Ausgabe 
3.10.1917 Erstes Blatt
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Ich stelle hiermit ausdrücklül) fest, daß Deutschland keiner­lei Sepäratfviedensvvrschläge an England und Frankreichs

gemacht hat.

Die demokratische Konferenz.

Petersburg, 2. Okt. IN der >?libcndsitzu«rg der demo- k r ki t i s tfi i e it K oii f < r cm z ftjfnatfjm Vertreter der öttlichm Ar­beiter- «mb Svl'dadenrä-e, l*«u foorecQi dis Mehvzahl gegen et'ntz Mitarbeit der bürgerlichen Elenrente «var. Iw Verlaufe der Sitzung! versuchte eine Ado rbinmg von 200 Arbeitern und Arbeiterinnen in Begleitung von Soldaten in den Sian l eintzjudringeu, indem sie erklärte, daß sie Wort- sichrer rv,i einer halben MÄLion Petersburger Arbeiter sei, die sie gesandt hätten, nur gegen den ^Grundsatz der Koalition zu protestie­ren und > o so r t igen Friedeu zu verlcmgen. Nach, tzkmgcn Untevhandlungvn «m«rdeu sechs Mitglieder der Abordnung zub Sitzinlg zugel« ssen, um ihre Wünsche vvrMtragen.

Finnland.

Helsingfiors, 1. Okt. Henüe hnbettt die Neu­wahlen z u »l Landtag begonnen.

England und die neuen deutschen Regterrmg-erklärungen.

London, 1. Okt (WDB.) Meldung des Rmtterschen Bureaus, lieber die Rede des Staatssekretärs v. Kühl- mann schreibt dieW e st in tn ftct Gazette": Der Staatssekretär weiß wohl, daß wir und unsere Verbündeten entehrt sein würden, wenn wir den Krieg beendeten, ohne absolute QWmrittteir zu erhalten, das; Belgien und Ser­bien, mn die beiden flagrantesten Beispiele zn nennen, «ronttnell und tatsächlich wiederhergestellt würden. ES gibt -eine Atmosvlsäre, die die Deutschen Herstellen könnten, die «ms davon, apsolvchreu könnte, uns absolute Sicherheiten Zu verschaffen. Deutschland gab uns in dieser Hinsicht seit den« Begum de- Krieges seiic Wort, daß es Belgien unzwei- derltig in feinen früheren Verhältnissen iviärerherstellen würde, wenn der Krieg cnus wäre. Es erklärte sogar wus- drückluh, Belgien lvüroe für Deirtschland nutzlos sein, wenn es nicht zrvgleich Holland annektiere. Daß es dieses Ver­sprechen erfüllt, betrachter, !vir als den Prüfstein seines guteil Glaubens in aller« anderen Fragen. Aüenn wir weniger anrmlfmen, wurde das für nnsOder Beweis unserer Nieder­lage sein.

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Ans Schweden.

Stockholm, 2. Okt. sSv. Tel. Byr.) Ter König berief die Führer der drei große«: Reichstagsparteien zu sich und machte rhnen den Vorschlag, ein Rcinisterium von Volksvertretern aller bedeutenden politischen -M iinungsrichtuugen z«i bilden, das nach nmen rmd außen die (Eiligkeit scharf markieren könnte, mit der die bÄl»er!ge Neutralität,'politil vom schwedischen Volke getragen wird. Der Kötrig appellierte an eie vaterländische Gesinnnng der Partet- Whrer. in der ernsten Lage ihre persönlichen Auffassungen oder Darv»«csichteu einer glücklichen Lösung der vorliegenlnn« Frage wcht un Aege sreben zu lasse,?, sondern an das gemeinsame Ziel und v ' j(jI des Vaterlandes zu denken. Er bat sie. seinen Vorschlag geimai zu ernKigeu. und mit den Meinungsgeirossen seine Möglich- kcnt za« prüfen und ihm daim das Ergebnis mitzuteilen.

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Das gvicchische Heer.

Sofia, 1. Okt ».) Meldung bet Bulgarischen M agrnphen-Agenhir Der Generalstab der Fellnnnnee ist davon[in Kenntrtts gesetzt worden, daß im Epirus die Grieche.n die M u s e l m a u c n anshebcn, mm sie in das ^I* ec vl^ e . ^ ccr cirrzureihen, und daß sie gleichzeitig ihre yätti-er in Brand stecke«, nnd sich an ihre«« Frauelt vergehen. Die über die Schrecke«rsHerrschaft entsetzten?Rusel- manen fliehen in Massen mtl ihren Familien und suchen im rtalren«.scholl Besatz«mgsgebiet schütz.

