosevelt imEansas Star" folgende Erlllirung: Die Entente hat das Verlange;: gestellt, daß ünr m i t unseren Truppensendungen aufhören und da für Lebensmittel senden möchten. Es kann nicht in der Msickck der Regierung der Vereinigter: Staaken liegen, diesen: Verlangen Folge zu leisten.

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Ruppertsburg, den 23. Oktober 1917.

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Als Meßpunkt gilt je ein Meter von der Grenze.

Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu dreißig Mark oder mit Hast bis zu eine; Woche bestraft.

Lindenstruth, den 20. Oktober 1917. 7 , 7 .

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