Y^* mu;.**smjrK mrTrmm. nnp- TTrrr rW fH WH w n W I Tir II I II II II

©icfecncr L^taditheatev.

Das Wtntermärchen.

Von Shakespeare.

Zehn J-ahre sind seit dein 29. September 1907 verflossen, da tos neun:baute ©tobttfjeatft, an dessen Giebelfront der stolze ^E^ruch zu lesen ist:Ent Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns", seine Pforten öffnete.

u 28er gestern abend ««ach 7 Uhr durch die Anlagen nach dem heilerleuchtete«? Hcar,e ging und die festlich gestimmte und ge­endete Menge sah. in der sich dos Ülrcui und Mau der Uniformen malerisch mit den dunklen und Hellen Fardentönen der Getväudec «mimte, toer bc°/>bachte«c, welch tiefer Abglanz einer errvarturtgs- vollen Sponmrng, einer eri?ste«l, gefaßten Feierlichkeit auf olleu Züaen lag, der mußte sich sagen, daß der 'Aulaß vier ein gan- besonderer war. Galt es doch nicht allein, sich in D-an Wartet« oll gJJ ^^«nden yn prin«ient, die das Stadttheater seiner

Bürgerschaft schenk?., sondern vor allem auch des Mannes zu ge­denken, der in diesem für »hrbar sten aller Kriege mit unvergleichlicher Tatkraft und Genialität die Geschicke seines Volkes leitete. Mit Deuts-Aand am 70. Geburtstage des General feldmar «challs von Hrnderrdurg auf diesen, seinen größten Helden, und mrt dem Gefilde imsagbarcr Dankbarkeit mengt sich das feste Ver­trauen auf ihn und die Zukunft. Dieser Zuversicht verlieh auch -Oberbürgermeister Keller Ausdruck, der sich vor Beginn der Vorstellung mit folgenden Worten an die das Haus füllende Schar der Theoterbesucher «wandte:

Hochlierehrte Anwesende! Lassen Sie mich, ehe der Vorhang ftch erfc&t, znxlfachc-m Gedenken Ausdruck geben.

Ein Fal>r>'hnl ist vergär:g-n, feit dieses chous getveiht wurde. Außen ein stolzer Bau, eine Zierde unserer S'adt, ein prächtiges Werk, ta* fernen Mmster lobt. .Innern ein Tempel der Kunst ernstrr und heiterer Muse, eine Stätte künstlerischen Wirkens ver- c?über SVriffte, häufig wechselnder, aber oud: imancher bis zum heuti­gen ^age tteiigeb-liebener. Treu vor allen blieb der Direktor, Herr Steingoctter, der mit le«vertagendem künstlerischem Verständnis, selbstloser Hmgab: nun nimmermüder Arbeit da>. stadtthc-ate, von Anbeginn bis heute geleitet hat nno so hoffen wir - bi^' in «veite Zukunft ihm ferne Arbeit widmen wird Der Bürgersck-a,, «vard dies .Haus zu einer wahren Heimstätte der Kunst der Bildung, Erholung und M-lelirung. Nicht nur in sonniger Fri^eNszeil: auch in der« Schatten des Krieges. Denn Kabel und Zufuhr kam« man uns abschueiden: den deutschen Üleist, das deutsch Gemüt, das deutsch BildungSstreben vermag «ms memauc abz»?schneiden! Darum hat auch in« vierten Kriegsjahre das Theater seine P,orten iviederum geöschet.

Möge dies 5>a«s wie im verflossenen Jal-rzehnt so auch für alle Zukunft dem Shmftfcfcen unserer Stadt Fülle nnd üraft amtn und n«ancher sck-örren Stunde Genuß allen unsere«« Bürgen«.

Ties ist das erste Gedenken Das ziveite aber ist ganz aniScm Art Umgeben von -- Dankbarkeit und ehrsnrchtsv-.llen.

Liebe des deutschen S«olkcs, begeht heute Generalseldmarsch.ftl von Huidenburg «m Große«« Hcmptguartier seinen 70. Geburt lenvr schlichten Art l-ar ic-r gebeten, vv«l allen Bnanstaltiinge«' mck. Glückwiinschen an diesem Tag abviftchen. Nicht mit Worte-.! 'Ar* «rc ihn darum preisen Den Wann wuchtiger Taten w»n wir durch Ärwn ehr-^n, und zwar mit de«« Taten, zu denen er )>fett un-3 ai/fgernfen hat: durch zuversichtliches, einmütig- Dinchbalten, brnck« opferwillige Sorge für Berlmmdetc «md Krieg RnäeMiedeT?.-, durch -Zeichnung der Kriegsarrleihe

De»hrtk Anweschldc! Glänzend bewährte Opsenvilligkn« un - \rrrr Büraerjchast ha? vor zehn Jahren dieses Haus geschahen' "ll'n kmal bürgerl,ck»m 6>emeinsin,rs", so lautet mit Recht die .nich.cft au ocx AußOtseite dieses Theaters. .Heute, in schv.ner

«BHwU iiut Mn WwtojäWb in «er Z'omnamjtwxn zat nrc LNegswvPknrhrt» K»tsgötmte«l«e.

Wohlan denn, lieln' Mitbürger, lasset uns ein neues Denkmal bürgerlichen Gemeinsiims err«cl>tei« in den Herzen der vom Kriege schwer Betroffenen u««d zun« Vorteil der finanziellen Rr'rstung «m leves Va terla ndes!

Mit diesem (A'lölmis «vollen wir des Schützers imferer Fronten, dec- weltgefchichtlicke«? Feldherr«:, des Mannes unserer Zn«>ersicht hcnte gedenken und mit ihn, uns bekennen zu den> uncrsMtterliclien Glauben an die deutsche Zukimft und ein durch Einigkeit, Recht nud Freiheit glückliches Deutsches Reich.

Ich bitte Sie, verehrte Amvesercke, erheben Sie sich «uid stim- men Sie mit «nie ein in den dreifachen Ruf: Generalfeldinarschall vm« Htttdeckburg lebe hoch, lwch, hoch!-

Viel edle, wahre Kmlst hat in dem verflossenen Dezennium eine Heirnstätte bei uns gefunden, und manch bedeutender .Künstler ist in das Ralnpenlicht der Gießener Wchace getreten. Mm« d-'nke nur an AuMhrungen von: Nordisckie Heerfährt, Fiesko, König Lear, Wildente, Gyaes u««d sein Ring, Elga. Jungfrau von Or­leans, Wallenstein-Trilogie, Hamlet, Sommern«chtstraum, Sa- lvme, Sappho, Egmont, Faust. Judith, Julius Cäsar, Philotas usw., oder mai« erinnere sich an: Irene Triesch, Gertrud Eysokdt, Rosa Poppe, Albert Bassermanu, Adele Sandrock, Agnes Sorma, Ernst von Possart, Friedrich Kaysler u. a. m.

Wie tief muß das Edle n««d SäBne in unserem Volke wlirzeln, «nie wenig muß seine bewährte Siegsriedskraft angefressen sein, wenn heute, wo «vir einem vierten KciagSwktter entgegengehen., ein Dichter wie Shakespeare andächtige Hörer ftlidet, und eine Theaterleitung imstande ist, u«rter den schwierigen Verhältnissen enr Werk «vieWintermärchen" zur Aufführung zu bringen.

Schauspiel oder Märchen? Das waren von «eher die Streit­fragen über dies angeblich letzte Werk Shakespeares, das hervor- vorgegangen laus einer Novelle von Robert GrveneTomsius und Fawnia", am 15. Mai 1611 zum ersten Male ip« Globe-Theater u« London über die Bretter ging. Lange Zeit, wenig beachtet, wurde das Wintermärchen durch die Schlegel-Tieck'sche Bearbeitung, dann durch die Diugelstedt'sche auf den deutschen Bühnen heimisch. Wenn auch damit der eigentliche Kampf um die Frage Schauspiel oder Märchen erst ein setzte, wenn aitch ein Ma«m wie Bulthaupt in seiner Dramaturgie das Wintermärchen nur als Gegengewicht liege«« bie Masse des künstlerisch absolut Nichtigen gelten läßt, in« übrigen eS aber als^ minderwertig verwirft und auch den allssühr- liehen Beweis ftir diese Behauptung anzutreten versucht, so ändert das doch nichts an der Tatsache, daß ein Shakespeare es schrieb, «urd daß Tragisches und Heiteres, Wirkliches und Unwirkliches sich alten glücklich paaren. Sl-akesheare «oeis; stets die Mitte zwischen Idealismus und Realismus eiuzuh-alte«« und, allen heutiger« An­griffen zu«n Trotz, laßt sein Gemus die Begriff»'Natur" und Kunst" nicht als feindliche Gege««sätze empfinden. ('Man lese in dieser Hinsicht das im J«hre 1914 im Verlage von C. Hoirnann- Berlin erschienene Werk vm« Joh. E. Schmidt:Shakespeates Dra- n«en und sein Schrilspielerbernf".) Von welcher Kr«ft ist z. B. die wuchtige, düstere Gerichtsszene, welch üppiges Leben und heitere Laune quillt aus de«n ,,Fe,t der Schasschur" empor, jener nach den« Muster der Psingst-Sprele (Whitsulk-Pastorals) geschaffenen, bereits von dem Geiste der Renaissance angchauchden Szene, deren in«itl)o logischer Charakter, «rnc Schmidt nicht mit Unrecht meint, dein italienischen Pastorale mit ihren UrsMun, verdank. Perlen edel­ster, reinster Art, schafft hier der Lt)«nker ShLkespe»re.

Das -Winlermäkchen kann und soll kein Schauspiel sein, das einen Alters-Frühling nach einem verscherzten Jügendglück, «Ns täalick-e Leben übevtragen, zeichnet, es bleibt ein «oarmes, «vll- blutiges Märä-en, lirntn auch ein Stück in Stückew wie eS Goeth«' nannte. Sicherlich gibt es der f)ll^stattip«gs- und S-enierungskimst oes Spielleiters ninten Spielrann«, aiber nimmer «oird es oder darf es mm Ausstattungsstück loecben. Dazu ist der geistige Gehalt der Szene«« zu »ief und & feftjät bm «,-vßiing «, «ck fccr 9MW »er bundei«, dazu stehen die Schakefpeare'schen Okthrim, die auf der

Ans Ltaldl unda«d.

Gießen, 3. Oktober 1917.

** Aan tli che Personalnachrichten. Ter Qdvo^ery^& 1 hat am 29. September Den Lehraiittsasiessor Hugo DickelhauM m Worms Mm Ol^erlehrer an der Elso«;vrensclZule zu Worms er* | iiiamut.

Durch Entschließung üivoßh. Mnlisteriums des Innern tmtt I 29. SeMember nmrde bet Lehra.nlsreferendar Otto Heß M Gieß« > zun« Lehramts«sfesfor ernannt.

Der Groschc-r-og hat am 15. Teptentt^r ds. Is. dem Ober-- j bahi«hoftzvorf?el-er Rechnungsrckt Ludwig Göbel zu Bad-Houttmr > v. d. H. die Erlaübnis zur Airnckhme und zum Trag«« des ttsn I von« König von Bulgarien verliehene Ritterkreuz mit der 'tnona » deS tkuil verdicnstjorderns erteilt.

Der GvoUMWvg lxtt mn 15. ds. Mts. dem Bahnl-ossvorstehee > Kaufmann zu Frmckstirt a. M. die Erlaubnis pi Annahme rnife* fl Mn« Tragen des ilym vom.Kg von Bulgarien veriielvmen Retter- fl ftTu 1 vr£ vom nationalen Ortxm des Zivitdienpies erteilt.

** O b st v e r f a u f. Bei der städt. ObswerlelluTrgsstelle, fl Brantiplatz 3, gebrrrZgen heute mittag Birnen, Mn Honig- | kochen geeignet, znrn Berk ans.

** Die Ausgabe von Kartoffeln cm die unserer H Fürslorge unterstellten Kriegerfanttlien erfolgt ttn städtt- fl scheu .Hospital, Geilterswsy 11, tn. den «mchsten Tagen. W Siehe die Be'kannirnachr««rg in heutiger Nummer.

** D i e Kartofselversorgung. In den nächsten V Wochen wird ein außnerordentlich starker Versartd vor« Kar- fl toffeln statlsinden. Um Stockungen im Transport zu ver- > melden, ist die schleunigste Enlladung und Abfuhr der ein- fl treffenden Waggons no iw endig. Die entsprechenden Vorkeh- I rrZngen (Stellung von Eritladekommandos) sind getroffen \ lntb es ergeht die dringende Mahnung an alle Beteiligten- 1 sich nach Ausforderung sofort zur Verfügung^ zu stellen. ] Darüber hinaus kann aber auch der Empfänger selbst iein ] Teil dazu beitragen, die Ablieferung z«« beschleunigen. Es 1 muß jeder, auch im eigenen Interesse, dafür sorgen, daß d« c Einkellerung so rasch als möglich- erfolgt. Wer ein F«rhr-- D werk, einen Handwagen im Besitz hat, sollte zur Selbsthilfe: I schreiten und seine Kartoffellk, wenn irgend möglich, selbst 1 oder durch eigene Leute abholen. Es dark keiner müßig blei- 1 ben und sich auf die anderen verlassen. Dann wird sich trotz des Mmrgels an Arbeitskräften und Fuhrwerk die so über- 1 aus wichtige Frage der Kartofselversorgung ohne zu groß« D Schwierigkeiten lösen lassen.

** Ballon-Ai« ffi n düng. Ein Vorkommnis bet letzten Tage gibt »vteder Beva.nl ir'inrg auf hie ftb.»« oft veröffentliti)-:e«s s lAin>ordnm«gen W-uweiten, Te für dos Auffindcn und cklergen muß ( Luftballorrs gelten. In ciu^n Walde «var ein großer B«llo:« a«ls gilmmiertüm lSc.id-enstiosf u li eergegiangen, dar die deutsche Auf« * schrift trug:Sofort beim Anffindon,zu vernichte«« " Mäcklichar- « weise hat der Finder die st Ajuflorderullg. die offenbar den Zweck A hatte, die Spur des Ballons zu verivischnc, nicht befolgt. Anstatt |p aber der näck'isteu Heimatbehörde oder dem Miständigen General--» kommando direkt Mitt-eilung zn machen «vnd bis zum Eintreffen von T Verhalttingsmaßregeli« Iden Fund «inl^v-ührt zu lasfen, hat der A Find-er einige an dem Ballon befindliche Gegenstände abgeschnitten W 1w«d diese wie den Ballon ,selbst, oha? eine Meldung zu machen, mit «mch Hanse genvmiu'en. sLr beabsichtigte, :vie er später in aller Harmlosigkeit aussagte, den Ballonstoff für seine Ztvecke zrr verrvenden. Eine derartige Handl«u«gstveise ist «ratürlich durchaus nrrzulässig und kann dazu ,'sülMn, daß, für die Kttegsführunck «rächtige 'Anfkl^ärungeil unseren Behörde« verborgen bleiben. Ist! der Fa ««der nicht int d^r .Lage, den Tfallon mit allein Zrrbcb'br, wie er gefunden rvuvde, direkt ar« dla-s GemwalkomMarrdo adznliefern, M so hat er «verrigstiens sofort der nächsten Ortsbehörde Meldung zn marhen, und daft'lr za« sorgen, daß bis zu deren Eintreffeir alles bei-ührc bleibt.

** 'Die Zahl meisterlan fbabn bei der Kaiser-- liche n Marine. Beider Kaiserlichen Marine «rvrden in nächstes Zeit ivleder ftmge Leute als Llbiriuu^Zcklstmeisteranwärter ein., stellt. Schriftliche Gesnckie um Einstellung sind an das Kommando

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alten Slnckespeare-Mrhne ohne KulissenMuber wirken mrißten, zu viel im freie» Raum. Wie den« auch sei, ma«« deirke an Natl-ans Wort:Nicln >ne Kinder bloß speist man mit Märckien ab."

Die gestrige Aufft'ibrnug IvieU sich wie in?r 10 Ja irren mehr an dc>S Shakespeare'sck>c Original, unter llnun'li>ung der Dingelstedt- fthen Bearbeitung und Beschränkung der Bühuenmnsik auf daS Mindestmaß. Tie mm Herr«« Hofrat Steingoetter bearbeiteten nnd angeordlleten 11 Bilder boten szenisch und dekorativ Vorzüg- lvclwc. wa^ nm so mehr hcrvorznheben ist, nmnn mar« der Schlme-, rlgkeiten gedenkt, mit denen genrde die tcstmische Leitung in lxnl heutigen Zeit zu kärnvfen bat. Die gesämffrne Estnhock des Raurnes, ««dem einem großen Teil der Szemm der Rahmen einer stilVollöl« SälvlcuHalle geboten wurde, bvgvährtc sich außerordentlich, und z^rgte wiederum, wie es möglrch ist, auch mvter Benutzung verhält- nrsmäßva en«fack>er Mittel wirk««ngsvolle Bilder zu gestalten. Bon prachtvoller Färbung erwies sich dre Gerichtsszene, ebenso der Ans­tatt zum zweiten Teil dds Märchens, das hier eineu Zeitraum von

.Jvhrein überschlägt, den die Zeit alsCl)vn«s" vermittelt. Gleichsam rn Wolkengebilden schwebend, klangen die Worte der Zeit" «vie ans einer anderen Welt, tEM Reich einer anderen Di- mensron, nud führten mitten in den mysttschen Märchenzauber hrnern. Auch die Ausstattung desFestes der Schafschur" war cm,;erst glücklich, «ram auch anspnrchSloS und einfach. «r»as aber de«« Rmz noch erhöhte und das gcsprock>enc Wort bob. Wenn etwas M beanstande«« war, so war es das Bild, da Mamilius sein Märchen zn erzählen beginnt, im Begriffe ist, in ein Tnrnnttand zu t>cv- setze«« und durch die eirvttetende Nenvesi^ in Gestalt des Königs «Md seiner Trabanten jäb uirterdwchen ivird. Vielleicht «väre es hv>er angebracht, mehr mit Lrchteffekten, Abdämpfung, zu arbeiten, um der« Märchenckwmfter cilldri««glicher zu kemizcichtve«« ;md die zu realrfterende Mrkmrg obzuiclwachen. Bon wu««derv>oNer Plastik war das letzte Bild, mit der in .einer Flut blauen LiäUes ge tauch «e;r Tenkmalsnrsche.

Die Besetzung u««d Durchführung der Rollen war durchweg gut uud bereckchgen die mm erivorbemm Kräfte zu schö:ren Hoffnuiigeu. Der Lsoutes des Kurt Wenzel ivcrr in Sprach- >«nd Mimik feilt kmrctigearbeltet, wenn cmck«, t«»rs lrejmivers für die ers.en fünf 'Bild<-r (neltung hat, eine stärkere Bchmcnng des Köitigliche«« und nichts üllein des eifersüchtigen (Shog-attell angebracht erscheint. l5S soll K»» vertzmnt werden, daß die Rolle eines eifersüchtigen Olatteu stets zrernlrch undankbar ist nud wicht zum Widerspruch rttzt, aber:Evn königliches Herz denkt königlich" sagt ent bekanntes!

mio em Herrscher, der das stolze Wi-vrt im Munde füdrt r-D«e M.aiestät bedarf nicht Euros Rats", muß seine .Hoheit auch ,n Augenblicken der grüßten. Erbitterung wahren. Bortrcsslich mc üöflau Fe« gel als Polyxenes, der den rechte«« Ton fand und vot Allein rn seinen Be>«»gguilgvn vvllcrus ausgeglvcherv war. Die RollE ber Kerimvne toax bei Annemarie Wisser tn besten Häntzen, u««9 cni' dlusfafftntg der w'lde«rsdeu Königin zeugte von lslshem dramatft« scheu Berstünvms. Frtsch und «mnrutig zeigte sich Helene K a l l > mar als Perdita, sicher im Auftretell und zielbenmßt Mols Fal­ke i« als Florrzel. Em abgeklärter, abiväge««dcr Cmltzllo «var Willi Borchardt, e«n lusttger, nritunter vielleicht etwas zu derb-koim-« cher Antolpkus Rudolf Go l l. Die Wiedergabe der anderen 'fter- souei« der Handlunig. die in den Hände«« der Dann»: Beling Sandor, Wlossaldlo, Dverr und Foerster, soivie dar btrenr. Stenzel, Lerch. Engelmann, Waiden^ Stcnmeyrr und Stich?! u,ar br.m Ganzen YarmonW cm gepaßt.

o Die geschickt ein geflochtene MtlhnenNtusik unter Leittuvg von Lubivi-g M'ar«in1h echöhte die Wirkung ganz bettäMlicl, 'Nicht iirecntmr>nt soll noch der vor Beginn d?r Vorsteftimg von den? pelle des Ersatz-Botaiilloils, unter ihren« bekannten Dirtge« Hermann, zu Gehör debrack»tc K^Ikuuger-d.Earsch bleibe»

w. m